"Mein" Star Trek ist Next Generation, inkl. allem drumherum, DS9, VOY etc. pp.
Es hat dann eine Weile gebraucht bis ich gemerkt habe, dass das aber nicht das Problem von Star Trek ist, sondern von mir und ich einfach nur alt werde. Und vor mir das wahrscheinlich schon etliche andere Trekkies so empfunden haben mussten, als ihr TOS durch TNG abgelöst wurde.
Die Picard-Serie hat mir auch gezeigt, obwohl sie mit Fanservice vollgestopft war, dass die nostalgische Wärme, die ein Teil der Fans in den neuen Produkten des Franchises sucht und nicht findet, auch einfach nicht finden kann. Die Zeit ist rum, denn die 90er sind vorbei.
Willkommen im Club der alternden Säcke

(sagte der hier den Altersdurchschnitt Senkende, der auch schon über 40 ist

)
"Is it possible that we two, you and I, have grown so old and so inflexible that we have outlived our usefulness?" (Spock)
Es ist eine berechtigte Frage, ob eine gewisse Distanz zu "Star Trek" an schlechteren Produktionen liegt, oder man selbst entweder aus "Star Trek" herausgewachsen ist oder neueren Produktionen nichts abgewinnen kann.
Was mich an den Kevin-Filmen, "Discovery" und dem Totalausfall "Section 31" stört:
- Oberflächliche Ausarbeitung: Mir scheint es oftmals so, als ob die Drehbuchautor:innen stichpunktartig aus Schreibseminaren und Schreibratgebern "Regeln" notiert haben, bei der Umsetzung aber nicht über deren Sinn nachdenken. Vieles wirkt gewollt und übertrieben, lässt aber gleichzeitig Tiefe vermissen
- Gigantomanie: Klingonenkrieg, Roter Engel, galaxisweiter Brand, untergegangene Förderation ... mir scheint, dass die Ansicht vorherrscht, dass es immer das Spektakel bis zum Äußersten braucht. Das wirkt nicht nur comichaft, sondern beeinträchtigt auch das Kennenlernen und die Charakterisierung der Figuren.
Ich vermute, der Einfluss, den nicht nur die häufig eingesetzten Autor:innen (Ronald D. Moore, Naren Shankar, René Echevarria, Brannon Braga, Joe Menosky, Robert Hewitt Wolfe, Lisa Klenk) sondern v. a. die die ausführende Produzentenriege Michael Piller / Jeri Taylor / Ira Steven Behr auf das 1990er-Trek hatte, wird beim Vergleich oft außen vorgelassen. Die drei hatten/haben richtig Ahnung von ihrem Job.
Es ist weniger das Erzähltempo oder die visuelle Gestaltung, nicht immer die grundsätzlichen Plots und schon gar nicht die "Wokeness" - es fehlt vielen Drehbüchern nicht nur an solidem Handwerk, sondern den ordnenden Händen eines *wirklich guten* Lektors.
Immerhin: "Strange New Worlds" und der herrliche Spoof "Lower Decks" weisen (teilweise) die von mir schmerzlich vermissten Qualitäten auf.
Vielleicht probierst du es ja mal mit diesen Serien

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Bearbeitet von ChristophGrimm, 22 März 2026 - 13:01.