Das Monster in uns
#1
Geschrieben 20 April 2008 - 05:12
#2
Geschrieben 08 Mai 2008 - 14:31
#3
Geschrieben 10 Mai 2008 - 00:19
Fand die Doku etwas enttäuschend. Die Filmaufnahmen des Milgram-Experiments waren doch arg zusammengeschnitten worden. Wohl aus Rücksicht auf die Nerven der Leute. Ich habe in den 70er Jahren einen längeren Dokumentarfilm über eine deutsche Wiederholung des Milgram-Experiments gesehen. Der war wirklich gegen Ende in seiner unbarmherzigen Eindringlichkeit kaum mehr zu ertragen. Man hat hypnotisiert den Ablauf verfolgt und mit jedem Schrei, mit jeder Erhöhung der Voltzahl, darauf gehofft, daß die Versuchsperson die Quälerei nun endlich abbricht. Der Film hat mein Menschenbild damals nachhaltig beeinflußt.Schade, das habe ich leider verpasst.
Tja, es ist nicht leicht, wirklich ehrlich in den Spiegel zu sehen und zugeben zu müssen, wie dünn die Schminke der Zivilisation ist.Komischerweise ist das eine Thematik, die gar nicht so furchtbar viele Menschen interessiert.
Ich ärgere mich immer über die simplifizierenden Spiegel-Artikel. Das Thema selbst ist aber spannend. Es paßt zu einer der Theorien der Savant-Forschung. Da gab es vor einiger Zeit eine sehr gute mehrteilige Dokumentation im Fernsehen darüber. In der wurde u.a. ein Savant vorgestellt, der nach einem einzigen Hubschrauberflug über Rom ein unglaublich detailreiches Panoramabild der Stadt malen konnte. Die besagte Theorie geht davon aus, daß die außerordentliche Leistung dieses Savants keine spezielle Gedächtnisbegabung ist, sondern durch eine gestörte Filterfunktion des Gehirns entsteht. Jeder Mensch soll diesen Detailreichtum des Gedächtnisses besitzen, nur sollen diese Details bei einer normalen Gehirnfunktion durch den Filter niemals ins Bewußtsein dringen. Interessanterweise konnte man bei einem normalen Menschen durch starke elektromagnetische Felder die Filterfuktion zeitweise stören und damit verblüffende Gedächtnisleistungen auslösen. PS: Sehe gerade, daß ich Eulen nach Athen getragen habe.Eines nervt mich in letzter Zeit. Es gab wohl eine wissenschaftliche Untersuchung, welche sich mit der Zuverlässigkeit des menschlichen Gedächtnisses beschäftigte. Dies wurde etwas simplifiziert und geisterte dann in den Medien dergestalt herum, dass wir Menschen täglich mehrere Hundertmal damit beschäftigt seien, zu lügen. In der Untersuchung ging es darum, dass Probanten in einem Kernspintomographen angaben, bestimmte Bilder nie zuvor gesehen zu haben. Allerdings signalisierten Aktivitäten in einem bestimmten Hirnareal, dass diese Bilder doch wiedererkannt wurden. Diese unbewusste Unterdrücken von Informationen ist eine sehr interessante Sache, hat aber wohl kaum etwas damit zu tun, dass wir nun alle notorische Lügner sind.
Bearbeitet von Konrad, 28 Mai 2008 - 12:30.
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