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	<title>PetraHartmann</title>
	<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70-petrahartmann/</link>
	<description>PetraHartmann Syndication</description>
	<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 17:05:37 +0000</pubDate>
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		<title>Das Messewochenende in Leipzig</title>
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		<description><![CDATA[<p>Füße kaputt, Autorin pleite. Wenn's nicht so schön wäre, müsste man mir die Leipziger Buchmesse eigentlich verbieten. Ich habe mich zwei Tage lang zwischen den Ständen ausgetobt und habe mich gefühlt wie ein Junkie, der die Tür zum Lagerraum des Drogendezernats offen gefunden hat. Okay, ihr ahnt es schon, das Wochenende war teuer, ungesund und einfach unverzichtbar. Eine Premiere war, dass ich am Sonntag als "Aufsichtsperson" für eine Zwölfjährige fungierte: Die Tochter der besten Messegastgeberin und Pancake-Bäckerin der Welt (Danke, Kata), brauchte halt einen Vorzeige-Erwachsenen am Eingang. Ich habe also versucht, vorzeigbar zu wirken.<br />Mein Haupt-Interesse lag natürlich, wie gewohnt, auf der Halle 3, dem Zuhause der Phantasten. Allerdings habe ich mich diesmal auch ziemlich viel in den Hallen 4 und 5 herumgetrieben. Was auch damit zu tun hatte, dass ich am Samstagmorgen nicht mehr auf den Presseparkplatz unterkam (alles voll), sondern von den freundlichen Mitarbeitern auf die andere Seite zum Ausstellerparkplatz auf der Nordseite gelotst wurde, also von der anderen Seite aus hereinkam.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Sehr viele Musik-Titel</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Ich lief gleich dem Reclam-Verlag in die Arme, der mich um rund ein Viertel meiner Barschaft erleichterte. Ich nahm drei Bände aus der "100 Seiten"-Reihe mit: den Band über Beethoven (er hat ja 2027 schon wieder ein Jubiläumsjahr), den über Oper und den über Taylor Swift (Mitbringsel für meine Nichte). Außerdem erstand ich das Buch "Komponistinnen. Frauen, Töne & Meisterwerke" von Aliette de Laleu. Ziemlich viel Musik auf einmal. Aber schaden kann es nicht. Außerdem nahm ich die "Polulangrischen Lieder" von James Krüss mit. Ein sehr interessanter Gedichtband von Helgolands berühmtesten Sohn.<br />Helgolands zweitberühmtester Sohn, Reimer Boy Eilers, hatte es zur Buchmesse zwar diesmal nicht geschafft, er hatte mir aber seine Neuerscheinung, den vierten Band seiner Magellan-Pentalogie bereits im Vorfeld zukommen lassen. Gleichwohl schaute ich beim Kulturmaschinen-Verlag vorbei, guckte mir auch schon mal sein neues Buch über das "Witte Kliff" an, und hatte ein sehr angeregtes Gespräch mit seinem Kollegen Peter Reuter, dessen Haiku-Band "Nur geschrieben" schließlich in meinen Leinenbeutel wanderte. Unfassbar, was für eine ordentliche Handschrift der Mann hat.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKEB4' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/9e/5a/98/ME1BKEB4_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a></p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Tannenbaum-Frau trifft Stein-Frau</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Letztes nicht-phantastisches Buch, das ich mitnahm: "Lilien über weißen Wegen" aus dem Traumfänger-Verlag, ein historischer Roman über die Eroberung Kanadas, über die Franzosen, Huronen und Irokesen. Autorin Kerstin Groeper signierte mir das Buch mit ihrem irokesischen Namen Aska nukiw, was der Autorin zufolge soviel bedeutet wie Starke Tannenbaum-Frau. Ich übersetze ihr als Ausgleich meinen griechischen Namen Petra ins Lakota: Inyan win. Wir beide haben ja den gleichen Lakota-Lehrer gehabt.<br />Wie es dem Verlag geht? Nach der jungsten Empörung über alles, was das Wort "Indianer" enthält, laufe es bei dem Verlag eigentlich relativ gut, was die historischen Romane angeht, erzählte sie. Die Bücher, die von Indigenen, also amerikanischen Ureinwohnern, verfasst wurden und bei ihr in deutscher Übersetzung erschienen, habe sie aber inzwischen aus dem Programm nehmen müssen, sie habe sie nicht mehr verkaufen können. Traurig für einen Indianistik-Verlag, der sich in seinem Bereich ja einen gewissen Ruf erarbeitet hat. Da haben ein paar Möchtegern-Gutmenschen den indigenen Autoren einen Bärendienst erwiesen.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Ein Bestiarium aus Grönland </strong></p><p>&nbsp;</p><p>Apropos Indigene: Meine große Entdeckung war der Inuit-Verlag: Der noch sehr junge, erst im vergangenen Jahr gegründete Verlag mit Grönland-Schwerpunkt hat bisher nur zwei Bücher herausgebracht: ein "Bestiarium Groenlandicum" über die mystischen Wesen Grönlands und "Sila – Eine grönländische Fabel über die Liebe und das Schmelzen des Eises". Zwei weitere Bücher sind geplant. Und am Stand konnte man eine rotweiße Tasche erwerben mit dem Umriss Grönlands und der Botschaft "Greenland is not for sale".</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKE6M' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/c7/be/ea/ME1BKE6M_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a><br />Verlegerin Laali Lyberth konnte leider - oder wie mein Portemonnaie sagen würde: Gott sei Dank - kein Bargeld annehmen, und ich habe es ja nicht so mit Kartenzahlung, darum muss ich mir das Bestiarium etwas später bestellen. Oder ich setze es auf meine Geburtstagswunschliste. Immerhin bin ich ja selbst eine Bestiariums-Autorin.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKE77' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/e9/84/c2/ME1BKE77_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a></p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Besucher-Rekord ohne Ölsardinen-Atmosphäre</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Jetzt aber zur Phantastik und ab in die Halle 3: Ausnahmslos alle Verleger, die ich fragte, waren offenbar sehr zufrieden mit den Besucher- und Käuferzahlen. Immerhin: Felix Wisotzki, der Pressesprecher der Leipziger Buchmesse konnte am Sonntagabend verkünden, es seien 313.000 Besucher und Besucherinnen gewesen. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 waren es "nur" 296.000. Dabei kam es mir eigentlich relativ entspannt vor, man hatte in den Gängen durchaus Platz und konnte auch zügig geradeaus gehen. Da habe ich schon sardinenhaftere Wochenende in Leipzig erlebt.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Grünblaue Wunderbücher</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Was ich ganz ganz ganz ganz schlimm finde: Ich habe mal wieder meine Überzeugung verraten, dass es nicht auf das Cover und die Aufmachung ankommt, sondern nur auf die Qualität der Geschichte. Aber dieses Schildkröten-Cover in Grün und Blau, der Farbschnitt ... Ich musste "Kumara" von Ann-Kathrin Karschnick einfach anfassen und in die Hand nehmen. Und als mich ihre Kollegen am Stand dann auch noch mit Lesezeichen, Charakterkarten, Postkarten und weiterem Merch überschütteten und Markus Heitkamp meinetwegen noch ein blaues Wattebällchen ins Abstimmungsglas für das "Team Schildkröte" warf, da konnte ich nicht anders und hab das Buch halt mitgenommen, OBWOHL es so schön aussah. Naja, Ann-Kathrin wird da wohl nichts Schlechtes geschrieben haben. Die Schildkröten-Fans waren, wie ich hörte, bei der Abstimmung am ersten Messetag ganz vor, am zweiten hatten die "Geister" die Nase vor. Fragt mich nicht, wie das Rennen ausging.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKEAI' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/19/4e/6d/ME1BKEAI_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a><br />Noch ein Fall von Zugreif-Cover: An "Aqua obscura", einer Anthologie aus dem Carpathia-Verlag, konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Kurzgeschichten über die Dunkelheit, die in der Tiefe lauert. Es gibt bereits eine zweite Anthologie, die sich dem Thema "Feuer" widmet. Erde und Luft sollen folgen.<br />Und noch ein aquatisches Mitbringsel: "Rán" von G.A. Winter. Der erste Band der Trilogie heißt "Erwachen" und passt farblich genau in mein Beuteschema. Und das mythologische Thema natürlich auch, ich habe es ja ein wenig mit der alten Meergöttin und ihren neun Töchtern ...</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Düsteres in Schwarzrot</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Aber zurück zu meinen Prinzipien: Nicht wegen des Covers gekauft habe ich mir jedenfalls das 45. Büchlein aus dem Kabinett der Phantasten. Die Werke des jmb-Verlags sehen nämlich alle gleich aus, haben einen unaufdringlich-stilvollen schwarzroten Umschlag, bieten jeweils einen klassischen düster-phantastischen Text und ein erläuterndes Nachwort, also so eine Art Reclam-Hefte der dunklen Phantastik. Diesmal erbeutete ich "Das Brandmal des Tiers" von Rudyard Kipling. Ich bin gespannt.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKE8Q' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/c5/c0/64/ME1BKE8Q_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a><br />Farblich wieder fast in mein Beuteschema passte die Novelle "Der Fluch des Voodoopriesters" von Sabine D. Jacob, erschienen bei Shadodex - Verlag der Schatten. Eigentlich wollte ich ja Shadodex ja erst beim Marburg-Con im April plündern, aber das kleine Büchlein konnte ich mir dann doch gerade noch leisten. Und gibt es mal wieder eine Anthologie aus dem Verlag? Verlegerin Bettina Ickelsheimer-Förster ist noch nicht ganz sicher, könnte sich das aber vielleicht unter Umständen vorstellen. Die Idee und die Energie dazu komme ihr gewöhnlich beim Comicsalon in Erlangen. Abwarten also.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Warten auf die Herbstlande</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Meinen Einkauf beim Verlag Torsten Low verschob ich aber definitiv auf das Marburger Treffen. Dann werde ich mir den neuen Band von Fabienne Siegmund "Geschichten aus der Dämmerung" anschaffen. Vermutlich noch nicht fertig sein wird dann der neue Kurzgeschichtenband aus der Herbstlande-Reihe, den der Verlag in der Pipeline hat. Und zum BuCon? Das sei sehr "sportlich" meinte der Verleger.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKE80' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/2c/17/83/ME1BKE80_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a><br />Da ich die Brandts in Marburg nicht sehen werde, habe ich Wolfgang seinen "Fantômas" schon in Leipzig am Romantruhe-Stand abgenommen. Das Buch wollte ich ja letztes Jahr schon anschaffen. Jetzt habe ich ein signiertes Exemplar mit Prägestempel. Mit Anke plauderte ich etwas länger, unter anderem über Anthologie-Pläne und darüber, dass Familienfeste manchmal sehr ungünstig fallen.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKE6L' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/47/a1/15/ME1BKE6L_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a><br />Von Sarah Drews brachte ich den Auftrag mit nach Leipzig, ich sollte doch mal am Elysion-Stand nachschaun, ob ihr neues Buch "Zwischen Herzklopfen und Verrat" am Stand schon zu sehen ist. Verlegerin Jenni Schreiner hatte eine Last-Minute-Aktion geplant, und das Buch war tatsächlich pünktlich zum ersten Messetag erschienen. Handy-Beweisfoto mit Grüßen an die Autorin ging raus, Sarah kann sich zurücklehnen.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKE7H' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/88/2b/5b/ME1BKE7H_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a></p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Kaffee, Kekse, Kaiju-Hamster</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Einen Luxuskaffee mit extra vorgewärmter Milch und Keks dazu bekam ich bei Tanja Kummer und Marc Hamacher vom Leseratten-Verlag. Der Verlag hat inzwischen sein "German Kaiju"- Sortiment noch weiter ausgebaut. Knuffig-gefährliche Neuerscheinung ist "Goldizilla", ein Comic über einen riesenhaften, monströsen Goldhamster. Schräge Idee. Das muss ich mir zulegen. Ich schreibe es mal auf meine Liste für Marburg. Und ich bin schon gespannt auf die weihnachtliche "Santagarn"-Anthologie.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKE83' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/dc/71/82/ME1BKE83_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a></p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Dritter Start für die Kondorkinder</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Mehr zufällig stolperte ich in die Lesung von Sabrina Železný hinein. Sie las aus "Kondorkinder". Die Geschichte hatte ich damals in der Ausgabe des Mondwolf-Verlags gelesen und <a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-6628-sabrina-%C5%BEelezn%C3%BD-kondorkinder-die-suche-nach-den-verlorenen-geschichten/' class='bbc_url' title=''>Die Suche nach den verlorenen Geschichten</a> und <a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-6637-sabrina-%C5%BEelezn%C3%BD-kondorkinder-der-fluch-des-spiegelbuchs/' class='bbc_url' title=''>Der Fluch des Spiegelbuchs</a> bereits hier im Blog vorgestellt. Ich hatte Sabrina ohne Hut und Lama zuerst gar nicht erkannt, aber die Handlung und das Setting kamen mir irgendwie bekannt vor, so setzte ich mich neugierig dazu.<br />Sabrina las die Geschichte eines Jungen aus den Anden vor, der die Chance hat, Lesen zu lernen. Und sie erzählte auch, was das zu der Zeit bedeutete. Man wurde sichtbar, konnte sich mit Mächtigen in Verbindung setzen, Missstände aufzeigen. Sie berichtete auch von einem Fundstück während ihrer Recherchen: Ein Indigener schaffte es, einen Brief an den spanischen König zu schreiben und dem Herrscher das Papier auch zu überreichen. Er musste sich dafür allerdings verkleiden und in eine Jagdgesellschaft einschleichen. In Sabrinas Roman stößt der Junge allerdings nicht auf große Begeisterung bei seiner Mutter. Im Gegenteil: Sie zerstört das Buch. Kein guter Gedanke, wenn es sich um ein Werk handelt, das auf einen leicht erzürnbaren Berggott zurückgeht.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKE7T' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/0a/11/71/ME1BKE7T_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a><br />Einiges hat sich seit der ersten Mondwolf-Fassung und auch seit der zweiten Artscript-Fassung verändert. Jetzt also neu bei Calderan. Unter anderem hatte die Autorin ursprünglich beschrieben, wie die Leute mit dem "armen" Jesuitenpater Mitleid hatten. Aber inzwischen habe sie erfahren, dass die Jesuiten einer der reichsten Orden überhaupt waren, erzählte sie mir. Also, ganz so bedauernswert wird der Pater nicht gewesen sein.<br />Einer der wichtigsten Unterschiede zur Erstausgabe: Der Mondwolf-Verlag teilte die Geschichte in eine historische und eine Gegenwartsgeschichte auf und brachte sie als Zweiteiler heraus. Die Autorin hatte aber ursprünglich nur einen einzigen Roman geschrieben, der auf zwei Zeitebenen spielte und zwischen historischer und Gegenwartsgeschichte hin und her wechselte. Jetzt also ist der ursprünglich gewollte Zustand wieder hergestellt. Nun, ich bin gespannt, wie sich die Geschichte der Kondorkinder seit 2013 entwickelt hat. Denn natürlich musste ich mir die Neufassung mitnehmen. Mal sehen, wie es sich in der neuen Form lesen lässt.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Die Abrafaxe als Musical</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Ebenfalls zufällig stieß ich auf eine musikalische Lesung, die "Die Abrafaxe und die schwarze Mühle" vorstellte. Jeder Figur war eine eigene kurze Melodie auf den Leib geschrieben. Ich kam gerade dazu, als nichts mehr funktionierte: Vincent Strehlow wollte die Musik abspielen, aber nichts tat sich. Der Albtraum jedes Referenten. Aber schließlich klappte es doch noch, nachdem der Techniker alles Mögliche ausprobiert hatte. Das Fagott für den gemütlichen Califax, das Englischhorn für Brabax, die Klarinette für Abrax, die drei haben sich irgendwo im nebligen Moor in der Lausitz verirrt. Sehr spannend, allerdings fand ich die Ouvertüre zu lang.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Romantasy-Verlegerinnen plaudern aus dem Nähkästchen</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Die dritte Lesung, die ich miterlebte, war eigentlich keine Lesung, sondern eher eine freundliche und informative Aus-dem-Nähkästchen-Plauderei zweier Verlegerinnen: Jenny-Mai Nuyen und Katharina Stegen stellten den Von-Morgen-Verlag vor. Von Morgen bringt Romantasy heraus und entstand, wie Jenny erzählte, aus ihrer Verzweiflung während der Corona-Pandemie heraus. Bis dahin hatte sie als freie Schriftstellerin gelebt und regelmäßig Bücher veröffentlicht, doch dann sagte ihr ihre Agentur, sie könne für die nächsten sechs Monate kein Manuskript verkaufen. Jenny kam zuerst auf die Idee, ihre Romane ins Englische zu übersetzen und einen Verlag dafür zu gründen. Doch ein Autorenkollege riet ihr, lieber die deutschsprachigen Rechte für bereits gut laufende englische Selfpublisher-Titel zu erwerben und die Romane dann selbst zu übersetzen.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKE6A' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/13/b8/95/ME1BKE6A_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a><br />Das funktionierte für den jungen Verlag dann wohl ganz gut, allerdings stellte die Abrechnung die Verlegerin vor einige Probleme. Da kam Excel-Expertin Kathy ins Spiel ... Sehr liebeswert, wie diese die Geschichte ihres ersten Kontakts erzählte. Sie hatte einige kritische Anmerkungen zu einem Roman von Jenny gemacht, die darüber wohl "not amused" war. Ich selbst schreibe ja keine Romantasy, aber die beiden haben mir sehr gefallen. Vor allem wegen Jennys Aussage, ein gut geschriebenes Manuskript sei ihr wichtiger als die Menge der Instagram-Follower eines Autors.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKE5W' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/a6/1b/f4/ME1BKE5W_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a><br />Der Rest ... durchgelaufene Füße, ein furchtbarer Muskelkater, ein auf grausamste Weise malträtierter Geldbeutel, überteuertes Essen und meine Weigerung, ein Restaurant mit dem bedrohlichen Namen "Alte Waage" zu besuchen, dazu viele bezaubernde Gewandete, nette Gespräche und ein Polizist, der mich wohl für einen absoluten Ignoranten hielt, weil ich ihn wegen seines DD-Autokennzeichens fragte, ob er aus Düsseldorf komme. Er wirkte ziemlich gekränkt. Das Kürzel stand natürlich für DresDen, da kann doch keiner drauf kommen. Ja, sorry, ich bin Wessi. Habe jedenfalls viel gelernt und entdeckt in Leipzig. Das Wochenende hat sich gelohnt. Nächstes Jahr wieder.</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://www.imagebam.com/view/ME1BKE5N' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'><img class='bbc_img' src='https://thumbs4.imagebam.com/8f/d6/e3/ME1BKE5N_t.JPG' alt='Eingefügtes Bild'  /></a></p><p>&nbsp;</p><p>&copy; Petra Hartmann</p>]]></description>
		<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 16:34:00 +0000</pubDate>
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		<title>Das Serum des Doctor Nicola ist wieder da</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-13240-das-serum-des-doctor-nicola-ist-wieder-da/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p>Mein Roman "Das Serum des Doctor Nikola" ist ab sofort wieder als eBook erhältlich. Der Roman, der erstmals im Jahr 2013 erschienen ist, handelt von den Folgen des "Schwarzen Freitags" der Berliner Börse, von einem bankrotten Bankierssohn, einem Superschurken, faulen Aktien und einer Katze, die es faustdick hinter den Ohren hat.<br />Entstanden ist das Buch damals auf Anregung des Verlegers Ernst Wurdack, der seinerzeit die "Doctor Nikola"-Romane des australischen Schriftstellers Guy Newell Boothby neu herausgebracht hatte und die Serie gern fortsetzen wollte. Ihr braucht aber keine Vorkenntnisse, wenn ihr mein Buch lesen wollt.<br />Ernst Wurdack hat auch das ausdrucksstarke Cover geschaffen, das er mir nun auch für die Neuauflage dankenswerterweise zur Verfügung stellte.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich habe den Roman noch einmal sorgfältig Korrektur gelesen, aber keine größeren sprachlichen oder orthografischen Macken darin gefunden. Aber ich habe die Chance der Neuauflage genutzt, einen ganz schlimmen Kardinalbolzen zu entfernen, über den ich mich 13 Jahre lang geärgert habe. Witzigerweise hat mich nie jemand darauf angesprochen, und auch die Rezensenten haben anscheinend überhaupt nichts davon gemerkt. Also, jetzt ist mein Nikola-Roman endlich bolzenfrei. ;-)</p><p>&nbsp;</p><p>Der Klappentext:<br />Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...</p><p>&nbsp;</p><p>Buch-Infos:<br />Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola. Ebook. Neobooks, 2026. Euro 2,99.<br />Erhältlich überall, wo es eBooks gibt, zum Beispiel bei<br /><a href='https://www.amazon.de/dp/B0GSS5NZTB' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Amazon</a><br /><a href='https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1078678263' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Thalia</a><br /><a href='https://www.ebook.de/de/product/52788343/petra_hartmann_das_serum_des_doctor_nikola.html' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Ebook.de</a><br /><a href='https://www.hugendubel.de/de/ebook_epub/petra_hartmann-das_serum_des_doctor_nikola-52788343-produkt-details.html' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Hugendubel</a></p>]]></description>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2026 21:05:00 +0000</pubDate>
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		<title>Amanda Gorman: The Hill We Climb</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-13140-amanda-gorman-the-hill-we-climb/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p>Ein Gedicht, das seinerzeit gefeiert wurde. Seinerzeit, das war vor fünf Jahren. Ein Poem, das von Heilung und Hoffnung handelte, einen Neuaufbruch versprach: "The Hill We Climb" von Amanda Gorman war das Inaugurationsgedicht zur Amtseinführung des US-Präsidenten Joe Biden. Eine gereimte Regierungserklärung zum Teil. Heute, im Jahr 2026, wissen wir: Die Hoffnung und Heilung war nur befristet. Ein Moment des Aufatmens und der Leichtigkeit, die Feier einer künftigen Zeit, die nicht von von Dauer war.<br />Amanda Gorman, Jahrgang 1998, die jüngste Inaugurations-Poetin, mit der jemals ein US-Präsident sein Amt angetreten hat, Nachfahrin von Sklaven, 2017 erste National Youth Poet Laureate der USA, beschreibt sich selbst als "skinny Black girl" (Groß- und Kleinschreibung von der Poetin), als kleines, dürres schwarzes Mädchen, das in diesem Land doch eine Hoffnung darauf hat, die Präsidentschaft zu erringen. Sie tritt ans Rednerpult noch unter dem Eindruck der Bilder vom Sturm auf das Kapitol, bewusst, in einem zerrissenen Staat zu leben, dessen Bürger zutiefst verunsichert sind, in dem Angehörige verschiedener Parteien einander unversöhnlich gegenüberstehen. Ein Amerika, in dem ein neuer Tag anbricht - doch was wird er bringen? Sie schreibt:</p><p>&nbsp;</p><p>"Ein neuer Tag, und wir fragen uns,<br />wo wir Licht finden sollen<br />im nicht enden wollenden Schatten.<br />Unsere Verluste fassen, ein Meer durchmessen.<br />Wir haben tief in den Abgrund geblickt.<br />Wir haben gesehen, dass Ruhe nicht immer gleich Friede ist,<br />unsere Anschauung und Auslegung dessen,<br />was scheinbar recht ist, nicht immer gerecht."</p><p>&nbsp;</p><p>Die letzte Zeile dieses Zitats enthält eine der interessantesten Formulierungen des Gedichts, ein Satz, der sich in der deutschen Übersetzung nur schwer fassen lässt: " And the norms and notions of what 'just ist' isn't always justice." Heute, im zweiten Regierungsjahr Donald Trumps, wurde das Wortspiel "justice - just ICE" geläufiger.<br />Gorman spricht von einer Nation, die durch die finsterste Nacht gegangen ist, einer "Nation, die nicht zerbrochen ist, / nur unvollendet", die gelitten hat, doch nun wieder das Licht erblickt: "Unversehens gehört uns der Morgen", sagt die Dichterin. Sie beschwört das amerikanische Erbe, die gemeinsame Geschichte, die Gemeinsamkeiten überhaupt. So ruft sie zu einer (neuen) großen Einheit auf:</p><p>&nbsp;</p><p>"Ein Land für Menschen aller Art,<br />jeder Kultur und Lage, jeden Schlags.<br />Und so lenken wir den Blick nicht auf das,<br />was zwischen uns steht,<br />sondern auf das, was vor uns liegt.<br />Wir schließen die Gräben,<br />weil wir begreifen:<br />Soll an erster Stelle die Zukunft stehen,<br />müssen wir erst<br />von unseren Differenzen absehen."</p><p>&nbsp;</p><p>Es sind nationale Mythen, aber vor allem auch biblische Motive, die Gorman herbeizitiert, Bilder aus der Heiligen Schrift, die den religiösen Amerikanern vermutlich präsenter sind als den Deutschen. Sie spricht vom Weinstock und vom Feigenbaum, spielt an die Gefangenschaft und Verzweiflung des Propheten Jona im Bauch des Walfischs an, schon der Titel ihres Gedichts, das Ersteigen des Hügels, hat biblische Anklänge. Die amerikanischen Zuhörer werden auch die Zitate und Anspielungen auf Reden von Martin Luther King oder Barack Obama wiedererkannt haben.<br />Auferstehung aus Tod und Nacht, eine Metaphorik, die stark mit der Gegenüberstellung von Licht und Schatten arbeitet, und immer wieder der Aufruf zur Einheit auf dem gemeinsamen Weg in die Zukunft, das alles macht den Zauber und die Kraft dieser Rede aus, deren Wirkung auf die zeitgenössischen Zuhörer eine ungeheuerliche war. Was daraus wurde, ist Geschichte. Die beschworene lichte Zukunft dauerte lediglich eine einzige präsidiale Amtsperiode.</p><p>&nbsp;</p><p>Und ist das Gedicht nun gut? Die Beantwortung dieser Frage erfordert einigen Mut. Es bedarf dazu der Tapferkeit vor dem Freund. Denn die Antwort darauf lautet: Nein.<br />Das Gedicht bezieht seine Wirkung aus seiner unbestreitbaren historischen Bedeutung. Handwerklich hingegen ist es nicht unbedingt herausragend. Manches reimt sich, manches nicht. Manche Reime sind rein, manche nur Assonanzen. Manches hat ein traditionelles Metrum, manchmal sind es unrhythmische Prosazeilen, getrennt durch Absätze. Eine einheitliche Zeilenlänge scheint gar nicht erst angestrebt worden zu sein. Ein paar schöne Wortspiele und Metaphern, aber manches mutet gar nicht an wie ein Gedicht, sondern wie ein Schüleraufsatz.<br />In seiner Aufmachung kommt das Ganze durchaus ein wenig überbewertet daher. Der Klappentext preist das Poem an als "das berühmteste Gedicht der Welt". Klingt, als ob die Leute beim Verlag Hoffmann und Campe noch nie etwas von Typen namens Homer oder Goethe gehört haben. Ersthaft - braucht es drei Übersetzer für diese rund 100 Verse? Es ist nicht die Septuaginta. 100 Zeilen, verteilt auf 20 Buchseiten, wobei auf einer Seite oft nur drei bis vier Verse stehen, das ist mehr als großzügig layoutet, böse Zungen würden von Zeilenschinderei sprechen. Aber man muss ja das Buch vollkriegen. Mit 20 Seiten englischem und 20 Seiten deutschem Text, Vorwort von Oprah Winfrey, also einem echten Schwergewicht, mit einem Kommentarteil und Biografien der Dichterin sowie der drei Übersetzerinnen kam der Verlag auf 63 Seiten, für die der Leser 12 Euro hinblättern darf. Man soll bei Lyrik ja nicht auf den Pfennig schauen, aber das ist schon ein interessantes Preis-Leistungs-Verhältnis.<br />Die Übertragung ins Deutsche ist größtenteils redlich. Sie gibt, wenn auch nicht die Schönheit, so doch den Inhalt des Gedichts wieder. Aber hinter die Übersetzung "Bürger*innen Amerikas" für das englische "Americans" kann man durchaus ein Fragezeichen setzen. Und wenn die Dichterin über ein kleines, dünnes Schwarzes Mädchen" spricht, das "Descended vom slaves" ist, muss man (also in diesem Fall: frau) das unbedingt übersetzen mit "Nachfahrin von Sklavinnen"? Es ist vermutlich müßig, über das Gendern in Gedichten zu sprechen. Aber schön hört sich das nicht an. Und im Original steht auch nicht, dass nur ihre weiblichen Vorfahren unfrei waren. Das ist keine Übersetzung, sondern die Übersetzerinnen legen der Autorin hier Dinge in den Mund, die sie nicht gesagt hat.<br />Immerhin: Original und Übersetzung sind für den Leser gut vergleichbar, und durch das übersichtliche Layout gibt es auch keine Probleme, die Zeilen einander zuzuordnen und selbst zu beurteilen, wie gut oder wie schlecht eine Formulierung getroffen ist. Übersetzen heißt auch, Entscheidungen zu treffen.<br />Sehr gut gelungen und hilfreich ist auf jeden Fall der Kommentarteil, gerade für kryptische Zitate und Anspielungen, die dem deutschen Leser nicht so geläufig sind.<br />Ansonsten kann man auf jeden Fall Oprah Winfrey Recht geben, die im Vorwort von den raren Momenten besonderer Strahlkraft spricht, von den "Kadenzen der Klugheit", dem "Inbild sanfter Anmut" und von Worten, die "Balsam für unsere Seelen" waren. Nicht unbedingt ein literarisches Meisterwerk für die Ewigkeit. Aber ein historisches Zeugnis und gute Worte für einen Moment, in dem Amerika sich wiederfand und sich bereit machte für den Weg zurück ins Licht. Ein Licht, das sich leider inzwischen wieder verfinstert hat.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Fazit: </strong>Ein bedeutendes, ein wichtiges Gedicht. Handwerklich und literarisch nicht unbedingt großartig, aber ein berührendes Zeugnis eines historischen Moments, eines Augenblicks der Hoffnung, die leider nicht zur dauerhaften Zukunft führte. Ein Gedicht, das sich fünf Jahre nach dem ersten Vortrag in ein sehr trauriges Denkmal einer nicht erfolgten Heilung verwandelt hat. Nachdenkenswert.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Amanda Gorman: The Hill We Climb. Den Hügel hinauf. </strong>An inaugural Poem for the Country. Ein Inaugurationsgedicht für das Land. Zweisprachige Ausgabe. Mit einem Vorwort von Oprah Winfrey. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt und kommentiert von Uda Strätling, Hadija Haruna-Oelker und Kübra Gümüsay. Hamburg: Hoffmann und Campe, 2021. 63 S., Euro 12.</p><p>&nbsp;</p><p>&copy; Petra Hartmann</p>]]></description>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2026 22:23:00 +0000</pubDate>
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		<title><![CDATA[Abenteuer &#38; Wissen: Kleopatra - Königin von Ägypten]]></title>
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		<description><![CDATA[<p>Kleopatra: legendäre Herrscherin, sagenhafte Schönheit, hochgebildete Frau und kluge Staatenlenkerin - oder doch nur perfides Flittchen, das sich an den jeweils mächtigsten Mann heranschmiss und ihn verführte, um ihre eigene Macht zu festigen? Berit Hempel zeichnet in ihrem neuen Hörspiel aus der Reihe "Abenteuer & Wissen" den Weg der berühmten letzten Pharaonin Ägyptens nach. Pardon: Nicht Pharaonin, der Titel lautete einfach Pharao, wie wir erfahren. Kleopatra, letzter Pharao von Ägypten also.<br />Das Hörspiel setzt ein mit einer berühmt gewordenen Aktion der Protagonistin: Kleopatra steigt in einen Sack und lässt sich wie eine Ladung Obst von ihrem Diener in den Palast der Feldherrn Gaius Julius Caesar tragen, des mächtigsten Mannes der Römer - und damit der ganzen Welt. Das Husarenstück der von ihrem Bruder ausgebooteten und kaltgestellten Herrscherin, die sich auf diese Weise eine Audienz - und auch einen Platz in seinem Bett - verschafft, ist ebenso legendär wie erfolgreich: Kleopatra wird ihren Bruder los, wird unangefochtene Nummer zwei in Ägypten nach dem römischen Kriegsherrn und hat ihr Land und ihre Herrschaft vor der römischen Annexion gerettet. Vorerst.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Wissen und Wissenslücken</strong></p><p>&nbsp;</p><p>War es so? Oder hat sich Kleopatra in einen Teppich eingerollt zu Cäsar tragen lassen, wie eine andere Version der Geschichte behauptet? Viele Details über Kleopatra und ihr Leben kennt man heute nicht mehr, wie Autorin Berit Hempel deutlich macht. Und das wenige, was über sie überliefert wurde, stammt aus den Schriften römischer Autoren, die kein gutes Haar an ihr ließen und sie nur allzugern als verruchte Verführerin, als "femme fatale" darstellten. Die Römer haben sie, von Cäsar und Marc Antonius ausgenommen, offenbar nicht geliebt. Hempel erzählt, was sich nachweisen lässt, und bietet Möglichkeiten an, wo Daten und Fakten unbekannt sind. Wobei sie die Wissenslücken deutlich als solche benennt.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Familienverhältnisse und der Kampf um die Macht</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Der Zuhörer erfährt etwas zur Dynastie der Ptolemäer, der Kleopatra entstammte, über ihren Vater Ptolemäus XII. und seine romfreundliche Politik, die zwar die Selbstständigkeit des Landes erhielt, aber auch zu höherer Steuerlast für die Ägypter führte, was den Pharao beinahe den Thron gekostet hätte. Hempel zeigt aber auch, wie geschickt Pharao Kleopatra mit dem Gesetz umging, das bestimmte, dass eine weibliche Herrscherin einen männlichen Mit-Regenten haben musste. Mit dem ihr zur Seite gestellten jüngeren Bruder Ptolemaios XIII. konnte sie dank Cäsars fertig werden. Nach dem Tod des ersten Bruders setzte sie den noch wesentlich jüngeren Bruder Ptolemaios XIV. als Mitregenten ein, schließlich, als auch dieser beseitigt werden musste, war ihr und Cäsars Sohn Ptolemaios XV. Kaisar, auch bekannt als Cäsarion, der Vorzeige-Mann auf dem Thron, ein Kleinkind, das der Mutter wohl kaum Widerstand entgegen gesetzt hat.<br />Für heutige Zuhörer mag es bestürzend klingen, mit welcher Selbstverständlichkeit Kleopatra, ihr Vater und ihre Geschwister die Familienmitglieder über die Klinge springen lassen. Die älteste Schwester Berenike etwa, die während der Abwesenheit ihres Vaters die Macht über Ägypten an sich reißen will und nach seiner Rückkehr dafür hingerichtet wird. Die beiden Brüder namens Ptolemaios, erst Mitregenten, dann Konkurrenten und schließlich Todesopfer. Die Schwester Arsinoe, die sich gegen Kleopatra auflehnt und schließlich auf Befehl von Marcus Antonius hingerichtet wird. Das Familienleben war völlig anders damals, ist aus dem Hörspiel zu erfahren. Aufgezogen von einer Amme, oft fernab der Eltern, aufgewachsen in dem Bewusstsein, dass Geschwister nicht Freunde und Vertraute sind, sondern Konkurrenten im blutigen Kampf um die Macht ... Andere haben zu der Zeit auch so gehandelt und ihre Familienmitglieder beseitigt, versucht Historiker Lars Börner, der in diesem Hörspiel als Experte und Gesprächspartner zur Verfügung steht, Kleopatras Handeln einzuordnen. Wer ihr diese Hinrichtungen vorwirft, der müsse mit anderen (männlichen) Herrschern dieser Zeit genau so ins Gericht gehen. Nett war es freilich trotzdem nicht.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Die Liebe zu Marcus Antonius</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Sehr nett und liebenswürdig dagegen wird die Beziehung geschildert, die Kleopatra nach Cäsars Tod mit dem deutlich älteren Marcus Antonius eingeht. Klar, auch hier stand zunächst der Zweck im Vordergrund, wie auch in den Gesprächen der Ägypterin mit ihren beiden Beraterinnen deutlich wird. Und doch scheint es tatsächlich auch so etwas wie Liebe gewesen sein, das Pharao Kleopatra und den (vermeintlich) mächtigsten Mann Roms zusammenband. Schön die Anekdote, die beide beim gemeinsamen Angeln zeigt, wobei Humor und gegenseitige Neckerei das Herrscherpaar ausgesprochen menschlich und in freundschaftlicher Verbundenheit zeigt. Und sehr beeindruckend die Analyse eines Doppelbildnisses, das Marcus Antonius und Pharao Kleopatra auf den beiden Seiten einer ägyptischen Münze zeigt: Den Römer als starken, muskulösen Mann - die Ägypterin als kraftvollen Zwilling des Römers, allenfalls durch die Kleidung von ihm unterschieden. Ein Doppelporträt, das Einigkeit und Zusammengehörigkeit signalisieren sollte - und statt der sprichwörtlichen Schönheit der Herrscherin Macht und physische Kraft ausstrahlte. Eine beeindruckende Aussage für den, der Münzen zu lesen versteht.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Aufs falsche Pferd gesetzt</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Allerdings: Kleopatra hatte aufs falsche Pferd gesetzt. Hätte sie den "Milchbubi" Octavian nicht unterschätzt und sich ihm rechtzeitig an den Hals geworfen, die Geschichte wäre womöglich anders verlaufen. Als die Heere des Cäsar-Erben beinahe schon vor den Palasttoren stehen und der unterlegene Marcus Antonius kurz davor steht, sich in sein Schwert zu stürzen, versucht Kleopatra eine letzte 180-Grad-Wende und dient sich dem neuen Stern am Himmel Roms an. Vergebens. So bleibt ihr am Ende nur noch der Selbstmord, wenn sie nicht in Ketten nach Rom gebracht und im Triumphzug durch die Stadt geführt werden will.<br />Berit Hempel ist mit "Kleopatra. Königin von Ägypten" ein spannendes und sehr lebendiges Hörspiel gelungen. In Dialogen und Spielszenen, aber auch im Gespräch mit dem Experten Lars Börner zeigt die Autorin eingängig und ohne langweiliges Dozieren, was man heute noch weiß über Kleopatra - aber auch, wo die Lücken in ihrer Biografie liegen und was im Dunkel der Geschichte verloren ging. Dabei schafft sie es, obwohl die geschilderten Ereignisse über 2000 Jahre zurückliegen, ein sehr persönliches Bild von der Herrscherin und Frau zu zeichnen und sie auch heutigen Menschen nahe zu bringen. Abenteuer, Wissen und sehr viel Leben, verpackt in 74 ausgesprochen anschauliche Minuten, mehr kann man von einem Hörspiel doch gar nicht erwarten.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Fazit:</strong> Gut gemachte Hörspielfolge einer ohnehin empfehlenswerten Reihe. Spannend, lebendig, anschaulich und lehrreich. Hörenswert.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Berit Hempel: Abenteuer & Wissen: Kleopatra. Königin von Ägypten. </strong>Hörspiel. München: Headroom, 2026. 74 Minuten.</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'>Weitere Hörbücher aus der Reihe "Abenteuer & Wissen"</span></span><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10803-abenteuer-wissen-johann-wolfgang-von-goethe/' class='bbc_url' title=''>Daniela Wakonnig: Johann Wolfgang von Goethe</a><br /><a href='https://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10038-sandra-pfitzner-sophie-scholl-der-widerstand-der-wei%C3%9Fen-rose/' class='bbc_url' title=''>Sandra Pfitzner: Sophie Scholl</a><br /><a href='https://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-9960-sandra-pfitzner-maria-sibylla-merian-expedition-zu-den-schmetterlingen/' class='bbc_url' title=''>Sandra Pfitzner: Maria Sibylla Merian</a><br /><a href='https://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-3886-maja-nielsen-titanic-untergang-als-h%C3%B6rabenteuer/' class='bbc_url' title=''>Maja Nielsen: Titanic</a></p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'>© Petra Hartmann</span></span></p>]]></description>
		<pubDate>Fri, 27 Feb 2026 19:55:00 +0000</pubDate>
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		<title>Jacqueline Montemurri: Der Herrscher der Tiefe</title>
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		<description><![CDATA[<p>Karl May und Magie? Geht das? In der Reihe "Karl Mays magischer Orient" ist das jedenfalls möglich und gewollt. Und im siebten Band, "Der Herrscher der Tiefe" macht die Autorin Jacqueline Montemurri noch ein ganz anderes Zusammentreffen möglich: Karl May und Jules Verne beziehungsweise Kara Ben Nemsi und Kapitän Nemo in einem Abenteuer vereinigt. Eine Kombination, die Zündstoff birgt und auf jeden Fall ein spannendes Abenteuer verspricht.<br />Das Abenteuer beginnt in Kyrenia, Nordzypern, als die Reisegruppe um Kara Ben Nemsi von einem jugendlichen Dieb bestohlen wird. Die Reisegruppe, das sind außer dem Ich-Erzähler der treue Diener Hadschi Halef Omar, seine Frau Hanneh und deren Mutter Amscha, Halefs Schwägerin Djamila und der Magier Scheik Haschim. Außerdem ist der reiselustige Lord Sir David Lindsay zunächst mit dabei, der aber kurz darauf Abschied nimmt, um ein Abenteuer auf Kreta zu bestehen beziehungsweise um dort archäologische Forschungen zu unterstützen. Wenig später verschwindet Sir David beim Versuch, ein kretisches Höhlensystem zu erkunden. Britische Soldaten schaffen Kara Ben Nemsi und Teile seines Teams - Hanneh und Amscha werden heimgeschickt - nach Kreta. Das Ganze kommt eher einer Entführung als einer Bitte um Hilfe gleich. Aber als die Freunde erfahren, dass es um eine Rettungsaktion für ihren verschollenen Freund handelt, sind sie natürlich bereit, in das Labyrinth einzudringen.<br />Insgesamt ist es ein spannender und gut geschriebener Roman, allenfalls der Einstieg mutet etwas ungeschickt und umständlich an. Da wird Halef bestohlen, und Djamila hastet hinter dem jungen Dieb hinterher, eine schnelle, actionreiche Verfolgungsjagd beginnt, aber die Autorin hat nichts Besseres zu tun, als bereits im zweiten Satz eine lange, betuliche Rückblende zu beginnen. Ganz nach dem Motto: "Wir werden ausgeraubt. Jetzt lehne ich mich erstmal zurück und erzähle lang und breit, wie wir vor zig Jahren schon mal ausgeraubt wurden und wie wir uns überhaupt alle kennengelernt haben ..." Etwas unbefriedigend, dass man als Leser dieses Gelaber erdulden muss, während Djamila sich abmüht und hinter dem Dieb herspurtet.<br />Auch die langen Referate, mit denen Kara Ben Nemsi Halef über diverse Sagen, etwa über Jason und das Goldene Vlies oder Minos, Dädalos und den Minotaurus aufklärt, hätten gern knackiger und bewegter rübergebracht werden können. So wirkt das Ganze wie ein Frontalvortrag in der Schule ...</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Begegnung mit Kapitän Nemo</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Sehr interessant ist das Zusammentreffen zwischen Kara Ben Nemsi und dem Kapitän der Nautilus. Schon allein deshalb, weil der Ich-Erzähler May/Ben Nemsi die Erzählungen seines Kollegen Jules Verne im Vorfeld als Spinnereien und Lügengespinste abtut, während die eigenen Orient- und Wild-West-Abenteuer natürlich die reine Wahrheit sind ... Er wird im Laufe der Geschichte sein Urteil über Verne und dessen Bücher gründlich revidieren. Schön auch das kleine Denkmal, das die Autorin dem Verne-Kenner Wolfgang Thadewald gesetzt hat, den Kara Ben Nemsi in der gewaltigen Bibliothek des U-Boots kennen lernt.<br />Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Konfrontation der beiden außerordentlich unterschiedlichen Charaktere Kapitän Nemo und Kara Ben Nemsi. Zwei Männer, die durch ihre Liebe zur Wissenschaft durchaus eine Gemeinsamkeit haben. Der Ich-Erzähler ist fasziniert von den technischen Möglichen und Zukunftstechnologie der Nautilus. Aber dass Nemo sein Schiff nutzt, um britische Schiffe zu versenken, und dadurch bereits Hunderte, wenn nicht Tausende Menschenleben auf dem Gewissen hat, macht es Kara unmöglich, sich als "Partner" des Kapitäns einkaufen zu lassen. Zumal dies ewige Gefangenschaft an Bord bedeutet hätte. Eine Konfrontation, ein Kampf auf Leben und Tod ist unausweichlich.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Magie trifft Technik</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Spannend ist auf jeden Fall das Zusammentreffen von Magie und Technik. Scheik Haschim als Magier hat der Nautilus-Technologie durchaus etwas entgegen zu setzen. Aber jeder Unsichtbarkeitszauber versagt, wenn der Gegner die Körperwärme seiner Feinde sichtbar machen kann ... Bemerkenswert auch, dass Kara Ben Nemsi nicht wie bei May gewohnt, der unbesiegbare Superheld mit dem alles und jeden überwältigenden Jagdhieb ist. Mehr als einmal bleibt er "zweiter Sieger" in Auseinandersetzungen, wird außer Gefecht gesetzt, muss zusehen, während seine Freunde kämpfen, oder muss auf die Fähigkeiten und Expertise etwa des Scheiks setzen. Eine sehr ungewöhnliche Lage für Mays Helden.<br />Und geht das nun - Karl May und Magie? "Karl May würde heute Fantasy schreiben", so lautet der Slogan, mit dem die Reihe "Karl Mays magischer Orient" angetreten ist. Aber wieso "würde"? Karl May <em class='bbc'>hat </em>Fantasy geschrieben; "Ardistan" und "Der Mir von Dschinnistan" sind die Urgroßmütter aller deutschen Fantasy-Romane.<br />Wenn es gut motiviert ist, hat Zauber in jedem Roman Platz. Der Leser muss sich ein bisschen einlassen auf die Rahmenbedingungen, die für die Roman-Reihe gesetzt sind, das geht schon. Auch wenn Puristen lieber "richtige" Orient-Abenteuer lesen würden. Sollen sie doch, Karl Mays Kosmos ist groß genug für alle. Schön ist aber auch, wenn sich die "Magie" des von Halef fast das ganze Buch über beschworenen "Goldenen Vlies" dann doch auf sehr physikalisch korrekte, mechanische Weise zeigt.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Fazit:</strong> Ein spannendes Aufeinandertreffen zweier starker Charaktere der Weltliteratur, ein Kampf zwischen Technik und Magie und ein Abenteuer, in dem der Held Kara Ben Nemsi ein Stück weit vom Sockel geholt wird. Lesensewert.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Jacqueline Montemurri: Der Herrscher der Tiefe.</strong> (Band 7 der Reihe: Karl Mays magischer Orient.) Bamberg: Karl-May-Verlag, 2019. 477 S., Euro 20.</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'><span  style='font-family: helvetica'>Weitere Karl-May-Fortsetzungen:<br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10726-thomas-ostwald-aufbruch-ins-ungewisse/' class='bbc_url' title=''>Thomas Ostwald: Aufbruch ins Ungewisse</a></span><br /><span  style='font-family: helvetica'><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10802-thomas-ostwald-auf-der-spur/' class='bbc_url' title=''>Thomas Ostwald: Auf der Spur</a> </span></span></span><br /><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'><span  style='font-family: helvetica'><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10829-thomas-ostwald-der-schwarze-josh/' class='bbc_url' title=''>Thomas Ostwald: Der schwarze Josh</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10749-axel-halbach-blutige-schluchten/' class='bbc_url' title=''>Axel Halbach: Blutige Schluchten</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-5586-sherlock-holmes-und-old-shatterhand/' class='bbc_url' title=''>Klaus-Peter Walter: Sherlock Holmes und Old Shatterhand</a></span><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10836-wolfgang-berger-wei%C3%9Fer-vater/' class='bbc_url' title=''>Wolfgang Berger: Weißer Vater</a> </span></span><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10863-lennardt-m-arndt-an-den-ufern-des-nebraska/' class='bbc_url' title=''><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'>Lennardt M. Arndt: An den Ufern des Nebraska</span></span></a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-12015-lennardt-m-arndt-die-buschklepper/' class='bbc_url' title=''><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'>Lennardt M. Arndt: Die Buschklepper</span></span></a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-11715-bettina-schneider-die-opfer-des-apachen/' class='bbc_url' title=''><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'>Bettina Schneider: Die Opfer des Apachen</span></span></a><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'> </span></span></p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'><span  style='font-family: helvetica'>© Petra Hartmann</span></span></span></p>]]></description>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 14:50:00 +0000</pubDate>
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		<title>Bestiarium: Beim Lesen Bernhard Grzimeks Stimme im Kopf</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-13065-bestiarium-beim-lesen-bernhard-grzimeks-stimme-im-kopf/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p>Manuela Hahn hat in ihrem Rezensionsblog "Neues aus dem Bücherhaus" unser "Intergalaktisches Bestiarium" besprochen. Was mich besonders freut: Sie schreibt, dass sie tatsächlich die Stimme von Bernhard Grzimek im Kopf hatte, als sie die Geschichten unseres namenlosen, xenobiologischen Ich-Erzählers und Tierschützers las. Message angekommen.</p><p>&nbsp;</p><p>Sie lobt die skurrilen, intergalaktischen Kreaturen des Zeichners Thomas Hofmann - "gruselige, verspielte Wesen, die nicht niedlich, sondern eindringlich und einzigartig wirken von Sternendrachen bis zu Regenbogenkatzen" - und merkt über meine Geschichten an:<br />"Ihre pointierten Texte passen hervorragend zu Thomas Hofmanns Illustrationen. Diese Kombination machen das gesamte Werk zu einem besonderen Lesevergnügen. Die einzelnen Geschichten sind manchmal nachdenklich und sogar etwas traurig aber es gibt auch sehr humorvolle Momente."<br />Besonders mag sie "Das Tier der Unordnung" und "Der Savannenplanet" wegen ihres Humors und den "Erkunder" als eher nachdenklichen Text.</p><p>&nbsp;</p><p>Ihr Fazit:<br />"Jede der einzelnen Geschichten hat ihren eigenen Charme und durch die interessanten Illustrationen hatte ich immer wieder Bilder im Kopf, diese aber in Farbe, die Zeichnungen sind alle in schwarz-weiß gehalten, das macht sie zu etwas besonderem, denn so kann sich jeder Leser und jede Leserin die Farben vorstellen die er mag. Die Geschichten zeigen Empathie für das Fremde und betonen, dass Leben in welcher Gestalt auch immer schützenswert ist."</p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.com/2026/02/thomas-hofmann-petra-hartmann-das.html?fbclid=IwY2xjawQD7JFleHRuA2FlbQIxMABzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeAc7QZFD2M-6XuL-27XCv2lH5f7R22QKQipGnnojHUmw8BnE1qyWTdS_BuqQ_aem_oFSK2eGXvWRb9n65n5oKjg' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>Die vollständige Rezension findet ihr hier.</a></p>]]></description>
		<pubDate>Thu, 19 Feb 2026 17:00:00 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>Warum ich von Facebook weggehen muss ...</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-13046-warum-ich-von-facebook-weggehen-muss/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p>Hallo zusammen!<br />Es sieht so aus, als ob ich meinen Facebook-Account doch schneller kündigen muss als geplant ...<br />Das Problem ist nicht neu: Seit Jahren behauptet Facebook je-den A-bend, ich hätte mich von einem Ort aus angemeldet, von dem ich mich noch niemals angemeldet hätte. Ich lebe seit 55 Jahren unverändert in Sillium, danke der Nachfrage. Etwas Ähnliches hatte ich ja schon <a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-9951-tsch%C3%BCs-twitter-ich-bin-dann-mal-weg/' class='bbc_url' title=''>vor einigen Jahren bei Twitter erlebt</a>.<br />Herr Sucker verlangte bisher immer, dass ich einen Sicherheitscode eingebe, den ich per Email bekomme. So weit, so gut.<br />Seit ca. einem Monat muss ich je-den A-bend bestätigen, dass ich kein Roboter bin, und Hydranten, Fahrräder oder Fußgängerüberwege identifizieren.<br />Und seit Samstag komme ich von zu Hause gar nicht mehr rein. Facebook verlangt, dass ich eine Mitteilung bestätige, die ich auf "ein anderes Gerät" bekomme. Damit meint Herr Sucker meinen Dienstrechner, mit dem ich dummerweise mal eingeloggt war.<br />Nein, ich habe keine Lust, am Wochenende anderthalb Stunden Auto zu fahren und mich von meinem Dienstrechner aus einzuloggen, nur um einem Ami-Spitzel-Unternehmen meine Daten darbringen zu dürfen. Das ist es mir nicht wert.<br />Also, wenn ich künftig von zu Hause nicht mehr reinkomme, dann ist es mir lieber, alles zu löschen, als einen unbeaufsichtigten Geister-Account herumliegen zu lassen. Falls ihr mich also bald auf Facebook nicht mehr seht, speichert euch bitte meine Mailadresse ab: hartmann.holle@web.de. Ihr findet mich auch auf meiner Homepage <a href='http://www.petrahartmann.de' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>www.petrahartmann.de</a>, oder schaut gern hier im Blog oder auf Mastodon vorbei: <a href='https://literatur.social/@PetraHartmann' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>https://literatur.social/@PetraHartmann</a>.<br />Wir sehen uns hoffentlich. Macht's gut.</p><p>&nbsp;</p><p>Nachtrag, 2. März 2026</p><p>&nbsp;</p><p>Gestern war ich drin in Facebook. Von meinem heimatlichen Rechner, den das System zuvor konsequent blockiert hat. Ich musste zwar bestätigen, dass ich kein Roboter bin, und danach Hydranten, PKWs, Motorräder und Ampeln identifizieren, aber danach haben sie mich reingelassen. Heute morgen dann wieder das gleiche Spiel:</p><p>&nbsp;</p><p>"Melde dich auf einem anderen Gerät an, um fortzufahren<br />Wenn wir uns nicht sicher sind, dass eine Person, die versucht, sich bei einem Konto anzumelden, auch wirklich der Inhaber dieses Kontos ist, fügen wir beim Login eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme hinzu. Du musst dich auf einem Gerät einloggen, von dem du dich schon einmal angemeldet hast, und diesen Login genehmigen."<br />Darunter der ausdrückliche Hinweis: "Wenn du kein Gerät mehr hast, auf dem du dich früher bei diesem Konto angemeldet hast, können wir dich aus Sicherheitsgründen nicht anmelden."</p><p>&nbsp;</p><p>Tja, das wars dann wohl. Der Plan ist, dass ich an den Iden des März meine Seiten lösche und zum Anfang April den Account tilge. Schade, aber wenn's nicht mehr geht, dann geht's eben nicht mehr.</p>]]></description>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>Thorgal Saga: Frost und Feuer</title>
		<link>https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-13038-thorgal-saga-frost-und-feuer/</link>
		<category></category>
		<description><![CDATA[<p>Zwischen Weltenbrand und Fimbulwinter ist das neue Thorgal-Abenteuer "Frost und Feuer" angesiedelt. Das großformatige Album aus der Reihe "Thorgal Saga" besticht durch raumgreifende Wasser-, Eis- und Feuerwelten, durch mythische und kosmische Bezüge, aber auch durch den gut getroffenen Charakter des Titelhelden. Ein klassisches Thorgal-Epos, für das dieses "Saga"-Format wie geschaffen erscheint.<br />Die Autoren erzählen in diesem Album von Thorgals Schiffbruch vor der Küste des Landes "Frost". Thorgal ist zusammen mit einem älteren und vermutlich nicht übermäßig talentierten Skalden auf dem Meer unterwegs, als ein Sturm aufzieht. In den tosenden Wassermassen entsteht ein Mahlstrom, der das Boot in eine andere Welt, das Frostland, hinüberreißt, dessen Herrscherin Thorgal per Magie herbeigerufen hat. Über das Eisland bricht der Fimbulwinter herein, der den germanischen Weltuntergang, Ragnarök, das Götterverhängnis, ankündigt. Noch sind es erst die Vorboten des furchtbaren Winters, doch die Kälte ist bereits tödlich. Scharen von Flüchtlingen ziehen zur Zitadelle der Königin, wo eine immer schwächer werdende magische Flamme der Eiseskälte Widerstand leistet. Doch die Flüchtlinge kommen nie dort an, sie erfrieren unterwegs und werden zu Eisstatuen.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Surturs Flamme für das Eisland</strong></p><p>&nbsp;</p><p>Die einzige Chance, die Flamme des Frostreiches am Leben zu halten und wieder wachsen zu lassen, ist, neues Feuer aus Muspelheim in die Zitadelle zu schaffen. Thorgal und die schöne und mutige Prinzessin Vakva, die Tochter der Königin, machen sich auf die gefährliche Reise ins Land Muspelheim, wo der Feuerriese Surtur herrscht. Das bedeutet auch, dass sie an der Wächterin der Schlüssel vorbei müssen. Doch es ist nicht mehr Thorgals alte Freundin, die das Amt innehat. Die neue Wächterin wurde ausgewählt, weil sie sich ganz gewiss nicht durch hübsche Männer wie den gut aussehenden Wikingerhelden außerirdischen Ursprungs becircen lässt.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Ein Album, das alles hat</strong></p><p>&nbsp;</p><p>"Frost und Feuer" ist ein Album, das wirklich alles hat: einen großen Welten-Entwurf, faszinierende, über Seiten hinweg ausgeweitete Landschaften, zunächst ein tobendes Meer, dann weite eisige Einöden mit Wölfen, Eisbären und den tragischen Flüchtlingszügen ins Verderben, schließlich die Feuerwelt, über die Surtur herrscht, ein Kosmos aus Flammen und Höllenflammen, in dem sich der Weltenbrand bereits manifestiert. Dazu eine wohlproportionierte Mitstreiterin und kein Pin-up-Girl, eine vollkommen überraschende Neubesetzung der Wächterinnenposition, Verrat und Kampf, und schließlich der gute alte Thorgal, der erneut seinen Grundsätzen und seiner Ethik treu bleibt und gerade dadurch erreicht, woran andere scheitern.<br />Ein besonderes, begeisterndes Abenteuer und ein absoluter Höhepunkt der Saga-Reihe. Da haben Jean-Blaise Dian, Olivier Legrand und David Etien etwas Großartiges auf die Beine gestellt. Bitte mehr von diesem Team.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Fazit: </strong>Optisch überwältigende Wasser-, Eis- und Feuerwelten, ein mythisches Szenario und ein Held, der sich selbst treu bleibt. Ein herausragendes Album der ohnehin herausragenden Saga-Reihe. Einfach nur: Wow!</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Thorgal Saga: Frost und Feuer. </strong>Text: Jean-Blaise Dijan, Olivier Legrand, Zeichnungen: David Etien. Bielefeld: Splittter, 2026. 94 S., Euro 24.</p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Weitere Thorgal-Abenteuer</strong><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-4232-thorgal-31-der-schild-des-thor/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 31: Der Schild des Thor</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-5200-thorgal-32-die-schlacht-von-asgard/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-5713-thorgal-33-schwertboot/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 33: Schwertboot</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-7301-thorgal-kah-aniel/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 34: Kah-Aniel</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-8890-thorgal-35-scharlachrot/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 35: Scharlachrot</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-9309-thorgal-36-aniel/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 36: Aniel</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-9389-thorgal-37-der-eremit-von-skellingar/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar</a><br /><a href='https://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-9886-thorgal-38-die-selkie/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 38: Die Selkie</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10666-thorgal-39-neokora/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 39: Neokora</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10729-thorgal-40-tupilak/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 40: Tupilak</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10839-thorgal-41-tausend-augen/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 41: Tausend Augen</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-11782-thorgal-42-%C3%B6zurr-der-war%C3%A4ger/' class='bbc_url' title=''>Thorgal 42: Özurr, der Waräger</a></p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-5174-kriss-de-valnor-i-ich-vergesse-nichts/' class='bbc_url' title=''>Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-6016-kriss-de-valnor-ii-das-urteil-der-walkuren/' class='bbc_url' title=''>Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-6330-die-welten-von-thorgal-kriss-de-valnor-iii-einer-konigin-wurdig/' class='bbc_url' title=''>Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-7015-die-welten-von-thorgal-kriss-de-valnor-iv-bundnisse/' class='bbc_url' title=''>Kriss de Valnor 4: Bündnisse</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-8052-die-welten-von-thorgal-kriss-des-valnor-5-rot-wie-der-raheborg/' class='bbc_url' title=''>Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-8366-die-welten-von-thorgal-kriss-de-valnor-6-die-insel-der-verlorenen-kinder/' class='bbc_url' title=''>Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-9145-die-welten-von-thorgal-kriss-de-valnor-7-der-berg-der-zeit/' class='bbc_url' title=''>Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-9316-die-welten-von-thorgal-kriss-de-valnor-8-der-herr-der-gerechtigkeit/' class='bbc_url' title=''>Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit</a></p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-5925-die-welten-von-thorgal-lupine-i-ra%C3%AFssa/' class='bbc_url' title=''>Lupine 1: Raïssa</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-6331-die-welten-von-thorgal-lupine-ii-die-abgeschnittene-hand-des-gottes-tyr/' class='bbc_url' title=''>Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-6610-die-welten-von-thorgal-lupine-3-das-reich-des-chaos/' class='bbc_url' title=''>Lupine 3: Das Reich des Chaos</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-7586-jahresr%C3%BCckblick-iv-oktober-bis-dezember-2014/' class='bbc_url' title=''>Lupine 4: Crow</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-8057-die-welten-von-thorgal-lupine-5-skald/' class='bbc_url' title=''>Lupine 5: Skald</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-8917-die-welten-von-thorgal-lupine-6-die-k%C3%B6nigin-der-schwarzelfen/' class='bbc_url' title=''>Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-8996-die-welten-von-thorgal-lupine-7-nidh%C3%B6ggr/' class='bbc_url' title=''>Lupine 7: Nidhöggr</a></p><p>&nbsp;</p><p><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-6506-die-welten-von-thorgal-thorgals-jugend-i-die-drei-schwestern/' class='bbc_url' title=''>Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-7320-die-welten-von-thorgal-thorgals-jugend-ii-das-auge-odins/' class='bbc_url' title=''>Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-8364-die-welten-von-thorgal-thorgals-jugend-3-runa/' class='bbc_url' title=''>Thorgals Jugend 3: Runa</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-8718-die-welten-von-thorgal-thorgals-jugend-4-berserker/' class='bbc_url' title=''>Thorgals Jugend 4: Berserker</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-9264-thorgals-jugend-5-slive/' class='bbc_url' title=''>Thorgals Jugend 5: Slive</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-9267-thorgals-jugend-6-der-drakkar-aus-dem-eis/' class='bbc_url' title=''>Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis</a><br /><a href='http://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-9340-thorgals-jugend-7-blauzahn/' class='bbc_url' title=''>Thorgals Jugend 7: Blauzahn</a><br /><a href='https://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-9729-thorgals-jugend-8-die-zwei-bastarde/' class='bbc_url' title=''>Thorgals Jugend 8: Die zwei Bastarde</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10174-thorgals-jugend-9-die-tr%C3%A4nen-der-hel/' class='bbc_url' title=''>Thorgals Jugend 9: Die Tränen der Hel</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10748-thorgals-jugend-syd%C3%B6nia/' class='bbc_url' title=''>Thorgals Jugend 10: Sydönia</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10825-thorgals-jugend-11-grym/' class='bbc_url' title=''>Thorgals Jugend 11: Grym</a></p><p>&nbsp;</p><p><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10794-thorgal-saga-adieu-aaricia/' class='bbc_url' title=''>Thorgal Saga: Adieu, Aaricia</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10854-thorgal-saga-wendigo/' class='bbc_url' title=''>Thorgal Saga: Wendigo</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-11978-thorgal-saga-shaigan/' class='bbc_url' title=''>Thorgal Saga: Shaigan</a><br /><a href='https://scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-13038-thorgal-saga-frost-und-feuer/' class='bbc_url' title=''>Thorgal Saga: Frost und Feuer</a></p><p>&nbsp;</p><p>© Petra Hartmann</p>]]></description>
		<pubDate>Sun, 15 Feb 2026 10:00:00 +0000</pubDate>
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		<title>Der Samstag: Zwischen Waschzuber und Wunschpunkten</title>
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		<description><![CDATA[<p>Was  bedeutet eigentlich das "Sams" im Wort "Samstag"? Die 35. Elfenschrift widmete sich dem Thema "Zeitlos?!", und ich habe die Gelegenheit genutzt, mich einmal einer Zeiteinteilungsfrage zu widmen, die mich schon lange begleitet: Ich spüre den Wochentagsnamen nach und habe mich dabei besonders in das "Sams", den mutmaßlichen Taufpaten unseres Samstags, verbissen. Wie sagte schon Altmeister Tucholsky? "Das schönste am Sonntag ist der Samstagabend." Viel Spaß damit!</p><p>&nbsp;</p><p></p><p>&nbsp;</p><p><strong class='bbc'>Zwischen Waschzuber und Wunschpunkten</strong></p><p>&nbsp;</p><p>„Am Sonntag schien die Sonne, und am Montag kam Herr Mon zu Besuch. Herr Taschenbier hatte am Dienstag Dienst, und am Mittwoch, wie immer, war Wochenmitte, Donnerstag donnerte es, und Freitag bekam Herr Taschenbier frei und mußte nicht arbeiten.<br />Und dann kam der Samstag und mit ihm das Sams.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>1</sup></sup></p><p>&nbsp;</p><p>Wer hat nicht versucht, sich die Namen der Wochentage so oder so ähnlich zu erklären? Tag des Mondes, Tag der Sonne, Mitte der Woche – das lässt sich kinderleicht und unmittelbar einsichtig herleiten. Was aber ist das vertrackte Sams, das uns den Samstag beschert hat? Ein kleines, schweineschnäuziges Wesen mit dem Gesicht voller Wunschpunkte, wie es der Kinderbuch-Autor Paul Maar schildert, wird doch wohl kaum als Taufpate zur Verfügung gestanden haben. Obwohl die Vorstellung durchaus etwas für sich hat ...<br />Tatsächlich war der Tag, den wir heute Samstag nennen, in der jüdischen Tradition der einzige Wochentag, der überhaupt einen Namen erhielt. In der Bibel wird er als siebter Tag hervorgehoben. Sechs Tage hatte Gott gearbeitet, hatte Licht, Land, Meer, Lebewesen und Menschen geschaffen und sah, dass es gut war. Dann aber der siebte Tag:<br />„Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>2</sup></sup><br />Und in den zehn Geboten heißt es:<br />„Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>3</sup></sup></p><p>&nbsp;</p><p>Das Wort „Sabbat“ lässt sich wohl von der Wurzel sbt herleiten, was soviel wie aufhören, ruhen oder feiern bedeutet. Einige Forscher vermuten auch eine Verbindung mit einem Vollmondfest.<br />Der Sabbat mit seinem rigorosen Arbeitsverbot wurde neben der Beschneidung zum bekanntesten Kennzeichen der jüdischen Religion. Kein Wunder, dass das Christentum, das sich von seinen jüdischen Wurzeln emanzipieren und „etwas eigenes“ haben wollte, bald den Sonntag als Tag der Auferstehung Jesu zum heiligen Tag erhob.<br />Gegenüber anderen Tagen verhielt sich das Judentum sehr distanziert. Während in Mesopotamien und Ägypten Wochentage nach diversen Gottheiten benannt wurden, sprachen die monotheistischen Juden einfach vom 1. Tag, 2. Tag, 3. Tag usw. Nur der Freitag wurde zum Erew Schabat, (Vor-)Abend des Sabbat. Ähnliches gibt es im Deutschen auch. Die norddeutsche Bezeichnung Sonnabend macht den Tag zum Vorabend des Sonntags, Heilig Abend ist der Tag vor dem ersten Weihnachtsfeiertag. Im Englischen bezeichnet Halloween (aus „All hallows eve“) den Vorabend von Allerheiligen.<br />Im alten Rom war es kein Problem, die aus dem Orient übernommene Wochentagseinteilung mit eigenen Götternamen zu füllen. Interessant ist die Namensgebung im Vergleich mit anderen Sprachen, in die die römische Woche exportiert wurde.<br />Der Montag als Tag des Mondes ließ sich ohne weiteres übertragen. Von der römischen Luna zeugen noch der italienische lunedi und der französische lundi, im germanischen Bereich wurden daraus z.B. der englische monday oder der dänische mandag.<br />Der dem Kriegsgott geweihte Mars-Tag (französisch mardi) wurde dem germanischen Tyr oder Tiu zugeschrieben (dänisch tyrsdag), allerdings wurde vor allem Wert auf seine Funktion als Vorsitzender des Gerichts gelegt, sodass unser Dienstag auf den „Mars thingsus“ zurückgeht.<br />Der deutsche Mittwoch verrät seinen heidnischen Ursprung nicht mehr. In Rom dem Merkur geweiht, lebt der Götterbote im französischen mercredi noch fort. Erst der Blick auf den englischen wednesday und den dänischen onsdag verrät, dass hier der germanische Hauptgott Wodan oder Odin gemeint gewesen ist. Die Zuordnung zeigt, dass zu der Zeit, als die Wochentage nach Nordeuropa kamen, Odin noch gar nicht der Götterkönig war. Er wurde, da er lesen und schreiben konnte und obendrein auch als Todesgott und Seelenbegleiter tätig war, von den Römern mit dem schillernden Kaufmanns-Diebes-Totenbegleiter-Botengott Merkur gleichgesetzt.<br />Den Platz als Entsprechung zum römischen Götterkönig, Himmelsgott und Donnerer erhielt der Donnergott Thor bzw. Donar (thursday, Donnerstag), während sich der Juppiterstag z. B. im französischen jeudi erhalten hat.<br />Die Liebesgöttin Venus ließ sich mit der germanischen Freya gleichsetzen, dem französischen vendredi steht der deutsche Freitag gegenüber.<br />Aufhorchen lässt der Sonntag. Während in den romanischen Sprachen der heilige Tag der Christen längst „getauft“ ist und als italienischer domenico oder französischer dimanche zum Tag des Herrn (Dominus), also des Christengottes, wurde, haben die germanischen Sprachen diese Umbenennung versäumt. Hier ist immer noch der heidnische Sonnengott Sol invictus herauszuhören, der noch über die Ära des Kaisers Konstantin hinaus verehrt wurde und teilweise mit dem christlich-jüdischen Heiland verschmolz.<br />Zurück zum Sabbat, Samstag oder Sonnabend. Ein jüdischer Feiertag im römisch-germanisch-christlichen Kalender eckt an. Er passt einfach nicht. Zwar gab es Christen, die den Sabbat dem Gebot getreu ehrten, doch es gab ebenso unter Heiden und Christen viel Hass gegen Israel.<br />Zum Teil erhielt sich der Name Sabbat, etwa im italienischen sabado. Im Griechischen wurde daraus sambaton, das sich im Deutschen zum Samstag abschliff. Die Römer setzten dafür den Namen des Saturn ein, den wir im englischen saturday oder im friesischen Satertag noch wiedererkennen.<br />Im germanischen Bereich gab es keine Gottheit, die man dem altitalischen Erntegott an die Seite stellen konnte. Allenfalls führte die Namensähnlichkeit dazu, ihn als „Satan“ anzusprechen. Nun hat der Satan zwar auch keine Entsprechung im germanischen Pantheon, aber einen Verräter gab es: So wurde Loki, der listige Gott des Feuers, Tages-Patron. Der schwedische lonsdag mag hieran erinnern. Oder man machte aus dem Tag der Juden kurzerhand etwas Praktisches und ernannte ihn zum „Waschtag“, wie im dänischen lørdag oder im altisländischen laugardagr.<br />Der Waschtag mag dazu gedient haben, sich auf den Sonntag vorzubereiten, sich selbst und die Kirche zu reinigen, vielleicht auch dazu, den heiligen Tag der Juden bewusst zu profanieren.<br />Erhalten hat sich der Waschtag noch Jahrhunderte später. Spuren davon finden sich auch in Boccaccios Novellensammlung „Decameron“ (1349-53): Zehn Personen halten sich zur Pestzeit in einer selbstgewählten Quarantäne auf, und an jedem Tag erzählt jeder eine Geschichte, sodass am Ende 100 Novellen erzählt sind. Nur dass die Geschichtenerzähler nicht 10 Tage beisammen sind, sondern 14. Neifile weist darauf hin, „daß der Freitag wegen der Leiden Dessen, der für unser Leben gestorben ist, der Erbauung dienen soll; darum würde ich es für recht und ziemlich erachten, wenn wir uns am Freitag zur größeren Ehre Gottes lieber mit Gebeten beschäftigen. Am Samstage haben es wieder die Frauen im Brauche, sich den Kopf zu waschen und ihn von allem Staub und Schmutze zu säubern [...], und gar viele pflegen auch aus Verehrung für die Heilige Jungfrau, die Mutter Gottes, zu fasten und schon, um den darauffolgenden Sonntag zu heiligen, alle Arbeit ruhen zu lassen [...].“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>4</sup></sup><br />Die Spur des Waschtags lässt sich bis über den Atlantik zu den nordamerikanischen Indianern verfolgen. Die Lakota (Sioux) übernahmen zum Beispiel von Einwanderern, die in der jüdisch-altchristlichen Scheu vor heidnischen Wochentags-Göttern standen, den Brauch, die Tage von Montag bis Freitag nur als „Tag 1“, „Tag 2“ usw. zu bezeichnen. Der Sonntag ist „Anpetu wakan“, der heilige Tag, während der Tag davor als „Owanka yujajapi“ bezeichnet wird, als Waschtag. Wobei das Wort Owanka soviel wie „Altar“ bedeutet, der Tag ist also ausdrücklich zum Reinigen der Kirche bestimmt.</p><p>&nbsp;</p><p>1 Paul Maar: Am Samstag kam das Sams zurück. Hamburg, 1980. S. 6.</p><p>&nbsp;</p><p>2 Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers. Mit Apokryphen. Stuttgart, 1999. S. 4. 1. Mose 2, 3.</p><p>&nbsp;</p><p>3 Ebd. S. 78. 2. Mose 20. 8-11.</p><p>&nbsp;</p><p>4 Giovanni Boccaccio: Das Dekameron. Deutsch von Albert Wesseliski.Frankfurt/M, 1972. S.224f.</p><p>&nbsp;</p><p>Erstveröffentlichung:<br />Petra Hartmann: Zwischen Waschzuber und Wunschpunkten. In: Elfenschrift. 35, September 2012, S. 12–14.</p><p>&nbsp;</p><p>&copy; Petra Hartmann</p><p>&nbsp;</p><p></p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'>Weitere Elfenschrift-Artikel</span></span><br /><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'><a href='https://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10103-ranzenm%C3%A4nner-ein-rucksack-voller-b%C3%B6ser-geister/' class='bbc_url' title=''>Ranzenmänner: Ein Rucksack voller böser Geister</a></span></span><br /><a href='https://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10092-m%C3%A4rchenerz%C3%A4hler-scheherazade-sandmann-co/' class='bbc_url' title=''>Scheherazade, Sandmann und Co. 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		<pubDate>Fri, 23 Jan 2026 11:50:00 +0000</pubDate>
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		<title>Unter der Eiche von Dodona</title>
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		<description><![CDATA[<p>"Der Zauber von Pflanzen und Bäumen" lautete das Motto der 31. Elfenschrift. Ich beteiligte mich mit einem Artikel über einen ganz besonderen Baum. Es ging um die prophetische Eiche des Zeus im antiken Dodona, das älteste und nach Delphi bedeutendste Orakel Griechenlands. Viel Spaß beim (Wieder)Lesen!</p><p>&nbsp;</p><p><p class='bbc_center'><em class='bbc'><strong class='bbc'>Unter der Eiche von Dodona</strong></em></p></p><p>&nbsp;</p><p>Blätterrauschen, das Säuseln des Windes in der Baumkrone, mächtige, weit ausladende Äste, ein knorriger, ehrfurchtgebietender Stamm: Die Eiche von Dodona gilt als das älteste Orakel Griechenlands. Und aus dem Rauschen des geheimnisvollen, dem Göttervater Zeus geheiligten Baumes deuteten Priester über ein Jahrtausend lang die Zukunft.<br />Vieles, was das alte Heiligtum betrifft, liegt im Dunkeln. Dodona ist längst nicht so gut erforscht, wie die bekanntere Wahrsagestätte in Delphi, wo der Gott Apoll den Sterblichen seine oft rätselhaften Andeutungen und Wahrsprüche verkünden ließ. Die Ausgrabungen förderten an Tempelbauten nur wenige Mauerreste zu Tage. Dies mag damit zu tun haben, dass sich der Kult weniger in Tempelanlagen und anderen Gebäuden abspielte, sondern dass das Herzstück des Orakels ein Baum, eben die berühmte dodonäische Eiche, war.<br />Umso beredter sprudeln die literarischen Quellen. Schon in der <em class='bbc'>Ilias</em> Homers, der den Kultort Delphi noch nicht kennt, betet Achill zum Gott Dodonas:</p><p>&nbsp;</p><p>„Zeus, pelasgischer, weitab wohnender, Herr von Dodona,<br />Wo der Winter so rauh. Dort lagern am Boden die Selloi,<br />Deine Seher, um dich mit niegewaschenen Füßen.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>1</sup></sup></p><p>&nbsp;</p><p>Barfüßige Priester mit ungewaschenen Füßen waren im alten Griechenland nicht gerade üblich. Vermutlich sollte hierdurch eine besondere Beziehung zum heiligen Mutterboden dargestellt werden. Dazu passt auch die Vorstellung, dass die dodonäischen Priester auch im rauhen Winter auf dem nackten Erdboden schliefen.<br />Auch in der <em class='bbc'>Odyssee </em>spielt das Orakel eine Rolle. Der in Verkleidung heimgekehrte Odysseus berichtet zweimal über seinen angeblichen Gang zum Zeus-Heiligtum:</p><p>&nbsp;</p><p>„Nach Dodona, sagte er, ging er, um aus des Gottes<br />Hochbelaubter Eiche den Rat des Zeus zu vernehmen,<br />Wie er am besten ins reiche Land von Ithaka käme,<br />Da er so lang schon fern, ob öffentlich oder verborgen.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>2</sup></sup></p><p>&nbsp;</p><p>Noch Sokrates wird später seinen Schüler Phaidros ironisch belehren: „Mein Freund, im Heiligtum des Zeus zu Dodona sagten die Menschen, die ersten Weissagungen seien von einer Eiche ausgegangen. Ihnen, weil sie keine Weisen waren, wie ihr Jünglinge heute, genügte es in ihrer Einfalt, der Eiche und dem Stein zuzuhören, wenn sie nur die Wahrheit sagten.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>3</sup></sup><br />Außer dem Blätterrauschen scheint auch das Gurren der im Baumwipfel sitzenden Tauben zum Orakel gedient zu haben. Dies könnte unter anderem durch ein Fragment aus dem <em class='bbc'>Frauenkatalog</em> des Dichters Hesiod belegt werden: „Und sie (die Tauben) wohnten im Stamm der Eiche. / Von dort holen die Sterblichen Erdbewohner / All die Arten von Sprüchen.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>4</sup></sup><br />Woher die Tauben von Dodona kommen, dazu überliefert Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung, eine alte Sage. Demnach seien einst zwei schwarze Tauben aus dem ägyptischen Theben losgeflogen, die eine landete in Libyen, die andere in Dodona. Beide hätten an ihrer jeweiligen Landestelle den Einwohnern befohlen, ein Zeus-Orakel zu gründen, woraufhin das libysche Heiligtum des Zeus-Ammon und die Stätte in Dodona entstanden seien. Herodot, der gern solche alten Sagen rationalistisch interpretierte, versuchte die Geschichte als einen historischen Frauenraub zu deuten. Damals seien zwei ägyptische Priesterinnen von Phöniziern entführt worden, wobei die eine nach Libyen, die andere nach Griechenland verkauft worden sei, übersetzt er es sich in sein vernünftiges Weltbild:</p><p>&nbsp;</p><p>„Tauben aber sind die Frauen [...] von den Dodonern genannt worden, weil sie doch fremdsprachig waren und bei ihnen den Eindruck erweckten, daß sie wie Vögel zwitscherten. Nach einiger Zeit aber hat ‚die Taube‘ mit Menschenstimme gesprochen [...]. Dass sie aber sagen, die Taube sei schwarz gewesen, damit deuten sie an, daß die Frau aus Ägypten war.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>5</sup></sup></p><p>&nbsp;</p><p>Auch der späte griechische Epiker, Apollonios von Rhodos, berichtet von der Wahrsagekraft der Zeuseiche. In seinem Argonautenepos ist es jedoch nicht das Blätterrauschen des Baumes, sondern es ist ein Stück Holz aus dem Stamm der göttlichen Eiche, das sich im Wunderschiff Argo sehr lautstark zu Worte meldet:</p><p>&nbsp;</p><p>„Gewaltig schrie der Pagaseïsche Hafen auf und auch die Pelische Argo selbst und spornte sie an, abzufahren“, erzählt der Dichter. „Denn in sie war ein göttlicher Stamm gefügt, den Athene in der Mitte des Vorderstevens aus der Dodonischen Eiche eingepasst hatte.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>6</sup></sup></p><p>&nbsp;</p><p>Hier ist nicht die Rede von irgendeinem Blätterrauschen, das der Priester erst noch zu deuten hat. Das Holzstück redet unbarmherzig Klartext und setzt der Mannschaft nach einem Verbrechen gehörig den Kopf zurecht. Sturm, Wellen und Riffe setzen der Argo zu.</p><p>&nbsp;</p><p>„Und gleich ertönte plötzlich, mitten im Dahinlaufen, in menschlichem Klang der mit Sprache begabte Balken des gewölbten Schiffs, den ja Athene in der Mitte des Vorderstevens aus Dodonischer Eiche eingepasst hatte. Die aber ergriff verhängnisvolle Furcht, als sie mittendrin die Stimme der Argo und den schweren Zorn des Zeus vernahmen. Denn jene sagte, sie würden weder den Mühsalen der langen Salzflut noch den widrigen Wirbelwinden entrinnen, wenn nicht Kirke den erbarmungslosen Mord an Apsyrtos von ihnen abwüsche.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>7</sup></sup></p><p>&nbsp;</p><p>Klarheit und deutliche Sprache – das wird dem Orakel aus Blätterrauschen und Taubengurren oft von den griechischen Tragödiendichtern bescheinigt. Vielleicht ist hiermit auch eine Spitze gegen das manchmal etwas zweideutige „Konkurrenzorakel“ zu Delphi angedeutet. Man erinnere sich nur an Apollons bekannten Spruch an Krösus, er werde, wenn er den Fluss Halys überschreite, ein großes Reich zerstören. Krösus hielt dies für eine glückverheißende Prophezeiung – doch das Reich, das er durch den Kriegszug zerstörte, war sein eigenes.<br />Solche dunklen Sprüche scheinen die Priester und Priesterinnen in Dodona nicht verkündet zu haben. So wird im <em class='bbc'>Gefesselten Prometheus</em> des Aischylos erzählt, wie Inachos Boten nach Delphi und Dodona gesandt und zunächst „undurchsichtigen / Bescheid, schillernde Worte, nicht zu deutende“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>8</sup></sup> als Antwort erhalten habe, dann aber einen klaren, unzweideutigen Spruch. Ein wahres Wunder vollzieht sich an seiner Tochter Io:</p><p>&nbsp;</p><p>„Denn als du kamest auf Molosserboden, in<br />Die Nähe von Dodonas steilem Rücken, wo<br />Der Sitz des weissagenden Thesproter-Zeus<br />Und ein unglaublich Wunder, Eichen, redende,<br />Von denen wurdest du deutlich, nicht mit Rätselwort,<br />Begrüßt als die Erwählte, der bestimmt ist, Zeus‘<br />Gemahl zu werden.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>9</sup></sup></p><p>&nbsp;</p><p>Auch Herakles in den <em class='bbc'>Trachinierinnen </em>des Sophokles weiß aus Dodona ganz genau, was ihm bevorsteht: „Das sei der alten Eiche zu Dodona Spruch“, berichtet seine Frau Deianeira,<br />„den er aus zweier Priesterinnen Mund gehört.<br />Und dieses Spruchs Unfehlbarkeit zielt auf die Zeit<br />die eben jetzt ist, daß er sich erfüllen muß [...]“.<sup class='bbc'><sup class='bbc'>10</sup></sup></p><p>&nbsp;</p><p>Auch Herakles selbst berichtet von seiner dodonäischen Weissagung, diesmal allerdings mit Hinweis auf eine eigene Fehlinterpretation des Spruchs:</p><p>&nbsp;</p><p>„Als ich ins Heiligtum der bergbewohnenden,<br />auf bloßer Erde schlafenden Seller kam, schrieb ich<br />mir ein, was mit viel Zungen Vaters Eiche sprach.<br />Zu der jetzt lebenden, gegenwärtigen Zeit, hieß es,<br />werde der Plagen, die antreten gegen mich,<br />Kette sich lösen. Und ich deutete es auf Glück,<br />doch war nichts andres also als mein Tod gemeint.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>11</sup></sup></p><p>&nbsp;</p><p>Das Christentum machte schließlich der weit über tausendjährigen Orakelpraxis ein Ende. 391 oder 392 nach Christus wurde sogar die heilige Eiche gefällt – ähnlich wie das Fällen der Donarseiche in Germanien der Todesstoß für den heidnischen Kult. 30 Jahre zuvor, im Jahr 362, hatte der römische Kaiser Julian, dem die Christen wegen seiner Rückkehr zu den „alten“ Göttern den Beinamen „Apostata“, der Abtrünnige, gaben, noch ein letzte Mal versucht, das Orakel zu befragen. Er hatte Boten zum delphischen Apollon-Heiligtum und zum Zeus von Dodona entsandt. Aus Delphi ist als letzter Orakelspruch folgende Botschaft an den Kaiser überliefert:</p><p>&nbsp;</p><p>„Saget dem Herrscher, zerstört liegt die kunstgesegnete Stätte,<br />Phoibos besitzt kein Dach mehr und keinen prophetischen Lorbeer;<br />Verstummt ist der sprechende Quell, es schweigt das murmelnde Wasser.“<sup class='bbc'><sup class='bbc'>12</sup></sup></p><p>&nbsp;</p><p>In Dodona schwieg das Orakel. Die Eiche des Zeus war für immer verstummt.</p><p>&nbsp;</p><p>1 Homer: Ilias. Übersetzung, Nachwort und Register von Roland Hampe. Stuttgart: Reclam, 1979. XVII, 233-235. S. 328.</p><p>&nbsp;</p><p>2 Homer: Odyssee. Übersetzt von Roland Hampe. Stuttgart: Reclam, 1979. XIV, 327-330. S. 234. Ähnlich XIX, 296-299, S. 322.</p><p>&nbsp;</p><p>3 Platon: Phaidros oder Vom Schönen. Übertragen und eingeleitet von Kurt Hildebrandt. Stuttgart: Reclam, 1979. 275B. S. 87.</p><p>&nbsp;</p><p>4 Hesiod Fragment 134 (Rzach). Zit. n. Martina Dieterle: Dodona: Religionsgeschichtliche und historische Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung des Zeus-Heiligtums. Hildesheim: Olms, 2007. S. 283.</p><p>&nbsp;</p><p>5 Herodot: Historien. I-V. Übersetzt von Walter Marg. München: DTV, 1991. II, 54-57. S. 151f.</p><p>&nbsp;</p><p>6 Apollonios von Rhodos: Die Fahrt der Argonauten. Griechisch/Deutsch. Hrsg., übersetzt und kommentiert von Paul Dräger. Stuttgart: Reclam, 2002. I 524-527. S. 43.</p><p>&nbsp;</p><p>7 Ebd. IV, 580-588. S. 333.</p><p>&nbsp;</p><p>8 Aischylos: Der gefesselte Prometheus. Übersetzung und Nachwort von Walther Kraus. Stuttgart: Reclam, 1965. V. 661f. S. 27.</p><p>&nbsp;</p><p>9 Ebd. V. 829-835. S. 33.</p><p>&nbsp;</p><p>10 Sophokles: Die Trachinierinnen. Übersetzung und Nachwort von Walther Kraus. Stuttgart: Reclam, 1989. V. 169-174. S. 10.</p><p>&nbsp;</p><p>11 Ebd. V. 1166-1172. S.48.</p><p>&nbsp;</p><p>12 Zit. n.: Das Orakel von Delphi. Geschichte und Texte. Griechisch/Deutsch. Von Marion Giebel. Stuttgart: Reclam, 2001. S. 111</p><p>&nbsp;</p><p></p><p>&nbsp;</p><p>Erstveröffentlichung:<br />Petra Hartmann: Unter der Eiche von Dodona. In: Elfenschrift. 31, September 2011, S. 10–12.</p><p>&nbsp;</p><p>&copy; Petra Hartmann</p><p>&nbsp;</p><p><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'>Weitere Elfenschrift-Artikel</span></span><br /><span  style='color: rgb(40,40,40)'><span  style='font-family: helvetica'><a href='https://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10103-ranzenm%C3%A4nner-ein-rucksack-voller-b%C3%B6ser-geister/' class='bbc_url' title=''>Ranzenmänner: Ein Rucksack voller böser Geister</a></span></span><br /><a href='https://www.scifinet.org/scifinetboard/index.php/blog/70/entry-10092-m%C3%A4rchenerz%C3%A4hler-scheherazade-sandmann-co/' class='bbc_url' title=''>Scheherazade, Sandmann und Co. 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		<pubDate>Thu, 22 Jan 2026 11:30:00 +0000</pubDate>
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