In meinem Himmel
#1
Geschrieben 03 März 2010 - 15:40
#2
Geschrieben 03 März 2010 - 16:11
Neu: Armin Rößler - Die Nadir-Variante
Armin Rößler - Entheete (Neuauflage) +++ Armin Rößler - Cantals Tränen +++ Hebben/Skora/Rößler (Hrsg.) - Elvis hat das Gebäude verlassen
Das Argona-Universum
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Mein Blog
#3
Geschrieben 03 März 2010 - 17:00
Bitte gebe den Kurs ruhig vor! http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/biggrin.png Die rhetorisch getriebeneren Kollegen an Board werden diesen sicherlich noch mehrfach ändern...um den Kurs der Diskussion nicht schon jetzt vorzugeben, halte ich mich erstmal zurück.
Ich hatte allerdings ein wenig den Eindruck, das ist eher so ein Occult-Fantasy-Stoff, oder?
/KB
Yay! KI-generiertes SF-Zitat Ende November...
"In the sprawling city forums of the galaxy, where chaos reigns and time flows differently, true power is found not in dominance, but in moderation. The wise use their influence to temper ambition with reason, and chaos with order."
(auf Bing.de generierter Monolog von der Copilot-S/W - die ich hiermit NICHT bewerbe! - nach Aufforderung nach einem "s.f. quote" mit einem bestimmten Wort darin; ich ersetzte nur das 4. Wort mit "city forums")
#4
Geschrieben 04 März 2010 - 09:46
Jo, ist es. Die 14jährige Susie wird irgendwo im amerikanischen Nordosten (New Jersey?, Delaware?, Pennsylvania?) irgendwann in den 70er Jahren von einem Nachbarn ermordert, nachdem ihr Traumjunge Ryan sich gerade mit ihr zum ersten Date verabredet hat.Ich hatte allerdings ein wenig den Eindruck, das ist eher so ein Occult-Fantasy-Stoff, oder?
Nach dem Tod hadert sie mit ihrem Schicksal und versucht, die Welt der Lebenden so zu beeinflussen, dass ihr Mörder (der sich als Serientäter entpuppt) bestraft wird. Ihr Tod verändert das Zusammenleben der ganzen Familie. Ihr Vater verbeißt sich in die Aufgabe, den Mörder seiner Tochter doch noch zu finden. Das hält ihre Mutter nicht aus und verlässt die Familie irgendwann. Außerdem muss Susie zusehen, wie ihre kleine Schwester sie nach und nach überholt und u.a. den ersten Kuss erfahren darf, der ihr knapp verwehrt blieb. Aber auch Susies Schwester schöpft irgendwann den richtigen Verdacht und trägt wesentlich zur Aufklärung bei...
Der Film enthält viele brauchbare Ansätze, aus denen ein guter Regisseur einen guten Film hätte machen können. Auch die Schauspieler spielen durchweg gut. Aber der Film verheddert sich in der Vielzahl der Fäden, die er auslegt, so dass er sich keinem erschöpfend widmen kann.
Was mich aber am meisten ärgerte: Jackson ist in jedes Kitschnäpfchen getreten, was er nur finden konnte.
Das fängt an mit der blöden Off-Erzählerei, die viele Spannungsmomente aus dem Film nimmt. Dann nerven irgendwann die überreich angebrachten Symbole (die abgeschnittene Rose, die ausgeblasene Kerzenflamme etc.). Die Bilder vom "Himmel" triefen nur so vor Zuckerguss und Ahornsirup. So stellen sich brave amerikanische Republikaner-Wähler aus den Heartlands die ideale Welt vor. Und dann die Szene, als Susans Traumjunge Ryan sie anspricht und ihren ersten Date verabredet - es fehlten nur noch die Geigen. Das war noch übler als die minutenlangen schwulen Blicke zwischen Frodo und Sam Gamgee in der "Herr der Ringe"-Verfilmung.
Einige Dinge fand ich geradezu abgeschmackt.
Was in den anderen Familienmitgliedern vorging, hat sich mir auch nur mäßig erschlossen. Vor allem das Verhalten der Ehefrau, die irgendwann abhaut, um motivationslos im dramaturgisch passenden Augenblick wieder zurückzukehren, blieb mir weitgehend schleierhaft.
Fazit: ein ambitionierter Film, der etwas eigenständiges schaffen will. Leider wird er den selbstgesteckten Ansprüchen nicht gerecht.
Bewertung: 3 von 10 mittelmäßigen Mohrengedichten
Gruß
Ralf,
gespannt auf Musides Kurskorrektur
Bearbeitet von ShockWaveRider, 04 März 2010 - 13:07.
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ShockWaveRiders Kritiken aus München
möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten -
einen Kerl wie den sollte man lynchen!
- • (Buch) gerade am lesen:C. Stross "Accelerando"; R. Schweikert "Gerade Gedanken - schiefe Gedanken
- • (Buch) als nächstes geplant:B Chambers "Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten"
#5
Geschrieben 11 März 2010 - 01:02
Der Grund, warum ich meine persönlichen Eindrücke nicht schon gleich zu Anfang äußern wollte, ist, dass der Film mich ziemlich entzweigerissen hat, ähnlich wie kurz vorher Avatar, nur diesmal umgekehrt. Bei Avatar hatten wir eine sehr dünne Story, (technisch) so genial umgesetzt wie schon lang nicht mehr gesehen. Bei In meinem Himmel liegt der umgekehrte Fall vor. Ich finde die Story, oder zumindest ihr Grundgerüst, großartig. Über die rein technische Umsetzung kann man auch nicht klagen, aber die dramaturgische Umsetzung zieht stellenweise an den völlig falschen Strippen.
Achtung, ab hier Spoiler!
Für mich sind nicht einmal die Sequenzen, die "im Himmel" spielen, in ihrer ganzen jungmädchenhaften Naivität unter Zuckergussglasur, ein Ärgernis. Viele andere Zuschauer hatten mit ihnen ein Problem, ich hingegen fand, dass sie adäquat einfangen, wie ein Teenager der Zeit sich den Himmel vorstellen würde. Als Traum- und Zwischenwelt ist das durchaus legitim, es soll ja nicht der echte Himmel sein, sondern ein reiner Ort der Wunscherfüllung.
Viel schwerwiegender finde ich die Orientierungslosigkeit des Skripts. Erst ist es abwechselnd die Geschichte eines Serienkillers und seiner Präparationen auf der einen Seite und eines jungen Mädchens auf der Jagd nach ihrem ersten Date auf der anderen Seite - ein in seinem starken Kontrast zwischen Psychothriller und Seifenoper nicht einmal übles Gemisch. Dann wird der Film zu einem Melodram, als es plötzlich darum geht, wie die Familie mit dem Tod der Tochter fertigwerden soll, dann zu einer Detektivgeschichte zwischen Vater und Polizist, zwischendurch wieder zu einem Melodram, als die Mutter verschwindet, dann zu einer Komödie, als die Großmutter auftaucht, zu einem Okkult-Thriller, als die Tochter ihren Vater aus dem Jenseits zu erreichen versucht, wieder zu einer Detektivgeschichte, als die Schwester den Mörder überführt, dann (extrem krasser Bruch innerhalb einer zentralen Szene!) wieder zu einem Melodram, als die Mutter in eben jenem Moment nach Hause zurückkehrt, als die Schwester mit dem inkriminierenden Beweismaterial zurückkehrt (das Publikum hat kollektiv aufgestöhnt, als sie die lang gesuchten Beweise hinter dem Rücken versteckt, um den neu gewonnenen Familienfrieden nicht zu gefährden), wieder zu einer Seifenoper, als Susie noch einmal von den Toten zurückkehrt, um ihr Date von damals zu küssen, zu einer übernatürlichen Rachestory, als der Mörder von einem fallenden Eiszapfen (!) über eine Klippe geschubst wird, bis hin zu einem wirklich unerträglich schnulzigen Abschiedsmonolog, dessen Message (paraphrasiert) lautet: Ich wurde vergewaltigt und ermordet, aber das ist okay, weil ich gelernt habe, diese Welt loszulassen.
Das schlimme dabei ist, dass diese krude anmutenden Stimmungswechsel auf ein extrem vielseitiges Quellenmaterial hindeuten. Ich hab' den Roman noch nicht gelesen, habe es aber vor. Der Fehler liegt wahrscheinlich in der Umsetzung, bei der es nicht gelungen ist, den Fluss von einem Aspekt der Story zum anderen glaubhaft zu machen. Dadurch fühlt sich der Film extrem heterogen an. Jede einzelne Szene für sich ist interessant (obwohl es auch da Negativbeispiele gibt - gerade die "emotionalen Höhepunkte" waren für mich, dank Lichtdurchflutung und Dudelmusik, eher die Tiefpunkte des Films), sorgt aber im Verbund mit den umliegenden Szenen immer wieder für ratloses Kopfkratzen: "Was soll das?"
Fazit: Halbgare Umsetzung eines wahrscheinlich sehr interessanten Romans. Technisch up-to-date, schauspielerisch über weite Strecken sehr überzeugend. Spannende Ideen wechseln sich ab mit übelkeitserregendem Hollywood-Dummschwätz.
P.S.: Sauron aus Herr der Ringe hat ein Cameo als Leuchtturm.
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