Science Fiction Musik
- das erinnert mich an mein erstes Leben im Fandom (so 77-84 im letzten Jahrtausend).
Der Deutsche an sich benötigt zwingend Schubladen um in einer ach so komplizierten Welt Strukturen zu schaffen und den Überblick zu behalten. Und so pappte er ein Zettelchen mit "SF-Musik" an solch eine Schublade. Da schmiss er alles rein, was passte und diskutierte und prügelte sich verbal mit allen anderen, die das Papperl falsch interpretierten.
Gehören da Filmmusiken rein - falls ja natürlich auch "An der schönen blauen Donau" oder "Also sprach Zarathustra". Andere packten den Schulze Klaus und Tangerin Dream rein. Pink Floyd sowieso. Spätestens als "Fred vom Jupiter" in die Charts kam, schwappte die Diskussion wieder hoch. In Leserbriefen von Fanzine, das Internet gabs ja noch nicht. Und es wurde schwadroniert, gepöbelt und beleidigt. Sich gegenseitig Geschmack zuerkannt und abgesprochen.
Und jetzt lebt die Idee wieder auf. Totgeglaubte leben nun mal länger.
Ich finde die Idee gut, einen Sampler jenseits der Hitparaden, Casting- und Chartshows aus dem Unterschichtenfernsehen zu produzieren.
War of the Worlds, Schulze, Pink Floyd etc. habe ich eh zuhause, die müssen nicht aus Scheibchen (und die beiden Major Toms und Codo und den Fred von Jupiter sowieso). Billy Idols Neuromancer-CD würde ich ebenfalls in die Schublade SF-Musik packen. Und zwar ganz nach oben. Und zwar komplett - doch die gibt es ja schon.
Was mir gefallen würde, wäre ein Mix eher unbekannter Interpreten. Newcommer und nur Insidern bekannte Gruppen oder Solisten. Billy Idol und Pink FLoyd kriegen wir sicher nicht für umme. Vielleicht ein bischen Gothic - die Zukunft ist düster ...
Die von Roger angesprochene GEMA-Freie Musik kann ich nicht empfehlen. Sie dient zur Vertonung von AV-Projekten, Videos oder Urlaubsfilmen und ist - gelinde gesagt - gefällig. Ich habe einen Teil der Scheiben von
http://www.highland-musikarchiv.com/ zuhause und finde pro CD selten mehr als zwei, drei annehmbare Stücke. Der Rest klingt nach ZDF-Vorabenserie und Friede-Freude-Eierkuchen-Kacke - Prekariats-Gedudel - Massentauglich. Auch die Rechte sind dort eindeutig definiert: Man erhält eine Freigabeerklärung für den nicht-kommerziellen Einsatz - z.B. für einen Vortrag a la "Space U.R.M.E.L oder meine Trailer und Reportagen. GEMA-frei.
Für eine SFCD-CD stelle ich mir folgendes vor:
1. Aufruf über News-Letter, AN-Beilage und Forum, Vorschläge bis zu einem Stichtag einzusenden
2. Recherche nach den Rechteinhabern inkl. GEMA
3. Entwickeln eines klaren Konzeptes: Auflage, Anzahl Titel, Vertrieb (oder Verschenken), Zweck (z.B. Compilation von Musik mit futuristischen Klängen, Inhalten und Themen ..., Presswerk, Cover ...
4. Anschreiben der Rechteinhaber mit Klärung der Modalitäten (Lizengebühr, kostenfrei?)
5. Abgleich mit dem Konzept - ggf. Korrekturen am Konzept
6. Klärung der Finanzierung (Spenden, Vorschuss ..., SFCD-Beteiligung)
7. Fertigstellung und Verteilung
Dies kann keiner alleine durchziehen.
Hier braucht ´s ein Team, das die Sache ernst nimmt und feste Termine setzt und einhalten kann.
Und die klare Bereitschaft, das Konzept durchzuziehen, sobald es festgezurrt ist; unabhängig von Besserwissern, Reinredern, Bedenkenträgern, Bremsern, Störern etc.
Gibt es so ein Team?
Gibt es so ein Konzept?
Ich bin mir da nicht sicher.
Vielleicht wäre ein Antrag auf dem MV ein Weg.
Oder die ernsthafte Bereitschaft weniger.
Ich würde mich bereit erklären, ein Cover, eine Kollage etc. beizusteuern. Mit Bildern, deren Rechte bei mir liegen.
Vielleicht wissen wir nach Schwerin mehr!
Gruß
Jürgen