Rie Qudan
Tokyo Sympathy Tower
Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
Hoffmann und Campe, 2025
Die Originalausgabe erschien 2024 unter dem Titel 東京都同情塔 bei Shinchosha, Tokio.
Japan in der nahen Zukunft. Statt Kriminelle zu bestrafen, begegnet man ihnen mit Milde und Mitgefühl. So soll die renommierte Architektin Sara Machina nun ein modernes Gefängnis gestalten. Im Zentrum Tokios wird ein Luxusturm für die innovative Inhaftierung von Straftätern entstehen. Doch Sara zweifelt an dem Konzept: verdienen Verbrecher es wirklich, dass man ihnen Wohlwollen entgegenbringt? Schon der Name "Sympathy Tower" behagt ihr nicht. In ihrer kreativen Krise wendet sie sich ratsuchend an einen Chatbot, nur um festzustellen, dass auch dieser nicht frei von Ideologie antwortet.
Im Roman wird die Verwendung von Fremdwörtern und euphemistischen Begriffen zum Sinnbild dafür, wie gesellschaftliche Realitäten verschleiert werden können. Doch wirkt der Roman stellenweise eher wie ein Essay über Ethik, Architektur und Sprache.



