Bestes ausländisches Werk - elf nominierte Romane.
Ich habe zehn davon gelesen und finde die zehn Romane alle richtig krass gut (okay, zwei davon lese ich gerade noch, eines mit Kind, das andere ohne Kind) und das ist einfach so eine krass gute Shortlist, dass ich kaum weiß, wohin mit den Punkten, die ich vergeben darf. Ich habe mal eine Rangliste zusammengestellt, aber die kann sich noch ändern, wenn ich länger drüber nachdenke.
Becky Chambers: Und hoffentlich zu lernen ...
Ein richtig guter, runder, toller Sense-of-Wonder-Chambers, und das, obwohl es eigentlich keine neuen Ideen gibt. Keine neuartigen SF-Ideen jedenfalls, aber es ist einfach so, so gut erzählt. Ich glaube, der Roman funktioniert auch für Nicht-SF-Fans richtig gut, und könnte sie abholen. Das wäre auch ein guter Einstieg in die SF für mich gewesen. Dabei stehe ich gar nicht auf Raumfahrt-SF.
Sam Hughes: Wir haben keine Antimemetik-Abteilung
Ich bin auch sehr, sehr geflasht von dem, das ist spannend, kreativ, beängstigend originell, und ja, irgendwie auch oft einfach nur beängstigend, voller Ideen, voller krasser Plottwists, ein Roman, der sich sicher auch mehrmals zu lesen lohnt.
Naomi Kritzer: Das Jahr ohne Sonnenschein
Das wiederum habe ich mehrmals gelesen, auf Englisch und Deutsch und finde es immer wieder richtig gut. Es ist so positiv, so menschlich, und trotzdem spannend, hat einen Hauch von Bedeutsamkeit in einer schlimmen Zeit, spielt auf den Wert aller Menschen an, und das, was alle beitragen können. Wenn die Menschheit insgesamt so drauf wäre wie diese Nachbarschaft, wir hätten den Planeten längst gerettet.
Kaliane Bradley: Das Ministerium der Zeit
Das habe ich auch zweimal gelesen, einfach eine tolle Zeitreisegeschichte (und die Liebesgeschichte nervt kaum), gut durchdacht, toll recherchiert, richtig gut überlegt, wie Menschen aus der Vergangenheit sich ins Heute einfügen würden und im zweiten Teile eine Menge Plot ... fast zu viel davon. :-)
Rebecca Campbell: Arborealität
Auch das habe ich zweimal gelesen, ein toller Mosaikroman über u. a. die Bedeutung von Wissen. Hätte ich mal fünf gute Ausbildungen gemacht, statt eines Studiums und dann einem Sesselpupernerd-Job, hoffentlich kommt die Apokalypse nicht mehr zu meinen Lebzeiten, ich werde komplett nutzlos sein.
Percival Everett: Dr. No
Das macht einfach so viel Spaß. Richtig viel Spaß. Ich bin unsicher, inwiefern ich das ernst nehmen sollte, aber ja, ich war massiv unterhalten.
Ian McEwan: Was wir wissen können
Da habe ich drei Anläufe gebraucht (obwohl ich großer McEwan Fan bin seit den Neunzigern), denn der erste Teil ist etwas sperrig. Der zweite wiederum ist verdammt gut. Im ersten Teil recherchiert ein Literaturwissenschaftler aus der Zukunft, dem vermeintlich viel Quellen aus unserer jetzigen Zeit zur Verfügung stehen (Mails usw.), zum Leben eines Lyrikers und seiner Witwe. Wir erfahren so einiges aus seinen Recherchen über das Leben dieser Witwe. Der zweite Teil ist dann aus ihrer Sicht. Doch ganz interessant, was alles eben NICHT gezeigt wird in social media und privater Korrespondenz. Tolle Twists! Der zweite Teil ist supergut, aber alle SF-Ideen stecken eigentlich im ersten Teil. Strukturell super-interessanter Roman!
Neal Shusterman: All Better Now
Das habe ich einmal auf Englisch gelesen und einmal auf Deutsch vorgelesen und meine anfängliche massive Begeisterung ist nun ein bisschen weniger euphorisch. Ich hatte viel Spaß, ja, aber beim zweiten Mal nicht mehr so viel wie beim ersten Mal (während andere Werke auf der Shortlist durch erneutes Lesen eher gewonnen haben). Nichtsdestotrotz eine originelle Utopie mit einem verdammt fiesen Konflikt.
Jasper Fforde: Wie die Karnickel
Das lese ich gerade noch vor, insofern werde ich niemals vor der Deadline fertig. Es ist klasse, ja, ein super Buch über Rassismus (gegenüber Kaninchen, die durch ein Ereignis vor 50 Jahren menschlich geworden sind und sich seither vermehrt haben). Ich bin aber erst auf Seite 100. Werde sicherlich zu Ende lesen. Sprachlich auch klasse, man braucht aber viel Allgemeinbildung (mehr als eine Zehnjährige, ich muss einiges erklären).
Anton Hur: Toward Eternity
Das lese ich gerade (für mich alleine) und bin halb durch, das Buch ist kurz, ich werde also sicher noch fertig. Spannende Idee und Geschichte, ich habe aber das Gefühl, eine Menge Potenzial wird hier auch verschenkt ...
Alastair Reynolds: Das Schiff der flüsternden Träume
Das ist das einzige Buch der Shortlist, das ich nicht kenne. Hole ich auch nicht mehr nach. Mut zur Lücke.