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Galax Acheronian: Demeter (Ein Hard-SF-Roman in vier Kapiteln)


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8 Antworten in diesem Thema

#1 Galax

Galax

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Geschrieben 08 January 2018 - 21:00

Galax Acheronian

„Demeter: Die Flucht“

 

9ter Januar 2018, 160 Seiten

Format: Kindle Edition

ISBN: 9783740743369

E-Book ASIN: B078SWJRGZ

 

Eingefügtes Bild

 

»2254 - Seit beinahe 17 Jahren ist die Erde unter einer Regierung vereinigt. Zur Sicherung des bisher einhundertjährigen Weltfriedens herrschen diktatorische Maßstäbe, Angst und Unterdrückung durch eine christliche Führung, die in den letzten vergangenen Jahrzehnten Schritt für Schritt in den Regierungen aller Nationen Einzug gehalten hat und sogar über die Erde hinaus die Geschicke der Menschheit lenkt und leitetet.

All dies scheint seinen Ursprung vor sehr langer Zeit auf dem Mars gefunden zu haben. Insgesamt können die heutigen Machtinhaber auf gut ein Dutzend Kolonien und den Kontakt zu drei außerirdischen Rassen zurückblicken, die alle in einem stabilen Wirtschaftssystem funktionieren, das keinen Menschen hungern oder frieren lässt.
Irgendwo dazwischen existieren mehrere Koloniewelten, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen unabhängig zu entwickeln versuchen. Diesem Beispiel möchte auch eine kleine eingeschworene Gruppe folgen und die Erde verlassen, um das eigene Schicksal auf einem weit entfernten Planeten zu bestimmen.
Ein Unterfangen, welches bereits an der ersten Hürde scheitern könnte: Es ist keinem Menschen erlaubt, das 'Paradies' zu verlassen.«

 

Dies ist das erste Kapitel des in sich geschlossenen Romans „Demeter“, ein 750seitiger Ziegelstein, welcher in vier Kapiteln und jeweils monatlich als E-Book erscheint.

Ein viertel Buch zum viertel Preis, zum selbst entscheiden, ob man denn weiter lesen möchte.
(Da es keine Sollbruchstellen in der Story gibt, variieren die Kapitel in ihrer Seitenzahl sehr stark zueinander)

 

Die Handlung spielt primär auf den Titel gebenden Planeten, welcher von einer Gruppe Flüchtlinge eines totalitären Systems als neue Heimat ausgewählt wurde.

Viele Jahre lang und stets im Verborgenen gehalten bereiteten sich über 300 Personen auf eine illegale Flucht von der Erde vor, um ein unbekanntes Ziel anzusteuern.

 

Die Erde ist in dieser Zeit, 2254 unter einer Regierung vereint, die zwar Kriege, Hunger, Obdachlosigkeit und mehr beseitigt hat, als Preis aber die Freiheit und strikte Gehorsamkeit zur Wahrung des Frieden abverlangt.
Die Gesellschaft ist in drei Klassen aufgeteilt, in welcher (wie schon immer) von unten nach oben verteilt wird. Nicht nur Güter, sondern auch der Zugang zu Bildung und Wissen wird entsprechend verwaltet. Es ist das Zukunft gewordene Mittelalter, in der Frauen keine Rechte haben, andersdenkende verschleppt werden und der bedingungslose Glaube an die Kirche ein Gesetz ist.

 

Dennoch gibt es dort draußen irgendwo Menschen, die frei und unabhängig leben. Diese Koloniewelten sollen der Gruppe als Beispiel dienen. In der Nacht, in der endlich die Koordinaten für eine geeignete Welt von einem fast 200 Jahre altem Server geladen werden, sollte dieser Idee eigentlich nichts mehr im Wege stehen †¦ am Ziel angekommen ist jedoch alles völlig anders, als Gedacht.

 

Die Geschichte lebt vor allem durch seine Charaktere, korrekter Physik in einer glaubwürdigen Zukunft.

Ganz im Stil klassischer SF.

 

Der Roman ist übrigens Teil einer Reihe, die ich „Koloniewelten“ genannt habe.
Nach „Demeter“ erscheinen sieben weitere Bücher, die die Jahre 2085 - 2254 des Universums, in welchem Demeter spielt, beleuchten, und alle jeweils in sich abgeschlossene Geschichten mit eigenen Hauptfiguren erzählen.

 

In allen Onlineshops, z.B. Amazon:
https://www.amazon.d...k/dp/B078SWJRGZ

 

LG

Galax Acheronian

 

 

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Bearbeitet von Galax, 26 January 2018 - 17:29.

Warum auf alte Katastrophen zurückblicken? Es liegen noch unzählige vor einem!

 

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#2 Galax

Galax

    Biblionaut

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Geschrieben 22 January 2018 - 19:28

Und da kommt das nächste Kapitel:

 

„Demeter: Die Landung“

erscheint am 5ten Februar 2018, 187 Seiten

Format: Kindle Edition

ISBN: 9783740743895

E-Book ASIN: B0796XG7WZ

 

Eingefügtes Bild

 

„187 Jahre lang bewegte sich das Kolonieschiff Hope im Auftrag der Markus-Sherman-Stiftung in Richtung des Planeten Demeter, um diesen für künftige Generationen zu besiedeln.
Im Gepäck führen sie eintausend Zivilisten mit, die zwischen den Jahren 2060 und 2070 ausgewählt, ausgebildet und eingefroren wurden.

Die zwanzigköpfige Mannschaft erwacht im irdischen Kalenderjahr 2257 aus dem Kälteschlaf, um recht bald festzustellen, dass nur wenig nach Plan verlaufen war.
Technische Probleme sind jedoch ihre geringsten Sorgen.“

 

 

Hier noch der obligatorische Link: https://www.amazon.de/dp/B0796XG7WZ/

 

Das zweite Kapitel setzt die Erzählung um den Planeten Demeter fort und ist ein wenig länger als das erste. Bei dem Roman handelte es sich ursprünglich um ein geschlossenes Einzelwerk, welches nur für die E-Book-Version gesplittet wurde. Die Verkäufe des ersten Kapitels waren positiv überraschend, nun wird sich zeigen, ob dieses Überraschung auch bei den drei Folgekapiteln anhalten wird.

:D

(Wie kann ich eigentlich den Titel des Threads ändern?)


Bearbeitet von Galax, 22 January 2018 - 19:34.

Warum auf alte Katastrophen zurückblicken? Es liegen noch unzählige vor einem!

 

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#3 Waffeleisen

Waffeleisen

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Geschrieben 22 January 2018 - 20:25

Mit einer Bitte an die Moderation ;)


Was nicht in mein Regal passt: Booklooker

  • (Buch) gerade am lesen:Dennis E. Taylor - Ich bin viele

#4 Galax

Galax

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Geschrieben 10 February 2018 - 08:42

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Warum auf alte Katastrophen zurückblicken? Es liegen noch unzählige vor einem!

 

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#5 Galax

Galax

    Biblionaut

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Geschrieben 24 February 2018 - 13:20

Und da kommt das nächste Kapitel:

 

„Demeter: Der Handel“

Erscheint am 5ten März 2018

Format: Kindle Edition

248 Seiten

E-Book ASIN: B079MCW4SW

 

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>>Der Klappentext enthält „Spoiler“ bzgl. der ersten beiden Kapitel<<

 

„Der Planet Demeter sollte ein blühendes Paradies werden. Vor Jahrhunderten stufte man ihn durch Ferndiagnoseberechnungen als besonders fruchtbar ein.
Es war jedoch ein Trugschluss, dem zwei Gruppen Menschen aus unterschiedlichen Zeiten erlegen waren. Die eine Gruppe sind Flüchtlinge einer diktatorischen Erde, die anderen sind Kolonisten und Abenteurer, ausgesandt vor 187 Jahren, eine neue Gesellschaft zu gründen.
Beide Seiten geraten in ihrem Überlebenskampf aneinander, bereit, jeden Strohhalm zu ergreifen, koste es was es wolle. Die Verstrickung alter, wie neuer Probleme nimmt zu, als ein Fremdvolk in dritter Partei ein weiterer brisanter Faktor des Geschehens wird. Die nächsten Schritte wollen nun wohl überdacht sein, denn jede Aktion fordert eine Reaktion.
Einen möglichen Ausweg bietet die Routenaufzeichnung der Hope, in ihr befindet sich der Eintrag einer ungewöhnlich strahlenden Quelle nahe eines sterbenden Sterns. Etwas, das auch das Fremdvolk interessant finden könnte. Die Siedlergruppe erhofft sich, Zeit und Frieden zu erkaufen, um sich den kleineren Problemen zu widmen.

Im dritten Kapitel des Romans „Demeter“ setzte sich die Handlung um die Crew des Siedlungsschiffes und den Bewohnern des Planeten nahtlos fort.“

 

 

Hier noch der obligatorische Link:
https://www.amazon.de/dp/B079MCW4SW


Bearbeitet von Galax, 24 February 2018 - 13:21.

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#6 Waffeleisen

Waffeleisen

    Pyronaut

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Geschrieben 04 March 2018 - 14:50

Hallo Galax, wer macht denn die Titelbilder für deine Geschichten?


Was nicht in mein Regal passt: Booklooker

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#7 Galax

Galax

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Geschrieben 04 March 2018 - 17:45

Die mach ich selbst.


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#8 Galax

Galax

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Geschrieben 16 March 2018 - 20:41

Und da kommt das letzte Kapitel:

 

„Demeter: Ganz oder gar nicht“

 

Erscheint 2ter April 2018

Kann bereits vorbestellt werden

Format: Kindle Edition
ca. 220 Seiten

E-Book ASIN: B07BHBGM2V
 

Eingefügtes Bild

 

„Das Finale des Romans „Demeter“

Ein klassisches Sciencefiction Abenteuer über Verlust und Kampf, aber auch von Hoffnung, Mut und Zusammenhalt.

Spoilerfreier Klappentext zum vierten Kapitel, das die Geschichte um die weit von der Erde entfernten Kolonie „Demeter“ in einem fulminanten Ende abschließt.
(Es wird geraten, die anderen drei Kapitel im Vorfeld zu lesen).“

 

 

Hier noch der obligatorische Link: https://www.amazon.de/dp/B07BHBGM2V

 

 

TjoA, damit bin ich durch mit dem Auftakt zu den „Koloniewelten“

750 Seiten feinste SF um Menschen, Außerirdische und der zwiespältigen Faszination einer möglichen Zukunft.

 

 

Was kann ich noch erzählen?
Nun, schon im Jahre 2006 entwarf ich die ersten Ideen zum Roman und habe viele Jahre daran geschrieben, viel geändert, angepasst und weitergedacht.
(Es entstanden während der Schaffenszeit zwei Dutzend SpinOff-storys auf knapp 3000(!) Seiten - eben die „Koloniewelten“ :D )

Nach einer langjährigen Pause wurde der Roman 2014 schließlich beendet und von einem Verlag für die Veröffentlichung vorbereitet.
Es sollte jedoch alles anders kommen: Der Verlag ging ein, das Manuskript lag auf Eis.

Erst 2017 entschied ich mich, alles noch einmal zu überarbeiten und selbst zu veröffentlichen.
Auch wenn man Selfpublishern gerne mal ein „Ihh, pfui! Lese ich nicht, denn wenn es gut wäre, hättest du nen Verlag gefunden“ nach ruft, ( ;) ) so kann ich jeden Skeptiker bezüglich des Romans garantieren, dass er mehr als gut ist. :)

Vlt mag ja hier der ein oder andere es auch lesen wollen ;)


Bearbeitet von Galax, 22 March 2018 - 09:23.

Warum auf alte Katastrophen zurückblicken? Es liegen noch unzählige vor einem!

 

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#9 Galax

Galax

    Biblionaut

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Geschrieben 12 September 2018 - 11:45

Ich grabe das hier mal aus, weil in ein paar Monaten die Vorgeschichte "Koloniewelten" mit dem Titel "Ein Kleiner Schritt" erscheinen soll.

Wer "Demeter" noch nicht angelesen hat, um sich selbst ein Bild zu machen, kann sich diese XL-Leseprobe ansehen.
Tatsächlich verkauft sich der Roman bis heute in regelmäßigen Abständen. Muss also was dran sein ;)

 

 

 

[font="'times new roman', times, serif;"]Prolog[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]- 2248 -[/font]

 

[font="'times new roman', times, serif;"]Was für ein Tag![/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin Sahu schloss seine Wohnungstür und lehnte sich erschöpft dagegen. Einen Moment ließ er die Lider seiner Augen sinken und war nur zufrieden, angekommen zu sein. Mittwoch war der schlimmste Tag der Woche. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Guten Abend, Mr. Sahu, Sie betraten Ihr Apartment um 22:04 Uhr. Dies ist vier Minuten nach der Ausgangssperre. Die Toleranzgrenze wurde damit zum dritten Mal in diesem Monat verletzt«, erinnerte sein Wohnungssystem mit monotoner Stimmlage und leitete diesen Vorfall selbstständig an den nächsten Sammelknoten weiter, wo dieser im Abgleich mit Aidins Bürgerdatei automatisch bewertet und entsprechend zugeordnet wurde. Aidin seufzte und warf dem Beobachtungssystem einen verächtlichen Blick zu. Es war ja auch Mittwoch! Das wöchentliche Meeting mit dem Direktor und den parteilichen Vertretern aus den Bildungssektoren dauerte in der Regel bis zwanzig Uhr - meist wurde es jedoch überzogen, obwohl weder die Infos, noch die Drohungen oder Ansagen neu waren. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Als Lehrer wurde man regelmäßig angehalten, sich intensiv mit dem seit vorigem Jahr angepassten Lehrplan auseinanderzusetzen und diesen wie gefordert und ohne Abweichungen mit den Schülern durchzugehen.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Schüler ..., dachte er, und musste an die stumpfen Gesichter denken, denen er täglich sagte, wie etwas war, aber nicht erklärten durfte, warum. Noch vor zwei Jahren hatte das erheblich anders ausgesehen, auch wenn es zu dieser Zeit bereits schwierig war, Wissen in den Köpfe der Heranwachsenden zu pflanzen.[/font]

 

[font="'times new roman', times, serif;"]Nach dem Meeting ging es direkt in die Untergrundbahn und von dort nach sieben Stationen zur Buslinie 37 in den letzten, heillos überladenen Doppelstockbus. Niemand wollte nach der Ausgangssperre von der Volkswacht auf offener Straße angetroffen werden, weshalb selbst dann noch Leute hinzu stiegen, wenn es längst keinen Platz mehr gab. Für die meisten Arbeiter der dritten Klasse, die sich das Leben in der Londoner Innenstadt wie selbstverständlich nicht leisten konnten, war diese Tortur der Abschluss eines jeden Tages. Aidin musste dies nur an den Mittwoch-abenden über sich ergehen lassen und stand daher fast schon demütig inmitten dieses unerträglichen Gedränges. Dabei fragte er sich jedes Mal aufs Neue, wie diese Menschen gewissen Gesetzen der Physik so sehr widersprechen konnten, dass rund einhundert Leute dort Platz fanden, wo er nur für vierzig ausgelegt war. Ein kleines Phänomen, das ihn beinahe mehr amüsierte als beschäftigte. Seit über 30 Jahren arbeitete er nun schon als Physiklehrer und trug in seinem Kopf Wissen, das kaum jemand im Bus begriff oder begreifen durfte. Scherzhaft hatte er einmal zu einem Kollegen gemeint, dass dies wohl der Grund sei, weshalb sich so viele auf so wenig Raum aufhalten konnten. Sie wussten es einfach nicht besser. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Woher auch? Die Medienunternehmen hatten das Denken übernommen, was Aidin heute einmal mehr bewusst wurde. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Die Fahrt über stand er vor einem der Infoschirme und wurde von den Parteivorgaben förmlich erschlagen. Wenn auch wirkungslos, denn wie oft die austauschbaren Wortfetzen erklärten, dass es allen gut ginge und wie schön alles sei, wusste er es besser und versuchte, die stummen Bilder des Schirms zu ignorieren. Die Augen zu schließen wagte er allerdings auch nicht, denn vermutlich zöge allein schon das die Aufmerksamkeit der Wachsysteme auf ihn. [/font]

 

[font="'times new roman', times, serif;"]Zu all dem Stress der letzten Stunden flötete ihm nun noch das Wohnungssystem zum dritten Mal entgegen, dass er zu spät zu Hause angekommen sei. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Ja! Wie jeden Mittwoch!«, fluchte er und schlug neben der Sprechanlage gegen den Sensor, welcher im Zweifel die Tür verriegeln konnte, wenn dieser einen zu hohen Pegel an Alkohol in seinem Atem registrierte. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Das PCP in der Manteltasche sirrte. Seufzend griff er nach seinem Computer und klappte die flexible Kristallscheibe hoch. Auf dem Schirm war das Überschreiten der Toleranzgrenze vermerkt, die Weiterleitung bestätigt und die Option beigefügt, [/font]sich zu erklären. Mit Druck auf die App meldete er, nun zu Haus zu sein, und gab als Grund die überfüllten Beförderungsmittel an. Wenn dieser verdammte letzte Bus nicht immer so rappelvoll wäre, würde ich es auch schaffen!, fluchte er in sich hinein. Jeder wusste es, aber niemand unternahm etwas, obwohl es ein Leichtes wäre, einen zweiten Bus einzusetzen. Aber wozu auch? Aidin wartete bereits auf den Tag, an dem die Agenten in Schwarz an den Haltestellen standen, um jeden zu prüfen, der dem Bus entstieg.

[font="'times new roman', times, serif;"]Seinen Mantel warf er über den Haken im Flur und ging direkt in die Küche, wo er dem Kühlschrank eine Flasche Scotch entnahm. Mit der anderen Hand griff er das Glas, welches er jeden Abend benutzte, und gönnte sich einen großzügigen Schluck.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Die Krawatte lösend, verließ er den Kochbereich und trat auf die Schiebetür zu, die in das geräumige Wohnzimmer und das anliegende Schlafzimmer führte. Direkt dahinter hatte die Konzeption der Wohnung ein Kinderzimmer vorgesehen, welches nun schon seit Jahren als Rumpelkammer diente. Dennoch war es eine wirklich schöne und große Wohnung. Vor einhundert Jahren waren solche Apartments nur Menschen der ersten Klasse vorbehalten gewesen, aber die Dinge haben sich geändert.
Aidin schob die Tür zur Seite und stutzte. In der Sofaecke hatte er seine Frau erwartet, das Wohnzimmer jedoch war verlassen.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Nicole?«, rief er und sah auf die zweite Doppeltür, die zum Schlafzimmer führte.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Schatz?« Er hasste es, sie so zu nennen. Noch einmal würde er nicht rufen. Offensichtlich war sie nicht da, was tief in seinem Inneren eine sanfte Erleichterung aufkommen ließ. Schon das erste Jahr nach der Hochzeit war anstrengend und wurde stetig schlimmer. Hätte Aidin eine Aussage bezüglich Nicole treffen müssen, würde diese wohl »Gestern war es besser« lauten. Sie stritten noch nicht einmal, weil es beiden egal war, was der andere tat oder dachte. Obwohl das so gesehen nicht ganz richtig war, wenn man genauer nachbohrte. Aidin erinnerte sich an einen Streit vor mehr als einer halben Ewigkeit. Damals war es darum gegangen, dass Frauen in der Raumnavy nun auch Funktionen von Männern ausführen und sogar Dienstränge bekleiden durften. Warum nicht, hatte Aidin gemeint. Nicole aber war strikt dagegen gewesen und stritt bis aufs Blut, wobei immer wieder die Gebote der Kirche und die Positionen des Einzelnen nach Gottes Vorgaben ihre Argumente waren - und wer konnte schon Gott widersprechen?[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Nun, sie selbst. Denn obwohl sie so sehr das geforderte Bild der Familie einhielt und alle zwölf Gebote des modernen Testaments befolgte, gebar sie ihm nicht ein einziges Kind. Zugegeben, es gab nie Sex, was laut der Ausbildung in der Fruchtakademie entscheidend war, Kinder zu bekommen. Nicole jedoch empfand derlei immer als unnatürlich und sprach davon, dass Gott ihr schon ein Kind schenken würde, wenn es so weit wäre. Dass sie daher nie die vom Staat geforderten Kinder bekam, hatte noch nicht einmal die Familienbehörde gekümmert. Allein das beunruhigte Aidin schon damals sehr viel mehr, als er es sich je eingestehen würde. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Einen Schluck aus dem Glas nehmend, setzte er sich auf das breite, von großen Zimmerpflanzen umgebene Sofa. Dahinter plätscherte das Hologramm eines Wasserfalls leise dahin und hüllte den gesamten Wohnraum in eine entspannte Atmosphäre ein.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Der große Kristallschirm vor der bequemen Sitznische strahlte bereits einen fröhlich, aufdringlichen Werbespot in das sanft blau gehaltene Wohnzimmer. Am Ende des zweiten Spots begrüßte das Mediasystem Aidin mit Namen und spielte die heutigen Nachrichten ab, welche als relevant für seine Interessen eingestuft wurden.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Weltgeschehen. Untermalt mit der verwackelten Luftaufnahme einer Rauchsäule wurde aus dem Off beschrieben, wie drei Personen unbekannter Herkunft im Herzen Europas, nahe der Stadt München, das geltende Flugverbot zu umgehen versuchten.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Der Versuch, unerlaubt den Orbit zu erreichen, endete in dieser Tragödie, die zahlreiche unschuldige Leben kostete«, erklärte ein Sprecher mit leicht mahnender Tonlage und wurde kurz darauf in das Bild geschnitten.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Einzelheiten sind noch nicht bekannt, oder?«, fragte er und sah seine gutaussehende Kollegin an, die lächelnd den Kopf schief legte.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Nun, Anhänger der Verursacher wurden bereits festgenommen oder unschädlich gemacht. Soweit jedenfalls die Planetensicherheit«, flötete sie und sah nun zusammen mit ihrem Kollegen ernst in die Kamera. Im Wechsel mahnten beide die Zuschauer, das seit mehr als drei Monaten in Kraft stehende Flugverbot ernst zu nehmen. Keinem Zivilisten ist es mehr gestattet, ein raumfähiges Flugschiff zu steuern, zu besitzen oder zu erwerben. Stattdessen wird es künftig an offizieller Stelle deutlich leichter sein, einen Flug ins All zu buchen.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin nutzte den Moment der Regierungspropaganda, das Ladekabel seines PCPs vom Beistelltisch heranzuziehen und es in das kleine Gerät zu stecken. Mit Druck [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]auf die Home-App verband er seinen Computer mit dem Mediasystem seiner Wohnung. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Als er wieder aufblickte, stellte sich im Hintergrund der beiden Sprecher am Ende der Mahnung die brennende [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Stadt Valencia aus dem Jahre 2246 dar. Die Ursache der Zerstörung war damals der Absturz und die Detonation eines kleinen Raumschiffs gewesen, welches von einem ungenügend ausgebildeten Mann gesteuert worden war. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Dieser Tag forderte rund 400 000 Tote.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»So etwas wollen wir nie wieder sehen«, erklärte die Frau mit kräftiger Stimme. »Sollten Sie also erfahren, dass jemand in ihrem Umfeld ein Schiff besitzt, so melden sie es umgehend der Volkswacht.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Sicher«, brummte Aidin. Die Erinnerungen an den Vorfall in Valencia weckten ganz andere Gedanken; der Mann hatte damals ziemlich viele Fehler gemacht, die jeder halbwegs Bedachte gemieden hätte. Der wohl Größte war es, in der Nähe einer Siedlung zu starten. Es dauerte somit keine zehn Minuten, bis die Planetensicherheit darüber Bescheid wusste. Natürlich wurde das Schiff damals aus dem Orbit heraus von einem weitaus größeren Schiff abgeschossen, eine andere Erklärung gab es nicht. Nur spricht niemand über die Absturzursache. Nie spricht jemand über das Warum, es gilt immer nur, dass etwas ist.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Im Allgemeinen war dies auch nicht die erste Flucht, von der Aidin hörte. Als sehr junger Mann ist er sogar einmal Zeuge gewesen, als eine ganze Gemeinde geflohen war. Als Festival getarnt, versammelten sich fast fünf-hundert Menschen und bestiegen etliche, als Wagen, Bühne und Anderes verschleierte Raumschiffe. Es gab für die Feier offizielle Anträge, Genehmigungen und behördliche Prüfungen. Mitten in der Nacht, unter lauter Musik und frisiert durch Feuerwerk, hoben acht kleine Schiffe ab und waren im Orbit, ehe die Behörden überhaupt etwas be-merkten. Die Schiffe waren nie wieder aufgetaucht.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin hatte es damals nicht verstanden, denn es war den Menschen wirklich nie besser gegangen als zu diesen Tagen. Über die Jahre änderte sich seine Sicht der Dinge, welchen Preis der Frieden und die Sicherheit gefordert hatten. Er begann davon zu träumen, selbst einmal einfach zu verschwinden und endlich einmal tun und sagen zu können, wonach ihm war. In dieser Zeit wurde in sechzehn Lichtjahren Entfernung, im Sonnensystem Atair, die Kol-onie 'Tristan' gegründet. Nur zu gern hätte Aidin alles hinter sich gelassen, um dort eine neue Welt zu schaffen. Nicole war jedoch dagegen, wie nicht anders zu erwarten.

Die Sprecher wurden wieder eingeblendet und das Bild im Hintergrund zeigte nun die Vatikanstadt.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»In der Welthauptstadt zogen heute die letzten Regierungsvertreter ehemaliger Nationen in das größte Parlamentsgebäude aller Zeiten ein.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Die Abbildung zeigte ein halbrundes, in seinen Formen elegant geschwungenes Gebäude, in dessen Zentrum drei verschiedene Glockentürme standen.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Damit ist die Weltregierung das erste Mal seit der Vereinigung der Menschheit im Jahre 2237 unter einem Dach. Die heutige Sitzung wurde sofort mit †¦«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Weltregierung †¦«, zischte Aidin spöttisch. Nachdem Konzerne und Medienanbieter seit Jahrhunderten nun schon Monopole waren, war nun auch die Regierung ein solches - trotz Volksbefragung.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Natürlich hatte Aidin dagegen gestimmt. Wie jeder andere auch. Bis auf Nicole kannte er niemanden, der dafür sein wollte. Dennoch aber war es geschehen; alle ehe-maligen Nationen hatten heutzutage nur noch Vorstände, wie einen Bürgermeister. Es war die totale Gleichschaltung und der Verlust jedes Unterschiedes. Das Weltparlament lag nun noch zentralisierter in den gierigen Händen weniger Wirtschaftsmächte und hielt die Regierung in festem Griff.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Wieder änderte sich die Zusammenstellung der Meldungen und der Sprecher stand nun vor einem Bild mit mehreren Monitoren.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Das Verlagsunternehmen 'Juptoe' investierte heute sechzig Prozent seines Jahresumsatzes in das weltliche Bildungssystem. Damit rutscht das Unternehmen um drei Plätze im Parlament ab, stieg aber an der Börse um 275 Punkte«, verkündete der Mann mit monotoner Stimme und warf wieder seiner Kollegin einen Blick zu, die nun das Wort ergriff.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Die Unternehmensführung erwartet neue Stärke in der Vermarktung besserer Lehrmethoden.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin lachte still und leerte sein Glas. Das war genau das, worüber heute im Meeting gesprochen wurde. Nur ging es dabei nicht um bessere Lehrmethoden. In seiner heutigen zehnten Klasse wurde unterrichtet, was Kindern in seinen Jugendjahren in der Fünften gelehrt wurde. Bildungsreform nannten sie es. Aidin und seine reflektierten Kollegen nannten es »Bildungsverbot« - im Übrigen das dritte, seit die NPC als Politführer an die Menschheitsentwicklung Hand angelegte hatte. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Der Zusammenschnitt änderte sich abermals. Aidin hatte für heute jedoch genug gesehen, um zu wissen, dass es noch sehr viel mehr geben würde, worüber man sich letztendlich doch nur wieder ärgern musste. Mit der Wahl einer weiteren App auf seinem PCP aktivierte er eine illegale Sicherheitssoftware, die das Gerät und jede Aktivität verschleierte.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Falls die Volkswacht sein PCP überwachen sollte, würden sie nun nichts mehr sehen, was abgespielt wurde und auch das Gerät nicht mehr lokalisieren können. Für Beobachter sah es aus, als sei es abgeschaltet. Mit einer dritten App wählte er sich in einen Netzserver ein, den es offiziell nicht gab. Innerhalb der Netzagentur, welche über Jahrzehnte das Internet kontrollierte, sprach man noch nicht einmal von der Idee einer solchen digitalen Untergrundorganisation. Es durfte schließlich nicht sein, was nicht sein konnte. Noch während das PCP sich über mehrere Proxyserver verband, wählte Aidin auf dem Glastisch vor seinem Sofa die Steuerungskontrollen für die Rollläden an den Fenstern, welche leise herunterfuhren. Auf dem Kristallschirm, der eben noch das Fenster zur Propagandaabteilung der Partei war, öffnete sich mit einem blauen Ladebalken das Subnet, in welchem es bis heute Foren, Enzyklopädien, private Webseiten, soziale Netzwerke und Chaträume gab. Selbst vereinfachte E-Mailprovider waren dort angekommen, weshalb man die Auflage von maximal einer Mail pro Tag hier unbegrenzt umgehen konnte - und sogar der Inhalt nicht von der Netzagentur gegengelesen wurde, ehe man dort entschied, sie dem Empfänger zukommen zu lassen. Angeblich gab es sogar irgendwo tief vergraben Abbildungen nackter Menschen, was derzeit eine der widerwärtigsten Perversionen darstellte. Es gab diverse Moralgesetze, die ganz eindeutig sagten, wo und wann man ohne Kleidung sein durfte und das Nacktheit allein schon Grund zur Scham war. Was natürlich nur dem Schutz der eigenen Reinlichkeit diente. Auch Aidin folgte dem, trotz aller rebellischen Gedanken. Die Erziehung durch Eltern, Schule und Staat war diesbezüglich eine Einheit. [/font]

 

[font="'times new roman', times, serif;"]Über eine Nummer, die er inzwischen auswendig kannte, erreiche er das Sozialforum, in dem sich Lehrer und Schulleiter ohne die Aufsicht aus dem Bildungsministerium austauschen konnten. Aidin wählte die englische Sprache und erhielt eine Liste mehrerer Räume, aus der er seinen Stammchat wählte. Nach einem kurzen Ladebalken bauten sich oben am Kristallschirm acht, anfangs grob verpixelte, Webcamaufzeichnungen auf.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin hob zum Gruß die Hand, als die Verbindung bestätigt wurde. »Hi.«
Fast zeitgleich beantwortete jeder den Gruß mit einer ähnlich kurzen Floskel, die auffällig verhalten und offenkundig getrübt schien.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Was ist passiert?«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Seit gestern habe ich nichts mehr von Frank gehört«, erklärte ein dunkelhäutiger Mann. Sein Name war Michael White und er war Lehrer für Geschichte in Pennsylvania.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Er konnte mal wieder nicht seine Klappe halten †¦«, antwortete eine junge Frau leicht zornig und dennoch traurig. Sie hieß Mandy Brown und war Mathematiklehrerin in Toronto. Einige andere nickten still. Jeder hier wusste, dass man sich bedeckt halten musste. Nicht nur mit seinem Wissen, sondern auch mit seinen Ansichten.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin sah kurz auf die Tischplatte und zwang sich, nicht mit den Schultern zu zucken. »Er war wohl zu aufgewühlt wegen Feodora und Galina †¦ wie oft haben wir ihn gewarnt?«, brummte er und sah kurz durch die Liste der Anderen. Jeder hier kannte jemanden, der verschwunden war - oder hörte zumindest davon. Allein aus seiner Schule waren in den vergangenen Monaten zwei Lehrer von einem Tag auf den anderen wie vom Erdboden verschluckt.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Die Volkswacht tat diesbezüglich nichts. Natürlich nicht, schließlich war sie da, das Volk zu bewachen, damit dieses tat, was das Gesetz forderte. Es fand sich ebenso auch kein Richter, der fordern würde, der Sache nachzugehen.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Wir sollten denen endlich zuvorkommen und selbst verschwinden. Meinetwegen als Unregistrierte irgendwo mitten in der Pampa.« Das war George Tanner, ein Biologielehrer aus Spanien. Sein Englisch war undeutlich, aber gut zu verstehen. Er hatte einmal mit der Idee gespielt, unter seinem Haus den Keller aufzubrechen und einen geheimen Bunker zu errichten, in welchem er dann seine restliche Lebenszeit verbringen wollte. Da sein Lebensalter die 60 jedoch schon überschritten hatte, war hier jedem klar gewesen, dass seine verbliebene Zeit niemals ausreichen würde, die Früchte seiner Arbeit noch zu genießen.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Sie finden uns †¦ egal, wo auf der Erde man sich zu verstecken versucht †¦«, brummte Mandy.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Michael legte den Kopf schief. »Niemand muss auf der Erde bleiben. Wir brauchen nur ein Schiff.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin runzelte die Stirn. »Und dann abgeschossen werden, wie die armen Schweine in München heute?«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Einige Augen hoben sich. »Ein Schiff wurde abgeschossen?«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin nickte. »Im ehemaligen Deutschland †¦ drei Typen hatten wohl ein eigenes Schiff, aber sie waren schneller wieder unten als oben.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Meine Güte †¦ die werden immer besser †¦«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Wenn man es richtig macht, kann es gelingen!«, rief Michael aus.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Ach, und dann? Ziellos im All?« Mandy schüttelte den Kopf. »Es mag hier nicht schön sein, jedenfalls für uns, aber immerhin leben wir.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Da draußen gibt es hunderte Welten, auf denen Menschen leben können«, hielt Michael dagegen.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Mandy stöhnte auf. »Mike! Auch da draußen gibt es nichts in Reichweite, das die Partei nicht kontrolliert.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Michael war nicht zu halten. »Es gibt mehr ... ich sage euch ... wenn das stimmt, was ich letztens gefunden habe, dann ist damals nicht nur ein Schiff nach Chrysador geflogen ... es waren fünf Schiffe in fünf Richtungen! Vor beinahe 200 Jahren!«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Einer der Mitsprecher klinkte sich schweigend aus.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Schon damals waren der originalen Sherman-Stiftung Dutzende für Menschen bewohnbare Welten bekannt. Wissen, dass die Raumnavy heute nicht mehr hat. Man muss sie nur wiederfinden, dann hat man auch ein Ziel.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Mandy nährte sich ihrer Cam. »Michael bitte! Ich will keinen weiteren Abend hier verschwenden, um über Verschwörungstheorien und möglicher Geheimhaltung zu reden!« Sie lehnte sich wieder zurück. »Selbst wenn du recht hast. Wir können nichts tun! Lass uns Möglichkeiten in dieser Realität finden!«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin hatte sich Mandys Mahnung stumm angeschlossen und versuchte das Thema zu verschieben. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Habt ihr übrigens gehört? 'Juptoe' investiert jetzt in Bildung. Das ist hier übrigens der Eigentümer der Sun und vom Spiegelbild.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Hell lachte ein junger Mann auf, der bisher noch nichts gesagt hatte. Sein Name war Brent Peterson, ein Lehrer, der nahe Detroit lebte und unterrichtete, und ein Freund Michaels war, weshalb er immer ins Schweigen verfiel, wenn der oft viel zu emotionale Geschichtslehrer mal wieder die Ideen vom Verlassen der Erde zum Besten gab. Aber auch sonst sprach Brent nicht viel. »Das ist mal ne echte Verschwörung«, merkte er an.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Na ja †¦« Aidin bewegte seine Augen auf Petersons Abbildung. »Ich denke nicht, dass da was verschworen wird. Mit dem neuen Bildungsverbot schreiben die vermutlich nur nach Vorgaben die Lehrbücher um.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Ja!«, brummte ein anderer Mann, der zwischendurch seinen Mediaplatz verlassen hatte und gerade wieder ins Bild trat. »Zum Kotzen!«, schimpfte er nachträglich.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin nickte. »Ich hatte heute vor dem Meeting eine kurze Unterredung mit meinem Direktor. Ich soll dem Hampelmann vom Bildungsministerium nicht wieder dazwischen fahren und mich einfach an den neuen Plan halten.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Einfach!«, brummte Michael dazwischen. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]George grübelte: »Die haben das schon mal gemacht †¦ Wie lange ist es jetzt her?«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Michael winkte ab. »Lange bevor wir alle geboren waren †¦ Ich kann nur ahnen, was Lehrer unserer Klasse im letzten Jahrhundert noch alles gewusst haben.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Ah!«, stieß Aidin freudig aus, verließ seinen Platz und ging in den Flur zu seiner Tasche. Sekunden später kehrte er zurück und hielt ein altes Buch in die Kamera. »Tja, ich bin dir gegenüber im Vorteil. Dieses edle Stück habe ich gestern bei einem Händler meines Vertrauens bekommen.« Er hielt das Buch näher an die Kamera. »Es ist ein Physiklehrbuch. Aus dem Jahre 2023!«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Schweigen, Staunen und Entsetzen breitete sich aus.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Bist du irre?«, brachte Mandy als Erste hervor.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Die sind illegal! Wenn die dich erwischen †¦«, flehte George förmlich.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Dieser Chat ist auch illegal. Also?«, konterte Aidin.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Michael schüttelte den Kopf. »Wenn Nicole das findet †¦ Du darfst es nicht in deiner Wohnung aufbewahren.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Du willst es ja nur selbst haben«, grinste Aidin und legte das Buch wieder zur Seite. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Ich habe vor meiner Frau mehr Geheimnisse, als du glaubst †¦«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Hineinsehen würde ich nat†¦« Bzzzt †¦ Michaels Fenster verschwand.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Was?«, fragte Mandy noch, bevor sich auch ihr Bild auf Aidins Schirm auflöste. Ein Chatteilnehmer nach dem anderen hinterließ nur Rauschen, bis der gesamte Kristallschirm erlosch und nur die Meldung zurückblieb, dass der Kontakt zum Server verloren gegangen war.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin griff nach seinem PCP und prüfte die Netzverbindung. Egal welche Webseite, welchen Server oder welche Netzanwendung er versuchte. Er war offline.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]TV-Sender waren nicht betroffen, der Ausfall beschränkte sich nur auf das Internet.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Das gibt's doch nicht †¦«, murmelte er und ließ eine Selbstdiagnose laufen. Das PCP signalisierte einwandfreie Funktion und meldete, keine Antwort von außerhalb zu bekommen. Noch einmal aktualisierte Aidin das Netz, als auf seinem Kristallschirm eine neue Meldung erschien:[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Mit dem Beschluss der Weltregierung werden alle Netzserver mit Wirkung zum 11. April 2248 abgeschaltet. Wenden sie sich an ihre Netzagentur für weitere Informa-tionen.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin las den Hinweis wieder und wieder. Hatten sie es tatsächlich wahr gemacht? Wie viele Jahre reglementierte die Partei nun schon das Internet. Wie oft warnten [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Paranoiker« vor der vollen Übernahme bis hin zum endgültigen Abschalten. Schon vor einhundert Jahren hatte man das Internet so sehr beschränkt, dass ein Nutzen, wie es einst gedacht war, nicht mehr möglich war. Damals waren private Webseiten verboten, Foren, Sozialmedien und Chats gelöscht und der E-Mailverkehr beschnitten worden. Über Jahrzehnte blieb es ein Read-only-Medium - jedenfalls für den normalen Anwender. Mit dem heutigen Tag aber schien sich der Einfluss der NPC ein weiteres Mal auszudehnen. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Das helle Aufklingen seines PCPs ließ Aidin zusammenzucken, so tief war er in seine Grübelei vertieft. Vermutlich rief nur einer seiner Freunde an, um zu erfragen, ob auch in London das Netz ausgefallen war. Er klappte das Kristallfeld auf und nahm den Anruf mit der unterdrücken Nummer entgegen. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Ja, bitte?«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Statt eines bekannten Gesichts, stellte das Feld nur eine schwarze Fläche dar, auf der langsam das Logo der Planetensicherheit erschien: Ein Weißkopfadler, der in der einen Klaue die Erde und in der anderen das Kruzifix umklammerte.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Mr. Sahu. Wir haben ihre Frau. Sollten sie weiter unterrichten, werden sie sie nie wiedersehen.«
Aidin hatte nur Sekunden, angemessen zu handeln und setzte sein bestes entsetztes Gesicht auf. »Herr im Himmel!«, stieß er gemimt aus, um gottesfürchtig und angepasst zu wirken. Bei allem Hass auf das System †¦ diese Leute saßen an den Reglern zum Leben eines jeden einzelnen. »Was soll ich tun?«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Die dumpfe Stimme schien zufrieden. »Halten sie still und fügen sie sich unseren Anweisungen. Sie werden sich den neuen Strukturen anpassen und sie umsetzen. Zudem werden sie uns helfen, ihre kleine Geheimbewegung aufzufinden.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Natürlich, natürlich ... wie geht es Nicole?«, heuchelte er, um den Unbekannten in Sicherheit zu wiegen.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Das tut noch nichts zur Sache. Es wird sie in fünfzehn Minuten jemand abholen. Packen sie das Nötigste ein.«[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Ja, Sir«, spielte er mit Überzeugung, und das Telefonat wurde unterbrochen. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Aidin atmete erleichtert aus. Das Timing wunderte ihn nicht. Vermutlich war der Chat von Anfang an unterwandert gewesen. Es gab sogar ein Subnet im Subnet, in dem davon gesprochen wurde, dass die Regierung diese Chats duldete, um an Informationen zu gelangen. Nun aber, wo es das Netz nicht mehr gab, war es von Seiten der Machtträger auch nicht mehr nötig, sich in Duldung zu üben. Gerade wollte er das Kristallfeld zuklappen, als ihm das Blinken an der linken unteren Seite auffiel. Die Sicherung war noch immer aktiv. Der Anrufer hatte ihn also gar nicht sehen können und auch nicht wissen können, ob er wirklich, wie vom Wohnungssystem gemeldet, zu Hause war. Auf der anderen Seite konnte auch er nicht sicher sein, ob diese Maßnahme auch wirklich funktionierte. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Einen letzten Augenblick sah Aidin sich in seiner schönen Wohnung um. Er liebte sie, denn es gab hier alles, was er je wollte und zum Leben brauchte. Vor einhundert Jahren waren solche Apartments nur Menschen der ersten Klasse vorbehalten gewesen. Zu dieser Zeit wurden Regeln erlassen, in denen drittklassigen Personen kein größerer Wohnraum zugestanden wurde als zwanzig Quadratmeter. Zweitklassigen wie Aidin, das doppelte - Familien noch einmal so viel. Mit diesen Begrenzungen hatte man damals versucht, die Wohnungsnot zu lösen. Des Weiteren stieg zum Ende des zweiundzwanzigsten Jahrhunderts die Weltbevölkerung so hoch, dass man überall, wo es möglich schien, Türme errichtete, die bis zu zweitausend Wohnparzellen boten. Mit der zweiten Planetenreinigung änderte sich dies alles. Ganze Siedlungen wurden frei, sodass sich heute jeder überall entfalten konnte. Wohnungseigentümer bettelten anfangs händeringend nach Mietern und die Preise stürzten in den Keller, was viele kleinere Unternehmen in den Bankrott führte. Noch heute zeichneten komplette Geisterstädte rund um den Globus die Bilder ehemaliger Schnellschüsse der aktuellen Regierung. Nun war es an ihm, schnell eine Entscheidung zu fällen, deren Ausgang er sich kaum vorstellen konnte, geschweige, wie sich die nächsten Jahre für ihn entwickeln würden.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Im Schlafzimmer griff er einen Koffer und packte das Nötigste ein, was er für seine Reise nach Amerika brauchte. Als Letztes entnahm er aus einer kleinen Schachtel einen MK-3-Pulser, eine Handschienenwaffe, die nicht weniger illegal war als der Chat oder das Buch. Es war nur eine seiner kleinen Verfehlungen. Mit einem schrillen Sirren[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]aktivierte er die Waffe, um das Magazin zu prüfen. Das Display zeigte ihm 45 Microbolzen an. Aus einer sicheren Stellung war eine solche Schienenkanone verheerend, denn sie war nicht nur leise, sondern auch weitreichend und schnell. In Aidins Hand war sie sogar enorm präzise. [/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Dieses Modell gehörte einst seinem Großvater, der sie seinem Sohn gab, ehe die Armee der damaligen USA den einstigen Aufstand gegen die erste Planetenreinigung in Indien mit Waffengewalt beendete. Da sein Vater keine Verwendung für die Waffe hatte, übergab er sie seinem Sohn, als dieser beschloss, Lehrer zu werden, um die Welt ein wenig besser zu gestalten. Denn seit er diesen Weg eingeschlagen hatte, war er der Schikane von Staat und Volkswacht über Jahre ausgesetzt. Aidin hätte im Grunde darüber hinwegsehen können, doch sie hatten nie aufgehört und ihn nie in Ruhe gelassen. Lehrer hatten heute schon fast den Stellenwert von Geächteten, aber auch Gefürchteten. Obwohl jede Schule unter der Beschattung von Parteibeobachtern stand, konnte der 'Patron' einer Schule nie überall sein. Es war nur natürlich, dass Nicole schon damals abgestellt worden war, ihn zu beobachten. Jemand, der aus eigener Motivation Lehrer wurde, war per se verdächtig. Zumal bereits seine Vergangenheit aufgrund seiner Abstammung vorbelastet war. [/font]Aidin steckte das tödliche Instrument in seine Jackentasche, verschloss den Koffer und trat zurück ins Wohnzimmer, wo er warten würde. Einen dieser Volkswachtbastarde in die Hölle zu schicken, würde ihm ein Privileg sein. Noch einmal sah er sich um und verabschiedete sich von seinem alten Leben.
 

 

 


[font="'times new roman', times, serif;"]- Kapitel I -[/font]

 

[font="'times new roman', times, serif;"]Die Flucht[/font]

 

[font="'times new roman', times, serif;"]- 2254 -[/font]

 

 

[font="'times new roman', times, serif;"]Die Büroräume des alten Markus-Sherman-Centers, dem Hauptsitz der Zivil-Staatlichen Raumfahrt, waren bereits seit Stunden verlassen. Seitdem verrichteten kleine Reinigungsroboter im Inneren eifrig ihren stummen Dienst. Akribisch fuhren sie mit der gebotenen Sorgfalt durch die spärlich beleuchteten Korridore, Arbeitsnischen und halbdunklen Büros. Schlichen dabei unter staubige Schreibtische, leerten Papierkörbe, übersahen keine Kante oder Ecke und nahmen jede Art von Schmutz des arbeitsreichen Tages in sich auf.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Wann immer ein Roboter einem anderen über den Weg lief, gab der Erste der beiden einen hellen und der Zweite einen etwas dunkleren Pfeifton von sich. Dies diente der Koordination und einen Datentransfer über unerwartete Veränderungen: Zum Beispiel, das am heutigen Tag, dem 26. Juni 2254, ein einzelnes Büro den Reinigungsgeräten verschlossen blieb. Ein Umstand, den die Roboter vermerkten und als gegeben hinnahmen. Dessen weiter ungeachtet setzten sie ihre Arbeit planmäßig fort.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Im Inneren jenen Büros saß eine junge Frau mit langen, kastanienbraunen Haaren, die sie zu einem straffen Zopf zusammengebunden hatte. Unbewusst spielte sie mit einer Strähne, legte diese hinter ihr Ohr, nahm sie kurz darauf wieder auf, verdrehte sie in ihren Fingern, nur um sie danach wieder zurückzulegen. Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit hatten die Darstellungen auf der sich vor ihr befindlichen Kristallglasscheibe des Rechenterminals. Sie bewegte die Finger ihrer freien Hand besonnen und fast schon automatisch über die transparenten Tischplatte und der dort integrierten Menüsteuerungen. Mit Verschieben und Antippen der Symbole auf der fett- und staubabweisenden Oberfläche des Tisches bewegte sie die leuchtenden Zahlen und Ordner, die scheinbar vor ihr in der Luft schwebten und neben den Tischkontrollen als einzige Lichtquelle das abgedunkelte Archivbüro in fahles Licht tauchte. Seit einer gefühlten Ewigkeit grub sie sich nun schon tief in die, für Menschen der dritten oder zweiten Klasse, unzugängliche Datenbank des zentralen Computersystems der vor über zweihundert Jahren gegründeten Stiftung, welche diesem Gebäudekomplex seinen Namen gab. Die gesuchten Daten waren in etwa genauso alt.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]In ihren konzentrierten Augen spiegelten sich eine neue Reihe farbloser Tabellen, Namen und Zahlen, die sie ungeprüft zur rechten Seite des Desks schob und dort in einem kleinen Symbol verschwinden ließ, das den mitgebrachten Datenstick symbolisierte. Die Hardware des kleinen Symbols steckte am unteren Rand des Verarbeitungsmoduls, der das Kristalldesk mit allen Informationen aus den im Keller stehenden Servern speiste.[/font]

 

[font="'times new roman', times, serif;"]Der Kopiervorgang kroch förmlich vor sich hin. Beinahe eine Minute benötigte jedes Terabyte und kitzelte an ihrer Geduld. Die Server waren alt und in den letzten beiden Jahrhunderten weitestgehend unbenutzt gewesen. Vermutlich gab es längst Hardwarefehler, die die Geschwindigkeit ebenfalls mit ausbremsten. Wieder drehte sie an ihren Haaren. Sie wusste, dass sie sich beeilen musste und auch, dass dieser Tag das Ende ihres bisherigen Lebens markierte. Unruhig zählte sie die Sekunden bis zum Ende des Kopiervorgangs. Ihr Blick galt dabei immer wieder einmal der kleinen LED am Verarbeitungsmodul des Terminals. An dessen Frontseite, direkt neben dem zentrierten, analogen An- und Ausschalter, steckte ihre gefälschte ID-Karte für den unregistrierten Zutritt der Büroräume und des Systems. Wenn auch mit Tücken; die Personaltür hatte sich erst nach dem dritten Versuch geöffnet. Das Computersystem hier oben allerdings reagierte sofort und ließ die 'neue Mitarbeiterin' problemlos Zugriff auf alle Datenbanken nehmen, nachdem der Nachweis, ihre Existenz, mit der staatlichen Registrierbank und allen dazugehörigen Unterlagen abgeschlossen worden war.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Ihre Bürgerdaten auf der Replika waren echt, das war das Risiko, dass sie eingehen musste. Hätte sie sich mit einer falschen ID ausgewiesen, so wäre sie bereits am Personaleingang verhaftet worden. Anonymisieren war eine Straftat, egal in welcher Form. Ein falscher Name, nicht zugehörig zum Daumenabdruck, den man an allen möglichen und unmöglichen Orten ablegen musste, war Grund genug, alle Mittel des Gesetzes auszuschöpfen.[/font]

 

[font="'times new roman', times, serif;"]'Kopiervorgang abgeschlossen.'[/font]

 

[font="'times new roman', times, serif;"]Ihr leicht bebender Finger schob den Cursor über ein neues Verzeichnis und die ersten Namen neben langen Zahlen erschienen auf dem Schirm. Einen Moment lang hielt sie inne und spürte, wie ihr Puls zunahm. Es waren Namen griechischer Götter, große Namen und heutzutage kaum noch einem Mensch bekannt. Sie aber kannte fast jeden Einzelnen. Diese Namen, vor allem aber die dahinter gelisteten Zahlen, von denen Viele behaupteten, es gäbe sie gar nicht, waren es, weswegen sie hier eingedrungen war. Mit einer schnellen Bewegung schob sie die ungeahnt gut aufbereitete Bibliothek auf ihren Datenträger. In mehreren dahin tropfenden Minuten wanderten dreieinhalb Terabyte Jahrhunderte altes Wissen auf ihren Datenträger. Am liebsten wäre sie jetzt aufgesprungen, hätte versucht zu fliegen und aus den Wolken heraus Jedem auf der Welt mitgeteilt, dass morgen der erste Tag ihres neuen Lebens sein wird. Die Realistin in ihr erstickte ihre vage Hoffnung jedoch sogleich wieder.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Ob diese Daten tatsächlich das enthielten, was am Ende alle suchten, konnte Niemand ohne eine genaue Analyse sagen. Das aber gehörte nicht mehr zu ihrer Aufgabe.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]Schnell, aber besonnen wechselte sie den Stick gegen einen neuen aus und setzte den Kopiervorgang fort. Millionen und Abermillionen von Datensätzen schrieben sich auf das kleine Gerät, bis das Kristalldesk und die Tischkontrollen plötzlich erloschen. Die grüne LED neben der Karte am Einschalter des Verarbeitungsmoduls wechselte zu einem beißenden Rot.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Bürgerin Erika Baxter, Sie sind verhaftet.« Begleitet von einem leisen Sirren, erhob sich dumpf die typisch männliche Stimme eines O.W.E.'s hinter ihrem Rücken.[/font]

[font="'times new roman', times, serif;"]»Alles, was Sie von nun an sagen oder denken, wird gegen Sie verwendet werden. Bitte bleiben Sie vor Ort und warten auf die nächste Einheit der Volkswacht. Bedenken Sie: Jede Kooperation kann sich strafmildernd auswirken.«[/font]


 

 

 

Eingefügtes Bild

 


Bearbeitet von Galax, 12 September 2018 - 11:54.

Warum auf alte Katastrophen zurückblicken? Es liegen noch unzählige vor einem!

 

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