Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass meine Kurzgeschichtensammlungen von immer weniger Lesern gekauft werden. Das mag an meinem Schreibstil liegen oder schlicht daran, dass die breite Masse inzwischen lieber zu Romanen greift. Außerdem werden kaum noch Rezensionen geschrieben, was die Sichtbarkeit der Bücher zusätzlich erschwert. In einem anderen Thread wurde mir geantwortet, dass viele Leser Sammlungen verschiedener Autoren bevorzugen, anstatt Bände von nur einer Person. Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, meine Geschichten ins englische übersetzen zu lassen und auf Amazon.com zu veröffentlichen, aber ob sich dieser finanzielle und zeitliche Aufwand wirklich lohnt, glaube ich nicht.
Außerdem haben wir Autoren kaum noch Möglichkeiten Kurzgeschichten zu veröffentlichen. EXODUS wird eingestellt. Wie es mit der c´t weitergeht ist fraglich. Kleine Verlage, die Anthologien herausbringen, gibt es kaum noch. Und so weiter. Ihr wisst das selbst.
An deinem Schreibstil kann das meiner Meinung nach nicht liegen. Du schreibst doch sehr unterhaltsam und packend. Eher so, wie die Leute auch Romane lieben und hast meist eine interessante Prämisse. Deine Stories sind keine literarischen Experimente, eigentlich genau das, was die Masse der Leser liebt. Wenn dann deine Sammlungen sich nicht verkaufen, liegt das nicht am Angebot (deine Geschichten), sondern an der Wahrnehmung. Du, und als jemand der regelmäßig auf den Nominierungslisten erscheint und Preise gewinnt, auch die Kurzgeschichtenszene, ist nicht sichtbar genug. Das wäre meine Einschätzung.
Es gibt bei Amazon die Möglichkeit der automatischen Übersetzung in die englische Sprache:
Teutonic bei Kindle Translation
Ich weiß nicht ob die was taugen. Aber unabhängig davon, Andreas schrieb in seinem Artikel, 100 Absagen im Jahr sind das mindeste, so ein geflügeltes Wort dort. Der Markt ist riesig und wenn man in D-A-CH schon ein Sichtbarkeitsproblem hat, warum sollte das im englischsprachigen Raum besser sein.
Das es kaum Veröffentlichungsmöglichkeiten gibt, halte ich für ein Gerücht. Ender hat mal aufgelistet was es alles gibt und da ist auch jenseits von pmachinery noch viel:
Deutschsprachige SF 2025 - Die Seite für Science Fiction-Literatur
Hier auch für Horror und Unheimliche Phantastik:
vpkgl2025.cgi
Im englischsprachigen Raum ist da natürlich mehr: Mehr Publikationsmöglichkeiten, aber auch mehr Autoren. Was mir bei uns auffällt, Online Veröffentlichungen sind gefühlt null angesagt.
Also das immer die gleichen ausschreiben und die gleichen veröffentlichen, Frank, scheint mir eine subjektive Wahrnehmung zu sein. Selbst bei den Kurzgeschichtennominierungen. In den letzten 5 Jahren sind 48 verschiedene Personen für den DSFP oder KLP nominiert worden.