Schreibe einen Text der phantastischen Literatur, der nicht länger ist als 300 Wörter.
Fingerübung 13 - Flash Fiction bis 300 Wörter
#2
Geschrieben 22 Juni 2026 - 15:43
Diesmal fand sich keine Warteschlange vor dem öffentlichen Wasserspender.
Der junge Mann ließ der alten Frau den Vortritt, doch er ahnte, warum hier niemand anstand.
Sie hielt ihren Becher unter den Hahn und drückte den Knopf. Sie hörten beide ein Röcheln leerer Leitungen. Zwei, drei Tropfen fielen in ihren Becher. Sie steckte ihren Finger hinein, wischte das Nass heraus und schob den Finger in den Mund.
Sie setzte sich unter einen der letzten Bäume der Innenstadt. Er gesellte sich zu ihr.
"Weißt du noch, damals ...", begann sie mit leiser Stimme zu sprechen. "Ich glaube, es war 2026 – als wir kapierten, dass es kein Zurück mehr gibt, als es immer heißer wurde?"
"Da war ich gerade mal drei Jahre alt. Ich kann mich nicht an diesen Sommer erinnern, aber an die danach auf jeden Fall."
Die alte Frau nickte.
"Stimmt natürlich. Ich kann mich auch nur so genau an dieses Jahr erinnern, weil die Menschen damals wieder unbedingt auf den Mond zurück wollten."
Der junge Mann schickte einen wehmütigen Blick gen Himmel.
"Und nun sind wir da und auch auf dem Mars. Doch was hat es uns gebracht?"
Die Greisin folgte seinem Blick.
"Uns nichts. Aber immerhin etwas für die die paar Leute auf dem Mars", antwortete sie.
Er sah sie fragend an.
"Na, da ist es auf jeden Fall kühler", ergänzte sie und lachte leise.
Bearbeitet von Frank Lauenroth, 22 Juni 2026 - 15:44.
† In memoriam Michael Szameit / Christian Weis / Alfred Kruse / Rico Gehrke
#3
Geschrieben 22 Juni 2026 - 16:34
Schöne Pointe ![]()
#4
Geschrieben 22 Juni 2026 - 16:56
"Phantastisch, ein Paradies!" Sie wischte sich den Schweiß von der Stirn und rückte den Tropenhut wieder grade. Der Aussichtsturm auf dem Petersberg bot einen atemberaubenden Rundumblick auf die Weite der fast unendlichen Steppe vom verlassenen Halle bis hinter die Paläste von Magdeburg. Eine Antilopenherde aus dem ehemaligen Leipziger Zoo graste friedlich, bewacht von einem Dutzend langer Giraffenhälse. "Bei der Expedition werden Sie Leoparden, Strauße und Zebras sehen. Vielleicht erwischen wir ein Löwenrudel. Und in den Wasserlöchern der ausgetrockneten Saale warten Flusspferde und Krokodile. Sie werden unsere Tour nicht bereuen!" Der dunkelhäutige Tourguide versprach wohl nicht zu viel. Dank des von der Regierung organisierten Klimawandels war Sachsen-Anhalt zu einem Touristenmagneten ersten Ranges geworden. Das Volk hatte diese Verdienste anerkannt und Hoecke zum ersten Kanzler auf Lebenszeit ernannt. Leider waren die Elefanten ausgestorben, aber irgendwas ist ja immer.
#5
Geschrieben 23 Juni 2026 - 06:34
Diesmal fand sich keine Warteschlange vor dem öffentlichen Wasserspender.
Der junge Mann ließ der alten Frau den Vortritt, doch er ahnte, warum hier niemand anstand.
Sie hielt ihren Becher unter den Hahn und drückte den Knopf. Sie hörten beide ein Röcheln leerer Leitungen. Zwei, drei Tropfen fielen in ihren Becher. Sie steckte ihren Finger hinein, wischte das Nass heraus und schob den Finger in den Mund.
Sie setzte sich unter einen der letzten Bäume der Innenstadt. Er gesellte sich zu ihr.
"Weißt du noch, damals ...", begann sie mit leiser Stimme zu sprechen. "Ich glaube, es war 2026 – als wir kapierten, dass es kein Zurück mehr gibt, als es immer heißer wurde?"
"Da war ich gerade mal drei Jahre alt. Ich kann mich nicht an diesen Sommer erinnern, aber an die danach auf jeden Fall."
Die alte Frau nickte.
"Stimmt natürlich. Ich kann mich auch nur so genau an dieses Jahr erinnern, weil die Menschen damals wieder unbedingt auf den Mond zurück wollten."
Der junge Mann schickte einen wehmütigen Blick gen Himmel.
"Und nun sind wir da und auch auf dem Mars. Doch was hat es uns gebracht?"
Die Greisin folgte seinem Blick.
"Uns nichts. Aber immerhin etwas für die die paar Leute auf dem Mars", antwortete sie.
Er sah sie fragend an.
"Na, da ist es auf jeden Fall kühler", ergänzte sie und lachte leise.
"Phantastisch, ein Paradies!" Sie wischte sich den Schweiß von der Stirn und rückte den Tropenhut wieder grade. Der Aussichtsturm auf dem Petersberg bot einen atemberaubenden Rundumblick auf die Weite der fast unendlichen Steppe vom verlassenen Halle bis hinter die Paläste von Magdeburg. Eine Antilopenherde aus dem ehemaligen Leipziger Zoo graste friedlich, bewacht von einem Dutzend langer Giraffenhälse. "Bei der Expedition werden Sie Leoparden, Strauße und Zebras sehen. Vielleicht erwischen wir ein Löwenrudel. Und in den Wasserlöchern der ausgetrockneten Saale warten Flusspferde und Krokodile. Sie werden unsere Tour nicht bereuen!" Der dunkelhäutige Tourguide versprach wohl nicht zu viel. Dank des von der Regierung organisierten Klimawandels war Sachsen-Anhalt zu einem Touristenmagneten ersten Ranges geworden. Das Volk hatte diese Verdienste anerkannt und Hoecke zum ersten Kanzler auf Lebenszeit ernannt. Leider waren die Elefanten ausgestorben, aber irgendwas ist ja immer.
Euch beiden ist gerade zu warm, oder?
Gute Pointen, schön erzählt. Well done.
- • (Buch) gerade am lesen:DSFP-Nominierungen KG, "Int:Elegance", "Das Schloss im Laacher See" (M. O. Bendrin)
- • (Buch) als nächstes geplant:Irgendwas vom SuB im RuB
-
• (Buch) Neuerwerbung: "Grenzland der Liebe" (Finnische Phantastik Anthologie)
#6
Geschrieben 23 Juni 2026 - 10:32
Eine Holmes Miniatur
„Mycroft!“, war alles, was Watson, sichtlich überrascht, herausbekam, als er mir die Tür öffnete.
Ich erwiderte mit einem knappen Nicken, und bemühte mich, mir mein Schnaufen nicht allzu sehr anmerken zu lassen.
Diese verfluchten Treppen.
„Mrs Hudson scheint ausgegangen zu sein“, fuhr der Doktor fort, „aber eine Tasse Tee–“
„Ich kam nicht für Tee!“
„Nein. Natürlich nicht.“ Watson wandte sich verschämt ab. „Ich hätte Sie längst aufsuchen sollen, aber sein Tod–“
Watson verstummte, als ich geräuschvoll den glatt geschliffenen, verzierten Stein auf die Tischplatte fallen ließ.
„Ein Stück aus Tunesien, das ein gewisser Professor Jones aus Amerika auf seinen Reisen fand. Er rang mir das Versprechen ab, es anschließend an das British Museum zu geben.“
Watsons Lächeln erstarb.
„Sie wissen also um meine wahre Natur.“
„Wenn man das Unmögliche ausschließt, muss das, was übrigbleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.“ Ich lächelte grimmig. „Dafür, dass Sie meinen Bruder als Chronisten begleiteten, haben Sie ihm wohl nur wenig Gehör geschenkt.“
Watson erwiderte nichts.
„Wir wussten es beide. Sherlock …“, ich verspürte einen Stich, als ich seinen Namen laut aussprach, „… hatte viele Qualitäten, aber Vorsicht zählte leider nicht dazu.“
Der Stein vibrierte.
Die eingeritzten Symbole leuchteten auf, breiteten ihr Licht über der Tischplatte aus. Watson zuckte zurück, als hätte er sich verbrannt. Für einen kurzen Moment flimmerte seine Gestalt.
„Sie können mich nicht bannen.“
„Nein“, erwiderte ich. „Ich persönlich nicht.“
Der Stein vibrierte stärker.
Im selben Moment leuchteten die Symbole an den Wänden, Balken und auf dem Mobiliar auf. Das Apartment in der Baker Street wurde zum Käfig.
„Mein Bruder“, sagte ich leise, während ich in seinen Augen blanke Angst sah, „hatte die Angewohnheit, allein zu arbeiten.“
Ein letztes Mal zuckte der Stein.
„Ich nicht“, fügte ich hinzu, doch die Leere war inzwischen mein einziger Zuhörer.
Edit: Inkonsistenz eliminiert. Man sollte Texte echt liegen lassen.
Bearbeitet von ChristophGrimm, 23 Juni 2026 - 11:06.
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#7
Geschrieben 23 Juni 2026 - 11:58
So ganz klar ist mir die Geschichte nicht.
#8
Geschrieben 23 Juni 2026 - 12:07
Aber es war eben nur mit der Idee heruntergetippt
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#9
Geschrieben 23 Juni 2026 - 13:35
Noch was Heißes aus unserem Hitzespeicher (Büro)...viel Spaß!
Damals. als wir die Weltrettung verbockten
Es war dieser eine Kollege, der das Projekt Weltrettung verbockte.
"Nie im Leben!"
Alle zogen an einem Strang, außer ihm. Du konntest ihm hundert mal sagen, dass er das eine besser so, das andere ganz anders erledigen sollte. Er machte es garantiert nochmal anders, weil man es schon immer vollkommen anders gemacht hatte.
"Da hab ich mehr Erfahrung!"
Das Team war ultimativ genervt von dem Typen, auch weil er neuerdings seinen Schreibkram nur noch diktierte und das ganze Büro damit unterhielt.
"Bin ich schneller!"
Soweit ich mich erinnere, hat er später den World Climate Service unterstützt. Ehrlicher wäre: hineingepfuscht. Die Folge war, dass zehntausende Klimaflüchtlinge wirre Nachrichten erhielten, für die wir uns noch Jahre später entschuldigen mussten. Natürlich war es die KI, die es verbockt hatte.
"Natürlich war das die KI, die das verbockt hat!"
Die Prozessoptimierung: Alle erhielten einen Zugang zum Projekt, außer den Prozessbeteiligten. Das Passwort dafür hat er während der Sitzung geändert, aber da er nur remote teilgenommen hat, fiel erst später auf, warum unsere Kisten hier nach und nach aus der Sitzung geworfen wurden.
"Prüft mal Eure Rechner, bei mir läuft alles!"
Gut, er hat das Passwort auch weiter gegeben. Leider an die Kollegin M., die gerade im Badeurlaub in Lappland war.
"Die war doch erst weg. Oder nicht?"
Projektleiter P. meinte damals zu mir, dass der Kerl eigentlich als Saboteur eingestuft werden müsste. Aus dem Beirat hörte man, dass er ununterbrochen Mist baute, sobald er auftauchte.
Er schaffte es allerdings immer, jemand anders die Schuld dafür zuzuschieben.
"Da war doch der S. für zuständig, oder nicht?"
Es kam, wie es musste: Die Welt ging unter. Wegen uns. Und die gesamte Belegschaft war sich einig: Wer dauerhaft so unterdurchschnittliche Leistungen abliefert, müsste eigentlich entlassen werden.
Es gab nur ein Problem:
Er war der Chef.
#10
Geschrieben 23 Juni 2026 - 13:44
Hahaha! Sehr schön!
#11
Geschrieben 24 Juni 2026 - 00:35
Sorry, sind exakt 600 Wörter. Weil ich es mir falsch gemerkt habe. Aber inzwischen sind, glaube ich, 90% meiner Verleger gewohnt, dass meine Texte zu lang sind ![]()
Every week a procession wanders through the pillars and halls, every year we lead one into the cellars where we will hew the god from the certain stone. For them no walk is like the other. Different paths, different hallways, through rooms we never show or halls everyone remembers. Only the priests know where the procession will go. And this is our little trick.
Now it’s my time, my first procession to lead astray. I see usual faces, old and young, some worn, some full of hope. And old man who used to fish before the ocean ran dry. A young girl who likes to tease her brother. A husband dragged down by the weight of his secrets. A wife who knows them anyway. These are the usual pilgrims from the villages. Just some random souls who came here for guidance or repentance. Most for both.
They sing while I lead them into halls no other has ever seen. Their voices resonate with the ember-blue rock. A high pitch or a long-sustained note can make the walls glow even sparkle. So they try. And often, they succeed. It’s good that they breathe life into this place. It dissipates the doubts, in both of us.
The walls then turn more and more organic as though grown and not chiseled. Some of my followers ask if there’s a vein in the rock, others see it beating. That’s not true. Movement is just the dancing fire from their torches. But, yes, these halls are gestating.
“Stay with me”, I shout while judas-goating them deeper into increasingly labyrinthine corridors. What seemed to be organic first turns trachea-like. Tunnels shrink and grow randomly in size, rise and fall in verticality or become too narrow to be traversed. The followers start to murmur. “Stay with me”, I repeat louder.
Then comes the first scream. Someone loses their grip—a girl—and her high-pitched shriek wanders into the bowels below. A man growls. He is stuck. We have to wait. Please. He is goddamn stuck.
“Stay with me” is all he gets. I know the way. I’ve wandered it a few hundred times to memorize it perfectly. The only way to leave this earthen womb.
The others get louder before growing more silent. They cannot keep up. I am too fast for them. I hear torches fall and cries for help. Bones break and flesh bursts when they fall into their doom, lungs gasp when they get stuck, and indominable horror sounds when they find someone from an earlier procession. Or what remained of them. They will join them soon. They will crawl and gnaw, memorize and analyze, they will work together, against each other, and incredibly hard, they will do absolutely anything to escape. But they won’t.
No sperm has ever left the womb. There is only one way out.
When I come back to the surface I am greeted by the other priests—and silence. Fresh air fills my lungs and the stars shimmer a little brighter.
The oceans retreated long ago, the land has dried out and the crops can barely fight an inch from the chapped ground. Even the mice are gone and the locust turned sky. Our gods have left or died. It doesn’t matter. We need a new one. Some deity that hasn’t abandoned us yet. This is why the pilgrims are still screaming deep in the ground.
The altar of a new god isn’t built from stone and wood, gemstones and wicked carvings. It is built from the seed and blood of the innocent.
This is how gods are born.
Bearbeitet von Maxmilian Wust, 24 Juni 2026 - 01:14.
#12
Geschrieben 02 Juli 2026 - 06:59
- • (Buch) gerade am lesen:English for runaways Band 97
- • (Buch) als nächstes geplant:English for runaways Band 98
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• (Film) gerade gesehen: Arthur Rimbaud - Sechs Monate in der Hölle
-
• (Film) als nächstes geplant: Der Geschmack von Rost und Knochen
#13
Geschrieben 02 Juli 2026 - 07:24
Könnte Ärger mit der realen Firma "eyes and more" geben.
#14
Geschrieben 02 Juli 2026 - 08:41
Könnte Ärger mit der realen Firma "eyes and more" geben.
Danke für den Hinweis. Die Klage kam prompt, aber ich habe gute Anwälte. Wenn es hart auf hart kommt, kaufe ich den Laden. ![]()
- • (Buch) gerade am lesen:English for runaways Band 97
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• (Film) gerade gesehen: Arthur Rimbaud - Sechs Monate in der Hölle
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#15
Geschrieben 04 Juli 2026 - 10:44
Der große Sprung … wohin?
Etwas arbeitete im Gehirn von Dr. Brandhorst. Da war doch noch was. Die Berechnungen zu einem Zeitsprung unter Zeitdruck zu machen, ist keine besonders gute Idee. Das war ihm auch klar gewesen, aber der ungeduldige Professor Erpensieker war bei diesem Projekt immer noch ungeduldiger geworden. Es war bekannt, dass auch chinesische und US-amerikanische Forscher an Zeitreiseprojekten arbeiteten. Die größte Ehre würde natürlich derjenige einheimsen, dem es als erstem gelang, einen erfolgreichen Zeitsprung durchzuführen.
Alles war bedacht worden. Es reichte nicht, in der Zeit zurückzugehen oder nach vorne. Die Erde bewegt sich durch den Weltraum, man muss also auch den richtigen Ort berechnen.
Naheliegend war es, mit einem Sprung nach vorn zu beginnen, um Zeitparadoxa und den Schmetterlingseffekt erst einmal auszuschließen. Es waren schon ein paar Gegenstände in die Zukunft geschickt worden. Es war so berechnet, dass diese Objekte ein paar Tage später wieder auftauchten, ein paar Kilometer über der Erde. Diese Vorsichtsmaßnahme war nötig, um die Auswirkungen kleiner Berechnungsfehler zu neutralisieren. Die Objekte waren mit einem Fallschirm versehen und schwebten sicher zur Erde, wo die Forscher sie fanden.
Dr. Brandhorst fiel nun ein, was falsch war. In der Hetze hatte er die Koordinaten nicht noch einmal überprüft. Stand da vielleicht noch der Ausgangswert? Dr. Brandhorst schaute nach. Tatsächlich, da stand der Ausgangswert.
In drei Tagen würde Professor Erpensieker in die Geschichte eingehen. Aber nicht ganz so wie gedacht … Das lag am Ausgangswert. Der Professor würde als erster Mensch den Mittelpunkt der Erde erreichen. Für seinen Fallschirm hätte er dort aber keine Verwendung.
Nautron respoc lorni virch.
- • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles
#16
Geschrieben 10 Juli 2026 - 10:33
Hm, kein Feedback, aber die Geschichte ist ja auch recht konventionell, und wozu gibt’s KI, die kann man ja auch befragen. Also ändere ich die letzten beiden Absätze ein bisschen:
Dr. Brandhorst fiel nun ein, was falsch war. In der Hetze hatte er die Koordinaten nicht noch einmal überprüft. Stand da vielleicht noch der Ausgangswert für die radiale Koordinate? Dr. Brandhorst schaute nach. Tatsächlich, da stand der Ausgangswert: 0.
In drei Tagen würde Professor Erpensieker in die Geschichte eingehen. Aber nicht ganz so wie gedacht … Das lag am Ausgangswert. Der Professor würde als erster Mensch den Mittelpunkt der Erde erreichen. Für seinen Fallschirm hätte er dort allerdings keine Verwendung.
(Der Mittelpunkt fiel mir bestimmt ein, weil ich Jules-Verne-Fan bin. Und Objekte, die durch die Zeit geschickt werden und dann an Fallschirmen zu Boden schweben, kommen in W. Jeschkes Letztem Tag der Schöpfung vor.)
Nautron respoc lorni virch.
- • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles
#17
Geschrieben 10 Juli 2026 - 10:40
@stahlelefant: Die Geschichte ist ja mehr als konventionell. Die Idee der Zeitreisen gibt es mindestens seit "Die Zeitmachine" und die Idee, man reist nicht nur durch die Zeit sondern auch durch den Raum (es bewegt sich ja nicht nur der Planet, sondern auch das ganze System, die Galaxie, etc.) ist ja ein alter Hut.
Der Fehler selbst, also ein Rechenfehler, ist jetzt auch nicht so innovativ. Dass er im Mittelpunkt der Erde landet scheint eine Referenz zu Jules Verne. Also insgesamt nett und kurzweilig, aber die Frage ist, was bietet die Geschichte für einen Leser, der generell SF liest? Nicht so viel, oder?
Für meinen Geschmack zu wenig.
#18
Geschrieben 10 Juli 2026 - 10:45
Also insgesamt nett und kurzweilig, aber die Frage ist, was bietet die Geschichte für einen Leser, der generell SF liest? Nicht so viel, oder?
Für meinen Geschmack zu wenig.
Hm, schade, dann ist es wohl wirklich zu konventionell
Ich dachte, es geht in Ordnung, weil kurz und mit einer neuen Variation, d. h. Landung im Mittelpunkt … aber wer weiß, es gibt weltweit so viele Sci-Fi-Geschichten, dass vielleicht auch das nicht neu ist.
Nautron respoc lorni virch.
- • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles
#19
Geschrieben 10 Juli 2026 - 12:29
Hm, schade, dann ist es wohl wirklich zu konventionell
Ey, aber die KI fand die Geschichte gut! Na ja, eher schwacher Trost. Aber wie heißt der aktuell größte Superhit? Genau, „Du bist gut genug“, ist das nicht auch Trost, weil es eine aufrichtende Botschaft ist?
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Von den hier geposteten Geschichten finde ich die von Max Wust am besten. Den „judas goat“ kannte ich noch nicht – „to judas-goat“ ist ein schön gruseliges Verb (kleiner Nachteil allerdings: Es verortet die Geschichte, sie spielt nicht mehr an einem komplett unbestimmten Ort, was noch ein bisschen mystischer wäre. (Die Geschichte muss n. Chr. spielen und auf der Erde in einer Gegend, in der die Geschichte von Jesus und Judas bekannt ist.))
Hier noch der Link zu dem Lied
Anklicken auf eigene Gefahr
You have been warned
KITSCHKRIEG feat. BLUMENGARTEN & SHIRIN DAVID - GUT GENUG
Bearbeitet von Stahlelefant, 10 Juli 2026 - 16:17.
Nautron respoc lorni virch.
- • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles
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