Ich glaube, jeder, der einen Nachlass hatte oder das nur am Rande mitbekommen hat, weiß von dem Problem. Da sind nicht nur Bücher, so viele Dinge, die ehemals was gekostet haben. Bei meinem Opa, den ich nie rauchen gesehen habe, lagen päckchenweise originalverpackte Zigaretten. Ein ganzer Kasten voll mit ... Seife! Ernsthaft, große Seifen, kleine Seifen. Gute Marken und Hotelseife aus China, alles, alles, alles. Ich könnte ein Seifenmuseum eröffnen. Und es ist auch schräg, wenn man einen Besucher fragt: Brauchst du Seife?
Reseller sind halt so, dass sie was wollen, was im Trend ist. Der Bestseller von gestern ist am schlechtesten zu verkaufen. Bei Momox scannt man die ISBN ein und bekommt ein Preisangebot. Meist wird ein älteres Buch gar nicht angenommen oder es bringt 15 Cent. Um portofrei hinschicken zu können, muss man für 10 Euro Ware generieren. Außerdem werden Bücher nachträglich noch aussortiert, wenn sie beschädigt sind, dann müsste man fürs Zurückschicken zahlen oder man gibt sie halt auf. Dann gibt es noch Bookbot, da fotografiert man die Bücher und sie sagen einem, an welchen sie grundsätzlich interessiert sind. Das schickt man dann mit Versandetikett kostenfrei ein. Aber: Bücher, die zu billig verkauft werden, bringen nichts. Bücher, die länger nicht verkauft werden, werden aus dem Angebot entfernt. Es ist mir allerdings gelungen, mir was auszahlen zu lassen. Bevor man wegschmeißt, wohl eine Option.
Ich würde da trennen: Was wegkann, sollte auch weg. Freunde würde ich nicht drauf zählen, ich hab mal versucht, da zu verschenken, da kommt dann so: "Ach nö, ich geh nachher noch da und da hin, da nehm ich keine schweren Bücher mit. Heb mir das doch auf!" - Und dann ist es schwer, hart zu bleiben. Ich habe ohnehin ein Ordnungsproblem, wenn ich mich mal aufraffe, was auszumisten, dann muss es auch zeitnah weg. Ich hab das dann auch erklärt, es muss weg, damit ich Platz hab und ein wenig Ordnung einkehrt. Mit Büchern wochenlang zur Seite gelegt - da wärs besser, ich hätte die im Regal gelassen. Ich hab dann gesagt: "Nein, nimm, was du willst, ich geh mit dem Rest dann zum offenen Bücherschrank. Du siehst ja, was ich für ein Messiezimmer ich hier hab, es muss was raus!"
Lass dich auch nicht darauf ein, dass Leute stöbern kommen. Sich da was auszumachen und am Ende kauft wer ein Buch um drei Euro und hat dich den halben Abend beschäftigt, das lohnt sich nicht. Eventuell könnte sich der Verkauf von Themenpaketen über eine lokale Facebookgruppe lohnen. Also 20x Space Opera, Selbstabholung.
Bei Versand bin ich schon draufgekommen: Da ist wer Feuer und Flamme. Ein Beispiel: Jemand wollte von einem lokalen Filmfest ein Plakat, ich sollte das kaufen. Ich habe dort gefragt, wie viel das kostet, bekam es dann geschenkt. Ich wollte dann das Porto haben und dann wollte der nicht mehr. Es war reales Porto von Österreich nach Deutschland, ich kann es auch nicht billiger machen. Ich bin nicht Gott, wenn es das kostet, dann kostet das nun mal das. Aber hätte man nicht damit rechnen können? - Ich sag Dir, die Leute sind durch die Online-Shops mit kostenlosem Versand und Rückversand so bescheuert geworden, dass sie glauben, Privatleute können das auch. Als Privatperson bekommst du das nicht und auch Luftpolsterumschläge, selbst im Großhandel kommt man bei "Kleinmengen" von 100 Stück trotzdem noch auf fast 40 Cent pro nennenswert großem Umschlag, wo ein Buch reinpasst.