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Neue Stimme, alte Fragen – Hallo aus dem Schatten


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18 Antworten in diesem Thema

#1 Eryx Vail

Eryx Vail

    Bambinaut

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Geschrieben 23 März 2025 - 22:44

Hallo zusammen,

mein Name ist Eryx Vail – oder besser gesagt: das ist der Name, unter dem ich schreibe, denke und gelegentlich wach liege. Ich stehe als Autor kurz vor meiner ersten Veröffentlichung im Bereich politischer Near-Future-SF, irgendwo zwischen dystopischer Eleganz, moralischem Morast und der Frage: Was, wenn nicht nur die Systeme korrupt sind, sondern auch die Menschen, die sie erschaffen und sogar selbst die mit den besten Absichten?

 

In meinem Debütroman „Die Schatten der Solaren Union“ versuche ich, die dünne Membran zwischen Idealen und Interessen aufzureißen. Es geht nicht nur um eine Naturkatastrophe auf dem Mars, sondern auch um Macht, Aufstände, Täuschung, queere Liebe und um eine Vizepräsidentin, die für ihre Ideale kämpft, nur um dabei Stück für Stück einen hohen Preis bezahlt. Die erste Leseprobe dazu gibt es am 28. April 2025.

 

Aber ich bin nicht hier, um Werbung zu machen. (Jedenfalls nicht nur :ph34r: ) Ich will mitlesen, diskutieren, mitleiden. Was mich interessiert:

  • Welche politischen Systeme funktionieren in Sci-Fi – und welche sollen nicht funktionieren?
  • Welche Erzählstimmen bleiben euch im Gedächtnis?
  • Und wo hört der Trost auf und fängt die Reibung an?

Wenn ihr Lust habt, mehr über mich oder das Buch zu erfahren, freue ich mich über Austausch. Aber genauso sehr freue ich mich auf eure Welten, Ideen und Diskussionen.

 

Bis bald, zwischen Schatten und Entscheidung,

Eryx


Bearbeitet von Eryx Vail, 23 März 2025 - 22:44.


#2 Rezensionsnerdista

Rezensionsnerdista

    Yvonne

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Geschrieben 24 März 2025 - 06:51

Herzlich Willkommen!

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#3 Stephan

Stephan

    Limonaut

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Geschrieben 24 März 2025 - 07:40

Herzlich Willkommen auch von mir.

 

Vom Phantorion Verlag habe ich ja bisher noch gar nichts gehört. Der scheint genauso neu zu sein. Sehr spannend.

 

Einzige Frage, die ich mir beim Plot (so wie er hier im Forum erst einmal steht) stelle ist: Passt eine Naturkatastrophe auf dem Mars noch zur "Near-Future"? Wenn es gleich eine ganze "Solare Union" gibt wird's vielleicht doch eher eine Space Opera? 


Mein Blog über Science Fiction: www.ostinspace.blog  :)

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#4 Eryx Vail

Eryx Vail

    Bambinaut

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Geschrieben 24 März 2025 - 10:47

Herzlich Willkommen auch von mir.

 

Vom Phantorion Verlag habe ich ja bisher noch gar nichts gehört. Der scheint genauso neu zu sein. Sehr spannend.

 

Vielen Dank für das freundliche Willkommen! Natürlich auch @Yvonne!
Ja, der Phantorion Verlag ist tatsächlich neu – ein kleiner, unabhängiger SF-Verlag (sowas traut man sich noch!) mit viel Mut für sperrigere, gesellschaftspolitische Stoffe. Ich freue mich sehr, dass mein Roman Die Schatten der Solaren Union dort sein Zuhause gefunden hat.

 

Einzige Frage, die ich mir beim Plot (so wie er hier im Forum erst einmal steht) stelle ist: Passt eine Naturkatastrophe auf dem Mars noch zur "Near-Future"? Wenn es gleich eine ganze "Solare Union" gibt wird's vielleicht doch eher eine Space Opera? 

 

Das ist eine total berechtigte Frage – und tatsächlich eine, mit der ich beim Schreiben selbst oft gerungen habe. Formal betrachtet ist Die Schatten der Solaren Union sicher kein klassisches Near-Future. Eine interplanetare Union, Terraforming, lange Reisezeiten und ein gewisses Maß an gesellschaftlicher Transformation – das geht über den üblichen Near-Future-Rahmen hinaus. Gleichzeitig ist es auch keine klassische Space Opera: Es gibt keine Schlachten zwischen Raumschiffen, keine strahlenden Helden oder technologischen Wunderlösungen. Stattdessen stehen politische Grabenkämpfe, Ideologien, systemische Ungleichheit und die schleichende Normalisierung von Hass und Populismus im Fokus.

 

Wenn ich es einordnen müsste, würde ich sagen: politische Dystopie im SF-Mantel – irgendwo zwischen The Expanse, House of Cards und Children of Men. Ereignisse, wie die Naturkatastrophe auf dem Mars sind dabei nicht nur Kulisse, sondern Auslöser für die Eskalation tief sitzender Konflikte.

 

Ich weiß, das macht es schwer, das Buch in eine Genre-Schublade zu stecken – aber vielleicht ist genau das auch Teil des Reizes. Ich wollte eine Zukunft zeigen, die fremd wirkt – aber erschreckend vertraut klingt.



#5 Rezensionsnerdista

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    Yvonne

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Geschrieben 24 März 2025 - 11:30

Vermutlich müssten wir near future definieren...

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#6 Eryx Vail

Eryx Vail

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Geschrieben 24 März 2025 - 13:19

Das ist wohl richtig ...  :aliensmile:

 

Für mich bedeutet Near-Future Science-Fiction eine Zukunft, die noch deutlich mit unserer Gegenwart verwoben ist – zeitlich, technologisch und gesellschaftlich. Es geht nicht um Warp-Antriebe, Alien-Zivilisationen oder utopische Fernwelten, sondern um plausible Entwicklungen in den nächsten Jahrzehnten oder Jahrhunderten. Near-Future greift Trends auf, die wir heute schon sehen, und denkt sie nur einen oder zwei Schritte weiter – manchmal beängstigend nah, manchmal erschreckend realistisch.

 

Im Fall meines Romans Die Schatten der Solaren Union ist das ein Stück weit ambivalent. Auf der einen Seite spielt die Geschichte in einer Welt, die bereits eine interplanetare Union hervorgebracht hat – das klingt nach „weit weg“. Auf der anderen Seite sind die Themen, Debatten und Dynamiken sehr gegenwärtig: soziale Ungleichheit, Populismus, Ideologie, politische Polarisierung, technologische Angst, Diskriminierung.

 

Ich würde den Roman daher vielleicht als „erweiterte Near-Future“ oder vielleicht besser als politische Dystopie mit Near-Future-Wurzeln bezeichnen. Die Technik mag weiter fortgeschritten sein – aber die Menschen, ihre Konflikte und ihre Ängste sind der Gegenwart erschreckend ähnlich. Und genau das macht es, aus meiner Sicht, zu einem typischen Near-Future-Gefühl – nur auf einer etwas größeren Bühne.

 

Wie würdest du denn Near-Future definieren?



#7 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 24 März 2025 - 19:00

Für mich ist Near-Future in 5 bis maximal 50 Jahren. Das was du beschreibst, passt da also eindeutig nicht hinein. Hast du den Namen des Verlages aus dem ersten Post rauseditiert oder überlese ich da was? Und gibt es sowas wie eine Verlagswebseite? Neue Verlage sind ja immer spannend.


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#8 Stephan

Stephan

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Geschrieben 24 März 2025 - 19:29

Nein, den Namen des Verlags habe ich selbst rausgesucht, aus Neugier: Phantorion Verlag :-)


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#9 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 24 März 2025 - 20:25

Danke, auf die Idee war ich gar nicht gekommen. Und Danke für den Link. Die Verlagsseite wirkt auf mich merkwürdig: keine Namen dahinter, das, was sie suchen, ziemlich beliebig formuliert, KI-Fotos und kein für mich erkennbares Verlagsprogramm, dafür gleich ein Abo, bei dem sie zwei Bücher pro Monat versprechen (ab Juni), ohne dass es ein bereits erkennbares Verlagsprogramm gibt. Aber vielleicht sind sie einfach noch sehr am Anfang und das muss sich entwickeln ...

 

Eryx, was ist denn das queere an deinem Roman? (Das interessiert mich als Person, die ebenfalls queere SF schreibt.)


Bearbeitet von Jol Rosenberg, 24 März 2025 - 20:26.

Ernsthafte Textarbeit gefällig? https://www.federteufel.de/

 

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#10 Eryx Vail

Eryx Vail

    Bambinaut

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Geschrieben 24 März 2025 - 20:53

Ich habe die Verlagswebseite nicht absichtlich rauseditiert, jedenfalls nicht bewusst. Das Cover trägt ja auch den Namen des Verlags.

 

Der Verlag ist neu und im Aufbau, das stimmt. Es ist ein neuer Ansatz im Verlagskonzept, eine Mischung aus traditionellem Verlag und moderner Digitalisierung - aber dennoch ein Publikumsverlag, also kein Zuschussverlag oder so. Es geht alles schneller und auch unkomplizierter. Als Autor muss man nichts zahlen. Und um ganz ehrlich zu sein, die Verlagswebseite ist für mich zweitrangig. Jeder Anfang ist schwer.

 

Eryx, was ist denn das queere an deinem Roman? (Das interessiert mich als Person, die ebenfalls queere SF schreibt.)

 

Danke für diese Frage und um ehrlich zu sein: Die Schatten der Solaren Union ist kein Wohlfühlroman. Das Queere ist nicht nur eine Randnotiz, sondern strukturell in den politischen Kontext des Romans eingebaut. Es gibt mehrere zentrale Figuren mit queeren Identitäten – ihre Liebesgeschichten, ihr Umgang mit gesellschaftlichem Druck und ihre Positionen im politischen Machtspiel sind integraler Bestandteil der Handlung. Besonders spannend (und vielleicht auch provokant für manche Leser:innen) ist, dass Queerness nicht nur als individuelles Merkmal der Figuren existiert, sondern zu einem gesellschaftlichen Spannungsfeld wird.

 

Die Frage, wie queere Identität instrumentalisiert, politisiert und bekämpft wird, steht dabei weniger unter dem Stern eines utopischen oder dystopischen "Queer-Sein", sondern um realistische Mechanismen von Ausgrenzung, Propaganda und Machtmissbrauch, nur eben in einem Near-Future-Setting / Science-Fiction-Setting. Die ersten Lesenden der Leseprobe sprachen von "beängstigend realistisch" und "literarischem Sprengstoff". Und genau darum geht es. Die Schatten der Solaren Union ist kein Roman, den man einmal konsumiert und ins Regal stellt. Er will diskutiert werden, er fordert Widerspruch heraus und erinnert daran, wie schnell sich Gesellschaften in eine Richtung bewegen können, die wir lieber für Science-Fiction halten würden, denn eins ist klar: Eine bessere Zukunft gibt es nur, wenn wir etwas dafür tun, nicht wenn wir einfach warten, bis sie kommt.

 

Was schreibst du selbst im Bereich queere SF? Geht es bei dir mehr in Richtung Utopie, oder beleuchtest du auch gesellschaftliche Reibungen? Würde mich interessieren!



#11 Rezensionsnerdista

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    Yvonne

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Geschrieben 25 März 2025 - 06:25

Von Jol Rosenberg gibt's schon drei Romane und etliche Kurzgeschichten


Was liest du denn selbst so an sf, das klingt ja nicht so uninteressant?

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#12 Jol Rosenberg

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Geschrieben 25 März 2025 - 09:18

Ich habe mich auch gefragt, was du denn so liest. Meine Lesevorlieben lassen sich aus meinem Blog ableiten: Ich liebe Becky Chambers und Martha Wells Murderbotreihe, aus der deutschsprachigen SF haben mich in den letzten Jahren Lena Richter, die Vögte und Kris Brynn begeistert. Ich mochte auch einiges von Sven Haupt und Maja Ilisch.

 

Unter dem, was du beschreibst, kann ich mir wenig vorstellen, allerdings finde ich es immer schwer, über Texte so zu schreiben, dass eine Vorstellung entsteht, besonders über die eigenen. Weil ich ja dazu neige, über das zu schreiben, was ich wollte, was aber für Lesende ganz anders ankommen kann.

 

Interessant finde ich, dass du mit einer Frage implizierst, dass ich entweder utopisch schreibe oder gesellschaftliche Reibungen beleuchte. Meine Antwort lautet aber: beides. Mir ist es enorm wichtig, in einer Zeit wie dieser, wo Queerness und andere "Normabweichungen" so oft als Feindbild herhalten müssen, auch über Zusammenhalt, Solidarität, Freundschaft und Verständnis zu schreiben. Trotzdem geht es in meinen Romanen und den meisten meiner Geschichten auch um Reibung; in "Das Geflecht" um Geschichte und Kolonialismus und in "Etomi" um gesellschaftliche Zurichtung und Emanzipation aus dieser. Die Queerness ist dabei meist casual, die Figuren haben Konflikte, Vorlieben und Ziele und sind zudem meist noch queer. Dazu ist es mir wichtig, die Breite meiner Welten abzubilden: es gibt also BIPoC, Menschen mit Be_hinderung, psychisch Erkrankte, Armut und eben trans, inter und nichtbinäre Personen neben allen möglichen Spielarten sexuellen Begehrens oder Nichtbegehrens. Das alles verbastele ich (hoffentlich) in lebendige Figuren und spannende, wobei meine Texte eher von der langsamen Sorte sind.

 

Dass Leser*innen das eigene Buch nicht nur lesen und vergessen, sondern drüber nachdenken, wünschen sich wohl die meisten Autor*innen. Ich auch. 

 

 

 

Der Verlag ist neu und im Aufbau, das stimmt. Es ist ein neuer Ansatz im Verlagskonzept, eine Mischung aus traditionellem Verlag und moderner Digitalisierung - aber dennoch ein Publikumsverlag, also kein Zuschussverlag oder so. Es geht alles schneller und auch unkomplizierter. 

 

Das liest sich wie auf der Verlagswebseite. Ist das dein eigener Verlag?
Ich hoffe, es ist okay, wenn ich neugierig nachfrage: Was wird denn da digitalisiert? Und was ist schneller und unkomplizierter vergleichen mit wo? Es klingt, als hättest du bei x anderen Verlagen veröffentlicht und könntest vergleichen. Ich grübele noch darüber nach, was ich gern unkomplizierter hätte als bei den Verlagen, bei denen ich veröffentlicht habe (wenn man die KGs mitzählt, sind das doch einige) und wenn für mich etwas herausfordernd ist, dann ist es, dass die Leute meist überlastet sind und Antworten mitunter lange dauern. Aber das ist ja nichts, was sich durch Digitalisierung lösen ließe, denn ich will j akeine Mails von Bots. Ich denke bei Digitalisierung sofort an automatisierte Korrektorate (hilfreich, aber ohne den menschlichen Blick ungenügend), KI-Cover (bleib mir weg!) und vielleicht gibt es auch sowas wie KI-Buchsatz (da fehlt mir jede Erfahrung). Das alles möchte ich von einem Verlag dann doch eher nicht und einen Verlag, der die Cover mit KI erstellt, möchte ich auch nicht unterstützen.


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#13 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 25 März 2025 - 09:20

Wer hat denn den Klappentext gemacht, den habe ich jetzt bei amazon mal gelesen. 


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#14 Eryx Vail

Eryx Vail

    Bambinaut

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Geschrieben 25 März 2025 - 12:27

Danke für die vielen Beiträge, ich versuche einmal zu ordnen und hoffe, ich kann alles beantworten:

 

 

Von Jol Rosenberg gibt's schon drei Romane und etliche Kurzgeschichten

 

Das habe ich mit großem Interesse gelesen, auch wenn ich seine Veröffentlichungen bisher noch nicht kenne. Diese Wissenslücke werde ich kurzfristig ausbessern  :happy:

 

 

Was liest du denn selbst so an sf, das klingt ja nicht so uninteressant?

 

Ich habe mich auch gefragt, was du denn so liest. Meine Lesevorlieben lassen sich aus meinem Blog ableiten: Ich liebe Becky Chambers und Martha Wells Murderbotreihe, aus der deutschsprachigen SF haben mich in den letzten Jahren Lena Richter, die Vögte und Kris Brynn begeistert. Ich mochte auch einiges von Sven Haupt und Maja Ilisch.

 

Ich bin gar nicht so der "klassische" Science-Fiction-Leser, insofern ist die Frage schwer zu beantworten. Natürlich habe ich Dune gelesen, natürlich habe ich viel aus dem Star-Wars-Kanon gelesen (bevor es Disney wurde), natürlich habe ich The Expanse, aber ich liebe auch sehr klassische Literatur wie Dürrenmatt, Lessin, Goethe oder Frisch, genauso wie bspw. Orwell. Meine "Lesegeschmack" ist wohl sehr schwer zu beschreiben - und vielleicht ein eigenes Buch wert!  :bighlaugh:

 

 

Unter dem, was du beschreibst, kann ich mir wenig vorstellen, allerdings finde ich es immer schwer, über Texte so zu schreiben, dass eine Vorstellung entsteht, besonders über die eigenen. Weil ich ja dazu neige, über das zu schreiben, was ich wollte, was aber für Lesende ganz anders ankommen kann.

 

Ich versuche das auch, um ehrlich zu sein, bewusst zu vermeiden, es würde eine Interpretation bedingen, die ich dem Leser nicht vorweg zu nehmen vermag. Texte, Kurzgeschichten und Romane, sie alle sind doch fast wie Wolken: Jeder sieht etwas anderes darin. Dazu rege ich auch an! Wichtig ist das Handwerk, das muss stimmen, darum habe ich mich bemüht. Ansonsten ist es jedem selbst überlassen, wie er sich gegenüber des Inhaltes platziert. Ich will nicht belehren, kein Moralapostel spielen oder Meinungsschablonen liefern - nur dazu anregen, darüber zu diskutieren und zu sprechen.

 

 

Das liest sich wie auf der Verlagswebseite. Ist das dein eigener Verlag?

Ich hoffe, es ist okay, wenn ich neugierig nachfrage: Was wird denn da digitalisiert? Und was ist schneller und unkomplizierter vergleichen mit wo? Es klingt, als hättest du bei x anderen Verlagen veröffentlicht und könntest vergleichen. Ich grübele noch darüber nach, was ich gern unkomplizierter hätte als bei den Verlagen, bei denen ich veröffentlicht habe (wenn man die KGs mitzählt, sind das doch einige) und wenn für mich etwas herausfordernd ist, dann ist es, dass die Leute meist überlastet sind und Antworten mitunter lange dauern. Aber das ist ja nichts, was sich durch Digitalisierung lösen ließe, denn ich will j akeine Mails von Bots. Ich denke bei Digitalisierung sofort an automatisierte Korrektorate (hilfreich, aber ohne den menschlichen Blick ungenügend), KI-Cover (bleib mir weg!) und vielleicht gibt es auch sowas wie KI-Buchsatz (da fehlt mir jede Erfahrung). Das alles möchte ich von einem Verlag dann doch eher nicht und einen Verlag, der die Cover mit KI erstellt, möchte ich auch nicht unterstützen.

 

Gerne so viel Fragen, wie Interesse besteht, ich versuche es nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten!

Es ist nicht mein eigener Verlag, aber ich habe durchaus auch Einblicke in die Hintergründe. Um es gleich vorwegzunehmen: Ein KI-Korrektorat funktioniert in der deutschen Sprache noch lange nicht (viel zu komplex), KI-Buchsatz ist automatisch bei InDesign mit verbaut (Silbentrennung, etc.) - die Qualität ist im Schnitt in Ordnung, aber braucht dennoch eine menschliche Korrektur - und KI-Coverdesign ist sowieso schwierig. Eventuell einzelne Elemente, okay, grade im Science-Fiction-Bereich, aber grundsätzlich - das ist aber nur meine Meinung - nehmen zu stark visualisierte Elemente dem Leser wieder die eigene Interpretationsmöglichkeit.

 

Nachdem ich jetzt gesagt habe, um was es nicht geht, kommen wir zu dem, um was es geht: Beispielsweise eine schnelle Kommunikation mit Autor:innen, verbesserte Manuskripteinreichungsmöglichkeiten, Entlastung der Lektorierenden, etc. Es sind also weniger künstlerische Eingriffe als viel mehr organisatorische Themen.

 

Wer hat denn den Klappentext gemacht, den habe ich jetzt bei amazon mal gelesen. 

 

Der Klappentext wurde gemeinsam mit dem Lektorat erarbeitet.

 

Ich hoffe, ich habe die Fragen soweit alle aufgenommen  :unsure:  Sorry, wenn ich etwas überlesen / vergessen haben sollte!


Bearbeitet von Eryx Vail, 25 März 2025 - 12:35.


#15 Rezensionsnerdista

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Geschrieben 25 März 2025 - 12:30

Klasse, danke! The Expanse habe ich auch sehr gern gelesen.

 

 

(Psst: Jol Rosenberg nutzt Neopronomen. Ich musste mir aber eben auch ergoogeln, welche, es steht ja nicht in der Signatur. Offenbar gehen ens und they/them oder eben gar keine.)


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#16 Eryx Vail

Eryx Vail

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Geschrieben 25 März 2025 - 12:37

Klasse, danke! The Expanse habe ich auch sehr gern gelesen.

 

Ein großartiges Werk, denke ich!

 

 

(Psst: Jol Rosenberg nutzt Neopronomen. Ich musste mir aber eben auch ergoogeln, welche, es steht ja nicht in der Signatur. Offenbar gehen ens und they/them oder eben gar keine.)

 

Oh, danke für den Hinweis! Ich werde diesen Wunsch nach bestem Wissen und Gewissen respektieren - Hinweisen gegenüber bin ich natürlich sehr offen, wenn mir hier in der Anwendung ein unabsichtlicher Fehler unterlaufen sollte.


Bearbeitet von Eryx Vail, 25 März 2025 - 12:38.


#17 Jol Rosenberg

Jol Rosenberg

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Geschrieben 26 März 2025 - 18:56

 

 

Ich bin gar nicht so der "klassische" Science-Fiction-Leser, insofern ist die Frage schwer zu beantworten. Natürlich habe ich Dune gelesen, natürlich habe ich viel aus dem Star-Wars-Kanon gelesen (bevor es Disney wurde), natürlich habe ich The Expanse, aber ich liebe auch sehr klassische Literatur wie Dürrenmatt, Lessin, Goethe oder Frisch, genauso wie bspw. Orwell. Meine "Lesegeschmack" ist wohl sehr schwer zu beschreiben - und vielleicht ein eigenes Buch wert!   :bighlaugh:

 

Ich bin wohl auch nicht klassisch in meinem Lesegeschmack, denn ich habe nichts davon gelesen: kein Star-Wars, kein Dune, kein The Expanse. Da musste ich erstmal googlen, was das ist (wirkt auf mich wie klassische SF). Dafür habe ich natürlich auch Dürrenmatt, Lessing, Goethe oder Frisch und Orwell inhaliert, allerdings konnten mir diese, was das Schreiben queerer Figuren angeht, nicht so viel beibringen.  :aliensmile: Aber stilistisch ist das schon teilweise enorm gut, finde ich. Und auch von der Figurentiefe.

 

Aber natürlich fällt mir auf, dass das alles alte Sachen sind. Und ausschließlich männliche Autoren (wobei ich mir da bei Star Wars nicht sicher bin, da wurde ja von sehr verschiedenen Leuten was geschrieben). Ich glaube, dass es für "neue Stimmen" schon wichtig ist, die anderen zeitgenössischen Stimmen zur Kenntnis zu nehmen. 

 

Mich solltest du übrigens nicht mit Joel Rosenberg verwechseln, der ist tot und männlich ...


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#18 Mammut

Mammut

    DerErnstFall Michael Schmidt

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Geschrieben 26 März 2025 - 19:16

Aber natürlich fällt mir auf, dass das alles alte Sachen sind. Und ausschließlich männliche Autoren (wobei ich mir da bei Star Wars nicht sicher bin, da wurde ja von sehr verschiedenen Leuten was geschrieben). 

 

Zumindest "Das Imperium schlägt zurück" hat wohl Leigh Brackett geschrieben:

Leigh Brackett – Wikipedia



#19 Eryx Vail

Eryx Vail

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Geschrieben 26 März 2025 - 21:03

Ich bin wohl auch nicht klassisch in meinem Lesegeschmack, denn ich habe nichts davon gelesen: kein Star-Wars, kein Dune, kein The Expanse. Da musste ich erstmal googlen, was das ist (wirkt auf mich wie klassische SF). Dafür habe ich natürlich auch Dürrenmatt, Lessing, Goethe oder Frisch und Orwell inhaliert, allerdings konnten mir diese, was das Schreiben queerer Figuren angeht, nicht so viel beibringen.  :aliensmile: Aber stilistisch ist das schon teilweise enorm gut, finde ich. Und auch von der Figurentiefe.

 

So habe ich das auch empfunden. Natürlich kann ich jetzt auch die Odyssee oder die Ilias von Homer nennen, die ich im griechisch Unterricht im Original gelesen und (zwangsweise) ins Deutsche übersetzt habe, oder den De bello gallico von Caesar, den ich im Lateinunterricht übersetzt habe. Im Übrigen sind queere Figuren für mich vor allem Figuren - und das meine ich sehr wertschätzend.

 

Aber natürlich fällt mir auf, dass das alles alte Sachen sind. Und ausschließlich männliche Autoren (wobei ich mir da bei Star Wars nicht sicher bin, da wurde ja von sehr verschiedenen Leuten was geschrieben). Ich glaube, dass es für "neue Stimmen" schon wichtig ist, die anderen zeitgenössischen Stimmen zur Kenntnis zu nehmen. 

 

Natürlich habe ich auch Star Wars Legends gelesen, das ist unter den Schreibenden auch beispielsweise Karen Traviss. Es stimmt natürlich, aber ich habe gar nicht auf die Geschlechter geachtet. Ich lese nicht, weil es von einer Person mit bzw. ohne Geschlecht geschrieben wurde, um ehrlich zu sein. Thomas Mann habe ich auch gelesen, hat mich auch geprägt - so nicht zu schreiben. Das sind aber wohl auch alles persönliche Befindlichkeiten.

 

Mein Autoren-Stimme, so möchte ich behaupten und anderen eine eigene Beurteilung belassen, ist kraftvoll, bildgewaltig und von einer kühlen, aber präzisen Eleganz geprägt, die politische Intrigen, emotionale Konflikte und brutale Realitäten mit einer fast theatralischen Intensität verwebt. Dabei ist es eine Kombination aus scharfen Dialogen, poetischer Symbolik und einer distanzierten, fast analytischen Perspektive, die den Figuren Tiefe gibt, ohne sie jemals sentimental zu verklären. Möge sich dennoch jeder sein eigenes Bild davon machen und bestätigen, was vorgenannt, oder verwerfen und selbst bewerten.

 

Aber natürlich fällt mir auf, dass das alles alte Sachen sind. Und ausschließlich männliche Autoren (wobei ich mir da bei Star Wars nicht sicher bin, da wurde ja von sehr verschiedenen Leuten was geschrieben). Ich glaube, dass es für "neue Stimmen" schon wichtig ist, die anderen zeitgenössischen Stimmen zur Kenntnis zu nehmen. 

 

Natürlich habe ich auch Star Wars Legends gelesen, das ist unter den Schreibenden auch beispielsweise Karen Traviss. Es stimmt natürlich, aber ich habe gar nicht auf die Geschlechter geachtet. Ich lese nicht, weil es von einer Person mit bzw. ohne Geschlecht geschrieben wurde, um ehrlich zu sein.


Bearbeitet von Eryx Vail, 26 März 2025 - 21:03.



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