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[Serie] The Mandalorian (2019 - )


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66 Antworten in diesem Thema

#61 ChristophGrimm

ChristophGrimm

    Illuminaut

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Geschrieben 24 Mai 2026 - 09:11

Weitestgehend spoilerfreier Eindruck zum Mando-Film:

Im Auftrag der Neuen Republik erledigt der Mandalorianer Din Djarin, natürlich begleitet von seinem machtbegabten Schützling Grogu, eine Angelegenheit für die Hutten: Es gilt Rotta, den Sohn von Jabba, aus Gefangenschaft zu befreien. Dieser scheint jedoch gar nicht gerettet werden zu wollen …

The Mandalorian and Grogu ist als Stand-alone-Abenteuer angelegt. Vorkenntnisse zur Serie sind nicht notwendig, eine sonderliche Bedeutung für eventuelle Folgestaffeln von The Mandalorian und die Spin-offs wird dieser Film wohl nicht haben. „Gebraucht“ hätte es diese opulent inszenierte Langfolge sicher nicht. Aber wer will sich schon ernsthaft über Star-Wars-Spaß im Kino beschweren?

Nach Andor könnte man es fast vergessen haben, aber Star Wars ist ja eigentlich mal was für Jungs bis kurz vor der Pubertät gewesen ;). Am Standing, welches Das Imperium schlägt zurück, Die Rache der Sith und eben Andor bei erwachsen, ähem, groß gewordenen Rabauken genießt, wird der Kinoausflug des Mandalorianers nicht rütteln können. Aber das wollte Jon Favreau vermutlich auch nicht; für seinen Film hatte er wohl wieder Jungs, sicher auch Mädels, als Publikum im Sinn.

The Mandalorian and Grogu schließt bemerkenswert gut an den naiven, leichtfüßigen Pulp-Abenteuercharme der ursprünglichen Trilogie an. Die Handlung ist zweitrangig, die Action unblutig, die Schurken schurkisch, die Helden heldenhaft und Freundschaft ist das höchste Gut. Und Grogu sorgt natürlich für Lacher und niedliche Momente. Kurz: Dieser Film ist das perfekte SciFi-Popcorn-Spektakel für die Jüngeren, die sicher noch Tage nach dem Kinobesuch mit ihren Mando/Grogu-Actionfiguren „Sturmtruppler und Hutten verkloppen“ spielen werden.

An Schauplatz-Action gibt es gewissermaßen ein Best-of der alten Filme: Der Einstieg spielt auf einem Eisplaneten mit Kämpfen gegen Imperiale in AT-AT-Walkern, es gibt eine rasante Mega-City-Verfolgungsjagd und der Showdown findet auf dem Dschungelplaneten Nal Hutta, natürlich auch in einem schmierigen Hutten-Palast mit Monster-Fallgrube, statt – eine Melange aus Das Imperium schlägt zurück, Die Rückkehr der Jedi-Ritter und Angriff der Klonkrieger, die bei Altfans die Nostalgieregister zieht und bei dem mitgeschleiften Nachwuchs sicher für heruntergeklappte Münder sorgt.

Abseits von Fanservice und Getöse wissen aber auch die ruhigen Szenen zu überzeugen. In der zweiten Hälfte erlaubt sich Regisseur Favreau eine erstaunlich lange Ruhepause, die sich ausschließlich auf die gewachsene Beziehung des Mandalorianers zu seinem knuffigen Schützling konzentriert.

Ob ihr den Film genießen könnt, liegt wohl hauptsächlich an einer Frage: Schafft ihr es, für zwei Stunden wieder zehn, elf, zwölf Jahre alt zu sein?


Bearbeitet von ChristophGrimm, 26 Mai 2026 - 06:55.

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#62 Dyrnberg

Dyrnberg

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Geschrieben 24 Mai 2026 - 13:13

Ich hab den Film im Kino noch nicht gesehen - und werd wohl auch darauf verzichten. Wenn eine Serie ins Kino geht, stellt sich für mich immer die Frage: Warum soll ich es mir ansehen? Da gibt es sicherlich viele Gründe, z.B. könnte im Kino eine Serie an ihr Ende kommen und man will wissen, wie es ausgeht. Oder eine Serie feiert eine Art Wiedersehen viele Jahre nach dem Ende der letzten Staffel. Etc. Hier aber stellt sich auf Basis der Rezensionen einfach nur der Eindruck ein: Es ist eine längere Folge - im Kino.

 

Eh nett. Und sicherlich eine Erlebnis. Aber - und da stimme ich Dir, Christoph, maximal zu - Star Wars ist immer auch irgendwie besonders für Kinder. Und da sehe ich als Prognose (!) ein Problem: Kinder gehen wegen anderer Sache ins Kino als für diesen neuen Mando-Grogu-Film. Bin gespannt, wie die Zahlen sind, aber ich glaube: Da kommt nicht viel Geld rein.

 

Anekdote aus meinem Umfeld: Kinder rund um 10 und 12 Jahre lieben die Serie. Quasi mehr als alles andere aus Star Wars. Aber ins Kino? Ging von denen bislang keiner. Entweder ist es ihnen egal (weil es ja nur eine lange Folge ist), oder sie warten auf den Stream daheim, wenn man die Eltern nicht um Kino-Geld bitten muss.

 

Wie gesagt: Bin gespannt auf die Einspielergebnisse. 



#63 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 24 Mai 2026 - 15:52

Ich hab den Film im Kino noch nicht gesehen - und werd wohl auch darauf verzichten. Wenn eine Serie ins Kino geht, stellt sich für mich immer die Frage: Warum soll ich es mir ansehen? Da gibt es sicherlich viele Gründe, z.B. könnte im Kino eine Serie an ihr Ende kommen und man will wissen, wie es ausgeht. Oder eine Serie feiert eine Art Wiedersehen viele Jahre nach dem Ende der letzten Staffel. Etc. Hier aber stellt sich auf Basis der Rezensionen einfach nur der Eindruck ein: Es ist eine längere Folge - im Kino.

 

Eh nett. Und sicherlich eine Erlebnis. Aber - und da stimme ich Dir, Christoph, maximal zu - Star Wars ist immer auch irgendwie besonders für Kinder. Und da sehe ich als Prognose (!) ein Problem: Kinder gehen wegen anderer Sache ins Kino als für diesen neuen Mando-Grogu-Film. Bin gespannt, wie die Zahlen sind, aber ich glaube: Da kommt nicht viel Geld rein.

 

Anekdote aus meinem Umfeld: Kinder rund um 10 und 12 Jahre lieben die Serie. Quasi mehr als alles andere aus Star Wars. Aber ins Kino? Ging von denen bislang keiner. Entweder ist es ihnen egal (weil es ja nur eine lange Folge ist), oder sie warten auf den Stream daheim, wenn man die Eltern nicht um Kino-Geld bitten muss.

 

Wie gesagt: Bin gespannt auf die Einspielergebnisse. 

 

Dein Einstiegsargument hat mich spontan an den Simpsons-Kinofilm erinnert. Darin gibt es eine Szene, in der die gelbe Familie den Kinofilm zur fiktiven Zeichentrickserie "Itchy and Scratchy" sieht, und Homer sich darüber auslässt, dass sie für etwas bezahlen, was sie im Fernsehen umsonst bekommen. :D

 

Zugegeben, dieser Film hat kein hervorstechendes Merkmal. Weder ist die Serie eingestellt (?), noch behandelt der Streifen ein umwälzendes Ereignis. Ich könnte allenfalls hinzufügen, dass optisch durchaus mehr geboten wird, als die Serie sonst bereithält – aber es fällt wohl bei einer High-Class-Serie, wie sie The Mandalorian nun mal ist, nicht so sehr ins Gewicht. 

 

Schätze, die Entscheidung, diesen Film (trotz Disney+ Abo) auf der großen Leinwand zu sehen, hatte bei mir keinen großen Hintergrund. Star Trek und Star Wars sind Lebensbegleiter; auf jeden neuen Film habe ich seit den Teenagertagen stets hingefiebert, und alle seit Star Trek: Der erste Kontakt im Kino gesehen. Solche liebgewonnenen (und zwischenzeitlich selten gewordenen) Traditionen bricht man ungern.

 

Vermutlich wird das Einspielergebnis bescheiden sein. Hollywood hat sich mit den Streamingdiensten erfolgreich den Kinoast abgesägt. Vielleicht war es angesichts der Internetpiraterie die vernünftigste Idee, alles schnell legal verfügbar zu machen. Aber dadurch verliert ein Event wie Star Wars im Kino, noch dazu mit zig Ablegern außenrum, die Wirkung. Vermutlich bin ich da hoffnungslos altmodisch, aber dieses lange Vorfreuen auf Etwas – Star Trek Der Aufstand, Star Trek Nemesis, Star Trek (2009) und auf die Star Wars Episoden I, II, III, VII – haben die Kinobesuche zu etwas Besonderem gemacht. Da war es fast schon zweitrangig, ob die einzelnen Streifen immer überzeugen konnten. (Es blieb auch besonders, weil es ab Kinostart ein Jahr bis zur VHS/DVD/Bluray gedauert hat, und Kino die einzige Option war, die jeweiligen Filme sehen zu können. Für Internetpiraterie konnte man mich nie begeistern).

Und ein bisschen von diesem Gefühl hat die Ankündigung und nun das Sehen des Mando-Films zurückgebracht ...

 

(Edits: Prägnanz, Typos)


Bearbeitet von ChristophGrimm, 26 Mai 2026 - 06:52.

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#64 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

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Geschrieben 27 Mai 2026 - 12:09

Kritik als Einschreibübung:

 

Die Serie "The Mandalorian" (oder "Der Mandalorianer", wie sie im deutschen Disney Plus genannt wird) hat eine etwas traurige Geschichte hinter sich. Gemeinsam mit "Andor" sind sie die einzigen Star Wars-Serienableger, die seit dem Verkauf des Franchise an Disney traction erzeugen konnte, wie man sagt. "Skeleton Crew" wurde zwar auch gut bewertet (und ich spreche hier vom User-Rating auf Metacritic), traf aber auf eine Fanbase, die von den Blindgängern "Obi-Wan", "Ahsoka" und "The Acolyte" in die Lethargie hinein angesäuert worden war.

 

Zunächst erzählte sie ganz einfach die Geschichte von Din Djarin, einem Mitglied der Mandalorianer, intergalaktischen Myrmidonen, die Kriegskunst zur Religion gemacht hatten. Seine Loyalität galt dahingehend nur dem Klan und dem Geld. Wer ihm genug davon bot, konnte sich Personen liefern oder – um Porto zu sparen – liquidieren lassen. Das war auch mal der Rest des Imperiums, was Din letztendlich zu Grogu führte – einer Kinderversion von Yodas fast ausgestorbener, machtsensitiver Spezies. Statt ihn abzuliefern, nahm er den Kleinen unter seine Fittiche und versprach, ihn zu seinesgleichen zu bringen: den Jedi, auch wenn die Mandalorianer und die Ritter-Zauberer seit über zweitausend Jahren Todfeinde sind. So durchstreiften die beiden die Galaxie im Wandel und erlebten so einige Abenteuer, während sie sich zunehmend größere Feinde machten.

 

"The Mandalorian" funktionierte. Es bot dabei einen Blick auf die kleinen Menschen in der weit, weit entfernten Galaxis, die Kriminellen, Randwelten und kam ohne interplanetare Verschwörungen und Laserschwerter aus. Mal waren Riesenspinnen der Feind, dann Söldner, Piraten oder natürlich die Zielübungen in weißer Rüstung, die das Imperium so spendabel gegen die Protagonisten des Star Wars-Franchise wirft. Dass der namensgebende Mandalorianer zudem stets einen Helm trug und nur wenige Worte von sich gab, machtes es zudem leichter. Was er wirklich fühlte und dachte, das blieb dem Zuschauers überlassen und bediente die dieselbe Phantasie, die schon John-117 (auch bekannt als der Master Chief) so beliebt und die "Halo"-Romane erfolgreicher gemacht hatte, als es diese verdienten (denn sie waren allesamt Mist, sorry). Der kleine Grogu hingegen sorgte für Comedy und herzerwärmende Momente ... auch wenn sein Intellekt je nach Episode und Situation stark zu variieren begann. In der zweiten Staffel bekam sogar Luke wieder seine Rolle als Held zurück und vernichtete eine ganze Schwadron aus Dark Troopern, bevor er sich dem kleinen Grogu als Mentor annahm. Wer Dark Troopern schon einmal in einem Star Wars-Videospiel begegnet ist (wo sie so manchem Spieler, wie mir, das Fürchten lehrten), fühlte sich bestätigt.

 

Dann jedoch kamen die dritte Staffel und das "Das Buch von Boba Fett" und mit ihnen ein Schisma, von dem sich "The Mandalorian" nicht mehr erholen sollte. Kathleen Kennedy, die dunkle Imperatorin von Disney Star Wars, ertrug es anscheinend nicht, wie erfolgreich die Abenteuer des Mandalorianers im Gegensatz zu ihren Produktionen wurde. Wie später durchsickerte, zerstritt sie sich beinahe mit Serienschöpfer John Favreau, ostrazierte ihn in eine Spinoff-Serie um den ebenfalls Mandalorianer Boba Fett und erzählte die Geschichte um Din Djiarin selbst weiter. Mit eigenen Writern und katastrophalem Ergebnis.

 

Nicht nur, dass der Mandalorianer zwischen den Staffeln eine gute Portion seines Intelligenzquotienten einbüßte und von einer Haupt- zur Nebenrolle degradiert wurde, die Serie wurde nun mehr "The Acolyte" als kleine Abenteuer am Rand des bekannten Raums. Mandalorianer-Königin Bo Katan erhielt die meiste Zeit vor der Kamera, während sich der sonstige Pulp in den Kitsch verlorl Das Heldentum von Luke Skywalker wurde nebenher auch noch dekonstruiert und er plötzlich als Soziopath dargestellt, der den unschuldigen Grogu emotional als Geisel nahm. Nachdem er ihn bizarr grausam vor die Wahl gestellt hatte, schickte er "Baby Yoda" zurück zu Din, wo er wieder zwischen infantil-witzig und viel zu intelligent hin und her pendelte.

 

Spätestens nach Kapitel 18 (Staffel 3, Episode 2) wurde allen bewusst, dass da irgendwas gar nicht mehr stimmt. Din schießt sich darin durch die Ruinen von Sundari, der einstmaligen Hauptstadt der Mandalorianer, um von einem Robotermonster festgesetzt zu werden. Grogu muss Hilfe holen und Bo Katan Kryze (gespielt von der verschwendet guten Schauspielerin Katee Sackhoff) muss sich noch einmal durch die exakt selben Korridore kämpfen, gegen die exakt selben Kreaturen, die teilweise aus denselben Rohren kriechen. Auf Reddit sprach man von einem Schnittmassaker. Da wären wohl zwei Handlungsstränge abgedreht und eingepflegt wurden. Andere nannten es Videospiel-Logik: Für Bo Katan wären die Gegner respawnt und geskripteten Events zurückgesetzt worden. Dass sich Teile der Handlung zudem im "Buch von Boba Fett" weitererzählten, trug nur noch zur Verwirrung bei. Von den wieder endlosen Belehrungen des Publikums will ich gar nicht erst sprechen.

 

Die Nachricht kam jedoch an: Das Disney-Qualitätsversprechen der 2020er (nämlich keine zu haben) hatte nun auch "The Mandalorian" erfasst. Metacritic sprach wie immer aus, was alle dachten, die Kritiker lobten, die Zuschauer tobten. Die Fans hingegen schalteten ab und eine vierte Staffel wurde nicht mehr in Auftrag gegeben. Nach der zweiten Staffel von "Andor" Star Wars prophezeite man Star Wars den bevorstehenden Hitzetod, einem jähen Ende durch ausgebrannte Zuschauerschaft.

 

Nun befindet sich Disney im Umbau. Eine "Entwokefizierung" soll wohl laut Filmkritiker Chris Gore stattfinden (wobei ich anmerke, diese Aussage bitte mit Vorsicht zu behandeln, denn Gore sprach schon in der Vergangenheit oft schneller Dinge aus, als sie dann wirklich geschahen) und im Zuge dessen wurde wohl Kathleen Kennedy in den Ruhestand geschickt. Dave Filoni und John Favreau übernahmen an ihrer Stelle das Ruder und produzierten gleich zwei Formate: Die Serie "Maul - Shadow Lord", die, wie ich finde, sehr schön die Geschichte des Antihelden Darth Maul portraitiert und nun den ersten Star Wars-Kinofilm seit Jahren "The Mandalorian und Grogu" ... um den es hier eigentlich geht:

 

Den allgemeinen Kritiken kann ich mich dahingehend nicht anschließen. Das neue Abenteuer des Mandalorianers macht Spaß. Auf der Schnitzeljagd nach einem imperialen Offizier treffen Din Djarin und Grogu auf skurrile wie bereits bekannte Charaktere und lassen die Blaster Lichtblitze speien. Tiefe gibt es keine, aber die sollte man auch nicht erwarteten. Dafür gibt es Unterhaltung mit jeder Menge Pew-Pew. Der Settingsmix aus Science-fiction, Fantasy und Dieselpunk wird nett eingefangen und die albernen Momente halten sich größtenteils zurück. Ich hatte Spaß, großen tatsächlich. Vermisst habe ich Bo Katan, wüsste aber nicht, was sie in dieser Story zu tun hätte, ohne artifiziell eingefügt zu wirken.

 

Der Herausgeber und literarische Anti-Endemiker Christoph Grimm stellte rhetorisch die Bedingung in den Raum, ob man für zwei Stunden wieder Kind sein könne: und ja, das kann man. Die Anthologie macht gleich in den ersten Minuten deutlich, was sie sein will und was man zu erwarten hat. Wer sich darauf einlässt, wird nicht enttäuscht. Die 132 Minuten vergehen flüssig.

 

Aber, und das ist auch seine größte Schwäche: "The Mandalorian and Grogu" ist mehr Anthologie als Roman. Der Kinofilm schmeckt wie drei oder vier Folgen der Serie, die man notgedrungen zusammengeskriptet hat. "Moana 2" lässt grüßen, allerdings niemals so grauenvoll, wie das Rapanui-Abenteuer aus dem Animationsabteilung. Man spürt, dass John Favreau diesen Film und seine Zuschauerschaft ernstgenommen hat. Der Erfolg blieb jedoch aus. Lediglich 6.3 gönnten ihm die Reviewer auf Metacritic, seine Kosten spielte er nicht mehr ein. Was schade ist.

 

Jetzt spricht man auf Reddit von einem Reset, einem Bruch mit der Kennedy-Ära, der mithilfe des Room between worlds möglich gemacht werden soll – ein Dimensionstor, um das wohl die inzwischen ebenso abgesetzte Serie "Ahsoka" handeln sollte. So plant man angeblich (großes Angeblich) die Trennung zwischen der J.J. Abrams-Interpretation von Star Wars und dem, das die Fans gerne hätten. Aber bei Disney hat man schon viel gesagt und dann wenig folgen lassen. Es würde auch nichts mehr retten, denke ich.

 

Ich frage mich allerdings, wie es nun mit dem Krieg der Sterne weitergeht, generell. Disney beklagt weiterhin, damit noch keinen Gewinn gemacht zu haben, während nun das Geld aus dem ESG-Score und den Blackrock-Funds versiegt. Und wer die vergrämten Fans nun zurückholen und Neue gewinnen will, muss das jetzt mit Qualität tun. "Maul - Shadow Lord" und "The Mandalorian and Grogu" sind aus meiner Sicht zwei gute Schritte in diese Richtung, wenn auch vielleicht noch nicht so gut sichtbar. Dass Filoni und Favreau dabei nicht schon wieder auf Astroturf und hyper-energetische Superfans zurückgreifen, rechne ich ihnen hoch an. Jeder, absolut jeder, einschließlich ihren Hauskatzen, haben begriffen, dass diese einfach nicht echt sind.

 

Star Wars aber ist es weiterhin. Jeder weiß, wer Darth Vader ist.


"Part Five: Boobytrap the stalemate button!"

#65 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben 27 Mai 2026 - 12:55


(...) Der Erfolg blieb jedoch aus. Lediglich 6.3 gönnten ihm die Reviewer auf Metacritic, seine Kosten spielte er nicht mehr ein. Was schade ist. (...)

 

 

Wollen wir nicht vielleicht ein paar Wochen, zumindest die Kinowochen 2 und 3, abwarten?

Rotten Tomatoes erfasst die Kritikerzustimmung bei 62 % (267 Reviews), die Zuschauerwertung hingegen bei 88 % (5000+ Wertungen).

Star Wars: The Mandalorian and Grogu | Rotten Tomatoes

Das Budget wird mit 165 Millionen US-Dollar angegeben. Wenn wir von der Faustformel "Break even = Doppeltes Budget + halbes Budget Werbung" ausgehen, muss Mando 412,5 Millionen einnehmen. Das lange Pfingst-/Memorial-Day-Start-Wochenende hat immerhin bereits 161 Millionen US-Dollar gebracht. Klar, mehr als 200 Millionen wäre Disney sicher lieber gewesen, aber noch ist Break-even oder gar Gewinn drin.

Star Wars: The Mandalorian and Grogu - Box Office Mojo

 

Und vergessen wir zwei wichtige Faktoren nicht:

 

1. Merchandise !!!

Come on: Nerds stellen sich vielleicht OVP Bo Katan und Thrawn in die Schränke – aber Mando und ganz besonders Grogu sind Gelddruckmaschinen für jede Alters- und Interessengruppe.

Töchterlein hat einen Grogu, ich habe einen Grogu. Wir haben auch Lego-Grogu. Und wir haben T-Shirt-Grogu – und ich würde uns als harmlos bezeichnen :D.

 

2. Disney+

Das lässt sich vermutlich schwer berechnen. Aber Monatsabos, wenn "The Mandalorian and Grogu" auf Disney+ Premiere feiert, oder – noch besser – keine Abokündigungen bis dahin, sind sicher nicht zu unterschätzen. 

Der Streamingdienst kann also in naher Zukunft einen attraktiven Content bieten, der teilweise oder womöglich komplett, bezahlt ist. 

 

PS: ich gebe mir den nochmal auf der Leinwand, er hat einfach zu viel Spaß gemacht. Das ist der Weg!  :bighlaugh:.  


Bearbeitet von ChristophGrimm, 27 Mai 2026 - 12:56.

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#66 Maxmilian Wust

Maxmilian Wust

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Geschrieben 27 Mai 2026 - 15:57

Ich denke, generell sind wir einer Meinung. Ich fand den Film gut. Er hat mir Spaß gemacht und er hat meine Erwartungen erfüllt, wobei ich sicher nicht ins Kino gegangen bin und einen zweiten "Hail Mary" erwartet habe, sondern einen Popcornstreifen mit dieser angenehm taktischen Action von Star Wars. Und das habe ich definitiv bekommen. Ich lese auch keinen Dan Abnett und bin dann wütend, weil ich nicht wie von Sven Haupt intellektuell stimuliert wurde.

 

Ich will auch nicht Star Wars untergehen sehen, wie der Critical Drinker, Mauler und Nerotic, sondern hoffe ehrlich, dass das ein kleiner Restart sein könnte. The Old Republic und Darth Revan z.B. (tolle Romane, absolute Leseempfehlung) sehe ich bei Filoni und Favreau in guten Händen. Auf eine filmische Umsetzung von Darth Kraya (die aus meiner Sicht beste Antagonistin im ganzen Star Wars-Franchise, sogar noch über Thrawn) warte ich schon lange. Und Kyle Katarn wie auch Mara Jade brauchen auch endlich Rampenlicht. Viel davon!


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#67 lapismont

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Geschrieben Heute, 10:11

Wir haben den Film gestern gesehen und er war quasi eine Zusammenstellung von vier Fernsehfolgen, nix was ins Kino müsste. Gerade nach dem sehr unterhaltsamen Masters of the Universe, wurde deutlich, wie wenig Favreau und Filoni zu den Figuren noch einfällt.

Es gab nichts episches, nix Neues aus beider Leben, ja, Grogu musste etwas Verantwortung übernehmen, aber letztlich steht das Duo nach dem Film wie vorher da. Streckenweise war der Film direkt langweilig. Und so vorhersehbar und mit so vielen Versatzstücken aus anderem Kram. 0815 Action ohne Gefahren oder Kratzer, ein Giftbiss hat Zeit, bis man über ein Heilmittel stolpert, was aber nie wirklich außer Frage stand. Wie ging es Bix aus Andor nach ihrer Folter? Hätte sie gegen irgendwen kämpfen können? Hier war das völlig klar, dass Rotta, der nun schon zum zweiten Mal gerettet werden musste, seine Familie besiegt. 

Wenn man keine Story hat, sollte man auch nix zu erzählen versuchen.

Einziger Lichtblick im Film war der Score.


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