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Brauch es neben Dystopien auch Utopien? Nicht, wenn sie unrealistisch sind!


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#1 head_in_the_clouds

head_in_the_clouds

    Infonaut

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Geschrieben Heute, 12:39

Utopie ist nicht Friede, Freude, Eierkuchen!

… sondern ein Ort, an dem auch Rückschläge vorkommen und als spannende Herausforderungen begrüßt werden, an dem Belastungen eher belebend als überwältigend oder schädlich wirken; eine Herausforderung, deren Bewältigung Erfolgserlebnisse verschafft und die Resilienz stärken. Diese Spannung ist ein Ausdruck nach dem Suchen eines Gleichgewichts, das um das Ziel pendelt, Harmonie zu erzeugen, die zwar nie gänzlich oder für immer erreicht wird – aber nie irgendeine Art Zwang ausübt.

Es ist auch ein Ort körperlicher und mentaler Gesundheit und Freiheit, der ein weites und sich stetig erweiterndes Spektrum an freudvollen Möglichkeiten bietet, was ein Mensch mit seiner Autonomie anfangen kann.

Aber wo ist dann der Haken?

Keine Gesellschaft, so umfassend sie auch geplant und durchdacht sein mag, keine utopische Ordnung wird für absolut jede Person eine glückliche sein. Menschen sind dafür zu verschieden. Nicht alle MÜSSEN einsehen, das diese utopische Gesellschaft, die für sie beste aller möglichen ist.

Nehmen wir an, wir gehen nach diesem Rezept vor und gründen eine solche Gemeinschaft wie oben beschrieben auf der Grundlage, die uns am ehesten geeignet erscheint, das Gedeihen in vielerlei Hinsicht, Glück und echte Zwischenmenschlichkeit zu fördern.
Wie auch immer unsere Bedingungen aussehen mögen, es wird Menschen geben, die sich dort nicht zu Hause fühlen. Sicher werden viele zufrieden sein; vielleicht sind sogar die meisten glücklich – aber einige werden es eben nicht sein. Für solche Menschen ist es unerlässlich, dass sie einen leicht zugänglichen Ausweg haben, der ihnen den Zugang zu möglichst vielen alternativen Lebenswelten und -Lebensweisen ermöglicht.

Naiv wäre es aber auch zu denken, das man an diesen Orten auch von deren Bewohnern immer willkommen ist: Ihre Utopie könnte für sie nur Sinn machen, wenn diese in einem abgeschlossenen Raum etabliert wird - ähnlich einer Burg mit einem Graben darum oder einer Insel. Dort liegt vielleicht auch schon die Saat für eine Drift ins dystopische.

Egal wie die Utopie aussieht, es muss ein EXIT existieren

Notwendige Voraussetzung für ein Utopia ist also gleichzeitig ein EXIT daraus. Zuerst klingt es paradox, was es aber nicht ist. Zwar umfasst das Angebot von Utopien eine schier unendliche Vielfalt an unterschiedlichen Gesellschaften, – aber auch und nicht zuletzt die schnelle und einfache Möglichkeit, zu jeder von ihnen zu wechseln – und ist somit der Schlüssel zu einer realistischen Utopie.
Vergesse den EXIT und es wird früher oder später zu internen Spannungen kommen, seitens derer die sich nicht berücksichtigt fühlen.


Bearbeitet von head_in_the_clouds, vor 32 Minuten.

"Why should one be afraid of something merely because it is strange?"

  • (Buch) gerade am lesen:John Sladek - Roderick oder Die Erziehung einer Maschine


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