Flops in der SF-Literatur 2004
#1
Geschrieben 22 Dezember 2004 - 11:05
(Georg Christoph Lichtenberg)
#2
Geschrieben 22 Dezember 2004 - 19:05
#3
Geschrieben 23 Dezember 2004 - 10:15
Stimmt, man hätte noch die Endzeitingenieure nominieren können. Das mit dem Eschbach ist echt witzig.Andreas Eschbach sowohl in Flops und die Besten 2004? Das wird interessant. Diese Kategorie habe ich übersehen, denn ich hätte einen weiteren Flop-Nominierungsvorschlag gehabt. Abstimmen werde ich nicht, weil ich die meisten Bücher nicht gelesen habe. Und Der letzte seiner Art halte ich nicht gerafe für einen Flop. Aber das macht nichts, ist überhaupt faszinierend zu sehen, wie das Endergebnis aussieht.
#4
Geschrieben 24 Dezember 2004 - 17:54
I have loved the stars too fondly to be fearful of the night.
(Sarah Williams: The Old Astronomer To His Pupil)
#5
Geschrieben 24 Dezember 2004 - 18:19
(Georg Christoph Lichtenberg)
#6
Geschrieben 28 Dezember 2004 - 12:22
SHINING
#7
Geschrieben 28 Dezember 2004 - 13:50
Ich vermisse bei den Flops da so n komischen Verlag, wo wir dieses Jahr, glaube ich
,nen Thread drüber hatten.
(Georg Christoph Lichtenberg)
#8
Geschrieben 28 Dezember 2004 - 17:50
#9
Geschrieben 28 Dezember 2004 - 20:20
Waren wir uns nicht auch schon einmal über Greg Bears "Heimat Mars" (OT: Moving Mars) uneins?Ich habe Deinen Beitrag im SF-Fan Forum gelesen. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so unterschiedlicher Meinung sein könnten. http://www.scifinet....tyle_emoticons/default/huh.png
I have loved the stars too fondly to be fearful of the night.
(Sarah Williams: The Old Astronomer To His Pupil)
#10
Geschrieben 28 Dezember 2004 - 21:09
guckst du hier: http://www.zdf.de/ZD...2181735,FF.html gruß -TFA-hat da wer nen link für die ganze zdf liste? würde mich interessieren.
#11
Geschrieben 29 Dezember 2004 - 17:32
#13
Geschrieben 29 Dezember 2004 - 20:01
Das deckt sich 100%ig mit meiner Vermutung darüber, wie die Ergebnisse solcher Toplisten zu erklären sind. Sicher, manche mögen in Schulzeiten Bücher kennengelernt haben, die sich als Lieblinge hielten, aber das ist eher unwahrscheinlich: Lesemuffel hassen den Schullesestoff und bei motivierten Lesern werden die Eindrücke der Pflichtliteratur schnell durch neuere überschrieben. Und ja, manche Vielleser bewahren sich die Zuneigung zu Klassikern. Ich schätze Goethes "Faust" seit Schulzeiten. Aber als mein Lieblingsbuch würde ich das Werk nicht benennen. Und Ronni ist der Einzige, den ich kenne, der Fontane schätzt. Und das, obwohl ich mich selbst den deutschsprachigen Klassikern zugetan fühle und auch einen entsprechenden Bekanntenkreis habe. Das belegt zwar eine Vielseitigkeit, was die Geschmäcker angeht, aber an eine Massenbewegung, die Fontane unter die ersten 20 bringt, kann ich nicht recht glauben.[...] aber vielleicht erklärbar dadurch, dass viele Einsender aus den 5 Büchern, die sie in der Schule lesen mussten, das prestigeträchtigste ausgewählt haben [...]
I have loved the stars too fondly to be fearful of the night.
(Sarah Williams: The Old Astronomer To His Pupil)
#14
Geschrieben 30 Dezember 2004 - 00:30
Ich denke, ganz so einfach ist das auch nicht zu erklären. Es hat einfach etwas mit Statistik und Zielgruppen zu tun. Die erste Frage ist ja, wer wird durch die Umfrage angesprochen und nimmt teil? Das sind zum einen Leute, die regelmäßig ZDF schauen und dabei darauf aufmerksam geworden sind; die im Internet in Literatur-Communities aktiv sind oder in entsprechende Netzwerke eingebunden und dort von der Umfrage erfahren haben; und vielleicht Leute, die regelmäßig in Buchhandlungen gehen (denn auch dort sollen ja für die Umfrage "Stimmen gezogen" worden sein. Die Gruppe, die sich bei dieser Auswahl ergibt, ist gewiss nicht repräsentativ für die Deutschen insgesamt, da eine Vorauswahl nach Kriterien erfolgt, die voraussichtlich mit dem Erhebungsgegenstand korrelieren.Das deckt sich 100%ig mit meiner Vermutung darüber, wie die Ergebnisse solcher Toplisten zu erklären sind.
Zweitens spielt dann eine Rolle, welchem Genre sich die Leser zugehörig fühlen und welcher Grad an hierarchischer Staffelung in diesem Genre herrscht. Mir z.B. fiele es schwer, DAS SF-Werk zu benennen; allerdings gibt es viele Titel, die sehr gut sind und vermutlich eine ähnliche Anzahl Fans haben. Schlecht, denn die möglichen Stimmen verteilen sich und kein Titel kriegt genug. In der Fantasy gibt es allerdings durchaus ein Werk, das eindeutig und monolithisch hervorsteht und vermutlich einen Großteil der Stimmen anlocken wird, die auf den Bereich entfallen - zumindest dürfte kein anderer Einzeltitel in dem Bereich ähnlich viele Stimmen auf sich ziehen. Also schafft es "Der Herr der Ringe" viel leichter auf einen der vorderen Plätze als irgendein SF-Buch, und das würde selbst dann geschehen, wenn um ein Vielfaches mehr SF- als Fantasy-Fans abstimmen würden. Ähnliches gilt im übrigen für den Bereich "Religion" ;-) "Goethes Faust" ist sicher auch ein Buch, das auf diese Weise Stimmen anzieht, weil es einfach ein "Big Name" ist. Es geht ja nicht darum, absolut viele Stimmen zu bekommen - man kann halt seine Wähler besser mobilisieren, wenn man auf seinem eigenen Feld einfach möglichst alleine steht. Ich würde sagen, letztendlich lassen sich die Ergebnisse durch die Kombination dieser Faktoren erklären, und es ist müßig, zu viel oder zu wenig da hineinzuinterpretieren oder sich sogar Gedanken darüber zu machen, wie einzelne individuelle Entscheidungen für einen Titel zu Stande kamen. Was z.B. Fontane betrifft, hilft es vielleicht, sich vorzustellen, dass die Gruppe der "Germanistikstudenten" in Hinblick auf die Mobilisierung für den Wettbewerb eher ein "entsprechendes Netzwerk" bildet, als beispielsweise die "Biologiestudenten", "Ingenieure" oder die "Schlosser" - wohlgemerkt nur als Gruppe, nicht als Individuen. Das erklärt jedenfalls, weshalb bestimmte Literaturbereiche von vorneherein mit einem größeren Stimmenpotenzial rechnen können, so dass gleich mehrere "Big Names" aus diesem Bereich auf die oberen Plätze rutschen.Ich schätze Goethes "Faust" seit Schulzeiten. Aber als mein Lieblingsbuch würde ich das Werk nicht benennen.
#15
Geschrieben 30 Dezember 2004 - 21:52
#16
Geschrieben 30 Dezember 2004 - 22:07
#17
Geschrieben 30 Dezember 2004 - 22:52
"Dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Weg."
Psalm 119, 105
#18
Geschrieben 31 Dezember 2004 - 09:43
Genau daran mache ich meine Zweifel fest. Regelmäßige Fernsehzuschauer (gerade das ZDF wurde seit Jahren zum Unterhaltungssegment der öffentlich-rechtlichen Sender aufgebaut) und die Teilnehmer an Online-Umfragen sind nur in wenigen Fällen deckungsgleich mit denen, die sich für deutsche Klassiker erwärmen.Die erste Frage ist ja, wer wird durch die Umfrage angesprochen und nimmt teil? Das sind zum einen Leute, die regelmäßig ZDF schauen und dabei darauf aufmerksam geworden sind; die im Internet in Literatur-Communities aktiv sind oder in entsprechende Netzwerke eingebunden und dort von der Umfrage erfahren haben;
In den regulären Buchhandlungen (nicht Universitätsbuchhandlungen) findest Du die deutschen Klassiker nur an zwei Orten: In einem vergleichsweise winzigen Bereich, wo sämtliche "alten Schinken" direkt neben den Gedichtbänden stehen und zumeist als Notfallgeschenke gekauft werden, sowie in Form von Editionen idealistischer Verlage, die inzwischen durch den Stempel "Mängelexemplar" einen Mangel verpaßt bekommen, der zu ihrer Endverwertung in der Grabbelkiste berechtigt.und vielleicht Leute, die regelmäßig in Buchhandlungen gehen (denn auch dort sollen ja für die Umfrage "Stimmen gezogen" worden sein.
Ich bitte darum, sich das nicht vorzustellen, denn es wäre grundfalsch. Germanistikstudenten haben eine sehr spezielle Sicht auf die Klassiker, die sich am ehsten mit der Trennung von Beruf und Privatleben beschreiben läßt. Sie schätzen diese Werke und können naturgemäß damit umgehen, aber wenn Du sie nach ihren Lieblingstitel fragst, wirst Du überwiegend moderne Arbeiten genannt bekommen. Das habe ich bereits praktisch durchgespielt, wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Das hat etwas mit Kompensation zu tun - was man tun will, hat höchst selten mit dem zu tun, was man tun muß. Es sind entgegen dem Klischee nur wenige Eisenbahner, die sich eine Modelleisenbahn in den Keller stellen. Und nur wenige Germanisten lesen privat das, was sie für ihr Studium und die Zeit danach bereits gründlichst bearbeiten. Und wenn man sie privat fragt, dann werden sie einen Teufel tun, sich zu organisieren und Goethe oder gar Fontane konzertiert in Toplisten zu rücken. Selbst wenn ich meiner Fachrichtung einmal unterstellen würde, daß sie für diesem Moment nicht das übliche Problem hätte, sich überhaupt für etwas zu organisieren.Was z.B. Fontane betrifft, hilft es vielleicht, sich vorzustellen, dass die Gruppe der "Germanistikstudenten" in Hinblick auf die Mobilisierung für den Wettbewerb eher ein "entsprechendes Netzwerk" bildet
I have loved the stars too fondly to be fearful of the night.
(Sarah Williams: The Old Astronomer To His Pupil)
#19
Geschrieben 31 Dezember 2004 - 18:35
Nun, das sehe ich deutlich anders. Es ist ja nicht so, dass sich gerade nur Vielleser für Klassiker interessieren - gerade Fontane hat z.B. bei einer älteren Lesergeneration, deren Literaturverständnis sich durch eine sonst nicht sonderlich intellektuell geprägte Schulzeit definiert, noch einen recht starken Stand. Und ich wage zu behaupten, dass die Platzierung der Umfrage im öffentlich-rechtlichen diese Gruppe überproportional erreicht. Gerade weil es ja eben nicht nur eine Online-Umfrage war.Regelmäßige Fernsehzuschauer und die Teilnehmer an Online-Umfragen sind nur in wenigen Fällen deckungsgleich mit denen, die sich für deutsche Klassiker erwärmen.
Ich glaube, da wird mal wieder die Statistik mit der Summe von Einzelfällen verwechselt. Ich habe während meines Studiums viele Kommilitonen kennen gelernt, die Klassiker verehrt haben, und dann auch oft gerade diejenigen Klassiker, die zum Kanon des "bildungsbürgerlichen" Umfelds gehören - also natürlich Mann und Goethe, aber dann und wann auch Fontane. Daneben gab es auch viele, die betont eher exotische Vorlieben gepflegt haben - ich würde das Verhältnis auf 50/50 schätzen. Wenn man gezielt nach dem "Lieblingsbuch" fragt, tauchen vielleicht sogar tatsächlich mehr moderne und unbekannte Titel auf - aber das alles spielt für die Umfrage keine Rolle, denn Liebhaber "exotischer" Werke katapultieren sich ja durch die Macht der Statistik selbst aus solchen Umfragen heraus. Und vermutlich ahnen viele Abstimmenden das auch und bereinigen die Liste ihrer "Lieblingsbücher" entsprechend. Denn man will ja auf der Siegerseite stehen. Gute Chancen haben in dieser Szene vermutlich auch die Klassiker, die noch einen Hauch von Exotik aufweisen, die aber immer noch bekannt genug sind, dass viele Leute davon gehört haben. Also Klassiker, die knapp am Rand des schulischen Kanons angesiedelt sind; und moderne Werke, die ziemlich eindeutig anerkannt sind und zumindest regelmäßig in Seminaren auftauchen.Sie schätzen diese Werke und können naturgemäß damit umgehen, aber wenn Du sie nach ihren Lieblingstitel fragst, wirst Du überwiegend moderne Arbeiten genannt bekommen.
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