Bearbeitet von Matthias, 25 Januar 2010 - 10:11.

Umfrage Nr. 25: Eure literarische Ansprüche an SF ?
#1
Geschrieben 25 Januar 2010 - 00:04
#2
Geschrieben 25 Januar 2010 - 07:18

Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.
Moderator im Unterforum Fantasyguide
Fantasyguide
Saramee
Montbron-Blog
- • (Buch) gerade am lesen: Joanna Russ – Erwachende Welten
#3
Geschrieben 25 Januar 2010 - 08:23
Signatures sagen nie die Wahrheit.
Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.
Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.
Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
- • (Buch) gerade am lesen:Samuel Butler: «Erewhon»
- • (Buch) als nächstes geplant:Samuel Butler: «Erewhon Revisited»
-
• (Film) gerade gesehen: «Suicide Squad»
-
• (Film) Neuerwerbung: Filme schaut man im Kino!
#4
Geschrieben 25 Januar 2010 - 08:29
Bearbeitet von Harald Giersche, 25 Januar 2010 - 08:30.
#5
Geschrieben 25 Januar 2010 - 08:30
Clou Gallagher * Colin Mirth * Rettungskreuzer Ikarus * Mein Blog* Meine Tweets
- • (Buch) als nächstes geplant:Asterix und der Greif
-
• (Buch) Neuerwerbung: Köln auf den Zweiten Blick
-
• (Film) gerade gesehen: Black Widow
-
• (Film) als nächstes geplant: No time to die
#6
Geschrieben 25 Januar 2010 - 09:14
Bearbeitet von Theophagos, 25 Januar 2010 - 09:19.
- Dr. Karel Lamonte, Atomic Scientist (Top of the Food Chain, Can 1999)
- • (Buch) gerade am lesen:Annick Payne & Jorit Wintjes: Lords of Asia Minor. An Introduction to the Lydians
- • (Buch) als nächstes geplant:Che Guevara: Der Partisanenkrieg
-
• (Buch) Neuerwerbung: Florian Grosser: Theorien der Revolution
-
• (Film) gerade gesehen: Ghost in the Shell (USA 2017, R: Rupert Sanders)
-
• (Film) als nächstes geplant: Onibaba (J 1964, R: Kaneto Shindo)
-
• (Film) Neuerwerbung: Arrival (USA 2016, R: Denis Villeneuve)
#7
Geschrieben 25 Januar 2010 - 09:33
SF (*) und literarischer Anpruch! Pru-haha, wie soll DAS denn zusammengehen. SF ist doch Trivialdreck!
Nee, ernsthaft. Hab auch »die Kriterien kann man so nicht trennen« gewählt, auch wenn ich fast »ich habe hohe Anspruche an Inhalte und literarische Qualität« gekreuzelt hätte (weil ich ja ein hochnäsiger ElitArroganzling bin).
Grüße
Alex / molo
(*) Bin grad so schwach, dass ich mal frage muss: Wie ist SF eigentlich gemeint. Als ›Science Fiction‹ oder als ›Speculative Fiction‹?
MOLOSOVSKY IST DERZEIT IN DIESEM FORUM NICHT AKTIV: STAND 13. JANUAR 2013.
Ich weiß es im Moment schlicht nicht besser.
#8
Geschrieben 25 Januar 2010 - 09:36
Was für eine putzige Fangfrage:
SF (*) und literarischer Anpruch! Pru-haha, wie soll DAS denn zusammengehen. SF ist doch Trivialdreck!
Nee, ernsthaft. Hab auch »die Kriterien kann man so nicht trennen« gewählt, auch wenn ich fast »ich habe hohe Anspruche an Inhalte und literarische Qualität« gekreuzelt hätte (weil ich ja ein hochnäsiger ElitArroganzling bin).
Grüße
Alex / molo
(*) Bin grad so schwach, dass ich mal frage muss: Wie ist SF eigentlich gemeint. Als ›Science Fiction‹ oder als ›Speculative Fiction‹?
Die eigentliche Frage wäre doch: Warum sollen die Anspruch an einen SF-Roman anders sein als an irgendeinen anderen Roman?
Signatures sagen nie die Wahrheit.
Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.
Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.
Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
- • (Buch) gerade am lesen:Samuel Butler: «Erewhon»
- • (Buch) als nächstes geplant:Samuel Butler: «Erewhon Revisited»
-
• (Film) gerade gesehen: «Suicide Squad»
-
• (Film) Neuerwerbung: Filme schaut man im Kino!
#9
Geschrieben 25 Januar 2010 - 09:46
Warum sollen die Anspruch an einen SF-Roman anders sein
Und sowas schlampiges von unserem Oberwachtmeister der sprachlichen Korrektheit.
Schämen Sie sich

#10
Geschrieben 25 Januar 2010 - 10:01
Wie anspruchsvoll oder "literarisch" muss ein SF-Roman sein, damit er Euch gefällt? Spielen kunstvolle Sprachbeherrschung, Stil, Komplexität eine Rolle?
Wie "unterhaltend" - im Gegensatz zu "ernst" - darf ein SF-Roman (maximal) sein, damit er dir gut gefällt?
Ist es Euch zu anstrengend, komplexe Themen mit schwieriger Sprache zu lesen? Oder rümpft Ihr bei Mainstream-Romanen die Nase?
Ich konnte mich da gar nicht entscheiden, weil es bei mir sehr stimmungsabhängig ist, was ich lesen möchte. Prinzipiell liebe ich niveauvolle SF-Romane - es soll allerdings ein Roman bleiben, es gibt durchaus Bücher, wo man das Gefühl hat, der Protagonist ist für den Autor nur lästiges Beiwerk im Transportieren wissenschaftlicher (meist eher pseudowissenschaftlicher) Theorien. Da wäre es mitunter besser gewesen, ein Sachbuch zu schreiben.
Umgekehrt ist es auch so, dass ich bei einem guten Roman auch nicht mit der Lupe drübergehe, ob alles denn tatsächlich theoretisch möglich wäre. Gerade SF-Fans haben ja oft einen irren Ehrgeiz darin, zu erklären, warum das Raumschiff so wie es geschildert wird, eigentlich nicht fliegen dürfte und schon gar nicht mit Überlichtgeschwindigkeit. Für mich darf durchaus auch ein bisschen Fiktion sein - wobei es natürlich klar ist, wenn sich jemand wissenschaftlich auskennt, dass man im eigenen Fachgebiet normalerweise etwas weniger tolerant ist.
Gerade wenn ich aber ein seelisches Tief habe, möchte ich nur noch abschalten. Da am besten etwas, das praktisch nur von der reinen Spannung lebt und wo man nicht so viel nachdenken muss.
#11
Geschrieben 25 Januar 2010 - 10:04
Ich konnte mich da gar nicht entscheiden, weil es bei mir sehr stimmungsabhängig ist, was ich lesen möchte. Prinzipiell liebe ich niveauvolle SF-Romane - es soll allerdings ein Roman bleiben, es gibt durchaus Bücher, wo man das Gefühl hat, der Protagonist ist für den Autor nur lästiges Beiwerk im Transportieren wissenschaftlicher (meist eher pseudowissenschaftlicher) Theorien. Da wäre es mitunter besser gewesen, ein Sachbuch zu schreiben.
Umgekehrt ist es auch so, dass ich bei einem guten Roman auch nicht mit der Lupe drübergehe, ob alles denn tatsächlich theoretisch möglich wäre. Gerade SF-Fans haben ja oft einen irren Ehrgeiz darin, zu erklären, warum das Raumschiff so wie es geschildert wird, eigentlich nicht fliegen dürfte und schon gar nicht mit Überlichtgeschwindigkeit. Für mich darf durchaus auch ein bisschen Fiktion sein - wobei es natürlich klar ist, wenn sich jemand wissenschaftlich auskennt, dass man im eigenen Fachgebiet normalerweise etwas weniger tolerant ist.
Redest Du hier nicht über etwas anderes, als eigentlich gefragt ist, nämlich über wissenschaftliche Plausbilität und Genauigkeit und nicht über "literarischen Anspruch" (was immer damit auch gemeint ist)?
Signatures sagen nie die Wahrheit.
Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.
Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.
Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
- • (Buch) gerade am lesen:Samuel Butler: «Erewhon»
- • (Buch) als nächstes geplant:Samuel Butler: «Erewhon Revisited»
-
• (Film) gerade gesehen: «Suicide Squad»
-
• (Film) Neuerwerbung: Filme schaut man im Kino!
#12
Geschrieben 25 Januar 2010 - 10:14
MOLOSOVSKY IST DERZEIT IN DIESEM FORUM NICHT AKTIV: STAND 13. JANUAR 2013.
Ich weiß es im Moment schlicht nicht besser.
#13
Geschrieben 25 Januar 2010 - 10:57

SF stand im Ruf zu der "schlechten" Literatur zu gehören. Jahrelange Diskussionen mit den Jugendlichen meiner damaligen Umgebung sind mir noch in Erinnerung.

Und so halte ich es damit bis heute. Ich habe noch kein Buch, Heftroman oder Kurzgeschichte in den Mülleimer geworfen. Bücher und Literatur gehören für mich ins Bücherregal, egal ob ich sie gut finde oder nicht.
Der Einwand: es kommt dabei auf michselbst an, ist richtig. Ich habe zur Zeit einige Bücher, die ich angelesen aber nicht zuende gelesen habe. Das pasiert mir allerdings nur mit SF Literatur. Ansonsten gilt meine Regel: kaufe kein Buch, dass du nicht lesen wirst!
Lustig, dass SF meine Regel durchbrechen kann - aber das liegt am Thema: SF durchbricht Schranken und Weltenträume. Manchmal unangenehm nahe an mir selbst und das muss ich ertragen können, schaffe ich das, lese ich auch das Buch oder die Kurzgeschichte zu Ende.
Anspruch: Ja. Deutsche Erstveröffentlichungen sollten den Rahmenbedingungen der deutschen Literaturtradition folgen. Welcher denn sonst?

#14
Geschrieben 25 Januar 2010 - 11:53
Die eigentliche Frage wäre doch: Warum sollen die Anspruch an einen SF-Roman anders sein als an irgendeinen anderen Roman?
Weil hier und nur hier die Idee alleine für sich zählen kann, Bsp.: Ideen SF. Da braucht s nicht immer unlesbares Geschmurgel.
Handwerk brauchts mitunter schon. Aber dann kann man mir alles verkaufen.
Ich kehre mal um:
Da frage ich mich, warum sich manch einer gerade die SF aussucht, um sein Geschmurgel loszulassen, Bsp.: Harkaway.
Grüsse ins Board
Stefan
------ ......ob Herr Rossi je das Glück gefunden hat?....------
In motivationstheoretischer Interpretation aus Managementsicht ist Hans im Glück ein „eigennütziger Hedomat und unlustmeidender Glücksökonom“. ---Rolf Wunderer
Niemand hat das Recht auf ein konstantes Klima. Auch Grönländer haben ein historisches Recht auf Ackerbau. Daran sollten unsere Weltenlenker denken, wenn sie sich daran machen, die globale Temperatur mit Hilfe des CO2 neu einzustellen.
"Wir können nicht alle mit einem Mac Book und einem Chai Latte in Berlin in einem Coworking Space sitzen und die zehnte Dating App erfinden". Marco Scheel 3:50 min
- • (Buch) gerade am lesen:James Blish Gewissensfall
-
• (Film) gerade gesehen: Zeugin der Anklage
#15
Geschrieben 25 Januar 2010 - 12:01
Weil hier und nur hier die Idee alleine für sich zählen kann, Bsp.: Ideen SF. Da braucht s nicht immer unlesbares Geschmurgel.
Handwerk brauchts mitunter schon. Aber dann kann man mir alles verkaufen.
"Unlesbares Geschmurgel" braucht's eigentlich nie †¦
Signatures sagen nie die Wahrheit.
Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.
Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.
Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
- • (Buch) gerade am lesen:Samuel Butler: «Erewhon»
- • (Buch) als nächstes geplant:Samuel Butler: «Erewhon Revisited»
-
• (Film) gerade gesehen: «Suicide Squad»
-
• (Film) Neuerwerbung: Filme schaut man im Kino!
#16
Geschrieben 25 Januar 2010 - 12:24
Weil hier und nur hier die Idee alleine für sich zählen kann, Bsp.: Ideen SF. Da braucht s nicht immer unlesbares Geschmurgel.
Handwerk brauchts mitunter schon. Aber dann kann man mir alles verkaufen.
Ich kehre mal um:
Da frage ich mich, warum sich manch einer gerade die SF aussucht, um sein Geschmurgel loszulassen, Bsp.: Harkaway.
Stefan
Gerade Harkaway halte ich für eine willkommene Bereicherung der SF. Jemand der jenseits des 0815-Plots etwas zu erzählen hat, und es auch kann. Wir habens ja bei Halbgeist gesehen, was passiert, wenn die Ideen in mittelmäßiger Schreibe verbraten werden. Andersherum ist es natürlich auch dumm. Das ist dann wie Avatar. Geile Technik und nix dahinter.
Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.
Moderator im Unterforum Fantasyguide
Fantasyguide
Saramee
Montbron-Blog
- • (Buch) gerade am lesen: Joanna Russ – Erwachende Welten
#17
Geschrieben 25 Januar 2010 - 12:58
Gerade Harkaway halte ich für eine willkommene Bereicherung der SF. Jemand der jenseits des 0815-Plots etwas zu erzählen hat, und es auch kann. Wir habens ja bei Halbgeist gesehen, was passiert, wenn die Ideen in mittelmäßiger Schreibe verbraten werden. Andersherum ist es natürlich auch dumm. Das ist dann wie Avatar. Geile Technik und nix dahinter.
Ich komme nicht umhin dagegenzuhalten. Zwischen einem 0815-Plot und Harkaways Buch
liegen aber noch "unendliche Weiten" dazwischen. Du suggerierst das Bücher welche
sich einer "moderat normalen" Sprache bedienen per se langweilig seien. Dem muß
man natürlich widersprechen. Bei Halbgeist liegst Du auch knapp daneben, denn wenn ich
mich recht erinnere war ein teil der Leser sehr angetan vom Roman auch wenn uns beiden
Castros Werk eher belanglos erschien. Vieles ist einfach Geschmacksache.
Den Vergleich mit Avatar hättest Du besser gelassen. Nimmt man die Anzahl der Handlungsideen
dann tun sich Avatar und Harkaways Buch sicherlich nicht viel auch wenn es kaum unterschiedlichere Werke geben kann. Harkaway lebt falls überhaupt, allein von seinem
eigenwilligen Detailreichtum und der ihm zugrundeliegenden originellen sprachlichen Ausführung.
Nimmt man den SF-Plot - das hatten wir doch schon - dann bewegt sich das Buch auf mehr als
dünnem Eis.
Bearbeitet von Amtranik, 25 Januar 2010 - 12:59.
#18
Geschrieben 25 Januar 2010 - 14:10
#19
Geschrieben 25 Januar 2010 - 16:58
#20
Geschrieben 25 Januar 2010 - 17:45
------ ......ob Herr Rossi je das Glück gefunden hat?....------
In motivationstheoretischer Interpretation aus Managementsicht ist Hans im Glück ein „eigennütziger Hedomat und unlustmeidender Glücksökonom“. ---Rolf Wunderer
Niemand hat das Recht auf ein konstantes Klima. Auch Grönländer haben ein historisches Recht auf Ackerbau. Daran sollten unsere Weltenlenker denken, wenn sie sich daran machen, die globale Temperatur mit Hilfe des CO2 neu einzustellen.
"Wir können nicht alle mit einem Mac Book und einem Chai Latte in Berlin in einem Coworking Space sitzen und die zehnte Dating App erfinden". Marco Scheel 3:50 min
- • (Buch) gerade am lesen:James Blish Gewissensfall
-
• (Film) gerade gesehen: Zeugin der Anklage
#21
Geschrieben 25 Januar 2010 - 17:46
Besondere "sprachliche Eloquenz" kann hier förderlich sein, muß aber nicht. Ich behaupte, es gibt sogar für jede Geschichte das richtige sprachliche Niveau gibt, das für die Geschichte angmessen ist. Wird eine Geschichte aus der Sicht einer Person aus einfachen Verhältnissen (oder z.B. eines Kindes), dann ist eine gestelzte Sprache eher fehl am Platz.
Wenn es einem Autor gelingt, eine derartige "simple Perspektive" sprachlich überzeugend umzusetzen, so dass das wirklich überzeugend und authentisch und nicht nervig wirkt, würde ich das durchaus als literarisch hochstehend bezeichnen.
Signatures sagen nie die Wahrheit.
Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.
Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.
Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
- • (Buch) gerade am lesen:Samuel Butler: «Erewhon»
- • (Buch) als nächstes geplant:Samuel Butler: «Erewhon Revisited»
-
• (Film) gerade gesehen: «Suicide Squad»
-
• (Film) Neuerwerbung: Filme schaut man im Kino!
#22
Geschrieben 25 Januar 2010 - 17:53
Wer mal reinschauen will: http://www.goodreads.com/
#23
Geschrieben 25 Januar 2010 - 19:06
Ich habe mich für »Ganz andere Antwort« entschieden.
Ehrlich gesagt hege ich die Hoffnung, dass das, was ich gerne lese,
auch über ein gewisses literarisches Niveau verfügt †¦
You, especially, I like. Passionate, sincere†¦ †¦goofball. (Three to Tango)
#24
Geschrieben 26 Januar 2010 - 23:02
#25
Geschrieben 27 Januar 2010 - 17:06
Wenn es einem Autor gelingt, eine derartige "simple Perspektive" sprachlich überzeugend umzusetzen, so dass das wirklich überzeugend und authentisch und nicht nervig wirkt, würde ich das durchaus als literarisch hochstehend bezeichnen.
Das will ich auch nicht bestreiten.
Hm, es ist nicht leicht auszudrücken, was ich meine. Vielleicht so:
Ich halte es nicht für unbedingt notwendig in einem SF-Roman eine "hochwertige" Sprache zu verwenden, wichtig ist mir, daß es dem Autoren gelingt, seine Welt glaubwürdig und atmosphärisch dicht zu vermitteln, und einen flüssigen Lesegenuß zu ermöglichen. Dazu gehört natürlich eine gewisse Sprachbeherrschung, wie eben ein Gespür für Satzlänge und -verschachtelung usw., aber genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger ist die Ausarbeitung der notwendigen details dieser Welt, ihre Zusammenhänge usw. SF, da sie sich mit fiktiven bzw. extrapolierten Welten beschäftigt, verlangt dabei nach einem stärkeren erklärenden Element als z.B. Texte, die in unserer (realen) Gegenwart angesiedelt sind. In solchen Texten muß ich nicht erklären, was denn eine "Ampel" sein soll, in der SF dürfte aber nicht jedem Leser klar sein, was z.B. ein "Grungel" sein soll (Wort gerade eben erfunden). Wichtiger als sprachliche Finessen ist es für mich daher, solche Erklärungen einbauen zu können, ohne daß sie als Fremdkörper erscheinen.
#26
Geschrieben 27 Januar 2010 - 23:00
Wichtig ist mir, daß es dem Autoren gelingt, seine Welt glaubwürdig und atmosphärisch dicht zu vermitteln, und einen flüssigen Lesegenuß zu ermöglichen.
Paradebeispiel dafür ist Alan Dean Foster. Der kann das.
Aber ich habe alle seine Romane aus meinem Besitz verschenkt, weil seine Sprache und die Übersetzungen mir viel zu flach sind. Ich hatte allerdings nur die Übersetzungen. Im Zusammenhang mit Avatar würde ich jetzt gerne nochmal "Die denkenden Wälder" in die Hand nehmen, aber nur, um die erinnerten Ideen quer zu lesen.
Bearbeitet von shoogar, 27 Januar 2010 - 23:00.
#27
Geschrieben 27 Januar 2010 - 23:22
Das will ich auch nicht bestreiten.
Hm, es ist nicht leicht auszudrücken, was ich meine. Vielleicht so:
Ich halte es nicht für unbedingt notwendig in einem SF-Roman eine "hochwertige" Sprache zu verwenden, wichtig ist mir, daß es dem Autoren gelingt, seine Welt glaubwürdig und atmosphärisch dicht zu vermitteln, und einen flüssigen Lesegenuß zu ermöglichen. Dazu gehört natürlich eine gewisse Sprachbeherrschung, wie eben ein Gespür für Satzlänge und -verschachtelung usw., aber genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger ist die Ausarbeitung der notwendigen details dieser Welt, ihre Zusammenhänge usw. SF, da sie sich mit fiktiven bzw. extrapolierten Welten beschäftigt, verlangt dabei nach einem stärkeren erklärenden Element als z.B. Texte, die in unserer (realen) Gegenwart angesiedelt sind. In solchen Texten muß ich nicht erklären, was denn eine "Ampel" sein soll, in der SF dürfte aber nicht jedem Leser klar sein, was z.B. ein "Grungel" sein soll (Wort gerade eben erfunden). Wichtiger als sprachliche Finessen ist es für mich daher, solche Erklärungen einbauen zu können, ohne daß sie als Fremdkörper erscheinen.
Aber just in solchen Erklärungen kann sich doch eben auch literarische Qualität zeigen. Wenn ich als Leser alle zwei Seiten das Gefühl habe, dass nun wieder eine dieser erklärenden Passagen kommt, die mich aus der Handlung rausreissen, dann ist das Buch nicht besonders gut geschrieben. Wenn jemand diese Erklärungen so einbauen kann, dass sie nicht wie Erklärungen wirken, ist das stilistisch gekonnter. Und wirklich raffiniert wird es, wenn ein Roman weitgehend auf eigentliche Erklärungen verzichten kann und sie nur implizit und indirekt einbaut. Ich bringe da den oft zitieren Anfang aus The Space Merchants als Beispiel: "I rubbed depilatory soap over my face and rinsed it with the trickle from the fresh-water tap." In diesem einen Satz wird mir bereits sehr viel über die fiktionale Welt erzählt und zwar indirekt ohne explizite Erklärung.
Signatures sagen nie die Wahrheit.
Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.
Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.
Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
- • (Buch) gerade am lesen:Samuel Butler: «Erewhon»
- • (Buch) als nächstes geplant:Samuel Butler: «Erewhon Revisited»
-
• (Film) gerade gesehen: «Suicide Squad»
-
• (Film) Neuerwerbung: Filme schaut man im Kino!
#28
Geschrieben 28 Januar 2010 - 17:15
#29
Geschrieben 28 Januar 2010 - 17:56
Simi, wir sind da wohl doch im wesentlichen einer Meinung, scheinen aber doch irgendwie aneinander vorbei zu reden.
Gerade die von Dir zitierte Art, Erklärungen unterzubringen ist auch das, was ich als literarische Qualität einstufe. Es liegt vielleicht daran, daß wir bei Nenunng von Sprache im Zusammenhang von Literatur von verschiedenen Vorstellungen ausgehen. Diese Art, Erklrungen einzubauen, vernünftigen Satzbau und angenehm varierende Satzlänge ornde ich dem Handwerk zu, der Kunst erzählen zu können. Bei Sprache denke ich an Wortwahl und Umfang des Wortschatzes. Zwar stört es gewaltig (und macht einen Text unlesbar), wenn ein Autor nur ein Wort für eine Tätigkeit usw., z.B. reden, kennt. Hundert mal in einem kapitel zu lesen "(...) sagte XYZ" nervt nur.
Aber wenn jemand für einen Roman anstelle eines Wortschatzes von beispielsweise 150.000 Worten nur 5.000 verwendet, dann muß das der Qualität nicht abträglich sein, wenn es zu der Geschichte paßt. Insofern ist für mich dann auch eine simplere Sprache nicht qualitätsmindernd, wie auch der größere Wortschatz nicht unbedingt fördernd. Er kann es sein, muß es aber nicht.
Vielleicht hängt es auch mit der unklar formulierten Frage zusammen, dass hier im Thread sehr unterschiedliche Dinge gegeneinander ausgespielt resp. gleichgesetzt werden. Ich bin mit dem, was Du geschrieben hast, weitgehend einverstanden; ob ein Text literarisch hochstehend oder stilistisch anspruchsvoll ist, hat für mich nur sehr begrenzt etwas mit dem Wortschatz zu tun. Es müssen nicht Sätze von Thomas-Mann'scher Länge sein, auch der knappe Stil Hemmingways ist literarisch ausgefeilt. Entscheidend ist ein bewusster Umgang mit der Sprache, die Arbeit an der Sprache, die dem Erzählten gerecht wird. Das kann auch eine simple Sprache sein; allerdings: gerade scheinbar simple Sprache ist nicht selten besonders anspruchsvoll zum Schreiben, denn es gilt, ein einfaches Vokabular zu verwenden und dennoch Phrasen und sprachliche Klischees zu meiden. Mir fällt da spontan Die Wand von Marlene Haushofer ein, der in einer sehr knappen, schlichten Sprache erzählt ist. Keine raffinierten Endlossätze, kein ausgefallenes Vokabular, scheinbar sehr simpel. Aber gerade in seiner sprachlichen Einfachheit, die wesentlich zur Stimmung beiträgt, ist dieser Roman literarisch sehr gekonnt; stilistisch liegen Welten zwischen dieser "einfachen Sprache" und der "einfachen Sprache" eines Kioskromans.
Was mich in dieser Hinsicht sprachlich schon mehr stört (und da stehe ich wohl nicht allein da) sind z.B. "Austriazismen" wie sie gelegentlich von Autoren aus eben Östereich verwendet werden, Formulierungen wie "kommt um xx Euro" oder "ist gestanden". Auch wenn diese aus österreichischer Sicht sicherlich korrekt sind, mir kommt es dann immer wie "falsches Deutsch" vor. Ist aber wohl mehr eine Frage des (regional gefärbten) Sprachgeschmacks...
Deshalb versuche ich solche Dinge eben bei der qualitativen Beurteilung zu ignorieren. Ist die Geschichte ansonsten gut erzählt, dann lasse ich diese "schlechte Sprache" eben durchgehen.
Da Hochdeutsch für mich als Schweizer im Grunde eine Fremdsprache ist, bin ich da wohl anders geprägt. Mich stört es nicht, wenn ein Autor einen eigenen Klang hat und da auch regionale Färbungen spürbar sind (einer meiner Lieblingsautoren ist Jeremias Gotthelf, der für seine Romane eine Art Kunstsprache, die Hochdeutsch mit Berndeutsch mischt, verwendet hat). Natürlich muss auch das in sich stimmig sein, aber genau so, wie Goethe historisch bedingt anders schrieb als Daniel Kehlmann, schreibt ein Österreicher eben anders als ein Ostfriese.
Signatures sagen nie die Wahrheit.
Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.
Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.
Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
- • (Buch) gerade am lesen:Samuel Butler: «Erewhon»
- • (Buch) als nächstes geplant:Samuel Butler: «Erewhon Revisited»
-
• (Film) gerade gesehen: «Suicide Squad»
-
• (Film) Neuerwerbung: Filme schaut man im Kino!
#30
Geschrieben 30 Januar 2010 - 14:25
Solche "Regionalitäten" sind ja auch irgendwie das Salz in der Suppe.Da Hochdeutsch für mich als Schweizer im Grunde eine Fremdsprache ist, bin ich da wohl anders geprägt. Mich stört es nicht, wenn ein Autor einen eigenen Klang hat und da auch regionale Färbungen spürbar sind (einer meiner Lieblingsautoren ist Jeremias Gotthelf, der für seine Romane eine Art Kunstsprache, die Hochdeutsch mit Berndeutsch mischt, verwendet hat). Natürlich muss auch das in sich stimmig sein, aber genau so, wie Goethe historisch bedingt anders schrieb als Daniel Kehlmann, schreibt ein Österreicher eben anders als ein Ostfriese.
Würde man einen aus dem Leben gegriffenen Dialog in der hiesigen Region spielen lassen, dürfte sich der unbedarfte Leser an Dingen wie "Ich kenn mich hier nicht." oder "Ich hab kalt." stoßen, die aber authentisch und regional üblich sind. Ich bin bei Glauser immer wieder auf Begriffe gestoßen, die im Schweizer Sprachraum sicher normal sind, mir aber überhaupt nichts sagten, der Duden führt nicht umsonst jede Menge Wörter auf, die nur regional vorkommen. Das verleiht einem Text aber Authentizität, wenn es zur Umgebung bzw. zum
Protagonisten passt.
Schlimmer ist wahrscheinlich, wenn z. B. ein "hochdeutscher" Autor einem Ur-Wiener eine "Tomate" in den Mund legt.
Mein traumatischstes Touristen-Erlebnis in der Wiener Straßenbahn war ein Schild, das da lautete: "Bitte sich festzuhalten!".

Bearbeitet von Lucardus, 30 Januar 2010 - 14:27.
Wer mal reinschauen will: http://www.goodreads.com/
Besucher die dieses Thema lesen: 1
Mitglieder: 0, Gäste: 1, unsichtbare Mitglieder: 0