Jetzt kam gerade eben bei dem PR-Todesstoß?-Thread der Roman zur Sprache, und da fiel mir dein lesenswerter Post hier ein, altes Haus! Schön, dich mal wieder "onboard" zu sehen!
Hast du denn das Buch gelesen? Das empfehle ich dir! (Im Original, wenn's geht.)
Ja, zumindest diese blöde Szene mit den umfallenden Bäumen hätte 'raußen bleiben können. 
Na, der Junge ist eben in dieser trostlosen Welt, in der alles abgebrannt ist, aufgewachsen. Ich denke das ist ein wenig Anderssein Ok.
Nein, ich habe noch nicht angefangen das Buch zu lesen. Das sollte ich mal nachholen, denn womöglich habe ich den Film zu sehr als actionorientierte Unterhaltung angesehen.
Ich habe die Szene mit dem Baum (möglich, es sind mehrere, aber ich habe eine besondere im Hinterkopf) eher positiv in Erinnerung. Der verkohlte, mahnend in den Himmel gestreckte Zeigefinger, der dann doch letztlich in sich zusammenfällt. Hat mir ganz gut gefallen.
Erinnert mich an Bilder aus dem katastrophengebeutelten Japan, in denen ein entwurzelter und traurig hinweggefegter Bäum plötzlich wieder anfing Blüten zu tragen. Das ist ja genau die entgegengesetzte Botschaft, wenn man so will.
Ich weiss ja nicht ob Du auch selbst Kinder hast, aber das ist meines Erachtens nach weniger
einer Frage des Alters als der Umstände. Mir scheint Du hast die Situation in denen die beiden sind
nicht wirklich berücksichtigt und das Verhältnis der beiden zueinander das zwangsläufig enger und inniger
sein muss als alles was wir uns hier und heute vorstellen können.
Gut, als kinderloser und unsensibler Sack, der sich nicht von der Liebe korrumpieren lassen möchte, fehlt es mir vielleicht ein klitzekleinwenig an Einfühlungsvermögen. Dennoch, auch nach ein wenig nachgrübeln kommen mir die besagten Szenen merkwürdig vor.
Und ich glaube, es steckt sogar eine Aussage dahinter, denn schließlich sagt man zumindest dem Buch einen gewissen Tiefgang nach. Würde der Vater lediglich gelegentlich seinen Arm um die Schultern seines Sohnes legen, würden sie sich mit Schussübungen, dem gegenseitigen Bewundern von Schwielen und Narben beschäftigen, dann würde wohl etwas von der Tiefsinnigkeit verloren gehen.
Der Junge ist in diese Welt hineingeboren worden, eigentlich sollte man vermuten, dass er seinem Vater daher sogar überlegen sein müsste. Aber anscheinend wurde er so abgeschirmt und behütet, bis der Zeitpunkt kam, an dem dies nicht mehr möglich war. Daher wirkte er wie ein Fremdkörper der Welt da draußen, und der Vater versuchte bis zur Wirklichkeitsverleugnung, dieses besondere Leben zu erhalten. Schließlich war er selbst ja längst ein anderer geworden.
Die religiösen Bezüge halten sich in dem Film in Grenzen. Nur einmal sinniert der Vater: wenn Gott nicht durch ihn (den Sohn) spricht, dann hat er nie gesprochen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier etwas verarbeitet wurde, was man bei den Geschichten um Jesus elegant umschifft hat. Denn wer reißt denn die Bäume mit den schlechten Früchten heraus, wer zerschlägt die Tonkrüge und wer legt den Ungläubigen den Mühlstein um den Hals? Wenn du schon eine fromme Botschaft, ein inneres Feuer besitzt, so brauchst du letztlich jemanden, der dir deine Haut rettet, damit du den nächsten Tag noch erleben kannst.