heute beginnen wir mit einem etwas schmaleren Büchlein aus dem Jahre 1966:
J.G. Ballard
Kristallwelt
Und los...

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Geschrieben 01 April 2006 - 11:40
Geschrieben 02 April 2006 - 11:43
Geschrieben 02 April 2006 - 16:05
Geschrieben 03 April 2006 - 06:33
Geschrieben 03 April 2006 - 07:47
Bearbeitet von Henrik Fisch, 03 April 2006 - 07:49.
Geschrieben 06 April 2006 - 09:22
Geschrieben 06 April 2006 - 10:00
Geschrieben 06 April 2006 - 10:55
Geschrieben 06 April 2006 - 11:10
Geschrieben 06 April 2006 - 11:46
Erstaunlich, die gleichen Beispiele wollte ich auch aufgreifen.Mir gefällt die heimliche Beziehung zu Suzanne als Motivation für die Reise. Das ergibt bereits ein komplexes Bild von Sanders. Interessant auch der kritische Rückblick (Passbild, Spiegel) auf die letzten Jahre. Mal sehen, was daraus wird!
Geschrieben 06 April 2006 - 18:33
Geschrieben 07 April 2006 - 16:14
Bearbeitet von Morn, 07 April 2006 - 16:16.
Geschrieben 07 April 2006 - 18:40
Da habe ich mir auch Gedanken drum gemacht, es ist ja nicht unbedingt sehr aufdringlich von Ballard beschrieben, dennoch hat man das Gefühl, es handelt sich um etwas Entscheidendes. Das ist sehr geschickt gemacht, unterschwellig, und doch so, dass der Leser es bemerkt.Ich bin sicher, dass diese Farben etwas zu bedeuten haben, nur was?
Bearbeitet von Dave, 07 April 2006 - 18:47.
Geschrieben 10 April 2006 - 10:58
Stimmt, da war ja was!Nachts entdeckt er durchs Fenster ein seltsames Schauspiel am Sternenhimmel (Peret weist ihn darauf hin), ob dies irgendeine Bedeutung hat, darüber kann man nun erst einmal spekulieren.
Geschrieben 10 April 2006 - 12:48
Geschrieben 10 April 2006 - 13:25
Geschrieben 10 April 2006 - 13:38
Wie meinst Du das? Ich selber habe an einen eventuellen zeitlichen Bezug beim Lesen nicht gedacht. Für mich war das beschriebene dunkle Ambiente verbunden mit den strahlenden Kristallen ausschlaggebend. Ich hatte beim Lesen so etwas im Hinterkopf, als wenn die Kristalle das Licht buchstäblich aufsaugen würden und deshalb ansonsten alles dunkel erscheint.Ich bin nun im fünften Kapitel und maßgeblich wird für mich die Stimmung durch die Tatsache getragen, dass die Geschichte völlig ohne zeitlichen Bezug erzählt wird. In Kapitel vier taucht plötzlich ein Helikopter auf, was mich zunächst richtig verwirrte...
So ähnlich stelle ich persönlich mir das vor †¦ je nach Vorsicht des Behandelnden.Mal eine ganz dümmliche Frage: Lepra ist eine bakterielle Infektion, die eigentlich nur durch intensiven Kontakt mit infektiösen Personen übertragen werden kann. Bedeutet diese Tatsache, dass ein Lepra-Arzt über kurz oder lang auch angesteckt wird? †¦
Geschrieben 10 April 2006 - 14:16
Ich meine, dass ich keine Ahnung habe, wann die Geschichte spielt. In den 60ern? Früher oder etwa viel später? Ich nehme an, Ballard macht darüber bewußt keine Angaben, um eine geheimnisvolle Stimmung aufzubauen. Und bei mir klappt es vorzüglich: Sanders wandelt für mich in einem unheimlichen Niemandsland, von dem ich keine Vorstellung habe, wo genau es liegt, wann genau das alles passiert, etc.Wie meinst Du das? Ich selber habe an einen eventuellen zeitlichen Bezug beim Lesen nicht gedacht.
Ja, das passt schon ganz gut. Wenn schon nicht fachlich, dann doch metaphorisch. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es weitergeht. Wie siehts denn so aus mit eurer Sympathie bezüglich Sanders? Grüße HolgerAn anderer Stelle des Buches wird von kristallinen Wucherungen der Krankheit gesprochen. Das fand ich im Zusammenhang mit dem Thema des Buches sehr interessant.
Geschrieben 10 April 2006 - 15:23
Geschrieben 10 April 2006 - 16:17
Geschrieben 10 April 2006 - 20:03
Ich muss sagen, gut erkannt. Mir ist das nicht so aufgefallen, aber später gibt es eine Stelle, in der Ballard ganz besonders noch einmal auf dieses schwarz-weiss eingeht.Ich habe das erste Kapitel inzwischen auch gelesen. Ich kann mich da Sullivan und Dave nur anschliessen: es ist phantastisch geschrieben. Sanders und der Grund fuer seine Reise werden hervorragend eingefuehrt. Mir ist besonders aufgefallen, dass immer wieder das Licht bzw das Dunkle und Farben erwaehnt werden. Der Fluss und der Dschungel sind dunkel; die Blaetter der Baeume olivfarben. Es herrscht eine Duesternis, obwohl die Sonne scheint. Der Pater ist schwarz gekleidet, Ventress traegt einen weissen Anzug und auch seine Haut erscheint weiss, er hat schwarze Haare. Die Frau im Hotel hat schwarze Haare und traegt einen weissen Hosenanzug (Was wohl eher ungewoehnlich ist, oder? Ich haette khaki erwartet.) Ich glaube, dass die Gesichtfarbe eines der Stadtbewohner auch als olivfarben beschrieben wird. DIe Kleidung von Sanders ist dagegen verwaschen, scheint also eher farblos zu sein. Ich bin sicher, dass diese Farben etwas zu bedeuten haben, nur was? Im Gegensatz dazu scheint der Brief zu stehen, in dem alles voller Licht zu sein scheint. Mal sehen, wie es weitergeht.
Geschrieben 11 April 2006 - 07:32
Geschrieben 11 April 2006 - 09:01
Geschrieben 11 April 2006 - 13:27
Geschrieben 11 April 2006 - 13:54
Wurde der Satellit namentlich erwähnt? Muss mal nachblättern. Ansonsten ein guter Hinweis! Ich bin jetzt schon recht weit in der Mitte des zweiten Abschnitts etwa. Abgesehen von dem brillianten Inhalt der Geschichte (dazu später mehr) stört mich an der PE-Neuübersetzung von Joachim Körber formal der Gebrauch des Wortes "Neger" (ählich: "Eingebohrene", "Mulatte"). Ich weiß nicht so recht, aber wenn man schon eine Neuübersetzung in Auftrag gibt, dann könnte man doch Wörter, die so nicht mehr im Sprachgebrauch sind (/sein sollten - auch wenn für die 60er üblich) vielleicht austauschen. Oder? Holger (eigentlich sonst nicht päpstlicher als der Papst)Der erwaehnte Satellit Echo gibt uebrigens auch eine Vorstellung davon, zu welcher Zeit das ganze spielt. Echo 1 wurde 1960 gestartet und vergluehte 1968. Der Roman wurde ja 1966 veroeffentlicht. Damit scheint er in der Gegenwart oder der (damaligen) unmittelbaren Zukunft angesiedelt zu sein.
Geschrieben 11 April 2006 - 15:02
Gibt aber wiederum einen guten Hinweis auf die Zeit, in der das Ganze spielt. Und da sollte man meiner Meinung nach auch in dem Sprachgebrauch bleiben. So wird damals wohl auch niemand von Computer, sondern eher von "Röhrenrechner" oder "Elektronenrechner" gesprochen haben. Mich stört der Begriff "Neger" mit Blick auf das Erscheinungsdatum des Buches nicht, und schon gar nicht bei Belletristik.Ich weiß nicht so recht, aber wenn man schon eine Neuübersetzung in Auftrag gibt, dann könnte man doch Wörter, die so nicht mehr im Sprachgebrauch sind (/sein sollten - auch wenn für die 60er üblich) vielleicht austauschen. Oder?
Geschrieben 11 April 2006 - 18:25
Ja, wobei ich mich darüber wunderte, dass man diese seltsame Veränderung am Körper nicht ein wenig diskutiert hat. Auch wenn für Sanders der Anblick von Krankheit und Tod nicht fremd sein dürfte, war mir die Szene ein wenig zu beiläufig.Spannend dagegen war die Leiche im Wasser, da deutet sich einiges an.
Bei mir war es das Schnellboot, das auf mich etwas befremdlich wirkte. Am Anfang hatte sich ja schon fast ein Mark Twain Gefühl eingestellt und ich hätte auf Jahrzehnte früher getippt.In Kapitel vier taucht plötzlich ein Helikopter auf, was mich zunächst richtig verwirrte...
Stimmt wirklich, und von Chaga war ich damals auch sehr begeistert. Nur die Fortsetzung gefiel mir nicht mehr.Noch etwas: Erinnert sich wer an Ian McDonadls "Chaga"? Das Handlungsgerüst ist recht ähnlich. Genauergesagt erkenne ich nun Ballards Handschrift hinter der Idee des Chaga.
Das Wort Neger ist mir gar nicht aufgefallen, vielleicht hat es mich einfach nicht gestört. Das eigentliche Schimpfwort ist ja eine kleine Variation.Abgesehen von dem brillianten Inhalt der Geschichte (dazu später mehr) stört mich an der PE-Neuübersetzung von Joachim Körber formal der Gebrauch des Wortes "Neger" (ählich: "Eingebohrene", "Mulatte").
Bearbeitet von Dave, 11 April 2006 - 18:41.
Geschrieben 12 April 2006 - 20:56
Bearbeitet von Sullivan, 12 April 2006 - 22:05.
Geschrieben 12 April 2006 - 22:29
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