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Nominierungen ESFS-Awards: Erfahrungen und Verbesserungsmöglichkeiten


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15 Antworten in diesem Thema

#1 Bernard

Bernard

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Geschrieben 23 April 2022 - 19:51

Liebe Interessierte,
 
wir haben den ersten Durchlauf geschafft: Kandidaten für unsere Nominierungen zu den ESFS-Awards 2022 gesammelt, Nominierte ausgewählt, die Nominierungen eingereicht, sie auf der Convention präsentiert und das Ergebnis entgegengenommen. Zeit, zu schauen, was gut lief und was verbessert werden sollte. Dazu starte ich diesen Diskussionsfaden und lade alle ein, ihre Gedanken einzubringen.
 
Betrachten wir die Sache vom Ergebnis her, müssen wir feststellen: Trotz Nominierungen in 10 Kategorien konnten wir in keinem Fall gewinnen. Um zu verstehen, wo wir ansetzen können, lohnt ein Blick darauf, wie die Preisvergaben zustande kommen.
 
Abgestimmt wird anonymisiert auf dem jeweiligen EuroCon. Dafür wird ein sicheres und unkompliziertes Verfahren verwendet: Nach der Präsentation der Nominierungen auf dem Business Meeting wird jeder/jedem Abstimmungsberechtigten eine Mail mit einem einmalig gültigen Code zu einem Abstimmungsformular geschickt. Die Abstimmungsfrist läuft bis zum zweiten Teil des Business-Meetings, das am nächsten Morgen stattfindet, die Auszählung erfolgt automatisiert.
 
Abstimmungsberechtigt sind die Delegierten.
Jedes Land darf zwei Delegierte stellen.
Delegierte bzw. Delegierter wird man, indem man sich vorher dafür anmeldet und dann auf dem Business Meeting erscheint, wo die Liste der angemeldeten Delegierten verlesen wird.
Sind dabei weniger als zwei Delegierte für ein Land anwesend, wird gefragt, ob auf dem Business Meeting jemand aus dem jeweiligen Land anwesend ist und Lust hat, als Delegierter zu fungieren. Je nach Anwesenheit kann es also sein, dass ein Land 0, 1 oder 2 Stimmen einbringen kann. Wer nicht anwesend ist, darf auch nicht abstimmen. Auch eine Stimmübertragung ist nicht möglich.
2022 in Luxemburg war ich als angemeldeter Delegierter anwesend. Constanze H. war als weitere Deutsche auf dem Meeting anwesend und hat sich spontan bereit erklärt, als Delegierte zu fungieren.
Wir haben die Situation vor Ort kurz diskutiert und sind beide der Meinung, dass es zwar ausgesprochen löblich ist, dass sich Constanze dafür gemeldet hat - aber besser wäre gewesen, wenn sie vorher davon gewusst hätte, dass sie Delegierte wird. Es wusste aber niemand, ob der neben mir ebenfalls für die europäische Ebene benannte Vertreter des SFCD vor Ort sein würde oder nicht (auf meine Mails erhalte ich keine Antwort).
Im Ergebnis hat Constanze nach bestem Wissen und Gewissen am Meeting mitgewirkt, war aber - den Umständen geschuldet - unvorbereitet. Und da war sie nicht die Einzige, für andere Länder ergaben sich vergleichbare Konstellationen.
Mit Bezug auf die Abstimmung zu den ESFS-Awards bedeutet das:
Einige Wochen vor dem EuroCon wird eine Liste der Nominierungen im Internet veröffentlicht. Zu jeder Nominierung gibt es 400 Zeichen Erläuterung auf Englisch, wieso diese preiswürdig sei. Dazu wird ein (genau 1) Link pro Nominierung angegeben, der zum Beispiel zur Homepage einer Künstlerin, zu einer Rezension etc. führt.
Ich habe im Vorfeld alle Nominierungstexte gelesen und mir ein erstes Bild gemacht. Auf einige Links mir besonders interessant erscheinender Kandidaten habe ich geklickt; oft, aber nicht immer war die Zielseite in Englisch gehalten. Wenn ich auf eine Sprache gestoßen bin, der ich nicht mächtig bin, habe ich gleich wieder zugemacht. Wer das unfair findet, möge sich in die Situation hineinversetzen, ca. 75 Nominierungen zu sichten und zu versuchen, nachzuvollziehen, ob sie einen europäischen SF-Preis gewinnen sollten.
Was ich aber für wichtiger halte: Ein signifikanter Anteil der Stimmberechtigten hat sich diese Informationen nicht angeschaut, weil sie nicht wussten, dass sie stimmberechtigt sein würden. Man kann die Seite auch während der Convention noch anschauen, aber Hand aufs Herz: Der erste Teil des Business Meetings dauerte satte 3 Stunden, und danach ist man auf einem Con und hat sicher wenig Motivation, 75 Nominierungen en detail anzuschauen.
Zugespitzt (und im Einzelfall auch unfair) möchte ich formulieren: Zu Beginn des Business Meetings haben die meisten Abstimmungsberechtigten einen allenfalls oberflächlichen Eindruck von den Nominierungen, oftmals auch keinen blassen Schimmer. Bevor man nun empört aufschreit: Das ist bei sämtlichen Publikumspreisen (wo also keine Jury am Werk ist) im Wesentlichen genauso. Ich bin zum Beispiel abstimmungsberechtigt beim Kurd-Laßwitz-Preis, aber mir sagen die meisten Nominierungen auf dem Abstimmungszettel nichts. Deswegen bin ich auch so froh darum, dass man mehrere Wochen Zeit bekommt, um sich einen Überblick zu verschaffen.
Bei den ESFS-Awards entscheidet man aber innerhalb eines Tages. Deswegen ist eine weitere Komponente entscheidend: die Präsentation der Nominierungen.
Die findet ebenfalls während des ersten Business Meetings statt. Jedes Land hat einen identisch langen Zeit-Slot für die Präsentation der Nominierungen, was entweder durch Leute vor Ort passieren kann oder durch Abspielen eines zuvor geschickten Videos. Diese Zeitspanne ist wegen der Vielzahl der Länder naturgemäß kurz.
Und hier kommt der Punkt, der aus meiner Warte am besten erklärt, wieso wir leer ausgegangen sind. Aus einem Fairness-Gedanken heraus wollte ich keine Priorisierung unserer Nominierungen vornehmen, sondern habe für jede Nominierung genau 1 Folie gemacht. Die bin ich dann durchgegangen und habe zu jeder Nominierung etwas erzählt, was in der Konsequenz bedeutet hat: weniger als eine halbe Minute pro Nominierung. Nota Bene: um Leuten, die sich erstmals mit der !Time Machine, mit Theresa Hannig oder Timo Kümmel befassen, zu erklären, was diese und andere preiswürdig macht. Kontextualisieren, das Besondere herausstellen, wo möglich einen internationalen Touch betonen oder alternativ eben die besondere Bedeutung für die deutsche Szene.
In meiner eigenen Wahrnehmung bin ich zwar mit fliegenden Fahnen, aber doch, untergegangen.
Andere haben es besser gemacht, indem sie 1) mehr Eye Candy in ihren Folien hatten (Text liest ohnehin keiner) und 2) Schwerpunkte gesetzt haben, 3, höchstens 4 Nominierungen vorgestellt haben.
Glaubt mir, niemand ist tiefer betrübt als ich darüber, dass wir komplett leer ausgegangen sind. Deswegen ist mein dringender Ratschlag an uns selbst, dass wir diesen Punkt optimieren. Es ist zwar fair, jeder Nominierung denselben Raum zu geben, aber es ist auch nahezu eine Garantie für den Misserfolg. Also sollten wir uns ein Verfahren dazu überlegen, wie wir 2023 bei der Präsentation priorisieren wollen.
 
Zu bemerken ist auch noch, dass wir den Chrysalis-Award schlicht liegengelassen haben. Das ist der Willkommenspreis für Newcomer. Wen immer ein Land nominiert, der bekommt ihn auch (also so viele Gewinnerinnen/Gewinner wie Nominierungen, 1 pro Land). Wir haben schlicht niemanden nominiert. Ich tue mich in dieser Kategorie auch schwer, habe mir aber vorgenommen, bewusst die Augen nach talentierten Newcomern offen zu halten und bitte Euch, das ebenfalls zu tun.
 
Was noch?
Die SFCD-Mitglieder könnten sich überlegen, ob die beiden Leute, die für die Verbindung zur europäischen Ebene gewählt wurden, die beste Besetzung sind. Einer davon bin ich, und ich werde das auch nochmals machen, wenn ich auf der Mitgliederversammlung bestätigt werde. Das heißt aber nicht, dass ich wirklich der Beste für den Job wäre. Als Profiautor, der sich bei einem Fan-Preis engagiert, mache ich eine ziemliche Grätsche †¦ Sprich: Falls sich jemand anderes, oder noch besser: ein Duo aus anderen Personen, für den Job bewerben möchte, bin ich gern bereit, mit Rat und Tat zu begleiten. Schön wäre, wenn einer oder beide dieser Personen vorhätten, am EuroCon 2023 in Uppsala (Schweden) vor Ort teilzunehmen.
 
Das Nominierungsverfahren hat mir in der Struktur gut gefallen. Das Sammeln der Vorschläge in Diskussionsfäden und die anschließende Abstimmung halte ich für transparent und auch vom Aufwand her für den Koordinator (also mich) zu schaffen.
Sehr gut gefallen hat mir auch die Diskussionskultur. Alle haben sich daran gehalten, die Vorzüge ihrer Vorschläge herauszustellen, statt Gegenvorschläge schlechtzumachen.
 
Was die Zahlen angeht, ist die Beteiligung zu niedrig. Die am stärksten unterstützte Nominierung hat 10 Stimmen bekommen. Bei einer Fantastik-Szene, die so groß ist wie die in Deutschland, hielte ich 1.000 Stimmen für angemessen. In diesem Kontext sehe ich die absolvierte Runde als Testlauf und bitte darum, möglichst breit bekannt zu machen, dass sich jeder in den Auswahlprozess einbringen kann.
 
Ich habe die Kategorien angelegt, in denen wir ab sofort Vorschläge für die Nominierungen sammeln können.

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#2 fiksleer

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Geschrieben 24 April 2022 - 11:37

Hallo Robert,

ich findees toll, dass du diese Aufgabe übernommen und die deutsche SF, wie ich dich kenne, würdig vertreten hast. Gegenüber den Vorjahren waren wir endlich mal wieder gut aufgestellt (inhaltlich und personell). Dass keiner der Nominierten gewonnen hat, ist schade, aber auch kein Beinbruch. Danke auch für dieses Resümee. Es gibt uns Einblick in das Verfahren. Mit war bisher nie richtig klar, wie das läuft. Mein Eindruck ist im Übrigen, dass es immer dieselben Länder bzw. deren SF-Clubs sind, die nominieren. Wer schickt eigentlich Delegierte? Darüber habe ich auf der ESFS-Seite nichts gefunden.

Ich hätte mir gerne die Preisverleihung angesehen, aber da saß sich schon wieder im Zug nach Trier.


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#3 Bernard

Bernard

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Geschrieben 24 April 2022 - 12:14

Wer schickt eigentlich Delegierte? Darüber habe ich auf der ESFS-Seite nichts gefunden.

Im Vorfeld zum EuroCon wird auf der ESFS-Webseite ein Formular bereitgestellt, über das man sich als Delegierte/ Delegierter registrieren kann. Was passiert, wenn sich für ein Land mehr als zwei Personen anmelden, weiß ich nicht - ich gehe aber davon aus, dass der Vorstand das moderiert (ähnlich, wie wenn es Rückfragen zu Nominierungen für die Preise gibt). Vor Ort auf dem General Meeting wird dann die Liste der Delegierten, die sich im Vorfeld registriert haben, verlesen und die Anwesenheit festgestellt. Wer nicht anwesend ist, wird von der Liste gestrichen. Wenn danach von einem Land weniger als zwei Delegierte vorhanden sind, wird gefragt, ob jemand aus dem Land anwesend ist und als Delegierte/ Delegierter fungieren möchte.

 

Wir in Deutschland haben das so gelöst, dass die Mitgliederversammlung des SFCD 2 Personen damit beauftragt, Deutschland auf europäischer Ebene zu vertreten. Das waren lange Jahre Eckhard D. Marwitz und Matthew Kunkel, seit der letzten MV sind es Matthew Kunkel und ich.

Ich habe Matthew dazu angeschrieben, wie er die Rolle ausfüllen möchte, aber keine Antwort erhalten, was ich bedauerlich finde.

Ich wusste mangels Kontakt auch nicht, ob er zum EuroCon kommen würde und/oder jemanden instruiert/vorbereitet hatte, um die Position dort auszufüllen. Erst vor Ort wurde klar: nein und nein (weswegen Constanze dankenswerter Weise spontan eingesprungen ist).

Meines Erachtens sinnvoll wäre, wenn ...

... für diese Doppelposition Leute kandidieren würden, die planen, zu den nächsten EuroCons zu fahren oder

... zumindest sich über die dort wesentlichen Themen (insbesondere, wer nominiert ist) zu informieren und jemanden zu suchen, der aus DE vor Ort sein wird und uns im Meeting vertreten kann

... und idealerweise auch kontinuierlich dafür sorgt, dass wir uns gut einbringen können. Die ESFS-Nominierungen sind dabei eines, ein weiterer Punkt ist, mit den jeweiligen Organisatoren in Kontakt zu bleiben und herauszufinden, welche Panels es geben wird; die könnte man hier im Forum vorstellen und dafür werben, dass sich deutsche Fans daran beteiligen, mitzudiskutieren. Oder auch sich bei der Organisation einzubringen, wenn dort helfende Hände gesucht werden (ich sage nur: Award Ceremony). Oder aus DE heraus eigene Ideen für Panels einbringt. Oder ... oder ... oder ... Das Schöne an der Rolle ist: Egal, was man macht - es ist fast immer willkommen und eine gute Sache, die den EuroCon insgesamt attraktiver macht.


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#4 Uwe Post

Uwe Post

    FutureFictionMagazin'o'naut

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Geschrieben 25 April 2022 - 07:28

Oha.

Grundsätzlich gibt es natürlich keinen Grund, warum nur der SFCD Delegierte schicken sollte - aber eine andere Organisation gibt es wohl kaum in Deutschland, die sich darum repräsentativ kümmern könnte. Höchstens das SF-Netzwerk  :happy:

Was ich noch dringend empfehlen würde, wäre eine Neuwahl der Delegierten zum jeweiligen EuroCon (weil es eben davon abhängt, ob man hinfährt), und am besten zwei Stellvertreter, falls mal jemand verhindert ist.

 

Die Chancen, den Preis auch mal zu gewinnen, dürften übrigens stark davon abhängen, ob die nominierte Person (oder Werk/Magazin etc.) außerhalb von Deutschland in Erscheinung getreten ist, z.B. mit Übersetzungen. Vielleicht sollte man das bei der Nominierung berücksichtigen. Immerhin ist es ein europäischer Preis, kein deutscher Preis.


Bearbeitet von Uwe Post, 25 April 2022 - 07:30.

Herausgeber Future Fiction Magazine (deutsche Ausgabe) ||| Aktueller Roman: Klima-Korrektur-Konzern |||  uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#5 Bernard

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Geschrieben 25 April 2022 - 07:36

Grundsätzlich gibt es natürlich keinen Grund, warum nur der SFCD Delegierte schicken sollte - aber eine andere Organisation gibt es wohl kaum in Deutschland, die sich darum repräsentativ kümmern könnte. 

Es sollte eine Fanorganisation sein (also kein Verlags- oder Autorenverband) und sie sollte langjährig Bestand haben, um eine Kontinuität zu gewährleisten. Ich denke, da landet man beim SFCD, der zudem durchaus bei EuroCons präsent ist - es sind immer einige Mitglieder unter den Besuchern der Euro- und WorldCons, und oft gibt es auch einen SFCD-Stand. Er hat ja auch den Austausch auf internationaler Ebene in der Satzung stehen. Zudem ist der SFCD für jeden offen - man braucht keine Veröffentlichungen etc. vorzuweisen.


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#6 Bernard

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Geschrieben 25 April 2022 - 07:57

Was ich noch nicht erläutert habe, ist das Verfahren, wie ein European Grandmaster gekürt wird. Voraussetzung für die Kür ist neben herausragenden Leistungen auch Aktivität seit mindestens 20 Jahren.

 

Die Nominierung soll laut Statuten geheim erfolgen, weswegen wir im Unterschied zu den anderen Nominierungen auch keinen Diskussionsfaden dazu hier im Forum haben. Der Nachteil dieses Vorgehens ist offensichtlich: Intransparenz. Ich habe mich mit einigen Leuten, die ich für kenntnisreich halte, abgestimmt, wen wir für Deutschland nominieren könnten. Wir waren uns alle einig.

Der Vorteil der Geheimhaltung liegt darin, dass es keine "Schlammschlacht" darum gibt, wer diesen prestigeträchtigen Titel bekommen soll oder bekommen hat und ob nicht vielleicht ein anderer Nominierter besser gewesen wäre, was dann wiederum denjenigen beschädigt, der gewonnen hat.

De facto nominieren also die beiden Delegierten "aus eigener Herrlichkeit" heraus die Kandidatin/ den Kandidaten für den Grandmaster. Der Vorstand des SFCD hat mir auf Nachfrage auch erklärt, dass man sich als Vorstand hier zurückhält und diese Aufgabe ausschließlich bei den Delegierten sieht, die (unter anderem) dafür gewählt wurden. Bei der Wahl der Delegierten ist also zu berücksichtigen, dass sie diese Autorität und Verantwortung haben/ übertragen bekommen.

 

Die Nominierung wird also geheim eingereicht. Dazu kann auch eine Präsentation eingereicht werden. Da habe ich eine supertolle Präsentation zusammengeklöppelt, was Ihr mir jetzt einfach glauben müsst, weil sie ja geheim ist.  :)

Man erfährt auch als Delegierter nicht, ob und welche weiteren Nominierungen es gibt.

Über die Vergabe des Titels wird auf dem EuroCon in einem kleinen Zirkel beraten. Diesem Zirkel gehört neben dem fünfköpfigen Vorstand auch ein Vertreter des jeweiligen EuroCons an. Dafür, dass ein Land einen EuroCon ausrichtet, bekommt es also einen "Heimvorteil".

Die Vorstandsmitglieder stammen aktuell aus Schweden, Finnland, Frankreich, Irland und Polen (Letzteres ist neu und muss auf der ESFS-Homepage noch aktualisiert werden). Die nächste Vorstandswahl ist für 2025 vorgesehen.

 

Dieses sechsköpfige Gremium entscheidet hinter verschlossenen Türen "nach Aktenlage", eine Vorstellung/ Präsentation der Nominierungen findet nicht statt. Der neue Grandmaster wird dann als Höhepunkt der Awards Ceremony bekanntgegeben.


Bearbeitet von Bernard, 25 April 2022 - 08:05.

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#7 fiksleer

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Geschrieben 26 April 2022 - 00:07

Danke für die zusätzlichen Info.

 

Im Vorfeld zum EuroCon wird auf der ESFS-Webseite ein Formular bereitgestellt, über das man sich als Delegierte/ Delegierter registrieren kann. Was passiert, wenn sich für ein Land mehr als zwei Personen anmelden, weiß ich nicht - ich gehe aber davon aus, dass der Vorstand das moderiert (ähnlich, wie wenn es Rückfragen zu Nominierungen für die Preise gibt).

 

Heißt das, dass sich jede/r als Delegierte/r melden kann, die/der dazu Lust hat, unabhängig davon, ob er/sie organisiert ist?


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#8 Bernard

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Geschrieben 26 April 2022 - 05:12

Heißt das, dass sich jede/r als Delegierte/r melden kann, die/der dazu Lust hat, unabhängig davon, ob er/sie organisiert ist?

Ja, das heißt es.

 

Wobei die Idee ja ist, dass die beiden vom SFCD gewählten Delegierten sich anmelden und damit die beiden Slots für Deutschland besetzen. Falls sich noch jemand anmeldet, sieht der ESFS-Vorstand, dass es mehr als 2 aus DE sind, und würde (so meine Erwartung) alle anschreiben und das klären.


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#9 ShockWaveRider

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Geschrieben 28 April 2022 - 09:06

Ich habe jetzt nicht alles en detail gelesen, sorry!

 

Wann werden denn die Nominierungen bekanntgegeben? Ich meine: Wann wisst ihr denn, wen oder was die anderen Länder nominiert haben?

 

Hintergedanke: Vielleicht kann man im Vorfeld bereits Allianzen schließen (wir unterstützen euren Best Author, wenn ihr unseren Chrysalis unterstützt) und die Nominierungen stategisch setzen (lieber nur bei 5 Kategorien nominieren und die dann richtig pushen als die Energie auf 12 Preise zu verteilen).

 

Aber mal abgesehen davon: Ganz herzlichen Dank, lieber Bernard, für dein Engagement und wie du das Thema ESFS-Preise hier angehst!

Im Gegensatz zu dir kann ich mir keinen besseren Repräsentanten für Deutschland/den SFCD vorstellen!

 

Herzlich

Ralf


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#10 Bernard

Bernard

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Geschrieben 28 April 2022 - 09:12

Wann werden denn die Nominierungen bekanntgegeben? Ich meine: Wann wisst ihr denn, wen oder was die anderen Länder nominiert haben?

Der Erfahrungswert aus diesem Jahr:
Die Nominierungen wurden am 19. März online gestellt, der EuroCon begann am 7. April.


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#11 Narrania

Narrania

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Geschrieben 01 May 2022 - 10:16

Habe ich da was falsch verstanden, die Präsentationen wurden zumindest in Irland bei der Versammlung gezeigt. (ich damals spontan mitgegangen)



#12 Bernard

Bernard

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Geschrieben 01 May 2022 - 11:39

Habe ich da was falsch verstanden, die Präsentationen wurden zumindest in Irland bei der Versammlung gezeigt. (ich damals spontan mitgegangen)

Das ist für alle Kategorien so, außer für den Grandmaster (zumindest in Fiuggi und Luxemburg wurden die Grandmaster-Nominierungen nicht vorgestellt).


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#13 Narrania

Narrania

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Geschrieben 02 May 2022 - 08:22

Danke. Schwer zu verstehen. Bisher haben wir es uns einfach gemacht, weil ja zwei von uns sowieso immer dabei waren da waren sie dann auch Delegierte. --zu jedem Eurocon zu fahren ist ja auch eine Geldfrage.



#14 Jacqueline

Jacqueline

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Geschrieben 02 May 2022 - 14:46

Vielen Dank, Robert, dass du dich da so engagierst. Ich hatte auf Facebook mehrmals mit Link auf die Nominierung und Abstimmung hier auf dem Portal hingewiesen. Vielleicht schreckt es einige ab, dass sie sich hier dazu einen Account erstellen müssen. Als Vorschlag, um mehr Leute zu Nominierungen und Abstimmungen zu bewegen:
Eventuell könnte man auf der Facebookseite "Science Fiction Club Deutschland e.V." und der Gruppe "Science Fiction" parallel Nominierungen entgegen nehmen. Die könnte man dann auch hier sammeln. Vielleicht kann man auch dort Abstimmungen machen und dann hier zusammenrechnen. Für die Gruppe "Science Fiction" könnte ich das übernehmen, weil ich da eh Admin bin. Wer die Seite vom SFCD betreut, weiß ich nicht genau. Evt. Roger?
Ein Manko wäre jedoch, dass man nicht ausschließen kann, dass jemand mehr als einmal abstimmt.


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#15 Starcadet

Starcadet

    Hessenaut

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Geschrieben 03 May 2022 - 14:54

Genau. Der Chefadmin der SFCD-Seite bei FB ist der Murmann :bighlaugh: . Ich würde da die Gruppe vorziehen, weil Seiten bei FB ja eher eine One-Way-Geschichte fürs Verkünden von Nachrichten sind. Gruppen hingegen werden ja von FB selbst mehr als Ort des Informationsaustauschs forciert.


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#16 Bernard

Bernard

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Geschrieben 03 May 2022 - 15:05

Ich würde aus mehreren Gründen davon abraten, mehrere Abstimmungskanäle aufzumachen.

1) Wo wird dann über die Nominierungen diskutiert? Wie wird sichergestellt, dass jeder alle vorgebrachten Argumente hört? Auch, wenn sie vielleicht im Juni vorgebracht wurden, die Abstimmung aber im folgenden Februar erfolgt? Ein Diskussionsfaden organisiert sich selbst. Bei Facebook scrollt alles chronologisch weg.

2) Doppelabstimmungen.

3) Die Auszählung wird aufwendiger.

 

Das Argument, es sei eine Hürde, sich ein Login im Forum anzulegen, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Es dauert keine 5 Minuten. Wenn das ein Aufwand ist, den man nicht zu leisten bereit ist - dann ist das Interesse vielleicht wirklich zu gering, als dass die Stimme gezählt werden sollte ... Und bei FB müsste man sich ja auch in einer Gruppe registrieren lassen, was nur unwesentlich weniger aufwendig ist.

 

Ich schlage als Alternative vor, ab und zu in Facebookgruppen, aber auch in anderen Social Media, auf dieses Forum hinzuweisen - und dann hier alles zu sammeln.


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