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Myra Cakan - Downtown Blues


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9 Antworten in diesem Thema

#1 Jürgen

Jürgen

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Geschrieben 06 Juni 2002 - 07:50

Diese Tage habe ich den Roman "Downtown Blues" von Myra Carkan begonnen."Aufgeschreckt" von Rezensionen, die bei Amazon und anderen Buchhändlern erschienen sind, und der Hinweis, das eine Autorin, ich zitiere "....einem William Gibson oder einem Neil Stephensen locker das Wasser reichen kann..." , musste ich mir zwangsläufig dieses Buch besorgen.Ich möchte hier betonen, das ich das Buch noch nicht zu Ende gelesen habe.....aber es juckt dermaßen in meinen Fingern, etwas dazu zu schreiben, das ich einfach nicht an mich halten kann :) SoSo...Cakan ist also "DIE" Neuenddeckung im SF und Social Fantasy Bereich. Ähmmmm...ähhhh.... WARUM ?Die ersten hundert Seiten des Romans sind so spannend wie die Gebrauchsanleitung einer Kaffeemaschine! Alles schon mal gelesen, alles schon mal gehört (sogar viel besser), alles kalter Kaffee....bis auf die Beschreibung der "Heldin" des Romans. Ich habe noch nie eine so schlechte Darstellung einer Hauptakteurin gelesen, wie in diesem Roman.Ich habe nicht genau nachgezählt, aber meine, mindestens 10 mal den Satz "aber sie war ja noch eine Anfängerin und musste noch viel lernen" gelesen zu haben. Jajaj Frau Cakan - JETZT WISSEN WIR ES !!!Cakan versucht auch dauernd, Strassenslang in die Geschichte einzubauen. Netter Versuch - nur total misslungen. Ich bezweifel ja gar nicht, das vielleicht in dieser Art in einer Metropole im Jahr 2050 gesprochen wird, nur fehlt es der Autorin an Stil und schriftstellerischem Können, diesen Slang da einzubauen, wo er "wirkt".Für wen habe ich nun diese Vorab-Rezi geschrieben ?????Hauptsächlich für diejenigen, die sich evtl. dieses Buch kaufen wollen und dabei andere Rezensionen zu Rate ziehen....schraubt eure Erwartungen erst einmal um 80% zurück!Myra Cakan ist lichtjahre davon entfernt, sich in eine Reihe mit Stephenson, Gibson oder Williams zu stellen. Sie hat einfach nicht die Klasse dafür!Ich lese weiter an diesem "Schmöcker" und werde eine komplette Rezension folgen lassen.mfgCount
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#2 MartinHoyer

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Geschrieben 06 Juni 2002 - 21:22

:wink: Ich muß mit meinen Äußerungen etwas vorsichtiger sein, damit es sich nicht so anhört, als wäre ich gnatzig, daß Fräulein Cakans Romane ungleich besser weggehen als meine ... Aber ich konnte offen gestanden (a) mit ihren Arbeiten ebensowenig anfangen wie CountZero und habe (:) überdies eine recht konkrete Vorstellung davon, wie ich die überschwenglichen Rezensionen einzuordnen habe. - Das sind die Momente, in denen ich beginne, trotz gegenteiliger Einstellung über einen Anschluß an diverse Clubs, Vereine und Vereinigungen nachzudenken ... :D
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#3 Jürgen

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Geschrieben 06 Juni 2002 - 21:50

@MartinHoyerIch würde ja auch gerne mal deine Werke verreissen..... :biglaugh: ....aber Fantasy ist nicht so mein Ding und dein Erstling ist vom Thema her auch nicht so mein Spezialgebiet.Aber ich schaue schon Ab und Zu mal bei Amazon in deine Rubrik rein....wenns vom Thema her mal was passendes gibt.....no Prob.Count
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#4 MartinHoyer

MartinHoyer

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Geschrieben 07 Juni 2002 - 09:07

Ich würde ja auch gerne mal deine Werke verreissen..... :biglaugh:

*g* Da die Veröffentlichung etwas überhastet war und der Verlag netterweise auf ein Korrektorat verzichtete, gab es schon ausreichend Verisse. :)

....aber Fantasy ist nicht so mein Ding und dein Erstling ist vom Thema her auch nicht so mein Spezialgebiet.

Pst, ein kleines Geheimnis: Ich habe noch nie Fantasy geschrieben. :D - Aber zurück zu "Downtown Blues". Ich muß vielleicht noch ergänzen, daß Cyberpunk prinzipiell nicht meine Schiene ist, also gehe ich besser nicht auf die Vergleiche zu Gibson, Stephenson oder Williams ein. Was mich vielmehr störte - und als Leser darf ich das sicherlich so respektlos sagen - war, daß der Roman so unglaublich krampf-cool geschrieben ist. Ich konnte absolut keine Beziehungen zu den Charakteren aufbauen, womit der Hintergrund die Story tragen muß. Und das packt er meiner persönlichen Ansicht nach - wie schon in "When the Music is over" - nicht, da zu wenig originell. Was Myra Cakan an sich angeht, war ich überaus positiv vom ersten Band der Jugendbuch-Reihe "Luke Harrison" überrascht. Klar, ich gehöre nicht die Zielgruppe und verfolge die Reihe daher auch nicht weiter, aber ich würde Myra Cakan sehr viel Einfühlungsvermögen für die jüngere Leserschaft zu bescheinigen, ohne dabei (aus Sicht des älteren Lesers) ins Peinliche abzurutschen. Vielleicht sollte sie nicht auf Biegen und Brechen versuchen, Dystopien zu malen, wo ihr spannende Weltraum-Märchen ganz offenkundig um ein Vielfaches besser liegen.
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#5 Jürgen

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Geschrieben 07 Juni 2002 - 09:32

@martinHoyerDu willst es ja wohl nicht anders  :) Bitte sende mir ein von dir signiertes Buch "Tempelsturz" an meine Adresse (ich überweise dir dann trotzdem lediglich 12,68 Euro) und ich werde es lesen und rezensieren.Muss auch nicht sofort sein (nach Cakan habe ich noch zwei weitere Bücher liegen)Klar könnte ich es einfach bei Amazon bestellen, aber da hab ich ja keine Signierung drauf...und wer weiss, vielleicht wirst du ja mal so berühmt, dass dein Buch meine Riester-Rente ersetzt  :D Meine Addy schicke ich dir über den MessengermfgCount
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#6 Jürgen

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Geschrieben 08 Juni 2002 - 21:37

Abschliessende Rezension zu Downtown Blues von Myra CakanDieser Roman, unter der Rubrik SF-Social/Cyberpunk mit vielen guten, ja überschwenglichen Rezensionen beworben, landete wie selbstverständlich auf meiner "Lese-Liste".Die Buchkritiken beschreiben Myra Carkan als "die" Newcomerin der deutschen SF und beurteilen "Downtown Blues" als "wichtigsten deutschen SF-Titel des Jahres".Der Name Cakan wird in einem Atemzug mit Gibson, Sterling und Shirley genannt.....klar, dass meine Neugier geweckt war und ich das Buch schnellstens erwarb.Und genau das hatten wohl auch die Rezensoren des Buches vorgehabt....SF-Leser wie mich zum Kauf des Romans zu animieren.Anders kann ich sonst die Rezensionen nicht erklären!Kommen wir  erst einmal zu den essentiellen Fakten...Myra Carkan hart weder das Talent noch die Fähigkeit, unterhaltsame SF zu schreiben. Der Schreibstil ist dermaßen zerfranst, dass das dauende zurückblättern zur Hauptbeschäftigung wird.Fast jeder gesprochene Satz wird mit mindestens 4 Sätzen nochmal erklärt oder sinngeschwängert, Aussagen wiederholen sich x-Mal, die Akteure sind völlig unglaubhaft beschrieben und der Storyinhalt reicht gerade für eine Kurzgeschichte.Was hier als "SF-Buch des Jahres" verkauft wird ist die ärgerlichste Mogelpackung, die ich je erworben habe.Im Prinzip handelt es sich bei diesem Roman um eine schlecht geschilderte Story zum Thema Polizeikorruption und Polizeifreundschaften. Cakan hat das Thema 30-50 Jahre in die Zukunft versetzt, mit ein bischen High-Tech Begriffen gewürzt....tja, und das wars dann.Für den Vergleich zu Gibson und Shirley habe ich nur ein trauriges Kopfschütteln übrig. Autoren dieses kalibers schaffen es mühelos, den Leser in einer künstlich geschaffenen Welt zu fesseln. Genau das gelingt Myra Cakan nicht. Ihre Welt ist zu einfach, zu polarisiert und zu schlecht geschildert. Vielleicht reicht das, um Kinder zu beeindrucken oder Kinderbücher zu schreiben....für SF-Fans reicht es einfach nicht.Sorryder Count :)
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#7 HarryW

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Geschrieben 07 Februar 2005 - 10:11

Was Myra Cakan an sich angeht, war ich überaus positiv vom ersten Band der Jugendbuch-Reihe "Luke Harrison" überrascht.

An 'Downtown Blues' kann ich mich nicht mehr genau erinnern, da es schon eine Weile her ist, dass ich das Buch gelesen habe. Als ganz so arg habe ich es allerdings kaum empfunden, sonst wäre es längst vom Buchgestell in den Müll oder auf Ebay gewandert. Allerdings hatte ich arge Krämpfe, 'Luke Harrison' (Band 1) durchzulesen. Einer so krassen Ansammlung entliehener Ideen, inspirationslosem Stil und Möchtegern-Coolheit bin ich selten begegnet. Das war irgendwie eine Mischung aus Harry Harrisons 'Stahlratte', 'Star Wars' und anderem SF-Beigemüse. Hat jemand den zweiten Band 'Zwischenfall an einem regnerischen Nachmittag' gelesen? Ich würde gerne wissen, ob die Story die selben dunklen Wege beschreitet oder ob er lesenswert ist.

#8 Henrik Fisch

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Geschrieben 07 Februar 2005 - 16:52

Irgendwie ist dieses Buch auch mal auf meiner Leseliste gelandet. Deswegen habe ich diesen Thread jetzt recht aufmerksam gelesen. Noch aufmerksamer wurde ich, als ich die Rezensionen bei Amazon.de gesehen habe: Amazon.de: Myra Cakan, Downtown Blues Gegen die Rezensionen war Jürgen ja richtig nett. Ich glaube, ich streiche das Buch wieder von meiner Liste. Gibt es übrigens einen Grund, warum das Buch gar nicht mehr direkt bei Amazon.de erhältlich ist? Bis dennen, Henrik
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Gregory Benford, Larry Niven, "Himmelsjäger"
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Gregory Benford, Larry Niven, "Sternenflüge"
Gerade gesehen
Serie "Mad Men"

#9 Jürgen

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Geschrieben 07 Februar 2005 - 23:01

@HenrikSpar dir das Geld für dieses gute "regalunebenheitenausgleichendes" Stück... es ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wurde.Wenn du mal alle Rezensionen wegnimmst, die Freunde, Bekannte und Verlagsmitarbeiter von Frau Cakan gepostet haben, wirst du kaum eine Gute mehr zu diesem Buch finden.Anderseits.... es ist ja nur (m)eine Meinung, die ich von mir gegeben habe.... und neuerdings redet ja auch niemand mehr im Zusammenhang mit diesem Buch von Cyberpunk.Es nennt sich jetzt "Social Fiction"... was imho diese Buch auch nicht besser macht. :rolleyes:Übrigens... die Rezi ist doch von mir... oder gibt es eine noch schlimmere ?grussJürgen

Bearbeitet von Jürgen, 07 Februar 2005 - 23:07.

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#10 MartinHoyer

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Geschrieben 08 Februar 2005 - 09:02

Allerdings hatte ich arge Krämpfe, 'Luke Harrison' (Band 1) durchzulesen. Einer so krassen Ansammlung entliehener Ideen, inspirationslosem Stil und Möchtegern-Coolheit bin ich selten begegnet. Das war irgendwie eine Mischung aus Harry Harrisons 'Stahlratte', 'Star Wars' und anderem SF-Beigemüse.

Ich pflege Bücher danach zu bewerten, für welche Zielgruppe sie geschrieben wurden. Bei Jugend-SF lege ich ganz andere Maßstäbe an: Hier empfinde ich es als sinnvoll, wenn andere Vertreter des Genres rauf und runter zitiert und das Ganze in einer flippigeren, jugendgerechten Sprache präsentiert wird. Das bringt womöglich den einen oder anderen Jungleser dazu, sich im Anschluß stärker und mit dem Älterwerden auch ernsthafter mit SF zu beschäftigen. Aber wenn man mir als gestandenem SF-Konsumenten einen dystopischen Roman wie "Downtown Blues" andrehen will und sich dieser dann auch als verkappte Jugend-SF entpuppt, die nur durch unnötige Längen und Härten auf "erwachsen" getrimmt wurde, bin wenig begeistert.
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