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Met-Magie: "Traumhaftes Land mit starker Aussage"

Geschrieben von Petra in PetraHartmann, 12 June 2022 · 49 Aufrufe
Movenna, Met

Eine sehr umfangreiche Rezension zu "Met-Magie" hat Rainer Wüst verfasst. Das Schöne: Er geht auf jede einzelne der Geschichten ein. Über meine "Blaubeerbrücke" schreibt er Folgendes:
"Die Autorin Petra Hartmann erzählt eine märchenhafte, blaubeerige Geschichte von Gier und Menschlichkeit. Ihre kritische Geschichte verzaubert sowohl inhaltlich als auch sprachlich und hat mich in ein fernes traumhaftes Land mitgenommen. Hier gefällt mir ebenfalls die starke Aussage am Schluss."
Dankeschön!

 

Über die gesamte Sammlung heißt es:
"Met-Magie ist eine gelungene Komposition von guten Autoren mit sehr unterschiedlichen Texten."

 

Er vergibt fünf Sterne und zieht folgendes Fazit:
"Dieses Buch ist unglaublich nuancenreich und übertrifft meine Erwartungen. Normalerweise gibt es in einer Anthologie unterschiedliche Qualitäten an Texten. Bei Met-Magie ist das anders. Der hohe Standard wird durchgehend gehalten und die Vielfalt der Texte ist außergewöhnlich. Ein lebhaftes und kurzweiliges Buch."

 

Die vollständige Rezension findet ihr hier:
https://www.amazon.d...ASIN=3862828336



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Splitter im Auge Gottes - Wie die Science Fiction den Ersten Weltkrieg erinnert - Teil 2 (#73)

Geschrieben von Sierra in Metaphernpark, 08 June 2022 · 350 Aufrufe
Weltkrieg, Science Fiction

Splitter im Auge Gottes - Wie die Science Fiction den Ersten Weltkrieg erinnert - Teil 2 (#73)

Dies ist der zweite Teil des Artikels "Splitter im Auge Gottes - Wie die Science Fiction den Ersten Weltkrieg erinnert" (Originalveröffentlichung im Jahr 2015). Zum ersten Teil geht es hier lang: klick! (bf)

 

Splitter im Auge Gottes - Wie die Science Fiction den Ersten Weltkrieg erinnert (Teil 2)

 

Vom Glück der Heimatfront

 

»Krieg bedeutet Frieden
Freiheit ist Sklaverei
Unwissenheit ist Stärke.«46

George Orwell: 1984 (1949)

 

Das bis heute anhaltende Interesse an Kulturerzeugnissen aus der Zeit vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg spiegelt sich auch in einer lesenswerten Filmstudie der Kulturwissenschaftlerin Britta Lange wider, die zu der Entstehungsgeschichte eines frühen Science-Fiction-Werks geforscht hat: Es handelt sich um den Film »Die Entdeckung Deutschlands durch die Marsbewohner« aus dem Jahre 1916. Obwohl er 1917 in deutschen Kinos und gekürzt auch im ›neutralen‹ Ausland gezeigt wurde, geriet er bis heute in Vergessenheit. Der ursprünglich ca. zwei Stunden lange Film wurde erst im Jahre 1971 ›wiederentdeckt‹, als das Filmmuseum Amsterdam eine Filmrolle mit einer stark gekürzten Filmfassung erhielt. Dass das Fragment bisher in der Filmforschung so wenig Aufmerksamkeit erregte, ist etwas verwunderlich, bedenkt man seinen Status als »das erste offizielle Filmwerk, das ausdrücklich für die deutsche Inlandspropaganda im Ersten Weltkrieg bestimmt war.«47 Allerdings ist ein Rezeptionshindernis möglicherweise, dass das Filmfragment bisher nur über das Amsterdamer Filmmuseum einsehbar ist.

 

Der Film erzählt eine Art Entdeckergeschichte. Es geht jedoch nicht um außerirdische Planeten, die von menschlichen Raumfahrer erforscht oder kolonisiert werden, sondern die Außerirdischen kommen auf die Erde, d.h. nach Deutschland.48 Georg Jacoby (1882 - 1953), der Regisseur, und Richard Otto Frankfurter (1873 - 1953), ein jüdischer Anwalt und der Drehbuchautor des Films, haben gut erkannt, dass die über die Außerirdischen vermittelte Konfrontation des Zuschauers mit den - wennauch stark idealisierten - Zuständen im eigenen Land zunächst humorvoll und anziehend wirken könnte. Frankfurters Filmfragment wird wie folgt eingeleitet49: Mavortin, ein marsianischer Journalist, erfährt über die Kabelnachrichten von Berichten französischer und englischer Herkunft (das Verständnis von Fremdsprachen bereitet den Marsianern keine Mühe), dass Deutschland von einer Hungersnot bedroht ist und seine Kapitulation kurz bevorsteht. Um diesen Gerüchten auf den Grund zu gehen, fliegen Mavortin und Marsilius mit einem Flugball zur Erde. Marsilius ist der Erfinder des ›Antibaryns‹, eines magisch anmutenden Mittelchens zum Einnehmen, das die Anziehungskraft des Mars aufhebt. Sie landen in München, in der Nähe der Frauenkirche. Bald darauf landet auch der Flugball Marsiliettas, der Tochter Marsilius´, auf der Erde, die den beiden Marsianern nachgeflogen ist. In München erleben die Marsianer deutsche Zucht und Ordnung, als sie eine Wachablösung vor der Feldherrnhalle bestaunen; überall sind gut gelaunte Menschen, Essen und Bier im Überfluss. Der gute Eindruck setzt sich in Berlin fort, wo sie vorbildlich geführte Fabriken und Versorgungseinrichtungen besuchen. Und auch Waffen, Zigaretten und Alkohol versinnbildlichen die Überlegenheit des Deutschen Reiches als Kriegspartei. Kein Wunder, dass in so einem fortschrittlichen Land schließlich die Romantik zu ihrem Recht kommt und Mavortin und Marsilietta sich verloben. Die Darstellung einer Rückkehr zum Mars ist im niederländischen Filmfragment nicht erhalten geblieben.

 

Interessant ist Langes Einordnung des Films in die Entwicklungsgeschichte der deutschen Filmpropaganda. Nachdem die Kriegsoffensive der Deutschen an der Westfront ins Stocken geriet, lancierte das Auswärtige Amt ab Mai 1916 eine »Filmoffensive« - obwohl Filme traditionell als ›Schund‹ abgelehnt wurden. Durch die von den Behörden protegierte, aber privat gegründete Mars-Film GmbH sollte auf die antideutsche Filmpropaganda in den gegnerischen Staaten reagiert werden. Überzeugend sind Langes Ausführungen zur Genrewahl. Schließlich ist es ja erstaunlich, dass die Filmmacher für ihren ersten Propagandafilm - zu Propagandazwecken dienten ansonsten Industriefilme und Lustspiele - auf eine phantastische Motivik setzten, die heutzutage dem Science-Fiction-Genre zugerechnet wird. Zudem ist zu fragen, warum ausgerechnet Außerirdische als »Botschafter deutscher Politik« taugen sollten.50 Lange akzentuiert hierbei vor allem bestimmte rezeptionsästhetische und kriegstaktische Intentionen, die auf die Beeinflussung des Zuschauers bzw. der öffentlichen Meinung in den neutralen Staaten abzielen: »Einen niederländischen, schweizerischen oder schwedischen Journalisten als neuen Berichterstatter über die Zustände im Deutschen Reich einzusetzen, konnte die deutsche Seite nicht wagen - hätten sie doch bei ihrer politischen, pro-deutschen Vereinnahmung jene Neutralität gerade infrage gestellt und sich vermutlich den Zorn der Neutralen zugezogen. Berichterstatter aus den verbündeten Staaten dagegen, aus der Monarchie, Österreich-Ungarn oder dem Osmanischen Reich, waren parteiisch. [...] Einen strategisch genialen Schachzug leistete also Frankfurters Drehbuch, indem es zur Erfindung einer scheinbar unantastbar neutralen Position auf einen politisch unbesetzten, leeren, nicht kartografierten Raum zugriff - den Weltraum.«51 Damit die Propaganda ihren Zweck erfüllt, müssen selbstverständlich die Zustände an der Heimatfront beschönigt werden: »Denn während im Kohlrübenwinter 1916 / 1917 die deutsche Bevölkerung hungerte, tafelte der Besuch vom Mars im Filmdeutschland geradezu unanständig gut und luxuriös.«52

 

Wenn man es schafft, für einen Moment von dem ideologischen und propagandistischen Impetus des Films abzusehen, ist Frankfurters Verwendung friedlicher Außerirdischenfiguren genregeschichtlich bemerkenswert. Lange weist selbst auf den Roman »Auf zwei Planeten« (1897) von Kurd Laßwitz (1848 - 1910) hin, der vernünftige und anthromorph dargestellte Marsbewohner imaginierte, die - um den Planeten Erde zu erkunden - eine Forschungsstation am Nordpol errichtet haben. Der Film lädt dazu ein, ihn gerade mit Blick auf die Motive und Themen der Science Fiction noch eingehender zu behandeln und mit anderen literarischen und filmischen Beispielen zu vergleichen.

 

Insgesamt ist festzustellen, dass Britta Lange mit ihrer Studie die Geschichtsschreibung des Science-Fiction-Genres im Film weiter ausdifferenziert hat. Auch wenn Frankfurters Filmfragment noch nicht - etwa über eine DVD-Version - der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ist beispielsweise jetzt schon klar, dass Fritz Langs »Metropolis« seinen immer wieder betonten Geltungsanspruch als erster deutscher Science-Fiction-Film verloren hat. Die Anfänge des deutschen Filmschaffens sind angesichts des Films »Die Entdeckung Deutschlands durch die Marsbewohner« komplexer und - wenn man so will - unrühmlicher. Auch Langes Ausführungen zur expressionistischen Ästhetik des Films, wodurch er besonders in den auf dem Mars spielenden Szenen an die Entwicklung der »künstlerischen Avantgarde« in Deutschland anschließt53, verweisen darauf, dass der Film keinen ›Solitär‹ in der Filmgeschichte darstellt, sondern einer weiteren systematischen Analyse seiner verschiedenen Gestaltungsebenen bedarf.

 

Die Mechanik der Macht

 

»Alek dreht sich um und spähte durch die verschwommenen Propellerblätter. Hinter ihnen zog eine Flotte Luftschiffe über die Berge: Kondore, Prädator-Abfangjäger und ein gigantisches Albatros-Kampflandungsschiff, unter dessen Gondel Segelflieger hingen. Ein gewaltiger Angriff aus der Luft, der abgestimmt war mit dem Eintreffen der Herkules und ihrer Späher aus Österreich.«54

 

Das Interesse der Autor*innen am Ersten Weltkrieg als Thema ist bis heute ungebremst. Dieses Interesse setzt sich ebenfalls ungebrochen fort im phantastischen Jugendbuch, das neumodisch von den Verlagen unter dem Label All-Ages verkauft wird. Bemerkenswert ist es, wie es einige Autoren vermögen, der Weltkriegs-Thematik auch in ästhetischer Hinsicht neue Facetten abzugewinnen. Exemplarisch möchte ich hier anhand von »Leviathan - Die geheime Mission«, dem ersten Band der reich illustrierten Jugendbuchtrilogie von Scott Westerfeld, aufzeigen, dass solche Jugendromane - selbst wenn sie verschiedene Erzählstile oder Genres vermischen - in ihrer Bezugnahme auf die Weltkriegsthematik nicht anspruchslos sein müssen. Westerfeld gelingt dies mittels eines phantastischen Abenteuerromans in der Tradition von Jules Verne, der in seinen Werken viele technische Erfindungen und ihre Anwendungsmöglichkeiten beschrieben hat, und einer alternativgeschichtlichen Handlung. Zusätzliche Leseanreize schaffen dabei die Motive des Steampunks und des Biopunks, die klug an das Weltkriegsthema angepasst werden.55

 

Scott Westerfeld schildert ein alternatives Europa am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Handlung geht von einem realen Ausgangspunkt aus - dem Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand vom 28. Juni 1914 -, um sogleich jedoch von der realen Geschichte abzuweichen. In Westerfelds Welt können der Thronfolger und seine Frau zwar den Anschlag der serbischen Revolutionäre überstehen, doch werden sie am selben Abend von noch Unbekannten vergiftet. Franz Ferdinand hat seinen vorzeitigen Exitus für nicht ganz unwahrscheinlich gehalten, sodass er einen sorgfältigen Fluchtplan für seinen Sohn Prinz Aleksander (Alek) erarbeitet hat. Fortan wird Aleksanders Flucht in einem kaiserlichen Kampfläufer, einer zweibeinigen, gepanzerten und benzinbetriebenen Kampfmaschine, geschildert. Er wird dabei begleitet von dem kaiserlichen Waffenmeister Graf Volger und dem Chefmechaniker Otto Klopp. Die Kultur und Kriegstechnologie des Habsburgerreiches ist - wie die des Deutschen Reiches auch - geprägt von einem beinahe blinden Vertrauen in die Vorteile der Dampfkraft und Mechanik, sodass sie sich selbst als Mechanisten bezeichnen. Das Ziel der Flucht vor den Verschwörern und der deutschen und habsburgischen Armee sind die Schweizer Alpen, - dort hat der Erzherzog in einer geheimen Festung eine Zufluchtsstätte eingerichtet.

 

Parallel dazu werden in einem zweiten Handlungsstrang die Abenteuer der britischen Halbwaisen Deryn geschildert, die sich - unter dem Namen Dylan und als Junge verkleidet - als Rekrut beim British Air Service bewirbt. Zwar verzichten auch das Britische Reich sowie ihre Bündnispartner Frankreich, Russland oder Belgien nicht auf den beschränkten Einsatz mechanischer Werkzeuge, doch fußt ihre wirtschaftliche und militärische Kraft auf der Massenfertigung von biotechnologischen Produkten, die durch Manipulation der DNA, den »Lebensketten«56, entstanden sind. So muss sich Deryn bei ihrer ersten fliegerischen Talentprobe in einen Huxley wagen, einer riesigen wasserstoffatmenden Flugqualle, die in der Funktionsweise mit einem Luftballon vergleichbar ist. Nachdem sie mit ihrem Flugtier unwetterbedingt weit von der Luftbasis abgetrieben wurde, wird sie schließlich von einem riesigen walartigen Luftschiff, der Leviathan, über den Wolken gerettet: »Der Körper der Leviathan bestand aus den Lebensketten eines Wals, doch in diese Schöpfung waren außerdem nahezu hundert andere Spezies mit eingegangen, zahllose Wesen, die sich zusammenfügen wie die Zahnräder einer Stoppuhr. Schwärme von Vogelschöpfungen umflatterten ihn - Kundschafter, Kämpfer und Räuber, die Nahrung herbeischafften. Deryn sah Boteneidechsen und andere Tiere, die über die Haut der Leviathan krabbelten.«57

 

In London nimmt die Leviathan eine weitere Passagierin an Bord - die Biologin Dr. Nora Barlow, die Enkelin des Evolutionstheoretikers Charles Darwins, der in Westerfelds Alternativgeschichte die DNA entdeckt hat. Deryn darf die Leviathan auf eine Geheimmission ins Omanische Reich begleiten. Als ihr Schiff von deutschen Abfangjägern über der Schweiz abgeschossen wird und in der Nähe von Aleksanders Zuflucht in den Alpen notlanden muss, werden Aleksanders und Deryns Geschichte zusammengeführt. Nachdem Aleksander und seine Mannschaft die Notlandung der Leviathan bemerken, versucht Aleksander den Schiffbrüchigen zu helfen. Nach einigen Missverständnissen finden beide Seiten heraus, dass ihre Differenzen nicht unüberbrückbar sind. Und so beteiligt sich Aleksanders Seite an der erfolgreichen Verteidigung der Leviathan, als zwei deutsche Zeppeline auftauchen. Da sie nunmehr mit einem massiven Angriff der Mechanisten rechnen müssen, lässt Aleksander zu, dass der Motor des Sturmläufers in die Leviathan eingebaut wird. Nur um Haaresbreite gelingt ihnen der Abflug und die Flucht in Richtung des Osmanischen Reiches.

 

Wägt man die phantastischen Gestaltungselemente miteinander ab, die Westerfelds Roman von den herkömmlichen ›realistischen‹ Weltkriegsromanen vorderhand unterscheiden, ist zu vermuten, dass besonders die Alternativgeschichte Leseanreize für die erwachsenen Leser*innen schafft, die in der Regel über ein höheres Maß an Weltwissen verfügen. Dies gelingt beispielsweise in der spielerischen Auseinandersetzung mit bekannten historischen Ereignissen, wie es nur in der phantastischen Literatur möglich ist. Hier soll exemplarisch auf das Attentat auf das Thronfolger-Paar hingewiesen werden, hinter dem die Verschwörung der eigenen Leute steht. So wird letztlich auch Alek zum Spielball der Großmächte, wie der Wildgraf ihm gegenüber betont: »›[...] Ihr Vater wurde ermordet, weil er ein Mann des Friedens ist, und die Deutschen wollten den Krieg. Sie sind lediglich ein Postskriptum der Geschichte.‹«58 Dass dieser Initialpunkt zwar phantastisch, aber nicht märchenhaft-abseitig ist, zeigt hierbei außerliterarisch der weitgehende Forscherkonsens über die deutsche und habsburgisch-österreichische Verantwortlichkeit für den Kriegsausbruch des Ersten Weltkrieges. Und zwar konnte es einzelnen Politikern und Militärs von Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich mit dem Kriegseintritt tatsächlich nicht schnell genug gehen. Die Gründe dafür waren vielfältig. Zum einen fühlte sich das Deutsche Reich von den Russen, Franzosen und Briten (Triple Entente) wegen seiner Aufrüstungspolitik unter Druck gesetzt. Innenpolitisch empfand das Habsburger Reich die slawischen Autonomiebestrebungen als besonders problematisch, während sich die Deutschen vor der wachsenden Macht der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratischen Partei (SPD) fürchteten. Dies wird von dem Historiker Volker Berghahn durch die höchst aufschlussreiche Notiz eines deutschen Staatssekretärs vom Mai 1914 belegt, der von einem Konsens zwischen dem österreichischem Generalstabschef Franz Conrad von Hötzendorf und dem preussisch-deutschen Generalstabschef Helmuth von Moltke berichtet, die einen baldigen Kriegsbeginn als wünschenswert erachteten und selbst einen Präventivkrieg nicht ausschlossen.59 Folgerichtig wurde das Attentat auf den serbischen Thronfolger zu einer willkommenen Gelegenheit, bei der einzelne wichtige Verantwortungsträger den österreichischen Regenten Franz Joseph dahingehend beeinflussen konnten, Serbien ein Ultimatum zu stellen, dessen Annahme für Serbien - erwartungsgemäß - nicht akzeptabel war. Auch im Roman »Leviathan - Die geheime Mission« scheint der Krieg als Machtkonflikt hervor, der auf dem Rücken der einfachen Menschen ausgetragen wird.60

 

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(Flugplatz Johannisthal Luftschiffhallen. Franz Fischer. Copyright: Gemeinfrei. Bildquelle: klick!)

 

Die Steampunk-Ästhetik des Romans schafft nicht nur Leseanreize für die jungen Leser*innen. So lässt sich die im Roman phantastisch überdimensonierte Mechanisierung - die Sturmläufer erinnern frappant an die Ästhetik der Walker aus dem Star Wars-Universum - im Kontext der Weltkriegsliteratur durchaus als Sinnbild der technisch beförderten »Totalisierung des Krieges« sehen.61 Bekannterweise degradierte moderne Waffentechnologie wie das Maschinengewehr den einzelnen Soldaten zum ›Strichmännchen‹. Zudem entlarvte der standardmäßige Einsatz der MG mitunter die Hoffnungen der Generäle aller Kriegsparteien auf einen Blitzkrieg als Illusion.62 Man denke etwa an das Massensterben in der Schlacht an der Somme (Picardie) im Sommer 1916. Nachdem die Briten die Stellungen der Deutschen tagelang mit ihrer Artillerie bombardierten, folgte am 1. Juli 1916 ein Sturmangriff unter der falschen Annahme, auf keinen nennenswerten Widerstand des Gegners zu stoßen. Aufgrund der Tiefe ihrer Unterstände konnten viele deutsche Soldaten den Bombenangriff überleben und die Briten vice versa mit ihren MGs unter Dauerfeuer nehmen: »So kam es, dass von den 60000, die mit den ersten Wellen durchs Niemandsland stürmten, die Hälfte innerhalb einer halben Stunde entweder getötet oder verwundet in die Granattrichter fiel. Die Verteidiger verloren derweil 8000 Mann.«63 Dies lässt sich sinnbildlich auch an der Handlung des »Leviathan«-Romans ablesen, der in den Kampfschilderungen im Kern letztlich immer wieder den Gegensatz zwischen einem menschlichen David und dem technischen Goliath wiederholt. So beobachtet Alek aus der Gefechtszentrale des Sturmläufers, welche verheerenden Schäden ihre Maschine unter einer feindlichen Reitergruppe anrichtet, die sie auf ihrem Weg in die Alpen verfolgt: »Die Kanone unter ihm donnerte - dann spritzte kurz hinter den Reitern eine Fontäne aus Erde und Rauch in die Höhe. Vergleichbar mit dem Einschlag eines Steins im Wasser, der um sich herum Kreise zieht, wallte eine Woge durch das Getreide, und zwei Pferde gingen zu Boden und warfen ihre Reiter ab.«64

 

Weiterhin lassen die Kampfläufer der Mechanisten mit ihrer unmenschlichen Zerstörungskraft an den Beginn des Panzerkampfs während des Ersten Weltkriegs denken. Ab 1915 produzierten die Engländer und Franzosen die ersten gefechtsbereiten Panzer der Militärgeschichte, während die deutsche Seite den Panzer wegen seiner mangelhaften Mobilität im Prinzip bis zum Kriegsende unterschätzte. Dass dies ein tödlicher Fehler war, mussten die Deutschen bei der Schlacht bei Amiens am 8. August 1918 am eigenen Leib erfahren, als britische Panzer und Kettenfahrzeuge die deutschen Stellungen durchbrachen und zu der ungeheuren Verlustzahl von 30000 deutschen Soldaten an einem Tag beitrugen.65 Dachte man seit dem Kalten Krieg, dass sich der Bürger nur noch vor dem atomaren Rüstungswettlauf fürchten müsse und dass die Ära der Panzerschlachten längst passé sei66, lehrte erst vor kurzem die hybride und auf Panzerfahrzeugen basierende Kriegsführung eines Vladimir Putins das Gegenteil. Über die Ebene der Handlung hinaus nimmt also Westerfelds Roman an diesem waffentechnologischen Diskurs teil und bezieht kritisch Stellung - soweit das natürlich im Medium des unterhaltsamen Abenteuerromans für junge Leser*innen möglich ist.

 

Ein anderes Mitteleuropa

 

»Bella gerant alii, tu felix Austria nube. - Kriege führen mögen andere, du, glückliches Österreich, heirate.«68

 

Man kann Kriege auf verschiedene Weise verurteilen: Etwa indem man ihre Unmenschlichkeit beschreibt, fotografiert oder ihre ökonomischen Folgekosten verdeutlicht, um an die Vernunft des rationalen Akteurs in einem Krieg zu appellieren. Wie verhält es sich aber mit kulturellen und gesellschaftlichen Werten, die in Kriegen unwiederbringlich verloren gehen und wie die Toten der Kriege niemals auferstehen können? Solche Welten zu rekonstruieren oder darüber zu spekulieren, wie sie sich in Zeiten des Friedens hätten entwickeln können, ist nur in der Literatur denkbar. Auf humorvolle, manchmal sehr ironische Weise verneigt sich der Journalist Hannes Stein darum in seinem Erstling »Der Komet« vor Mitteleuropa als einem multikulturellem ›Atlantis‹, das der Erste Weltkrieg und sein historisches Bedingungsgefüge unmöglich gemacht hat. Wer über Mitteleuropa schreibt nimmt damit zwangsläufig an einem literarischen Diskurs teil, dessen Kernbegriff damals wie heute umstritten ist. Dies gilt bereits in geographischer Hinsicht: So weist die Slawistin Csaba G. Kiss in ihrer beinahe paradoxen Definition auf die vagen Grenzziehungen Mitteleuropas hin: »One of the characteristics of Central Europe is that its frontiers are not defined precisely. All that is certain in linguistic, cultural and consequently literary terms is that it has a German half and another half which is represented by a series of small peoples - starting with the Poles, through the Czechs, Slovaks, Hungarians to Slovenes, Croats, Serbs, Rumanians, and Bulgarians.«69 Gleichwohl herrscht in der Forschung ebenfalls Konsens, dass es zum einen die ›kulturellen Unterschiede‹ sind, die die Eigenständigkeit Mitteleuropas ausmachen. Zum anderen ist es ein gemeinsames historisches Erfahrungsreservoir, in dem nationale Kriege und Vertreibungen mitteleuropäischer Völker seit dem 18. Jahrhundert und die Erfahrung der versuchten Ausmerzung des Geistes der Aufklärung in den totalitären Systemen des 20. Jahrhundert eine besondere Rolle spielen.70 Es spricht einiges dafür, dass diese historischen Prozesse eine mitteleuropäische Sicht- und Schreibweise geprägt haben, die für das Streben nach Freiheit und den aufgeklärten Trotz gegenüber Fremdenhass Partei ergreift.71

 

Steins »Der Komet« ist - wie die folgenden Überlegungen zeigen sollen - eine interessante und originelle Auseinandersetzung mit Mitteleuropa als Kultur- und Werteraum. Dabei hat Stein keinen typischen Unterhaltungsroman verfasst, man stelle sich ihn eher wie ein literarisches Polyptychon vor, das in zwölf Kapiteln und einem Epilog die Utopie eines friedlichen Mitteleuropas entwirft als melting pot der Kulturen, Sprachen und Ideologien, das es vor dem Ersten Weltkrieg zumindest in einigen Aspekten zu werden versprach. Während die USA noch immer ein »riesiges Land voller Cowboys, Goldgräber und Hinterwändler«72 ist, steht die k.u.k.-Monarchie73 in kultureller Blüte. Kurzum: »›Wien ist centru von Kosmos!‹«, wie es ein rumänischer Taxifahrer im Roman ausdrückt.74 Die Handlung wird alternativgeschichtlich in die Zukunft, ins Jahr 2000, verlängert. Im Zentrum der Handlung steht Alexej von Repin, ein armer Student der Kunstgeschichte in Wien, der sich bei einem literarischen Matinee in die jüdische Gastgeberin Barbara Gottlieb verliebt. Obwohl diese Liebe recht unwahrscheinlich ist, weil Barbara verheiratet und eine stadtbekannte Gesellschaftsdame ist, flammt dennoch eine Romanze auf. Die Gelegenheit dazu ist nicht ungünstig, muss David ›Dudu‹ Gottlieb, Barbaras Ehemann und Astronom am Hofe, wegen eines nicht näher erläuterten Notfalls eine dienstliche Flugreise zum Mond unternehmen. Zudem ist Barbaras und Dudus Ehe in erotischer Hinsicht ziemlich eingeschlafen. Auf dem Mond angekommen, erfährt Duda, dass sich ein Komet in Form einer riesigen Eiskugel auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Bald darauf erhält die Menschheit die Schreckensbotschaft, dass sie schon im nächsten Jahr mit ihrer vollständigen Vernichtung rechnen muss; wobei Wien zum Epizentrum wird. Weil Dudu seine Rückkehr bis zum Neujahrstag aufschiebt, können Barbara und Alexej ihre Romanze ausleben, um schließlich nach einem Besuch der Operette »Die Fledermaus« getrennte Wege zu gehen. Barbaras Intermezzo scheint für ihre Ehe zunächst keine negativen Konsequenzen zu haben. Ganz im Gegenteil: Im September des Jahres 2001 bringt Barbara ein Kind auf die Welt. Denn Dudu hatte schon auf seiner Rückreise beschlossen, von Gott eine Rechtfertigung für sein Nicht-Tun (Theodizee) zu verlangen. Ihr Kind soll also - ein amüsanter Clou des Romans - zum Weltretter werden und einen Gnadenakt Gottes evozieren. Nach der Geburt ist Dudu darum bester Laune: »Er tänzelte mit seinem Winzling durch den Salon und hoffte, dass Gott - der riboine schel oilom, der Herr der Welt - ein Einsehen haben würde.«75

 

In einer weiteren Parallelhandlung wird über den Psychoanalytiker Dr. Anton Wohlleben berichtet, der einen rätselhaften Patienten behandeln muss: Den Ingenieur August Biehlolawek plagen die schlimmsten Weltuntergangsvisionen: »Ihm träumte, Europa sei von einem oder (warum nicht gleich drei oder vier?) Kriegen verwüstet worden, die Kultur liege in rauchenden Trümmern, der Kaiser residiere nicht mehr in Schönbrunn; von der Alten Welt sei nicht einmal mehr eine Erinnerung übrig geblieben - alles wüst und leer«.76 Zum ständigen Inventar dieser Träume gehören zudem Reichsdeutsche, die schreckliche Untaten an Juden begehen. Ein solcher Geschichtsverlauf verursacht bei Wohlleben und seinen Gesprächspartnern im Kaffeehaus, dem Erzherzog und dem Oberrabiner von Wien, nur Stirnrunzeln: Wegen der eher folkloristisch als militärisch ausgerichteten k.u.k.-Armee, des wirtschaftlichen Aufeinanderangewiesenseins der Mitteleuropastaaten und des Respekts vor den Deutschen als ›Kulturvolk‹ halten sie diese Träume allesamt für Nonsens.77 Um das Verhalten seines Patienten zumindest im Ansatz verstehen zu können, erfindet Wohlleben das theoretische Konzept des Todestriebs, - das in unserer Realität bekanntlich von Sigmund Freud unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs entwickelte wurde. Daraufhin erfährt Wohlleben von einen ähnlichen Fall aus Georgien, der mit dem berühmten - obzwar in seiner Jugend kriminellen - georgischen Dichter Soselo (eigentl. Josef Stalin) zu tun hat. In den »morbiden Fantastereien«78 des Patienten zeichnet sich Soselo - auf ungeheure Weise zum Anführer des Zarenreiches aufgestiegen - für die schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich: »Soselo hat in den Träumen meines Patienten Abermillionen Russen, Polen, Balten, Juden, Deutsche, auch Grusinier nach Sibirien deportiert.«79 Da ihm auch sein georgischer Kollege keinen entscheidenden Behandlungstipp geben kann, muss Wohlleben resignieren: Weil das Weltuntergangsträumen unheilbar zu sein scheint, entlässt er den Patienten aus seiner psychologischen Praxis, nicht ohne zuletzt mit Morphium zumindest seinen Schlaf zu fördern. - Was diesen zu einem Bruder im Geiste der verletzten Weltkriegssoldaten in der realen Welt werden lässt, die mit schweren Narkotika zur Schmerzlinderung behandelt wurden. Im Epilog erfahren wir, dass die Weltkatastrophe - zum Betrüben einiger Schaulustiger - ausfällt, als der Komet wider Erwarten in der Atmosphäre verglüht. Unter der Vielzahl der Spekulationen ragt eine naturwissenschaftliche Deutung dieses Ereignisses heraus. Demnach zerbarst der Komet, weil er auf seinem Kollisionskurs zu einem bestimmten Zeitpunkt gleich starken Gravitationskräften des Mondes und der Erde ausgeliefert war. Doch Wien wäre nicht Wien, wenn die religiösen Autoritäten dafür nicht die große Weisheit Gottes plausibilisieren würden, der selbst vor der Indienstnahme der Naturgesetze nicht Halt macht.

 

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(Great comet of 1901, C/1901 G1 (27 minute exposure). Photograph taken on the United States Naval Observatory expedition to Sumatra. Barnard, Edward Emerson (1857-1923). Copyright: Gemeinfrei. Bildquelle: klick!)

 

Wie ich oben andeutete, ist Steins Werk eine Art literarischer Reiseführer durch ein Mitteleuropa, wie es vielleicht einmal hätte sein können. Der Ausfall des Krieges hat zu tun mit einer anderen Abweichung von den realen Gegebenheiten im Vorfeld des Krieges: Zwar wird ein Anschlag auf Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau in Form eines Bombenattentats verübt, doch hat dieser die Bombe mit seinen Händen (!) abprallen lassen, sodass sie auf der Straße explodierte und keinen Schaden anrichtete. Ganz unprätentiös hat anschließend Franz Ferdinand mit dem Ausspruch »Ich bin doch nicht bescheuert, ich fahre wieder heim.«80 den Wagen wenden lassen und so auch den Krieg abgewendet. Die alternativgeschichtliche Weltkarte stellt sich im Jahre 2000 daher wie folgt dar: Während Frankreich, die Schweiz und San Marino als einzige republikanische Staaten in Europa ein Bündnis schmieden, wird die Welt im Übrigen von dem Zarenreich, dem British Empire, Österreich-Ungarn und einem vor allem in technischer Hinsicht übermächtigen Deutschland dominiert. Die USA ist zwar auch eine Republik, technologisch allerdings weit abgeschlagen. Zwar wird allenthalben dem Kolonialismus gefrönt, doch akzeptieren das die meisten Minderheiten, weil ihnen in den modernen Monarchien die größte kulturelle und politische Autonomie gewährt wird. In diesen Zeiten friedlicher, wirtschaftlicher Koexistenz ist das Deutsche Reich vergleichbar mit einem gewissen bayerischen Fußballclub aus der realen Welt: es ist zwar nicht überall beliebt, aber man hat immer Respekt vor seinen Leistungen und Erfolgen. Den Deutschen gelingt es jedenfalls, ihre »Großmannssucht«81 - wie es an einer Stelle im Buch heißt - auf friedliche und ökonomisch gewinnbringende Weise zu kanalisieren, was sich in der erfolgreichen Mondlandung am 27. März 1945 und der Kolonisierung des Mondes ausdrückt. Zu den gelungensten Pointen des Romans gehört es darum, dass sich Dudu im Flughafengebäude noch einer Grenzkontrolle unterziehen muss, weil der Mond Eigentum des Deutschen Reiches geworden ist: »Unsichtbar erstreckte sich eine politische Grenze durchs stille kalte All.«82

 

Unterm Strich lässt sich zusammenfassen, dass die Stärke des Romans auch seine Schwäche darstellt. Der Roman ist als Mitteleuropa-Porträt sehr überzeugend, weil es so kenntnisreich und ausgewogen verfasst ist. Dieser Detailreichtum geht aber zu Lasten der durch lange Informationstexte zerstückelten Handlung, die wenig eigene Spannung aufkommen lässt, und der Hauptfiguren, die kaum zur Identifikation einladen. Dabei funktioniert die so harmlose Liebesgeschichte zwischen der grande dame und dem studentischen Nobody, die mit der Heimkehr Dudus taggenau ihr Ende findet, noch am ehesten als spiegelbildliche Untermalung der »Gemütlichkeit«83 des mitteleuropäischen Wiens, das schon immer lieber Kompromisse machte als in Kriege zog. Und doch bleibt Steins utopisches ›Andachtsbild‹ - in dem es den Ersten Weltkrieg nicht gegeben hat und auch Hitler und Stalin der alternativen Geschichte nicht einmal eine Fußnote wert sind - trotz seiner Statik auf eigentümliche Weise faszinierend.

 

Brückenschläge in die Vergangenheit - Fazit

 

In den letzten Jahren hat die Veröffentlichungszahl phantastischer Alternativweltromane, teilweise auch zum Weltkriegsthema, stark zugenommen. Darunter sind Romane, die den Ersten Weltkrieg vornehmlich als Vorlage für die Inszenierung von Kriegs-Action nutzen und sich dabei auf das Interesse an ›wichtigen Männern‹ und ›großen Armeen‹ beschränken. Andere Romane sind gar Machwerke mit revisionistischen Wirkungsabsichten, indem sie die deutsche Verantwortlichkeit für den Ersten oder Zweiten Weltkrieg schmälern oder gänzlich in Abrede stellen, - zurecht wurden sie auch im »SF-Jahr« kritisch betrachtet.84 In dem vorliegenden Aufsatz bin ich bewusst einen anderen Weg gegangen, um nach der Erwähnung einiger frühen Werke der Weltkriegsliteratur aktuelle alterativgeschichtliche Romane vorzustellen, die eher ausgewogen und innovativ den Ersten Weltkrieg bzw. die durch ihn ausgelöste Vernichtung von Kulturen und Gesellschaften thematisieren. Auch wenn die Gültigkeit des zu Beginn dieses Artikels zitierten Ausspruchs von Stefan Zweig unumstößlich ist, vermag auch die phantastische Literatur an den Ersten Weltkrieg zu erinnern. Die von der Science Fiction angestrebten Brückenschläge in die Vergangenheit sind nicht zuletzt lehrreich, indem sie dank ihrer verfremdenden Motivik und alternativer Handlungsführung ein Licht auf bestimmte Kriegsursachen wie den Imperialismus und den ›Technik-Overkill‹ werfen, ohne den die Grausamkeiten des Ersten Weltkriegs in einem solchen Ausmaß nicht möglich gewesen wären. So gesehen können die vorgestellten Werke auch vieles über die heutige Zeit aussagen, in der Neo-Imperialismus85, ethnische Auseinandersetzungen oder eine längst ›börsennotierte‹ Aufrüstungsspirale eine neue Blütezeit erleben. (bf)

 

[Erstveröffentlichung dieses Artikels im "Science Fiction Jahr 2015", hrsg. von Hannes Riffel und Sascha Mamczak. Berlin: Golkonda, 2015. S. 471-501.
Bildquelle "Entry Image": klick!]

 

Hier besprochene Schwerpunkttitel:

 

Ernst Jünger: In Stahlgewittern. Historisch-kritische Ausgabe. Hrsg. von Helmuth Kiesel. Band 1. Stuttgart: Klett-Cotta, 2013.
Britta Lange: Die Entdeckung Deutschlands. Science Fiction als Propaganda. Berlin: Verbrecher Verlag, 2014.
Walter Müller: Wenn wir 1918.... Eine realpolitische Utopie. Rostock: BS-Verlag, 2003.

Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1998.
Hannes Stein: Der Komet. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2014.
Scott Westerfeld: Leviathan. Die Geheime Mission. Über
s. von
Andreas Helweg. München: Heyne, 2011.

 

Anmerkungen
46 George Orwell: 1984. Frankfurt/M; Berlin, 1990. S. 27. (Dort in Großbuchstaben.)
47 Britta Lange: Die Entdeckung Deutschlands. Science Fiction als Propaganda. Berlin: Verbrecher Verlag, 2014. S. 7.
48 Wichtiger Vorläufer dieses Subtypus der Science Fiction ist beispielsweise Voltaires phantastische Erzählung »Micromégas« (1752), in der die Eindrücke von Außerirdischen vom Planeten Saturn geschildert werden, als sie die Erde besuchen.
49 Ein hypothetische, aber sehr wahrscheinliche Handlung des ganzen Films rekonstruiert Lange soweit möglich anhand von damaligen Filmrezensionen und anhand der Zwischentitel einer erhalten gebliebenen Zensurkarte aus dem Jahre 1924. Vgl. zu der folgenden Inhaltsangabe ausführlich: Lange 2014, S. 8.
50 Lange 2014, S. 36.
51 Ebd., S. 39 f.
52 Ebd., S. 54.
53 Ebd., S. 69.
54 Scott Westerfeld: Leviathan. Die Geheime Mission. München: Heyne, 2011. S. 431.
55 Die nicht nur auf Literatur beschränkte Subkultur des Steampunks kann als Imagination einer Alternativwelt verstanden werden, »in der die viktorianische Zeit, Kultur, Ästhetik vorherrschend ist, sich die Technologie aber weiterentwickelt hat.« (Alex Jahnke und Marcus Rauchfuß: Steampunk. Kurz & geek. Köln: O´reilly, 2012. S. 16). Der sogenannte Biopunk imaginiert dagegen Welten, die im Zuge biotechnologischer Experimente (z.B. Klonen) nachhaltig verändert worden sind.
56 Westerfeld (2011), S. 83.
57 Ebd., S. 83.
58 Ebd., S. 246.
59 Der Staatssekretär berichtet: »Die Aussichten in die Zukunft bedrückten ihn [Moltke] schwer. In 2 bis 3 Jahren werde Russland seine Rüstungen beendet haben. Die militärische Übermacht unserer Feinde wäre dann so groß, dass er nicht wüsste, wie wir ihrer Herr werden könnten. Jetzt wären wir ihnen noch einigermaßen gewachsen. Es blieb seiner Ansicht nach nichts übrig, als einen Präventivkrieg zu führen, um den Gegner zu schlagen, solange wir den Kampf noch einigermaßen bestehen könnten. Der Generalstabschef stellte mir demgemäß anheim, unsere Politik auf die baldige Herbeiführung eines Krieges einzustellen.« (Berghahn 2006, S. 29)
60 So erklären Graf Volger und Aleksander dem Kapitän der Leviathan, dass der Kaiser »›den Krieg als Gelegenheit benutzt, sich missliebiger Feinde zu entledigen. Wir sind keine Deserteure, sondern waren zur Flucht gezwungen.« (Westerfeld 2011, S. 345)
61 Berghahn 2006, S. 68.
62 »Hielt der französische General Ferdinand Foch das MG vor 1914 noch für eine ideale Angriffswaffe, lehrte die Erfahrung an der Westfront schnell das Gegenteil. Mit einigen MGs ließ sich so gut wie jeder Sturmangriff des Feindes abwehren.« (Ebd., S. 40)
63 Ebd., S. 70.
64 Westerfeld 2011, S. 153.
65 Vgl. http://www.welt.de/w...hwarze-Tag.html [abgerufen: 5.5.2015]. Nicht verwunderlich, dass der Infanteriegeneral Erich Ludendorff als tonangebendes Mitglied der Obersten Heeresleitung den 8. August 1918 als »schwarzen Tag des deutschen Heeres« bezeichnete. (Ebd.)
66 Dies spiegelt sich auch in der deutsch- und englischsprachigen Science Fiction wider: Vgl. Heinz J. Galle: Fehlstart ins Atomzeitalter. Lüneburg: Dieter von Reeken, 2013.
67 Vgl. http://www.derwesten...id10036437.html [abgerufen: 5.5.2015].
68 Mit dem Spruch wurde die umsichtige (Heirats-)Politik des Habsburger Reiches gelobt. http://www.habsburge...ix-austria-nube [abgerufen: 5.5.2015].
69 Csaba G. Kiss: Central European Writers about Central Europe. Introduction to a Non-Existent Book of Readings. In: George Schöpflin und Nancy Wood (Hrsg.): In Search of Central Europe. Cambridge / England: Polity Press, 1989. S. 125 - 136, hier: S. 128.
70 Vgl. Stefan H. KaszyÅ„ski,: Der literarische Mythos von Mitteleuropa. In: Ders. (Hrsg.). »Österreich und Mitteleuropa. Kritische Seitenblicke auf die neuere österreichische Literatur.« PoznaÅ„: Wydawnictwo Naukowe Uniwersytetu Im. Adama Mickiewicza, 1995. S. 13-26, hier: S. 15.
71 Dies spiegelt sich im Falle verschiedener Autoren auch in der Science Fiction wider. Vgl. Bartholomäus Figatowski: Zwischen utopischer Idee und Wirklichkeit: Kurd Laßwitz und Stanislaw Lem als Vertreter einer mitteleuropäischen Science Fiction. Wetzlar: Förderkreis Phantastik in Wetzlar e.V., 2004.
72 Hannes Stein: Der Komet. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2014. Klappentext.
73 K.u.k. ist eine Abkürzung für ›kaiserlich und königlich‹, womit die im Jahre 1867 entstandene Österreichisch-Ungarische Monarchie gemeint ist.
74 Ebd., S. 2.
75 Ebd., S. 233.
76 Ebd., S. 77 f.
77 »Sie fanden keinen welthistorischen Unfall, der den Fortschritt im k.u.k. Reich hätte aufhalten können«. (Ebd., S. 147)
78 Ebd., S. 179. (Hervorhebung beseitigt.)
79 Ebd., S. 179. (Hervorhebung beseitigt.)
80 Ebd., S. 222.
81 Ebd., S. 211.
82 Ebd., S. 31.
83 Ebd., S. 55. (Hervorhebung beseitigt.)
84 Vgl. Dierk Spreen: Reichsflugscheiben und Wehrmachtsmythen. »Stahlfront« - rechtsextreme Unterhaltung als Science Fiction? In: Sascha Mamczak und Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2009. München: Heyne, 2009. S. 425 - 468.
85 So warnen selbst konservative Historiker wie Arnulf Baring vor dem »russischen Imperialismus alten Stils« http://www.welt.de/v...schem-Hass.html [abgerufen: 5.5.2015].



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Leseliste - von Ostern bis Pfingsten 2022

Geschrieben von T.H. in Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten, 04 June 2022 · 284 Aufrufe

Eigentlich ist das ja eine schöne, erwartungsvolle Zeit - Frühling und so. Doch schön ist es halt nicht, was aktuell so abgeht. Außerdem war das jetzt auch für mich persönlich keine sooo schöne Zeit - Gesundheit und so.
Na ja, aber gelesen habe ich doch was - Literatur löst keine Probleme, rettet nicht die Welt - aber vielleicht die eigene Seele.
Der "Lektüreplan" stand zum großen Teil noch im Zeichen unserer Sonderhefte zu "100 Jahre Aelita"; bei Interesse bitte ich um Beachtung des Plakates hier. Aber nicht nur...

 

Vladimir Sorokin: „Manaraga. Tagebuch eines Meisterkochs“
Eine komische Dystopie, die aber ganz normal erzählt wird. Fast untypisch vor Sorokin, wobei die Ausgangsidee echt seltsam ist: In naher Zukunft werden keine Bücher mehr gedruckt. D.h. aber nicht - wie ich erst dachte - Bücher an sich wären verboten / verpönt / vergessen, es geht nur um auf Papier gedruckte Werke. Die alten, antiquarisch noch verfügbaren, werden jetzt als „Kohle“ für dekadente, superteure und quasi illegale „Kochshows“ verwendet.
Da 90 % aller Bücher (auf Papier) verschwunden sind, sollen die verbleibenden 10 % in Messen vor allem aufbewahrt bleiben, aber Kriminelle rauben die und verhökern die an diese Spezialköche. Der Protagonist ist so ein Koch der um die Welt jettet und bei der gut zahlenden bürgerlichen Kundschaft Abende veranstaltet, an denen Seite für Seite - hey, das ist eine Kunst! - ein Buch verbrennt und über diesem Feuer ein zauberhaftes Menü zubereitet.
Und das auf 250 Seiten. Da muss man durch. Ist eher nicht spannend. Interessant sind die in Nebensätzen eingestreuten Zukunftsprognosen. Wir leben in der 2. Hälfte des 21. JH, in einer Nachkriegszeit in Europa / auf der Welt. Russland, die EU sind zerfallen. Der Lack ist ab. Man spricht von neuem Mittelalter in manchen Regionen, bzw. dem Bestreben, dieses schon wieder zu beenden. Nehme an, dass der Roman in den Tulluria-Zyklus gehört. Aber so richtig kann ich das nicht verorten.
Weiß nicht, so ganz hat mich das Buch nicht überzeugt, ich vergebe mal 7 / 10 Punkten

 

Masha Geesen: „Die Zukunft ist Geschichte“
Nach soviel russischer SF nun noch etwas Aktuell-Historisches, um zu verstehen, was da „in Moskau“ los ist. Als ich das Buch in die Hand nahm - es liegt schon sehr lange auf dem SUB - ahnte ich nicht, dass es so viel birgt. So viel Neues, Erleuchtendes, Erklärendes. Was seine Wirkung anbelangt möchte ich es mit der Lektüre von „Das Ende eines Jahrhundertmythos“ von Michael Schneider, dass ich kurz nach der „Wende“ las und das für mich ein Augenöffner war.
So also auch dieses Buch über die neuere Geschichte Russlands (quasi ab 1990, aber auch etwas davor, bis ca. 2015), die anhand einiger Personen erzählt wird, die als so ca. Mitte der 80er Geborene den Untergang der SU und was danach kam miterlebten, miterleben mussten.
Das Buch raubt die letzten Illusionen, die man vielleicht über Russland und die Gesellschaft und Staat dort hatte. Die Autorin - bzw. ihre Interviewpartner/innen - zeigen eindringlich die „Traditionslinien“ auf. Und im Grunde braucht man sich über das, was gerade aktuell passiert, überhaupt nicht wundern. Hätte ich das Buch mal früher gelesen!
11 / 10 Punkte

 

Albert Sánchez Piñol „Der Untergang Barcelonas“
Mein 3. Piñol. Diesmal gar keine Phantastik, sondern eine Art historischer Schelmenroman. Na ja, Schelm - der Protagonist ist Festungsbau-Ingenieur / Architekt. Anhand seiner abenteuerlichen Biografie erlebt der Leser eine Stück Weltgeschichte um die Wende vom 17. zum 18. Jh. mit. Für mich durchaus interessant, weil ich über die Verhältnisse im nachkolumbianischen Spanien kaum was wusste, außer dass das Land die Welt-Geltung (Große geographische Entdeckungen - und Eroberungen) kontinuierlich verlor und in spätmittelalterlicher Inquisition verharrte. Dass es eine „Spanien“ lange so gar nicht gab, war mir zwar schon bekannt, aber nicht bewusst, was das auch bedeutet.
Der Roman spielt wohl heute für die Leute in Katalonien eine gewisse Rolle; jetzt ahne ich, warum.
Insgesamt hat mich der Roman nicht so gefesselt, wie seine phantastischen Geschichten.
7 / 10 Punkte

 

Kurt Vonnegut: „Schlachthof 5“
Hörbuch, gelesen von Jan Josef Liefers
Dies Jahr ist der 100. Geburtstag des Meisters. Jetzt endlich will ich ihn mal verstärkt lesen. Bisher bin ich über das Werk hier und einige Erzählungen nicht hinausgekommen. Und sein letztes Büchlein, „Mann ohne Land“, das ja so eine Art Zusammenfassung seiner Grundhaltung darstellt, habe ich gelesen.
Habe also mit dem Buch begonnen, dass ich eigentlich schon kannte, gelesen, als Hörspiel (glaube ich ich), als Film und vielleicht demnächst als Comic.
Der ziemlich kurze Roman hat es ja mächtig in sich, die verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen, persönliche historische Aufarbeitung und SF, Anti-Kriegsroman und Draufsicht auf den (Trivial-) Literaturbetrieb - was kann der Roman nicht? Das Teil kann man sich durchaus mehrmals „antun“.
8 / 10 Punkte

 

einzlkind: „Minsky“
Tja, was habe ich davon versprochen? Ein SF-Roman mit Anspruch, mit Antworten. Und? Ist dann doch nur so ein Zeitgeist-Roman mit hipper Sprache. Soll lustig sein. Fand ich aber nicht.
Dabei fing es sehr interessant an mit der weißhaarigen, asexuellen Wiedergeburt Gottes (?), Tochter einer Prostituierten, deren Vater unbekannt ist. Sie und ein Superwissenschaftler basteln - nein, keine künstliche - sondern die Intelligenz, bzw. eine. Denn es gibt noch andere. Z.B. Ada, die nach der Tochter Byrons benannt wurde. Minsky dürfte dann - das müsste man mal Dietmar Dath fragen - nach dem Intelligenzforscher gleichen Namens benannt sein.
Ansonsten ist das eine nicht wirklich unlustige Aufzählung von und Abrechnung mit den gegenwärtigen Zeitgeistthemen - FFF, Sprache, PC und sowas.
Der Grundgedanke: Wenn die Intelligenz (also schon die künstliche) das Ruder übernimmt, es eigentlich nur besser für die Menschen laufen könnte, fand ich ja gut. Aber Neues oder besonders interessant und plausibel Geschildertes zum Thema fand ich hier leider nicht.
5 / 10 Punkte

 

Hubert Selby: „Letzte Ausfahrt Brooklyn“
Uuuhhh, und weiter hinab in die Untiefen der amerikanischen Seele, in die dunklen Geheimnisse sozialer Unterschichten zu Beginn der 50er Jahre. Die Zeit: kurz nach dem 2. Weltkrieg und mitten im Koreakrieg - das spielt schon irgendwie eine Rolle, wenn da die Soldaten amüsiersüchtig und sexuell ausgehungert zu Opfern werden.
Ansonsten geht†™s um heftige soziale Verwahrlosung, sexuelle Fantasien und deren Unterdrückung und Ausleben in Form von mehr oder weniger Prostitution, und um Gewalt, Gewalt und Gewalt - gegen Frauen, gegen Homosexuelle, gegen Kinder, zwischen Kindern, zwischen Arbeitern und Soldaten, zwischen†¦ allen. verbal und körperlich, erbarmungslos, im Vollrausch, einfach so und mit räuberischer Absicht. Gewalt scheint in den beschriebenen Milieus die einzige gängige Umgangsform zu sein. Ein finsteres Buch, tieftraurig. Konnte keine positive Figur darin ausmachen.
Der Film von Uli Edel (Regie) bringt das nicht wirklich rüber, was Selby schrieb. DAS hat man sich dann wohl doch nicht getraut. Da ist ja Harry Black, das kleine Streikführerlein, kommt im Film ja fast noch gut weg, besser als im Buch - usw.
Punkte für das Buch: 9 / 10

 

Arkadi und Boris Strugatzki: „Die Schnecke am Hang“
Endlich auch gelesen. Den einen Teil; „Der Wald“, also die Kandid-Kapitel, kannte ich ja schon aus der Anthologie „Die Rekonstruktion des Menschen“; ich las sie in den 80er Jahren. Aus der damaligen Lektüre war mir ein Gefühl für eine phantastische Welt des „Waldes“ geblieben, geprägt von wucherndem Leben, das aber für Menschen nicht einfach zu bewältigen ist. Mit blieben die Ameisen in Erinnerung, die offensichtlich Aufgaben für die Menschen im Wald erfüllen. So was halt.
Na ja, jetzt gibt es auch die anderen Kapitel, die in einer ominösen „Verwaltung“ spielen und in denen ein Herr Pfeffer der Protagonist ist.
Kandid, der im Wald Gestrandete, will zurück, oder in eine ominöse „Stadt, von der ihm aber keiner verbindlich sagen kann, wo die ist - oder ob die auch wirklich existiert. Und Pfeffer aus der Station, der Zivilisation, der will in den Wald. Ist aber auch nicht einfach.
Beide Handlungsstränge verbindet im Grunde wenig, aber das mindert für mich keineswegs den Lektürespaß. ich fand das Buch, auch wenn mehr Fragen gestellt als beantwortet werden, ziemlich toll.
9 / 10 Punkte

 

Vladimír Páral: „Der junge Mann und der weiße Wal“
Verlag Volk und Welt, DDR, 1976) Was ich in den 80er Jahren nicht hatte, war das Internet. Damals war der brisant-aktuelle SF-Schmöker des mir bis dato total unbekannten tschechischen Autor ein singuläres Ereignis. Dass mir der Namen sonst nicht aufgefallen war, lag einfach daran, dass es keine weiteren SF-Titel von ihm gab - auf Deutsch, muss ich heute hinzufügen. (Notiz an mich: Erst noch mal überprüfen - vielleicht ja doch?)
- dazu mehr in einem NEUEN STERN, später -
9 / 10 Punkte

 

Vladimár Páral: „Die Messe der erfüllten Wünsche“
Das ist der erste Roman des Autors, der unter seinem Namen erschienen ist. Das war 1964. Der Text ist also so alt wie ich - aber das nur am Rande. Zuvor erschien ein Roman von ihm unter dem Pseudonym Jan Laban, der meines Wissens nach nicht auf Deutsch vorliegt. Der Titel lautet, übersetzt in etwa „Sechs Nächte der Hölle“.
- dazu mehr in einem NEUEN STERN, später -
6 / 10 Punkte



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Stille zwischen den Sternen von Sven Haupt

Geschrieben von heschu in heschu's Blog, 30 December 2021 · 675 Aufrufe
Sven Haupt, Eridanus Verlag und 3 weitere...

Die erste Auflage erschien Dezember 2021 im Eridanus Verlag. Detlef Klewer gestaltete den Umschlag, auf dem eine Frau zu sehen ist, die sehnsuchtsvoll nach den Sternen greift. Eine andere Deutung könnte sein, dass sie am Rande der Galaxis tanzt. So ungefähr interpretiere ich die Illustration, die auf jeden Fall zum Inhalt des Science-Fiction-Romans passt.
Die Kapitel sind als Gerichtsunterlagen ausgewiesen. Wenn nun jemand denkt, ah, das ist dann alles trocken und langweilig, der irrt sich gewaltig. Sven Haupt schafft spielend leicht den Spagat zwischen nüchterner Berichtserstattung und den Gedanken, Handlungen und Gesprächen der Pilotin Hien Otis. Als lebendes Raumschiff ist sie etwas Besonderes, aber das war sie, als Mensch, schon vorher, wenn auch nicht körperlich. Sie überschreitet gern Grenzen, umgeht im Allgemeinen Befehle und begibt sich doch auf eine spannende Aufklärungsmission.
Hien Otis zur Seite steht KI Jane, die sich begeistert eine Simulation erschafft, einen Teesalon im viktorianischen Stil.
In welchem SF-Roman kommt denn so etwas vor? Mir fällt keiner ein. Oder wo gibt es ein Baby, das eine Berühmtheit wie die Pilotin austricksen will?
Ich weiß, aus dem Zusammenhang gerissen, ergeben diese Bemerkungen keinen Sinn. Deshalb mein Rat: Selber lesen, sich eine Meinung bilden.
Meine steht bereits fest. Stille zwischen den Sternen ist ein toller Roman, der ohne Klischees auskommt, der zum Nachdenken anregt, der ein richtiges Ende hat.
Vielleicht wurde ich schon auf Seite zehn gefangen, im Anhang 02 <Widmung>. Allein durch Rilkes Zitat, als letzten Eintrag im Logbuch der Hien Otis verfasst.
Der Roman ist wieder ein Werk von Sven Haupt, das anders als üblich ist.
Aber wieder, unbedingt preiswürdig!


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Die Leiden des jungen Verlegers

Geschrieben von HMP in Haempes Gedankenspiele und anderes..., 25 September 2021 · 701 Aufrufe

Das Autorenherz freut sich über eine sehr schöne Rezension zu "Die Leiden des jungen Verlegers".

"... es ist und bleibt eine herrliche Abrechnung mit dem Verlagswesen, dem Selfpublishertum und den schwarzen Schafen, die es allenthalben unter den Autoren, Lektoren, Verlegern und sonstigen
"Buchzunftlern" gibt."


Die Leiden des jungen Verlegers


Die DKZV hat die Rezensentin dann noch vergessen Eingefügtes Bild ...

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Begleitende Literatur zur Phantastik #75: Das Bewustsein der Maschinen - Gotthard Günther

Geschrieben von Thomas Sebesta in DSFDB.Befindlichkeiten, 24 September 2021 · 943 Aufrufe

Eine Metaphysik der Kybernetik

Hier die neueste Auflage, basierend auf der 2. Auflage, eines Buches, bei dem ich nicht sicher bin, ob ich es auch zu Ende lesen werde. Ziemlich starker Tobak in Bezug auf Lesbarkeit für Laien. Aber wenn man sich durchkämpft nicht uninteressant †¦


Gotthard Günther, ein Fan auch der Science Fiction, schaffte es, die Bedeutung der Denkart von Norbert Wiener anzuerkennen und schuf mit diesem Buch 1957 das erste Werk nach Wiener, das den Zusammenhang der Kybernetik mit der Philosophie interpretierte. †¦


Der neu hinzugefügte Teil III verdankt seine Entstehung der intensiven Verbreitung, die die Kybernetik in den östlichen Ländern, speziell in Russland, gefunden hat. [†¦] Die der ersten Auflage beigegebene Bibliographie ist diesmal radikal verkürzt worden. Die kybernetische Literatur hat sich seit 1957 so ungeheurer vermehrt, dass es unmöglich ist, eine auch nur annähernde Übersicht zu geben, ohne ein ganzes Buch mit der bloßen Aufzählung von Titeln zu füllen. [†¦] Dafür sind eine Anzahl russischer Autoren mit relevanten Veröffentlichungen in die Bibliographie aufgenommen worden. †¦
Auszug 'Vorwort zur zweiten Auflage', Seite 9-15)

Besonders interessant vielleicht der Anhang I: „Homunkulus und Robot“. Zur utopischen Idee des Homunkulus in der abendländischen Kultur, der sein Bewusstsein aus der Retorte bezieht und dem subtilen Unterschied zum Roboter, der ein mechanisches Gehirn besitzt. Das Nachwort von Peter Trawny sollte einige Hilfe bei der Beurteilung des Buches sein. †¦

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Buchcasting - Podcast zu Carsten Schmitts "Wagners Stimme"

Geschrieben von Rezensionsnerdista in Rezensionsnerdista's Blog, 08 September 2021 · 1044 Aufrufe

Am siebten September haben wir (Dirk Osygus und ich) unseren ersten Podcast veröffentlich. Bei Spotify ist er bereits gelistet, man kann auch direkt hier hören. Cover und mehr Informationen sind auf meiner Webseite.

In unserer ersten Folge besprechen wir "Wagners Stimme" von Carsten Schmitt, der jüngst den DSFP in der Kategorie Kurzgeschichte gewonnen hat. Die Folge dauert ca. 45 Minuten. Viel Spaß!

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D9E-24 zum Zweiten

Geschrieben von HMP in Die 9. Expansion, 17 October 2020 · 1638 Aufrufe
D9E

Es ist getan. Nach der Einarbeitung des Lektorats, dem Streichen von Redundanzen und den letzten Korrekturen ist das Manuskript an den Verlag. Die Reise endet ... irgendwie. Meine Arbeit ist zu 99 Prozent getan. D9E-24 ist fertig. Der finale Band. Und ja, einen Titel gibt es und demnächst hoffentlich auch das Cover dazu.

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Video der Woche: Fish - Weltschmerz

Geschrieben von Armin in Armin schreibt, 21 March 2020 · 2867 Aufrufe

Interessant: Diese Rubrik wurde tatsächlich letztmals im August 2016 bedient. Lange her ...
Ich bin aktuell aus vielerlei Gründen inaktiv, möchte aber den wenigen Blog-Besuchern das aktuelle Fish-Video nicht vorenthalten: Weltschmerz. Das passt ...
Das gleichnamige Album soll endlich, endlich am 10. Juli (2020, das muss man wohl dazu schreiben) erscheinen, es wird Fishs letztes Studioalbum sein und ich hoffe, die Welt dreht sich bald wieder normal, damit ich es auch wirklich in der Deluxe Edition mit 2CDs und einer Blu-ray sowie als schicke Doppel-LP in Händen halten kann.



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Robert Corvus' Gesamtbetrachtung der KLP-Gewinner aus der 1980ern

Geschrieben von ShockWaveRider in Die Wunder des Ralviehversums, 20 January 2020 · 8444 Aufrufe

Der Schriftsteller Robert Corvus verfolgt auf seinem Youtube-Kanal gerade ein interessantes Projekt. Jeden Monat liest er einen Roman, der beim Kurd-Laßwitz-Preis als "Bester deutschsprachiger Roman" ausgezeichnet wurde. Dabei geht er chronologisch vor.

Nun hat er die Sieger der Jahre 1981 bis 1989 glücklich überlebt und zieht eine ernüchterte, aber teils auch launige Zwischenbilanz:


Eine Gedanken von mir dazu:

Corvus fragt sich, ob die Gewinner wirklich immer die besten Bücher des Jahres gewesen seien. Die Romane seien nicht für SF-Fans ausgewählt, sondern um Menschen, die SF mit Heftromanen gleichsetzen, zu zeigen, dass SF-Romane durchaus anspruchsvoller sein können (Präsentabilität außerhalb des SF-Ghettos).

Dazu kann man viel sagen.
Zum einen: Ich kenne fünf der neun Preisträger und mag sie allesamt sehr gerne. Georg Zauners "Die Enkel der Raketenbauer" und Thomas R.P. Mielkes "Das Sakriversum" sind mit einem Augenzwinkern geschilderte Zukunftsvisionen, während Wolfgang Jeschkes "Der letzte Tag der Schöpfung" die Aussichtslosigkeit des Vorhabens, mittels einer Zeitmaschine die politschen Verhältnisse der Gegenwart zu ändern, thematisiert. Beim letztgenannten Buch fand ich es sogar sehr verdienstvoll, dass hier eben nicht wieder das ausgenudelte "Mensch aus dem Jahr 2000 trifft Julius Cäsar"-Motiv recycled wurde, sondern ein größerer, aber vor allem anderer Bogen gespannt wurde.

Zum anderen: Die Jahre 1978-1986 werden gern als das "Goldene Zeitalter der SF in Deutschland" bezeichnet. Weil man damals mit deutschsprachiger Science Fiction jenseits des Heftromans gutes Geld verdienen konnte. (So ist es auch kein Zufall, dass der KLP gerade zu dieser Zeit aus der Taufe gehoben wurde.) Es gibt verschiedene Erklärungsversuche, wie es zu der Nachfrage kommen konnte. Ein Ansatz: Die SF-Taschenbuchreihen namentlich bei Heyne und bei Goldmann haben die deutschen SF-Fans mit literarisch anspruchsvollen Werken aus dem englisches Sprachraum bekannt gemacht. Daraus erwuchs das Bedürfnis nach ähnlich anspruchsvoller deutschsprachiger SF.
Das Problem: Auf der Angebotsseite war man darauf nicht vorbereitet. Es gab einfach zu wenig gute Autoren, die fähig und willens waren, gute deutschsprachige SF zu schreiben. Um die große Nachfrage dennoch zu bedienen, senkten die Verlage ihre Qualitätsansprüche und publizierten Manuskripte, die normalerweise spätestens auf Seite 3 vom Lektor in die Rundablage befördert worden wären. Was dazu führte, dass es in den 80er-Jahren einfach zu wenig gute deutschsprachige SF-Romane gab.
Ein ähnliches Erlebnis hatte ich, als ich die DSFP-Kurzgeschichten-Preisträger-Anthologie "Die Stille nach dem Ton" las. Gerade bei den ersten Stories aus dem 80ern fragte ich mich einige male: Gab es in dem Jahr wirklich keine bessere Story? Mit fortschreitender Zeit verbesserte sich die Qualität der Siegerstories, und der Anteil der relativen Aussetzer sank ab den 1990ern deutlich. Es besteht also auch Hoffnung bei den KLP-Romanen.

Corvus vermutet, dass die deutschen SF-Schaffenden nicht nur nach literarischer Qualität abgestimmt haben. Als Beispiel nennt er den Preis für Wolfgang Jeschke, der sich nicht nur als Autor, sondern vor allem als Herausgeber und Cheflektor für die SF-Reihe im Heyne Verlag hervorgetan hatte. Mit dem Preis für "Der letzte Tag der Schöpfung" könnten bewusst oder unbewusst auch seine Verdienste für die Verbreitung der Science Fiction in Deutschland gewürdigt worden sein.

Außerdem hing die Existenz manches deutschen SF-Autors von Jeschkes Wohlwollen ab. Tatsächlich sagte Jeschke, als ihm 2006 der Deutsche Science Fiction Preis (!) für "Das Cusanus-Spiel" verliehen wurde, sinngemäß, er sei stolz darauf, dass die DSFP-Jury ihm den Preis zuerkannt habe. Der KLP komme ja sowieso. (Tatsächlich ist Jeschke mit insgesamt 17 oder 18 KLP-Titeln in verschiedenen Kategorien unangefochtener Spitzenreiter.)
Der KLP ist eben KEIN Jury-Preis, sondern ein Preis, der, ähnlich dem Nebula-Award, von den SF-Schaffenden vergeben wird. Die KLP-Abstimmungsberechtigten müssen z.B. nicht alle Bücher auf der short list gelesen haben, um abstimmen zu können. Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen KLP und DSFP, was natürlich auch spezifische Unterschiede in den Ergebnissen nach sich zieht. Aber deshalb gibt es ja auch die verschiedenen Preise.
Und mit diesen Ausführungen will ich keineswegs den KLP bashen. KLP, DSFP und der Deutsche Phantastik-Preis als echter Publikumspreis haben allesamt ihre Daseinsberechtigung, gerade weil sie mit unterschiedlichen Ansätzen an die Preisfindung herangehen.

Egal. Ich freue mich schon darauf, was Robert Corvus zu den KLP-Siegern der 90er Jahre zu sagen hat.
Wie gesagt: Die besten Kurzgeschichten beim DSFP wurden in der Dekade besser.

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Green Eggs and Ham [HarperCollinsChildren/2003(1960)]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay in Kais Komik Blokk, 10 November 2019 · 7466 Aufrufe
20.Jhdt., Harper

PG1-Cover Ich bin mal wieder spät dran*, und tausche außerdem für diesen & den nächsten Eintrag die Neu-/Alt-Reihenfolge. Es handelt sich hier platzhaltend um ein Buch aus der Dr.-Seuss-Reihe, die in den 60ern die Vorgehensweise beim Lesen-Erlernen für Kinder revolutionierte. Außerdem hält sich das Buch an die Nonsens-Tradition von anderen Kinderbüchern seit Alice in Wonderland, was Kindern (& mir, übrigens) sicher so gut wie immer gefällt. (Und: Eine brandneue audiovisuelle Umsetzung erscheint heuer auf Netflix!)


Im Buch erscheint ein frecher Kleinling namens Sam-I-Am, auf einem hund-ähnlichen Wesen vorbei-reitend, der einen älteren, größeren Pelzherren mit hohem schwarzen Hut auf die Nerven geht. Dieser sagt öfter "I do not like", anfangs in Richtung Sam, aber kurz danach auch dem Gericht das ihm Sam unter die Nase hält - Schinken mit grünen Spiegeleiern! Als aber der Schwarzhütige dies das erste Mal nicht mag, schaltet der Rothütige schlauerweise auf die Logikschiene - mag der Ältere das Gericht vielleicht an einem anderen Ort? Denn schließlich isst das Hirn ja mit, und vielleicht fühlt der Andere sich anderswo wohl(gesinnt)er?


Lässt sich der junge bzw. sich nicht alt fühlende Leser darauf ein, ist klar womit das restliche Buch gefüllt wird - den absurdesten Orten & Vehikeln, wo Schinken mit solchen Spiegeleiern vielleicht doch schmecken könnte... Irgendwann gibt der inzwischen durchnässte Schwarzhütler auf - und dann geschieht noch ein kleines Wunder!


Seuss hat wohl damals die altmodischen "anspruchsvolleren" Kinderbücher - wie ev. auch Alice? - in die Ecke gepfeffert und mit jemandem eine Wette ausgemacht, dass er ein besseres erstes Lesebuch mit einem Vokabular von nur 50 Wörtern erstellen könnte. Ein Buch wie dieses locker gereimte war das Ergebnis. (Das hier ist neben dem früheren Cat in the Hat das bekannteste aus seiner langen Serie. :thumb: Es gibt endlose Marketingumsetzungen davon! Ich behaupte, dass auch Hip-Hopper Will-I-Am sich daraus hat inspirieren lassen.)


Was ich an den Seuss-Büchern so toll finde, ist dass nicht nur die Texte schnell ins Absurde kippen, sondern die Illustrationen das praktisch von Anfang an tun, mit wilderen Aufstellungen mit jeder Seite. Die Protagonisten sind meist Tiere, oft eher unidentifizierbar - aber definitiv "furry" - und die tanzen/schweben/schwimmen in der Weltgeschichte herum, meist irgendwas unmöglich balancierend, umgeben von staunenden - oder selbst irgendwelche Stunts ganz lässig durchführenden - Zuschauern. Seuss stellt seine Welten subversiv gaga dar. (Oder angemessen der Zeitperiode: Dada! Apropos: Ich finde lustig, wie dieses 1. Buch die klassisch-amerikanisch-kapitalistische Rolle des ewigen nie-aufgebenden Verkäufers parsifliert!)


Diese Idee des einfacheren Anfangslernen wurde kurz danach dann auch von Sesame Street im TV fortgesetzt, und von vielen anderen Einrichtungen im Westen angewandt. Die US-TV-Serie wird übrigens im November ein halbes Jahrhundert alt! q:)d


Fazit: Am besten VORM Schauen bei Netflix sich mindestens ein Buch aus der Reihe mal reinziehen! Nachher kann man es einer Lieblingsenkelin oder so schenken; wird bestimmt mit großem Dank entgegen genommen.


(* offiziell ist das hier der Juli-Beitrag!!)



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Trump, Putin und der Dicke

Geschrieben von wilkomueller in Wilkos Empfehlungen, 06 July 2019 · 6978 Aufrufe
Apokalypse, Zeitläufer, Zeitreise

Trump, Putin und der Dicke

2005: Aus der Frustration über die politische und soziale Entwicklung im Osten Deutschlands nach der Wende gingen die „ZORN“-Geschichten hervor; aus denen wiederum entstand das Buch „Die Zeitläufer“, dem eine Schlüsselstellung im Werk des Autors zugesprochen wird. Unzählige fanden auf seinen Seiten den Tod, denn die mit übernatürlichen Kräften ausgestatteten Protagonisten fackelten nicht lange. Doch am Ende verließen sie desillusioniert die Erde.

2019: Einer der Zeitläufer ist zurückgeblieben und er ist für die Welt von heute bitter nötig. Die Klima-Apokalypse droht noch zu unseren Lebzeiten. Steht nur er mit seinen besonderen Fähigkeiten zwischen dem völligen Kollaps und dem Überleben der Menschheit? Die Liste der Opfer ist auch diesmal lang und prominent: Trump, Putin und wie hieß nochmal der kleine Dicke? Sie alle behindern die Rettung der Welt und müssen dafür büßen. Denn der letzte Zeitläufer ist immer noch voller ZORN!

Wilko Müller jr.: Der letzte Zeitläufer
ISBN 978-3-945713-65-5

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Blog ist raus - quasi exo

Geschrieben von Frank Lauenroth in WeBLOGbuch | Frank Lauenroth | Autor |, 07 June 2018 · 4554 Aufrufe

Nach der anhaltenden Ruhe hier hat es vielleicht schon der Eine oder die Andere geahnt: Mein Blog ist umgezogen.

Dahin -> https://exophyt.wordpress.com/

Schaut doch mal vorbei, so Ihr mögt. :scooter:

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Neuerscheinung "Das Regenbogentor"

Geschrieben von Ron F. Landis in Die Ewige Macht, 09 August 2017 · 5313 Aufrufe
Spannung, Weltraum, Sterne und 4 weitere...

Neuerscheinung "Das Regenbogentor" Der erste Band des Zyklus "Die Ewige Macht" ist erschienen!

Zum Inhalt:

Nur Auserwählte dürfen das Regenbogentor durchschreiten. So will es die Ewige Macht. Jenseits des Tores befindet sich das Terrastrum. Wer es besitzt erlangt Reichtum, Macht und Unsterblichkeit. Er wird den Göttern gleich, die von ihrem Hochplateau aus die Welt beherrschen. So berichten es die Überlieferungen.
Dies weckt Begehrlichkeiten bei Altab, dem alten, kauzigen Alb. Und bei Farafem, dem Riesen, der sich von den Göttern um den gerechten Lohn für seine Dienste betrogen fühlt. Gleichzeitig will sich der Gott Chotor mit dem Bau einer Burg über alle anderen Götter erheben. Dagegen stellt Salo, der junge Bura, die bestehende Weltordnung infrage. Für ihn ändert sich alles, als er dem geheimnisvollen Ellipsoid begegnet.
Das Regenbogentor ist der erste Teil einer Saga um Machtstreben, Gier und Intrigen, aber auch um die aufrichtige Suche nach der wahren Welt.

Science Fiction oder Fantasy? "Das Regenbogentor" bewegt sich entlang der Trennlinie zwischen den Genres. Der aufmerksame Leser kann jedoch schon im ersten Teil des Zyklus erahnen, in welche Richtung das Pendel ausschlägt.

Über den Autor:

Der Autor ist Wirtschafts- und Geschichtswissenschaftler. Neben geschichtswissenschaftlichen Werken verfasst er unter dem Pseudonym Ron F. Landis Romane, die nicht in dieses Metier fallen.
Er kam in den Sechzigerjahren durch die Lektüre von Aldiss, Asimov, Clarke, Heinlein, Herbert, Silverberg, Vance und vielen anderen zur Science Fiction. Nicht zu vergessen: Jules Verne, der Mitbegründer des Genres. Und vor einem halben Jahrhundert gab es auch ein ambitioniertes Autorenteam um K. H. Scheer und Clark Darlton...

Der Roman ist erhältlich als:

eBook in allen eBook-Stores zum Preis von 1,99 Euro
ISBN: 9783745005783

Softcover (144 Seiten) bei verschiedenen Online-Buchhändlern zum Preis von 7,99 Euro (Amazon hat es leider noch nicht auf die Reihe bekommen).
ISBN: 9783745005905

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Roman: Der Tag an dem die Welt ausfiel

Geschrieben von fictionality in KlöppingSF (MegaFusion u. a.), 07 August 2017 · 4837 Aufrufe
MegaFusion, Sven Klöpping, Roman und 2 weitere...

Roman: Der Tag an dem die Welt ausfiel Yes!

Mein Roman-Erstling ist erschienen.

Jetzt bin ich endlich kein reiner Kurzgeschichten-Autor mehr, sondern habe auch was "Richtiges" vorzuweisen. Also, ihr dürft bestellen!

Klappentext:

"»Die Gefühle der Menschen sind gefährlich. Über viele Jahrhunderte hinweg haben sie zu Chaos, Leid und schrecklicher Gewalt geführt. Ich - das Verhaltenskontrollsystem - habe diese animalischen Instinkte durch echte Werte wie Freundlichkeit, Zuvorkommenheit und Charme ersetzt. Natürlich muss ich zu diesem Zweck alle Menschen mit Kameras überwachen. Deshalb gibt es bei mir auch keine Privatsphäre mehr; nur noch eine Sphäre des Lächelns, der Sympathie und der guten Laune...«

Sven Klöppings kompromissloses (und geradezu wahnwitzig originelles) Roman-Debüt DER TAG, AN DEM DIE WELT AUSFIEL gleicht einem Parforceritt durch die von ironischem Neonlicht erhellten Gassen und Hinterhöfe der Science-Fiction-Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts und zeigt sich stilistisch der britischen New Wave (unter besonderer Berücksichtigung von Michael Moorcock und Brian W. Aldiss) zugeneigt. Ein Leckerbissen für alle, die an der Science Fiction das Außergewöhnliche und Unberechenbare lieben!"

Viel Spaß!


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Pause oder Ende ...

Geschrieben von valgard in Sternenportal, 02 February 2017 · 78 Aufrufe

Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig ob ich hier schließen soll!?
Vorläufig ist PAUSE hier angesagt
Wie lange?

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Neuerscheinung "Der ganz reale Tod" von Frank Mause, tredition/Hamburg

Geschrieben von Frank Mause in Neuerscheinung "Der ganz reale Tod", 01 September 2016 · 6320 Aufrufe
Buch, Science Fiction, Kassel und 2 weitere...

Neuerscheinung "Der ganz reale Tod" von Frank Mause, tredition/Hamburg Hallo!
Ich möchte euch meinen ersten Roman vorstellen, der am 2. August bei Tredition/Hamburg erschienen ist:

Trailer:

Titel: "Der ganz reale Tod - Verloren zwischen Netz und Wirklichkeit"
Autor: Frank L. Mause
Genre: Science-Fiction made in Germany, Thriller, Agententhriller, Kassel
Format: Paperback 15,99 €, Hardcover 24,99 €, Ebook 3,99 Euro

Inhalt:
Action, Technik, Verwirrung, Spannung - eingebettet in eine verrückte Welt in rund fünfzig Jahren, eine Welt, wie sie eigentlich niemand will! Doch ist das ganz real, mitten unter uns, hier, in Deutschland? Sie glauben völlig unmöglich? Nein, nur eben sehr unwahrscheinlich, so wie eine Kern­schmelze in einem Atomkraftwerk im Osten Frankreichs! Jah­re nach dieser nuklearen Katastrophe startet die Geschichte: Jorik Nigge arbeitet für das öffentliche Sicherheitsmanage­ment der UN in Kassel. Bei der Fahndung nach Terroristen verbringt er unanständig viel Zeit in der Realität. Als es end­lich eine vielversprechende Spur gibt, sterben Kollegen. Sein Chef lässt ihn fallen, wie eine heiße Kartoffel. Und dann ist da noch dieser undurchsichtige Joes Soestken, der vor der buchstäblich mangelhaften Wirklichkeit in eine Art virtuelle Wohlfühlwelt geflüchtet ist. Jetzt hat er Stress mit einem unheimlichen Wesen namens Hugo Weise aus dem Netz. Doch wie passt das zusammen? Jorik Nigge schlüpft in eine Tarnidentität und gemeinsam mit Joes Soestken verfolgen sie diesen Weise, einen Hybriden aus Mensch und Maschine. Die Jagd führt sie quer durch eine sich immer mehr ver­mischende Welt aus Realität und Virtualität. Auf dem Mond stellen sie schließlich fest: Der Tod ist ganz real!


Zum Autor:
Frank L. Mause, geboren 1964 in Bruchhausen an den Steinen (Hoch­sauerland), durchlief ab 1984 eine knapp zehn Jahre währende Lauf­bahn vom Rekrut bis zum Offizier. In dieser Zeit studierte er Geodäsie an der Universität der Bundeswehr München und leistete Verwaltungshilfe beim „Aufbau Ost“ in Sachsen-Anhalt. 1996 schloss er das 2. Staats­examen ab und trat in den hessischen Landes­verwaltungs­dienst ein. Seit 2010 ist er Leiter des Amtes für Boden­management Kor­bach.
Mause lebt mit seiner Familie in Bad Arolsen, fährt gern Rad und liest viel - meist natürlich Science-Fiction. Seine „Privatbibliothek“ umfasst mehr als 500 Romane, geschätzt noch einmal so viel lieh er aus. So auch den ersten Roman, an den er sich erinnert: „Das Sternenreich Mo“ von Richard Koch - vor ca. 40 Jahren für 5 Pfennige aus der Bibliothek der Kirchengemeinde.
Ausführliche Infos, Trailer und Leseprobe:
http://www.frankmause.de

Wenn Euch das Buch gefallen hat, bin ich an positiven Bewertungen und Rezensionen interessiert.

Danke und viel Freude mit dem Buch
Frank L. Mause


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SF-Dinosaurier im Januar

Geschrieben von †  a3kHH in SF-Dinosaurier, 20 December 2015 · 6538 Aufrufe

Ein neues Flugzeug - die Concorde
TERRA SF 490 - Murray Leinster : Die Lauscher in der Tiefe
Hightech 1965 - Lohnabrechnung mit IBM-Lochkarten
TERRA SF 489 - Eric Frank Russell : Das Grundrecht des Universums
Fritz-Otto Busch : Die Strandung der finnischen Bark "Paul"
Bionda / Krain (Hrsg.) : Funken der Unendlichkeit
Terra SF inside - TERRA lacht ... über Thor Konnat
TERRA SF 486/487 - Robert A. Heinlein : Abenteuer im Sternenreich
TERRA SF inside - Fandom 1966
TERRA SF 485 - Ernst Vlcek : Der Fluch der Unsterblichen
TERRA SF inside - Perry Rhodan (18)
TERRA SF 484 - Chad Oliver : Menschheitsdämmerung
TERRA SF inside - Perry Rhodan (17)
TERRA SF 483 - Kurt Brand : Im Para-Dschungel
TERRA SF inside - Perry Rhodan (16)
TERRA SF 482 - Daniel F. Galouye : Zweikampf der Giganten
Terra SF inside - Perry Rhodan (15)
TERRA SF 481 - Hans Kneifel : Der lautlose Fremde
TERRA SF 478/479 - Stanislaw Lem : Eden
TERRA SF 480 - Randall Garrett : Der Denker und die Rebellen
TERRA SF 477 - E. C. Tubb : Die Mondstation
TERRA SF 476 - H. G. Ewers : Der Scout und der stählerne Götze
TERRA SF 475 - Milton Lesser : Die Weltensucher
TERRA SF 474 - Richard Koch : Flug in die Antimaterie
TERRA SF 304 - H. G. Ewers : Der Tod eines Botschafters
Lois McMaster Bujold : Diplomatic Immunity
Michael K. Iwoleit : Ein paar wohlüberlegte Anmerkungen
Lois McMaster Bujold : A Civil Campaign
Lois McMaster Bujold : Komarr
Lois McMaster Bujold : Memory
Lois McMaster Bujold : Cetaganda
Lois McMaster Bujold : Ethan of Athos
Lois McMaster Bujold : Mirror Dance
Lois McMaster Bujold : Brothers in Arms
Lois McMaster Bujold : The Vor Game
Lois McMaster Bujold : The Warrior's Apprentice



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