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Zeitweise raus aus der SF Bubble? Wie wäre es mit einem Qualitätswestern von Pulitzer-Preisträger Larry McMurtry?

Western Pulitzer off-topic Larry McMurtry

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Eine Antwort in diesem Thema

#1 head_in_the_clouds

head_in_the_clouds

    Infonaut

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Geschrieben 02 Mai 2026 - 12:23

Larry McMurtry war der Autor von 29 Romanen, darunter der 1986 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete  Roman Lonesome Dove“. Beim Drehbuch zum Kinofilm „Brokeback Mountain“ wirkte er mit und erhielt dafür einen Oscar. Ein Schwerpunkt seines Werkes ist der amerikanische Westen im Umbruch von der zweiten Hälfte des 19. ins 20. Jahrhundert , den er mit packender Realität und unvergesslichen Charakteren zu inszenieren verstand. Er verstarb 2021.

Der bekannteste Roman ist der zweite Teil aus der „Lonesome Dove Tetralogie“ mit gleichnamigen Titel - die im übrigen abgeschlossen sind und in beliebiger Reihenfolge gelesen werden können. Der Roman wurde ins Deutsche als Weg in die Wildnis“ übersetzt.

 

Die fiktive südtexanische Siedlung Lonesome Dove ist der Kristallisationspunkt für McMurtry , für die Reihe und besonders der Roman gilt bis heute als eines der bedeutendsten Werke des modernen Western-Genres. „Lonesome Dove“ ist kein klassischer Abenteuer-Western sondern ein melancholischer Roman über Freundschaft, Vergänglichkeit und das Ende eines Mythos - dem verklärten „Wilden Westen“, den es so nie gab.

 

Gleichzeitig vollzieht McMurtry auf epischen 900 Seiten den Abgesang auf eine damals verschwindende Lebensform. Er zeigt dies an einer der gigantischen Viehtrieb-Trecks, in dem eine große Rinderherde von zwei gealterten , miteinander seit über 30 Jahren befreundeten Texas Rangern - Woodrow F. Call und Augustus “Gus” McCrae- zu den neu erschlossenen Weidegründen im Norden gebracht werden muss – der letzten „final frontier“. Call verpflichtet sich dieser Aufgabe als Kopf des Unternehmens, und ist eher stoisch, pflichtbewusst und wortkarg , Gus im Gegensatz dazu lebenslustig, ironisch und redselig. Call sieht sich tatsächlich eher als einer der „letzten echten Pioniere“ und der Erfüllung eines letzten Triumphs , McCrae sieht es eher als letztes grosses Abenteuer mit seinem Freund. Diese Spannung zwischen den Charakteren und den unterschiedlichen Motiven macht zusätzlich den Reiz des Werks aus. Dabei verfolgt McMurtry nicht nur die Storyline der beiden, sondern multiple Handlungsstränge mit einer großen Zahl von Figuren, die den Treck begleiten.

 

Dieser muss auf der mehrmonatigen Reise eine riesige räumliche Distanz von über 2500 km von Texas bis zu den Weidegründen in Montana zurücklegen. Dies entsprach dem historischen Great Western Cattle Trail. Am Ende zeigt sich aber die erhoffte Freiheit als flüchtig – das Ende der Reise markiert den Beginn des Umbruchs im amerikanischen Westen.

 

Zudem wurde „Lonesome Dove“  1989 als Fernseh-Miniserie verfilmt mit den beiden fantastischen Schauspielern Robert Duvall als Gus und Tommy Lee Jones als Call . Sie gilt als eine der besten Western-Verfilmungen überhaupt. Gerade Duvall als Gus wurde besonders gefeiert und trug viel zum Erfolg der Serie bei.

 

Brauch man mal eine Auszeit von der SF   und hat keine Berührungsängste mit epischen Erzählungen und dem Western Genre , ist dies die Empfehlung!


Bearbeitet von head_in_the_clouds, 02 Mai 2026 - 12:36.

"Why should one be afraid of something merely because it is strange?"

  • (Buch) gerade am lesen:John Sladek - Roderick oder Die Erziehung einer Maschine

#2 rapha

rapha

    Nanonaut

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Geschrieben 02 Mai 2026 - 13:54

Hast du ne Ahnung inwieweit das die filmische Mini-Serie "1883" Anleihen genommen hat? Die fand ich ja ziemlich spektakulär und intensiv. :) Klingt auf jeden Fall interessant. Wenn man in ner Zeit groß gewordenen ist, in der das US-amerikanische Kino wesentliche Narrative über den eigenen Freiheitsmythos beherrscht hat, dann sind so Werke in ihrer teilweisen brutalen Konsequenz doch sehr bereichernd. Danke für den Tipp.





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