Ja, sicher, dem heutigen Output von LLMs in der Belletristik merkt man trotz allem auch auf der Ebene von Ideen, Dramaturgie und Fingerspitzengefühl den generischen Ursprung an.
Im Bereich der Passion will ich einfach 100% menschliche Arbeit haben.
Das geht mir ganz genauso und ich hätte es nicht besser ausdrücken können.
Was die Nutzung von KI betrifft: Als Zeichner sind mir KIs unangenehm und bestenfalls bei der Farbwahl oder bei Tests behilflich, wenn ich z.B. eine neue Kombination versuchen oder Hintergründe testen will. Als Designer sind sie absolut nutzlos ...
Auch diese Erfahrung kann ich teilen. Ich bin ja seit langem in den Bereichen Text, Graphik und Musik kreativ unterwegs und habe die heutigen KI als Werkzeug ausgetestet. Manche können auf jeden Fall qualitativ anerkennenswerte Ergebnisse liefern, aber um eine persönliche Vision rascher und komfortabler umzusetzen sind sie für mich nicht brauchbar. Ich kenne Leute, die Stunden damit verbringen, einen ellenlangen Prompt so hinzubekommen, das er halbwegs generiert, was sie sich vorstellen. In der Zeit habe ich das zwei- bis dreimal selber erzeugt. Nützlich finde ich die KI bei der Delegation von Routine- oder Fleißarbeit, z.B. beim Inpainting, bei der Rauschunterdrückung oder bei der Recherche.
Beim Schreiben erstelle ich meist vorher ein Konzept, es sei denn, es ist ein recht kurzer Text und ich habe schon eine recht genaue Vorstellung davon, was ich am Ende haben will. Bei längeren Texten halte ich von reinem pantsing wenig, weil es meist bedeutet, dass umfangreiche Überarbeitungen drohen. Für Text könnte ich theoretisch eine KI instruieren, aber schon bei kurzen Probeläufen war der Output so weit von dem entfernt, was ich mir sprachlich vorstelle, das ich es besser gleich selber schreibe.
Bei der Musik (meist Songs) gehe ich einen ganz anderen Weg. Da ist der Ausgangspunkt oft eine Stimmung, ein Thema, und ich entwickle das am Instrument, explorativ. Wenn ich da eine KI instruieren müsste, wäre ich aufgeschmissen, weil ich etwas verbal formulieren müsste, von dem ich bestensfalls halbbewusste Regungen spüre.
Im Graphikbereich habe ich eigentlich immer eine genaue Vorstellung vom finalen Bild und auch hier ist meine Erfahrung, dass die KI selbst bei genauer Instruktion so dermaßen davon abweicht, dass ich es lieber gleich selber mache. Es fühlt sich auch besser an, selber Hand angelegt zu haben, egal wie graphisch ansprechend der KI-Output sein mag.
Vom sich explorativ heran tasten mit Hilfe einer KI halte ich wenig, weil m.E. die Gefahr viel zu groß ist, dass die KI einen durch ihren Output massiv vom eigenen Ziel ablenkt, so ein solches überhaupt vorliegt. Man kann natürlich auch stundenlang generieren, korrigieren, neu generieren lassen usw., aber erstens besteht die selbe Gefahr auch hier und zweitens ist das eine Energieverschwendung sondersgleichen.
Die Diskussion passt gerade herrlich zum Thema. Hast du auch eine Story eingereicht, Christian?
Leider nicht. Ich habe die Ausschreibung übersehen, weil ich anderweitig so beschäftigt war.
Bearbeitet von Christian Hornstein, 05 April 2026 - 09:40.