Da fragt man sich natürlich, wie bekommt man ein größeres Lesepublikum zur Kurzgeschichte. Daher die Frage, habt ihr Ideen, wie man die Leute generell zum Lesen von phantastischen Kurzgeschichten bekommt?
Dabei geht es nicht darum, für einzelne Publikationen mehr Leser zu bekommen sondern generell eine Szene an Kurzgeschichtenleser.
Was findet ihr an der deutschsprachigen Kurzgeschichtenszene (also Leser oder Autor) jetzt schon gut und bemerkenswert?
Wenn ich mal mit der Frage anfange: In Deutschland drucken zwei Magazine regelmäßig Sci-FI Kurzgeschichten: c't und Spektrum. Beide haben hohe Auflagen. Das ist auf jeden Fall gut. Die c't hat eine verkaufte Auflage von ca. 210.000 Exemplaren und gibt eine Reichweite von mehr als 900.000 Lesern an. Spektrum verkauft 44.000 Exemplare und gibt eine Reichweite von 480.000 Lesern an. Beide zahlen für die Kurzgeschichten. Sie gehen offenbar davon aus, dass ihre Leser dieses regelmäßige Angebot zu schätzen wissen. Die Monatszeitschrift "Technology Review" hat auch eine Science-Fiction-Seite, die aber von immer dem gleichen Redakteur geschrieben wird (er macht das nicht schlecht).
Wie könnte man das jetzt in einem Erfolg für Anthologien ummünzen?
Wenn man ein größeres Publikum erreichen will, sollte man vielleicht als erstes die Zielgruppe definieren. Die Zusammensetzung der Leserschaft von c't und Spektrum wäre sicher ein guter Anfang. Informationen dazu gibt es in den Mediadaten, also den unabhängig erhobenen Daten für potenzielle Anzeigenkunden.
Die zweite Frage wäre natürlich, wie man an die Kunden herankommt. Bevor wir ihnen etwas verkaufen können, müssen sie zunächst einmal wissen, dass eine neue Anthologie erschienen ist. Ich habe bisher den wissenschaftlichen Hintergrund fast jeder meiner Kurzgeschichte auf meinem Blog besprochen und auf die Anthologie verlinkt, in der sie erschienen ist. Mein Blog ist bei SciLogs gehostet, die wiederum zu Spektrum gehören. Das ist schon mal ein Anfang. Vielleicht wäre das eine Anregung für andere Autoren?
Dann könnte man die Anthologien genau diesen Zeitschriften zur Besprechung anbieten. Die Erfolgschance ist vermutlich gering, aber wenn man das nicht anbietet, ist sie Null.
Was ist mit Anzeigen in den Magazinen? Die c't ist geradezu verboten teuer, und Anzeigen bei Spektrum sind auch nicht gerade geschenkt. Da müssten schon vierstelligen Auflagen zusätzlich verkauft werden, bis sich das lohnt.
Gibt es Autoren, die unbesehen gekauft würden? So etwa, "Oh, da ist Geschichte von xxx drin, da lohnen sich 3 Euro, 7 Euro oder 10 Euro für das E-Book auf jeden Fall."
Ich habe zwar bereits vier Stories bei Spektrum veröffentlicht, aber ich fürchte, dass die Wenigsten eine Anthologie kaufen würden, weil mein Name unter den Autoren auftaucht. Das müsste schon Andreas Eschbach sein oder ein anderer Bestsellerautor.
Was ist mit Online-Werbung? Da bin ich kein Experte. Ich weiß weder, was das kostet, noch wie man die Zielgruppen am besten eingrenzt. Vielleicht weiß da ja jemand besser bescheid?
Ich denke, das Grundproblem ist nicht unbedingt der Verkauf, sondern zunächst die Information, also: Wie erreicht man die Zielgruppe überhaupt? Erst dann wäre es sinnvoll, zu überlegen, wie man sie hält. Irgendwelche Ideen?
A penny for your thoughts!
Bearbeitet von Fermentarius, 27 April 2026 - 11:22.