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Designstudien für interstellare Weltraummissionen - Liest jemand sowas?


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8 Antworten in diesem Thema

#1 gregorgross

gregorgross

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Geschrieben 09 Februar 2026 - 10:16

Es gibt Wettbewerbe fürs Design interstellarer Weltraummissionen, wie z.B. ➜ Project Hyperion

 

Ich finde solche Studien immer super cool zu lesen, quasi SciFi ohne viel Fi. Man lernt so einiges, denkt über solche Missionen nach - und vergleicht es mit dem Wissen, aus Romanen über solche Missionen, wie Aurora von Kim Stanley Robinson (Probleme im Multi-Generationen-Ship plus komplett feindliches Leben), Fiasko von Stanislaw Lem (komplett feindliches Leben und gescheiterter Erstkontakt) oder Die Angestellten von Olga Ravn (wie Governance für solche langen Missionen gründlich scheitert). Man denkt über eigenen Kurzgeschichten nach, die einzelne mögliche Probleme bei Technik und Governance in den Fokus rücken. 

 

Ich finde es wirklich sehr anregend. Liest noch jemand sowas, oder aktuelle wissenschaftliche Artikel zu z.B. Gasabbau auf Jupiter? Wo kriegt ihr das her? Könnt ihr Blogs oder Substacks oder so empfehlen?


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#2 Zeitreisender

Zeitreisender

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Geschrieben 11 Februar 2026 - 19:33

  1. WFP Extreme halte ich realistischer. Siehe dazu 2001 A Space Odyssey.
  2. Für Niven'sche/HALO'sche Ringwelten besitzen wir keine ausreichende Ressourcen.

Leider sind die Datenblätter und Zeichnungen zu klein, um überhaupt was daraus lesen zu können.



#3 Jannis

Jannis

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Geschrieben 12 Februar 2026 - 12:51

Ich finde immer wieder spannende Zukunftsprojekte bei DARPA, also der US-amerikanischen Militär-Forschung: Home | DARPA


Meistens gut gelaunt, offen für sehr viel und immer für eine angeregte Diskussion zu haben!

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#4 gregorgross

gregorgross

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Geschrieben 16 Februar 2026 - 15:37

Leider sind die Datenblätter und Zeichnungen zu klein, um überhaupt was daraus lesen zu können.

Also wenn man dem Link folgt, sind die einzelnen Preise verlinkt in Form von PDFs, die doch gut lesbar sind oft. 
➜ Link to Submission

Ich finde ja interessant, das die bei Project Hyperion über die Reise nachdenken. Aber es bleibt unklar, was dann am Ziel passiert: denn dort unterscheiden sich ja die Anforderungen an die beteiligten Menschen sehr stark von denen, die auf der Reise zu erfüllen waren. All das Wissen, das Raumschiff und die Selbstversorgung am Laufen zu halten, nützt am Ziel dann nur, wenn das Raumschiff weiter betrieben wird. Aber wo, oben im Orbit oder unten gelandet und als Baracken und Zentrale verwendet? Aber das Raumschiff sieht nicht aus, als ob es landen kann. Und von Gleitern zum Planeten runter wird auch nicht gesprochen. 

Und wenn die das Raumschiff verlassen, nützt ihnen ihr ganzes Wissen nichts mehr. Also müsste die letzte Generation anders ausgebildet werden, befürchte ich. 

Ich finde immer wieder spannende Zukunftsprojekte bei DARPA, also der US-amerikanischen Militär-Forschung: Home | DARPA

 

 

Schaue ich mir an. Danke für den Hinweis.


Bearbeitet von gregorgross, 16 Februar 2026 - 15:37.

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#5 Fermentarius

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Geschrieben 16 Februar 2026 - 20:50

Ich bin den "Links to Submission" gefolgt und habe mir die ersten beiden Einreichungen angesehen. Meine Güte, die Teams haben sich ja wirklich erstaunlich viele Gedanken gemacht. Trotzdem habe ich doch gehörige Zweifel, ob man ein so kleines Habitat 250 Jahre lang stabilisieren kann. Dabei meine ich sowohl die technische als auch die soziale Seite. Immerhin müssen mehrere Generationen damit zufrieden sein, dass sie ihr ganzes Leben im Transit verbringen müssen, nur damit ihre Urenkel irgendwann das Raumschiff verlassen können. 

 

Ich finde ja interessant, das die bei Project Hyperion über die Reise nachdenken. Aber es bleibt unklar, was dann am Ziel passiert: denn dort unterscheiden sich ja die Anforderungen an die beteiligten Menschen sehr stark von denen, die auf der Reise zu erfüllen waren. All das Wissen, das Raumschiff und die Selbstversorgung am Laufen zu halten, nützt am Ziel dann nur, wenn das Raumschiff weiter betrieben wird. Aber wo, oben im Orbit oder unten gelandet und als Baracken und Zentrale verwendet? Aber das Raumschiff sieht nicht aus, als ob es landen kann. Und von Gleitern zum Planeten runter wird auch nicht gesprochen. 

Ja, das fehlt bei den Entwürfen. Und da wäre auch noch die spannende Frage, woher die Menschen an Bord überhaupt wissen, was sie bei der Ankunft erwartet. Wie sieht der Planet Proxima Centauri b genau aus? Von der Erde aus wird man sicher schon einiges feststellen können, aber Menschen sind etwas empfindlich. was ihre Umwelt angeht. Und schließlich müsste man auch Baumaschinen und Baumaterial mitnehmen, damit die Menschen wenigstens ein erstes Habitat errichten können.

Im übrigen habe ich doch extreme Zweifel, ob es überhaupt möglich ist, eine technische Zivilisation mit so wenigen Menschen aufzubauen. Wenn man sich einmal ansieht, welche Stoffkreisläufe, welche Infrastrukturen und welches Fachwissen nötig ist, um eine moderne Zivilisation aufrecht zu erhalten, dann wird man schon mehr als 100 Millionen Menschen brauchen, um so etwas aufzubauen und zu erhalten.

 

Übrigens: Vor einigen Jahren hat es auch einen Wettbewerb für ein Marshabitat gegeben. Dabei war vorgegeben, dass die Habitate mit 3D-Druckern erzeugt werden können.

Die Ergebnisse waren äußerst phantasievoll. Hier der Link: https://www.forschun...bitate-13372595

Ob ich da wirklich wohnen möchte, weiß ich aber nicht ... 



#6 gregorgross

gregorgross

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Geschrieben 18 Februar 2026 - 10:05

Ich finde, Raumfahrt mit Menschen ist viel zu aufwändig und braucht viel zu viel Masse für Lebenserhaltung, Gesundheit, Abschirmung, Sport, Abwasser, Nahrung etc. Das fällt alles weg bei Erkundung durch Bots, die leichter sind, keine Nahrung brauchen etc. Die sollten wir scouten schicken. Das Problem mit fehlenden Materialien unterwegs liesse sich lösen, wenn man zeitgleich Frachter los schickt, die unterwegs aufgegabelt werden. Aber das alles nur mit Bots vorbereiten.

So oder so ist die Natur auf dem neuen Planeten zwangsläufig feindlich eingestellt, denn wir wären dort die Invasoren. Und Terraformen dauert nochmal ca. 3.000 Jahre und wäre auch besser durch Bots in Gang getreten und betrieben, bevor da Menschen auftauchen. Sonst wird es für die Menschen dort schnell richtig schlimm, oder anders gesagt: sinnlos.

Aber solche Überlegungen und Experimente helfen uns auch hier, autark zu werden in kleinen Kolonien. Wir könnten so die Tiefsee erforschen und auch was lernen über autarke Versorgung in Zeiten des Klimakollapses.


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#7 Fermentarius

Fermentarius

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Geschrieben 18 Februar 2026 - 21:33

Ich finde, Raumfahrt mit Menschen ist viel zu aufwändig und braucht viel zu viel Masse für Lebenserhaltung, Gesundheit, Abschirmung, Sport, Abwasser, Nahrung etc. Das fällt alles weg bei Erkundung durch Bots, die leichter sind, keine Nahrung brauchen etc. Die sollten wir scouten schicken. Das Problem mit fehlenden Materialien unterwegs liesse sich lösen, wenn man zeitgleich Frachter los schickt, die unterwegs aufgegabelt werden. Aber das alles nur mit Bots vorbereiten.

So oder so ist die Natur auf dem neuen Planeten zwangsläufig feindlich eingestellt, denn wir wären dort die Invasoren. Und Terraformen dauert nochmal ca. 3.000 Jahre und wäre auch besser durch Bots in Gang getreten und betrieben, bevor da Menschen auftauchen. Sonst wird es für die Menschen dort schnell richtig schlimm, oder anders gesagt: sinnlos.

Aber solche Überlegungen und Experimente helfen uns auch hier, autark zu werden in kleinen Kolonien. Wir könnten so die Tiefsee erforschen und auch was lernen über autarke Versorgung in Zeiten des Klimakollapses.

Wenn es nur um Wissenschaft geht, ist bemannte interstellare Raumfahrt in der Tat reichlich aufwändig. Aber man würde nicht tausend Menschen losschicken, um ein fremdes Sonnensystem ledlglich zu erforschen. Nein, es geht um das Schaffen von Kolonien, um Auswanderung, um neues Land. 

Und machen wir uns nichts vor: es wird keinen Klimakollaps geben, nur eine Verschiebung von Klimazonen oder ein extrem instabiles Klima für die Übergangszeit. Das ist für Menschen vielleicht nicht sonderlich zuträglich, aber immer noch besser als die Tiefsee.  



#8 Frank Lauenroth

Frank Lauenroth

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Geschrieben 19 Februar 2026 - 12:44

Und machen wir uns nichts vor: es wird keinen Klimakollaps geben, nur eine Verschiebung von Klimazonen oder ein extrem instabiles Klima für die Übergangszeit. Das ist für Menschen vielleicht nicht sonderlich zuträglich, aber immer noch besser als die Tiefsee.  

 

Es wird zu einem sozialen Kollaps kommen. Eine Verschiebung der Klimazonen fördert Klimaflüchtlinge. Die ehemals gemäßigten Zonen werden eine Zuwanderung ungeahnten Ausmaßes erleben. Dann folgt der Kollaps der Strukturen, die Versorgung mit dem Nötigsten wird schwieriger, der Hass wird größer, es werden Kriege folgen. 

Dahingehend machen wir uns nichts vor.


 In memoriam Michael Szameit / Christian Weis / Alfred Kruse / Rico Gehrke                                                Meine Story LADEN! ZIELEN! FEUER! im Weltenportal N°6 auf Seite 97  ->   https://weltenportal...-Webausgabe.pdf

                                                                                                                                                                           Meine Story HÖCHSTER EINSATZ AUF ROBINA 8 in der KG-Smmlung DELTER  ->  https://www.amazon.de/dp/B0F38PW9WG   <- Story komplett in der Leseprobe enthalten!


#9 Fermentarius

Fermentarius

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Geschrieben 19 Februar 2026 - 19:16

Es wird zu einem sozialen Kollaps kommen. Eine Verschiebung der Klimazonen fördert Klimaflüchtlinge. Die ehemals gemäßigten Zonen werden eine Zuwanderung ungeahnten Ausmaßes erleben. Dann folgt der Kollaps der Strukturen, die Versorgung mit dem Nötigsten wird schwieriger, der Hass wird größer, es werden Kriege folgen. 

Dahingehend machen wir uns nichts vor.

Das würde ich nicht so pessimistisch sehen. Bisher hat sich die Temperatur weltweit um ca. 1,5° C gegenüber dem Beginn des 20. Jahrhunderts erhöht, auf den Kontinenten etwas mehr als über dem Meer. Und in Europa noch etwas mehr. Hier in Deutschland haben sich die Temperaturen um etwa 2,5° C gegenüber 1900 erhöht. Dabei würde man die 40 Jahre zwischen 1880 und 1920 als Basis nehmen und die aktuelle Erhöhung von 2020 bis 2025 fortschreiben. 

Weltweit werden bis 2050 wohl ein bis eineinhalb Grad dazukommen, in Deutschland etwas mehr, insgesamt also weniger wir schon gesehen haben. Wie sehr sich die Muster der Temperaturen und Regenfälle verändern, ist immer noch ziemlich unklar. Anpassung ist in jedem Fall unvermeidlich. Es wird aber wohl nicht zu einer Massenabwanderung von Klimaflüchtlingen aus dem Tropen und Subtropen kommen. Das Problem ist nicht so sehr die Verschlechterung der Lebensbedingungen, sondern die simple Tatsache, dass sich die Ärmsten der Armen die Fahrt nach Europa oder Nordamerika nicht leisten können. Sie werden eher in ihren Dörfern bleiben, wo sie von außen mit Wasser und Lebensmitteln versorgt werden.

Zum Thema "Migration" hört man in den letzten Jahren viele aufgeregte Stimmen, findet aber nur wenig fundierte Informationen. Ich empfehle zu diesem Thema das Buch von Hein de Haas: "Migration – 22 populäre Mythen und was wirklich hinter ihnen steckt". Erschienen ist es im S. Fischer Verlag Frankfurt, 2023. Hein de Haas ist Holländer und einer der wenigen akademischen Migrationsforscher. Er hält es für unwahrscheinlich, dass sich wegen des Klimawandels viele Millionen Menschen nach Europa aufmachen. Die meisten werden, wenn sie tatsächlich ihre Dörfer und Städte verlassen, in eigenen Land bleiben.

Ein sozialer Zusammenbruch in Europa ist also eher unwahrscheinlich - jedenfalls aus diesem Grund.

Es mag andere Gründe geben. In meinem Buch "Offline: Der Kollaps der digitalen Zivilisation" habe ich auf einen weiteren kritischen Aspekt hingewiesen. Wir verlassen uns immer mehr auf das Internet und auf digitale Systeme. Aber diese Systeme setzen einen ständig funktionierenden internationalen Handel voraus. Gleichzeitig wird die Lebensdauer der Komponenten immer kürzer, so dass schon eine Unterbrechung oder Einschränkung des Handels von zwei Jahren einen Zusammenbruch des Systems bewirken kann. Und nicht zuletzt fehlt inzwischen das Geld zur Erhaltung der bereits bestehenden Infrastrukturen (Schulen, Straßen, Bahn, Strom- und Wasserleitungen). 

Kur gesagt: Das System rotiert immer schneller, gleichzeitig zerfällt die Grundlage schneller als sie repariert werden kann. Dabei sind Kriege, Pandemien oder Klimakatastrophen noch nicht einkalkuliert. Falls das tröstet: Bisher ist noch jede Zivilisation oder Hochkultur irgendwann zusammengebrochen. Die Zählung steht bei über 50.


Bearbeitet von Fermentarius, 19 Februar 2026 - 19:25.



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