Philip K. Dick
Heyne

Puh. Ist das Science Fiction? Irgendwie schon, aber sie steht nicht wirklich im Mittelpunkt. In erster Linie ist "Ubik" ein metaphysischer Geisterbahnritt. Ein existenzphilosophischer Fiebertraum, von dem man nie wirklich weiss, wo er beginnt und wo man erwacht; fesselnd, undurchschaubar, brilliant. Was muss in einem Kopf vorgehen, der solche Welten ersinnt?
Der Roman entwirft eine Gesellschaft, in der Menschen mit Psi-Talenten (Telekinese, Präkognition usw.) ihre Fähigkeiten als Dienstleistung anbieten. Um sich vor ihren Einflüssen zu schützen, kann man "Anti-Psis" anheuern, deren Anwesenheit die Psis neutralisiert. Ziemlich bald verlagert sich das Geschehen aber schleichend auf eine andere, noch mysteriösere Ebene.
Dick wird gerne mit Kafka verglichen, und was die teilweise alptraumhaft anmutende Entfremdung der Wirklichkeit angeht, die die Werke beider Autoren auszeichnet, mag das stimmen. Ich habe allerdings mehrere Anläufe unternommen, Kafkas "Schloss" zu lesen und bin nie über die ersten zwanzig Seiten hinaus gekommen. "Ubik" dagegen habe ich in einem Tag verschlungen.
Meine Empfehlung: Die aktuelle Neuauflage kaufen, die auch ein von Dick selbst geschriebenes Drehbuch enthält. Die Handlung ist weitgehend identisch mit der des Romans -- bis auf den Schluss.
-- tichy