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Cyberpunk: Was der heutige Postfaschismus mit den besten SF-Romanen der 1980er Jahre zu tun hat


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9 Antworten in diesem Thema

#1 Mammut

Mammut

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Geschrieben 10 Juli 2026 - 11:50

Wir leben heute schon in den Dystopien der 1980er Jahre. Manchmal muss es einem erst jemand so deutlich unter die Nase reiben, wie es die französische Politikwissenschaftlerin Asma Mhala in diesem Buch tut, das nicht grundlos „Cyberpunk“ heißt. Denn was wir heute erleben – die Verwandlung der liberalen westlichen Welt in eine Dystopie der Überwachung, der ungelösten Krisen und der demolierten Demokratie –, das kennen Leser der SF der 1980er Jahre schon. Damals sorgte eine völlig neue Science-Fiction-Welle für Aufsehen: der Cyberpunk. Und das nicht ohne Grund.

 

Cyberpunk: Was der heutige Postfaschismus mit den besten SF-Romanen der 1980er Jahre zu tun hat · Leipziger Zeitung



#2 Christian Hornstein

Christian Hornstein

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Geschrieben 10 Juli 2026 - 18:05

Wir sind noch nicht ganz da, wo der Cyberpunk uns in den 1980ern literarisch hingeführt hat, aber zuweilen wirkt der damalige übertechnisierte Hyperkapitalismus wie eine Vorlage, an der sich heutige Prädatoren orientieren.


Bearbeitet von Christian Hornstein, 10 Juli 2026 - 18:05.


#3 Mammut

Mammut

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Geschrieben 10 Juli 2026 - 18:22

Da gab es heiße Diskussionen zu im Cyberpunk Panel auf dem Metropolcon. Einer der Zuhörer hatte das Buch hier empfohlen.
Den Link zum Buch hatte Starcadet auf Facebook gepostet.

Bearbeitet von Mammut, 10 Juli 2026 - 18:23.


#4 Starcadet

Starcadet

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Geschrieben 10 Juli 2026 - 20:59

...und bei Bluesky.  :)


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#5 Stephan

Stephan

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Geschrieben 10 Juli 2026 - 21:50

Mich lässt der Artikel an einigen Stellen etwas ratlos zurück. Ich bin ja gerne (meist auch zu eifrig und zu schnell) dabei die heutigen Zustände zu verdammen und zu verteufeln, aber hier bin ich mir unsicher.

 

Der Artikel erklärt leider nicht was er unter Postfaschismus versteht, das ist schwierig, weil es ganz verschiedene Bedeutungen haben kann. In Italien ist eine postfaschistische Partei z.B. eine, die heute aktiv ist, aber ganz konkrete organisatorische Ursprünge in der Mussolini-Diktatur hat. In Deutschland sprechen viele oft vom Postfaschismus, wenn sie konkrete Zeitabschnitte aus der Zeit NACH (daher Post) 1945 meinen und dann ganz bestimmte gesellschaftliche Gefüge, personelle Kontinuitäten in Ämtern oder auch weiterhin wirkmächtige Einstellungsmuster charakterisieren wollen.

 

Wie Postfaschismus jetzt in eine Kritik der heute aktuellen Techkonzerne hineinläuft versteh ich so aus dem Text heraus nicht. Dazu kommt, das auch noch an einer Stelle zu "postfaktisch" gewechselt wird, was noch mal ein ganz anderer Schuh ist. Wenn wir die heutigen Zustände kritisieren, wären wir ja aber eher in einer Prä-Faschistischen Periode (oder je nach nach Land auf das wir gucken, vielleicht auch mitten drinn), aber nicht "Post"?

 

Ich fürchte daher ich muss erst dieses Buch lesen um zu verstehen was hier gemeint sein soll. Da bin ich auch gar nicht abgeneigt. Mal gucken ob ich das irgendwo auftreiben kann.


Mein Blog über Science Fiction: www.ostinspace.blog  :)

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#6 Zack

Zack

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Geschrieben 10 Juli 2026 - 22:16

Spannender Artikel! 

 

Ich dachte in den letzten Jahren auch öfter: aha, wir sind schon fast da, also im Cyberpunk ... noch nicht in "Neuromancer", aber schon fast in der Bridge-Trilogie. 

 

Manche Sachen sind auch ganz nice, wie mit dem Smartphone seine Pakete aus der Packstation holen, sowas war im 20. Jahrhundert auch noch Cyberpunk ;)  ... aber das Dystopische kommt leider mit, viele Entwicklungen erinnern an Cyberpunkromane - wobei der frühe Cyberpunk die Klimakrise noch nicht so auf dem Schirm hatte. Umweltverschmutzung/-zerstörung ja, aber nicht den Verlauf der Klimakrise, der damals durchaus schon absehbar war. 

 

Was ich aber insbesondere bei William Gibson immer bewundert habe bzw. immer noch bewundere: sein unglaubliches Gespür dafür, wie Menschen mit neuen Technologien umgehen, wie diese genutzt und auch missbraucht werden und wie sich Gesellschaften entwickeln. Ich hoffe, bald kommt mal der dritte Band der Jackpot-Trilogie (wo Klima eins der zentralen Themen ist, neben einer weirden Zeitreisestory).


“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)


http://www.literatopia.de

#7 FraRa

FraRa

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Geschrieben 11 Juli 2026 - 17:48

Danke für den Link! Überaus anregender Artikel, und ich stimme Vielem zu.

Möglicherweise wird aber der Tech-Elite die Macht von eben jenem Ding aus der Hand geschlagen, das sie erschaffen: künstlicher Intelligenz.

Für Freiheit-Menschenrecht-und Demokratieliebende wird dadurch allerdings nichts besser.

Das Schicksal der Zivilgesellschaft wird davon abhängen, wie weit es gelingt, sich den  Zerstörungen zu widersetzen. All zu optimistisch bin ich da im Moment leider nicht.

Vielleicht kommt aber, was die Kunst betrifft, mit den Herausforderungen auch wieder Science Fiction, die Utopien entwickelt statt lediglich Dystopien auszubreiten.



#8 Helge

Helge

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Geschrieben 11 Juli 2026 - 20:49

Ich habe die Neuromancer-Trilogie tatsächlich erst im letzten Jahr gelesen - und fand, dass sich das aus heutiger Sicht eher wie eine Utopie denn wie eine Dystopie liest.



#9 J. A. Hagen

J. A. Hagen

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Geschrieben 15 Juli 2026 - 12:07

Ich habe mir das Buch bestellt.

Danke für den Hinweis, Mammut.


Derzeit komme ich nicht viel zum Lesen, aber sobald ich mir das Buch vornehme, schreibe ich meine Meinung dazu. Sollte ich die Lektüre abbrechen, weil mir der Inhalt nicht gefällt, gebe ich ein Zwischenfazit.

 


  • (Buch) gerade am lesen:Samantha Shannon: The Priory of the Orange Tree
  • (Buch) als nächstes geplant:Batgirl Vol. 2: Knightfall descends
  • • (Buch) Neuerwerbung: Mark Waid/Chris Samnee: Black Widow
  • • (Film) gerade gesehen: Deadpool/Wolverine

#10 Mammut

Mammut

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Geschrieben 15 Juli 2026 - 14:18

Ich habe mir das Buch bestellt.

Danke für den Hinweis, Mammut.


Derzeit komme ich nicht viel zum Lesen, aber sobald ich mir das Buch vornehme, schreibe ich meine Meinung dazu. Sollte ich die Lektüre abbrechen, weil mir der Inhalt nicht gefällt, gebe ich ein Zwischenfazit.

 

Super, das wäre sehr hilfreich.




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