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SFCD-Geschichte bei DvR


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36 Antworten in diesem Thema

#1 My.

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Geschrieben 08 Oktober 2007 - 16:09

DvR aka Dieter von Reeken (Brüder-Grimm-Str. 10, 21337 Lüneburg, [04131] 59466, verlag @ dieter-von-reeken.de, www.dieter-von-reeken.de) dürfte inzwischen nicht nur bekannt, sondern so langsam auch zum Phänomen avanciert sein. Seit 2003 werden hier »Klassiker« wieder veröffentlicht, die i. d. R. keine Klassiker im eigentlichen Wortsinn sind, weil sie niemanden wirklich interessiert zu haben scheinen, anderenfalls sie so lange nicht unverfügbar gewesen wären. Dieter wählt die Werke aus und bringt sie wieder heraus. Und da finden sich auf seiner Internetseite einige Schätzchen †¦
Ein besonderer Schatz in den Augen der SFCD-Mitglieder erscheint im Dezember 2007: Prof. Dr. Rainer Eisfelds »Die Zukunft in der Tasche | Science Fiction und SF-Fandom in der Bundesrepublik | Die Pionierjahre (1955-1960)«, ein Buch, das sich mit der Geschichte des SFCD und SFCE (Science Fiction Club Europa) auseinandersetzt und damit die Pflichtlektüre für interessierte Vereinsmitglieder darstellen könnte.
Das Werk erscheint, wie erwähnt, im Dezember 2007 und wird Schwarzweiß- und Farbabbildungen auf 36 Seiten bei einem Gesamtumfang von ca. 220 Seiten - der Umfang steht noch nicht ganz fest - enthalten. Siehe hierzu auch die Anzeige auf der vorderen Umschlaginnenseite der in Kürze erscheinenden ANDROMEDA NACHRICHTEN 216.

Professor Dr. Rainer Eisfeld wurde 1941 in Berlin geboren, studierte Volkswirtschaft und Politologie in Saarbrücken und Frankfurt am Main. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2006 war er Professor für Politikwissenschaft an der Universität Osnabrück. Der Politikwissenschaftler war Gastprofessor in Los Angeles und hat sich über viele Jahre in nationalen wie internationalen wissenschaftlichen Einrichtungen engagiert. Er fungierte u. a. als Fachgutachter der Volkswagen-Stiftung und gehört dem Kuratorium der KZ-Gedenkstätten Buchenwald/Mittelbau-Dora an. - Rainer Eisfelds Forschungsinteressen waren und sind weit gespannt. Zahlreiche Publikationen zur Politischen Theorie, zur Geschichte der Politikwissenschaft, zur wissenschaftlichen Verantwortung unter dem Nationalsozialismus sowie zur Rolle der Gewalt in unterschiedlichen politischen Kulturen machten Eisfeld auch über die engen Fachgrenzen hinaus bekannt. - So wurde sein 1996 erschienenes Buch Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei (Reinbek: Rowohlt) durch die Jury der Zeitschrift Bild der Wissenschaft unter die zehn besten Wissenschaftsbücher des Jahres gewählt. Gemeinsam mit dem bekannten SF-Autor und Herausgeber Wolfgang Jeschke verfasste er das Buch Marsfieber. Aufbruch zum roten Planeten; Phantasie und Wirklichkeit (München: Droemer Knaur, 2003). - Ein Band mit ausgewählten Aufsätzen Eisfelds aus 35 Jahren erschien zu seiner Emeritierung unter dem Titel Streitbare Politikwissenschaft. Studien zu Demokratisierung, politischer Kultur und wissenschaftlicher Verantwortung (Baden-Baden: Nomos, 2006).
Schon 1999 war Rainer Eisfeld mit einem Rückblick auf seine und die Jugendzeit seiner Altersgenossen hervorgetreten: Als Teenager träumten. Die magischen 50er Jahre (Baden-Baden: Nomos). - Das hier vorgelegte Buch beleuchtet ein weiteres kulturelles Phänomen des entsprechenden Zeitraums: Den Einzug der Science-Fiction-Literatur und die Entstehung und Entwicklung des sog. SF-Fandoms in der Bundesrepublik Deutschland von etwa 1955 bis 1960.

Inhaltsübersicht »Die Zukunft in der Tasche«
Einleitung
I. Keine Experimente? Die Bundesrepublik wird modern!
II. Utopia statt Billy Jenkins
III. »Alle Sterne wirst du seh†™n - mein Raketenkapitän †¦«
IV. Walter Ernsting: »Dafür kämpfe ich! Dafür lebe ich!«
V. Echternacher Springprozession bei Utopia
VI. Anne Steul und der >Witzcon<
VII. Die Häuptlinge sind da - die Indianer bleiben nicht aus
VIII. Gruppenbild mit Wendelstein: Der erste Urlaubscon
IX. Auszeichnung oder Verkaufsinstrument? Die Clubsiegel-Debatte
X. Wolfgang Jeschke proklamiert den »Kalten [Fan-] Krieg«
XI. Der SFCD floriert, und Pabel bekommt erste Konkurrenz
XII. Ernsting stellt die Vertrauensfrage
Bildteil
XIII. Eine »vergnügliche Sause«: Der Londoner Weltcon
XIV. »The times they are a-changin†™«: Der BIGGERCON
XV. Kurze Idylle I: Durchbruch auf dem Heft- und Leihbuchmarkt
XVI. Kurze Idylle II: Die »größte Buch- und Interessengemeinschaft der Welt ...«
XVII. Scheer, Ernsting, Rohr: Jedem »Promi« seinen Club
XVIII. Vom EUROCON zur »Entmaterialisierung« des SFCE
XIX. EUROTOPIA: Erfüllter Traum der Fans?
XX. Epilog
Quellen- und Literaturverzeichnis
Personenregister

Auszug aus der Einleitung
Mitte der 50er Jahre begannen Heranwachsende, erstmals seit der Gründung der Bundesrepublik gegen autoritäre Kontrollansprüche von Elternhaus, Schule, Behörden aufzubegehren. Die Teenager - nicht länger Buben oder Backfische - tasteten nach neuen Maßstäben, nach anderen Werten. Importe aus den USA, von Rock†™n†™Roll bis Science Fiction, stießen unter ihnen auf besondere Resonanz.
Optimistisch-zukunftsgewisser Glaube an den technischen Fortschritt lieferte der neuen, »modernen« Orientierung eine wichtige Stütze. Amerikanische Science Fiction-Romane, übersetzt an den Kiosken erhältlich, popularisierten diese dynamische, allem Mief und Muff abholde Welt. Sie wurden schnell beliebt. Regelrecht als »Feeling aus Rockmusik und Raumschiff Enterprise« ist das neue Lebensgefühl beschrieben worden, das unwiderstehlich zu grassieren begann. Wer Science Fiction las, konnte überzeugt sein, die Zukunft in der Tasche zu tragen.
Dieses Buch schildert die Entstehung einer, wie man heute sagen würde, »Subkultur« - des deutschen Science Fiction Fandoms. Es beschreibt die ersten, in vieler Hinsicht prägenden, Jahre des immer noch bestehenden Science Fiction Clubs Deutschland, und es berichtet von den literarischen Erzeugnissen, welche die SF-Fans damals lasen.
Seine versteckte Leitfrage könnte lauten: Was wäre alles nicht passiert, hätte ein Redakteur namens Walter Ernsting, der gerade seine ersten schriftstellerischen Gehversuche unternahm, sich 1955 nicht in den Kopf gesetzt, einen Club namens SFCD zu gründen und damit dem Fandom in der BRD zur Geburt zu verhelfen?
Nicht stattgefunden hätte zum Beispiel ein Jahr darauf jenes spätsommerliche Urlaubstreffen von Science Fiction-Fans in einem (längst nicht mehr existenten) oberbayrischen Dorf namens Dorf bei Bayrischzell, angeregt natürlich von Ernsting. Höhepunkt, im buchstäblichen Sinn des Wortes, sollte ein Aufstieg zum Wendelstein-Observatorium (1830 m) bilden. Schließlich befand sich der Mars 1956 ganze 0,379 Astronomische Einheiten von der Erde entfernt, und wer sich die Mühe des Aufstiegs gemacht hatte, konnte durchs Teleskop Augenkontakt mit dem 58 Millionen km »nahen« Planeten aufnehmen.
Wichtiger noch als der Aufstieg aber sollte für mich der Abstieg werden. Wäre ich nicht am nächsten Tag bei Nieselregen und Nebel mit Walter Ernsting zusammen den Wendelstein wieder hinuntergeklettert, wäre ein Teil meines Lebens anders verlaufen.
Zweieinhalb Jahre nach jener Kraxelei trennte mein Weg im SF-Fandom sich - nicht ohne beiderseitige Enttäuschung - von dem Ernstings. Wiederum ein Jahr darauf verließ ich auch den SFCD. Mein Abitur hatte ich bereits hinter mir. Nun begann ich Volkswirtschaft und Politologie zu studieren, promovierte, wurde 1974 als Professor für Politikwissenschaft an die neu gegründete Universität Osnabrück berufen. Ende der 80er Jahre - ich arbeitete über das Thema »Wissenschaftliche Verantwortung unter dem NS-Regime« - fiel mir der Kontrast auf zwischen Walter Dornbergers »V 2 - Der Schuss ins Weltall« und den Erinnerungen Albert Speers, in denen sich ein ausführlicher Abschnitt findet über die Serienfertigung der >Vergeltungswaffe< durch KZ-Häftlinge des Lagers Mittelbau-Dora unter »unmenschlichen Bedingungen« (Speer). Dornberger dagegen ließ mit keiner Silbe erkennen, dass Zwangsarbeit die V 2-Produktion in Gang gehalten hatte. Auch das Wort »Konzentrationslager« tauchte nirgends auf.
Die Diskrepanz zwischen beiden Schilderungen weckte Fragen, denen ich in deutschen und amerikanischen Archiven nachging. Das erste Ergebnis war ein Aufsatz über die aktive, keineswegs nur passive Verwicklung der Raketenpioniere um Wernher von Braun in das NS-Zwangsarbeitsprogramm. Folge nach der deutschen Wiedervereinigung: Meine Berufung in das neu gebildete Kuratorium der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bei Nordhausen. Kontakte mit überlebenden Häftlingen, mit anderen Wissenschaftlern, weitere archivarische Forschungen mündeten schließlich in das Buch »Mondsüchtig. Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei«, das bei Rowohlt erschien. Es wurde breit besprochen - von der »Zeit« bis zur »FAZ«, von der Süddeutschen bis zur Neuen Zürcher Zeitung - und 1997 von der Jury der Zeitschrift Bild der Wissenschaft als eines der Wissenschaftsbücher des Jahres ausgezeichnet.
Hätte ich mich als Sozialwissenschaftler einem » auf den ersten Blick jedenfalls « so stark technikgeschichtlichen Thema zugewendet ohne frühe Bekanntschaft mit Science Fiction und Raumfahrt? Eher unwahrscheinlich. Hätte ich mich mit Raketenentwicklung, mit Peenemünde, mit Wernher von Braun befasst, ohne dass Walter Ernsting meinen ersten Enthusiasmus bestärkt, mir im SFCD-Fanzine »Andromeda« die »Wissenschaftliche Redaktion« übertragen hätte? Stark zu bezweifeln.
Damit einmal gegebene Impulse weiterwirken, bedarf es nicht unbedingt der fortdauernden Identifizierung mit demjenigen, von dem man inspiriert wurde. Wolfgang Jeschke, Ronald Hahn, Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs, Franz Rottensteiner, die Science Fiction in (West-) Deutschland während der 70er und 80er Jahre »gemacht« haben, besaßen allesamt ein eher distanziertes Verhältnis zu Ernsting. Sein Anstoß aber hatte sie inspiriert, und sei es zur kritischen Auseinandersetzung.
Ich widme dieses Buch Kurt Hertwig, dem ersten SFCD-Mitglied (Nr. 43) aus der DDR. In der zweiten Ausgabe des Clubmagazins Andromeda stand unter einem Leserbrief lediglich sein Vorname, also »Kurt«, mit dem Zusatz »Ein Fan aus der Ostzone« (vgl. Kap. III). Die Vorsicht erwies sich als angebracht: Im SED-Staat sollte es noch lange dauern, bis man hinter Science Fiction nicht bloß psychologische Kriegsführung westlicher Wall Street-Lakaien witterte. Seinen Enthusiasmus bezahlte Kurt Hertwig 1959 mit der Verurteilung zu vier Monaten Gefängnis - weil er »verbotenes Schriftgut« besaß. Im Kalten Krieg ging eben nichts über ein konsequent gepflegtes Feindbild. Für Kurt Hertwig, und nicht nur für ihn, hatte das böse Folgen.
[...]

#2 My.

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Geschrieben 08 Oktober 2007 - 16:11

Das Buch wird bis zum 15.10.07 zum Subskriptionspreis von EUR 20,00 (statt später EUR 25,00) incl. Porto und auf Rechnung (ein deutlicher Vertrauensvorschuß!) angeboten.
Siehe hierzu mehr - incl. Bestellinfos - unter www.dieter-von-reeken.de.

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Bearbeitet von Beckinsale, 08 Oktober 2007 - 16:11.


#3 SF Dinner Norddeutschland

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Geschrieben 08 Oktober 2007 - 20:34

Das Buch wird bis zum 15.10.07 zum Subskriptionspreis von EUR 20,00 (statt später EUR 25,00) incl. Porto und auf Rechnung angeboten.

Danke für den Tipp. Habe gleich mal eine Bestellung rausgeschickt, Danke. :(
Ad astra
"Es ist gut, das Staunen neu zu erlernen", sagte der Philosoph.
"Die Raumfahrt hat uns alle wieder zu Kindern gemacht."


Meine Blogs:
Helgas galaktische Funkbude, Science Fiction Dinner Kiel, Handelshaus Kuri Onerè
  • (Buch) gerade am lesen:Winterlang von Myra Cakan
  • (Buch) als nächstes geplant:Das Kristallei von H.G. Wells
  • • (Buch) Neuerwerbung: Wie man die Unendlichkeit in Griff bekommt von James Tiptree Jr.
  • • (Film) gerade gesehen: Captain Future Komplettbox BD
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#4 My.

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Geschrieben 25 Oktober 2007 - 21:19

Tjä.

Die Subskription ist ja nun abgelaufen. Oder?
Nein, nicht ganz. Wer sich hinsetzt und dem SFCD EUR 4,00 für ein Exemplar ANDROMEDA NACHRICHTEN 216 überweist, kommt in den Genuß der Printversion dieser ANDROMEDA NACHRICHTEN-Ausgabe, die in einem weiteren Punkt von der hier veröffentlichten PDF-Version abweicht:
Auf Seite 75, dort, wo in der PDF-Version der Rüsselmops prangt, findet sich das Codewort für die verlängerte Subskription des DvR-Buches um die Frühgeschichte des SFCD und des SFCE. Die Verlängerung gilt bis 7 Tage nach dem Erscheinen der Print-Version der ANDROMEDA NACHRICHTEN 216. Die Ausgabe ist gerade im Druck, also wäre Eile geboten - für den, den es interessiert.

My.

P.S.: Die SFCD-Bankverbindung lautet

Bank 1 Saar
BLZ 591 900 00
Konto 2147009
ltd. auf SFCD e. V.
IBAN = DE78 5919 0000 0002 1470 09
BIC = SABADE5S

Es ist sinnvoll, Herbert Thiery, dem Kassierer, eine Mail zu senden: herbert.thiery [at] t-online.de. Denn bis die überzähligen Printexemplare ins Archiv geschickt werden, vergeht ein wenig Zeit, so daß ihr eure Exemplare ohne Umweg und ein wenig schneller bekommt.

Bearbeitet von Beckinsale, 25 Oktober 2007 - 21:20.


#5 Starcadet

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Geschrieben 23 November 2007 - 16:23

Aus diesem Buch gibts demnächst eine Lesung: Die Zukunft in der Tasche? SF in der BRD, die ersten Anfänge. Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Rainer Eisfeld Rainer Eisfeld spricht über die Anfänge der SF-Bewegung in der BRD, über die Gründung des Science Fiction Clubs Deutschlands (SFCD), die Rolle Walter Ernstings, seinen Ausstieg aus der SF-Szene (beschrieben in "Die Zukunft in der Tasche", Verlag Dieter von Reeken, 2007) und die kritische Auseinandersetzung mit Wernher von Braun. Rainer Eisfeld, von 1974 bis 2006 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Osnabrück, übersetzte zahlreiche Science-Fiction-Romane (darunter Asimov, Brown, Kuttner, Simak, van Vogt und Williamson) und begründete 1959 die deutschsprachige Ausgabe der Science Fiction Times. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen "Mondsüchtig - Wernher von Braun und die Geburt der Raumfahrt aus dem Geist der Barbarei" (Rowohlt, 1996) und "Marsfieber" (mit Wolfgang Jeschke, Droemer-Knaur, 2003). Datum & Uhrzeit: Freitag, 7. Dezember 2007, 20 Uhr Ort: Haus des Buches, Leipzig Gerichtsweg 28, Ecke Prager Straße 04103 Leipzig Moderation: Thomas Braatz Gefunden bei: www.fictionbox.de

Bearbeitet von Starcadet, 23 November 2007 - 16:24.

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#6 †  a3kHH

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Geschrieben 14 Dezember 2007 - 09:22

Ich habe das Buch diese Woche erhalten und in einem Rutsch durchgeschmökert.Fazit : Eines der besten Sekundärwerke, die ich im SF-Bereich gelesen habe. Stellt vieles in den richtigen Kontext, hilft beimkritischen Lesen der Langhans-Biographien.Braucht ihr noch eine detaillierte Kritik ?

#7 My.

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Geschrieben 14 Dezember 2007 - 09:29

Braucht ihr noch eine detaillierte Kritik ?

Ja, gerne. Und nicht nur hier, gerne auch für die ANDROMEDA NACHRICHTEN (die No. 217 hat morgen Red.schluß), damit die nicht-internet-verbundenen Mitglieder auch was dazu lesen können. Mich würde es freuen - und Dieter von Reeken ganz sicher auch. My.

#8 †  a3kHH

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Geschrieben 14 Dezember 2007 - 09:43

Ja, gerne. Und nicht nur hier, gerne auch für die ANDROMEDA NACHRICHTEN (die No. 217 hat morgen Red.schluß), damit die nicht-internet-verbundenen Mitglieder auch was dazu lesen können. Mich würde es freuen - und Dieter von Reeken ganz sicher auch. My.

Ich versuche einmal, heute abend / morgen früh etwas zusammenzuschreiben. Ein "dezenter" Hinweis gleich zu Anfang : Als Mathematiker / Physiker / ITler ist mein Stil demensprechend nicht literarisch. Das ist mir bewusst und ich habe keinerlei Probleme mit etwaigen Änderungen / Kürzungen / Korrekturen etc., insbesondere wenn diese der besseren Lesbarkeit dienen. :thumb:

#9 Thomas Sebesta

Thomas Sebesta

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Geschrieben 14 Dezember 2007 - 09:48

Ich habe das Buch diese Woche erhalten und in einem Rutsch durchgeschmökert..

Glücklicher, ich warte noch immer d'rauf Gruß Thomas

Thomas Sebesta/Neunkirchen/Austria

Blog zur Sekundärliteratur: http://sebesta-seklit.net/

Online-Bibliothek zur Sekundärliteratur: http://www.librarything.de/catalog/t.sebesta

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#10 My.

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Geschrieben 14 Dezember 2007 - 09:55

Ich versuche einmal, heute abend / morgen früh etwas zusammenzuschreiben. Ein "dezenter" Hinweis gleich zu Anfang : Als Mathematiker / Physiker / ITler ist mein Stil demensprechend nicht literarisch. Das ist mir bewusst und ich habe keinerlei Probleme mit etwaigen Änderungen / Kürzungen / Korrekturen etc., insbesondere wenn diese der besseren Lesbarkeit dienen. :rofl1:

Das wäre super, Dank im voraus. Und die ANDROMEDA NACHRICHTEN sind sooo literarisch nicht, daß sie nicht auch einen Mathematiker/Physiker/ITler (Letzteres bin ich selbst) "aushalten" würden :thumb: My.

#11 Thomas Sebesta

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Geschrieben 14 Dezember 2007 - 11:06

Glücklicher, ich warte noch immer d'rauf

Ups, und schon ist es da. Prima Gruß Thomas

Thomas Sebesta/Neunkirchen/Austria

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#12 Gast_Thomas Harbach_*

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Geschrieben 14 Dezember 2007 - 11:20

Ich versuche einmal, heute abend / morgen früh etwas zusammenzuschreiben. Ein "dezenter" Hinweis gleich zu Anfang : Als Mathematiker / Physiker / ITler ist mein Stil demensprechend nicht literarisch. Das ist mir bewusst und ich habe keinerlei Probleme mit etwaigen Änderungen / Kürzungen / Korrekturen etc., insbesondere wenn diese der besseren Lesbarkeit dienen. :thumb:

Hallo, ich habe gestern eine sehr ausführliche Kritik zu dem Buch Armin Möhle für seine Redaktion zur Verfügung gestellt. Viele Grüße Thomas Harbach

#13 †  a3kHH

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Geschrieben 14 Dezember 2007 - 12:14

Hallo, ich habe gestern eine sehr ausführliche Kritik zu dem Buch Armin Möhle für seine Redaktion zur Verfügung gestellt. Viele Grüße Thomas Harbach

Dann kann ich mir meine ja schenken. :thumb: Ääääh ... wo ist eigentlich hier die SFCD-Sekundärliteraturecke ?

#14 My.

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Geschrieben 14 Dezember 2007 - 20:28

Dann kann ich mir meine ja schenken. :D

Neienn. Kannst du nicht. Ich hätte gerne ZWEI Meinungen. (Zumal das Buch von DvR in keinster Weise ein Fanzine ist und in keinster Weise bei Fanzines besprochen werden sollte. Aber das isn anderes Thema.) Sei bitte so lieb und laß mir die Mathematiker/Physiker/ITler-Betrachtung des Buches zukommen. JETZT! Bitte! :angry:

Ääääh ... wo ist eigentlich hier die SFCD-Sekundärliteraturecke ?

Ham wir nich, richtig. Wenn du aktuell was hast, stell es unter "Publikationen des SFCD" ein. Ich sorge dafür, daß wir hier was Sekundärliterarisches verarbeiten können. My.

#15 †  a3kHH

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Geschrieben 14 Dezember 2007 - 20:33

Neienn. Kannst du nicht. Ich hätte gerne ZWEI Meinungen. (Zumal das Buch von DvR in keinster Weise ein Fanzine ist und in keinster Weise bei Fanzines besprochen werden sollte. Aber das isn anderes Thema.) Sei bitte so lieb und laß mir die Mathematiker/Physiker/ITler-Betrachtung des Buches zukommen. JETZT! Bitte! :angry:

Wie der Butler so treffend sagte : I'll do my very best.

#16 Gast_Guido Latz_*

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Geschrieben 14 Dezember 2007 - 20:46

Beckinsale schrieb: "Zumal das Buch von DvR in keinster Weise ein Fanzine ist und in keinster Weise bei Fanzines besprochen werden sollte"Jetzt stell Dich mal nicht so an, die Atlantis-Titel tauchen auch im Fanzine-Kurier auf. Lieber im Fanzine-Kurier von einem Profi eine gute Kritik einfahren, als von einem Möchtegern-Profi, der Null Ahnung hat, eine negative zu kriegen. Ob die Rezi zu einem Atlantis Titel auf Seite X oder Y auftaucht ist _mir_ egal, ich käme nicht mal auf die Idee, mich deshalb zu beschweren.

#17 †  a3kHH

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Geschrieben 15 Dezember 2007 - 09:33

Lieber im Fanzine-Kurier von einem Profi eine gute Kritik einfahren, als von einem Möchtegern-Profi, der Null Ahnung hat, eine negative zu kriegen.

Im Prinzip hast Du recht.
Aber genau auf dieses Profi-Problem und die daraus entstandenen Probleme geht Eisfeld sehr ausführlich ein.
Und wenn ich Dich richtig verstehe, gibt es diese äähhh.... Netzwerke immer noch.

#18 My.

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Geschrieben 15 Dezember 2007 - 11:29

Jetzt stell Dich mal nicht so an, die Atlantis-Titel tauchen auch im Fanzine-Kurier auf. Lieber im Fanzine-Kurier von einem Profi eine gute Kritik einfahren, als von einem Möchtegern-Profi, der Null Ahnung hat, eine negative zu kriegen. Ob die Rezi zu einem Atlantis Titel auf Seite X oder Y auftaucht ist _mir_ egal, ich käme nicht mal auf die Idee, mich deshalb zu beschweren.

Auch ich denke, du hast recht. Ich habe aber auch recht, wenn ich sage, daß ich Fehler nicht 2mal machen möchte :angry: Und es wurde kritisiert, daß "Phantastisch!" unter den FanZines auftaucht. Ich weiß noch nicht genau, wie ich es handhabe, aber in den ANDROMEDA NACHRICHTEN werden sich in dieser Hinsicht Wasser und Öl jedenfalls trennen. My.

#19 †  a3kHH

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Geschrieben 15 Dezember 2007 - 12:49

Auch ich denke, du hast recht.

Auch ?

#20 My.

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Geschrieben 15 Dezember 2007 - 14:34

Auch ?

Gnichel. Du schreibst Guido, du hast Recht. Ich schreibe Guido, daß er Recht hat. Also glaube ich auch - wie du -, daß er Recht hat. :) My.

Bearbeitet von Beckinsale, 03 Januar 2008 - 13:22.


#21 My.

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Geschrieben 03 Januar 2008 - 13:26

Zum Eisfeld-Buch, das bei DvR erschienen ist, erscheinen in den ANDROMEDA NACHRICHTEN 217 zwei Rezensionen, die ich hier abbilden möchte, nachdem auch ich das Buch inzwischen gelesen habe und es kaum wirklich kritisieren könnte, weil mir die Möglichkeiten des Lobes "nach oben" zu wenig sind. Es ist ein Topbuch, das man nicht nur als Ex- oder Noch- oder Prä-SFCDler gelesen haben sollte. Die Rezis von Thomas Harbach und Alfred Kruse:

FANDOMGESCHICHTE Dr. Rainer Eisfeld DIE ZUKUNFT IN DER TASCHE Science Fiction und SF-Fandom in der Bundesrepublik - Die Pionierjahre 1955-1960. 216 Seiten, Taschenbuch. Verlag: Dieter von Reeken, Brüder-Grimm-Straße 10, 21337 Lüneburg, E-Mail: verlag@dieter-von-reeken.de. Homepage: www.dieter-von-reeken.de. ISBN 978-3-940679-11-6. 1999 veröffentlichte Professor Dr. Rainer Eisfeld ALS TEENAGER TRÄUMTEN: DIE MAGISCHEN FÜNFZIGER JAHRE. Das Buch ist nur noch antiquarisch zu erhalten, bildet aber eine gute Ergänzung zum jetzt veröffentlichten Band DIE ZUKUNFT IN DER TASCHE. Als aktives SFCD-Mitglied Nummer 106 beobachtet und kommentiert Rainer Eisfeld »die Pionierjahre 1966 bis 1960 der Science Fiction und des SF- Fandoms in der Bundesrepublik«. Auf 36 Bildtafeln finden sich alleine mehr als fünfzig zum Teil farbige Abbildungen, bestehend aus der farbenprächtigen Wiedergabe alter Titelbilder aus der UTOPIA- und Leihbuchära, zum Teil aber auch viel interessanter Fotos der ersten Fans und ihrer Cons. Dieter von Reeken hat mit diesem ambitionierten Band nicht nur Rainer Eisfeld die überfällige Möglichkeit gegeben, seine persönliche Geschichte im Science Fiction-Fandom zu erzählen, der Band sollte auf keinen Fall als Ergänzung zu den Biographien Heiko Langhans†™ über Walter Ernsting und K. H. Scheer verstanden werden. Er stellt eine notwendige Alternative zu den eher beschönigenden Bänden dar und bildet mit den beim TERRANISCHEN CLUB EDEN erschienenen Gedächtnisbänden die erste ernsthafte Aufarbeitung der Gründung des Science Fiction-Fandoms. Dabei bemüht sich Rainer Eisfeld, aus seiner kritischen Position heraus fair, nuanciert und pointiert mit den Ikonen der Gründerjahre umzugehen. Rainer Eisfeld hat früh mit Walter Ernsting und dessen Vorstellung von Science Fiction und Fandom gebrochen, nachdem dieser zweieinhalb Jahre als eine Art Ersatzvater fungiert hatte. Seine eigene Position im Fandom der fünfziger Jahre rückt Rainer Eisfeld sehr geschickt richtig. 1996 veröffentlichte er MONDSÜCHTIG. WERNHER VON BRAUN UND DIE GEBURT DER RAUMFAHRT AUS DEM GEIST DER BARBAREI. Das Buch entstand aus den Widersprüchen der Erinnerungen von Albert Speer und Walter Dornberger über den Bau der V2, welche die Grundlage für das spätere amerikanische Raketenprogramm bilden sollte. Auf den Seiten 160 und 161 beschreibt Rainer Eisfeld Wernher von Brauns Position als Lichtgestalt der Science Fiction-Freunde und schließt sich hier auch nicht aus. Ganz bewusst unterscheidet Rainer Eisfeld zwischen dem damaligen Bild von Brauns und dessen Einfluss auf Walter Ernsting und andere Fan - sich selbst eingeschlossen - und den heutigen Erkenntnissen, zu denen der Autor selbst sehr viel beigetragen hat. An einer anderen Stelle entlarvt Rainer Eisfeld das politische Ämtergeschacher im Fandom als kleingeistig und der Sache unwürdig. Der Widerspruch zwischen den goldenen Zielen, im Gruß »Ad Astra« auf den Punkt gebracht und den vielen, oft auf Missverständnissen und Nichtigkeiten basierenden Auseinandersetzungen wird immer wieder deutlich herausgearbeitet. Im Mittelpunkt seines Buches stehen Walter Ernsting als führende Gestalt des frühen Fandoms und der Pabel-Verlag, der mit seinen Reihen JIM PARKER und UTOPIA sowie UTOPIA GROSSBAND nicht der Science Fiction Tür und Tor öffnete, sondern ein Massenpublikum ansprach und dessen Bedürfnisse befriedigte. Dass andere Verlage wie Rauch schon versucht haben, »gehobene« Science Fiktion - das Niveau schwankte sehr stark zwischen dem opportunistischen John W. Campbell, dem eher als dörflichen Naivling dargestellten Jack Williamson und dem herausgehobenen Isaac Asimov - zu publizieren, beschränkt Pabels Vorreiterrolle auf den serienunabhängigen Heftroman. Walter Ernsting hat sich als Übersetzer etablieren können, auch wenn das Budget der Heftromane keine großen Sprünge in Bezug auf die Qualität der eingekauften Heftromane und die Übersetzungen zugelassen hat. Mit seinem ersten eingeschummelten Roman UFO AM NACHTHIMMEL und der Kontaktseite »Meteoriten« beginnt nicht nur die Geschichte des deutschen Fandoms, sondern auch Rainer Eisfelds persönliche. Zu Beginn des Buches beschreibt er die Eindrücke, welche die Heftromane - er gehörte auch zur JERRY COTTON-Fraktion - auf ihn hinterlassen haben. Die ersten Briefwechsel mit Walter Ernsting und schließlich die Gründung des SFCD, die Bildung der ersten Städtegruppen und die Vorbereitung auf den ersten Con. Bislang hatte Walter Ernsting mit der Unterstützung des Pabel-Verlags alles sehr gut unter Kontrolle. Und trotz Rainer Eisfelds kritischen Anmerkungen, mit entsprechenden Textbeispielen unterlegt, will er nicht Walter Ernstings Vorreiterrolle in Frage stellen, es geht ihm in DIE ZUKUNFT IN DER TASCHE um eine Relativierung der Ereignisse und Vorgänge, um eine Richtigstellung von Walter Ernstings Position in den ersten Flegeljahren - wenn es danach geht, ist das Fandom niemals erwachsen, sondern nur zeitweise ein wenig müde geworden - und vor allem um eine konkrete Herausarbeitung seiner Motive, die über das reine Fansein - selbst als Profi, der von seiner Redakteurstätigkeit, seinen Übersetzungen und eigenen Romanen leben konnte, sah sich Walter Ernsting immer noch als Fan, aber als Primus inter Pares - hinausgingen. Dabei waren seine durch zahlreiche Zitate belegten Ziele durchaus verfolgenswert. Er wollte den Science Fiction Fans eine Basis geben, auf der sie für eine bessere Zukunft - der Zweite Weltkrieg mit seinen katastrophalen Folgen für die Welt und insbesondere Europa lag noch keine zehn Jahre zurück - streiten konnten. Selbst in K. H. Scheers Romanen konnte nur eine geeinte und im Inneren friedliche Menschheit den Weg zu den Sternen finden und sich den Herausforderungen in Form hinterhältiger, aggressiver Außerirdischer stellen. Die ersten Brüche im Fandom zeigten sich mit dem »Witzcon« - eine Verballhornung von Wetzcon, das Treffen fand in Wetzlar statt, organisiert von Anne Steul, im Januar 1956. Damit war Walter Ernstings Ideal vom jeweils »erstem Mal« unter seiner Ägide - die Vorreiterrolle vom Pabel-Verlag, die Gründung des SFCD als erstem Club und schließlich die geplante Organisation des ersten Con im folgenden Jahr ebenfalls unter Walter Ernstings Aufsicht - geplatzt. Dazu kam, dass sich Anne Steul mehr dem englischen Fandom verbunden fühlte, dass seine Leidenschaft nicht so bitterernst und mit Sendungsbewusstsein gefüllt betrieb. Die ersten Risse im Fandom waren deutlich und hier zeigt Rainer Eisfeld auf, dass Walter Ernsting - wie auch K. H. Scheer - kein Mann der Mitte ist. Wer sich seinen Idealen loyal anschloss, wurde von ihm rückhaltlos unterstützt. Sobald sich ein kritischer Geist regte, begann Walter Ernsting ihn entweder mit allen Mitteln - und sein Einfluss reichte weit - direkt oder indirekt zu bekämpfen (siehe später die Auseinandersetzung mit dem ihm intellektuell überlegenen Wolfgang Jeschke) oder herauszudrängen. Dabei wählte, wie zahlreiche Zitate aus seinen Briefen im vorliegenden Band belegen, Walter Ernsting zum Teil überraschend verschlungene Wege, um erstens nicht selbst in Erscheinung zu treten und zweitens gegenüber der breiteren Öffentlichkeit sein Image des guten Freundes zu bewahren. Die nächsten Abschnitte setzen sich zum letzten Mal mit einer ruhigen Phase des Fandoms auseinander. Der erste Urlaubscon, Rainer Eisfelds persönliche Begegnung mit Walter Ernsting, der Aufstieg des SFCD zum Sammelbecken der Freunde utopischer Literatur. Immer eng begleitet vom Pabel-Verlag, denn die ersten Mitgliedschaften des SFCD umfassten das Abo der UTOPIA-GROSSBÄNDE. Gleichzeitig begann sich allerdings auch ein Generationenkonflikt abzuzeichnen. Die Vergabe der Clubsiegel - gegen Zahlung einer kleinen Prämie durch den Verlag - sorgte für die ersten Spannungen zwischen Ernsting und einigen Städtegruppen. Die Qualität der ausgezeichneten Romane ist nicht nur fragwürdig gewesen, sondern konzentrierte sich auf die drei großen, zu dieser Zeit publizierenden Autoren - Ernsting, Scheer und Rohr - sowie die UTOPIA-GROSSBÄNDE, in denen einfachste Pulp-Science Fiction veröffentlicht worden ist. Das Fandom begann sich zu spalten. Rainer Eisfeld gehörte zu den Lesern, die durch die britischen Soldaten auch amerikanische Science Fiction kennen und schätzen gelernt hat. Allerdings ist Eisfeld auch so fair, unabhängig von den undemokratischen Strömungen - auf welche später noch einmal eingegangen werden muss - auch zu relativieren. Auch in den USA sind billigste Pulp-Abenteuer erschienen und nicht jeder Science Fiction-Roman war ein Meisterwerk. Aber wie so oft in kleinen »Gemeinden« schäumen solche Diskussionen überdurchschnittlich über. Aus heutiger Sicht ist es natürlich faszinierend, die einzelnen Positionen nachzulesen und insbesondere dem jungen Wolfgang Jeschke zu folgen, der sich vehement für eine qualitative Verbesserung der ausgezeichneten Romane zu Recht einsetzte. Später wird Jeschke im Rahmen der Heyne Science Fiction Reihe vor ähnlichen Problemen gestanden haben, nicht jeder Band ist wirklich ein Meisterwerk der Science Fiction, aber unbestritten hat er zusammen mit Herbert W. Franke die Grundlagen für die Akzeptanz des Genres hinaus gelegt. Mit aufkommender Konkurrenz durch andere Verlage begann auch die »Heilige Allianz« zwischen Ernsting und Pabel sowie dem SFCD auf der anderen Seite zu bröckeln. Aus den hier abgedruckten Briefen kann der Leser entnehmen, dass Walter Ernsting schon lange zwischen allen Stühlen gesessen hat. Er hatte Schwierigkeiten mit dem Pabel-Verlag, was seine professionellen Arbeiten anging und wurde im SFCD für seine enge Kooperation, die eher vehement mit dem Argument der Hilfe in der Gründungsphase verteidigte, angegangen. Dabei bemühte sich Walter insbesondere, seine Soldaten um sich zu scharren. Zu diesen gehörte auch Rainer Eisfeld, der sich vertraglich an Walter Ernsting gebunden hatte, um Science Fiction zu übersetzen. Als Walter vom Pabel-Verlag zu Moewig gegangen ist, sollte Eisfeld nur von Ernsting Aufträge entgegennehmen. Mit dem zunehmenden Interesse an Science Fiction im Gleichklang mit der Eroberung des Alls - bezeichnenderweise war es den meisten Science Fiction-Fans egal, welche Nation das Wettrennen ums All gewann, solange überhaupt geflogen wurde - kam es auch zu einer Trennung zwischen fanisch-kommerzieller Idealisierung - siehe die Ernsting Fraktion - und einem knallharten kapitalistischen Konkurrenzkampf. So duldete Pabel keine Hinweise auf Konkurrenzprodukte in den von ihm direkt oder indirekt gesponserten SFCD-Publikationen und der Jungfan Bingenheimer suchte mit seinem Buchclub - aus dem später TRANSGALAXIS wurde - und dessen Rabatten die organisierten Fans für sich zu gewinnen. Im Vergleich zu den Heftromanen stellten die fast eintausend im SFCD organisierten Fans - kaufmännisch sehr stark gerundet - für Leihbuch- und Buchverlage eine gewichtige Zielgruppe dar. Allerdings erreichten insbesondere die herunter geschriebenen Leihbücher kaum die Ansprüche der Clubfans, die zumindest impliziert nicht das repräsentative Breitenpublikum der utopischen Literatur in Deutschland darstellten. Massenschreiberling und Fan aus Opportunitätsgründen Rohr versucht die schlechte Qualität insbesondere auch seiner utopischen Kriminalromane mit amateurhaften Argumenten zu entschuldigen, die heute genauso verwendet werden wie vor fünfzig Jahren. In diesem Punkt hat sich der Kreis nicht geöffnet. Obwohl wahrscheinlich achtzig Prozent der Mitglieder gestern wie heute Bewegungsmasse sind, zeigten die Auseinandersetzungen von vielleicht dreißig bis vierzig Fans nachhaltige Spuren. Es ist sicherlich nicht überraschend, dass nicht nur immer wieder die gleichen Namen auftauchen - insbesondere W. W. Shols hat sich als treuer Gefolgsmann der Ernsting-Fraktion erwiesen -, sondern wie sich die unterschiedlichen Lager immer wieder für kurze, aber entscheidende Phasen zu einigen suchten. Rainer Eisfeld belegt diese Entwicklungen nicht nur mit ausführlichen Zitaten, sondern gibt unterhaltsame, manchmal lustige, dann wieder nach dem Motto »Reim Dich oder ich Fress« niedergeschriebene Knüttelverse aus den fünfziger Jahren wieder. Die Folgen insbesondere für eine so kleine, aber enthusiastische Gemeinschaft sind vorhersehbar gewesen. Erst die wirtschaftliche Durstrecke der Science Fiction ab Mitte der achtziger Jahre hat viele alte Fronten notgedrungen geschlossen. Hans Joachim Alpers als (mit sehr gutem Erfolg) Herausgeber der Moewig- Reihe und inzwischen PERRY RHODAN-Autor sei hier nur beispielhaft genannt. Die nächsten Kapitel setzen sich mit der Zersplitterung des Fandoms auseinander. Im gleichen Zug wie die Science Fiction eine breitere und qualitativ bessere Basis finden konnte, begann das Fandom auseinanderzubrechen. In einem passend übertitelten Kapitel »Jedem Promi seinen Club« zeigt Eisfeld schließlich das Ergebnis dieser Entwicklung. Rohr, Scheer und Ernsting führten jeweils ihre eigenen Vereine und es blieb später Waldemar Kumming überlassen, diese zersplitterten Organisationen wieder zusammenzuführen. Diese Kapitel lesen sich vor allem aus fandomhistorischer Sicht äußert interessant, wenn Walter Ernsting den Fans im Grunde eine Basisdemokratie abspricht und der einzigen Möglichkeit, einer diktatorischen »Führung« im Fandom spricht. Es ist schon erstaunlich, wie stark die vergangenen Jahre diese erste wilde Zeit - die siebziger Jahre werden noch folgen - verniedlicht haben. Nicht zuletzt an diesen kritischen Passagen läßt sich erkennen, welche Unterschiede es zwischen den offiziellen Biographien Heiko Langhans im Auftrag des Pabel-Verlages und den Fakten gibt. Vor einigen Jahren sorgte ein sehr verunglückter Artikel in einem Walter Ernsting-Gedächtnisband für Aufsehen, welcher sich auf Wernher von Brauns Nazivergangenheit konzentrierte und Walter Ernsting als Naivling darstellte, der blind und ohne nachzudenken dem Opportunisten von Braun folgte. Unabhängig von der verunglückten Prämisse und den schlecht herausgearbeiteten Thesen konnte man zwischen den Zeilen sicherlich einiges Negatives über Walter Ernstings Persönlichkeit lesen. Der Kontrast im vorliegenden Band zwischen Ernsting und im Vergleich Scheer ist vielleicht zu stark gegen Walter Ernsting ausgerichtet, aber Rainer Eisfeld stellt gleich zu Beginn des Buches deutlich heraus, dass Walter Ernsting in den ersten Jahren seine Bezugsperson gewesen ist, von der er sich später distanzierte. Aus seinen persönlichen Erfahrungen, den Briefkontakten - die sehr viel Negatives und Naives beinhalten - und den Publikationen versucht Rainer Eisfeld die Geschichte des Fandom aufzuzeichnen und um sich nicht in den vielen Fakten zu verlieren, braucht er einen Bezugspunkt. Und dieser Bezugspunkt ist Walter Ernsting, eine wichtige Persönlichkeit des Fandoms, die sehr viel Gutes getan hat, deren Motive aber nicht immer fannisch oder idealistisch gewesen sind. An diese Fakten müssen sich einige Herrschaften gewöhnen und die vom Pabel-Verlag zum Teil absichtlich verklärte Geschichte wird insbesondere durch respektierte Autoren wie Rainer Eisfeld endlich und überfällig ins richtige Licht gerückt. Über die Streitigkeiten geht eines der lesenswertesten Kapitel des Buches fast gänzlich verloren. Eisfelds Besuch auf dem Londoner Weltcon. Auch wenn Eisfeld noch von der Mission getrieben worden ist, dem in Bedrängnis geratenen Walter Ernsting mit einer konzertierten Unterschriftenaktion der populären britischen und amerikanischen Autoren und Fans zu Hilfe zu kommen, lesen sich seine Erinnerungen über die ersten Begegnungen mit den netten, bodenständigen Autoren sehr unterhaltsam. Wie stark der Kontrast zwischen der lockeren Atmosphäre auf dem Weltcon und dem kurz darauf stattfindenden Biggercon gewesen ist, impliziert Rainer Eisfeld mehr, als dass er es beschreibt. Man könnte jetzt ausführlich diskutieren, ob die Laubenmentalität und Clubtümmelei der Deutschen ein einmaliges Phänomen ist - sicherlich nicht - , aber der Kontrast zwischen ihren ernsthaften Zielen und ihrem Umgang miteinander wird so deutlich herausgearbeitet, dass der Leser teilweise über die Borniertheit nur den Kopf schütteln kann. Aber woher sollen es die Fans auch lernen, wenn sie mit billigen Groschenheften aus dem Hause Pabel abgefüttert werden, könnte eine der zynischen Fragen lauten? Immer wieder zieht sich Rainer Eisfeld auch für die eigene Position einen Schritt zurück und versucht das Geschehen mit der Abgeklärtheit des Alters noch einmal zu beleuchten. Dabei macht er in seinen Anmerkungen nicht den Fehler, einzelne Situationen zu beschönigen oder gar zu erklären zu suchen. Aus seiner persönlichen Perspektive heraus gesteht er für sich einzelne Fehler ein und ermöglicht es in seiner sachlichen Art, sich ein gutes Bild des Fandoms zu machen. Als Einstiegsband für Newcomer ist DIE ZUKUNFT IN DER TASCHE nicht unbedingt geeignet. Rainer Eisfeld versucht die komplexe Entwicklung sehr kompakt, umfangreich, aber persönlich darzustellen. Alleine das Personenverzeichnis umfasst im Anhang vier ganze Seiten! Dazu kommen die verschiedenen Clubs - insbesondere gegen Ende der fünfziger Jahre mit seinen Aufspaltungen und Zusammenschlüssen wird es aufgrund der historischen Vorgaben unübersichtlich - und Organisationen, die Fanzines und Magazine. Wer sich allerdings schon lange mit dem Fandom auseinandersetzt und eine Reihe von sekundärliterarischen Artikeln oder Conberichten gelesen hat, wird auf hohem Niveau gut unterhalten. Mit längst vergessenen, aber relevanten Informationen überrascht Rainer Eisfeld pointiert, aber sachlich fundiert. Dabei bemüht er sich, die unterschiedlichen Standpunkte darzustellen und nicht nur zu kommentieren. Dadurch wird sein Buch zu einer sehr guten Ergänzung bisheriger Literatur und gleichzeitig ein kritischer Kontrast zu den bisherigen Arbeiten über das Fandom/die Geschichte des SFCD, wie die von Rolf Heuter vor vielen Jahren herausgegebene Chronik des SFCD, die Gedächtnisbände des TERRANISCHEN CLUB EDEN zu Scheer und Ernsting, dem Sonderband des SFCD für Walter Ernsting und den vielen Conberichten, die Interessierte vor allen empfehlenswerten Fanzines wie MUNICH ROUND UP entnehmen könnten. Weiterhin ist anzumerken, dass sich zumindest der Pabel-Verlag trotz einer neuen Generation von Verantwortlichen nicht sonderlich geändert hat. Wer die beiden von Heiko Langhans geschriebenen Biographien gelesen hat, wird die Unterschiede zum vorliegenden Band erkennen. Rainer Eisfeld ist es gelungen, eine wichtige Persönlichkeit des Fandoms - Walter Ernsting - kritisch in seiner Rolle zu betrachten, ohne seine beachtenswerten Leistungen außer acht zu lassen. Er reduziert aber Walter Ernsting wieder auf einen Menschen mit vielen Stärken und ebenso vielen Schwächen und erzählt mit ihm manchmal freiwillig, dann wieder unfreiwillig im Mittelpunkt die Geschichte des Fandoms in den wilden fünfziger Jahren, die auch einen Einfluss auf die noch formbaren Charaktere gehabt haben. Im Vergleich zu dieser Zeit ist das Fandom gesetzter geworden, selbst die Rebellen haben teilweise kapituliert und sich im Laufe der Jahrzehnte den Quellen des Geldes ohne es zu hinterfragen angeschlossen. Es bleibt zu hoffen, dass auf diesen ersten Pionierband weitere folgen werden. Alleine die außerparlamentarische Opposition in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren könnte einen weiteren Band füllen. Rainer Eisfeld hat sich am Ende der fünfziger Jahre aus dem Fandom zurückgezogen, ist aber der Science Fiction immer wieder treu geblieben. Alleine die Herausgeber der Van Vogt Sammelbände im Rahmen der Heyne BIBLIOTHEK DER SCIENCE FICTION LITERATUR - die ersten Van Vogts hat er für Walter Ernsting übersetzt - zeigt seine Verbundenheit mit stimulierender Science Fiction, welche die Fans der ersten Stunde immer gesucht und selten gefunden haben. Aber mit dem vorliegenden Band hat er diese Zeit wiederbelebt. Sachlich fundiert, stilistisch ansprechend, informativ, durchaus kritisch, aber nicht zuletzt aufgrund des seltenen Bildmaterials nicht nur lesenswert, sondern vor allem anschauenswert. Mit diesem Buch unterstreicht Eisfeld, dass die Zukunftsjünger inzwischen auch Geschichte geschrieben haben. Ihre eigene, die sehr wenig bis gar nichts mit den Idealen, die sie vergeblich in ihrer utopischen Literatur suchten, zu tun hat. (Thomas Harbach, Lübeck) Rainer Eisfeld, ein Fan der ersten Stunde, beschreibt das Fandom und die aufkommende SF in der Bundesrepublik Deutschland von 1955 bis etwa 1960. Der Autor (*1941) war damals live mit dabei und leitete von 1956-1958 die SFCD-Gruppe Bonn. Der (2006 emeritierte) Professor für Politikwissenschaften trennte sich zwar 1961 vom SFCD, blieb aber sein Leben lang der SF treu verbunden. Neben Sachbüchern (»Mondsüchtig«) machte er sich einen Namen als Übersetzer und Herausgeber. Das Buch »Die Zukunft in der Tasche« ist subjektiv. Es ist der persönlich gefärbte Rückblick des Autors auf das frühe Fandom und beschreibt die Entwicklung der SF-Szene in der BRD von 1950 bis in die frühen 60er. Sein spezielles Augenmerk gilt dabei der Entstehung des SFCD und somit zwangsläufig auch der Rolle von Walter Ernsting innerhalb des Fandoms. Die Darstellung ist subjektiv, es wird die Sicht des damals aktiven Fans Rainer Eisfeld kolportiert. Dies ist aber kein Makel, im Gegenteil. Da Eisfeld die Titanen der deutschen SF-Szene damals, in ihren Anfängen als Schriftsteller und Fans, mit all ihren Stärken und Schwächen kennenlernte, geht ihm jede Heldenverehrung jüngerer Fans (inklusive meiner Wenigkeit) ab. So gelingt es ihm in seinem Buch, die Rolle von Walter Ernsting in der SF und seinen Spagat zwischen Fan- und Verlags-Interessen präzise darzustellen. Es zeugt von der Qualität der Darstellung, dass dies trotz der sehr kritischen Würdigung ohne die geringste Häme geschieht. Im Gegenteil: Mein Eindruck ist, dass im Rückblick menschliche als auch wirtschaftliche Mechanismen aufgezeigt werden und für Verständnis für die damaligen Wirrungen (etwa die Vergabe des SFCD-Siegels) geworben wird. Die Darstellung führt dazu, dass man nicht nur die frühen Clark-Darlton-Romane in einen Kontext einordnen, besser verstehen und somit besser würdigen kann. Aber nicht nur Walter Ernsting tummelte sich in diesem frühen Fandom; praktisch jeder, der in den letzten 50 Jahren innerhalb der bundesdeutschen SF Rang und Namen hatte, wird erwähnt. So erfährt man etwas über die ersten Aktivitäten von Wolfgang Jeschke und Franz Rottensteiner, es werden die Aktivitäten von W. D. Rohr dargestellt und die fannischen Aktivitäten von K. H. Scheer werden erzählt. Viele der oftmals nur gefühlten Animositäten und Verbindungen, die den unbedarften Leser schon immer irritiert haben, begründen sich in den Aktivitäten dieser Anfangsjahre. Sie werden zwar, ebenso wie die Rolle von Walter Ernsting, aus der rein subjektiven Sicht des Autors geschildert, aber eben aus dem entspanntem Rückblick eines halben Jahrhunderts dargestellt. Insgesamt gesehen ein mehr als lesenswertes Buch. Die Gründerjahre der Science Fiction in Deutschland werden plastisch dargestellt, man gewinnt einen tiefen Einblick in die damalige Szene. Und gerade im Hinblick auf aktuelle Diskussionen innerhalb der SF-Gemeinde erhält dieses Werk eine ungeahnte Aktualität. (Alfred Kruse, Hamburg, 15.12.2007)

Der SFCD-Vorstand hatte übrigens überlegt, das Buch in einer passenden Auflage für die Mitglieder zu erstehen, die Idee jedoch letztlich aus finanziellen Gründen fallen lassen. Die Anschaffung wäre aus Vorstandssicht sicherlich sinnvoll und eine gute Sache, aber nicht zu finanzieren; ich kenne die genauen Zahlen nicht, die da verhandelt wurden, aber ich denke mal, daß wir von 5000 bis 6000 Euro reden würden, und das sieht irgendwie nach rund einem Drittel des SFCD-Jahresbudgets aus. Nunja. Schade finde ich im Nachhinein, daß der SFCD so gark eine Chance hatte, sich an der Produktion zu beteiligen. Man kann wohl niemandem einen Vorwurf daraus machen, oder vielleicht doch: Es ist einfach einesehr fragwürdige Geschichte, warum der SFCD nicht involviert war. Aber egal - das Baby ist im Bach. Es bleibt zu hoffen, daß bei einem nächsten Projekt dieser Art eine Möglichkeit besteht. My.

#22 †  a3kHH

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Geschrieben 03 Januar 2008 - 17:48

Der SFCD-Vorstand hatte übrigens überlegt, das Buch in einer passenden Auflage für die Mitglieder zu erstehen, die Idee jedoch letztlich aus finanziellen Gründen fallen lassen. Die Anschaffung wäre aus Vorstandssicht sicherlich sinnvoll und eine gute Sache, aber nicht zu finanzieren; ich kenne die genauen Zahlen nicht, die da verhandelt wurden, aber ich denke mal, daß wir von 5000 bis 6000 Euro reden würden, und das sieht irgendwie nach rund einem Drittel des SFCD-Jahresbudgets aus. Nunja.

Das wäre jedenfalls eine sinnvollere Ausgabe gewesen als so vieles andere, was der SFCD macht.

#23 My.

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Geschrieben 03 Januar 2008 - 18:33

Das wäre jedenfalls eine sinnvollere Ausgabe gewesen als so vieles andere, was der SFCD macht.

Alfred, das steht völlig jenseits jeglicher Diskussion. Es wäre ein nachgerade genialer Deal gewesen. Aber es hat nicht sollen sein - Und in manchen Momenten passieren in meiner Erinnerung seltsame Dinge: Wenn ich mir vergegenwärtige, was Eisfeld so geschrieben hat, und daß er dann, als es darum ging, das Manuskript zu veröffentlichen, in allerkeinster Weise auch nur andeutungsweise an den SFCD gedacht hat, das läßt in Verbindung mit seinen Buchäußerungen sehr, sehr, sehr tief blicken. Es mag eine Unterstellung sein - und ich entschuldige mich beizeiten gerne dafür, wenn es so ist -, aber es erweckt den Eindruck, als sei Eisfeld in der besonderen Beziehung zum SFCD auch nur einer von vielen Supereingeschnappten. Vielleicht ein bißchen objektiver, vielleicht ein bißchen fairer, aber letztlich dann doch nur "Marke: eingeschnappt" in der Beziehung, dem SFCD von vornherein nicht die Spur einer Chance zu geben, mal etwas zu machen - nicht allein, durchaus mit irgendjemandem -, wo die Leute eben hinterher sagen: "Sauber, des is a feine G'schicht' worn!" My.

#24 Thomas Sebesta

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Geschrieben 03 Januar 2008 - 19:44

... aber letztlich dann doch nur "Marke: eingeschnappt" in der Beziehung, dem SFCD von vornherein nicht die Spur einer Chance zu geben, mal etwas zu machen - nicht allein, durchaus mit irgendjemandem -, wo die Leute eben hinterher sagen: "Sauber, des is a feine G'schicht' worn!"...

Ich denke du irrst. Er hat euch sehr wohl die Chance gegeben etwas zu machen - nämlich Vergangenheitsbewältigung. Ihr habt jetzt die Chance zu sagen, ja so war es, wir wollen das oder jenes nicht, nicht mehr oder doch. Oder zu sagen - halt, das ist falsch, wir stehen da mal anders dazu. Es liegt allerhand auf dem Tisch um das ihr euch schon lange Zeit herumdrückt (als Verein)- das zeigt auch die letzte Sache mit der Anfechtung (oder angedrohte Anfechtung) und die Art und dem Geist, wie diese nachbearbeitet wurde. Ich anerkenne wohl, dass Bemühungen unternommen werden, aber der abzutragende Berg ist doch einigermaßen hoch. Und ich, als Außenstehender, erkenne nicht, dass der gesamte Vorstand da ganz fest an einem Strang zieht. Gruß Thomas

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#25 My.

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Geschrieben 03 Januar 2008 - 20:46

Ich denke du irrst.

Natürlich tue ich das. Ich schrieb ja. "Manchmal denke ich -" Du mußt das so lesen, wie ich es geschrieben habe :thumb:

Er hat euch sehr wohl die Chance gegeben etwas zu machen - nämlich Vergangenheitsbewältigung. Ihr habt jetzt die Chance zu sagen, ja so war es, wir wollen das oder jenes nicht, nicht mehr oder doch. Oder zu sagen - halt, das ist falsch, wir stehen da mal anders dazu.

Möglicherweise hat er das, ja. Es stellt sich zum einen die Frage, ob der Weg gut war, den er wählte. Es hätte besser laufen können, will ich meinen. Es hätte vor allem mehr im SFCD laufen können. Aber das mal dahingestellt - Die Gefahr ist, daß genau dieses Angebot ins Auge geht. Wer soll denn bitte noch sagen, ja, so war es, wir wollen das oder jenes nicht, nicht mehr, oder doch? Wer soll denn sagen, das ist falsch, wir stehen anders dazu? Wer? Die Mitglieder, die alt genug und lang genug dabei wären, um das wirklich beurteilen zu können, die sind inaktiv. Oder gehören zu einer Fraktion, die man durchaus mit "Ewiggestrig" gut umschreiben könnte, die zu einer Fraktion gehören, die den SFCD nicht, wie er heute ist, erhalten wollen, sondern die ein "back to the roots" vor alles andere stellen, selbst vor den heutigen SFCD. Es ist sicher so, daß der heutige SFCD reformbedürftig ist, daß er sich um seine Vergangenheit bemühen sollte, aber wirklich mit solchen Mitteln? Mit solchen "Helfern"? Solchen "Fachleuten"? Da sehe ich Probleme am Horizont, die dann mit einfachen Vereinsmitteln nicht mehr zu beheben wären -

Es liegt allerhand auf dem Tisch um das ihr euch schon lange Zeit herumdrückt (als Verein)-

Möglicherweise -

das zeigt auch die letzte Sache mit der Anfechtung (oder angedrohte Anfechtung) und die Art und dem Geist, wie diese nachbearbeitet wurde.

Hm? Welche "Anfechtung" meinst du? Die Mitgliederversammlung in Dresden? Was war an der Art der Problemlösung nicht okay? Und welchen "Geist" meinst du?

Ich anerkenne wohl, dass Bemühungen unternommen werden, aber der abzutragende Berg ist doch einigermaßen hoch.

Das ist amüsant. Ich sehe Bemühungen gleich welcher Art eigentlich nicht.

Und ich, als Außenstehender, erkenne nicht, dass der gesamte Vorstand da ganz fest an einem Strang zieht.

Du wirst lachen - oder vermutlich auch nicht -, aber im derzeitigen Vorstand zieht überhaupt niemand an irgendwas, allenfalls an seinem eigenen Strick, wenn man es genau nähme. Was haben wir denn da? Naja, ich könnte den derzeitigen Vorstand trefflich beschreiben, aber das wären Interna, die man mir andersherum wieder einwürgen würde. Jedenfalls hat in diesem Vorstand überhaupt niemand irgendeinen Strang in der Hand, überhaupt im Geiste. Ich sowieso nicht ... ich habe keine Hand frei. My.

#26 Mazer Rackham

Mazer Rackham

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Geschrieben 03 Januar 2008 - 21:21

Hm? Welche "Anfechtung" meinst du? Die Mitgliederversammlung in Dresden? Was war an der Art der Problemlösung nicht okay? Und welchen "Geist" meinst du?

Oh, das kann sogar ich beantworten: Einem Mitglied wurde sein Pochen auf die Satzung fast zum Verhängnis. Man munkelte was von "vereinsschädigendem Verhalten", "Ameisenfickerei" und "Vereinsausschluss", glaub ich.

#27 My.

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Geschrieben 03 Januar 2008 - 21:38

Oh, das kann sogar ich beantworten: Einem Mitglied wurde sein Pochen auf die Satzung fast zum Verhängnis. Man munkelte was von "vereinsschädigendem Verhalten", "Ameisenfickerei" und "Vereinsausschluss", glaub ich.

Kupferstecher, beantworten kannst du das allerdings nicht. Deine Kurzdarstellung ist tendenziös und falsch. Derjenige, der von vereinsschädigendem Verhalten sprach und einen Ausschluß deshalb aus dem Verein andachte, war ein einfaches Vereinsmitglied. Einem einfachen Vereinsmitglied ist es so unbenommen, einen solchen Gedanken zu äußern. Das einfache Vereinsmitglied ist nicht in der Lage, eine solche Entscheidung zu treffen. Freilich jedoch, eine solche auf ordentlichem, satzunskonformem Wege herbeizuführen. Was nicht geschehen wird. So nicht. Und auch, weil dasjenige Vereinsmitglied das gar nicht wollte und will. Derjenige, der das Wort mit A benutzte, war ich. Wir wollen doch höflich sein. Ich schrieb "Ameisenf***erei", darauf lege ich Wert. Und der Zusammenhang, in dem ich diesen Begriff gebrauchte, war ein gänzlich anderer als der, den du hier einzureden versuchst. Ich bezog mich auf das Herumhacken auf der Frage, ob die MV am 08.12.07 in Offenbach am Main eine "normale", die "einzige" oder eine "außerordentliche" MV war; dieses Herumhacken auf dieser Frage bezeichnete ich als Ameisenf***erei. Sonst nichts. Deine Antwort wäre also nicht richtig. Ist nicht richtig. Sechs, setzen, nächster, bitte. My.

#28 My.

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Geschrieben 08 Januar 2008 - 21:45

Tja, Leute,

eine Sache geht mir einfach nicht aus dem Kopf: den Eisfeld in den SFCD zu bringen.

Der Probleme sind es zwei.
Zum einen: der SFCD hat das Geld nicht. Ich weiß nicht genau, wieviel Dieter von Reeken für ein Exemplar bei einer Abnahme von 350 bis 370 Stück haben wollte, aber bei einem Verkaufspreis von 25 Öre und einer Aufmachung, wie der aufgemachten, gehe ich - eine Anfrage läuft, eine Antwort steht noch aus - von sicherlich irgendwo 18 bis 20 Öcken pro Exemplar aus. Was bei 350 bis 370 Ex.en für den Verein bedeutet: 6300 bis 7400 Mäuse, Zaster, Kies, Reibach.

Wow, oder?

Oder besser: F**k?

Ich neige zu letzterem und denke eben ständig drüber nach, was man machen könnte. Denn zum anderen kann Dieter ganz sicher nicht weniger verlangen, als die Bücher gekostet haben, und selbst wenn es weniger wäre als 18 Öre - 16, 14 ... weniger wird's nicht sein ... es bleibt das Problem, daß der Batzen zu dick für den SFCD ist.
Und eben das andere Problem: Dieter soll seinen Schnitt machen, keinen Verlust, vielleicht ein bißchen Gewinn, genug, daß sich all sein Aufwand gelohnt hat, denn seine Bemühungen gehören unterstützt, auf voller Breite.

Wat also nu? Es gilt auch zu bedenken, daß das Eisfeld-Buch bei aller Liebe - und bei aller Brillanz, die der Autor hineintragen konnte; ich habe lange kein ganzes Buch in so kurzer Zeit so verschlungen! - ein sehr spezielles Buch für einen recht kleinen Leserkreis sein dürfte. Dieter wird also über kurz oder lang den Wunsch hegen, einen mehr oder weniger erheblichen Teil seiner Auflage loszuwerden, und das wird er in kurzer Zeit nicht schaffen, und eine lange Zeit durchzuhalten, das ist nicht jedermanns Sache, und vielleicht auch gar nicht sinnvoll.

Langer Rede, kurzer Sinn.

Hier sind nicht viele SFCD-Mitglieder, aber trotzdem benutze ich dieses Forum, um es anzusprechen: Ich rufe dazu auf, das Projekt zu sponsorn, eine Auflage von 350 bis 370 Ex. - die genaue Zahl wäre zu ermitteln, wenn es so weit wäre - für den SFCD zu beschaffen. Ich selbst würde die ersten 500 (fünfhundert) Euro beisteuern.

Was ich als Gegenleistung zusagen kann - und ggf. über die genannten 500 Euro selbst finanziere - ist

    [*]eine einjährige SFCD-Mitgliedschaft mit allem normalen Drumherum; Sponsoren, die schon SFCDler sind, zahlen halt 1 Jahr lang nix;
    [*]eine Spendenbescheinigung des SFCD.
    [/list]Wer macht mit?

    My.

#29 †  a3kHH

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Geschrieben 09 Januar 2008 - 07:18

Der Probleme sind es zwei.
Zum einen: der SFCD hat das Geld nicht.
[...]
Es gilt auch zu bedenken, daß das Eisfeld-Buch bei aller Liebe - und bei aller Brillanz, die der Autor hineintragen konnte; ich habe lange kein ganzes Buch in so kurzer Zeit so verschlungen! - ein sehr spezielles Buch für einen recht kleinen Leserkreis sein dürfte.

Mann Gottes, Michael, Du denkst in viel zu eingefahrenen Gleisen.

Zunächst einmal hat der SFCD ausreichend Geld. 45 Euro x 350 Mitglieder entspricht einem Jahresbudget von etwa 15.000 Euronen. Aber das ist unerheblich.

Der SFCD muß hier nicht das ganze Geld irgendwem geben, damit irgendeine Auflage irgendeines Buches gedruckt werden kann. Er muß auch keine Auflage aufkaufen - aber er kann für SFCD-Mitglieder den Kauf dieses Buches bezuschussen ! Der Eisfeld kostet 25 Euro. Wenn der SFCD für seine Mitglieder davon 10 Euro übernimmt, ist das absolut ausreichend. Und es ist gleichzeitig nicht nur eine gute Werbung für dieses Buch, sondern ebenfalls eine für den SFCD !

#30 Mazer Rackham

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Geschrieben 09 Januar 2008 - 09:14

Gute Idee mit dem Zuschuss: Es bestellen nur die Mitglieder das Buch, die es tatsächlcih haben wollen.Klassischer Fall einer Win-Win-Situation:Der interessierte Leser spart 10 Euro, der SFCD spart sich das Geld für die Uninteressierten.


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