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	<title>Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten</title>
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	<description>Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten Syndication</description>
	<pubDate>Fri, 08 May 2026 15:30:51 +0000</pubDate>
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		<title>NEUER STERN 122 aufgegangen</title>
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		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><span rel='lightbox'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/GBdLSbQ/122.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></span></p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><span  style='color: #daa520'>Der 122. NEUE STERN ist aufgegangen.</span></span><br />Ein Schwerpunkt ist diesmal das Werk von <span  style='font-size: 18px'><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'>Ellen Norten</strong></span></span>, die nun schon ein paar Jährchen Teil vom ASFC-Stammtisch und NEUEN STERN ist. Sie schreibt ja selbst (leider viel zu wenig für den NEUEN STERN), stellt Anthologien zusammen und betätigt sich künstlerisch – sie malt und erstellt Grafiken am Bildschirm. Da kommt was zusammen – Grund, mal hinzuschauen:<ul class='bbc'><li>Vernissage von Ellen Nortens Ausstellung, von Peter Schünemann</li><li>Story: "Die Giraffe im Kühlschrank", von Ellen</li><li>Rezi zu Ellen Norten: "Der lange Marsch der Wolkenkratzer", von Bernd Wiese</li></ul>Beim Zusammenstellen des Heftes habe ich dann festgestellt, das sich so ganz nebenbei ein weiteres Hauptthema herauskristallisiert hat:<br /><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'><span  style='color: #b22222'>Frauen </span>in der Phantastik</strong>.</span><ul class='bbc'><li>Rezi zu <span  style='color: #b22222'>Ina Elbracht</span>: „Mollusca Obscura", von Thomas</li><li>Rezi zu J<span  style='color: #b22222'>ohanna Dab</span>: „Größer als Kaiser und schneller“, von Thomas</li><li>Rezi zu <span  style='color: #b22222'>Joanna Russ</span>: „Die Frauenstehlerin“, von Volker Adam</li><li>Rezi zu <span  style='color: #b22222'>Elizabeth Hand</span>: "Wylding Hall", von Bernd Wiese</li><li>über <span  style='color: #b22222'>Ursula K. Le Guin </span>eine Gemeinschafts-Rezi zu "Der Tag vor der Revolution" (von <span  style='color: #b22222'>Ellen </span>und Thomas, mit einer Anmerkung von Peter - hier haben wir uns mal richtig dolle und ausführlich ausgelassen)</li><li>Rezi zu Ursula K. Le Guin: "Lavinia", von Peter</li><li>Rezi zu <span  style='color: #b22222'>Sally Miller Gearhart:</span> "Das Wanderland, Geschichten von den HügelFrauen", von Volker</li><li>Rezi zu "Andymon. Eine Weltraum-Utopie", von <span  style='color: #b22222'>Sabine Seyfarth</span></li></ul>Abgerundet wird unser Rundbrief durch eine <span  style='color: #008000'><strong class='bbc'>Story von <span  style='font-size: 18px'>Gerd Frey,</span></strong></span> die von <span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'><span  style='font-size: 18px'>Franziska Appel </span>illustriert</strong></span> wurde: <strong class='bbc'>"Ich sah die Invasoren kommen“, </strong>und ein Bericht, kombiniert mit einer Rezi zu<br /><strong class='bbc'><span  style='font-size: 18px'>Ralph Hammerthaler.</span> Er las in Leipzig aus "Das automatische Reich",</strong> es berichtet Peter</p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 08 May 2026 14:27:00 +0000</pubDate>
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		<title>Jamie L. Farley zu Gast beim Freundeskreis SF Leipzig e.V.</title>
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		<description><![CDATA[<p><span  style='font-size: 18px'><span  style='color: #800080'><strong class='bbc'>Jamie L. Farley zu Gast beim Freundeskreis SF Leipzig e.V. im Literaturhaus Leipzig.</strong></span></span><br /><span  style='font-size: 18px'><span  style='color: #800080'><strong class='bbc'>30. April 2026</strong></span></span></p><p>&nbsp;</p><p><span rel='lightbox'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/HTJc2NM2/autor-moderator.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></span><br />links der Autor, rechts im Bild der Moderator</p><p>&nbsp;</p><p>Walpurgisnacht – gute Zeit, sich mit phantastischer Literatur zu befassen. Nach der Lesung bin ich mir aber nicht ganz sicher, ob es da auch Hexen gibt, in der Welt, die Jamie L. Farley entworfen hat. Auf jeden Fall Dunkelelfen, Zwerge und andere „klassische“ Fantasy-Gestalten.<br />Im Zentrum seiner Lesung stand seine Dilogie <span  style='color: #800080'><strong class='bbc'>„Memento Mori“</strong></span>, aus der er drei Passagen las. Unterbrochen von Fragen und Bemerkungen des Moderators, Constantin Duppien (der ja selbst Phantastik-Autor ist und auch schon zu Gast beim FKSFL war), und von Fragen des Publikums, die – trotz des eher kleinen Auditoriums – recht zahlreich kamen.<br />Für mich war es neu: Kannte den Autor und sein Werk vorher gar nicht. Na ja, es ist halt sicher auch eine Generationenfrage. Bücher mit farbigem Buchschnitt sind mir dann doch ziemlich fremd. Aber seine Werke gehören nicht zu Romantasy, auch wenn sie in einem Verlag erscheinen, der auch solche Romane veröffentlicht, sondern Dark Fantasy. Es geht also weniger romantisch, dafür handfester zu.<br />Der Autor stellte seine Welt und seine Hauptfiguren anschaulich vor. Am Ende hatte mich aber ein Buch aus einer Feder mehr interessiert als die um sein Fantasy-Kaiserreich Adular und die gefühlsarmen Dunkelelfen. Er hat mit „Rabenjagd“ eigene Jugenderinnerungen aufgearbeitet. Der Roman ist ein Frühwerk, das er mit 14 Jahren schrieb, aber inzwischen gründlich überarbeitet und als Buch veröffentlicht hat.<br />Der Autor lebt in Leipzig, in einer Autoren-WG, zusammen mit einer anderen Autorin und ein paar Ratten, aber keiner Katze – so viel sei verraten –, obwohl medial begabte, sich selbst teleportierende Katzen ja eine gewisse Rolle in seinen Romanen spielen. Ratten eigentlich auch?</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://fksfl.de/resources/Infoblaetter/Infoblatt-181.pdf' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Infoblatt 181 zur Veranstaltung</a></p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 10:11:00 +0000</pubDate>
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		<title>Hofmanns Leseliste Mitte März bis 1. Mai 2026</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13422-hofmanns-leseliste-mitte-märz-bis-1-mai-2026/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><span  style='font-size: 18px'><span  style='color: #0000cd'>Heute ist der 1. Mai. Zeit zum „Tagebuchschreiben“ – Leseliste und über <a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13423-jamie-l-farley-zu-gast-beim-freundeskreis-sf-leipzig-ev/' class='bbc_url' title=''>das, was gestern passierte</a>. Damit bin ich ja sozusagen wieder mal im Leselisten-Rhythmus. Ob das so bleibt? Das darf in Frage gestellt werden.</span><br /><span  style='color: #0000cd'>Also, zuletzt gelesen:</span></span></p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Angela und Karlheinz Steinmüller: „Der vagabundierende Planet“</strong></span><br />Ein neuer „Steinmüller“ – der demnächst erscheinen wird. Ich hatte das Manuskript, um wieder die kleine Titelvignette zeichnen zu können. Dazu „musste“ ich ja das Buch erst mal lesen. Ja, ja, eine große Entbehrung … Nein, war natürlich ein großes Vergnügen! Das Buch ist – wird – gut! Es geht um eine Mars-Orbitalstation, eine lebenspendende Röhre, schon ziemlich alt, auf der vor allem von ihren Raumfahrten Zurückkehrende landen. Da sie relativistisch oder im Kälteschlaf ziemlich lange weg waren von der irdischen/solaren Zivilisation, mitunter auch schon mal 500 Jahre, brauchen sie Zeit, sich an die aktuelle Lage zu gewöhnen. Und sie haben viel erlebt, was sie verarbeiten müssen.<br />Teilweise lesen sich diese Erlebnis-Schilderungen wie eine lange Version der berühmten Bladerunner-Szene „Tränen im Regen / Zeit zum Sterben“ – nur dass hier Menschen so viel Unsagbares (schönes und erschreckendes) erlebten und Androiden ihnen zuhören, die ihnen an die Seite gestellt wurden.<br />Die ferne Zukunftswelt ist auch manchmal ein Echo unserer Gegenwart und greift Diskussionen zu KI und ihr Verhältnis zum „richtigen“ Leben auf. Das alles ist aus meiner Sicht sehr schlüssig. Ohne es zu wissen, glaube ich aus den Texten herauslesen zu könne, dass sie schon getrennt voneinander woanders erschienen sind, zum Teil zumindest, denn ein paar Erklärung zu diesen „Habitat 5“, zu den „Dschinns“ (Cyber-Holo-„Diener“), Simper (Quasi-Spiegelbilder realer Menschen, die auf dieses Weise virtuell schnell woanders sein können) und den Androiden wiederholen sich.<br />Mosaiksteinchen für Steinchen wird zusammengetragen. Da die Raumfahrer aus verschiedenen Epochen und Zeiten zurückkehren, haben sie auch unterschiedliche Dinge aus der Vergangenheit der Zukunft zu berichten. Ohne ausufernd zu werden, erfährt man viel über eine abwechslungsreiche Zukunftshistorie, die sich nicht nur auf der Erde, sondern auch auf dem Mars, im Belt und anderswo im Sonnensystem abspielte. Da stecken noch so viele Geschichten drin! Da macht das Autorenpaar aber ein ganz großes Fass auf!<br />Das ist ein Roman in Erzählungen, in denen jeweils andere Personen im Zentrum stehen; der Roman entwickelt sich durch den Schauplatz und die Grundidee. Hinweise auf anderen Werke des Autorenpaars sind auch enthalten, also ist auch ganz viel für den Steinmüller-Fan dabei. Ich bin ziemlich angetan.<br />10 / 10 Punkte<br />PS: Inzwischen habe ich die Vignette fertig und sie wurde auch für annehmbar bewertet.</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Adrian Daub: „Cancel Culture Transfer. Wie eine moralische Panik die Welt erfasst“</strong></span><br />Mein 2. „Daub“, diesmal sogar etwas umfangreicher als der erste, den ich las. Hier kann er auch sehr viel aus (fast) eigener Erfahrung plaudern, denn das Phänomen der CC stammt originär aus dem Umfeld US-amerikanischer Universitäten, als Fortsetzung von PC – political correctness. Er kann das sehr genau an Beispielen belegen und darstellen.<br />Lektüre war für mich wichtig und erfrischend, auch wenn ich nicht glaube, dass es die cc- und pc-Rufer und -Mahner verinnerlicht haben, was Daub da sagt.<br />10 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Michel Houellebecq: „Die Möglichkeit einer Insel“</strong></span><br />Das Buch „musste“ ich jetzt lesen, weil es dem Titel nach um eine Insel geht. Was das bedeutet? Na ja, hat natürlich wieder mit unserm Rundbrief zu tun. Dazu später mehr.<br />Zum Teil spielt der Roman auch auf einer Insel: Auf Lanzarote besucht der Protagonist, ein Fernseh-Komiker, der nach dem Sinn des Lebens oder, wie bei dem Autor typisch, nach sexueller Erfüllung sucht, eine Art Workshop einer Sekte. Deren Guru behauptet, Kontakt mit Aliens gehabt zu haben, und will nun die Menschheit auf deren Wiederkunft vorbereiten. Dazu muss man, wie es damals die Elohimiten getan haben, per DNS-Manipulation einen neuen, einen Neo-Menschen erschaffen, also Klone. Der Begriff „Cyborg“ geistert hier auch herum. Die Begrifflichkeit ist nicht sehr genau. Aber am Ende – und das ist dann der SF-Teil – funktioniert es: Der Mensch kann geklont werden und in den Kapiteln, die in ferner Zukunft spielen, erfahren wir von dem 24. u. 25. Klon von Daniel (dem Protagonisten), was aus der Erde, der Menschheit und den Neo-Menschen geworden ist. Unterm, Strich? Nix Gutes – kein Sex mehr bei den Klonen, daher Langeweile, soziale Isolation, Stagnation, Selbstmorde – quasi eine langsame, langweilige Fortsetzung der Apokalypse, die in unserer dekadenten Zeit begonnen hat und in naher Zukunft zu Umwelt-Katastrophen, Atomkriegen und Untergang der „alten“ Menschheit führen wird. Ein trauriges Szenario, das sich aber, so mein Eindruck, immer nur um den Nabel des Protagonisten (und das, was darunter ist) dreht.<br />8 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Janika Rehak: „Kiras Käfer“</strong></span><br />Ein Zombie-Zone-Germany-Heftroman.<br />Ich nehme diese Novelle mal in meine (Buch-)Leseliste auf; könnte aber auch in meinem Zine-Report stehen. Aber es handelt sich um eine schöne, recht lange, in sich abgeschlossene Erzählung oder Novelle, die ich sogar gern empfehlen möchte. Für mich war sie die perfekte Möglichkeit, mal in dieses Franchise reinzuschnuppern. Erworben habe ich es während einer Veranstaltung im Rahmen der „Nachtschrift“-Reihe im Dark Flower in Leipzig. Für mich war das die zweite Begegnung in Form einer Lesung mit der „Zombie Zone Germany“, nun also mal selbst etwas gelesen.<br />Und ich war ziemlich angetan. In der Geschichte dreht sich alles um Kira und ihren Freund, der sich leider mit den zombieerschaffenden Würmern infiziert hat und nun im Schlafzimmer angebunden dahinvegetiert. Er wurde zum „Käfer“, wie in Kafkas „Verwandlung“. Der Fortgang dieses Prozesses wird recht eindrücklich beschrieben. Kira muss damit klarkommen und wird sich am Ende auch von der gemeinsamen Wohnung und von ihrem Freund verabschieden. Bis dahin lernt sie auf die harte Tour Einsamkeit kennen und ihren Überlebenswillen zu trainieren. Die Autorin vermag es eindrucksvoll, das Leben in dieser neuen absoluten Mangelwirtschaft, die so ein Zivilisationszusammenbruch erzeugt, zu beschreiben. Auch wenn es sozusagen ein Kabinettstückchen ist, mit nur einer richtigen Figur, und keiner „Action“, hat mich der Roman gefesselt und fasziniert. Alle Achtung!<br />10 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Helmut Krausser: „Wer hat uns je geliebt?“</strong></span><br />Wow! Was für ein Schmöker! Ich weiß nicht, wann mir das das letzte Mal passiert ist: Habe das Buch an 2 Nachmittagen durchgelesen – und ich lese nicht schnell! Ich konnte nicht aufhören, aber irgendwann musste ich ja. Als es zu Ende war – und eigentlich nicht alle Fragen geklärt waren. Ist halt wie im richtigen Leben.<br />Was man hier lesen kann, ist aber ein sehr metaphorisches Leben. Wir haben Hochsommer in Berlin. Die Stadt kocht, die Gemüter auch. Am Ende muss man einsehen, dass die Protagonistin, der ich sehr interessiert und gerne folgt, nicht trauen kann. Ist das nun alles ein Mysterium, sowas zwischen Himmel und Erde, oder eben doch eine hitzegeschwängerte Halluzination? Man weiß es nicht …<br />Für mich war das schon mal das Buch in 2026 –<span  style='color: #ff0000'> <strong class='bbc'>11 / 10 Punkte!</strong></span> Etwas ausführlicher, aber nicht weniger euphorisch dann im NEUEN STERN.</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Quinn Slobodian & Ben Tarnoff: „Muskismus. Aufstieg und Herrschaft eines Technoking“</strong></span><br />Edition Suhrkamp 2026<br />Weiter ging es mit meiner Lektüre-Challenge zum Zeitgeist. Jetzt hat es mich tatsächlich gepackt und es gibt ja auch tolle Bücher zu den Fragen der gegenwärtigen gesell. Entwicklung, gerade auch in Bezug auf den KI-Boom. Dass sich da was tut, kann ja nun wirklich niemand leugnen. Um es zu verstehen, hilft mir auch dieses Buch.<br />Slobodian hatte ich zuvor im TV, in „Mit Elon Musk in ein neues Zeitalter? | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur“ gesehen und war fasziniert. Ein Historiker widmet sich dieser ziemlich aktuellen Entwicklung – nicht nur Musk, sondern auch das Drumherum – und kann es mir auf fesselnde Weise erklären. Das Buch musste ich dann eben auch gleich lesen und bin nach wie vor begeistert.<br />Ein paar sehr wichtige grundsätzliche Gedanken sind darin eindrücklich erklärt und dargestellt (u. a. das Verhältnis der Tech-Branche des Valleys zum Staat z.B., da hier die libertäre Agenda eben doch nicht so gilt; der Beginn des Endes des Globalismus…).<br />Ein Buch, das ich wieder mal mit dem Stift in der Hand las und ordentlich verunstaltet habe (angestrichen, Notizen). Der „Technoking“ steht zwar im Mittelpunkt, zu seinem persönlichen Werdegang erfährt man auch recht viel, aber vor allem viel über seine Bedeutung für die allg. Entwicklung. Der Historiker kann diesen sehr wichtigen Aspekt unserer gegenwärtigen Welt ins Große und Ganze erfassen und sehr gut erklären. Das Buch liest sich wie ein SF-Krimi (SF kommt übrigens sehr viel drin vor).<br />10 / 10 Punkte</p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 08:46:00 +0000</pubDate>
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		<title>Zine-Report 2026 – 4: Martin Ruf</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13355-zine-report-2026-–-4-martin-ruf/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><span rel='lightbox'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/KxVGY7JW/ruf.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></span></p><p>&nbsp;</p><p>„Zine“-Report ist eigentlich falsch. Der Umfang ist wie bei einem Zine, aber es handelt sich hier um sog. Chapbooks. Die beiden hier sind aus der Reihe Whitetrain Underground, herausgebracht von Tobias Reckermann.<br />Das erste hat 37 Seiten und enthält drei Erzählungen von ...<br /><span  style='color: #800080'><span  style='font-size: 24px'><strong class='bbc'>Martin Ruf: „Qualitas Occulta“</strong></span></span><br />Martin hatte es mir zugesandt, weil er wollte, dass ich weiß, mit wem ich es zu tun habe. Nun, darüber war ich sehr froh, denn ich hatte durchaus schon ein Auge draufgeworfen und konnte mich bisher nicht dazu durchringen. Und jetzt ist es so, dass Martin in Sachen ETA. Hoffmann etwas für den NEUEN STERN geschrieben hat und wir Kontakt zueinander bekamen. – Ich habe das keineswegs bereut und es mit großem Interesse – aber auch mit vielen Rätseln im Nachhinein – gelesen.<br />Wir tauchen ein in eine Herbst- und Winter-Welt, mit viel Nebel und vielen Geheimnissen und rätselhaften Erscheinungen. Alle konnte ich nicht dekodieren, muss ich gestehen.<br />In „Die verloreneren Kinder des Doktor Dapertutto“ finden wir uns in der Psychiatrie in Asylum wieder. Ha, ein „bekannter“ Ort, will ich meinen. Dorthin lädt der Ich-Erzähler immer mal wieder ein paar „Verwirrte“ ein, die sich für richtige Literatur interessieren, weil sie dort mit ihm darüber diskutieren können. So auch der Dr. mit dem komischen Namen. Der hat aber eine Familientragödie, die ihn traumatisiert hat, mit sich herumzuschleppen – oder ist es dann doch nicht eher so, dass er überhaupt nicht selbst, als lebendige Person, kommt?<br />„Braunhoffers Kutschen“ sind auch nicht klarer. Hier wird die Aufmerksamkeit auf rätselhafte Manifestationen, auf Artefakte gelenkt, die auf einmal da sind und deren Gegenwart durchaus lebensverlängernd wirken (oder?).<br />Wer hingegen die „Austernfischer“ sieht, weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat.<br />Kleine Weird-Fiction-Perlen, mysteriöse, metaphorische, nebelverhangene Offenbarungen, für mich nicht wirklich erklärbar, aber desto faszinierender.<br />Der zweite Band wurde von Martin Ruf ins Deutsche übertragen:<br /><span  style='color: #800080'><span  style='font-size: 24px'><strong class='bbc'>D. P. Watt: „Ophelia“</strong></span></span><br />Das Bändchen (Chapbook) mit 27 Seiten enthält eine Short Story von und ein Interview mit dem Autor, geführt von Martin Ruf. Das Interview wird u.a. mit den Worten eingeleitet, dass der Autor so „zwischen E.T.A. Hoffmann, Nabokov und Ligotti“ angesiedelt wäre. Ja, kann ich bestätigen, vor allem was Ligotti anbelangt. Wobei diese Geschichte aus meiner Sicht auch was von Virginia Woolf hat. Der Ich-Erzähler, der seine unsterbliche Geliebte („unsterblich“ wörtlich gemeint?) anbetet, Ophelia, scheint ein mythisches Wesen zu sein, das mit ihr durch die Zeiten und irdischen Welten streift, immer auf der Suche nach dem Phantastischen. Es beginnt im deutschen Märchen-Milieu und durchstreift die europäische Geschichte der Neuzeit. Wozu? Ja, das vermag ich dann auch wieder nicht so richtig zu sagen. Die kurze Geschichte ist auf jeden Fall ein wunderschöner Wort-Rausch, sehr stimmungsvoll, eher Fantasy, denn Horror (nein, eigentlich kein Horror, Weird schon, da ja, aber mehr auf dem Niveau von Lord Dunsany).<br />Den Hauptteil des Heftes füllt das Interview, das sehr interessant ist und in dem Watt viel über sich und seine Liebe zur deutschen Literatur und Philosophie verrät, die sich in seinem literarischen Schaffen niederschlägt.</p>]]></description>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2026 06:29:00 +0000</pubDate>
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		<title>Zine-Report 2026 – 3. PARADISE 127</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13321-zine-report-2026-–-3-paradise-127/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><span  style='color: #b22222'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Offener Leserbrief zum TCE-Fanzine PARADISE 127 (Doppelheft), Dezember 2025</strong></span></span></p><p>&nbsp;</p><p><span rel='lightbox'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/Z1LsJGQh/tec127.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></span></p><p>&nbsp;</p><p>Die Leute vom TCE haben sich und allen, die es wollen, zum Jahresende 2025 noch mal richtig was gegönnt: ein Doppelheft. Das sind 212 + die Farbcover-Seiten. Gefüllt mit sehr viel Fannischem und Informativem und Schönem. Außerdem sind sie 32 Jahre alt geworden. Dazu gratuliere ich herzlich! So, mal sehen, was ich da alles in dieser Ausgabe finden kann.<br />Im Zine wird den Leserbriefen immer viel Platz eingeräumt. In dem von Andy Schmid freut sich sein Autor über den Western-Artikel aus der 126 und betont die Nähe zur SF. Das macht er anhand von Beispielen fest, in denen beide Genres gemixt werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich hatte ja auch mal so eine <span  style='color: #800080'><strong class='bbc'>Western-Phase</strong></span>, und ich denke, das geht vielen SF-Fans so, denn beide Genres haben – zumindest was einen Teil der SF anbelangt – einiges gemeinsam. Beide sind ja in den 40ern filmisch durch diese Serials populär geworden, und fernzukünftige Weltraum-Erzählungen heißen ja auch nicht umsonst space operas, abgeleitet von horse operas. Die Begegnung der Erkunder, Frontier, Eroberter mit „dem Fremden“ ist bei beiden Genres eine Quelle der Exotik, leider auch oftmals von Voreingenommenheit und der Grund für fiktive kriegerische, gewaltsame Auseinandersetzungen.<br />Aktuell sind es Serien, wie „The English“ und „American Primeval“, die mich faszinieren – die kommen aber ohne Außerirdische aus, obwohl manche Figuren so anmuten.</p><p>&nbsp;</p><p>In ihrem LoC schreibt Sabine über einen Historienvielschreiber, der offen zugibt, nach „Schema F“ zu schreiben. Ich danke für die Warnung. Wobei er wohl auch meinte, dass sein Publikum gar nicht will, dass er anders schreibt. Ein entsprechender Versuch schlug wohl fehl. Ja, das führt dann langsam zu einer Frage über, die in dem ersten der beiden Hefte etwas im Mittelpunkt steht, nämlich nach dem Wert oder Unwert von KI-Kunst. Ich denke mal, Werke, die nicht wirklich „von Herzen und Verstand“ des Autors kommen, sondern nach einem vorgegebenen (fremden oder eigenen) Fahrplan abgearbeitet werden, lassen sich am leichtesten von KIs simulieren. Ketzerisch denke ich da gleich an Exposé-Autoren bei Heftromanserien: Ist das nicht mit einem Prompt für eine KI vergleichbar? Wobei ich den ausführenden Autor*innen nix unterstellen möchte und gern glaube, dass es da individuelle Unterschiede und Ausprägungen gibt; es noch nicht egal ist, wer was schreibt.<br />Das mit dem <span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>KI-Schreib-Experiment</strong></span> von Michelle Stern habe ich mit großem Interesse gelesen. Und etwas mit angehaltenem Atem: Eine Profiautorin setzt sich dieser Job-Killer-Maschine aus. Ich kann da noch immer nicht über meinen Schatten springen und bin sehr skeptisch. Wahrscheinlich wird diese Schreib-KI immer besser, und was passiert dann mit unseren geliebten Autor*innen? Noch ist es nicht so weit, dass die Dinger komplette – sinnvolle! und gute! – Romane schreiben können. Aber bald?<br />Die Aufsätze von Euch über KI-Kunst sind durchaus interessant gewesen, aber haben meine Fragen auch nicht beantworten können. Die meisten sind ja unentschieden, wenn ich das mal so zusammenfassen darf. – Hier wollte ich – ungefragt – auch meinen Senf dazugeben; aber ich habe ja auch keine richtigen Antworten und irgendwie lähmt mich diese Diskussion auch. Falls es eine gehörige Masse an Lesenden geben wird, die solche „Literatur“ von seelenlosen KIs goutieren kann, dann wird es sie geben. Ich hoffe nur, dass richtige Literatur nach wie vor geschrieben wird, weil ihre Autor*innen einfach nicht anders können. Da ist es ja fast tröstlich, dass die meisten Literaturschaffenden ohnehin nicht davon leben können, somit der Grund wegfällt, damit aufzuhören.<br />Christian Jäkels Szenarien, die er in seinem Beitrag beschreibt, fand ich sehr interessant und auch die darauffolgende, „illustrierende“ Story. Die war echt klasse! Hat mir sehr gefallen. Vor dem Hintergrund interstellaren Bergbaus müssen Entscheidungen im Konfliktfeld Mensch – KI gefällt werden, was zu einer recht spannenden Handlung führt.<br />Auch die Geschichte von Götz Roderer über einen Urheberrechtsstreit, den eine KI ausfechten wird, fand ich recht gut; toll geschrieben, alle Achtung!<br />Sabines/Narranias Kolumne war wieder toll, auch wenn ich gar nicht alles verstanden habe (?) – ich weiß nicht, wer dieser „Dämon“ ist…<br />Danke auch für die fakten- und umfangreiche Vorstellung der Boje-Jugend-SF-Bücher von Alexander Röder. Sind ja tolle Namen darunter.</p><p>&nbsp;</p><p>In den Heften sind viele Con- u.a. Veranstaltungsberichte. Mitunter etwas ausufernd, finde ich, aber allesamt schon sehr interessant und für mich bereichernd – konnte immer was Neues erfahren.<br />Csaba widmet sich der Nachwuchsfrage für das SF‑Fandom. Die kenne ich, diese Frage. Die hatten wir uns auch schon in unserm Club in Halle gestellt. Damals, in den 90ern, gab es auch einen Anflug von Aktionismus diesbezüglich. Hat aber nichts gebracht, wurde eingestellt. Die Nachwuchsfrage stellt sich ja auch in unterschiedlichem Maße: Wie kann man Jugendliche für SF-Literatur gewinnen, und: Kann man generell neue Leute dafür interessieren? Die müssen ja nicht unbedingt „jung“ sein. Also, wenn man mich fragt (tut natürlich niemand), dann würde ich sagen: SF ist heute ja nicht gerade unpopulär, halt nur nicht unbedingt in Form von Literatur. Und was jüngere Generationen als meine (60+) anbelangt, so kann ich konstatieren, dass es sehr wohl neue Namen, neue Leute gibt. Die machen ihr Ding, gern auch anders als wir ollen Veteranen. Ich finde, die SF, auch das SF-Fandom, stirbt gerade nicht aus. – Keine Ahnung, warum ich das hier schreibe, vielleicht um mir zu rechtfertigen, dass ich/wir da nicht mehr aktiv sind. – Wobei, auch ohne viel zu unternehmen z. B. die Zahl der Leute, die unseren SF-Stammtisch in Halle besuchen, stetig wächst. Mittlerweile müssen wir überlegen, wie wir mit dem „Ansturm“ (na gut, Anstürmchen) umgehen…<br />Noch etwas, was (eine zweifelhafte) Hoffnung macht: Wir leben ja in Zeiten gesellschaftlichen Rückschritts, und da könnte es sein, dass es mehr Leute gibt, die sich nach Fortschritt, Innovationen und einer lebenswerten Zukunft sehnen; könnte das Interesse an SF-Welten erhöhen (auch jenseits von Weltraumkrieg und Horrorszenarien). Okay, das klingt dann auch etwas zynisch…</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Heft 2 (Schwerpunkt Horror) </strong></span></span>beginnt mit einem richtig tollen E.-A.-Poe-House-of-Usher-Artikel von Toloceste, die wohl im „richtigen Leben“ Englischlehrerin ist und das Thema für Schüler aufbereitet hat. So einen Englischunterricht hätte ich mir damals auch gewünscht! – Nur der kulturkämpferische Beginn mit einem Seitenhieb auf die „Vernunftdiktatur der Aufklärung“ ließ mich aufhorchen. Na ja, vieles hat ja so viele verschiedene Seiten, sicher auch die Aufklärung. Aber jetzt, wo sie Stück um Stück zurückgedrängt wird und damit Platz macht für, aus meiner bescheidenen Sicht, nix Gutes, könnte man die doch eher hochhalten. Aber das ist ein weites Feld.</p><p>&nbsp;</p><p>Die folgenden Dracula- und Frankenstein-Artikel sind erfrischend subjektiv und persönlich. Gut so, hat mir gefallen, schöne Plauderei. Ich staune ja auch etwas, dass diese angestaubten Themen immer noch so gefeiert werden. Mir hatte die Del-Toro-Verfilmung auf Netflix nicht viel gebracht, aber sie wird ja gelobt und bekommt Preise. Muss wohl was dran sein.<br />Die Verrisse zu „Rembetis“ und „Forbidden World“ lasen sich erfrischend. Ebenso der lange, aber dennoch informative Bericht über die Eschbach-Lesung von Lumpazie.<br />Zum Schluss arbeiten sich Alexander Röder und Sabine Seyfarth, getrennt voneinander, an den beiden Cyberpunk-Romanen von Markus K. Korb ab. Das Ergebnis ist nicht überragende Begeisterung: Zu viel Zitatgewitter, zu viel hektische Action, zu wenig Personality der Figuren. Ohne die Bücher selbst gelesen zu haben, kann ich das nachvollziehen. Meine letzte Cyberpunk-Erfahrung hatte ich kürzlich mit Roman(heften) von M. H. Steinmetz, deren Lektüre ich sogar abgebrochen habe, weil sie mich nur konfus gemacht hat. Für dieses Action-Dauerfeuer bin ich wohl nicht mehr bereit. Aber Dank für die Rezis, so weiß ich nun also Bescheid.<br />Ja, langer Text geworden – soll ja im Blog für Aufklärung sorgen, sie in meinem Blog vorstellen, und gleichzeitig hoffe ich, dass sie – falls sie als LoC im nächsten PARA abgedruckt werden – die EdeN nicht langweilen.</p>]]></description>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 09:30:00 +0000</pubDate>
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		<title>Zine-Report 2026 – 2: Kai Ellermann: DKK 671</title>
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		<description><![CDATA[<p><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'>Offener Leserbrief an das …<br />Dezentralisierte Kadaverkollektiv</strong></span><br />Im Rahmen meiner Zine-2026-Challange ist dies der 2. Beitrag und der (angeblich?) 671. Ausgabe des <strong class='bbc'>„Fachmagazins für stille und laute Subkultur“</strong> gewidmet.<br />.<br /><span rel='lightbox'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/zWGtXSxR/dez.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></span></p><p>&nbsp;</p><p>Das „Kollektiv“ wurde gerade erweitert: <span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>David Staege</strong></span> kam nun – offiziell und vollumfänglich – hinzu. Er war ja schon länger mit Beiträgen dabei, aber nun wird er in den Reigen der Redaktion aufgenommen. Gratulation!<br />Die Ausgabe vom November 2025 ist – so wie ich das Zine bisher kennen lernen durfte – gewohnt unterhaltsam, auch wenn ich wieder bei vielen Beiträgen nur staunend und mundaufreißend dasitzen kann: Was es alles gibt!<br />Danke für die Anpassung der Schriftgröße. Heuer ist alles lesbar. Klasse! (Das letzte Mal sind ein par Schrift-Teile arg klein ausgefallen; man hat sofort reagiert.) Dass nunmehr ein paar Kolumnen kopfrum eingeklebt wurden, ist vielleicht ein Mittel, die Aufmerksamt der Leserschaft zu erhöhen. Durchaus amüsant, aber es wirkt auf mich auch etwas leseflussstörend. Ist aber okay.<br />Gern gelesen habe ich wieder die Con-Berichte, auch gerade, weil die vorgestellten Veranstaltungen an mir komplett vorüber gegangen wären. Diesmal sind es Rollenspiel-Treffen. Auch hier gilt: Was es alles gibt! Und weil die Sachen doch eher untergrundmäßig und fast im Verborgenden ablaufen, bittet die Redaktion darum, ihnen mitzuteilen, wenn solcher Art Veranstaltungen anberaumt werden, sich bei ihnen zu melden. Dann würde überlegt, ob man hinfahren und berichten kann. Oder ist es auch so gemeint, dass man, wenn man selbst so eine Veranstaltung besucht hat, darüber für das Zine berichtet?<br />Schwerpunkt liegt hier bei Rollenspiel und Konzerten abseits des Mainstreams – wenn ich die Musiktipps im Heft und Berichte in vorherigen Ausgaben betrachte, geht’s da vor allem um Punk, Alternativ- und Prog-Rock etc. Ich denke, über das letzte Helene-Fischer-Konzert wird nicht berichtet (oder? Als Gag vielleicht?).<br />Richtige Short Stories sind auch enthalten! DAS hat mich sehr gefreut! Schon kurios, was Dinosaurier und Igel im Einzelhandel erleben können und was „vier junge Männer“ so alles in ihren Glückskeksen finden und an den Bahngleisen des Hauptbahnhofs Hannover erleben können. Trockener Humor und absurde Realitätsverzerrungen.<br />Danke auch für die umfangreiche Vorstellung von Sulatron-Records, die ihre Pforten geschlossen haben und daher vieles aus ihrem Sortiment (Psychedelic-Space-Kraut-Electronic-Jam-Rock) preisreduziert loswerden – ja, wohl – müssen. Trauriger Anlass, aber interessanter Überblick!<br />Also, ich habe mich wieder sehr wohlgefühlt in diesen bunten Schwarz-Weiß-Seiten.</p><p>&nbsp;</p><p>Kontakt zum Hg.: totaldesaster@web.de</p>]]></description>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 07:51:00 +0000</pubDate>
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		<title>Zine-Report 2026 – 1: Jörg Herbig: Glibberesk</title>
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		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><span rel='lightbox'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/v4r7mdMQ/herbig.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></span></p><p>&nbsp;</p><p>In guter alter Tradition, mittlerweile, tausche ich gern den NEUEN STERN gegen andere Fanzines. Sofern die Macher*innen anderer Fanzines sich darauf einlassen; sofern es überhaupt noch andere Fanzines gibt. Ja, doch, es gibt sie! Hier z.B.: der unermüdliche Jörg Herbig! Immer, wenn man meint, ach, da kommt doch wohl nichts mehr, kommt er mit einem neuen Werk um die Ecke.<br />Seit geraumer Zeit baut er einen eigenen Kosmos auf, der sich um die fiktive Stadt Ploogfurt dreht. In dem neuen kleinen Heftchen erklärt er (erstmalig?), wie dieser Ort zu seinem Namen kommt. Für den Herbig-Fan, zu dem ich längst geworden bin, ist das schon mal die halbe Miete.<br />In dem Vorwort bringt der Autor auch ein paar Leserstimmen zu seinen bisherigen Ploogfurt-Werken. Darin wird u.a. der Schauer-Charakter betont.<br />Nun, ich bin mir nicht sicher, ob das – zumindest für dieses Heft – nicht auf die falsche Fährte lockt. Wenn es Grusel und Schauer enthält, so werden diese aus meiner Sicht erfolgreich von bizarrer Wort-Akrobatik überdeckt. Ein paar Worte kann ich nicht mal richtig dechiffrieren; womöglich einem Dialekt entlehnt?<br />Jedenfalls wird man gezwungen, konzentriert zu lesen – und dann hat man durchaus seinen Spaß, seine Erkenntnisse, seine Aha!-Erlebnisse dabei. Weitestgehend geht es um einen Werwolf, der aber – das müsste ich vielleicht durch wiederholte Lektüre noch herauszulesen versuchen – für etwas steht. Horrorgefühle kamen bei mir nicht auf, aber das mag nichts zu bedeuten; vielleicht bin ich schon zu abgebrüht?<br />Es werden aktuelle politische, gesellschaftliche Fragen aufgegriffen; alles beantwortende Antworten gibt es aber nicht.<br />Ich weiß nicht, wie Jörg sein Heft verteilt; sollte jemand aufgrund meiner Worte hier neugierig geworden sein, so vermittle ich gern den Kontakt.</p>]]></description>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 07:31:00 +0000</pubDate>
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		<title>Meine Leselistenfortsetzung, Februar bis kurz vor LBM26</title>
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		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><span  style='color: #000080'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Mitten im Monat, scheinbar völlig zufällig</strong></span> </span><br /><span  style='color: #000080'>und zusammenhanglos wird hier meine Leseliste fortgesetzt. Einfach so. Als kleinen Grund kann ich angeben, dass demnächst die Leipziger Buchmesse losgeht und die könnte man – ich – als Zäsur ansehen. Mal sehen, was mich da erreicht, anspricht, überfällt. Im besten Falle sollte ja sowas geschehen; in Aussicht habe ich aber noch nichts, wenn ich ehrlich bin.</span><br /><span  style='color: #000080'>Also hier der Februar und der halbe März. Waren vor allem kleinere Werke, und relativ wenig Phantastik. Etwas zum Frankreich-Spezial des <strong class='bbc'>neuen sterns</strong>, das dies Jahr entstehen soll. Ein bisschen was als Nachwehe zu einem kurz aufgeflackerten Interesse an ETA Hoffmann, der ja immerhin dies Jahr 250 wird. Dazu kommt auch was im <strong class='bbc'>neuen stern</strong>, allerdings weniger von mir. Angefangen habe ich „Die Serapions Brüder“, aber die Lektüre zieht sich hin, auch wenn sie, so ich mal dranbleibe, teilweise richtig gut gefällt. </span><br /><span  style='color: #000080'>Ein bisschen hab ich meine Michel-Tournier-Leseschuld beglichen. Im Mittelpunkt standen aber aktuelle Zeitgeistfragen. UND – natürlich: Die Mega-Sammlung von Erzählungen von Ursula K. Le Guin!! Dazu dann sehr viel mehr im NEUEN STERN 122.</span></p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Peter Hacks: „Zur Romantik“</strong><br />Über ein gerade in mir entbranntes ETA-Hoffmann-Fieber, das ich durch Kontakte zu Hoffmann-Kennern füttere, die auf dem Gebiet Kenntnisse haben und Lust, diese anderen mitzuteilen, was im NEUEN STERN sich dann niederschlagen wird, und auch durch eigene laufende Lektüre (von der ich nicht weiß, wohin sie mich führen wird, aber es macht gerade einfach große Laune, den Serapionsbrüdern zu folgen!) – über einen Artikel von Gunnar Decker (meinem Lieblingsbiografen!!) in den DRESDNER HEFTEN (160) über Hoffmann bei Fühmann (meinem Lieblings-Fühmann!!!), kam ich auf dieses schmale Büchlein – vom DDR-Klassiker und Romantiker-Verächter.<br />Nun, es ist ihm nicht gelungen, mir meine akute Begeisterung für den Romantiker ETA auszureden! Habe aber den langen Essay mit gewissem Vergnügen gelesen. Ja, Hacks hält so überhaupt gar nix von den Romantikern. Alles Mist für ihn – aus Gründen. Welche Gründe? Ja, interessant, vor allem politische. Na ja, so habe ich die bisher nicht verstanden, vielleicht partiell, aber nicht so in Gänze – nämlich im Grunde als politische Partei. Und als Agenten vor allem englischer Geheimdienste. Ja, echt! Ob da so stimmt, oder doch eher eine überzogene Interpretation ist? Oder ein historischer Verschwörungs-Mythos? Es liest sich so – auch ziemlich spannend, wie ich finde.<br />Hacks hat ja selbst einen tollen Erzählton, der mir mitunter auch antiquiert vorkommt, aber sehr pointiert formuliert. Alle Achtung; ist aber auch ein bisschen anstrengend. In der Kürze hier aber gut genießbar.<br />Für eine richtige, überzeugenden Beweisführung ist der Text eher zu kurz geraten. Ich fand ihn anregend, aber nicht überzeugend. Da es bei den Romantikern sich um Literaten und Künstler handelte, kam meiner Meinung nach zu wenig ihre literarischen Qualitäten (oder hier: mangelnde Qualitäten) zur Sprache, die wurden nun behauptet. Begründet wurden sie eigentlich nur mit ihrer gesellschaftspolit. Haltung.<br />8 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Ursula K. Le Guin: „Der Tag vor der Revolution“</strong><br />25 SF Stories, neu übersetzt von Karen Nölle<br />Geschafft! Immerhin knapp 800 Seiten. Das ist schon viel für mich – auf einen Ritt. Aber es hat sich natürlich gelohnt. Einige Stories kannte ich ja durchaus – zumindest, wenn ich meinen Aufzeichnungen trauen kann, denn ich habe sie mitunter so um 1990 gelesen und konnte mich natürlich nicht mehr im Detail dran erinnern. Da ist es jetzt ein richtiges Fest gewesen, sie noch einmal und viele erstmalig zu lesen!<br />Anlass war zudem eine Rezi von Ellen Norten auf KULTURAextra, die ich auch für den NEUEN STERN nehmen durfte. Aber da dort eher keine Sachen stehen sollen, die man genauso auch woanders lesen kann, „musste“ ich sie sozusagen kommentieren. Dabei kam eine 7-seitige Gemeinschafts-Rezi raus (DIN A 4). Na ja… da müssen die NEUER-STERN-Leser*innen nun durch.<br />Mir hat der Ausflug ins Hainish-Universum wieder großartig gefallen und mich daran erinnert, dass ich ihre großen SF-Romane unbedingt noch mal lesen muss. Auch das fand ja bereits in den 80er Jahren statt; eine Ewigkeit her.<br />Die Autorin zelebriert in einigen längeren Hainish-Stories die unterschiedlichen Geschlechterbeziehungen, für die sie sicher bekannt ist. Aber sie stehen nie allein da, sondern sind Teil, Ursache oder Folge, von gesellschaftlichen Entwicklungen in den unterschiedlichen Hainish-Welten. Und das mit dem Churten, also dem überlichtschnelle, im Grunde Augenblicks-Transport, der hier in einigen Geschichten „entwickelt“ wird, hat mich fasziniert. Nur selten fand ich etwas Langatmiges, die 800 Seiten haben mich meisten komplett fesseln können.<br />10 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Rainer Mühlhoff: „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“</strong><br />Ein Reclam-Bändchen aus der Reihe [Was bedeutet das alles?]<br />KI – kann jemand das Wort nicht mehr hören oder lesen? Kann ich verstehen. Aber, was mich bei all der Diskussion die ganze Zeit andauernd am meisten nervt, ist der Umstand, dass hier immer von „KI“ die Rede ist – aber es sich doch aus Sicht eines futurologisch interessierten SF-Fans gar keine KI ist! Inzwischen wird ja auch schon entsprechend anders diskutiert, wenn es nicht nur um Werbeposts, blöde Chat-Dialoge, Falschaussagen und dienstbare Programme fürs Schreiben, Bildermachen und die Internetrecherche geht – dann wird inzwischen auch von einer „starken KI“ gesprochen, wenn man halt eine „echte“ KI, also ein denkendes und sich selbst bewusstes (?) Wesen meint, mit eigenen Absichten, Meinungen etc. Na ja, zumindest ansatzweise.<br />Aber nicht darum geht es am Ende in dem Buch, sondern darum, wie die derzeitigen Herren über die vorhandenen KI-Systeme diese für ihre gesellschaftlichen, politischen Zwecke nutzen, für den Umbau der Gesellschaft.<br />Das Ganze zieht mir einen schmerzenden Zahn, denn ich bin durchaus „Fan“ von KIs, von der Idee eines denkenden, auch mitfühlenden Wesens, das für die Lösung der Probleme in unserer Welt u. Gesellschaft zur Verfügung stünde. Eine Utopie, eine rosarote, wie ich immer mehr einsehen muss. Was kommt am Ende dabei wirklich raus? Siehe Titel… Ein wichtiges Buch zu dieser Zeit für mich.<br />9 / 10 Punkte (falls hier Punkte überhaupt sinnvoll sind)</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Adrian Daub: „Was das Valley denken nennt“</strong><br />… geht’s gleich weiter im Stoff, hier mehr aus Sicht eines Gesellschaftswissenschaftlers, noch weniger aus Informatiker-Sicht. Fazit: Die „Denker“ des „Valleys“ erfinden das Rad nicht neu. Hier spürt der Autor gekonnt und auch sehr gut erzählt den Wurzeln der gegenwärtigen Ideologie des die Geschicke der Welt bestimmenden Tech-Sektors nach. Für mich ein näheres Kennenlernen mit „alten Bekannten“, aber auch Anregung fürs Weiterlesen. Gleichzeitig eine Anregung, mehr von Adrian Daub zu lesen.<br />9 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Das Lächeln am Abgrund. Phantastische Geschichten aus Frankreich</strong><br />Zweitlesung, und das innerhalb relativ kurzer Zeit – hatte ich schon mal Ende 2023.<br />Siehe hier; damals konnte ich nicht tippen, daher Aufzeichnungen per Hand. Buchdeckel zu. <a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-10781-buchdeckel-zu-ende-der-lekt%C3%BCreliste-2023/' class='bbc_url' title=''>Ende der Lektüreliste 2023 - SF-Netzwerk</a><br />Diesmal habe ich auch die lange Erzählung komplett gelesen, die mir damals zu langweilig war und deshalb abgebrochen wurde. „Naama oder die Göttin der Blutschande“. Nun ja, viel spannender ist sie diesmal auch nicht gewesen. Sie ist fast ein Kurz-Roman, mit Nebenhandlungen. Der Inhalt ist gar „bedenklich“ – vor dem heutigen Hintergrund der #me-too-Bewegung liest sich eine Geschichte, in der eine Frau unter Drogen gesetzt wird, um sie sexuell zu stimulieren, sehr unangenehm. Dabei wird sie von einem Dämon besetzt, der dann auch noch in ihre aus der Beziehung hervorgegangenen Tochter fährt. Diese ist dann auch so nymphomanisch. All das liest sich unangenehm und unpassend.<br />Die anderen Stories haben mir aber wieder recht gut gefallen, die von Daniel Walther über den Kult, der an HPL erinnert, sogar besser als wohl damals, wenn ich meinen Aufzeichnungen trauen kann. Ich mag die Atmosphäre, die in Ruinen unter dem Meer und älter als die Zeit, herrscht…<br />Anlass für das 2. Lesen ist unsere geplante Frankreich-Ausgabe des NEUEN STERNs. Dazu wird es auch für den 2. Band in der Reihe „Phantastische Literatur“ bei Bastei-Lübbe mit französischen phantastischen Stories, herausgegeben von <strong class='bbc'>Jörg Weigand</strong>, auch eine Rezi geben; nämlich die hier:<br />(bleibe bei 8 / 10 Punkten)</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Der Herr der Bäume. Neue phantastische Geschichten aus Frankreich</strong><br />Die Titelstory füllt das halbe Buch, wortwörtlich, ist damit fast ein Roman. Und was für einer! Richtig toll, auch wenn die Phantastik erst in der zweiten Hälfte überhaupt zutage tritt: in Form eines Baumkönigs, den man sich adäquat zu einem „Rattenkönig“ vorstellen muss, also einer Gruppe von Bäumen, die durch ihre Wurzeln miteinander verbunden sind (bei den Ratten sind es die Schwänze). Das Über-Wesen hat dann wohl sowas wie Bewusstsein erlangt und ist ziemlich neugierig. Da es sich nicht vom Fleck wegbewegen kann, behält es andere Kreaturen, gern auch Menschen, in seiner Mitte und „saugt“ sie aus – also, ihre Gedanken, ihr Bewusstsein. Zurück bleibt en Zombie.<br />Ansonsten ist es eine tolle Abenteuergeschichte, sehr schön, wortgewaltig erzählt.<br />Die anderen Stories sind dann meistens sehr kurz, die eine grotesk (über einen Superman, ein „Mann aus Stahl“, der durch Wände gehen kann, was Vor- und Nachteile für sein Welt bringt), oder auch tragisch (über den als Erleichterung empfundenen gewaltsamen Tod eines bösartigen Kolonialisten und Rassisten) etc. Wieder eine schöne Sammlung, wie schon der ersten Band von Jörg Weigand in dieser „schwarzen Reihe“.<br />9 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Michel Tournier: „Eleasar oder Quelle und Dornbusch"</strong><br />Dt. v. Hellmut Waller<br />Überraschend anrührender Kurz-Roman vom Meister. Bin hin und weg – und weiß gar nicht so genau, warum. Ich bin ja nicht religiös, der Held der Geschichte aber sehr. Allerdings ist es Eleasar fast wider Willen, so wie er alles, was er getan hat, wider ursprünglichem Willen tat.<br />Wir sind in der 1. Hälfte des 19. Jh. In Irland, dem Land, wo die Armut zuhause ist. E. will Tischler werden, aber kann es nicht, muss Schäfer werden. Er findet sich rein und nimmt die Aufgabe an, bis er einen Fehler begeht und von seinem (Dienst-) Herrn hart bestraft entlassen wird.<br />Weil nix anderes geht, wird er protastantischer Pastor – im katholischen Irland; auch nicht gerade ein geradliniger Weg. Dann verliebt er sich in ein Mädchen, das eine Gehbehinderung aufweist, aus kathol. Familie. Deren Eltern sind dann froh, als sie sie auf diesem Weg „unterbringen“ konnten.<br />Zur Zeit der großen Hungersnot wegen der Kartoffel-Seuche in Irland, und weil es zuvor zu einem bösen Ereignis kam, siedelte die junge Familie nach Amerika um. Ihr utopisches Ziel heißt Kalifornien.<br />Ich war etwas überrascht, dass E. so sehr religiös wurde, dass er sich in Moses, seinem Vorbild, wiederfand und sich und seinen (Lebens-) Weg in „gelobte Land“ mit dem von Moses verglich.<br />Die religiösen Ableitungen im Text fand ich durchaus inspirierend und ansprechend, zumal sehr handhabbar aufbereitet. Da spielt auch die Schlange als luziferisches Symbol eine große Rolle. Habe gelernt, dass St. Patrick, der Landesheilige der Iren, die Schlangen auf Irland ausgerottet habe. Nun aber, in der amerikanischen Wüste, wird E. wieder mit Ihnen konfrontiert. Allerdings auf eine dialektische, oder wenigsten dualistische Weise – genauso, wie der Buchtitel andeutet. Denn es geht um die Entscheidung für den eigenen Lebensweg, der zur Quelle oder zum brennenden Dornbusch führen kann.<br />Die Erzählung endet tragisch, aber ich war echt gerührt. Ich denke mal, Tournier ist einfach ein Meister des Erzählens und hat mich deshalb so eingefangen.<br />10 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Michel Tournier: „Lucio oder die Belagerung des Glücks“</strong><br />Dt.v. Hellmut Waller<br />Ein schönes Buch aus dem Hanser-Verlag, eigentlich was für Kinder, aber das hat mich nicht abgeschreckt. Ich finde diese Kladden-Hardcover-Ausgaben mit dem roten (oder blauen) Buchrücken einfach so toll. Von Tournier sind nach meinem Kenntnisstand drei solche Bücher in der Aufmachung erschienen – die ich nun alle mal endlich lesen werde. Hier also das erste davon.<br />Ist ja nur eine Erzählung, schnell ist man durch. Das ist sozusagen „cosy history“ – spielt im 100jährigen Krieg und „löst“ eine Belagerung auf, indem die Anführer der Heere Schach miteinander spielen. Na ja, wenn das immer so einfach wäre. Wobei die Aussage der Story darauf zielt, dass es eben nicht nur eine Frage des Verstandes ist, wer im Schach gewinnt, sondern sehr wohl auch des Glücks.<br />9 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Leon Engler: „Botanik des Wahnsinns“</strong><br />Nach den Melle-Büchern nun auch diese sehr persönliche Sicht auf das, was wir unsachgemäß als „Wahnsinn“ bezeichnen. Oder als Depressionen etc.<br />Ich weiß nun gar nicht, ob der Autor wirklich von seiner eigenen Familie schreibt. Wenn, dann ist er nicht zu beneiden. Er schreibt als „Betroffener“, aber auch als angehender Therapeut. Er wird mit so vielen Formen psychischer Problematiken bei Menschen konfrontiert, dass es wirklich schwer ist, das schon lesend auszuhalten.<br />Mir ging das Buch ziemlich unter die Haut. Klar, wenn man so etwas liest, beginnt man zu vergleichen, inwieweit das Beschriebene auch auf einen selbst zutrifft (bei anderen Krankheiten wäre das ähnlich, aber das wäre mir dann noch unheimlicher; sowas würde ich nicht lesen – können). Die Erzählung selbst ist klar und immer noch so distanziert genug (anders als bei Melle, finde ich), dass ich das Buch mit großem Interesse und Spannung gelesen.<br />Mitunter ist es fast zu viel des Bösen, was man da liest; irgendwie kann man auch den Überblick verlieren, wer nun unter welchem psychischen Leiden leidet.<br />9 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Clemens J. Setz: „Rainer Maria Rilke“</strong><br />Aus der Reihe des Reclam-Verlages „100 Seiten“<br />Da ich durch den superdicken Roman (Die Stunde zwischen Frau und Gitarre) einfach nicht durchkomme, seit 2 Jahren (?) nun etwas erfrischend Kurzes, was aber, neben Interessantem über Rilke auch sehr viel, mehr als erwartet, über Setz selbst. Seine Bücher sind oft, soweit konnte ich das schon feststellen, sehr oft viel assoziatives Gedränge (der Begriff ist ausgeborgt, von Ernst Petz, der einst ein Buch von sich so benannte und, fällt mir gerade ein, von dem ich auch lange nix mehr hörte).<br />Ein tolles kleines Buch! 9 / 10 Punkte</p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2026 16:18:00 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>Hofmanns Leseliste 2026 beginnt mit...</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-12941-hofmanns-leseliste-2026-beginnt-mit/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><strong class='bbc'><span  style='font-size: 24px'>2026 beginnt mit ...</span></strong></p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'><em class='bbc'><span  style='font-size: 14px'>Lars Dangel (Hg.): „Die Blumen der Mumie Neith“</span></em></strong></span><br />Die Sammlung enthält zumeist kurze SF- und Phantastik-Stories von vor 1945. Einige sind bereits in anderen Ausgaben neu erschienen, andere hier nach vielen Jahrzehnten das erste Mal. Bis auf eine waren mir alle neu. Die Anthologie enthält folgende Erzählungen:<br /><strong class='bbc'>Felix Dörmann - Das Elixier des Lebens: </strong>Ein griechischer Antiquitätenhändler kümmert sich rührend um einen altägyptischen Vampir.<br /><strong class='bbc'>Walter Küster - Der Andere: </strong>Ein Kommissar wird durch – ja, durch wen eigentlich? – ermordet. Im Raum war jedenfalls nur ein Spiegel.<br /><strong class='bbc'>Frigyes Karinthy – Röntgenland: </strong>Oha, ein bekannter Name! Ein Klassiker der ungarischen SF. Die Story gehört in den Reigen kurzer SF-Ideen-Stories des Bandes. Andere sind eher Grusel-Geschichten, mit metaphysischem, übersinnlichem Hintergrund. Hier geht es um die ästhetischen Folgen von allgemein verfügbarer Röntgentechnik im Alltag.<br /><strong class='bbc'>Josef Klemens Kreibig - Die Todtenfliege: </strong>Nach dem Lesen fiel mir das Sprichwort von den Liedern, die man singen soll, ein, wenn man möchte, dass man sich nur mit guten Leuten umgibt. Hier wird gezeigt, dass Musik auch richtig böse sein kann. Ansonsten ist das Bio-SF.<br /><strong class='bbc'>Anton Siebenstein - Der Zeit-Überwinder: </strong>Frühe SF-Ideen-Story über den Wirrwarr, den man mit Zeitreisen anstellen kann. Überraschend frisch!<br /><strong class='bbc'>Mihály Babits - Das fliegende Dorf: </strong>Eine Flüchtlingsstory. Interessant, dass diese Problematik damals schon reflektiert wurde. So richtig nachvollziehen konnte ich die Story nicht – von dem Dorf, dass den Migranten folgt.<br /><strong class='bbc'>William Livingston Alden – Wagenerium: </strong>SF-Story über den Entdecker radioaktiver Elemente. Der Umgang mit dem Material mutet heute natürlich komplett falsch an. Damals war die Radioaktivität noch nicht so schlimm…<br /><strong class='bbc'>Pierre Mille - Der den Tieren gebietet: </strong>Über jemanden, der mit den Tieren spricht – und dies für einen Racheakt ausnutzt.<br /><strong class='bbc'>Jakob Michael - Die Idee des Doktor Livius: </strong>Richtig tolle, stimmungsvolle Mumien-Story; könnte ein Exposé für einen Hammer-Film sein!<br /><strong class='bbc'>Edith Heralth - Die Flucht von der Erde: </strong>Ziemlich verrückter Garn, scheint eine Kolportagestory über die Flucht einer Kriminellen ins All, zum Mond, zu sein, aber … es gibt ein seltsames Ende.<br /><strong class='bbc'>Robert Hugh Benson - Der alte Beichtstuhl</strong><br />Die Geschichte fand ich nicht so toll. Halt über eine Kirchenlegende.<br /><strong class='bbc'>Ferenc Herczeg - Baron Rebus</strong><br />Den Autor hatte ich ja schon mal kennen lernen dürfen. Auch dank eines Buches von Lars Dangel. Die Story kannte ich daher schon, aber die Zweitlesung hat auch großen Spaß gemacht. Eine Androiden-Geschichte.<br /><strong class='bbc'>Frank R. Stockton - Das magische Ei: </strong>Ein großartiger Illusionist und Hypnotiseur schafft eine perfekte Vorstellung, bei der ungefragt Leute manipuliert werden, was zum Verlust seiner Verlobten führt.<br /><strong class='bbc'>A. M. Fellmann - Die Blumen der Mumie Neith: </strong>Grabbeigaben in ägyptischen Pharaonengräbern sollte man lieber nicht anfassen. Schöne unheilbeschwörende Stimmung, wenig Action.<br /><strong class='bbc'>Mór Jokai - Der Unverwundbare: </strong>Auf die Story war ich echt neugierig, weil sie von einem Autor stammt, den ich aus meiner Jugend kannte (Ein Goldmensch), den ich guter Erinnerung hatte. War etwas enttäuscht von der patriotischen, militaristischen Geschichte die zudem auch eigentlich gar keine phantastische ist. Ein unverwundbarer Soldat, der zum menschlichen Mistkerl wird, fällt _nicht_ durch eine feindliche Kugel.<br /><strong class='bbc'>Lisa Honroth-Loewe - Die Kakteen-Sammlung: </strong>Die könnte von Roald Dahl sein. Eine pflanzliche Eigenschaft überträgt sich auf einen Menschen, wie eine Krankheit. Vielleicht auch eine Metapher für eine Vergewaltigung mittels KO-Tropfen?<br /><strong class='bbc'>Max Hirschfeld - Die Vergangenheitsmaschine: </strong>Die 2. Zeitreisestory des Bandes, die auch zeigt, dass die phantastisch klingende Möglichkeit, in der Zeit zu reisen (hier nur in die Vergangenheit), nur auf den allerersten Blick toll ist.<br /><strong class='bbc'>Leopold von Günther-Schwerin – Unkas</strong><br />Unkas ist ein Hund, der mit seiner Menschen-Familie in einem alten Haus Urlaub macht. Da spukts. Ja, leider nicht viel mehr. Ich war nicht sooo sehr angetan. Aber gut.<br /><strong class='bbc'>Emil Lucka – Sphex: </strong>Noch eine Bio-SF-Story, über die unbedarfte Züchtung von sehr großen Wespen, die ihre Eier in Warmblütlern ablegen. Je größer die Wespe, desto größer muss das Wirtstier sein. Nun ja…<br /><strong class='bbc'>Leonhard Stein - Der Gürtel des Marco Polo: </strong>Die Story konnte ich nicht lesen, habe mir keine Mühe gegeben. Ist eine Herausforderung und ich wünsche ihr verständigere Leser als mich. Sie ist in einem mittelalterlichen, altdeutsch anmutenden Stil verfasst.<br />Insgesamt hat mir der Band viele Spaß gemacht, sehr empfehlenswert, wenn man mal schauen will, wie unsere Altvorderen so SF konnten – oldies but goldies. Als „Dornbrunnen Taschenschmöker“.</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'><em class='bbc'><span  style='font-size: 14px'>Johanna Dab: „Größer als Kaiser und schneller“</span></em></strong></span><br />Nach der vielversprechenden Story der Autorin in daedalos 17 begab ich mich auf die Suche nach weiteren Texten der mir bis dato unbekannten Autorin.<br />Ich wurde fündig. Allerdings scheint sie wirklich noch eine junge Autorin zu sein – wie alt sie ist, weiß ich nicht, aber als Autorin hat sie wohl noch nicht so viel gemacht. Das ist das einzige Solo-Werk von ihr, eine Erzählung als Einzelveröffentlichung. Musste ich mir gleich mal reinziehen.<br />Das kleine Werk fiel derzeit auch auf fruchtbaren Boden bei mir, denn ich hatte gerade zwei Bücher gelesen, die sich – das eine direkt mit dem Untertitel, das andere ohne dieses Etikett, gehört aber sicher auch dazu, ist aber witziger und humoriger als das erste – einer „Anti-Wokeness-Phantastik“ zuordnen lässt. Ich kann am Ende mit diesen den vermeintlichen „Zeitgeist“ ablehnenden Stories doch wenig anfangen, zumal sie mir als Literatur auch nicht so dolle gefallen haben. Wie auch immer...<br />Jetzt also ein – wenn man so will – Pro-Wokeness-Märchen! Ja, das ist es, erst einmal ein Märchen, sowohl vom Ton, also auch inhaltlich – aber auch mehr, denn was hier an Märchenhaftem, Utopischen geschildert wird, ist am Ende nur eine Version des Möglichen, keine fiktionale Realität.<br />Ein mythisches Wesen aus dem alten China, ein Quilin, kommt nach New York. Es hat bestimmte Eingeschalten und Skills, das es sehr sensibel für menschliche Problemlagen macht. Ich lass das mal so unbestimmt. Die Autorin behandelt in ihrer gleichnishaften, fabelhaft-phantastischen Geschichte die Möglichkeiten und Gefahren der KI-Nutzung. Der Ton – ähnlich wie das bezaubernde Coverbild – muten naiv an – im Sinne eines künstlerischen Stils. Sie bricht die Problematik herunter. Aber das ist okay, soll ja keine Anleitung zum konkreten Tun sein.<br />Leute, die ihre ideologischen Probleme mit sog. woken Gedankengut haben, dürften bei dem Text mächtig getriggert werden. Na ja, finde, da hat die Autorin dann schon mal viel richtig gemacht.<br />Ansonsten lässt sie das Ergebnis offen. Ob die Gedankengänge nun wirklich neu und wegweisend sind, möchte ich auch nicht vorbehaltlos bejahen, aber es war – für mich – das absolut richtige Werk zur richtigen Zeit, und dazu auch noch toll und kurzweilig erzählt (das ging mir bei der Erzählung in daedalos 17 auch schon so). Ich bitte die Autorin, aktiver zu werden, mehr zu schreien, bitte!<br />9 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'><em class='bbc'><span  style='font-size: 14px'>Ina Elbracht: „Mollusca Obscura“</span></em></strong></span><br />Lovecrafts Schriften des Grauens 50, Blitz-Verlag, 2025<br />Es beginnt rätselhaft und etwas kurios: Ein nackter Mann findet sich am Strand von Neuseeland wieder, ohne Gedächtnis. Er hat nur eine rote Damenunterhose an. Und er verspürt einen Heißhunger auf rohe Leber.<br />Das geht auch einer ehemaligen K-Pop-Sängerin und nunmehrigen Punk-Göre so. Das „Leber-Motiv“ setzt sich fort: Es wird ein toter Pottwal angespült, dem fehlt seine Leber.<br />Neben den beiden gibt es noch eine 3. Protagonistin, eine Fotografin. Alle Drei verbindet natürlich etwas, was Stück um Stück offenbart wird. Der Roman konzentriert sich auf diese drei Personen, auf ihre Lebensumstände, Beziehungen zueinander, ihre Geheimnisse, deren sie sich selbst erst wieder bewusst werden.<br />Fast nebenbei wird ein weiteres Bausteinchen dem Cthulhu-Mythos hinzugefügt, der u.a. mit der Sagenwelt der australischen Ureinwohner verknüpft wird. Wunderbar, großartig! Die Figuren faszinieren und fesseln, die unheimlichen, cthulhuiden Geschehnisse, die genau 100 Jahre nach dem Auftauchen und Wiederabsinken der Stadt R'lyeh, wie es Lovecraft in seiner Erzählung „Chthlhus Ruf“ beschrieb, desgleichen. Bin restlos begeistert von dem kleinen, feinen Roman aus dem Blitz-Verlag.<br />10 / 10 Punkte<br />.<br /><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'><em class='bbc'><span  style='font-size: 14px'>Tobias Bachmann: „Konzerte“</span></em></strong></span><br /><strong class='bbc'>Dunkelgestirn 2025, mit CD von Dunkelpoet</strong><br />Ein famoses Buch aus dem Hause Dunkelgestirn. Und ein wenig ist es wie ein Nachhausekommen, denn ich hatte ja selbst mal das Vergnügen, ein Buch mit Erzählungen von Tobias Bachmann, das von Eric Hantsch gemacht wurde, damals noch in der Edition Cthulhu Libria, zu illustrieren. Denn das Buch hier ist ja auch „illustriert“ – wobei <strong class='bbc'>FALPICO / Heiko Schulze</strong> ja richtige Gemälde zum Buch beisteuerte. Ich habe mich schon lange auf das Buch gefreut, denn angekündigt war es ja schon ein Weilchen. Auch gefreut wegen der Musik dazu! (Wobei mir – falls ich es mal wusste – inzwischen entfallen war, dass das nächste Dunkelpoet-Werk im Zusammenhang mit dem Buch entstehen sollte). Also, alles beisammen.<br />Und? Ja, war nicht übel. Wobei mir nicht wirklich alle Stories 100%ig gefallen haben. Z.B. der Krimi, „Das Biest“, in dem Kommissare Michael Marrak (sic!) ermittelt und in dem es um ein im wörtlichen Sinne gefräßiges Musikinstrument geht. Irgendwie zu lang die Story. Irgendwann wird ja klar, dass es „nicht mit rechten Dingen“ zugeht, ab dann ist ja nur noch interessant, ob und wie die rationalen Kriminologen diese Tatsache aufnehmen und was sie damit anfangen.<br />Für mich so ganz persönlich war die Geschichte mit der Band Us & Her in Paris interessant, in der Poes „Untergang des Hauses Usher“ noch mal auflebt. Interessant deshalb, weil sie mir eine Erfahrung widerspiegelt, die ich irgendwie auch gemacht habe, natürlich auf anderem Wege; und zwar, dass Leute, die vorgeben, einen alternativen Lebensweg zu gehen (hier in dem Fall Gothics) am Ende auch nur Konsumopfer sind und dem schnöden Geld und Luxusleben nachrennen. Der Protagonist ist der Kopf einer erfolgreichen Gothicrock-Band und will sich ein „angemessenes“ Domizil suchen. Muss ein mittelalterlich wirkendes Haus sein, in einer Wohngegend, wo eben nicht der Plebs lebt. Usw. Unangenehm, fand ich, der Typ hat schon mal nicht meine Sympathie bekommen. Sollte er wohl auch nicht. (Aber so richtig sicher bin ich mir nicht.) Und schön ist dann auch, als die nach Außen immer als Horror-Grusel-Gothic-Freunde dann mit einer richtigen Gruselgeschichte konfrontiert werden, drehen sie am Rad oder ganz durch. Herrlich…<br />Anrührend fand ich die Geschichte mit dem vererbten Requiem, eines ehemaligen KZ-Insassen, dessen Musikstück die Seelen der Menschen auf eine ganz besondere Weise anrührt. Das wird unfreiwillig zum Instrument der Rache und Gerechtigkeit.<br />Insgesamt steht also Musik im Zentrum der Geschichten. Manche funktionieren, einige nicht so richtig; insbesondere zum jeweiligen Schluss hin fallen sie manchmal ab – für meinen Geschmack. Aber was heißt das schon.<br />Was allerdings wirklich kritikwürdig ist, sind die historischen Fehler; auffallend in „Klangkathedrale“: „…kann man es getrost Johann Sebastian Bach zusprechen, dass die Orgel seit dem 16. Jahrhundert fester Bestandteil in vielen Kirchen geworden ist. (S. 60) Nee, eher nicht „getrost“, wenn J. S. Bach doch erst am 31. März 1685, also Ende des 17. Jahrhunderts, geboren wurde. Richtig ärgerlich ist dann die historische Faktenlage in „Requiem für einen Träumer“. Möglicherweise könnte man insgesamt mit der Aussage der Story so seine Probleme haben, das sei dahingestellt; ich möchte die Utopie darin gern akzeptieren, auch wenn ich an sie echt nicht glauben kann, aber leider sind da einige Daten des historischen Hintergrunds komplett falsch. Warum gab es hier keine Kontrolle? Wenn schon Jahreszahlen genannt werden, sollte man die doch nachprüfen, oder?</p><p>&nbsp;</p><p>Die Bilder sind meisten beeindruckend, manchmal könnten sie raffinierter in ihrer Komposition sein, fand ich. FALPICO greift immer sehr kräftig in den Farbtopf (was ich mich nie traue), was durchaus beeindruckt. Die Figürlichkeiten sind mitunter noch ausbaufähig (ja, sagt der Richtige, der so seine Probleme mit der figürlichen Darstellung hat – selber…).<br />Das Buch ist schön großformatig, mit Audio-CD – Musikstücke, die auf ihre Weise die Geschichten des Autors „illustrieren“. Sehr abwechslungsreich, mitunter hörspielartig.<br />8 / 10 (eigentlich -1 Punkt für die historischen Schludrigkeiten, und + 1 Punkt für die supertolle Ausstattung und grafische Gestaltung)</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'><em class='bbc'><span  style='font-size: 14px'>Aldous Huxley: „Zeit der Oligarchen“</span></em></strong></span><br />Ein Essay über den Stand der Dinge und Aussichten in der Entwicklung der politischen Welt des Westens. Ende 40er Jahr geschrieben, klingt zum Teil aber hochaktuell. Es geht Huxley vor allem um den Stand der Wissenschaften und Technologie, die die maßgeblich die Herrschaft der „Oligarchen“ (gern auch Tech-Milliardäre…) zementieren hilft.<br />Für mich interessant bei seiner kleinen Analyse ist der Umstand, dass er sozialistische und kapitalistisch wirtschaftende Staaten vergleicht und sie auch im Grunde gleichsetzt – in dem Sinne, dass sozialistische Staatsapparte und Parteiführungen ausbeuterische Herrschaften darstellen. Finde ich sinnvoll.<br />Insgesamt schon ziemlich interessant, daher 9 / 10 Punkte.</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'><em class='bbc'><span  style='font-size: 14px'>Sebastian Guhr: „Der spanische Esel“</span></em></strong></span><br />Jetzt bin ich mit dem Autor tagesaktuell – glaube ich, zumindest, was die Einzelpublikationen anbelangt; alle Erzählungen kenne ich da nicht. Das Büchlein ist wieder eine biografische Erzählung einer historischen Figur, allerdings nur eine kurze, leider, denn sie ist wiederum wundervoll geschrieben und ich hätte mich gern länger damit befasst.<br />Es geht um Luis Bunuel, den Filmemacher, der aus der surrealistischen Bewegung stammt und hier konkret um die Entstehungsgeschichte seines „surrealistischen Dokumentarfilmes“ „Las Hurdes“, der 1932 Premiere hatte.<br />Nach der Lektüre habe ich mir den Film angesehen und muss sagen, dass ich vieles im Film gar nicht wahrgenommen oder achtlos an mir vorbeilaufen gelassen hätte, hätte ich nicht zuvor gelesen, was – zumindest laut der Erzählung – beim Drehen der Szenen passiert ist. Oder davor, oder danach. (Ich fand den Film nun gar nicht so überragend und sehe darin kaum etwas „Surrealistisches“.)<br />Der Autor verknüpft die ziemlich schräge Entstehungsgeschichte dieses Filmes immer wieder mit Einsprengseln aus Bunuels Biografie. Die „Masche“ ist schnell erfasst – sie könnte durchaus störend wirken – auf mich allerdings nicht, ich fands gut: In der fortlaufenden Erzählung streut der Autor, ohne einen Absatz gemacht zu haben, Sätze zur Biografie oder seelischen, psychischen Befasstheit des Filmemachers ein, die mitunter aus dem Zusammenhang des gerade Gelesenen herausgerissen wirken. Der Text wird damit mächtig komprimiert, daher sind das dann am Ende nicht mal 90 Seiten, und dennoch hat man den Eindruck, eine Biografie gelesen zu haben. Außerdem mag ich die Schreibweise des Autors, von Buch zu Buch mehr.<br />10 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'><em class='bbc'><span  style='font-size: 14px'>Anne Rabe: „Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral“</span></em></strong></span><br />Nach der Lektüre von 2 „anti-woken“ Phantastikbüchern, die sich gegen die moralisierenden woken Normen aus einer angeblichen Haltung des „normalen Menschenverstandes“, der sich komischer Weise gegen alles Progressive und die Probleme der Welt Aufgreifende stellt, also wider die „neue Moral“ anschreiben, musste ich mir einen seelischen Ausgleich schaffen. Es waren nicht nur die Lektüre selbst, sondern auch Diskussionen im Anschluss, die mich inzwischen so dermaßen ermüden. Sicherlich bräuchte ich das Buch von Anne Rabe ja gar nicht, weil mir vieles darauf, einiges intuitiv, geläufig ist. Sie muss mir nicht agitieren.<br />Interessanter Weise sind die Gegner der „neuen (woken) Moral“ ja selbst sehr moralisierend, indem sie „alte“, (keineswegs immer) „gute“ Werte der „guten alten Zeit“ hochhalten und diese zurückfordern. Das ist aber sicher nur ein Aspekt.<br />Mir hat das Essay der Autorin jedenfalls sehr gefallen. Es ist kein fundamentales Theoriewerk, eher eine Art Tagebuch – ein Tagebuch der eigenen Verzweiflung, die ich so sehr teile – teilen muss, leider.<br />Neben gegenwärtigen reaktionären, anti-progressiven Entwicklungen greift sie auch ein historisches Beispiel auf, den Historikerstreit, in dem sie für meine Begriffe hervorragend aufzeigt, wie man damals mittels angeblich neutraler Wissenschaftlichkeit bisher als notwendig erachtete gesellschaftliche Konventionen in Frage stellt.<br />Und dann kann sie einfach auch sehr gut, anschaulich und griffig schreiben.<br />10 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'><em class='bbc'><span  style='font-size: 14px'>Frans Smit: „Gustav Meyrink. Auf der Suche nach dem Übersinnlichen“</span></em></strong></span><br />Aus dem Niederländischen v. Konrad Dietzfelbingen<br />Was Biografien anbelangt, bin ich inzwischen von Gunnar Decker (Fühmann, Houellebecq) und Emmanuel Carrère (Ph. K. Dick) verwöhnt; mehr aus der Sicht der Erzählkunst, weniger wegen ihrer akademischen Exaktheit.<br />Die Meyrink-Bio hier ist da aus ähnlichem Holz: Biografisch mag sie stimmen, aber der Autor legt halt viel Wert auf die geistige-intellektuelle Verfasstheit Meyrinks, auf seine esoterisch-okkulte Entwicklung. Ich fand das sehr interessant und inspirierend. Nach der Lektüre glaube ich gern noch mehr, dass M. eben „nicht nur“ ein Phantast war, sondern wirklich die okkulten Themen, die er romanhaft darstellte, erforschte und bearbeitete. Ob die Ergebnisse seiner „Forschungen“ sinnvoll und ergiebig waren, sei dahingestellt.<br />Was den Schreibstil anbelangt, bleibt Smit weit hinter Decker und Carrère zurück. Dafür enthält das Buch sehr, sehr viele Zitate, vielleicht sogar zu viele, aber das macht die Lektüre authentischer. Für mich ist diese Bio auch wieder eine Verstärkung des Appells: Lies mehr Meyrink! Okay, mach ich.<br />8 / 10 Punkte</p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2026 18:40:00 +0000</pubDate>
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		<title>Das Jahr beginnt im NEUEN STERN mit ...</title>
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		<description><![CDATA[<p><span rel='lightbox'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/ZsN5yKr/120kl.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></span></p><p>&nbsp;</p><p>Es könnte zu einer (un)guten Tradition werden, das Jahr im NEUEN STERN mit einem Fehlerchen zu beginnen. 2025 war es die Jahreszahl auf dem Cover. Und dies Jahr?<br />Im neuen Heft war mal wieder kein Platz für das Inhaltsverzeichnis, lediglich für einen QR-Code, den man sich im „Internet“ erstellen lassen kann – nur leider eben nicht auf Dauer; ist halt so, wenn es nix kosten soll. Na ja, jetzt musste das Redaktions-Alien improvisieren und nun liegt das Inhaltsverzeichnis auf einem Extrazettel anbei. – Ja, mehr Katastrophe ist dann aber auch nicht.<br />Das neue Jahr startet, auch im NEUEN STERN; die Reise wird fortgesetzt. Die Auslieferung läuft; noch sind nicht mal mehr eine Handvoll Hefte übrig; ich sag’s ja bloß…<br />Was erwartet die lieben Mitreisenden:<br />Zwei neue Namen tauchen im NEUEN STERN unter den Mitmachenden auf. Zum einen eine neue Autor*in (unter Pseudonym), ein neuer Rezensent, direkt hier aus dem Forum.<br />Dann wagt es doch der NEUE STERN glatt, auch mal politisch zu werden, indem ich mich u.a. mit so selbst titulierter „Anti-Wokeness-Phantastik“ auseinandersetze. Es gibt auch noch ein 2. Werk, das eventuell in diese Sparte passt. Mit beiden bin ich – so sagt man ja heute – nicht fein. Aber das wird man ja wohl noch mal schreiben dürfen!?</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #800080'><strong class='bbc'>Titelbild: "Wüstenplanet" von Gerd Frey</strong></span> - diesmal in Gänze, war ja auf der 118 bereits partiell zu bewundern.</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #ff0000'><strong class='bbc'>Hier der Inhalt der 120 im Überblick:</strong></span><br /><strong class='bbc'>Thomas Hofmann</strong> - Editorial<br /><strong class='bbc'>Bernd Wiese</strong> gratuliert Wolf Weitbrecht zum 105. Geburtstag: Stern der Mütter<br />Thomas Hofmann über Primo Levi, Die Verdopplung einer schönen Dame<br /><span  style='color: #0000cd'>Story: Eine postapokalyptische Kurzprosa: Der Nachbar von oben, von <strong class='bbc'>Solan Aric</strong></span><br />Bernd Wiese u. Thomas Hofmann über Daedalos 17<br />Thomas Hofmann über Michael Tillmann, Jenseits des Zeitgeistes...<br />Thomas Hofmann über Dietmar Sievers: Halbhorsts Erzählungen<br /><strong class='bbc'>Peter Schünemann</strong> über Christian Kracht, Ich werde hier sein im Sonnenschein...<br />Peter Schünemann über Thomas Brussig, Das gibt's in keinem Russenfilm<br /><strong class='bbc'>Volker Adam</strong> über Im Jenseits<br />Volker Adam über Lee Killough, Das Doppelgänger-Gambit<br /><strong class='bbc'>Gerd Frey </strong>über Barry N. Malzberg, Ein schwarzer Tag im Universum<br /><strong class='bbc'>Peter Poppe</strong> über GALAX ACHERONIAN, ODYSSEE (Koloniewelten 8)<br />Bernd Wiese über Buntes Abenteuer 58 und 60<br />Peter Schünemann über „Ein Meister des Phantastischen aus Norwegen: Tor Åge Bringsværd“</p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2026 18:07:00 +0000</pubDate>
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