Unter dem Titel Über den Einfluss der Fantastik auf Politik und Gesellschaft – Chancen, Risiken, Desiderata sind kürzlich fünf Forumsbeiträge in der Zeitschrift für Fantastikforschung erschienen, die aus der praktischen Perspektive von Lehrenden, Schreibenden und einem Herausgeber unterschiedliche Schneisen durch das Thema schlagen, wie es in der Einleitung so schön heißt.
Über diese Beiträge und ihre Thesen, darunter auch mein Zwischen Science und Fiction: vom Sense of Wonder zum Sense of Insight? würde ich hier gerne diskutieren. Jol Rosenbergs Essay Kann Phantastik progressiv sein, wenn sie keine Infragestellung des Status Quo beinhaltet? aus Weltenportal Nr. 6 würde ich gerne dazunehmen, sowie natürlich weitere Beiträge, die euch zum Thema einfallen. Das Forum der ZfF kann man kostenfrei lesen oder herunterladen (https://zff.openlibh...ticle/id/26819/) und das Weltenportal gibt es als PDF umsonst hier: https://weltenportal...gabe-6-09-2025/.
Jols und mein Ausgangspunkt sind jeweils die persönliche Rezeption und Auseinandersetzung mit dem SF-Genre sowie ein gewisses Unbehagen daran. Mein Unbehagen hängt stark mit der Sprachlosigkeit zwischen »den zwei Kulturen« (J.P. Snow), zwischen Science und Fiction, zusammen sowie damit einhergehend: einem unproduktiven Verhältnis zwischen modernen und postmodernen Strömungen. Ähnlich wie Jol sehe auch ich reichlich konservative SF und frage mich, inwieweit das noch zeitgemäß sein kann.
Während ich mich in Bezug auf »Desiderata« primär frage, wie die Vielfalt der Fantastik erhalten werden kann und welche Rolle Quereinsteigern dabei zukommen könnte, benennt Jol konkret die sprachlichen, dramatischen und inhaltlichen Probleme, an denen sich die Fantastik abarbeiten sollte, wenn sie progressiv, also gesellschaftsverändernd, wirken will.
Interessant?
Bearbeitet von Kai Brassel, Heute, 17:22.


