Corona-Story: Alle Zeit der Welt
#1
Geschrieben 07 Juni 2010 - 07:30
Die nächsten Themen des Corona-Kurzgeschichtenwettbewerbs lauten: „Eroberer“ (Einsendeschluss 1. Oktober 2010), „Auf Lebenszeit“ (Einsendeschluss 1. November 2010) und „Schlaflos“ (Einsendeschluss 1. Dezember 2010). Wer Interesse hat, sich mit einer Kurzgeschichte (Science Fiction, Fantasy, Horror, Phantastik - keine Fan-Fiction) zu beteiligen, die einen Umfang von 20.000 Zeichen nicht überschreitet, schickt seine Story (möglichst als rtf-Datei) rechtzeitig per E-Mail an die Kurzgeschichten-Redaktion, die unter kurzgeschichte@corona-magazine.de zu erreichen ist. Die nach Meinung der Jury (mindestens) drei besten Geschichten werden wie immer im Corona Magazine veröffentlicht.
Neu: Armin Rößler - Die Nadir-Variante
Armin Rößler - Entheete (Neuauflage) +++ Armin Rößler - Cantals Tränen +++ Hebben/Skora/Rößler (Hrsg.) - Elvis hat das Gebäude verlassen
Das Argona-Universum
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#2
Geschrieben 07 Juni 2010 - 07:55
Alle Zeit der Welt
von Susanne Haberland
Eine Mitarbeiterin einer Behörde zur Bewahrung der kosmischen Ordnung hat so ihrer Probleme damit, dafür zu sorgen, daß sich die Welt nicht in zu viele Paralleluniversen aufteilt. Nur scheinen die Sicherheitskräfte diese Menschen ihre Arbeit nicht so richtig zu würdigen ...
#3
Geschrieben 07 Juni 2010 - 19:04
who the hell took my roof and ceiling?
#4
Geschrieben 08 Juni 2010 - 08:01
So gesehen hat mir die Story auch gefallen. Was ich allerdings etwas vermißt habe, ist eine Pointe. Muss da jetzt ein Kollege zu Hilfe kommen? (Und ist die Agentin eigentlich ein Mensch?)
#5
Geschrieben 08 Juni 2010 - 11:09
Die Idee, dass die "Viele-Welten-Theorie" die Gefahr des universalen Kollapses in sich trägt, gefällt mir. Die Story ist flüssig zu lesen, schnörkellos, allerdings auch ohne in Erinnerung bleibende Highlights. Ein echter Dialog hätte hier IMHO mehr Möglichkeiten geboten.
Weniger gut gefiel mir die JFK-Episode. Zwar spricht sie eine gern verdrängte Wahrheit über die eigentliche Unfähigkeit des Präsidenten aus, kommt mir aber als moralische Rechtfertigung der Tätigkeit der HdW zu dünn und unglaubwürdig daher. Welcher HdW hat denn dann bei Hitler versagt?
Moralische Rechtfertigung? Ist doch nirgends die Rede von. Es geht um die Verhinderung der "Abschilferung", so habe ich es verstanden. Wer weiss denn, was ohne Adolf alles passiert wäre?
Die Ich Erzählweise hat mir gut gefallen. Ein kleinwenig mit einem sprachlichen Augenzwinkern versehen war sie sehr eingängig und sympatisch zu lesen.
Ich schliesse mich Frederic insofern an, das Potential in grösseren historischen Weltereignissen (Zeitebenen hätten sicher auch noch Platz gefunden) sicher vorhanden gewesen wäre.
Alles in allem aber bedanke ich mich bei der Autorin für das Lesevergnügen und die tolle Idee.
@FrankW:
Hmmmm,
Grüsse
Stefan
------ ......ob Herr Rossi je das Glück gefunden hat?....------
In motivationstheoretischer Interpretation aus Managementsicht ist Hans im Glück ein „eigennütziger Hedomat und unlustmeidender Glücksökonom“. ---Rolf Wunderer
Niemand hat das Recht auf ein konstantes Klima. Auch Grönländer haben ein historisches Recht auf Ackerbau. Daran sollten unsere Weltenlenker denken, wenn sie sich daran machen, die globale Temperatur mit Hilfe des CO2 neu einzustellen.
"Wir können nicht alle mit einem Mac Book und einem Chai Latte in Berlin in einem Coworking Space sitzen und die zehnte Dating App erfinden". Marco Scheel 3:50 min
- • (Buch) gerade am lesen:James Blish Gewissensfall
-
• (Film) gerade gesehen: Zeugin der Anklage
#6
Geschrieben 08 Juni 2010 - 16:48
Moralische Rechtfertigung? Ist doch nirgends die Rede von. Es geht um die Verhinderung der "Abschilferung", so habe ich es verstanden. Wer weiss denn, was ohne Adolf alles passiert wäre?
Grüsse
Stefan
Was ich lieber mache? Ich tue das, was mir aufgetragen wird. Natürlich fällt es mir manchmal schwer und manchmal leichter. Wenn man die parallele Wirklichkeit eine Zeitlang beobachtet hat und weiß, dass eben jener Mensch, den man abtreten lassen muss, die Welt zum Positiven verändert hätte, dann schmerzt es schon. Aber dem gegenüber stehen ja auch die anderen Momente.
Ein Beispiel? Ach ja, die Sache in Dallas. Der Typ an der Ecke überlegte noch, ob er abdrücken sollte oder nicht, als der Wagen auch schon auftauchte. Deswegen hatten wir es mit zwei parallelen Wirklichkeiten zu tun: In der einen krachten die Schüsse, der Mann im Wagen brach zusammen. Eine Ikone der Sechziger, so hieß es später. In der anderen Welt fuhr der Wagen einfach so vorbei, während der Typ noch die Hand am Abzug hatte. Da habe ich mir mal den Spaß gemacht, diese parallele Welt eine Weile zu beobachten, bevor ich meinen Auftrag ausführte. Ich sage Ihnen: Die Menschheit ahnt gar nicht, woran sie mit meiner bescheidenen Hilfe vorbeigeschrammt ist. Der Mann war ja nicht ganz dicht. Ikone, ja. Alkohol, Weiber, Medikamente - was meinen Sie, was der für politische Entscheidungen getroffen hätte. Als diese Wirklichkeit zurück in das Gefüge der Welt geflossen ist, habe ich mir auf die Schulter geklopft.
Ich denke schon, dieser Absatz aus der Geschichte ist eine Rechtfertigung, auch moralischer Art.
Im Sinne von:
Seht her, was ich, die HdW, für Euch Menschen getan habe, in dem ich diesen Irren ausgeknipst habe
Ohne Adolf wären vermutlich keine 20 Millionen Menschen ums Leben gekommen. Zumindest nicht in diesem Universum.
who the hell took my roof and ceiling?
#7
Geschrieben 08 Juni 2010 - 19:06
In der Einleitung genügten mir die paar "technokratischen" Erklärungen als Motivation:
.........Vom Universum werden auf diese Weise immer wieder kleine Teile abgeschilfert. Es spaltet sich in Millionen und Milliarden paralleler Welten, und jede einzelne der Welten ist nur so dünn wie die Achatscheibe dort drüben, durch die das Kerzenlicht scheint. Wenn man diesen Prozess nicht aufhält, dann werden diese Milliarden hauchdünner Welten eines Tages einfach zusammenkrachen. Wer weiß, vielleicht ist es morgen schon so weit,........
Grüsse Stefan
------ ......ob Herr Rossi je das Glück gefunden hat?....------
In motivationstheoretischer Interpretation aus Managementsicht ist Hans im Glück ein „eigennütziger Hedomat und unlustmeidender Glücksökonom“. ---Rolf Wunderer
Niemand hat das Recht auf ein konstantes Klima. Auch Grönländer haben ein historisches Recht auf Ackerbau. Daran sollten unsere Weltenlenker denken, wenn sie sich daran machen, die globale Temperatur mit Hilfe des CO2 neu einzustellen.
"Wir können nicht alle mit einem Mac Book und einem Chai Latte in Berlin in einem Coworking Space sitzen und die zehnte Dating App erfinden". Marco Scheel 3:50 min
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#8
Geschrieben 09 Juni 2010 - 06:19
#9
Geschrieben 09 Juni 2010 - 16:27
Aber andererseits: Wollen wir denn wirklich in jeder Alternativwelt- und Zeitreisegeschichte den ollen vermeintlich GRÖFAZ auf Brot geschmiert bekommen?
Nein.
Mir ging es auch nicht um Nennung bzw. Nichtnennung, sondern mir war die Kennedy-Episode -nicht Kennedy- einfach zu dünn als Rechtfertigung für die Handlungen der HdW. Der GRÖFAZ war quasi als rhetorischer Nachtritt gedacht.
who the hell took my roof and ceiling?
#11
Geschrieben 17 Juni 2010 - 18:36
So gesehen hat mir die Story auch gefallen. Was ich allerdings etwas vermißt habe, ist eine Pointe. Muss da jetzt ein Kollege zu Hilfe kommen? (Und ist die Agentin eigentlich ein Mensch?)
Ich habe es geschafft die Geschichte zu lesen: Die Pointe steht meiner Meinung nach vor dem Schluß: als die Sache mit dem Hund aufgedeckt wird. - und das hat mich daran erinnert, was ich gedacht habe, als nach der Wahl Obamas, die Welt darüber debatierte, welchen Hund der sich nun zulegen sollte.!!!
Ich fand das so nervig, dass ich eben dachte: "na, toll, endlich hat den blöden "Köter der Nation" einer erschossen!" - Debatte zu Ende!
Bearbeitet von Iwen, 17 Juni 2010 - 18:37.
#12
Geschrieben 23 Juni 2010 - 19:09
Carpe diem!
- • (Buch) gerade am lesen:Alles, was mich interessiert ...
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