
Ich bin jetzt durch und muss dem Buch abschließend 10 von 10 Punkten attestieren. Dadurch wird die Messlatte deutlich gehoben, und DAS SPIEL AZAD fällt nachträglich von 9 auf nur noch 8 von 10 Punkten zurück.

In EINSATZ DER WAFFEN spielt Banks seine literarische Karte voll aus. Er ist einfach ein raffinierter Schreiber und überragt in dieser Hinsicht so manchen seiner britischen Kollegen. (Nachträglich wird übrigens klar, wo sich Stross für einige Motive/Szenen aus SINGULARITÄT inspirieren ließ.) Ich wage mal die Prognose, dass man Banks' SF bedenkenlos einem aufgeschlossen Genreverächter servieren kann, der gute Handwerksarbeit schätzt und honoriert.
Das Konzept mit zwei chronologisch gegenläufigen Handlungssträngen geht voll auf und maximiert die finale Pointe, die Banks für den Leser bereithält.
Gerade dieser Roman vermittelt aus der Perspektive Außenstehender einen recht guten Eindruck über das Leben der Kulturangehörigen und ihr Verhältnis zu komplexen Maschinen. Dieser Thematik entspringt auch die Motivation der Kultur eine der Parteien in einer kriegerischen Auseinandersetzung zu unterstützen. Überhaupt ist (nicht nur weil der Name des Romans es vermuten lässt) diesmal der Krieg das zentrale Thema.
Und anhand der handlungstragenden Figur (Cheradenine Zalkalwe, der "Söldner") und ihrer Reise durch Zeit und Raum, von einem Kriegsschauplatz zum Nächsten, wird die Beliebigkeit der kriegerischen Auseinandersetzungen deutlich. Die Kleinmütigkeit und Sinnlosigkeit des Krieges ist eigentlich die zentrale Aussage dieses phantastischen Buches.
Grüße
Holger
PS Ein kleiner Tipp für alle, die den Roman noch lesen: Auch wenn es schwer fällt, seid auf keinen Fall so schlau wie ich und lest zuerst den "Vorwärtsstrang", separat vor dem "Rückwärtsstrang! Gerade am Schluß des Romans muß man sich an Banks Reihenfolge halten. Ich hab mich da selbst ein bisserl um den Spaß betrogen.
