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	<title>Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten</title>
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	<description>Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten Syndication</description>
	<pubDate>Fri, 31 Jul 2026 11:26:48 +0000</pubDate>
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		<title>Gelesen Mai, Juni, Juli 2026 (2/2)</title>
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		<description><![CDATA[<p><a href='https://ibb.co/MD5XZXzQ' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/gMFnmn0h/szene2.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></a><br />Foto von mir erstellt, am 18. Juni 2026 im Literaturhaus Leipzig,<br />"Ein Abend mit Daniel Kehlmann" Moderation: Thorsten Ahrend (rechts im Bild)</p><p>&nbsp;</p><p>Jetzt also Teil 2 meiner Frühlings- & Frühsommerleseliste.<br />Inzwischen käme ja noch was hinzu, aber das kann man ja auch noch im Herbst (?) hier reinschreiben.<br />Mein Lektürehöhepunkt war auf jeden Fall:</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #0000cd'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Daniel Kehlmann: „Lichtspiel“</strong></span></span><br />Na endlich gelesen! Lag ja jetzt lange genug auf dem SUB. Keine Ahnung, warum ich so lange zögerte. Vorgenommen hatte ich es mir immer wieder. Der unmittelbare Anlass war nun der erneute Besuch des Autors im Literaturhaus Leipzig.<br />„Ein Abend mit Daniel Kehlmann“ am 18. Juni 2026, moderiert von Thorsten Ahrend. Scheinbar ist das ein „fester Termin“ in Leipzig, ich kann mich an ein ähnliches Setting – Sommer, kurz vor dem Sommerfest des Lit.Hauses, also einer der letzten Termine dort, draußen, in der Blauen Stunde, viele Besucher … – vor ein paar wenigen Jahren erinnern. Dazwischen war er mit „Lichtspiel“, seinem immer noch aktuellen Roman, auch in Leipzig, im Literaturhaus, aber im Saal.<br />Also, was Neues hatte er nicht am Start, aber es wurde erwähnt, dass es im Herbst ein neues Buch gäbe. Kein Titel oder etwas zum Inhalt gesagt.<br />Der Abend hatte auch keinen besonderen Anlass, Kehlmann erzählte über und las aus „Lichtspiel“ (das Kapitel – oder muss man hier schon sagen: Die Szene – in dem / in der der Protagonist, der Regisseur G. W. Pabst, auf einer Party in Kalifornien von einem deutschen Agenten angesprochen wird: Er kann gern auch unter den Nazis wieder zurück nach Deutschland. Man verzeihe ihm, dass er als „der rote Pabst“ eigentlich als Gegner der Nazis gilt. Leider hatte er in den USA so gar keinen Erfolg, von daher …). Dann sprach er über die immer filmischer werdende Arbeitsweise beim Schreiben. Dialoge sind für den Autor von großer Wichtigkeit. Na ja, konnte mich beim darauffolgenden Lesen ja selbst davon überzeugen. Auf jeden Fall liest sich das Buch „wie geschnitten Brot“ – es ist spannend, psychologisch sehr interessant. Und in den USA übrigens ein großer Renner. Denn dort interessieren sich auf einmal recht viele Leute für ein Leben in einer autokratischen, faschistischen Gesellschaft. Wie verhielt sich jemand damals, um in ihr zu leben? Hat das was mit der aktuellen Situation dort zu tun? …<br />Er las auch aus einem Essayband, etwas über Literaturkritiker und dann noch mal eine seiner kleinen Corona-Erzählungen, die inzwischen für das Theater adaptiert wurden. Davon las er damals bereits, als er schon mal im Sommer da war. Hatte er aber vergessen, der Moderator auch. Aber man hört ihm einfach gern zu, egal was er liest.<br />Das für Kehlmanns Verhältnisse sehr dicke Buch zog mich in seinen Bann, ich verschlang es regelrecht, oder besser: es verschlang mich. Natürlich kann / muss man viele Namen gleich nachschlagen. Dabei half mir dann übrigens eine Empfehlung Kehlmanns, die er bei seinem Abend machte: Carl Zuckmeyers „Geheimreport“, in dem er für die amerikanischen Behörden seine Einschätzungen von deutschen Kulturschaffenden zusammentrug, die in der Nazizeit in Deutschland blieben. Die Texte lesen sich übrigens auch sehr anregend und spannend. Okay, könnte man auch als Denunziationen werten, oder? Ist aber eine andere Geschichte.<br />Kehlmann wertet auch. Im Gespräch hat er teilweise erklärt, wie die Faktenlage aussah. Als Schriftsteller konnte / musste er natürlich erfinden – und die da enthaltenen Wertungen sind durchaus fundiert, aber eben auch seine. Ein paar Schauspieler, Filmleute, Schriftsteller kommen daher auch nicht perfekt weg. Aber – das ist ja Sinn des Romans – stellt Kehlmann die Figuren, den Protagonisten, seine Frau und engsten Mitarbeiter in den Kontext der polit. u. gesellschaftl. Situation der faschistischen Diktatur. Und beim Lesen stellt man sich eben automatisch die Frage: Wie hätte ich mich denn verhalten?<br />Großes Ding! Überragende 11 / 10 Punkte!</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #ff0000'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>„Ein Gott der keiner war“</strong></span></span>. dtv dokumente, 1962<br />Zu dem Buch zog mich der Name Arthur Koestler. Ein Mann, der einst kurz Kommunist war und den die kommunistische Partei abgestoßen hat, der sich publizistisch gegen die KP (vor allem auch in der SU) ausgesprochen hat. Damit zog er sich nicht unbedingt die Sympathie seiner ehemaligen Genossen zu.<br />Diese Geschichte – wieder so eine, die in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts zwischen den Systemen jongliert – faszinierte mich. Als es das Büchlein dann auch mal zum annehmbaren Preis gab, konnte ich es endlich lesen. In dem Band sind einige solcher Erlebnisberichte zusammengefasst, von Leuten, die der kommunistischen Idee oder Bewegung nahe standen, dann aber – um mal einen von ihnen zu zitieren – ihr „Kronstadt“ erlebten: Sie traten voller Idealismus den Kommunisten bei, um von ihnen bitter enttäuscht zu werden. Kronstadt – der Aufstand der Matrosen dort in den 20er Jahren, gegen die bolschewistische Vorherrschaft – erlebten sie auf verschiedenem Wege. Oftmals durch die Beobachtung der Entwicklung der Verhältnisse in der SU unter Stalin, aber auch z.B. in der dogmatischen und intriganten Haltung von führenden KP-Leuten in den USA. Der Stalinismus stieß die Idealisten ab. Na, kann ich gut verstehen. So gab es einige „Kronstadts“ – die Hungersnot Anfang der 30er, die Prozesse unter Stalin Mitte der 30er, den Hitler-Stalin-Pakt.<br />Die Berichte sind allesamt sehr lebendig geschrieben, und lesen sich dadurch ein bisschen wie Krimis. Großartige, für mich erhellende Lektüre – immer noch.<br />10 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><span  style='color: #ff0000'><strong class='bbc'>Arthur Koestler: „Die Wurzeln des Zufalls“</strong></span></span><br />Suhrkamp tb 181, 1977<br />Arthur Koestler war nicht nur politisch aktiv und entsprechend publizistisch tätig, sondern auch Naturwissenschaftler, und parawissenschaftlich interessiert. „Wow, was für eine Mischung!“, dachte ich, als ich davon erfuhr. Eines seiner Bücher, dass sich mit „solchen“ Fragen beschäftigte, musste ich dann doch mal lesen. (Inzwischen macht die Beschäftigung mit pseudo-, para- und alternativ-wissenschaftlichen Fragen keinen großen Spaß mehr. Aber das ist eine andere Geschichte …)<br />Koestler macht es sich im Grunde hier einfach: So, wie in der Physik durch die Entdeckungen und Berechnungen in der Quantenphysik, die Grenzen zum („Normal-“) Vorstellbaren verschoben wurden, den Physik-Laien quasi übernatürlich, jenseitig vorkommen konnten, werden auf parawissenschaftlichen Sachgebieten wissenschaftliche, zumindest statistische Methoden angewandt, um Regeln, Zusammenhänge, Logiken zu entdecken und zu beschreiben. Man könnte, wenn man wie Koestler in seinem Buch beides gern gegeneinanderhalten möchte und daraus Schlüsse zieht, dass sich beides einander annähert, ja, klingt verführerisch.<br />Mir hat das Buch jedenfalls deutlich mehr Spaß gemacht als das über UFOs von C. G. Jung, der allerdings hier bei Koestler eine große Rolle spielt, vor allem mit seinem Konzept der Synchronizität (wenn was ähnlich, gleich verläuft, was aber komplett ursächlich nicht zusammenhängt usw.).<br />9 von 10 Spaß-Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #0000cd'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Franziska Appel & Benjamin Schmdit: „Fuck [dis] Ability"</strong></span></span><br />Edition Outbird, 2019<br />Untertitel: „Erotische Geschichten, verführerisch illustriert“ (Stimmt, beides!)<br />Das Buch habe ich von der Mit-Autorin und Illustratorin selbst erhalten. Ich gebe zu, dass ich auf es kaum ohne sie aufmerksam geworden wäre. Franziska macht ja auch in unserer ASFC-Runde und als Autorin und Zeichnerin in unserem „Rundbrief“ mit. Dass sie sich für mehr als Phantastik, SF etc. interessiert, hat mich halt neugierig gemacht.<br />Das Thema ist nur scheinbar diffizil. Warum sollte es so sein? Die Geschichten sind dann auch nicht voyeuristisch und „provokant“ (wer auch immer sich provoziert fühlen sollte), sondern beschreiben schöne Begegnungen zwischen Menschen, die ihren Alltag und dadurch auch ihr Liebesleben durch körperliche Besonderheiten anders erleben, als Leute, die diese nicht haben.<br />Schöne Sammlung, die kurz vor Corona wohl etwas untergegangen ist.<br />8 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #ff0000'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Ernst Toller: „Eine Jugend in Deutschland“</strong></span></span><br />Eine (DDR-)Reclam-Autobiografie. Der Name dieses Mannes hatte für mich lange den Stallgeruch der offiziellen DDR-Geschichtsschreibung an sich. Ich weiß gar nicht, warum. Ich kannte ihn eigentlich gar nicht. Und wenn ich nun seine Autobiografie (bis zur Entlassung aus dem Gefängnis Stadelheim) gelesen habe, staune ich sogar, dass das Buch in der DDR erscheinen konnte.<br />In meinen Fokus geriet er durch ein Theaterstück, das ich von ihm sah: „Hinkemann“, das mich schon irgendwie verstörte und faszinierte.<br />Und dann merkte ich, dass er in mein „Beuteschema“ passte – zu den historischen Figuren, die in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts ihren Weg suchten und fanden, so zwischen den Ideologien und politischen Parteien. „Damals“ war alles noch offen, unklar und nicht immer eindeutig …<br />Toller war als junger Mensch, bürgerlicher und jüdischer Herkunft, aufgewachsen in der Provinz Posen, so zwischen nationalistischen und rassistischen Stereotypen von Deutschen, Polen und Juden.<br />Er war er Nationalist und dann auch begeisterter Kriegsfreiwilliger 1914. Vorher aber schon mit Auslandsaufenthalt in Frankreich, was aber den Nationalismus der dortigen deutschen Studenten auch nicht minderte. Nun will er sogar an die Front, unbedingt. Und er macht Erfahrungen. Die Passagen im Buch über seine Erlebnisse dort ergänzen ganz wunderbar Remarque.<br />Wegen Verletzung und Zusammenbruch kriegsuntauglich, zurück ins Studium – am literaturkritischen Seminar in München. Dort dann Bekanntschaften mit berühmten Leuten: Thomas, Mann, R.M. Rilke, später in dem Salon auf Burg Lauenstein, geladen vom Verleger Dietrichs, mit Max Weber, Max Mauerbrecher, Lebensreformern, Mystikern, nationalistischen Dichtern, Leuten, die eine „deutsche Kirche“ gründen wollten. U. a. total interessant, wie ich finde.<br />Dann aber Hinwendung zur Arbeiterbewegung, so zwischen Sozialdemokratie, unabhängiger Sozialdemokratie, Kommunisten und Anarchisten. Auch hier waren die Grenzen fließend, mal kooperativ, mal spinnefeind. Dann die Novemberrevolution und vor allem die Münchner Räterepublik, wo Toller eine führende Rolle einnahm, als Fan von Kurt Eisner und zusammen mit Mühsam.<br />Oftmals wird die Rolle der Kommunistischen Partei als nicht sehr hilfreich, sogar der Räterepublik feindlich gegenüber, dargestellt. Fand ich bemerkenswert; konnte mich nicht erinnern, dass das im DDR-Geschichtsunterricht eine Rolle gespielt hätte. Aber das konnte als in so einem Buch erscheinen.<br />Er erhielt eine Strafe von 5 Jahren Gefängnis. Dort schrieb er seine berühmten Werke, die teilweise herausgeschmuggelt werden mussten. Er verzichtete sogar auf die Möglichkeit der Flucht, um sein Stück fertigzuschreiben. (Und ganz zu Beginn der Haft verzichtete er auf eine vorzeitige Entlassung aus der Haft, weil er keine Sonderbehandlung haben wollte, aus Solidarität mit seinen Mithäftlingen.)<br />Ernst Toller kann fesselnd erzählen. Das Buch ist – für mich – spannend von der ersten bis zur letzten Zeile. Bin absolut begeistert!<br />11 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #0000cd'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Dmitry Glukhovsky: „WIR. Tagebuch des Untergangs“</strong></span></span><br />Kleine Essays zum russischen Alltag, oder besser. Zu diversen russischen Dilemmata, die der bekannte SF-Autor als Kolumnen vor etwa 10 Jahren schrieb und die sehr eindrücklich, sicher polemisch auf den Punkt gebracht darstellen, was aus dem Land inzwischen geworden ist.<br />Insgesamt nutzt sich die Methode so geballt etwas ab, muss ich gestehen, also so beim Hintereinenanderlesen. Habe immer mal Pausen eingelegt, dann kann man die Texte wieder für sich gebührend werten.<br />8 / 10 Punkte</p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 31 Jul 2026 11:15:00 +0000</pubDate>
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		<title>Gelesen Mai, Juni, Juli 2026 (1/2)</title>
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		<description><![CDATA[<p>Oh, ich bin faul gewesen. Und jetzt hat sich was angesammelt. Die Leseliste hätte längst mal aktualisiert werden können. Also daher jetzt schnell der 1. von 2 Teilen für den Frühling und Sommeranfang.</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Hermann Dreßler: „Im Banne des Grauens“</strong></span></span><br /><strong class='bbc'>Edition Dornbrunnen</strong> – Kleine Dornbrunnen Bibliothek, 2026<br />Dank des umtriebigen und gewissenhaft ausdauernden Phantastik-Suchers, <strong class='bbc'>Lars Dangel</strong> können wir heute diese schöne, stimmige Horror-Novelle lesen. Es handelt sich um einen alten Autor, der zu Beginn des 20. Jahrhundert aktiv war. Seine Erzählungen erschienen meist in Zeitungen und sind heute nur schwer zu finden. Die Zeitungen sind oftmals nicht für die Ewigkeit gemacht worden und selbst Bibliotheksexemplare sind zerfallen. Das könnte aber echt schade sein, denn diese Erzählung hier macht sehr neugierig auf den Autor.<br />Die Story könnte so etwas wie eine Vorarbeit zu Dan Simmons „Terror“ sein. In diesem voluminösen Roman verbindet der Autor eine historische Arktis-Expedition mit (Natur-) Horror – wie Dreßler auch. Allerdings fasst sich Dreßler deutlich kürzer – was ich persönlich angenehm fand.<br />Eine Expedition ins Eismeer bleibt stecken und man wird vor Ort mit einem Ungeheuer konfrontiert, dessen man erst gar nicht ansichtig wird.<br />Das Tier (?) tötet und verschleppt zunächst einen Hund, dann aber auch Mannschaftsmitglieder. Die Bluttaten sind recht drastisch. Man findet dann ein Exemplar des vermeintlichen Monsters und es beginnt ein Rätselraten um die Natur dieses „Monsters“.<br />Bis zum Schluss bleibt das Grauen gegenwärtig. Ich fand die Story ansprechend und spannend, zudem erzählt der Autor ziemlich „modern“, das wirkt nicht angestaubt.<br />Ein Gutteil des dünnen Büchleins gehört dem Herausgeber, der bio- und bibliografischen Fakten zum Autor auf die Spur kam und dies in seinem Nachwort niederschrieb.<br />9 / 10</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Helmut Krausser: „Wann das mit Jeanne begann“ (2022)</strong></span></span><br />Ein richtiger phantastischer Roman, auch wenn es nicht auf dem Buchdeckel steht – und vielleicht bei der Lektüre die Mainstream-Leserinnen verunsichern wird. Aber bei Helmut Kruasser muss man damit rechnen, überrascht zu werden. Was ja gut ist, so aus meiner Sicht.<br />Die Protagonisten sein keine Vampire – wird zumindest behauptet, aber… es gibt gute Gründe, daran zu zweifeln.<br />Es geht aber auch um kriegerische Frauen des Mittelalters, um Frauen, die Männerrollen übernommen haben (?) – gerade jetzt (Mai 2026) aktuell im Kino ist „Rose“. Der Roman kommt sozusagen 4 Jahre zu früh, aber jetzt habe ich ihn gelesen, und den Film im Kino gesehen. Die Frauen, die im Roman die Hosen anziehen – und das Schwert in die Hand, setzen sich auf sehr unterschiedliche Weise an Spitze der kriegerischen Männergesellschaft. Das erforscht einer der „Weißmagier“ (wie die Nicht-Vampire sich selbst nennen).<br />Am Ende werden noch ganz andere Geheimnisse aufgebaut und gelöst. Ich bin mit dem Roman nicht so im Reinen, wie mit dem, den ich im Vormonat von Krausser las. Aber er ist absolut faszinierend, vielseitig, interessant, auch spannend und hat superinteressante Figuren. Mehr auch hierzu im NEUEN STERN.<br />10 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Jurij Mamlejew: „Der Mörder aus dem Nichts“</strong></span></span><br />Auf den Gedanken, das Buch jetzt zu lesen, brachte mich mein NEUER-STERN-Kollege Bernd. Er las und rezensierte für den Rundbrief das Buch. Wow! Kam überraschend. Warum gerade jetzt? Muss ich ihn mal beim SF-Stammtisch fragen.<br />Auf jeden Fall hat er mich damit „angesteckt“. Mamlejew hatte ich ja schon vor einigen Jahren gelesen, aber nicht dieses Buch, das als sein wichtigstes gilt. Das gab es „damals“ auch nicht, war für mich nicht verfügbar. Die anderen, die ich damals von ihm – ersatzweise – las, hatten mich nicht so richtig überzeugt. Jetzt kam ich aber an das Buch heran; mitunter bekommt es für einen vernünftigen Preis antiquarisch.<br />Und? Nun ja, ist schon finster! Die nihilistischen, egomanischen, egozentrischen Typen, die hier die „Helden“ sind, sind im Grunde unerträglich. Von den Verhältnissen, die beschrieben werden, will ich erst gar nicht anfangen. Die Tristesse und der Unrat, die ggf. Metaphern darstellen, für den gesellschaftlichen Zustand der Sowjetunion, wie sie der Autor empfunden haben muss, kommt sehr überzeugend zum Ausdruck. Und von einer „entwickelten sozialistischen Persönlichkeit“, vom „neuen Sowjetmenschen“ ist überhaupt nicht die Rede und wenn man diese Utopie, diese Wunschprojektion als Maßstab heranzieht, kann man nur entsetzt den Kopf schütteln.<br />Um was es bei diesem „Mord aus philosophischer Neugier und perverser Lust“-Roman geht, kann man gern übrigens in Bernds Rezi im NEUEN STERN nachlesen. Ich hatte schon überlegt, ob ich auch noch „meinen Senf“ dazugebe; mal sehen…<br />Ein Blick ins Herz der Finsternis – extrem dunkle 8 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Adrian Daub: „Was das Valley herrschen nennt“</strong></span></span><br />Jetzt habe ich wohl alle „Daubs“ durch. Das neue Buch von ihm ist im Grunde eine Weiterschreibung des <strong class='bbc'>„Was das Valley denken nennt“</strong>. Es knüpft inhaltlich an, stellt aber ähnlich ideologische und eher theoretische Grundlagen der neurechten KI-Technokraten dar. Aber jetzt haben sie ja teilweise auch Regierungsverantwortung und das kommentiert der Autor natürlich auch.<br />Habe noch mal zusammenfassend anschaulich über die diversen Protagonisten dieser Entwicklung lesen können. Was mich als SF-Fan natürlich besonders interessierte, ist deren Bezug auf SF und Fantasy und die Erkenntnis, wie unterschiedlich man doch Literatur lesen und „nutzen“ kann.<br />9 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Thomas Brussig: „Das gibts in keinem Russenfilm“</strong></span></span><br /><em class='bbc'>„Es war ein Junge und sie nannten ihn Thomas“ (geb. 19.12.1964</em>) – tja, soll ich jetzt schreiben, das ist ein Buch über mich? (Beim Geburtstag hat sich der Autor aber um ein paar Tage vertan, na, kann schon mal passieren.) So beginnt das Buch (nach einem kurzen Vorwort). Und so ganz persönlich hat es mich damit schon eigefangen. Aber das ist natürlich ein sehr individueller, persönlicher Grund.<br />Die Autorbiografie des Autors/Erzählers – also, ich gehe mal davon aus, dass sie bis kurz vor der „Wende“ durchaus sehr autobiografisch ist – ist aber dann doch so anders als meine, der ich ein Zeitgenosse bin. Beim Lesen dachte ich, dass er das Erlebte, von dem ich später erst hörte und erfuhr (Dissidentisches, Indie-Kulturszene in der DDR) und von dem ich dann dachte, dass ich da vielleicht was verpasst habe. Aber so ein Gedanke ist natürlich müßig, denn ich war eben anders als die Figur in bzw. der Autor des Buches und hatte mein eigenes Leben.<br />Irgendwann ist die Realität, die uns der Autor hier erzählt, eine ganz andere als die die wir kennen. Ein Alternativ-Welt-Roman, reinsten Wassers, aber irgendwie doch an der Autorbiografie des Autors dran. Absolut genial, das Teil; bin sehr begeistert, auch wenn der „Schelmenroman“ mitunter eben auf Pointen ausgerichtet ist, gern auch auf herzliche Lacher, aber auch auf sehr viel Überlege3nswertes. Und raffiniertes Spielen mit der Realität, wenn er bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Kultur der nahen „eigentlichen Nachwende-) Vergangenheit ins Spiel bringt. Der Autor lehnt sich dabei durchaus etwas aus dem Fenster – okay, ist ja alles von der Kunstfreiheit gedeckt. Und es ist nicht gewiss (mir), ob die Wertungen, die die Figur hier im Roman vornimmt, wirklich die des Autors sind. – ein paar Leutchen kommen sehr gut weg, andere weniger.<br />10 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Helge Lange: „Tiefgang“</strong></span></span><br /><strong class='bbc'>Edition SOLAR-X</strong> 2026<br />Kleine und sehr feine phantastische Erzählung, die uns hinab unter die Erde entführt. Eine Gruppe neu eingestellter Arbeitnehmer wird auf eine Tour in den Untergrund geschickt. Warum? Keiner weiß es, auch nicht von wem…<br />Da „unten“ begegnet die unfreiwillige Abenteurergruppe verschiedenen Kommunen, Künstlern, Alchimisten etc. Das hat was von „2033“, aber ohne die politischen, gesellschaftskritischen Implikationen. Aber dennoch unterhaltsam und rätselhaft genug. Hat mir gefallen! (Etwas mehr im NEUEN STERN)<br />9 / 10 Punkte</p>]]></description>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 10:51:00 +0000</pubDate>
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		<title>Zwei NEUE STERNE für Frankreich</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13875-zwei-neue-sterne-für-frankreich/</link>
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		<description><![CDATA[<p><a href='https://ibb.co/wrCn2qVV' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/5xvQJ3mm/france-124-125.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></a><br /><strong class='bbc'>Foto: Die beiden Hefte, auf dem Balkon, in der Sonne... Grafiken links von <span  style='color: #ff0000'>Lea Patricia Dubuar</span>, rechts von <span  style='color: #ff0000'>Kiss Del</span></strong></p><p>&nbsp;</p><p>Pünktlich zum Feiertag in Frankreich kommt bei uns in Halle/Saale das Doppelheft zur französischen Phantastik – SF vornehmlich – raus. Wenn alles gut geht, werden alle Leserinnen und Leser des Rundbriefs die beiden Hefte am 14.Juli in den Händen halten.<br />So war zumindest der Plan, den wir – die Leute vom Andromeda SF Club – vor mehr als einem Jahr hatten. Im Zuge des Erscheinens des Doppelheftes zur Polnischen SF hatten wir diese Idee und begannen auch gleich mit der Sammlung von Beiträgen.<br />Der lange Vorlauf machte sich gut, das Ganze verlief sehr entspannt. Ich hatte auch Gelegenheit, 3 Gastbeiträge zu erhalten (also drei Gäste, die etwas beisteuerten und die was mit Frankreich zu tun haben), worüber ich mich natürlich sehr freute. Das Ergebnis lässt sich sehen, glaube ich, oder?<br />… und dann haben wir so viel zusammengetragen, dass eigentlich 2 Hefte nicht ausreichen für das ganze Material! Aber auch das ist kein Beinbruch, verloren geht jedenfalls nichts.<br />Hier also die beiden Hefte, jeweils 60 Seiten, plus die farbigen Umschläge.</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #0000cd'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Ein Doppelstern für Frankreich ( … ist nicht genug*)</strong></span></span></p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #ff0000'><strong class='bbc'>Inhalt 124 (Frankreich 1)</strong></span><br />Chers lecteurs - von Thomas Hofmann - S. 1<br /><strong class='bbc'>STORY Peter Schünemann</strong>: Napoleon besucht den Dom zu Naumburg - S. 3<br /><strong class='bbc'><span  style='color: #0000cd'>Fantaisie et Science Fiction à la française</span> – ein Blick ins Nachbarland, von Lea Patricia Dubuart </strong>- S. 13<br />Die alte, neue Phantastik – Was ich vermisse und warum ich es nun schreibe, von Lea Patricia Dubuart - S. 19<br />REZI Cyrano de Bergerac: Mondstaaten und Sonnenreiche, von Bernd Wiese - S. 22<br />Französische SF – demaskiert, Beitrag von Thomas Hofmann zu "Der Planet mit den sieben Masken" - S. 25<br />REZI Das geheime Schreiben des Roger Blondel, Beitrag von Thomas Hofmann - S. 29<br />REZI René Barjavel: Das große Geheimnis, von Peter Schünemann - S. 41<br />REZI Raymond Queneau: Die blauen Blumen, von Volker Adam - S. 43<br />REZI Pierre Pelot: Der Flug zur vierten Galaxis, von Volker Adam - S. 47<br />REZI Gaston Leroux: Die Braut der Sonne, von Bernd Wiese - S. 51<br />EINSCHUB: Peter berichtet vom richtig tollen und gut besuchten ASFC-Himmelfahrtsausflug 2026 - S. 55<br />REZI Claude Farrère: Das Geheimnis der Lebenden, von Bernd Wiese - S. 58<br />COMIC-REZI Andrevon & Khaled: Die Chroniken von CENTRUM, von Thomas Hofmann - S. 60</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #ff0000'><strong class='bbc'>Inhalt 125 (Frankreich 2)</strong></span><br />Chers lecteurs - von Thomas Hofmann - S. 1<br /><strong class='bbc'>STORY Christa Blenk:</strong> Rote Algenberge in einer Dezembernacht - S. 2<br />REZI 2 x über Erckmann–Chatrian - von Bernd Wiese - S. 9<br />FILM AB! von Thomas Hofmann - S. 13<br />Der letzte Kampf - Gandahar - The Last Journey - Visitor from the Future - Das Imperium<br />REZI Dominique Douay: Traumsegler, von Volker Adam - S. 24<br />REZI Alpträume, Endzeiten, Eros bei Alain Dorémieux, von Peter Schünemann - S. 28<br />REZI Die „Madame Atomos“-Erzählungen von André Caroff, von Volker Adam - S. 36<br />REZI Gaston Leroux: Die blutbefleckte Puppe, von Bernd Wiese - S. 40<br />REZI Max Popp: Jules Verne und sein Werk, von Peter Schünemann - S. 45<br />REZI Jules Verne: Hektor Servadacs Weltraumreise, von Bernd Wiese - S. 49<br />REZI Jules Verne: Die Erfindung des Verderbens, von Bernd Wiese - S. 51<br />Malevil und kein Ende. Gedanken zu einem alten Lieblingsbuch, von Peter Schünemann - S. 53<br />REZI Robert Merle: Madrapour, von Volker Adam - S. 57</p><p>&nbsp;</p><p>*) … muss fortgesetzt werden.<br />2 x 60 Seiten, und nicht genug. Frankreich ist ein großes SF-Land, wie es ausschaut...</p>]]></description>
		<pubDate>Sun, 12 Jul 2026 10:28:00 +0000</pubDate>
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		<title><![CDATA[NEUER STERN 123 &#38; Ausblick]]></title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13687-neuer-stern-123-ausblick/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><a href='https://ibb.co/DggTBmvX' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/7NNL3BZc/123-hoffmann.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></a></p><p>&nbsp;</p><p>Es hat ja niemand jemals behauptet, dass der NEUE STERN monatlich erscheint. Am Ende eines Jahres hat es sich oftmals ergeben, dass es tatsächlich 12 geworden sind, mitunter allerdings auch nur deshalb, weil es Doppelnummern gab, oder andere Sonderhefte (STERNENSPLITTER). Aber irgendwie dachte ich jetzt, bei der vierten Ausgabe für 2026, dass wir ja schon im Juni sind – und dieser niemals aufgestellte „Plan“ nicht erfüllt wird, wenn das so weiter geht. Na ja, das sind Sorgen, wa? Es gilt ja weiterhin, dass dieser Rundbrief von und an die SF-Fans des Halleschen SF-Stammtischs und Freunde dann fertig wird, wenn er fertig ist.<br />ABER: Unter dem neuen Heft sieht man ja schon was vorblitzen … Man darf also gespannt bleiben und so viel sei verraten: Im Juli, planmäßig, dem Inhalt der kommenden Ausgaben entsprechend, am 14. Juli, sollten sie kommen. Mal schauen.</p><p>&nbsp;</p><p>Jetzt also die <strong class='bbc'>123 mit folgendem Inhalt:</strong><br />Das wurde<span  style='color: #800080'><strong class='bbc'> fast ein Lars-Dangel-Spezial</strong></span>, hat aber auch noch 2 andere – kleine – Schwerpunkte:<br /><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'>E.T.A. Hoffmann</strong></span> wurde ja im Januar dieses Jahres 250 Jahre alt & das <span  style='color: #006400'><strong class='bbc'>Thema KI </strong></span>beschäftigt uns auch ein wenig …</p><p>&nbsp;</p><p>Editorial von Thomas Hofmann - Coverinnenseite<br />Phantastische Höhepunkte für einen Sammler klassischer Phantastik im Jahr 2025, von <span  style='color: #800080'><strong class='bbc'>Lars Dangel</strong></span><br /><span  style='color: #006400'><strong class='bbc'>KI:</strong></span> Clemens Nissen: Back to Books<br /><span  style='color: #006400'><strong class='bbc'>KI:</strong></span> Franziska Appel: Die Schnittstelle<br />Ina Elbracht: Mit <span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'>E.T.A. Hoffmann</strong></span> im Kellerschwimmbad<br />Martin Ruf: „Das Reich des Ungeheuren und Unermesslichen“. <span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'>E. T. A. Hoffmanns</strong></span> Musiknovellen<br />Der anonyme, chancengleiche Schreibwettbewerb von den Punktasten. Es berichtet Galax Acheronian<br /><strong class='bbc'>Aus alten & noch nicht ganz so alten Bücherschränken:</strong><br />Enrique Gaspar: „Der Anacronópete. Die erste Zeitmaschine“ von <span  style='color: #800080'><strong class='bbc'>Lars Dangel</strong></span><br /><span  style='color: #800080'><strong class='bbc'>Lars Dangel:</strong></span> Paul Lafargue und die Quelle seiner Erzählung „Der verkaufte Appetit"<br />Gertrude Friedberg: „Ruf aus dem Weltraum“ von Volker Adam<br />Jack Finney: "Die Körperfresser kommen" und „Das andere Ufer der Zeit“, von Peter Schünemann<br />Agatha Christie: „Passagier nach Frankfurt“, von Bernd Wiese</p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2026 12:34:37 +0000</pubDate>
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		<title>Zine-Report 2026 – 5. BAWUEMANIA 15. Zeitschrift für Phantastik. September 2025</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13599-zine-report-2026-–-5-bawuemania-15-zeitschrift-für-phantastik-september-2025/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><a href='https://ibb.co/Kt0c91v' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/jC69LpX/bwa.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></a></p><p>&nbsp;</p><p>Einst, vor kurzem sozusagen, war ich noch Leser des Fanzines <span  style='font-size: 18px'><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'>BWA – Baden-Württemberg Aktuell.</strong></span></span> Allerdings auch nur einen recht kurzen Zeitraum lang, gemessen am sehr langen Bestehen des Clubs und des Fanzines. Daher kannte ich diese Magazin-Reihe gar nicht, die hier mit der Ausgabe 15 nach langer Zeit fortgesetzt wird.<br />Das „Heft“ ist schon gar keines mehr, eher ein richtiges Paperback, gebunden, mit über 150 Seiten. Schon eindrucksvoll. Das Titelbild hat mir auch erst mal gleich gefallen. Allerdings, obwohl es wie eine Zeichnung aussieht, ist es leider doch nur so ein KI-Dingens. Na ja, immerhin: Was die schon alles kann.<br />Insgesamt findet man im Buch weitere KI-Bilder. Das gefällt mir nicht, aber was hab ich schon zu sagen. Die Texte sind jedenfalls kein AI-Slop! Neben einigen Stories, sind es auch Artikel, Rezis, Essays, die mir vor allem auch deshalb gefielen, weil sie oft sehr persönliche Statements darstellen und subjektive Eindrücke widerspiegeln.<br />Unter den Autorennamen findet man gleich ein paar bekannte. <span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>Uwe Hermann</strong></span> beginnt den Reigen mit einem „Reisebericht“. Da stützt der Erzähler durch Zeiten und Räume. Das erinnerte mich sogleich an den Film „Everything Everywhere All at Once“, nur leider ohne Action. Der Perspektivwechsel zum Schluss ist dann auch nicht so dolle überraschend. Die Story erschien mir fast wie eine Fingerübung, die man auch beliebig erweitern könnte. Und – was sonst eher nicht meine Art ist – muss ich besserwisserisch anmerken, dass m.M.n. auch so ein paar kleine Logikfehler enthalten sind. Das ist z.B. ein warmer Regen erfrischend. Naja, kann ja sein, kommt ja drauf an, wie warm es sonst ist? Und: Der Protagonist ist als Pragmatiker nur an Lösungen interessiert, nicht an der Suche nach den Ursachen; ein paar Zeilen weiter möchte er aber doch wissen, was da „der Auslöser“ ist.<br /><span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>Martin Eisele</strong></span> setzt fort, mit der überarbeiteten Version einer Story die schon mal im EXODUS 26 stand. Der Aktualisierung tut der Story gut, man wird komplett in der Gegenwart abgeholt, obwohl wir in die nahe Zukunft entführt werden. Die Schreibweise erinnert mich an Cyberpunk, ist jedenfalls dystopisch. Insgesamt recht distanziert und kühl im Stil. Na ja, angemessen dem Inhalt und der Aussage. Und dem Zeitgeist entsprechend – leider. Ich kam etwas schwer rein in den Text und er erschien mir auch inhaltlich mitunter etwas überstreckt (als wäre er der Beginn eines längeren Werkes, das dann irgendwann alles Angesprochene zusammenfügt).<br /><span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>Michael Sagenhorn</strong></span> setzt mit einer astreinen Urbanen Dark Fantasy fort:<strong class='bbc'> „Schwarz<span  style='color: #ff0000'>blut</span>“</strong>. In naher Zukunft ist die Ozonschicht im Eimer. Das verursacht aber nicht nur den Menschen, sondern auch anderen Wesen großes Ungemach. Und so müssen Menschen und Vampire nach einer Lösung suchen, denn unter letzteren versuchen die neuen Licht-Umwelt-Verhältnisse eine verehrende Seuche. Um das Problem anzugehen, wird so ein „Schwarzblut“ als Proband benötigt. Jo, hat mir gefallen.<br />Gerhard Huber bietet eine lustige Mensch-Maschine-Beziehungskiste an, die mich in die 60er zurückversetzt, als es sowas auch schon gab, also lange bevor „KI“ noch kein Mainstreambegriff war. Jetzt ist das, was wir da lesen können, sogar wahrscheinlicher als damals.<br /><span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>Michael Baumgartner</strong></span> hat auch eine Story beigesteuert. Er erzählt uns einen Near-Future-Krimi aus London. Er könnte aber auch in Berlin, oder Stuttgart spielen – oder? Es geht um Mietwucher, Wohnungsknappheit und die Tricks und Betrügereien, die sich darum entspinnen können. Und außerdem hat jede Wohnung dann auch eine KI, die so ihr eigenes Ethos hat. Gut geschrieben, mit menschelnden Accessoires.<br />Der Titel von <span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>Martin H. Schmitts</strong></span> „Im Schatten von Beteigeuze“ führte mich erst mal auf die falsche Spur. Es geht nicht ins All. Es ist eine tottraurige, trotz ihrer Kürze (ca. 2 Seiten) mich doch anrührende literarische Skizze über die Zeit nach dem Ukrainekrieg, die am Ende auch eine Vorgeschichte zur ukrain. Variante von „Metro 2033“ sein könnte.<br />Noch eine Kürzeststory, von <span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>Natalie Tricarico</strong></span>: „Nichts bleibt ewig“. (Ja, wir wahr.) Ist eine Tierphantasie über das Leben, Hoffen und Sterben von Spinnen.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Jetzt kommt der Sekundärteil.</strong> <span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>Uwe Lammers </strong></span>beginnt. Er hat ein tolles Buch <strong class='bbc'>über Frank L. Baum</strong> gelesen (hab mal nachgesehen, das könnte man erwerben, ist aber nicht ganz billig) und fast dessen Aussage mit eigenen Lektüreerfahrungen zu Baums Oz-Büchern zusammen. Sehr interessant!<br />Uwe meint eingangs, der „Wizard…“ würde oft in Kreisen der Phantastik-Fans gering geschätzt. Die Bücher-Serie würde doch mehr enthalten, was man nur erkennt, wenn man sie genauer liest.<br />Weiter unten meint Uwe noch, dass der „detaillierte Inhalt den meisten Lesern vermutlich weitgehend unbekannt“ sei (S. 91). Seite 94 kommt noch die Aussage, dass Baums Geschichten in Deutschland nicht so bekannt sind (wie in Amerika; was sicher auch stimmt).<br />Das alles lässt meiner Meinung nach etwas außer Acht: Vielleicht ist das unter den Lesern der ehemaligen DDR doch noch etwas anders. Allerdings hatten wir nicht die Originale von Frank L. Baum, sondern die Adaption von Alexander Wolkow, der (und andere) die Reihe auf eigenen Wegen fortsetzte. Und diese Bücher waren auf alle Fälle bei „uns“ sehr populär!<br />Das 1. Buch (Zauberer von Oz) ist ziemlich identisch; und ich behaupte daher, dass ein Teil der deutschen Leserschaft das Buch doch ziemlich genau kennt und es auch liebt! (ich kenne jedenfalls niemanden, der dieses Buch gering geschätzt hätte.)<br />Uwe weist auch darauf hin, dass das Buch damals, zur Entstehungszeit, anders gelesen wurde als heute, weil es damals aktuelle Bezüge hat, die heute eher keine Rolle mehr spielen. Ja, das war mir auch bekannt – und rätselhaft. Aber selbst David Graeber hat in seinem Buch „Schulden. Die ersten 5000 Jahre“, in dem es um die „Erfindung“ des Geldes etc. geht, auf Baums „Wizard…“ hingewiesen. Baum war politisch interessiert und hat mit seinem vermeintlichen Kinderbuch so ein bisschen „politische Aufklärung“ betrieben.<br />Dass man ihm aber „sozialistische Umtriebe“ in der McCarthy-Zeit vorwarf, ist dann echt schon ziemlich absurd, oder? (Graeber sagt da eher das Gegenteil) – Danke, lieber Uwe, für die interessanten Einblicke und Anregungen!<br /><span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>Jürgen Thomann</strong></span> schreibt! Hey, das ist Klasse – und lange her, als er sein Fanzine rausbrachte. Jetzt also über Ph. K. Dick. Sehr persönliche Leserfahrungen die er da auffrischt und uns präsentiert. (Eins muss ich aber erwähnen: Der Film „Die Körperfresser kommen“ und entsprechende Nachfolger basieren auf einem Roman von Jack Finney, da dürfte Dick eher keine Rolle gespielt haben. (Oder gibt es da doch eine Verbindung – so nebenbei?)<br />Hat mir jedenfalls sehr gefallen, wie Jürgen über die Wirkung des Gelesenen auf sich schreibt.<br />Dann: 2 x über Comics von Hofmann – also, von <span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>Armin Hofmann</strong></span> (mit dem ich – Thomas Hofmann – nicht verwandt bin), dem Bruder von Matthias Hofmann, der bekanntermaßen sehr viel mit Comics zu tun hat. Aber Armin schreibt auch sehr interessant über seine Lektüreerfahrungen. Bei der Bio-Graphic-Novel über George Lucas erzählt er sehr persönlich über seine Sicht auf STAR WARS. Und seine Rezi über „Die Gesellschaft der Tiere“ hat mich sogleich dazu animiert, mir auch den ersten Band zu ordern.<br />In den Film-Rezis geht es vor allem um Seherlebnisse und -erfahrungen aus der eigenen Jungendzeit der Rezensenten. Demnach kann ich davon ausgehen, dass ich ähnlich alt bin wie sie – aber eben auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs gelebt habe. Die Filme kenne ich alle inzwischen auch, aber damals konnte ich sie nicht im Kino sehen. Hatte es mir aber immer vorgestellt und auch gewünscht. Ein wenig kann ich ihre Nostalgie nachvollziehen und auch gut verstehen.<br />Um mich zu wiederholen: Bin recht angetan von den vor allem persönlich gehaltenen Sichten auf die geliebten Phantasie-Welten; hat mir großen Spaß gemacht!</p><p>&nbsp;</p><p>Kontakt zum Club &gt;&gt;<a href='https://www.science-fiction-club-baden-wuerttemberg.de/' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>klick</a>&lt;&lt;<br />PS. Noch eine Seite des Clubs &gt;&gt;<a href='https://sfcbw.de/' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>klick</a>&lt;&lt;</p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 29 May 2026 17:11:00 +0000</pubDate>
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		<title>NEUER STERN 122 aufgegangen</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13469-neuer-stern-122-aufgegangen/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><span rel='lightbox'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/GBdLSbQ/122.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></span></p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><span  style='color: #daa520'>Der 122. NEUE STERN ist aufgegangen.</span></span><br />Ein Schwerpunkt ist diesmal das Werk von <span  style='font-size: 18px'><span  style='color: #b22222'><strong class='bbc'>Ellen Norten</strong></span></span>, die nun schon ein paar Jährchen Teil vom ASFC-Stammtisch und NEUEN STERN ist. Sie schreibt ja selbst (leider viel zu wenig für den NEUEN STERN), stellt Anthologien zusammen und betätigt sich künstlerisch – sie malt und erstellt Grafiken am Bildschirm. Da kommt was zusammen – Grund, mal hinzuschauen:<ul class='bbc'><li>Vernissage von Ellen Nortens Ausstellung, von Peter Schünemann</li><li>Story: "Die Giraffe im Kühlschrank", von Ellen</li><li>Rezi zu Ellen Norten: "Der lange Marsch der Wolkenkratzer", von Bernd Wiese</li></ul>Beim Zusammenstellen des Heftes habe ich dann festgestellt, das sich so ganz nebenbei ein weiteres Hauptthema herauskristallisiert hat:<br /><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'><span  style='color: #b22222'>Frauen </span>in der Phantastik</strong>.</span><ul class='bbc'><li>Rezi zu <span  style='color: #b22222'>Ina Elbracht</span>: „Mollusca Obscura", von Thomas</li><li>Rezi zu J<span  style='color: #b22222'>ohanna Dab</span>: „Größer als Kaiser und schneller“, von Thomas</li><li>Rezi zu <span  style='color: #b22222'>Joanna Russ</span>: „Die Frauenstehlerin“, von Volker Adam</li><li>Rezi zu <span  style='color: #b22222'>Elizabeth Hand</span>: "Wylding Hall", von Bernd Wiese</li><li>über <span  style='color: #b22222'>Ursula K. Le Guin </span>eine Gemeinschafts-Rezi zu "Der Tag vor der Revolution" (von <span  style='color: #b22222'>Ellen </span>und Thomas, mit einer Anmerkung von Peter - hier haben wir uns mal richtig dolle und ausführlich ausgelassen)</li><li>Rezi zu Ursula K. Le Guin: "Lavinia", von Peter</li><li>Rezi zu <span  style='color: #b22222'>Sally Miller Gearhart:</span> "Das Wanderland, Geschichten von den HügelFrauen", von Volker</li><li>Rezi zu "Andymon. Eine Weltraum-Utopie", von <span  style='color: #b22222'>Sabine Seyfarth</span></li></ul>Abgerundet wird unser Rundbrief durch eine <span  style='color: #008000'><strong class='bbc'>Story von <span  style='font-size: 18px'>Gerd Frey,</span></strong></span> die von <span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'><span  style='font-size: 18px'>Franziska Appel </span>illustriert</strong></span> wurde: <strong class='bbc'>"Ich sah die Invasoren kommen“, </strong>und ein Bericht, kombiniert mit einer Rezi zu<br /><strong class='bbc'><span  style='font-size: 18px'>Ralph Hammerthaler.</span> Er las in Leipzig aus "Das automatische Reich",</strong> es berichtet Peter</p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 08 May 2026 14:27:00 +0000</pubDate>
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		<title>Jamie L. Farley zu Gast beim Freundeskreis SF Leipzig e.V.</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13423-jamie-l-farley-zu-gast-beim-freundeskreis-sf-leipzig-ev/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><span  style='color: #800080'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Jamie L. Farley zu Gast beim Freundeskreis SF Leipzig e.V. im Literaturhaus Leipzig.</strong></span></span> <span  style='font-size: 18px'><span  style='color: #800080'><strong class='bbc'>30. April 2026</strong></span></span></p><p>&nbsp;</p><p><span rel='lightbox'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/HTJc2NM2/autor-moderator.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></span><br />links der Autor, rechts im Bild der Moderator</p><p>&nbsp;</p><p>Walpurgisnacht – gute Zeit, sich mit phantastischer Literatur zu befassen. Nach der Lesung bin ich mir aber nicht ganz sicher, ob es da auch Hexen gibt, in der Welt, die Jamie L. Farley entworfen hat. Auf jeden Fall Dunkelelfen, Zwerge und andere „klassische“ Fantasy-Gestalten.<br />Im Zentrum seiner Lesung stand seine Dilogie <span  style='color: #800080'><strong class='bbc'>„Memento Mori“</strong></span>, aus der er drei Passagen las. Unterbrochen von Fragen und Bemerkungen des Moderators, Constantin Duppien (der ja selbst Phantastik-Autor ist und auch schon zu Gast beim FKSFL war), und von Fragen des Publikums, die – trotz des eher kleinen Auditoriums – recht zahlreich kamen.<br />Für mich war es neu: Kannte den Autor und sein Werk vorher gar nicht. Na ja, es ist halt sicher auch eine Generationenfrage. Bücher mit farbigem Buchschnitt sind mir dann doch ziemlich fremd. Aber seine Werke gehören nicht zu Romantasy, auch wenn sie in einem Verlag erscheinen, der auch solche Romane veröffentlicht, sondern Dark Fantasy. Es geht also weniger romantisch, dafür handfester zu.<br />Der Autor stellte seine Welt und seine Hauptfiguren anschaulich vor. Am Ende hatte mich aber ein Buch aus einer Feder mehr interessiert als die um sein Fantasy-Kaiserreich Adular und die gefühlsarmen Dunkelelfen. Er hat mit „Rabenjagd“ eigene Jugenderinnerungen aufgearbeitet. Der Roman ist ein Frühwerk, das er mit 14 Jahren schrieb, aber inzwischen gründlich überarbeitet und als Buch veröffentlicht hat.<br />Der Autor lebt in Leipzig, in einer Autoren-WG, zusammen mit einer anderen Autorin und ein paar Ratten, aber keiner Katze – so viel sei verraten –, obwohl medial begabte, sich selbst teleportierende Katzen ja eine gewisse Rolle in seinen Romanen spielen. Ratten eigentlich auch?</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://fksfl.de/resources/Infoblaetter/Infoblatt-181.pdf' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Infoblatt 181 zur Veranstaltung</a></p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 10:11:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13423-jamie-l-farley-zu-gast-beim-freundeskreis-sf-leipzig-ev/</guid>
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	<item>
		<title>Hofmanns Leseliste Mitte März bis 1. Mai 2026</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13422-hofmanns-leseliste-mitte-märz-bis-1-mai-2026/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p><span  style='font-size: 18px'><span  style='color: #0000cd'>Heute ist der 1. Mai. Zeit zum „Tagebuchschreiben“ – Leseliste und über <a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/64/entry-13423-jamie-l-farley-zu-gast-beim-freundeskreis-sf-leipzig-ev/' class='bbc_url' title=''>das, was gestern passierte</a>. Damit bin ich ja sozusagen wieder mal im Leselisten-Rhythmus. Ob das so bleibt? Das darf in Frage gestellt werden.</span><br /><span  style='color: #0000cd'>Also, zuletzt gelesen:</span></span></p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Angela und Karlheinz Steinmüller: „Der vagabundierende Planet“</strong></span><br />Ein neuer „Steinmüller“ – der demnächst erscheinen wird. Ich hatte das Manuskript, um wieder die kleine Titelvignette zeichnen zu können. Dazu „musste“ ich ja das Buch erst mal lesen. Ja, ja, eine große Entbehrung … Nein, war natürlich ein großes Vergnügen! Das Buch ist – wird – gut! Es geht um eine Mars-Orbitalstation, eine lebenspendende Röhre, schon ziemlich alt, auf der vor allem von ihren Raumfahrten Zurückkehrende landen. Da sie relativistisch oder im Kälteschlaf ziemlich lange weg waren von der irdischen/solaren Zivilisation, mitunter auch schon mal 500 Jahre, brauchen sie Zeit, sich an die aktuelle Lage zu gewöhnen. Und sie haben viel erlebt, was sie verarbeiten müssen.<br />Teilweise lesen sich diese Erlebnis-Schilderungen wie eine lange Version der berühmten Bladerunner-Szene „Tränen im Regen / Zeit zum Sterben“ – nur dass hier Menschen so viel Unsagbares (schönes und erschreckendes) erlebten und Androiden ihnen zuhören, die ihnen an die Seite gestellt wurden.<br />Die ferne Zukunftswelt ist auch manchmal ein Echo unserer Gegenwart und greift Diskussionen zu KI und ihr Verhältnis zum „richtigen“ Leben auf. Das alles ist aus meiner Sicht sehr schlüssig. Ohne es zu wissen, glaube ich aus den Texten herauslesen zu könne, dass sie schon getrennt voneinander woanders erschienen sind, zum Teil zumindest, denn ein paar Erklärung zu diesen „Habitat 5“, zu den „Dschinns“ (Cyber-Holo-„Diener“), Simper (Quasi-Spiegelbilder realer Menschen, die auf dieses Weise virtuell schnell woanders sein können) und den Androiden wiederholen sich.<br />Mosaiksteinchen für Steinchen wird zusammengetragen. Da die Raumfahrer aus verschiedenen Epochen und Zeiten zurückkehren, haben sie auch unterschiedliche Dinge aus der Vergangenheit der Zukunft zu berichten. Ohne ausufernd zu werden, erfährt man viel über eine abwechslungsreiche Zukunftshistorie, die sich nicht nur auf der Erde, sondern auch auf dem Mars, im Belt und anderswo im Sonnensystem abspielte. Da stecken noch so viele Geschichten drin! Da macht das Autorenpaar aber ein ganz großes Fass auf!<br />Das ist ein Roman in Erzählungen, in denen jeweils andere Personen im Zentrum stehen; der Roman entwickelt sich durch den Schauplatz und die Grundidee. Hinweise auf anderen Werke des Autorenpaars sind auch enthalten, also ist auch ganz viel für den Steinmüller-Fan dabei. Ich bin ziemlich angetan.<br />10 / 10 Punkte<br />PS: Inzwischen habe ich die Vignette fertig und sie wurde auch für annehmbar bewertet.</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Adrian Daub: „Cancel Culture Transfer. Wie eine moralische Panik die Welt erfasst“</strong></span><br />Mein 2. „Daub“, diesmal sogar etwas umfangreicher als der erste, den ich las. Hier kann er auch sehr viel aus (fast) eigener Erfahrung plaudern, denn das Phänomen der CC stammt originär aus dem Umfeld US-amerikanischer Universitäten, als Fortsetzung von PC – political correctness. Er kann das sehr genau an Beispielen belegen und darstellen.<br />Lektüre war für mich wichtig und erfrischend, auch wenn ich nicht glaube, dass es die cc- und pc-Rufer und -Mahner verinnerlicht haben, was Daub da sagt.<br />10 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Michel Houellebecq: „Die Möglichkeit einer Insel“</strong></span><br />Das Buch „musste“ ich jetzt lesen, weil es dem Titel nach um eine Insel geht. Was das bedeutet? Na ja, hat natürlich wieder mit unserm Rundbrief zu tun. Dazu später mehr.<br />Zum Teil spielt der Roman auch auf einer Insel: Auf Lanzarote besucht der Protagonist, ein Fernseh-Komiker, der nach dem Sinn des Lebens oder, wie bei dem Autor typisch, nach sexueller Erfüllung sucht, eine Art Workshop einer Sekte. Deren Guru behauptet, Kontakt mit Aliens gehabt zu haben, und will nun die Menschheit auf deren Wiederkunft vorbereiten. Dazu muss man, wie es damals die Elohimiten getan haben, per DNS-Manipulation einen neuen, einen Neo-Menschen erschaffen, also Klone. Der Begriff „Cyborg“ geistert hier auch herum. Die Begrifflichkeit ist nicht sehr genau. Aber am Ende – und das ist dann der SF-Teil – funktioniert es: Der Mensch kann geklont werden und in den Kapiteln, die in ferner Zukunft spielen, erfahren wir von dem 24. u. 25. Klon von Daniel (dem Protagonisten), was aus der Erde, der Menschheit und den Neo-Menschen geworden ist. Unterm, Strich? Nix Gutes – kein Sex mehr bei den Klonen, daher Langeweile, soziale Isolation, Stagnation, Selbstmorde – quasi eine langsame, langweilige Fortsetzung der Apokalypse, die in unserer dekadenten Zeit begonnen hat und in naher Zukunft zu Umwelt-Katastrophen, Atomkriegen und Untergang der „alten“ Menschheit führen wird. Ein trauriges Szenario, das sich aber, so mein Eindruck, immer nur um den Nabel des Protagonisten (und das, was darunter ist) dreht.<br />8 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Janika Rehak: „Kiras Käfer“</strong></span><br />Ein Zombie-Zone-Germany-Heftroman.<br />Ich nehme diese Novelle mal in meine (Buch-)Leseliste auf; könnte aber auch in meinem Zine-Report stehen. Aber es handelt sich um eine schöne, recht lange, in sich abgeschlossene Erzählung oder Novelle, die ich sogar gern empfehlen möchte. Für mich war sie die perfekte Möglichkeit, mal in dieses Franchise reinzuschnuppern. Erworben habe ich es während einer Veranstaltung im Rahmen der „Nachtschrift“-Reihe im Dark Flower in Leipzig. Für mich war das die zweite Begegnung in Form einer Lesung mit der „Zombie Zone Germany“, nun also mal selbst etwas gelesen.<br />Und ich war ziemlich angetan. In der Geschichte dreht sich alles um Kira und ihren Freund, der sich leider mit den zombieerschaffenden Würmern infiziert hat und nun im Schlafzimmer angebunden dahinvegetiert. Er wurde zum „Käfer“, wie in Kafkas „Verwandlung“. Der Fortgang dieses Prozesses wird recht eindrücklich beschrieben. Kira muss damit klarkommen und wird sich am Ende auch von der gemeinsamen Wohnung und von ihrem Freund verabschieden. Bis dahin lernt sie auf die harte Tour Einsamkeit kennen und ihren Überlebenswillen zu trainieren. Die Autorin vermag es eindrucksvoll, das Leben in dieser neuen absoluten Mangelwirtschaft, die so ein Zivilisationszusammenbruch erzeugt, zu beschreiben. Auch wenn es sozusagen ein Kabinettstückchen ist, mit nur einer richtigen Figur, und keiner „Action“, hat mich der Roman gefesselt und fasziniert. Alle Achtung!<br />10 / 10 Punkte</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Helmut Krausser: „Wer hat uns je geliebt?“</strong></span><br />Wow! Was für ein Schmöker! Ich weiß nicht, wann mir das das letzte Mal passiert ist: Habe das Buch an 2 Nachmittagen durchgelesen – und ich lese nicht schnell! Ich konnte nicht aufhören, aber irgendwann musste ich ja. Als es zu Ende war – und eigentlich nicht alle Fragen geklärt waren. Ist halt wie im richtigen Leben.<br />Was man hier lesen kann, ist aber ein sehr metaphorisches Leben. Wir haben Hochsommer in Berlin. Die Stadt kocht, die Gemüter auch. Am Ende muss man einsehen, dass die Protagonistin, der ich sehr interessiert und gerne folgt, nicht trauen kann. Ist das nun alles ein Mysterium, sowas zwischen Himmel und Erde, oder eben doch eine hitzegeschwängerte Halluzination? Man weiß es nicht …<br />Für mich war das schon mal das Buch in 2026 –<span  style='color: #ff0000'> <strong class='bbc'>11 / 10 Punkte!</strong></span> Etwas ausführlicher, aber nicht weniger euphorisch dann im NEUEN STERN.</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Quinn Slobodian & Ben Tarnoff: „Muskismus. Aufstieg und Herrschaft eines Technoking“</strong></span><br />Edition Suhrkamp 2026<br />Weiter ging es mit meiner Lektüre-Challenge zum Zeitgeist. Jetzt hat es mich tatsächlich gepackt und es gibt ja auch tolle Bücher zu den Fragen der gegenwärtigen gesell. Entwicklung, gerade auch in Bezug auf den KI-Boom. Dass sich da was tut, kann ja nun wirklich niemand leugnen. Um es zu verstehen, hilft mir auch dieses Buch.<br />Slobodian hatte ich zuvor im TV, in „Mit Elon Musk in ein neues Zeitalter? | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur“ gesehen und war fasziniert. Ein Historiker widmet sich dieser ziemlich aktuellen Entwicklung – nicht nur Musk, sondern auch das Drumherum – und kann es mir auf fesselnde Weise erklären. Das Buch musste ich dann eben auch gleich lesen und bin nach wie vor begeistert.<br />Ein paar sehr wichtige grundsätzliche Gedanken sind darin eindrücklich erklärt und dargestellt (u. a. das Verhältnis der Tech-Branche des Valleys zum Staat z.B., da hier die libertäre Agenda eben doch nicht so gilt; der Beginn des Endes des Globalismus…).<br />Ein Buch, das ich wieder mal mit dem Stift in der Hand las und ordentlich verunstaltet habe (angestrichen, Notizen). Der „Technoking“ steht zwar im Mittelpunkt, zu seinem persönlichen Werdegang erfährt man auch recht viel, aber vor allem viel über seine Bedeutung für die allg. Entwicklung. Der Historiker kann diesen sehr wichtigen Aspekt unserer gegenwärtigen Welt ins Große und Ganze erfassen und sehr gut erklären. Das Buch liest sich wie ein SF-Krimi (SF kommt übrigens sehr viel drin vor).<br />10 / 10 Punkte</p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 08:46:00 +0000</pubDate>
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		<title>Zine-Report 2026 – 4: Martin Ruf</title>
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		<description><![CDATA[<p><span rel='lightbox'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/KxVGY7JW/ruf.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></span></p><p>&nbsp;</p><p>„Zine“-Report ist eigentlich falsch. Der Umfang ist wie bei einem Zine, aber es handelt sich hier um sog. Chapbooks. Die beiden hier sind aus der Reihe Whitetrain Underground, herausgebracht von Tobias Reckermann.<br />Das erste hat 37 Seiten und enthält drei Erzählungen von ...<br /><span  style='color: #800080'><span  style='font-size: 24px'><strong class='bbc'>Martin Ruf: „Qualitas Occulta“</strong></span></span><br />Martin hatte es mir zugesandt, weil er wollte, dass ich weiß, mit wem ich es zu tun habe. Nun, darüber war ich sehr froh, denn ich hatte durchaus schon ein Auge draufgeworfen und konnte mich bisher nicht dazu durchringen. Und jetzt ist es so, dass Martin in Sachen ETA. Hoffmann etwas für den NEUEN STERN geschrieben hat und wir Kontakt zueinander bekamen. – Ich habe das keineswegs bereut und es mit großem Interesse – aber auch mit vielen Rätseln im Nachhinein – gelesen.<br />Wir tauchen ein in eine Herbst- und Winter-Welt, mit viel Nebel und vielen Geheimnissen und rätselhaften Erscheinungen. Alle konnte ich nicht dekodieren, muss ich gestehen.<br />In „Die verloreneren Kinder des Doktor Dapertutto“ finden wir uns in der Psychiatrie in Asylum wieder. Ha, ein „bekannter“ Ort, will ich meinen. Dorthin lädt der Ich-Erzähler immer mal wieder ein paar „Verwirrte“ ein, die sich für richtige Literatur interessieren, weil sie dort mit ihm darüber diskutieren können. So auch der Dr. mit dem komischen Namen. Der hat aber eine Familientragödie, die ihn traumatisiert hat, mit sich herumzuschleppen – oder ist es dann doch nicht eher so, dass er überhaupt nicht selbst, als lebendige Person, kommt?<br />„Braunhoffers Kutschen“ sind auch nicht klarer. Hier wird die Aufmerksamkeit auf rätselhafte Manifestationen, auf Artefakte gelenkt, die auf einmal da sind und deren Gegenwart durchaus lebensverlängernd wirken (oder?).<br />Wer hingegen die „Austernfischer“ sieht, weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat.<br />Kleine Weird-Fiction-Perlen, mysteriöse, metaphorische, nebelverhangene Offenbarungen, für mich nicht wirklich erklärbar, aber desto faszinierender.<br />Der zweite Band wurde von Martin Ruf ins Deutsche übertragen:<br /><span  style='color: #800080'><span  style='font-size: 24px'><strong class='bbc'>D. P. Watt: „Ophelia“</strong></span></span><br />Das Bändchen (Chapbook) mit 27 Seiten enthält eine Short Story von und ein Interview mit dem Autor, geführt von Martin Ruf. Das Interview wird u.a. mit den Worten eingeleitet, dass der Autor so „zwischen E.T.A. Hoffmann, Nabokov und Ligotti“ angesiedelt wäre. Ja, kann ich bestätigen, vor allem was Ligotti anbelangt. Wobei diese Geschichte aus meiner Sicht auch was von Virginia Woolf hat. Der Ich-Erzähler, der seine unsterbliche Geliebte („unsterblich“ wörtlich gemeint?) anbetet, Ophelia, scheint ein mythisches Wesen zu sein, das mit ihr durch die Zeiten und irdischen Welten streift, immer auf der Suche nach dem Phantastischen. Es beginnt im deutschen Märchen-Milieu und durchstreift die europäische Geschichte der Neuzeit. Wozu? Ja, das vermag ich dann auch wieder nicht so richtig zu sagen. Die kurze Geschichte ist auf jeden Fall ein wunderschöner Wort-Rausch, sehr stimmungsvoll, eher Fantasy, denn Horror (nein, eigentlich kein Horror, Weird schon, da ja, aber mehr auf dem Niveau von Lord Dunsany).<br />Den Hauptteil des Heftes füllt das Interview, das sehr interessant ist und in dem Watt viel über sich und seine Liebe zur deutschen Literatur und Philosophie verrät, die sich in seinem literarischen Schaffen niederschlägt.</p>]]></description>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2026 06:29:00 +0000</pubDate>
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		<title>Zine-Report 2026 – 3. PARADISE 127</title>
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		<description><![CDATA[<p><span  style='color: #b22222'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Offener Leserbrief zum TCE-Fanzine PARADISE 127 (Doppelheft), Dezember 2025</strong></span></span></p><p>&nbsp;</p><p><span rel='lightbox'><img class='bbc_img' src='https://i.ibb.co/Z1LsJGQh/tec127.jpg' alt='Eingefügtes Bild'  /></span></p><p>&nbsp;</p><p>Die Leute vom TCE haben sich und allen, die es wollen, zum Jahresende 2025 noch mal richtig was gegönnt: ein Doppelheft. Das sind 212 + die Farbcover-Seiten. Gefüllt mit sehr viel Fannischem und Informativem und Schönem. Außerdem sind sie 32 Jahre alt geworden. Dazu gratuliere ich herzlich! So, mal sehen, was ich da alles in dieser Ausgabe finden kann.<br />Im Zine wird den Leserbriefen immer viel Platz eingeräumt. In dem von Andy Schmid freut sich sein Autor über den Western-Artikel aus der 126 und betont die Nähe zur SF. Das macht er anhand von Beispielen fest, in denen beide Genres gemixt werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich hatte ja auch mal so eine <span  style='color: #800080'><strong class='bbc'>Western-Phase</strong></span>, und ich denke, das geht vielen SF-Fans so, denn beide Genres haben – zumindest was einen Teil der SF anbelangt – einiges gemeinsam. Beide sind ja in den 40ern filmisch durch diese Serials populär geworden, und fernzukünftige Weltraum-Erzählungen heißen ja auch nicht umsonst space operas, abgeleitet von horse operas. Die Begegnung der Erkunder, Frontier, Eroberter mit „dem Fremden“ ist bei beiden Genres eine Quelle der Exotik, leider auch oftmals von Voreingenommenheit und der Grund für fiktive kriegerische, gewaltsame Auseinandersetzungen.<br />Aktuell sind es Serien, wie „The English“ und „American Primeval“, die mich faszinieren – die kommen aber ohne Außerirdische aus, obwohl manche Figuren so anmuten.</p><p>&nbsp;</p><p>In ihrem LoC schreibt Sabine über einen Historienvielschreiber, der offen zugibt, nach „Schema F“ zu schreiben. Ich danke für die Warnung. Wobei er wohl auch meinte, dass sein Publikum gar nicht will, dass er anders schreibt. Ein entsprechender Versuch schlug wohl fehl. Ja, das führt dann langsam zu einer Frage über, die in dem ersten der beiden Hefte etwas im Mittelpunkt steht, nämlich nach dem Wert oder Unwert von KI-Kunst. Ich denke mal, Werke, die nicht wirklich „von Herzen und Verstand“ des Autors kommen, sondern nach einem vorgegebenen (fremden oder eigenen) Fahrplan abgearbeitet werden, lassen sich am leichtesten von KIs simulieren. Ketzerisch denke ich da gleich an Exposé-Autoren bei Heftromanserien: Ist das nicht mit einem Prompt für eine KI vergleichbar? Wobei ich den ausführenden Autor*innen nix unterstellen möchte und gern glaube, dass es da individuelle Unterschiede und Ausprägungen gibt; es noch nicht egal ist, wer was schreibt.<br />Das mit dem <span  style='color: #0000cd'><strong class='bbc'>KI-Schreib-Experiment</strong></span> von Michelle Stern habe ich mit großem Interesse gelesen. Und etwas mit angehaltenem Atem: Eine Profiautorin setzt sich dieser Job-Killer-Maschine aus. Ich kann da noch immer nicht über meinen Schatten springen und bin sehr skeptisch. Wahrscheinlich wird diese Schreib-KI immer besser, und was passiert dann mit unseren geliebten Autor*innen? Noch ist es nicht so weit, dass die Dinger komplette – sinnvolle! und gute! – Romane schreiben können. Aber bald?<br />Die Aufsätze von Euch über KI-Kunst sind durchaus interessant gewesen, aber haben meine Fragen auch nicht beantworten können. Die meisten sind ja unentschieden, wenn ich das mal so zusammenfassen darf. – Hier wollte ich – ungefragt – auch meinen Senf dazugeben; aber ich habe ja auch keine richtigen Antworten und irgendwie lähmt mich diese Diskussion auch. Falls es eine gehörige Masse an Lesenden geben wird, die solche „Literatur“ von seelenlosen KIs goutieren kann, dann wird es sie geben. Ich hoffe nur, dass richtige Literatur nach wie vor geschrieben wird, weil ihre Autor*innen einfach nicht anders können. Da ist es ja fast tröstlich, dass die meisten Literaturschaffenden ohnehin nicht davon leben können, somit der Grund wegfällt, damit aufzuhören.<br />Christian Jäkels Szenarien, die er in seinem Beitrag beschreibt, fand ich sehr interessant und auch die darauffolgende, „illustrierende“ Story. Die war echt klasse! Hat mir sehr gefallen. Vor dem Hintergrund interstellaren Bergbaus müssen Entscheidungen im Konfliktfeld Mensch – KI gefällt werden, was zu einer recht spannenden Handlung führt.<br />Auch die Geschichte von Götz Roderer über einen Urheberrechtsstreit, den eine KI ausfechten wird, fand ich recht gut; toll geschrieben, alle Achtung!<br />Sabines/Narranias Kolumne war wieder toll, auch wenn ich gar nicht alles verstanden habe (?) – ich weiß nicht, wer dieser „Dämon“ ist…<br />Danke auch für die fakten- und umfangreiche Vorstellung der Boje-Jugend-SF-Bücher von Alexander Röder. Sind ja tolle Namen darunter.</p><p>&nbsp;</p><p>In den Heften sind viele Con- u.a. Veranstaltungsberichte. Mitunter etwas ausufernd, finde ich, aber allesamt schon sehr interessant und für mich bereichernd – konnte immer was Neues erfahren.<br />Csaba widmet sich der Nachwuchsfrage für das SF‑Fandom. Die kenne ich, diese Frage. Die hatten wir uns auch schon in unserm Club in Halle gestellt. Damals, in den 90ern, gab es auch einen Anflug von Aktionismus diesbezüglich. Hat aber nichts gebracht, wurde eingestellt. Die Nachwuchsfrage stellt sich ja auch in unterschiedlichem Maße: Wie kann man Jugendliche für SF-Literatur gewinnen, und: Kann man generell neue Leute dafür interessieren? Die müssen ja nicht unbedingt „jung“ sein. Also, wenn man mich fragt (tut natürlich niemand), dann würde ich sagen: SF ist heute ja nicht gerade unpopulär, halt nur nicht unbedingt in Form von Literatur. Und was jüngere Generationen als meine (60+) anbelangt, so kann ich konstatieren, dass es sehr wohl neue Namen, neue Leute gibt. Die machen ihr Ding, gern auch anders als wir ollen Veteranen. Ich finde, die SF, auch das SF-Fandom, stirbt gerade nicht aus. – Keine Ahnung, warum ich das hier schreibe, vielleicht um mir zu rechtfertigen, dass ich/wir da nicht mehr aktiv sind. – Wobei, auch ohne viel zu unternehmen z. B. die Zahl der Leute, die unseren SF-Stammtisch in Halle besuchen, stetig wächst. Mittlerweile müssen wir überlegen, wie wir mit dem „Ansturm“ (na gut, Anstürmchen) umgehen…<br />Noch etwas, was (eine zweifelhafte) Hoffnung macht: Wir leben ja in Zeiten gesellschaftlichen Rückschritts, und da könnte es sein, dass es mehr Leute gibt, die sich nach Fortschritt, Innovationen und einer lebenswerten Zukunft sehnen; könnte das Interesse an SF-Welten erhöhen (auch jenseits von Weltraumkrieg und Horrorszenarien). Okay, das klingt dann auch etwas zynisch…</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: #b22222'><span  style='font-size: 18px'><strong class='bbc'>Heft 2 (Schwerpunkt Horror) </strong></span></span>beginnt mit einem richtig tollen E.-A.-Poe-House-of-Usher-Artikel von Toloceste, die wohl im „richtigen Leben“ Englischlehrerin ist und das Thema für Schüler aufbereitet hat. So einen Englischunterricht hätte ich mir damals auch gewünscht! – Nur der kulturkämpferische Beginn mit einem Seitenhieb auf die „Vernunftdiktatur der Aufklärung“ ließ mich aufhorchen. Na ja, vieles hat ja so viele verschiedene Seiten, sicher auch die Aufklärung. Aber jetzt, wo sie Stück um Stück zurückgedrängt wird und damit Platz macht für, aus meiner bescheidenen Sicht, nix Gutes, könnte man die doch eher hochhalten. Aber das ist ein weites Feld.</p><p>&nbsp;</p><p>Die folgenden Dracula- und Frankenstein-Artikel sind erfrischend subjektiv und persönlich. Gut so, hat mir gefallen, schöne Plauderei. Ich staune ja auch etwas, dass diese angestaubten Themen immer noch so gefeiert werden. Mir hatte die Del-Toro-Verfilmung auf Netflix nicht viel gebracht, aber sie wird ja gelobt und bekommt Preise. Muss wohl was dran sein.<br />Die Verrisse zu „Rembetis“ und „Forbidden World“ lasen sich erfrischend. Ebenso der lange, aber dennoch informative Bericht über die Eschbach-Lesung von Lumpazie.<br />Zum Schluss arbeiten sich Alexander Röder und Sabine Seyfarth, getrennt voneinander, an den beiden Cyberpunk-Romanen von Markus K. Korb ab. Das Ergebnis ist nicht überragende Begeisterung: Zu viel Zitatgewitter, zu viel hektische Action, zu wenig Personality der Figuren. Ohne die Bücher selbst gelesen zu haben, kann ich das nachvollziehen. Meine letzte Cyberpunk-Erfahrung hatte ich kürzlich mit Roman(heften) von M. H. Steinmetz, deren Lektüre ich sogar abgebrochen habe, weil sie mich nur konfus gemacht hat. Für dieses Action-Dauerfeuer bin ich wohl nicht mehr bereit. Aber Dank für die Rezis, so weiß ich nun also Bescheid.<br />Ja, langer Text geworden – soll ja im Blog für Aufklärung sorgen, sie in meinem Blog vorstellen, und gleichzeitig hoffe ich, dass sie – falls sie als LoC im nächsten PARA abgedruckt werden – die EdeN nicht langweilen.</p>]]></description>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 09:30:00 +0000</pubDate>
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