Mich lässt der Artikel an einigen Stellen etwas ratlos zurück. Ich bin ja gerne (meist auch zu eifrig und zu schnell) dabei die heutigen Zustände zu verdammen und zu verteufeln, aber hier bin ich mir unsicher.
Der Artikel erklärt leider nicht was er unter Postfaschismus versteht, das ist schwierig, weil es ganz verschiedene Bedeutungen haben kann. In Italien ist eine postfaschistische Partei z.B. eine, die heute aktiv ist, aber ganz konkrete organisatorische Ursprünge in der Mussolini-Diktatur hat. In Deutschland sprechen viele oft vom Postfaschismus, wenn sie konkrete Zeitabschnitte aus der Zeit NACH (daher Post) 1945 meinen und dann ganz bestimmte gesellschaftliche Gefüge, personelle Kontinuitäten in Ämtern oder auch weiterhin wirkmächtige Einstellungsmuster charakterisieren wollen.
Wie Postfaschismus jetzt in eine Kritik der heute aktuellen Techkonzerne hineinläuft versteh ich so aus dem Text heraus nicht. Dazu kommt, das auch noch an einer Stelle zu "postfaktisch" gewechselt wird, was noch mal ein ganz anderer Schuh ist. Wenn wir die heutigen Zustände kritisieren, wären wir ja aber eher in einer Prä-Faschistischen Periode (oder je nach nach Land auf das wir gucken, vielleicht auch mitten drinn), aber nicht "Post"?
Ich fürchte daher ich muss erst dieses Buch lesen um zu verstehen was hier gemeint sein soll. Da bin ich auch gar nicht abgeneigt. Mal gucken ob ich das irgendwo auftreiben kann.