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Arthur C. Clarke: Fahrstuhl zu den Sternen


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23 Antworten in diesem Thema

#1 Sullivan

Sullivan

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Geschrieben 01 Februar 2006 - 08:04

Hallo liebe Mitleser,

diesen Monat gibt es wieder einen echten Klassiker. Wir lesen

Fahrstuhl zu den Sternen von Arthur C. Clarke.

Im Original ist das Buch unter dem Titel Fountains of Paradise zu finden. Gebt bitte hier eure Meinungen zu den Teilen 1-3 ab.

Viel Spaß wĂŒnscht,
Sullivan

#2 Rusch

Rusch

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Geschrieben 01 Februar 2006 - 08:29

Ah, Sully kam mir zuvor. Aber diese Teilung hĂ€tte ich auch gemacht. ;)Ich habe gestern Abend eine Blitzstart hingelegt und den ersten Abschnitt gelesen. Insgesamt fand ich den Start recht gelungen. Die beiden ErzĂ€hlebenen sind interessant und die Personen fĂŒr Clarke'sche VerhĂ€ltnisse recht gut ausgearbeitet. Wenn das so bleibt bin ich voll zufrieden.Interessant finde ich das Nachwort, in dem der Autor schreibt, dass er Sri Lanka ein wenig sĂŒdlich auf den Äquator verschoben hat und den Berg doppelt so hoch gemacht hat. Was treibt einen Autor dazu? HĂ€tte man die Handlung nicht auf einen Fleck in Afrika oder Amerika legen können?

#3 rockmysoul67

rockmysoul67

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Geschrieben 01 Februar 2006 - 08:50

Interessant finde ich das Nachwort, in dem der Autor schreibt, dass er Sri Lanka ein wenig sĂŒdlich auf den Äquator verschoben hat und den Berg doppelt so hoch gemacht hat. Was treibt einen Autor dazu? HĂ€tte man die Handlung nicht auf einen Fleck in Afrika oder Amerika legen können?

Nun, er liebt diese Insel so sehr, dass er dort sogar wohnt. Wahrscheinlich war dies fĂŒr ihn eine gute Gelegenheit, um gleichzeitig ĂŒber sein favorites Erdfleckchen zu schreiben. Die Verschiebung und die Erhöhung waren wahrscheinlich nötig, damit die Startbedingungen fĂŒr den Bau des Fahrstuhls optimiert waren.

#4 Rusch

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Geschrieben 01 Februar 2006 - 15:11

[Nun, er liebt diese Insel so sehr, dass er dort sogar wohnt. Wahrscheinlich war dies fĂŒr ihn eine gute Gelegenheit, um gleichzeitig ĂŒber sein favorites Erdfleckchen zu schreiben.

OK, das leuchtet ein.

#5 rockmysoul67

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Geschrieben 02 Februar 2006 - 13:03

Das erste Kapitelchen "Kalidasa" gelesen! Ich bin ĂŒberrascht von dieser antike-indische Welt, ich erwartete Moderne und Technik; aber mir gefĂ€llt's. Ich lese die englische Version (von der SF Masterworks Reihe) und muss zugeben, dass ich MĂŒhe mit dem Vokabular habe. Die vielen ceylonischen Namen machen's auch nicht einfacher. Im Nachwort erfuhr ich, dass der Fahrstuhl vom All aus gebaut wird, durch ein Kabel runterzulassen. Das ist eine weitere Überraschung fĂŒr mich, denn ich hatte mir immer vorgestellt, dass von der Erde her gebaut wird. Ich bin jetzt echt neugierig auf den Liftbau in Clarkes Roman geworden.

#6 Rusch

Rusch

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Geschrieben 02 Februar 2006 - 14:59

Ja, ich war auch ĂŒberrascht von der Ernsthaftigkeit, mit der Clarke an die Sache herangeht. Gut, Clarke war immer schon ein Freund der realistischen SF, aber das Fahrstuhlkonzept hatte ich immer in den Bereich der Legenden verwiesen. Doch so ernsthaft wie Clarke das schreibt, kann man sich fast vorstellen, dass dies gelingen mag, wenn man erst mal der Problem der Festigkeit gelöst hat. In diesem Zusammenhang fĂ€llt mir spontan der Sonnendraht aus den RingweltbĂŒchern ein. So ein Material brĂ€uchte man.

#7 Axel

Axel

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Geschrieben 02 Februar 2006 - 16:46

Das Buch ist heute in der Buchhandlung angekommen (auf englisch). Bin schon gespannt.Zu den Zweifeln an der DurchfĂŒhrbakeit eines solchen Projekts hat ACC gesagt: "The space elevator will be built about 10 years after everybody stops laughing"
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#8 Morn

Morn

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Geschrieben 02 Februar 2006 - 20:01

Die NASA hat das Konzept in der Tat untersucht: z.B. hier und dort Laut der ersten Seite lautet das Zitat von Clarke uebrigens

Probably about 50 years after everybody quits laughing.



#9 Axel

Axel

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Geschrieben 02 Februar 2006 - 20:20

Ich hab das Zitat aus der Wikiquote, daher kann es auch falsch sein. Doch halte ich die EischĂ€tzung von 10 Jahren glaubwĂŒrdiger.Die NASA-PlĂ€ne kenne cih schon, wĂŒrden mal in "Wunderwelt Wissen" gezeigt.
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#10 Rusch

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Geschrieben 03 Februar 2006 - 08:59

Ich bin vom Saulus zum Paulus geworden. Ich hatte so ein Projekt immer fĂŒr ausgemachten Unsinn gehalten, aber je mehr man darĂŒber nachdenkt, umso besser ist die Idee. Die Kosten sind, wie Clarke schon aufgefĂŒhrt hat, enorm, aber sobald man anfangen kann, Material (und natĂŒrlich Touristen) hochzufahren, wird der Lift schnell zu klein. Auf jeden Fall wĂŒrden viele Raumfahrprojekte mit Leichtigkeit realisiert werden. Einen Sateliten hochzubringen wĂŒrde dann nur noch eine 1/2 Mio. Dollar kosten. Die Konstruktionskosten fĂŒr eine Raumstation wĂŒrden gar auf einen winzigen Bruchteil schrumpfen. Im Prinzip könnte man an den Sateliten eine Werft bauen, auf der man die Einzelteile, die man hochbringt, montiert. Alles mĂŒsste nicht mehr 100 % Failsafe sein, weil man leicht Austauschteile und Versorgungsmaterialen hochbringen kann. Nur sollten wir uns keinen Illussionen hingeben: Wir werden das wohl nicht mehr erleben.

#11 rockmysoul67

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Geschrieben 03 Februar 2006 - 12:05

Nur so ein Gedanke zur Technik: Vielleicht wĂ€re es denkbar in der Zukunft einen Lift (oder einen Katapult oder eine Kanone) auf einem kleineren Himmelskörper als die Erde einzusetzen. Man benötigt dann keine Raketen und Astronauten, um Mond-, Merkur- oder Marsgestein in einem Umlauf um die Erde zu bringen. Auf einer Raumstation könnten die Materialen erforscht werden. Auch wĂ€re ein technisches Versagen (wie ein gesprungenes Seil) auf dem leblosen Mond eher ungefĂ€hrlich fĂŒr Menschen.

#12 lapismont

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Geschrieben 03 Februar 2006 - 18:00

Ihr seid ja gleich ins Konzeptionelle gesprungen!Mein Eindruck zu den ersten hundert Seiten.Solide und vor allem sehr abwechslungsreich.Die verschiedenen Figuren werden elegant eingefĂŒhrt, ihr Lebenslauf anhand wesentlicher Merkmale festgeklopft. Der Perspektivenwechsel ist recht nĂŒtzlich, da er dem Leser Offerten fĂŒr die GrĂ¶ĂŸe des Projekts macht.Die PrĂ€sentation hingegen hat etwas Ältliches an sich, hier spĂŒrt man den Hauch des Alters, den das Werk hat. Ansonsten bringt Clarke eine heute recht vorstellbare Unvorstellbarkeit sehr spannend an den Leser.Ich hab nix zu meckern.

Bearbeitet von lapismont, 03 Februar 2006 - 18:02.

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#13 Kopernikus

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Geschrieben 06 Februar 2006 - 10:47

Die PrĂ€sentation hingegen hat etwas Ältliches an sich, hier spĂŒrt man den Hauch des Alters, den das Werk hat.

Ich glaube, deswegen nennt sich das hier auch Klassiker-Runde ;) Mit dem ersten Teil bin ich durch und bisher schwer begeistert, genau das richtige Buch fĂŒr einen PrĂŒfungsgeplagten Ingenieursstudenten, dann wird man mal wieder daran erinnert, warum man bis morgens um 3 E-Technik, Werkstoffkunde und Ă€hnliches lernt... ;) Am besten haben mir bisher 2 Szenengefallen: Als ĂŒber die Frage des GelĂ€nders der Gibraltar-BrĂŒcke diskutiert wurde und die Phobos-Ausweichschwingungen des Mons-Pavonis-Liftes ("Was mich angeht, so werde ich jedenfalls eine Positionsbestimmung fĂŒr Phobos anfertigen lassen, bevor ich den Lift benutze") :rofl1: Wegen solcher Szenen liebe ich Clarke, sein leicht spöttischer Humor in Richtung des irrationalen, vermutlich ein Humor ĂŒber den nur Naturwissenschaftler und Techniker lachen können.. ;) Gut gefallen hat mir auch der Handlungsstrang um Starglider, ich bin ja mal gespannt, ob das Thema eines eigenen, menschlichen Stargliders auch noch auftaucht. Ähnlich wie der Orbitallift selbst, ein im ersten Moment phantastisch, geradezu absurd anmutendes Konzept, aber wenn man genauer drĂŒber nachdenkt dann doch gar nicht so weit hergeholt ist. Nett ist auch immer wieder der Kontrast zwischen den historischen EinschĂŒben und den SprĂŒngen in die (Handlungs)Gegenwart, auch wenn ich mich dem Punkt mit den etwas verwirrenden Namen der Figuren anschliesse. Bei der HĂ€lfte frage ich mich schon, wie man die aussprechen soll, ganz zu schweigen davon, sie auseinanderzuhalten.

  Nur so ein Gedanke zur Technik: Vielleicht wĂ€re es denkbar in der Zukunft einen Lift (oder einen Katapult oder eine Kanone) auf einem kleineren Himmelskörper als die Erde einzusetzen. Man benötigt dann keine Raketen und Astronauten, um Mond-, Merkur- oder Marsgestein in einem Umlauf um die Erde zu bringen. Auf einer Raumstation könnten die Materialen erforscht werden. Auch wĂ€re ein technisches Versagen (wie ein gesprungenes Seil) auf dem leblosen Mond eher ungefĂ€hrlich fĂŒr Menschen.

FĂŒr den Mond macht ein Lift aufgrund der geringen Schwerkraft und der fehlenden AtmosphĂ€re nicht wirklich Sinn. Hier wĂŒrde sich eher ein Magnetkatapult abieten, sprich die Frachten werden auf einen Schlitten gepackt und dann mit enorm starken Magnetfeldern beschleunigt, am Ende der Beschleunigung hat das Material dann Fluchtgeschwindigkeit und lĂ¶ĂŸt sich vom Schlitten. Etwas in der Art dĂŒrfte auch vorbedingung fĂŒr den Bau eines Orbitalliftes sein, jedes Gramm Material erst von der ErdoberflĂ€che hochzuwuchten ist schlicht zu teuer. Was den denkbaren Einsatz auf dem Mars angeht, wird jamit dem Mons Pavonis-Lift ein durchaus sinnvolles Szenario beschrieben. Zum Thema Machbarkeit: Da hat sich in den letzten Jahren einiges getan, das meiste war auch in der ein oder anderen Form in der Presse. Sicherlich die wichtigste Entdeckung in dem Zusammenhang sind die sog. Kohlenstoff-Nanoröhren, ein Material mit der 135fachen Zugfestigkeit von Stahl (Quelle: wikipedia ) Die meisten werden sicherlich schon mal davpn gehört haben, der vollstĂ€ndigkeit halber sei es trotzdem mal erwĂ€hnt. Das Problem an den Dingern ist vor allem die Tatsache, das es bisher nicht gelungen ist, davon StrĂ€nge mit einer LĂ€nge von mehr als ein paar cm herzustellen, von zehntausenden Kilometern ganz zu schweigen. Und aufgrund seiner enormen Festigkeit ist es auch nicht möglich, einfach mehrere einzelne StrĂ€nge aneinander zu kleben, das ergibt dann leider nicht mehr als einen besonders teuren Bindfaden, weil die blöden Dinger nicht aneinander haften. Da ist also noch eingie Forschung notwendig, aber ich bin mir ziemlich sicher, das es mit dem Orbitallift deutlich schneller vorangehen wird, als seinerzeit von Clarke prognostiziert.

Bearbeitet von Kopernikus, 06 Februar 2006 - 10:49.


#14 Rusch

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Geschrieben 06 Februar 2006 - 11:29

Am besten haben mir bisher 2 Szenengefallen: Als ĂŒber die Frage des GelĂ€nders der Gibraltar-BrĂŒcke diskutiert wurde und die Phobos-Ausweichschwingungen des Mons-Pavonis-Liftes ("Was mich angeht, so werde ich jedenfalls eine Positionsbestimmung fĂŒr Phobos anfertigen lassen, bevor ich den Lift benutze")  :rofl1: Wegen solcher Szenen liebe ich Clarke, sein leicht spöttischer Humor in Richtung des irrationalen, vermutlich ein Humor ĂŒber den nur Naturwissenschaftler und Techniker lachen können..  ;) Gut gefallen hat mir auch der Handlungsstrang um Starglider, ich bin ja mal gespannt, ob das Thema eines eigenen, menschlichen Stargliders auch noch auftaucht. Ähnlich wie der Orbitallift selbst, ein im ersten Moment phantastisch, geradezu absurd anmutendes Konzept, aber wenn man genauer drĂŒber nachdenkt dann doch gar nicht so weit hergeholt ist.

Die Schwingungen des Mons-Pavonis-Liftes fand ich auch sehr interessant, auch wenn so ein Konzept wohl den Menschen nicht gefallen wĂŒrde - wie dargestellt. Andererseits gibt es wohl auch bei uns Techniken, die nicht mit wenig Risiko behaftet sind. Auf FlughĂ€fen gibt es möglicherweise eine Ă€hnliche Taktung und nur ein Fehler schon kracht es. Die Sache mit Starglider wurde etwas StiefmĂŒtterlich behandelt. Zuerst große in Szene gesetzt und dann vergessen. Am Ende von Teil III war schon lange keine Rede mehr davon. Was also sollte das ganze...? Worauf ich mir auch noch keinen Reim machen kann ist die religiöse Komponente. Aber das ist ja irgendwie typisch fĂŒr Clarke.

#15 lapismont

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Geschrieben 07 Februar 2006 - 07:28

Starglider und die religiöse Ebene sind eins. Wir lesen hier immerhin einen Clarke.Auf einer Ebene diskutiert er hier den Antagonismus zwischen den Naturwissenschaften und der Theologie, wobei Clarke ja Starglider eine statistische Auswertung liefern lĂ€sst, wonach Religion ziemlich exakt mit humanoiden, zweigeschlechtligen, familienbildenden Zweibeinern zu tun hat.Allerdings verschließt sich Clarke auch nicht der geistigen Dimension, die die Mönche von Tabropane einbringen.Auf einer weiteren Ebene untersucht Clarke die TriebkrĂ€fte hinter den Figuren. Alle seine Charaktere sind bestĂ€ndig am Reflektieren. Sie positionieren sich immer wieder neu, etwa Doktor Choam Goldberg. Zwischen geistiger Erleuchtung im spirituellen Sinn und dem genialen Funken einer technischen Idee gibt es ZusammenhĂ€nge, den Clarke nachspĂŒrt.Überraschend an der LektĂŒre ist aber fĂŒr mich etwas anderes.Wir hatten ja im letzten Monat das Problem, das der Autor aus einer Idee sehr wenig gemacht hat.Clarke hingegen schafft es, recht frĂŒh das Sternenfahrstuhlkonzept einzubringen und ohne dass wesentlich mehr passiert, eine komplexe und trotzdem klare Geschichte zu erzĂ€hlen.Was er nebenbei ĂŒber die Geschichte der Menschheit erzĂ€hlt, fließt trotz aller zeitlicher FĂ€rbung, sehr harmonisch in die Handlung ein. Es gibt einfach keine Holzhammerinfoblöcke.Ebenso sorgfĂ€ltig ist Clarke in der Charakterisierung seiner Figuren. Meist erzĂ€hlt er ĂŒber sie mehr durch die Augen der anderen Figuren. Wir erfahren da und dort, warum der eine den anderen sympatisch oder flach findet. Dabei wechseln die Perspektiven zwar schnell aber dennoch sanft. Cliffhanger gibt es eher nicht."Fahrstuhl zu den Sternen" ist ein ruhiger Roman.

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#16 Henrik Fisch

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Geschrieben 07 Februar 2006 - 10:29

Ich wĂŒrde ja bei diesem Titel liebend gerne mitmachen, aber die Ratte bei Booklooker hat mir das Buch noch nicht geschickt. Ich dachte seit eBay sind solche Methoden nicht mehr in? Aber leider, leider †© bin ich wohl erst beim nĂ€chsten Clarke-Titel mit dabei. :smokin:Bis dennen,Henrik
Gerade fertig gelesen
Gregory Benford, Larry Niven, "HimmelsjÀger"
Gerade am Lesen
Gregory Benford, Larry Niven, "SternenflĂŒge"
Gerade gesehen
Serie "Mad Men"

#17 Rusch

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Geschrieben 07 Februar 2006 - 10:46

Überraschend an der LektĂŒre ist aber fĂŒr mich etwas anderes. Wir hatten ja im letzten Monat das Problem, das der Autor aus einer Idee sehr wenig gemacht hat.

Das gebe ich Dir recht. Es ist wohltuend, dass Clarke den Aspekt seiner Idee groß vor dem Leser ausbreitet (und das ohne die Protagonisten zu vernachlĂ€ssigen). Diese Buch sollte man Adam Roberts ĂŒber den SchĂ€de hauen, denn er hat in beiden FĂ€llen versagt.

#18 Axel

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Geschrieben 14 Februar 2006 - 20:13

Scheinbar bin ich hier der SpĂ€tstarter. Aber wie sagt man so schön: Besser spĂ€t, als nie. :rofl1: Ich hab jetzt den ersten Abschnitt hinter mir. Ist flĂŒssig zu lesen und Morgan ist ein ziemlich interessanter Charakter. Was mir weniger gefallen hat, waren die historischen EinschĂŒbe.Ich bin nicht so der große Fan von Hard-SF, doch das Buch ist interessant und wird es wohl noch bleiben, da bin ich zuversichtlich.
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#19 Rusch

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Geschrieben 15 Februar 2006 - 11:09

Das Buch ist jetzt in der Buchdatenbank eingestellt. Gebt Eure Wertungen hier ab!

#20 rockmysoul67

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Geschrieben 19 Februar 2006 - 07:16

So, ich habe mir endlich Zeit gemacht, zu lesen. Hier ein paar meiner Gedanken zu Kapitel 1, the palace:

Ich bin ein eher konservativer Leser. Mit "konservativ" meine ich, dass ich Romane mag, die mit rĂ€tselfreien Ereignissen und guter Personenvorstellung anfangen, einen Mittelteil mit gleichmĂ€ssiger Steigerung der Ereignissen und Charakterentwicklung aufzeigen, sowie mit fragenlosen Abschluss abrunden. Trotz meiner konservativen Lese-Einstellung lasse ich mich aber gerne von einer alternativen oder experimentellen ErzĂ€hlweise ĂŒberraschen - leider enttĂ€uschen die betreffenden BĂŒcher mich jedoch oft.

Clarke enttĂ€uscht mich aber nicht: Ihm gelingt mit diesem Buch eine experimentelle ErzĂ€hlweise. Er verbindet historischen Roman mit SF-Roman. Die VerknĂŒpfung klappt! Damals wie heute wird versucht, sich in die höchsten Ebenen zu schwingen, entweder zu Ehren des Menschen oder der Göttern. (Wenn es einen europĂ€ischeren Roman gewesen wĂ€re, - etwas das wegen dem Äquator nicht möglich war -, hĂ€tte er vielleicht ĂŒber eine Kathedrale mit einer besonders hohen Spitze geschrieben.)

ZusÀtzlich benutzt er die historischen Bauten als ErzÀhlweise. Da denke ich besonders an das GesprÀch mit der Prinzessin (eine Statue), in der das eigentliche Dilemma (Schutz oder Vernichtung der historischen Bauten) und damit der Zusammenhang der beiden Zeitperioden gezeigt wird.

Auch gefĂ€llt mir, wie er SF als ErzĂ€hlweise an sich benutzt. Ich hasse lange Monologe in Romane, wenn sie nicht unterbrochen werden. Eine Lösung fĂŒr einen Monolog ist, dass der Autor eine Person eine eher offizielle Rede machen lĂ€sst. Clarke lĂ€sst nun ein Hologramm eine Rede in der Wohnstube machen. Ich empfinde dieses SF-Element als sehr erfrischend.

Auch ist die Szene mit dem Ring und dem unsichtbaren Draht lebendig, ganz anders als wenn er beispielsweise ein Labor gezeigt hĂ€tte, in der man eine neue Erfindung macht (oder wenn er sogar nur eine technologische Entwicklung beschreiben wĂŒrde).

#21 rockmysoul67

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Geschrieben 21 Februar 2006 - 18:15

Kapitel 2: The TempleHoppla, ich hĂ€tte niemals mit einer ausserirdischen Intelligenz in diesem Buch gerechnet. Ich finde die ausserirdische Sonde Starglider sehr gelungen: Mal eine andere Art von Erstkontakt als gewöhnlich (und möglicherweise als Vorbild fĂŒr eine kĂŒnftige, menschliche Sonde im tiefen All?) Von der Geschichte her, ist es interessant, wie Clarke hier eine dritte ErzĂ€hlhistorie einfĂŒgt. Aber jetzt schreibt ihr, dass auf den Starglider gar keinen Bezug mehr (ausser Religion) genommen wird. Das ist schade! Kommt wirklich nichts mehr? Es wĂ€re schön fĂŒr den Roman gewesen, wenn der menschliche Wunsch zum Einzug ins All wegen Starglider gesteigert worden wĂ€re oder wenn Starglider einen technischen Tipp zum Liftbau gegeben hĂ€tte. Sonst: Ein gutes Kapitel mit viel Platzwechsel und Story-Aufbau.

#22 Axel

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Geschrieben 21 Februar 2006 - 18:22

Im Epilog taucht alles noch einmal auf.
Die Zukunft hat begonnen, wenn GerÀte intelligent genug sind, um die Dummheit ihrer Nutzer auszugleichen.
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#23 Gast_Jorge_*

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Geschrieben 25 Februar 2006 - 18:04

Hoppla, ich hĂ€tte niemals mit einer ausserirdischen Intelligenz in diesem Buch gerechnet. Ich finde die ausserirdische Sonde Starglider sehr gelungen: Mal eine andere Art von Erstkontakt als gewöhnlich (und möglicherweise als Vorbild fĂŒr eine kĂŒnftige, menschliche Sonde im tiefen All?)

Ist aber in der Wissenschaft schon ein alter Hut: Das ganze geht auf Ronald Bracewell zurĂŒck, der die sog. "Bracewell"-Sonden schon 1960 kreierte: "Intelligente", vollautomatische Sonden, die in großer Zahl in die Galaxis ausgeschickt werden; mit der Aufgabe, fremde Zivilisationen aufzuspĂŒren, zu beobachten und ggf. den ersten Kontakt herzustellen. Das Konzept wurde von John von Neumann noch verbessert: "Von Neumann"-Sonden duplizieren sich bei der Ankunft am Ziel; das Original verbleibt dort und erfĂŒllt sein Missionsziel, die Duplikate fliegen weiter, duplizieren sich ebenfalls usw. . Beide Ideen faszinierten Stanley Kubrick und flossen in die Entstehung von "2001" ein. Kubrik war allerdings der Ansicht, das eine Zivilisation, die solche Maschinen baut, auf Ă€ußerst effektive Weise Selbstmord begeht: Eine Maschine, die so intelligent und autark und darĂŒber hinaus auch noch zur Selbstreproduktion fĂ€hig ist, wĂ€re auch irgendwann in der Lage, ihre Programmierung zu ĂŒberwinden und eigene Ziele zu verfolgen(und diese dĂŒrften mit denen ihrer Schöpfer nicht ĂŒbereinstimmen). Nachzulesen ist das ganze im Katalog zur gleichnamigen Ausstellung "Stanley Kubrick".

Bearbeitet von Jorge, 25 Februar 2006 - 18:05.


#24 rockmysoul67

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Geschrieben 21 MĂ€rz 2006 - 08:24

Tja, hier gibt es noch so ein Lesezirkelchen, das ich eigentlich schon noch zu Ende fĂŒhren möchte ...

The Bell

Als ich erstmals ĂŒber die Glocke las, war mir gleich klar, dass sie irgendwann mal lĂ€uten mĂŒsst. Wie geht der englische Theaterspruch? When someone wears a gun in his trousers belt in the first act, it must go off in the fourth. So irgendwie.

Klar, musste es auch eine Katastrophe geben. Schon vor dem Lesen ĂŒberhaupt ist es wie selbstverstĂ€ndlich, dass in einem Roman ĂŒber ein bestimmtes GebĂ€ude die Chose wenigstens einmal einstĂŒrzt ... Mal schauen, ob dies die "Hauptkatastrophe" war, oder nicht.

Clarke ĂŒberrascht mich weiterhin. Ich hĂ€tte niemals damit gerechnet, dass die Schmetterlinge sterben könnten und die Mönche deshalb abziehen wĂŒrden.
Eine ziemliche Wende gibt's auch dadurch: Nun kann doch auf der Erde gebaut werden. DafĂŒr muss es im Rest vom Buch neue Obstakel geben ...

Es gibt ein paar Sachen, die ich nicht so mag; es ist wirklich mein persönlicher Geschmack:

Die kurzen Kapitel. Irgendwie ist es nicht so fliessend. Jedesmal kommt was Neues, wĂ€hrend ich die vorherigen Entwicklungen (auch bei den Charakteren) noch nicht mal so richtig verdaut hatte. So hatte ich MĂŒhe aus den wenigen SĂ€tzen herauszulesen, dass es Venerable Parakarma aka Choam Goldberg war, der das Wetter beeinflusste und dadurch den Test sabotierte (und dadurch das Gegenteil erreichte von dem, was er eigentlich wollte).

Die schwachen Nebencharakteren. Schon den Hauptcharakteren wird wenig Privatleben zugewiesen (damit der Leser ihre Verhaltungsweisen versteht); in den Nebencharakteren kann ich mich gar nicht einfĂŒhlen. Sie werden nur als Satz- und Gedankengeber benutzt.

Was mich zum nÀchsten Punkt bringt.

Berufe: Ingenieure aufs Podest, die Presse ist der Depp. Clarke bringt hier wohl Wunschdenken ein. Sagt mal ehrlich: Wenn eine tolle BrĂŒcke gebaut wird, kennt ihr den Namen des Hauptingeneurs? Versteht mich nicht falsch, ich wĂŒnsche mir oft, dass "Macher" mehr geschĂ€tzt werden, anstatt dass immer publike Figuren wie Politiker oder Filmstars im Rampenlicht stehen. Aber dies ist nicht der Fall in der echten Welt.
Die Presseleute reagieren nicht wie es ihren Berufsstand entspricht. Garantiert wĂŒrde diese Journalistin den misslungenen Test als ein Versagen, ja als Gefahr fĂŒr die Menschheit einstufen. Aber anstatt ĂŒber lebensgefĂ€hrliche AbstĂŒrzen zu berichten, will sie nur den Hauptingenieur schĂŒtzen.


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