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Andreas Brandhorst: Das Schiff


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10 Antworten in diesem Thema

#1 Gast_Andreas Brandhorst_*

Gast_Andreas Brandhorst_*
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Geschrieben 24 Mai 2018 - 07:03

Am 1. Juni als Taschenbuch bei Piper: DAS SCHIFF (https://www.piper.de...8-3-492-28168-3), ausgezeichnet als bester Roman mit dem Deutschen Science Fiction Preis (DSFP) 2016 und dem Kurd Laßwitz Preis 2016. Die Taschenbuchausgabe enthält zusätzlich eine bisher unveröffentlichte Kurzgeschichte aus dem Universum von »Das Schiff«: »All die Jahrtausende«

 

Worum geht's? Seit tausend Jahren schicken die intelligenten Maschinen der Erde lichtschnelle Sonden zu den Sternen. Sie sind auf der Suche nach den Hinterlassenschaften der Muriah, der einzigen bekannten und längst untergangenen Hochkultur in der Milchstraße. Bei der Suche helfen die Mindtalker, die letzten sterblichen Menschen auf der Erde - nur sie können ihre Gedanken über lichtjahrweite Entfernungen schicken und die Sonden lenken. Doch sie finden nicht nur das technologische Vermächtnis der Muriah, sondern auch einen alten Feind, der seit einer Million Jahren schlief und jetzt wieder erwacht.

 

Eingefügtes Bild

 

Beste Grüße

Andreas

 



#2 Tiff

Tiff

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Geschrieben 17 September 2026 - 17:37

Ist das hier das einzige Thema zu diesem Buch?

Noch niemand sonst was dazu geschrieben?



#3 Tiff

Tiff

    Laionaut

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Geschrieben 19 September 2026 - 12:43

Das Buch hat einen Preis gewonnen (Deutscher Science-Fiction-Preis 2016), aber es hat keinen so richtig interessiert? 

Woran liegt das?  Oder finde ich einfach bloß die Besprechungen nicht?



#4 Pogopuschel

Pogopuschel

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Geschrieben 19 September 2026 - 16:35

Ich habe es damals gelesen, mir hatte es aber nicht gefallen. Wirkte auf mich vom Stil her zu technokratisch, trocken, angestaubt, trotz einiger interessanter Ideen. Und humorlos. So, wie ich früher Heftromane empfunden habe.



#5 Mammut

Mammut

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Geschrieben 19 September 2026 - 17:15

Das Buch hat einen Preis gewonnen (Deutscher Science-Fiction-Preis 2016), aber es hat keinen so richtig interessiert? 

Woran liegt das?  Oder finde ich einfach bloß die Besprechungen nicht?

 

Warum hast du nichts zum Buch geschrieben?

Ich habe es nicht gelesen. Und die Leute vom DSFP schreiben wohl nur in ihren internen Foren (überwiegend).

Generell kann ich verstehen, dass viele Bücher zu wenig Feedback bekommen. Aber hier sind 2900 Mitglieder. Warum die Leute nicht schreiben, ist halt das Geheimnis jeden einzelnen.

 

Viele schreiben aber in die Sammelthreads ihre Meinungen zu den einzelnen Romanen.


Bearbeitet von Mammut, 19 September 2026 - 17:23.


#6 Tiff

Tiff

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Geschrieben 19 September 2026 - 18:07

Warum hast du nichts zum Buch geschrieben?

Weil ich auf der Suche nach dem richtigen Thema war.  Mir hat  das Buch gefallen. Es ist eine Fortsetzung zu früheren Romanen. Die KIs auf der Erde regieren sozusagen das Sonnensystem mitsamt der Menschheit, die aus biologisch Unsterblichen und Sterblichen besteht. Bei letzteren hat angeblich die Behandlung nicht funktioniert. Adam ist ein Sterblicher, der aber als sogenannter Mindtalker eingesetzt werden kann, also für die KIs als eine Art Weltraumreisender tätig werden kann.

 

Jedenfalls wird ein Schiff entdeckt, und es wird klar, dass die KIs auf der Erde durch eine überlegene außerirdische Maschinenintelligenz bedroht wird, die seit einer Million Jahren vor sich hinschlummert und nun aufgeweckt wurde. Die KIs der Erde hoffen, diese Intelligenz übernehmen zu können, umgekehrt gilt dasselbe. Interessant dabei ist, wie den sterblichen Menschen wie z.B. Adam und auch den Unsterblichen wie z.B. Evelyn mitgespielt wird. Bei der Sprache, dem Stil, der Charakterisierung der Figuren, ist aber sicher noch Luft nach oben. 

 

Die Frage bleibt halt, warum es einen Preis gewonnen hat, und warum das hier im Forum nicht diskutiert wurde. 



#7 Mammut

Mammut

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Geschrieben 19 September 2026 - 20:27

Die Frage bleibt halt, warum es einen Preis gewonnen hat, und warum das hier im Forum nicht diskutiert wurde. 

 

Schau mal hier:

DSFP 2016 - Die Preisträger - Seite 3 - Der Deutsche Science Fiction Preis (DSFP) - SF-Netzwerk



#8 Tiff

Tiff

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Geschrieben 19 September 2026 - 21:16

Danke. Das ist ein Anfang. Ich finde es schade, dass ein Autor wie Andreas Brandhorst hier nicht etwas mehr gelesen und besprochen wird, ist aber wohl nicht zu ändern. Er ist ja auch schon etwas älter, dieses Jahr 70 geworden, und wie im Interview zu lesen, beschäftigt ihn das Thema Sterblichkeit, dem er sich auch in diesem Buch nähert. Das Buch gibt sicher nicht die letztgültigen Antworten, aber es immer noch aktuell. Es stellt z.B. die Fragen, was von der Menschheit bleibt, wenn KI quasi übernimmt, und welche Ziele sich Menschen stecken, die nicht durch Alterungsprozesse sterben,  wie solche Menschen mit ebenso unsterblichen KIs koexistieren, was passiert, wenn es doch unerwartet zum Erstkontakt kommt, usw. Was ich dem Buch auch sehr zugute halte, ist, dass es keine Dystopie ist, aber auch keine Utopie, in der KI im Dienste der Menschheit steht. Es ist einfach sehr ausgewogen.



#9 deval

deval

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Geschrieben 19 September 2026 - 22:48

Das war meine Meinung dazu:

 

Andreas Brandhorst Das Schiff


"Dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Weg."
Psalm 119, 105

 

www.fantasybuch.de


#10 Tiff

Tiff

    Laionaut

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Geschrieben 20 September 2026 - 09:04

Das war meine Meinung dazu:

 

Andreas Brandhorst Das Schiff

Sehr schöne, umfangreiche Rezension, die dem Buch auch gerecht wird. Kann ich auch alles nachvollziehen. 

Das Transmitternetz hätte sicher wie von dir angedacht zu einer anderen Lösung führen können.

Das Problem ist ja aber auch immer, wie sieht das jeweilige Universum aus?

Was ist bereits bekannt, was noch nicht? 

 

Interessanterweise ist "Mars Discovery" eine Fortsetzung, die teils in der Vergangenheit von "Das Schiff" spielt.

Manchmal habe ich auch schon gedacht, ob es besser wäre, wenn alle Brandhorst-Romane im selben Universum

spielen würden bzw. warum wieder ein neues Universum "aufgemacht" wird. 

 

Wenn man die ganzen brandhorstschen Universen vergleicht, welches ist das schlüssigste?



#11 Stahlelefant

Stahlelefant

    Infonaut

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Geschrieben 20 September 2026 - 18:56

In dem vom Mammut verlinkten Thread findet sich auch eine Bewertung eines Komiteemitglieds:

 

[…]

Soliden, durchgehend guten Schreibstil findet man in "Das Schiff" - Andreas Brandhorst weiß, wies geht. Es fehlen allerdings stilistische Glanzstücke - das Neveau ist äußerst gleichbleibend. Davon unterscheidet sich "Meran" grundlegend, hier schwankt die stilistische Leistung zwischen Ausrutschern ins ordentliche Mittelmaß über den guten, jedoch nicht immer die Eloquenz Brandhorsts erreichenden Großteil bis hin zu Ausflügen in hervorragende Sphären. Man merkt, daß Dirk van den Boom hier sein volles Potential zu entfalten sucht, jedoch mitunter in alte Gewohnheiten des "Künstler, wollt ihr überleben, dann müßt ihr es billig geben" (Erste Allgemeine Verunsicherung) zurückfällt. Dies zeigt sich auch in der Sprachbeherrschung, die einige wirklich sehr gute Leistungen zeigt, während keiner der anderen bisher genannten Werke hier auffällt. 

[…]

"Das Schiff" hat nicht nur eine Idee, es *ist* eine. Andreas Brandhorst stellt hier ein mögliches Zusammenleben von Menschen und KIs dar, die durch einen Kompromiß stabilisiert wird. Die Maschinen haben die stärkeren Möglichkeiten, was im Krisenfall zur Unterdrückung der Menschheit führt. Adam zeigt, daß es nicht zwangsläufig einen Mensch-Maschine-Antagonismus geben muß, sondern eine echte Kooperation möglich ist. Brandhorst begeht in "Das Schiff" (im Gegensatz zu "Ikarus") auch nicht in vollem Umfang den Fehler der meisten Autoren, die über Cyberspace, Telepräsenz etc. schreiben, und behält immerhin einen quantenverschränkten Kommunikationskanal zwischen Bewußtseinskopie und menschlichem Gehirn auf der Erde bei, wobei in der Realität diese Kommunikationsverbindung die Sinneswahrnehmung vom Faktotum zum Gehirn und die Bewegungsanweisungen vom Gehirn zum Faktotum transportieren müßte, denn im Gegensatz zur technischen Hardware, von der die Software getrennt kopiert werden kann, stellt die Wetware eine untrennbare Kombination aus Hard- und Software dar.

 

Subjektiver Faktor: Die beiden Romane von Andreas Brandhorst, "Ikarus" und "Das Schiff", die beide schriftstellerisch von vergleichbarer Qualität sind, haben mir einmal mehr deutlich vor Augen geführt, daß ich außerstande bin, ein literarisches Werk wirklich objektiv zu bewerten, denn "Ikarus" mit seiner Krimihandlung und der byzantinischen Politikwirren hat mich gelangweilt, während "Das Schiff" mich elektrisiert hat. Der subjektive Faktor, also wie mir ein Werk gefällt, ist somit ein wichtiger, wenn nicht entscheidender Teil meiner Bewertungskriterien. Interessanterweise hatte ich nach dem ersten Lesen eine dreiteilige untere Gruppe und zwei Romane in der Spitzengruppe, wobei nach ausgiebigem Vergleichslesen "Das Licht von Duino" immer höher stieg. "Paradox" kommt auch hier eindeutig am schlechtesten weg. Es zieht sich arg, der Schwerpunkt liegt auf der technischen Seite, während die soziopolitische Seite ziemlich arg simplifiziert wird, und es dauert ewig und dreieinhalb Tage, bis das Raumschiff endlich rauskriegt, was dann nun Sache ist, und diese wird dann auch noch recht flott und nicht immer logisch stringent abgehandelt. Immerhin funktioniert der Spannungsbogen, und die Idee ist interessant, so daß ich "Paradox" so gerade noch als preiswürdig erachte. Nächster in der Reihe ist "Feuer am Fuß", das mir deutlich besser als "Paradox" gefallen hat, aber insgesamt nicht herausragend ist. Dirk C. Fleck schreibt eindringlich und ist spürbar mit ganzem Herzen dabei, aber was diese Urreligionen da jetzt sollen, bleibt mir unverständlich. Soll da eine Art guter Steinzeitkommunismus/spritualismus, eine Art entwahnsinnte und spiritualisierte Rote-Khmer-Ideologie bei rauskommen? Flecks soziopolitische Zielrichtnng ist mir nicht recht klargeworden, oder meint er, innerhalb eines gewissen Rahmens soll das jede Region selbst entscheiden? Das wäre nicht die schlechteste Idee. Der nicht so tolle Schreibstil hat mein Urteil auch nicht positiv beeinflußt. "Das Licht von Duino" hat mir die meiste Schwierigkeit bereitet. Es geht eher langsam voran, es gibt etliche esoterische Elemente, die nun gar nicht mein Geschmack sind. Dadurch war dieser Roman erstmal mit den beiden vorgenannten in der untersten Ecke verortet. Je mehr ich allerdings vergleichend zwischen den Romanen und auch Kurzgeschichten gelesen habe, um so mehr hat mich Frank W. Haubolds herausragende Erzählkunst gepackt. Er machts einem nicht einfach, seine Werke zu mögen... Letztlich mußte sich "Das Licht von Duino" nur "Meran" geschlagen geben. Bei "Das Schiff" war ich von Anfang an angefixt und bin es auch heute noch - Sense of Wonder, wie er sein soll! Schriftstellerisch sicherlich kein Glanzstück wie "Das Licht von Duino" kann Andreas Brandhorst aber mit einer mich von Anfang an fesselnden Geschichte und einer guten Idee und Durchführug punkten. Ich habe lange überlegt, ob ich einen deutlicheren Abstand zu "Das Licht von Duino" lassen soll und habe dann als ausschlaggebenden Faktor die Frage genutzt, welches Buch ich eher nochmal lesen möchte, und da liegt "Das Licht von Duino" nur knapp vorn und nur knapp hinter "Meran". Womit ich bei meinem Spitzenreiter wäre. Bis "Das Licht von Duino" sich in meiner Wahrnehmung hochgearbeitet hat, habe ich einige Zeit überlegt, sowohl "Das Schiff" als auch "Meran" mit 15 Punkten zu bedenken. Das vergleichende Lesen hat dann aber zu dem Schluß geführt, daß "Meran" doch die höhere Qualität hat, auch wenn es ideenmäßig nicht so pralle ist. Außerdem trifft "Meran" meinen persönlichen Humorgeschmack perfekt, es funktioniert ähnlich wie der trockene Humor der "Kris-Longknife"-Serie von Mike Shepherd, mit etwas schrägerem Humor zusätzlich gewürzt. Ich mag das sehr und habe mich von diesem Roman am besten unterhalten gefühlt. Im Vergleich zur genannten Serie besteht bei Dirk van den Boom noch Entwicklungspotential, er hält das hohe Stilniveau nicht konsequent durch, es gibt immer wieder Durchhänger. Ich bin aber sehr froh, daß er endlich bereit ist, sein volles Potential zu nutzen und sich nicht länger der besseren Absatzzahlen wegen der tumben Masse anzupassen.


Nautron respoc lorni virch.

  • • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles


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