Zum Inhalt wechseln


Foto

Science Fiction vs. Phantastik


  • Bitte melde dich an um zu Antworten
2 Antworten in diesem Thema

#1 Mammut

Mammut

    Pot Healer

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 10.012 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben Heute, 14:18

In D-A-CH scheint die Sache klar. Die Leute begeistern sich für Science Fiction oder Fantasy oder Horror.

Oder nicht? Ist die Offenheit da, nicht nur das ureigenste Genre zu lesen, sondern auch Artverwandtes?

 

Hugo Gernsback ist ja bekannt vor allem als Namensgeber für den Hugo Award und auch dort werden alle Werke der Phantastik berücksichtigt.

 

Gernsback hat ja das Magazin Amazing Stories herausgebracht, das hat Matthias Käther im Details betrachtet:

Zauberspiegel-Online - Amazing Pulps Teil 1: Das erste SF-Magazin der Welt. Hugo Gernsbacks - Amazing (1926-29)

 

Hier mal interessante Zitate aus dem Artikel:

Amazing Stories durchlief zwischen 1926 und 1965 nicht weniger als sieben z.t. radikal unterschiedliche Phasen. Das ist nichts Ungewöhnliches für ein so langlebiges SF-Periodikum.  Doch erstaunlicherweise gab es auch Kontinuitäten. Amazing war und blieb 40 Jahre lang immer ein Blatt für diejenigen, die vor allem eins in der SF suchten – Entertainment und Spannung. Abgesehen von kurzen Phasen, in denen mechanistische oder okkultistische Denkrichtungen die Überhand hatten, versuchte Amazing, sein Publikum nicht zu belehren, sondern zu unterhalten. Meist schrammte Amazing dabei am Rand des Abgrunds. Ein Umstand, der mir diese Zeitschrift nur umso sympathischer macht...

 

Auch wenn viele dieser Storys etwas formelhaft wirken, so sind doch wirklich originelle Exemplare darunter. Und Gernsback war kein bornierter Herausgeber! Seine Offenheit für Fantasy und Horror ließen ihn Geschichten akzeptieren, die heute im Umfeld des sonst oft etwas technisch-verspielten Materials fast befremdlich anmuten – befremdlich, aber auch erfrischend, denn sie bringen Abwechslung in die Zeitschriften. Gernsback veröffentlichte Geschichten von zwei radikalen Vertretern der Science-Fantasy (ein junges Genre, das SF und Fantasy vermischte), zum einen den Tarzan-Schöpfer Edgar Rice Borroughs und dann seinen nicht minder phantasievollen Eleven Otis Adalbert Kline. 

 

 

Was sind eure Vorlieben?


Bearbeitet von Mammut, Heute, 14:19.


#2 rostig

rostig

    Temponaut

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.586 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben Heute, 14:42

Ich lese grade von Ina Elbracht "Mollusca Obscura", eine Story im Lovecraft-Universum des Blitz-Verlags. Elbracht ist für mich eine der besten Fantastikautorinnen.Mit Pentimenti, Der Froschbarbar und Klunga hat sie extrem unterschiedliche Werke phantastischer Literatur veröffentlicht. Und ist sie bekannt? Wohl eher nicht. Diversität erschafft kein Fandom und ist daher wohl nicht gut für einen Autor, oder?



#3 Mammut

Mammut

    Pot Healer

  • Mitglieder
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 10.012 Beiträge
  • Geschlecht:männlich

Geschrieben Heute, 15:09

Ich lese grade von Ina Elbracht "Mollusca Obscura", eine Story im Lovecraft-Universum des Blitz-Verlags. Elbracht ist für mich eine der besten Fantastikautorinnen.Mit Pentimenti, Der Froschbarbar und Klunga hat sie extrem unterschiedliche Werke phantastischer Literatur veröffentlicht. Und ist sie bekannt? Wohl eher nicht. Diversität erschafft kein Fandom und ist daher wohl nicht gut für einen Autor, oder?

 

Klub Tropikal hast du in deiner Aufzählung vergessen, ist auch großartig:

Ina Elbracht - Klub Tropikal

 

Ina war auch in Zwielicht vertreten. Escape Room (Zwielicht 14) war typisch Horror, Monsieur Ortolan (Zwielicht 19) ein Psychokrimi ohne übersinnliche Elemente und Mein wunderschöner Supermarkt (Zwielicht 20) eine erstklassige SF-KI Geschichte. Letztere hat gefühlt außer mir keinem gefallen. :bigcry:

Aber im Ernst: Ich finde auch, das ist eine ganz außerordentliche Autorin, mit einer unfassbaren Bandbreite, ohne sich dabei selbst zu verleugnen (ist eigentlich alles Ina, das erkennt man wenn man es liest).

Ob du dann aber auf dem Markt erfolgreich bist oder erfolgreich aufgenommen wirst, ist dabei eine andere Sache. Schau mal. Karla Schmidt ist auch so ein Phänomen. Zwei Romane bei Piper, Liebesroman unter Pseudonym und DSFP Gewinnerin für eine bemerkenswerte SF Kurzgeschichte.

 

Ja, es wirkt so, als wäre es besser, sich in einer schmuddeligen Ecke bequem zu machen. Aber ob du unter dem Strich erfolgreicher bist, wenn du nur ein Genre beackerst darf zumindest bezweifelt werden.

 

Man sollte eher fragen: Was können wir als Liebhaber toller Geschichten machen, dass solch außergewöhnliche Autoren mehr beachtet werden. Ich bin da aber auch ratlos. Der Markt (also die breitere Masse) will vielleicht auch nichts Außergewöhnliches.




Besucher die dieses Thema lesen: 1

Mitglieder: 0, Gäste: 1, unsichtbare Mitglieder: 0