Besonders freut mich natürlich, dass meine Story "Instant Man" (bei ebay gibt's nämlich selbstwachsende Wegwerf-Menschen in Tütchen) nicht nur vertreten ist, sondern auch noch den Opener macht. Naheliegenderweise beschränke ich mich mit meinen Besprechungen auf die restlichen Texte
Herr der Sterne, Herr der Schmerzen - Olaf Kemmler
Ein mächtiges Wesen stiftet Ärger auf einem friedlichen Planeten. Böse Story, sauber geschrieben.
Das Mädchen von der Mondstraße - Johanna Braun und Günter Braun
Ein eigenwilliger SF-Freak sucht eine außerirdische Freundin. Sonderbare, aber liebenswerte Groteske.
Der Bethagi-Zwischenfall - Christian Weis
Langweiliges, vorhersehbares Simulation-oder-nicht-Verwirrspiel. Das kann der Kollege Weis deutlich besser.
Mitten in das Leben - Guido Seifert
Böse Drogen-Story. Dichte Atmosphäre, sauberer Stil. Ich bin bei diesem Text etwas neidisch, denn EXODUS hat ihn dem GOLEM quasi weggeschnappt. Guido, mehr schreiben!
Besucher aus der Ferne - Helmut Hirsch
Souverän inszenierte Longstory über Kolonisten auf einem fremden Planeten. Viele gute Ideen. Nur die Figuren bleiben ein klein wenig blass. Aber uneingeschränkt zu empfehlen. Highlight dieser Ausgabe.
Morgen im Hominidenpark - A.D.
Der Autor (Name auf eigenen Wunsch entfernt) hat seinen üblichen Nacherzählungsstil gegen einen Dialog vertauscht. Handlung gibt's trotzdem nicht. Ununterscheidbare Gesprächspartner illustrieren des Autors krude Weltverbesserer-Zeitkritik in wörtlicher Rede. Immerhin sprachlich mit ein paar guten Stellen. Aber ein Geschichtenerzähler ist der Autor nach wie vor nicht.
Kentaurische Affären - Frank Neugebauer
Witzige Anekdotensammlung abgedrehter Ideen, die für sich genommen zu längeren Geschichten taugen würden, als Sammlung aber auf Dauer etwas albern wirken.
Zu den Textschnipsel von Thomas Franke sage ich mal nur soviel: Als Illustrator und Hörbuch-Sprecher gefällt mir Herr Franke deutlich besser denn als Autor.
Insgesamt auch von den Illustrationen her (bloß das Cover hätte mehr Kontrast vertragen - typisches Problem von Farbbildern, die schwarzweiß reproduziert werden) eine gute EXODUS-Ausgabe. Diesmal vielleicht etwas SF-lastig. Wurscht - EXODUS 22 ist ein blitzsauber produziertes Magazin, das mehr Aufmerksamkeit verdient!
Bearbeitet von Uwe Post, 02 Mai 2008 - 15:57.



