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Specialeffectitis


11 Antworten in diesem Thema

#1 MoiN

MoiN

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Geschrieben 01 März 2013 - 11:42

An anderer Stelle wurde beklagt, daß die Filmindustrie, um gute Umsätze zu machen, die Qualität opfern würde. Das mag sein - aber es war schon immer so, nicht erst heute, daß zu einem erfolgreichen Produkt sehr schnell Nachahmer auftreten.

Zunehmend scheint es mir aber zu einer neuen Krankheit zu kommen, primär natürlich um das Massenpublikum anzuziehen, und diese möchte ich mal "Specialeffectitis" nennen.

Damit sei die Tatsache ausgedrückt, daß Filme, die an sich ein gutes Potential in sich tragen, durch massenhaft ausgedehnte Spezialeffekt-Szenen verhunzt werden. Die Betonung liegt da auf "ausgedehnt".

Dies erfolgt häufig ohne Grund und ohne das es die Dramatik des Stoffes erfodern würde.

Niemand richtet sich mehr nach dem Grundsatz "Weniger ist mehr", sondern wohl wissend, daß Spezialeffekte die Leute wahnsinnig interessieren, wird selbiges auf Deufel-komm-raus bis zum Erbrechen in die Filme reingewürgt.

("Der Hobbit" krankte meines Erachtens auch streckenweise daran. Deshalb vergab ich auch nur eine "6" im entsprechenden Thread)

Aber vielleicht sehe ich das alles halt nur etwas zu dramatisch... Eingefügtes Bild

Bearbeitet von MoiN, 01 März 2013 - 11:44.

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#2 lapismont

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Geschrieben 01 März 2013 - 11:52

Der Hobbit als Beispiel zeigt schon die Probleme auf. Die einen sind froh, dass die Technik und das Geld es möglich machten so viele tolle Effekte zu verwirklichen, die anderen empfinden es als Krankheit. Für mich hatte der Hobbit nicht einmal ansatzweise "zuviele" Spezialeffekte.

Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.

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#3 MoiN

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Geschrieben 01 März 2013 - 11:58

Die 3D-itis gehört natürlich auch in diese Kategorie.

Ein "guter" Film ist gut auch ohne 3D. Aber darüber, was einen Film "gut" macht, gehen naturgemß die Meinungen auseinander... Eingefügtes Bild

Bearbeitet von MoiN, 01 März 2013 - 11:58.

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#4 Valerie J. Long

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Geschrieben 01 März 2013 - 12:06

Speziell im SF-Bereich geht's natürlich ohne FX schlecht - Sense of Wonder, Gefühl von Fremdartigkeit, Futurismus... ohne Effekte ist das schwierig. Sonst würde ich sagen: Gut ist ein Film, wenn die Effekte nicht als solche auffallen, wenn man auf die Frage "Effekte?" hinterher nichts aufzählen kann oder gar nicht auf die Idee kommt, beim Film über Effekte reden zu müssen.

#5 MoiN

MoiN

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Geschrieben 01 März 2013 - 12:42

Speziell im SF-Bereich geht's natürlich ohne FX schlecht - Sense of Wonder, Gefühl von Fremdartigkeit, Futurismus... ohne Effekte ist das schwierig.


Klar, solche Genres brauchen natürlich diese Spezialeffekte. Wenn sie allerdings überhand nehmen oder Drehbücher unter diesem Diktat geschrieben werden , dann wird's übel. Manche Szenen werden auch ohne Grund auf zig-fache Länge gedehnt, eben weil es zunehmend einfacher wird, diese Effekte "so toll" zu produzieren. Und das Ganze dann noch in 3D, ist sozusagen das Tüpfelchen auf dem I, so die Filmschaffenden.

Bearbeitet von MoiN, 01 März 2013 - 12:45.

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#6 Valerie J. Long

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Geschrieben 01 März 2013 - 13:22


Klar, solche Genres brauchen natürlich diese Spezialeffekte. Wenn sie allerdings überhand nehmen oder Drehbücher unter diesem Diktat geschrieben werden , dann wird's übel. Manche Szenen werden auch ohne Grund auf zig-fache Länge gedehnt, eben weil es zunehmend einfacher wird, diese Effekte "so toll" zu produzieren. Und das Ganze dann noch in 3D, ist sozusagen das Tüpfelchen auf dem I, so die Filmschaffenden.

...oder der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt.

Bei 3D scheint zumindest die Einsicht zu reifen, von billigen Pop-Out-Effekten besser abzusehen. Vielleicht muss man das mit den Technicolor-Bonbonfarben vergleichen - die ersten Buntfilme waren auch teils übertrieben. Heute ist Farbe selbstverständlich.

#7 Pogopuschel

Pogopuschel

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Geschrieben 01 März 2013 - 13:29

Die VFX-Branche befindet sich ja gerade in großem Aufruhr. Die Firma, die den Oscar für die besten Spezialeffekte für »Life of Pi« bekommen hat, musste kürzlich Insolvenz anmelden, obwohl sie an einigen sehr erfolgreichen Filmen beteiligt war. Grund: die Studios wollen den Firmen immer weniger für die Effekte bezahlen, setzen unrealistische Deadlines und üben massiven Druck aus.
Aus Protest haben viele VFX-Künstler ihr Facebookbild mit einem grünen Quadrat ersetzt, um zu zeigen, wie die heutigen Blockbuster ohne Spezialeffekte aussehen würden.

Hier eine Protestseite:
http://vfxsoldier.wordpress.com/

#8 Amtranik

Amtranik

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Geschrieben 01 März 2013 - 13:51

Ich hatte in den letzten Jahren den Eindruck, das viele Filme trotz Hochglanzformat, Spezialeffekten und einer vielversprechenden Story mich letztlich weit weniger Überzeugten als Sie es in meiner Erwartung hätten tun sollen. Als Beispiel aus der jüngeren Zeit sei mal Prometheus genannt. Mir völlig unverständlich wie man trotz guter Optik, guter Schauspieler, ausgerechnet die Storyline verquirrlt bis es keinen Sinn mehr ergibt. Dabei sollte es doch ein leichtes sein, will man den Machern zurufen wenn der Rest schon stimmt, dann noch ein halbwegs annehmbares Drehbuch hinzubekommen. Bestes Beispiel ist Avatar, der ja nach einhelliger Meinung trotz eines, vorsichtig ausgedrückt, banalen Drehbuchs, dennoch ein Meilenstein darstellte. Kein Perfekter Film, aber wenn der Rest stimmt, dann macht auch ein Streifen Spaß der nicht unbedingt was neues erzählt, finde ich. Aber im umgekehrten Fall, was nützt mir all das schöne Brimborium von Prometheus, wenn ich in der Story nicht ein fünkchen Sinn entdecken kann? Das ganze schmeckt dennoch fade. Ob es aber jetzt so ist, das vielfach einfach den Specialeffects vertraut wird und dann weniger Sorgfalt aufs Drehbuch gelegt wird, oder ob das einfach nur erschwerend hinzu käme, weiß ich nicht.

#9 Oliver

Oliver

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Geschrieben 01 März 2013 - 14:25

Niemand richtet sich mehr nach dem Grundsatz "Weniger ist mehr", sondern wohl wissend, daß Spezialeffekte die Leute wahnsinnig interessieren, wird selbiges auf Deufel-komm-raus bis zum Erbrechen in die Filme reingewürgt.

Ein Hauptproblem liegt m.E. eher darin, dass sich die Machtgewichte beim Film in Hollywood zulasten der Produzenten verschoben haben. Als die Produzenten mal sehr mächtig waren (z.b. in den 1930ern) wurde mit Argusaugen und Daumenschrauben darauf geachtet, dass kaum ein Film über 90-100 Minuten lang war (gut, damals gab es auch noch Doppelvorstellungen mit zwei FIlmen).

Heutzutage redet fast kein Produzent mehr den Regisseuren rein, die häufig nicht den Mut und die Kraft aufbringen, auf ein "weniger ist mehr" zu setzen, sprich: Auch mal anzuerkennen, dass das, was im Drehbuch sich noch gut las, im fertigen Film die Zuschauer eher ermüdet. Und so ist dann halt jeder Transformers-Karibikpiratenpopelkram immer gleich um die zweieinhalb Stunden lang. Selbst oder bzw. gerade Lichtgestalten wie Christopher Nolan und auch Peter Jackson gehören natürlich auch hierher.
  • (Buch) gerade am lesen:"Tales of the Shadowmen 1", J.-M. Lofficier (ed.)
  • (Buch) als nächstes geplant:"Tales of the Shadowmen 2", J.-M. Lofficier (ed.)
  • • (Buch) Neuerwerbung: Sherlock Holmes - Aus den Geheimakten des Weltdetektivs (Sammelband, 1973, mit 15 Heftromanen (1907/1908))
  • • (Film) gerade gesehen: "Das Testament des Dr. Mabuse" (Fritz Lang)
  • • (Film) als nächstes geplant: "Jurassic World: Dominion" (Dinos!!!!!)
  • • (Film) Neuerwerbung: "Judex" (Louis Feuillade)

#10 alexandermerow

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Geschrieben 03 März 2013 - 14:36

Ich muss auch sagen, dass ich die übertriebenen Spezialeffekte bei einigen Kinofilmen wirklich als auf Dauer nervtötend empfunden habe (auch beim Hobbit wäre weniger mehr gewesen, wie ich meine). Was inflationär gebraucht wird (Explosionen usw.) verliert nach einer Weile den Reiz. Einige Filme stehen kurz davor von einer guten Story zu einer niemals endenden Achterbahnfahrt zu werden. Das finde ich dann schade.

Science-Fiction, Fantasy, Dystopie...alles da! Jetzt neu: Mein Roman "Scanfleisch"
 

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  • (Buch) gerade am lesen:Michael Moorcock - Die Saga vom Ende der Zeit
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#11 derbenutzer

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Geschrieben 03 März 2013 - 16:03

Ich muss auch sagen, dass ich die übertriebenen Spezialeffekte bei einigen Kinofilmen wirklich als auf Dauer nervtötend empfunden habe (auch beim Hobbit wäre weniger mehr gewesen, wie ich meine). Was inflationär gebraucht wird (Explosionen usw.) verliert nach einer Weile den Reiz. Einige Filme stehen kurz davor von einer guten Story zu einer niemals endenden Achterbahnfahrt zu werden. Das finde ich dann schade.

Volle Zustimmung. Inflationäre Anwendung von stilistischen Mitteln (in Ermangelung eines besseren Begriffs) macht eben vieles kaputt. Manche dieser exzessiven Übertreibungen -- bei Explosionen von Autos etwa -- wirken auf mich schon grotesk-komisch.

Bei den SF-Movies ist Moon (der Duncan Jones-Film) für mich ein hervorragendes Bespiel, dass es auch ohne überbordende Spezialeffekte funktionieren kann.

Ein älteres Beispiel für einen großartigen Film des Genres, der überhaupt ohne Spezialeffekte ging, ist Stalker (Andrei Tarkowski). Weiß schon, der ist vom Stoff her keine Space Opera: Dennoch ...

LG

Jakob

Austriae Est Imperare Orbi Universo


#12 MoiN

MoiN

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Geschrieben 04 März 2013 - 12:43

Ein älteres Beispiel für einen großartigen Film des Genres, der überhaupt ohne Spezialeffekte ging, ist Stalker (Andrei Tarkowski). Weiß schon, der ist vom Stoff her keine Space Opera: Dennoch ...

Ein wunderbarer Film! Jedesmal, wen man ihn von neuem guckt, kann es passieren, das man einen anderen Film sieht, also andere Aspekte daran wahrnimmt. (Wie eine Droge fast Eingefügtes Bild )

Bearbeitet von MoiN, 04 März 2013 - 12:45.

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