Auf dt. voraussichtlich im Oktober 2005 erhältlich (amazon)
Wertung: 4 von 5

Die Geschichte spielt in der nahen Zukunft. Aus den nichts taucht plötzlich in Thailand eine 60m hohe, unzerstörbare Säule auf, die stolz den Sieg von Kuin verkündet - in 20 Jahren. Kurze Zeit später wird klar, dass dies nicht die einzige Säule war, auch an anderen Orten auf der Welt erscheinen diese Säulen, die die Eroberung der Länder verkünden.
Die Säulen, die als "Chronolithen" bezeichnet werden, bilden die Rahmenhandlung in diesem interessanten Roman. Scott, zur Zeit ein arbeitsloser Softwareentwickler, ist beim ersten Erscheinen dabei. Kurze Zeit später verlässt ihn seine Frau und fliegt zurück in die USA. Scott reist hinterher und versucht (vergeblich), seine Ehe zu retten. In den nächsten Jahren stößt er immer wieder auf die Chronolithen und ist sogar an den geheimen Forschungen beteiligt, die das Geheimnis lüften sollen.
Robert Charles Wilson gelingt es, überzeugende Charaktere zu schaffen und darin liegt eindeutig die große Stärke des Romans. Die technischen Aspekte um die Chronolithen sind zwar interessant, werden aber nur unzureichend erklärt. Spannend ist dagegen, wie die sozialen und ökonomischen Folgen ausgelotet werden, die mit den Chronolithen einhergehen. Wie verändern sich die Menschen, wenn ihnen ein Denkmal aus der Zukunft vor die Nase gesetzt wird? Sind die Ereignisse unvermeidlich oder kann man etwas dagegen machen? Sehr gut gefallen hat mir, wie sich die Welt in der nahen Zukunft auf eine Weise entwickelt, die sowohl logisch als auch überraschend ist. Damit hebt sich Robert Charles Wilson wohltuend von der Masse ab.
Das Ende kann nicht ganz befriedigen, deswegen gibt es einen Punkt Abzug, aber ich kann das Buch jedem empfehlen, der Wert legt auf gute Charaktere und eine flüssig geschriebene Story.
Sullivan