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The long walk (Todesmarsch) Stephen King Verfilmung

Richard Bachmann Stephen King Todesmarsch The long walk Dystopie

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#1 Rezensionsnerdista

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    Yvonne

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Geschrieben Heute, 09:04

Hallo zusammen,

 

Stephen Kings Roman (unter Richard Bachmann veröffentlicht) Der Todesmarsch war ja 2025 verfilmt worden und war in den Kinos. Die DVD ist nun draußen und ich habe den Film endlich auch gesehen. 

 

Das hatte nun unglaublich viel Schiefgehpotenzial, weil der Roman schon außergewöhnlich ist. Obwohl es darum geht, dass 100 Jungs (im Roman um die 16, wenn ich richtig liege, im Film sind es 50 Jungs um die 18) losmarschieren und wer zu langsam geht (es gibt drei Verwarnungen), wird erschossen, und der letzte Überlebende gewinnt, schafft es der Roman, sich trotzdem um zentrale Lebensthemen wie Freundschaft, Liebe, Verbundenheit zu drehen. Der Film hätte das leicht versauen können. Hat er aber nicht. Obwohl er leicht von der Buchhandlung abweicht (am Ende sogar mehr als nur leicht), transportiert er erfolgreich die Atmosphäre des Buchs und kriegt diese Mischung aus Beklommenheit und der beneidenswerten Kameradschaftlichkeit hin.

 

Der Regisseur konnte sich seinerzeit offenbar bei den Panem-Verfilmungen schon austoben, was das Publikum betrifft, so dass er Publikumsreaktionen aus diesem Film fast völlig herausgelassen hat. So fokussiert er nur auf die fünfzig Jungen, deren Anzahl selbstverständlich im Laufe des Films immer mehr zusammenschrumpft. Das Thema Freundschaft hängt fast sogar noch etwas höher als im Buch. Die Freundschaft und enge Verbundenheit zwischen Protagonist Ray Garraty und Pete McVries wird von den zwei Darstellern (interessanterweise ist der von Ray tatsächlich 18, während der von Pete Anfang 30 ist, was aber im Film nicht zu bemerken ist) glaubhaft und sehr eindringlich verkörpert. Auch alle anderen Darsteller (wirklich absolut alle anderen) machen ihren Job so überzeugend, dass ich teilweise vergesse, dass es nur ein Film ist. 

Die Geschichte gibt von der Kulisse und von den Special Effects nicht viel, das man machen könnte, es hängt wirklich am Drehbuch (die Dialoge!) und den Fähigkeiten der Menschen und die haben einen beängstigend guten Job gemacht. 

Das Drehbuch ist so, dass man theoretisch tatsächlich ein Bühnenstück (mit Laufbändern) draus machen könnte. Man braucht nicht viel Kulisse und auch im Film wurde auch auf "weniger ist mehr" gesetzt. Ja, das Nordamerika dieser dystopischen Zukunft sieht trostlos aus, alles ist düster, da ändert sich auch nicht viel, wenn es mal dunkel wird, mal regnet, oft die Sonne scheint. 

 

Der Darsteller von Pete McVries hat so viel Charisma, dass es kaum zu fassen ist, und das wirkt unter diesen Umständen trotzdem nicht too much oder deplatziert. Ein paar Dinge wurden anders gemacht oder gekürzt oder zwei Figuren zu einer zusammengefasst (ich habe etwas bedauert, dass die Figur im Buch, die verheiratet ist und Grippe bekommt, weggekürzt wurde und dafür jemand anderes krank wird und jemand anderes verheiratet ist, was aber eine weniger große Rolle spielt, außerdem ist die Figur des Stebbins weit weniger wichtig als im Buch). 

Vieles wurde aber auch nicht weggelassen und beeindruckend gelöst wie der Umstand, dass man, wenn man bis zu fünf Tage unterwegs ist, auch mal Stuhlgang abführen muss (und dafür sehr wenig Zeit hat, was in der Regel dazu führt, dass man das Geschäft zu Ende erledigen muss, wenn nach der dritten Verwarnung fürs Stehenbleiben schon jemand mit dem Gewehr im Anschlag neben dir steht). 

 

Ich fand den Film ziemlich toll, bin Fan, genauso wie vom Buch. Wieder mal eine Stephen-King-Verfilmung, die man nicht in den Sand gesetzt hat.

 

Viele Grüße, Yvonne


Podcast: Literatunnat

  • (Buch) gerade am lesen:meistens viele
  • • (Film) gerade gesehen: The Whale, Everything everywhere at once, Zurück in die Zukunft III



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