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Die Zeiten überdauern


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11 Antworten in diesem Thema

#1 Mammut

Mammut

    Pot Healer

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Geschrieben Heute, 17:41

Die Schriftstellerei, gerade in der Nische, in kleinen Auflagen, da ist man nicht nur einem kleinen Kreis bekannt, sondern die begrenzte Auflage der Bücher, in denen man mit einem Text veröffentlicht ist, wird irgendwann schwer auffindbar sein.

Onlineveröffentlichungen verschwinden fast ebenso (es sei denn, man will sie verschwinden lassen  :bighlaugh: ). Raubkopierte E-Books sind zwar generell ein Ärgernis, ob die aber wenigstens in der Hinsicht brauchbar sind, darf man ebenfalls anzweifeln.

 

Also, wie seht ihr das, bezüglich der Auffindbarkeit eurer Texte im Jahr 2076 oder 2126. Findet man die noch, ist euch das egal oder versucht ihr irgendwie noch zu Lebzeiten dafür zu sorgen, und wenn ja wie, die Zeiten zu überdauern um damit unsterblich zu werden. ^_^ Oder zumindest theoretisch auffindbar.



#2 Stahlelefant

Stahlelefant

    Infonaut

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Geschrieben Heute, 17:56

Man könnte ein Exemplar an die DNB schicken.


Nautron respoc lorni virch.

  • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles

#3 Ulrich

Ulrich

    Temponaut

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Geschrieben Heute, 18:02

Bücher als Pflichtexemplare an die Landesbibliothek und (wie bereits erwähnt) an die Deutsche Nationalbibliothek (DNB).

#4 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben Heute, 18:03

Wie es sich gehört, wandern zwei Exemplare einer neuen „Weltenportal“-Ausgabe zur DNB. Zusätzlich schicke ich ein Exemplar an das Deutsche Literaturarchiv Marbach. (Die haben tatsächlich von sich aus angefragt).
Theoretisch könnte auch die Phantastische Bibliothek ein kostenloses Exemplar erhalten, aber da ignoriert man mich aus unerfindlichen Gründen …
Einem weiteren Archivprojekt, wenn es mich überzeugt, wäre ich auch nicht abgeneigt.

Generell mache ich mir um mein publizistisches und literarisches Nachleben keine Gedanken. Sollte ich etwas von Bedeutung schaffen - und wir diesen Planeten über die nächsten Jahrzehnte hinaus für uns lebensfreundlich erhalten können - wird es schon irgendjemand wieder veröffentlichen.
SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com
  • (Buch) gerade am lesen:"Die Haarteppichknüpfer" (Andreas Eschbach) (Reread)
  • (Buch) als nächstes geplant:"Der Tempel am Ende der Zeit" (Sven Haupt), "Stille Erde" (Hans Jürgen Kugler)

#5 Stahlelefant

Stahlelefant

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Geschrieben Heute, 18:11

Die Flash-Fiction-Geschichten von neulich sind im Internet Archive gespeichert https://web.archive....bis-300-wörter/

Wenn das ewig hält, dann halten auch die Geschichten ewig :)


Nautron respoc lorni virch.

  • (Buch) gerade am lesen:Ray Bradbury: The Martian Chronicles

#6 Mammut

Mammut

    Pot Healer

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Geschrieben Heute, 18:13

Generell mache ich mir um mein publizistisches und literarisches Nachleben keine Gedanken. Sollte ich etwas von Bedeutung schaffen - und wir diesen Planeten über die nächsten Jahrzehnte hinaus für uns lebensfreundlich erhalten können - wird es schon irgendjemand wieder veröffentlichen.

 

Dafür muss er den Text ja erstmal entdecken. Ob die Person da auf die von dir genannten Bibliotheken zurück greift?


Bearbeitet von Mammut, Heute, 18:16.


#7 Mammut

Mammut

    Pot Healer

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Geschrieben Heute, 18:20

Die Flash-Fiction-Geschichten von neulich sind im Internet Archive gespeichert https://web.archive....bis-300-wörter/

Wenn das ewig hält, dann halten auch die Geschichten ewig :)

 

Das Horror-Forum z-B. ist weg und nicht mehr findbar. Wer weiß wie das in 50 Jahren mit dem Scifinet ist.



#8 Fermentarius

Fermentarius

    Cybernaut

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Geschrieben Heute, 18:42

Irgendjemand meinte mal, dass unsere Zeit für spätere Historiker als dunkles Zeitalter gelten könnte, ein Zeitalter, aus dem kaum Dokumente oder Schriften überliefert sind. Verglichen mit Steintafeln, ägyptischen Papyri und selbst alten Büchern halten digitale Speicher nicht besonders lange. Wer noch zwanzig alte Archive auf Disketten hat, wird schon jetzt Probleme haben, sie umzukopieren. Alte Musik-CDs sind jetzt schon teilweise unbrauchbar. Wer vor 20 Jahren Videos gedreht hat, sollte sie bald umkopieren, denn weder die Magnetisierung noch das Material halten ewig. Es gibt ein Museum für Computerspiele, das nicht nur die Spiele sondern auch die Hardware archivieren muss. Manche Spiele laufen einfach nur auf dem Commodore 64 oder dem Atari 260. 

Sollte die Zivilisation irgendwann mal zusammenbrechen, und sich erst nach 100 Jahren berappeln, dann sich fast alle digital gespeicherten Inhalte zerfallen, abgesehen von der Frage, ob man die Speicherformate noch rekonstruieren kann. Also: Man möge sich keine Sorgen um die Unsterblichkeit der Literatur machen: sie ist unweigerlich zum Vergessen verurteilt. Selbst von den Werken der griechischen und römischen Antike sind mehr als 99 Prozent verschwunden. in der deutschen Wikipedia gibt es einen sehr lesenswerten Artikel dazu. In meinem Buch "Offline! - Der Kollaps der globalen digitalen Zivilisation" habe ich das Thema auch sehr ausführlich und detailliert behandelt. 


  • (Buch) gerade am lesen:wechselt ständig

#9 Stephan

Stephan

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Geschrieben Heute, 18:44

"Überdauern" sollte vielleicht nicht nur aus der Perspektive der Autorin/in sondern auch andersherum, von den Lesern her betrachtet werden.

Für normalsterbliche
Leser*innen sind die Pflichtausgaben in DNB oder Landesbibliotheken ja eher keine Option. Das ist eher was für Studierende, Forscher oder Journalist/innen, die mehr Energie aufwenden.

Die wichtigen Exemplare sind die in den regulären Bibliotheken und die verschwinden leider über kurz oder lang. Entweder geht das Exemplar kaputt oder die Bibliothek wird aufgelöst.

In meinem Sammelgebiet seh ich das Problem als sehr gravierend an. Die ostdeutschen Scifi-Autoren hat vor der Wende riesige Auflagen. Das Zeug gibts heute für geringe Eurobeträge im Antiquariat oder kostenlos im Bücherschrank.

Aber einige wenige Autor*innen haben in den 90ern und 2000ern in winzigen Miniauflagen, entweder im Selbstverlag oder in kleinsten Fanverlagen ihre Bücher weiter veröffentlicht. Diese Dinger sind heute leider fast nirgendwo zu bekommen. Mit Glück hat irgendwo irgendwer einen Stapel Restexemplare aber eigentlich sibd die Titel komplett verschwunden. Print on demand gab es damals noch nicht. Und eBooks auch nicht.

Von daher bin ich total froh, wenn doch mal wer irgendwo ein E-Book in einem Shop einstellt. Denn der Interessentenkreis dürfte super klein sein, Print würde sich in keinem Fall lohnen.

Oft stellen die Leute ihre Aktivitäten dann auch ein und sind nicht mehr erreichbar. Da ist so ein Amazon-E-Book manchmal die letzte Chance.

Mein Blog über Science Fiction: www.ostinspace.blog  :)

  • (Buch) gerade am lesen:"Mythen, Monster und Manien" von Ian Watson
  • (Buch) als nächstes geplant:"ZOI" von Jane Mondrup
  • • (Buch) Neuerwerbung: "Athos 2643" von Nils Westerboer

#10 ChristophGrimm

ChristophGrimm

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Geschrieben Heute, 19:05

Dafür muss er den Text ja erstmal entdecken. Ob die Person da auf die von dir genannten Bibliotheken zurück greift?


Vermutlich nicht, wenn es nicht gerade zu Recherchezwecken für ein Projekt wäre.
Es gibt da eine Seite, auf der zig uralte Fanzines als Scans vorliegen - das würde ich nach einer gewissen Zeit für „Weltenportal“ in Betracht ziehen. (Wobei ich hier auch die rechtliche Situation kritisch betrachte. Ich bezweifle stark, dass jeder und jede, dessen Schriften öffentlich zugänglich gemacht wurden, gemeinfrei ist oder das Einverständnis gab. Es stört sich wohl nur niemand daran - oder alle Beteiligten der alten Zines sind bereits verstorben und die Nachkommen wissen nichts davon.).

Meine „Lösung“, wenn einem das literarische Nachleben wichtig ist, wäre die Streuung, also bspw. bei Romanen und KG noch zu Lebzeiten für Wiederveröffentlichungen zu sorgen, den Text online zu stellen, als andere Kunstform (Hörbuch, Comic, Film) adaptieren lassen usw. usf.

Um mal ein schönes Beispiel zu bringen. Yvonne hat mit „Nano Godt“ den KLP abgeräumt - das ist vermutlich alleine schon aus diesem Grund der derzeit „wichtigste“ Text, der erhalten werden sollte. Nach aktuellem Stand liegt dieser Text aber nur rund 250 Mal in gedruckter Form vor - nämlich im fast ausverkauften „Weltenportal Nr. 6“ und der „Weltenportal Vol. I“ Anthologie.
Gerade wegen den geringen Auflagen blockiere ich ja keinen Text, sondern - bitte - nur darum, einer Ausgabe ein bisschen Zeit zu geben, bevor der Text wieder an anderer Stelle erscheint.
SF/Fantasy-Literaturzeitschrift: https://weltenportalmagazin.de | SF hautnah: https://eridanusverlag.de | Meine Welt der Worte: https://christophgrimm.com
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#11 Mammut

Mammut

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Geschrieben vor 35 Minuten

Aber einige wenige Autor*innen haben in den 90ern und 2000ern in winzigen Miniauflagen, entweder im Selbstverlag oder in kleinsten Fanverlagen ihre Bücher weiter veröffentlicht. Diese Dinger sind heute leider fast nirgendwo zu bekommen. Mit Glück hat irgendwo irgendwer einen Stapel Restexemplare aber eigentlich sibd die Titel komplett verschwunden. Print on demand gab es damals noch nicht. Und eBooks auch nicht.

 

Ja, das Problem kenne ich auch. Selbst in den 10er Jahren sind Bücher erschienen, die man heute beim besten Willen nicht mehr auftreibt. Es braucht schon eine Fanbase, damit auch kleine Auflagen zumindest noch existent sind. Die bewahren die Exemplare oft, allerdings ist die Frage, was nach dem Ableben des jeweiligen Fan mit der Sammlung passiert. Und als Autor muss man ja erstmal in so ein Sammelgebiet fallen. 

Ich stell mir vor, jemandem fällt eine alte Ausgabe der AN oder phantastisch! in die Hand und er findet da eine Rezension, aber das Buch lässt sich nicht auffinden.


Um mal ein schönes Beispiel zu bringen. Yvonne hat mit „Nano Godt“ den KLP abgeräumt - das ist vermutlich alleine schon aus diesem Grund der derzeit „wichtigste“ Text, der erhalten werden sollte. Nach aktuellem Stand liegt dieser Text aber nur rund 250 Mal in gedruckter Form vor - nämlich im fast ausverkauften „Weltenportal Nr. 6“ und der „Weltenportal Vol. I“ Anthologie.
Gerade wegen den geringen Auflagen blockiere ich ja keinen Text, sondern - bitte - nur darum, einer Ausgabe ein bisschen Zeit zu geben, bevor der Text wieder an anderer Stelle erscheint.

 

Interessanterweise schließen viele Hrsg. schon veröffentlichte Texte aus. Denke, der Drang nach der Originalveröffentlichung ist beim Kunden doch stärker vorhanden als man es erwarten würde. Obwohl der potenzielle Leser die Geschichte eventuell gar nicht kennt.

 

Ich hatte 2011 viele meiner Texte dank kdp/Create Space in eigenen Sammlungen herausgegeben, auch aus dem Grund. Und bei "Samen der Veränderung" hatte ich schon überlegt, wie ich die rette, aber für den Moment hast du das ja in die Hand genommen.


Bearbeitet von Mammut, vor 28 Minuten.


#12 Mammut

Mammut

    Pot Healer

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Geschrieben vor 7 Minuten

Irgendjemand meinte mal, dass unsere Zeit für spätere Historiker als dunkles Zeitalter gelten könnte, ein Zeitalter, aus dem kaum Dokumente oder Schriften überliefert sind. Verglichen mit Steintafeln, ägyptischen Papyri und selbst alten Büchern halten digitale Speicher nicht besonders lange. Wer noch zwanzig alte Archive auf Disketten hat, wird schon jetzt Probleme haben, sie umzukopieren. Alte Musik-CDs sind jetzt schon teilweise unbrauchbar. Wer vor 20 Jahren Videos gedreht hat, sollte sie bald umkopieren, denn weder die Magnetisierung noch das Material halten ewig. Es gibt ein Museum für Computerspiele, das nicht nur die Spiele sondern auch die Hardware archivieren muss. Manche Spiele laufen einfach nur auf dem Commodore 64 oder dem Atari 260. 

Sollte die Zivilisation irgendwann mal zusammenbrechen, und sich erst nach 100 Jahren berappeln, dann sich fast alle digital gespeicherten Inhalte zerfallen, abgesehen von der Frage, ob man die Speicherformate noch rekonstruieren kann. Also: Man möge sich keine Sorgen um die Unsterblichkeit der Literatur machen: sie ist unweigerlich zum Vergessen verurteilt. Selbst von den Werken der griechischen und römischen Antike sind mehr als 99 Prozent verschwunden. in der deutschen Wikipedia gibt es einen sehr lesenswerten Artikel dazu. In meinem Buch "Offline! - Der Kollaps der globalen digitalen Zivilisation" habe ich das Thema auch sehr ausführlich und detailliert behandelt. 

 

Ich habe mal recherchiert. Ich finde diese Beispiele sind schon beeindruckend für langlebige Literatur:

1. Der erste Roman der Weltgeschichte (Weltweit): Genji Monogatari (Die Geschichte vom Prinzen Genji)

  • Entstehungszeit: Anfang des 11. Jahrhunderts (ca. 1008–1021 n. Chr.)

  • Autorin: Murasaki Shikibu (Japan)

  • Status: Das Werk gilt weltweit als erster moderner Prosa-Roman überhaupt. Seit über 1.000 Jahren wurde die Erzählung zunächst als Handschrift kopiert und vervielfältigt, später im Blockdruck verlegt und ist seitdem ununterbrochen auf dem japanischen sowie internationalen Buchmarkt erhältlich.

2. Der älteste ununterbrochen gedruckte moderne Roman: Don Quijote

  • Entstehungszeit: 1605 (Teil 1) / 1615 (Teil 2)

  • Autor: Miguel de Cervantes (Spanien)

  • Status: Misst man den Beginn des klassischen westlichen Buchmarktes ab der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, hält Don Quijote den Rekord. Der Text gilt als Begründer des modernen europäischen Romans und ist seit seinem ersten Erscheinen im Jahr 1605 ununterbrochen in Auflegungsreihen, Nachdrucken und Übersetzungen auf dem Markt vertreten.

3. Antike Fiktion, Epen und Fabeln (Vorformate des Romans)

Löst man sich vom Begriff des Romans und fasst den Begriff der Belletristik/Fiktion weiter (Epen und erzählende Dichtung), gibt es noch ältere Werke, die nie aus dem kulturellen Gedächtnis und der Abschrift- bzw. Drucktradition verschwunden sind:

  • Epen von Homer (Ilias und Odyssee): Entstanden im 8. Jahrhundert v. Chr. Sie wurden über zwei Jahrtausende handschriftlich überliefert und gehören seit den ersten Druckausgaben im 15. Jahrhundert (Inkunabeln) zu den ununterbrochen aufgelegten Klassikern der Weltliteratur.

  • Äsops Fabeln: Entstanden im 6. Jahrhundert v. Chr. als fiktionale Erzählungen und Fabeln, die seit der Antike ununterbrochen gesammelt, übersetzt und neu gedruckt werden.




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