Meine Erfahrung ist: Ein Buch von Sven Haupt sollte man möglichst zusammenhängend durchschmökern oder wenigstens zeitlich über einer Woche verteilt, denn sonst kommt man schnell aus dem Lesefluss heraus. Das Ergebnis wäre, man kann die Lektüre nicht richtig würdigen.
Das habe ich bei diesem Roman berücksichtigt und mich voll auf den Text konzentriert. Also kein ablenken lassen durch andere E-Books, aber auch nicht durch irgendwelche weiteren Freizeitaktivitäten. Ja, das funktioniert, wenn man will.
Ein Werk von Sven Haupt zu beschreiben, ist nicht ganz einfach. Ich überlege immer wieder, worin die Faszination seiner Romane besteht.
Ist es die Erzählweise, der Humor, das Fremdartige oder die Darstellung der Beziehungen der Personen untereinander? Wahrscheinlich liegt es am Zusammenspiel dieser Faktoren, die dann schließlich das Ganze ergeben.
Anahita erschien September 2024 im Eridanus Verlag Bremen. Natürlich ist die Umschlaggestaltung wieder von Detlev Klewer. Sie gefällt mir, den Blauton mag ich sowieso.
Die Inhaltsangabe besteht für jedes Kapitel aus zwei Worten, außer am Anfang, da steht Gegenwart, und am Ende, Zukunft. So eine ordentliche Gliederung ist mir bei anderen Autoren noch nicht oft aufgefallen. Sagt mir aber zu.
Was ist das für eine Geschichte! Einen Wasserplaneten mit gefährlichen Tieren erschaffen, ist das eine. Die Story mit spannenden Handlungen füllen, das andere. Hier funktioniert beides.
Christina, die Tochter des Botschafters, der wegen des steigenden Bedarfs an Rohstoffen auf diese entlegene Welt geschickt wurde und der hiesige Aven lernen sich kennen. Doch dann bahnt sich ein Krieg an, bei dem der Untergang der einheimischen Bevölkerung kaum zu vermeiden ist. Aber es gibt immer einen Hoffnungsschimmer.
Es tauchen zwischendurch kleine Hinweise zu den anderen Werken des Autors auf.
Den Gesamttenor des Romans finde ich irgendwie ernster als beim letzten.
Trotzdem fühlte ich mich sehr gut unterhalten.
Nun stelle ich mir wieder die Frage, was Sven Haupt wohl als nächstes schreiben wird …
heschu's Blog
Workshops des überregionalen Skizzenclubs
Letztens schrieb ich bereits etwas über die drei geplanten Workshops. Ausführlichere Infos gibt es nun an dieser Stelle.
Im Rahmen unserer Ausstellung "Inspiration - Crossover, malbar/ machbar" im mit.mach.LOKAL Dessau-Roßlau, Kavalierstr. 37-39, bieten wir dort demnächst drei Workshops an.
Am 18.10.2024 um 15. 00 Uhr/ Thema: Drachenherbst, für Kinder und andere Kreative, unter der Anleitung von Monique Heinze.
Am 20.11.2024 um 15. 00 Uhr/ Thema: Ornamentendschungel (Zentangle), für Jugendliche und Erwachsene, unter der Anleitung von Ellen Norten.
Die Muster und Ornamente bei der Zentangletechnik wirken kompliziert, doch bieten gerade sie dem Anfänger ungeahnte Erfolge und Möglichkeiten. Wie bei einem Strickmuster können die Strukturen zunächst mit Faserstift nachgearbeitet werden. Später lassen sie sich kombinieren und in eigene Zeichnungen unterbringen.
Musterzeichnen ist Meditation, daher der Begriff Zentangle. Für den Anfänger reicht als Einstieg bereits ein quadratischer Notizzettel (ca. 10 x10 cm) um ein kleines Juwel mit der Zentangletechnik zu schaffen.
Ellen Norten gibt Starthilfe, Anregungen und vermittelt Lust an dieser besonderen Ausdrucksform.
Der Workshop richtet sich an Jugendliche und Erwachsene.
Bitte, falls möglich, Fineliner in schwarz (0,1 - 0,5 mm Strichstärke sind geeignet) und weißes Papier, bzw. Notizzettel mitbringen!
Am 13.12.2024 um 15. 00 Uhr/ Thema: Adventsgestöber, unter der Anleitung von Ilona Vieweg.
Der Eintritt für die Workshops und für die Ausstellung "Inspiration - Crossover, malbar/ machbar" ist kostenlos.
Problemchen treten oft mal auf, gerade, wenn man nicht mit ihnen rechnet.
Als wir uns gestern vor Beginn der Vernissage im Dessauer mit.mach.LOKAL trafen, stellten wir fest, dass die neue Staffelei, auf der die Platte mit meinen kleinen Bildern stand, entzwei gegangen war.
Ausbessern war vor Ort nicht möglich, aber es gibt ja bekanntlich immer eine Lösung. Wir nahmen einfach einen Hocker.
Auf drei langen Tischen wurden dann Stifte und Papierbögen verteilt. Besucher konnten selbst zeichnen. Deren Bilder wurden schließlich an ein dekoratives Netz geklammert. Von dem Angebot wurde gern Gebrauch gemacht.
Ilona Vieweg hielt eine Rede, mit Versen von Rilke, die sie zum Malen angeregt hatten. Die Vorstellung der Künstler verlief unproblematisch. Dazu gab es jeweils einen kurzen, selbst gewählten Musikausschnitt. Die Grußbotschaft von Ellen Norten, die leider verhindert war, erschien auf einem großen Bildschirm.
Während schon ein paar Besucher ihren Platz gefunden hatten, kamen nach und nach immer mehr Leute. Sie schauten meistens zuerst nach rechts auf eine kleine Sammlung von Bildern. Dort hatten sich die Mitglieder des Skizzenclubs zeichnerisch verewigt. Das Motiv war der Dessauer Räucherturm. Jeder bannte ihn so aufs Blatt, wie er ihn sah. Es war eine sehenswerte Zusammenstellung.
Während die Besucher an den 72 Bildern und Objekten vorbei schlenderten, ergaben sich nette Gespräche. Den Skizzenclub mit seinen neun Mitgliedern gibt es ja erst seit 2022 und war den meisten Gästen bisher unbekannt gewesen. Das hat sich nun geändert.
Übrigens weiß ich jetzt, welche SF-Romane den Künstler Lutz Weiland zu seinen Bildern inspiriert haben. Es waren Die Zeitmaschine von H. G. Wells und Regen auf Tyche von Frank Töppe.
Kuchen, bunte Spieße und Getränke standen für die Hungrigen ebenfalls bereit. Es herrschte eine ruhige, kreative Atmosphäre, in der nichts mehr von der Anspannung der letzten Tage zu spüren war.
Fazit: Eine gelungene Veranstaltung, die bei den Gästen durchweg gut ankam.
Also, Null Problemo, wie der allseits bekannte Alf sagen würde.
Die Ausstellung bleibt bis Weihnachten im mit.mach.LOKAL.
Der Skizzenclub bietet zusätzlich kostenlose Workshops an, die im mit.mach.LOKAL stattfinden werden.
18.10.2024 Drachenherbst/ für Kinder/ 15.00 Uhr
20.11.2024 Ornamentendschungel (Zentangle)/ für Jugendliche & Erwachsene/15.00 Uhr
13.12.2024 Adventsgestöber/ 15.00 Uhr
Morgen findet nun unsere Vernissage statt.
Am Mittwoch konnten wir den frisch gemalerten Raum des mit.mach.LOKALS betreten und unsere Ausstellung vorbereiten. Während nach und nach die Künstler mit ihren Bildern eintrafen, wurden währenddessen noch die letzten Galerieschienen vom Verein lokal.e.V. Dessau an den Wänden angebracht. Danke an Herrn Lehmann und seinen Leuten!
Die Bilder wurden sortiert, begutachtet, ob die Aufhänger dran waren und vor allem auch hielten.
Dann ging das Ordnen der Kunstwerke los. Wer hat große Leinwände, wer kleinere Arbeiten. Wie passen sie stilmäßig und farblich zusammen.
Zeitaufwändig war auch das Anbringen der dünnen Seile, an denen die Bilder befestigt wurden.
Schließlich ging dann das eigentliche Aufhängen los.
Ich hätte nie gedacht, dass das so viel Mühe macht, wir verbrachten Stunden in dem Raum.
Am nächsten Tag ging es weiter. Die Beschriftung der Arbeiten und viele Kleinigkeiten, die noch anfielen, beschäftigten die Künstler.
Natürlich haben wir uns allerhand ausgedacht, um das Interesse an den Bildern und Objekten zu schüren. Mal sehen, wie alles bei den Besuchern ankommt.
Bei dem Stress habe ich glatt meine Frage an einen der Künstler vergessen. Ich wollte doch wissen, welche SF Bücher ihn zu seinen Bildern inspiriert haben.
Also dann morgen ...
Vernissage in Dessau-Roßlau
Es geht um den überregionalen Skizzenclub. Wir sind Künstler aus Dessau-Roßlau, Gräfenhainichen, Coswig/ Anhalt und Halle/ Saale und zeigen wieder einmal unsere Werke.
Die letzte Ausstellung fand bei den 59. Zerbster Kulturfesttagen 2024 statt. Es war schon etwas besonderes, die Bilder in den herrlichen Kreuzgängen des dortigen Museums zu sehen.
Die neue Ausstellung ist für uns auch etwas besonderes, sind wir doch im Dessau-Roßlauer Event Kultour von 12-12 eingebunden. Am 28.09.2024 finden dort 20 Veranstaltungen statt.
Unsere Vernissage unter dem Namen Crossover-Inspiration malbar/ machbar, kann man gern von 14-17.00 Uhr im mit.mach.LOKAL, Kavaliersstr.37-39, besuchen.
Was ist nun der SF-Bezug? Ich schreibe ein wenig in dem Genre, Ellen Norten, bekannt im Forum, stellt ebenfalls aus. Ein weiteres Mitglied der Gruppe ließ sich von bekannten SF-Romanen inspirieren, es entstanden zwei Bilder dazu. Die kenne ich übrigens auch noch nicht, bin sehr neugierig auf sie.
Gelesen: Dysfunctional Women von Julia Kulewatz
Ich finde, in den letzten Jahren gibt es in DL immer mehr SF-Schreibende, die einen speziellen, unverkennbaren Schreibstil haben. Zu ihnen rechne ich nun auch Julia Kulewatz, seitdem ich ihren Roman Dysfunctional Women kenne. Er kam im März 2023 im Verlag kul-ja! Publishing in Erfurt heraus und ist der erste Teil einer Trilogie.
Weil sie ihr Leben nicht mehr ertragen kann, will eine schwangere Novizin aus dem Tempel der Schöpfung freibestimmt sterben. Das ist in einer Gesellschaft voller Zwänge und Reglementierungen nicht erlaubt. Individualität ist verboten; ein humanoider Bioorganismus wird ausgeschaltet, wenn er für die Gemeinschaft nutzlos geworden ist.
Und doch wird Q, so nennt man sie später, gerettet oder wenigstens ein Teil von ihr. Träume und Erinnerungen quälen sie. Neben dem Schmerz, der Verzweiflung und der Trauer lernt sie im Schutzwald eine andere, ihr unbekannte Welt kennen, die sie staunen lässt und zum Nachdenken anregt.
Weitere Personen werden eingeführt und zeigen die Unmenschlichkeit dieser fernen möglichen Zukunft auf.
Dysfunctional Women ist ein Roman mit ungewöhnlichen Ideen und einem Grundtenor, der mich etwas an Sven Haupts Werke erinnert. Auch in ihnen ist so eine Art Sich-selbst-erkennen mancher Figuren sichtbar.
Ein interessanter Roman, der sicher noch viele Leser findet.
Zum 8. März 2024 kamen zwei Rundbriefe als Doppelheft des ANDROMEDA SF-Clubs in Halle/ Saale heraus. Betitelt mit Ein NEUER STERN für die Frauen, Nr. 99.1 und 99.2 schienen die Broschüren recht interessant zu sein. Ich fasse sie einfach mal zusammen.
Nach dem ersten schnellen Lesedurchlauf kam der Schock. Ich stellte fest, dass ich kaum etwas von den vorgestellten Autoren, Büchern und Illustratoren kannte. Wie wenig ich doch eigentlich von SF wusste! Und wie viel die anderen wussten!
Beim zweiten, allerdings bedeutend langsameren Durchlesen stieg meine Hochachtung vor den Leuten, die diese Hefte gestaltet haben, noch mehr.
Es wurden vorwiegend Bücher von Autorinnen rezensiert. Die fleißigen Schreiber sind Sabine Seyfarth, Peter Schünemann, Thomas Hofmann und Volker Adam. Sie haben nicht, wie ich Faule, nur ein paar Zeilen verfasst, sondern sich richtig in die Materie vertieft.
Zum Thema Aktuelle Science-Fiction – Diversity in Space oder Patriarchat im Weltall ließ mich schließlich Sarah Miriam Lutzemann an ihren Gedanken teilhaben.
Natürlich will ich auch Bernd Wiese erwähnen, der mir mit seiner Rubrik Aus alten Bücherschränken den nächsten Schock versetzte. Er schrieb über Bücher aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts und da musste ich völlig passen. Kann ich erst recht nicht mitreden.
Ein Interview, von Thomas Hofmann mit Julia Kulewatz geführt, hat ebenfalls Wissenswertes für mich gebracht. Dank einer anschließenden Leseprobe kann ich mir nun ein Urteil über die Schreibweise der Autorin bilden und ja, das ist was für mich.
Sehr interessant fand ich auch Ina Elbrachts Geschichte The Shape of Murder. Guter Aufbau, spannend, macht neugierig auf das Ende.
Zuletzt die Illustrationen. Was es doch für bemerkenswerte Bilder in dem Doppelheft gibt! Namen wie Norbert Reichinger und Daniel Bechthold sagten mir etwas. Thomas Hofmann sowieso.
Von Künstlern früherer Epochen stammen die Cover und viele der Illus. Sie gefallen mir ausnahmslos.
Harmonisch zwischen den Textteilen eingefügt, verleihen sie der 99.1 und 99.2 etwas Besonderes, fast etwas gemütlich Altmodisches. Kunst spricht für sich. Sie wirkt noch nach so vielen Jahren auf den Betrachter, also auch auf mich.
Ich rezensiere nicht oft, aber hier wollte ich es einmal tun. Die Mitglieder des SF-Clubs Halle verfügen über ein fundiertes Wissen zu SF/ Phantastik u.a. und den Willen, Zeit und schöpferische Kraft in die Rundbriefe zu stecken.
Das grenzt schon an harte Arbeit, denke ich, obwohl es ihnen sichtlich Spaß macht. Und den spürt man. Es gefällt mir.
Neulich las ich ein Zitat von Ray Douglas Bradbury. Er meinte: Es gibt nicht den einen Weg, kreativ zu sein. Jeder Weg kann funktionieren.
Daran musste ich denken, als ich Anfang März 2024 mit einer Bekannten zur Galerie SchkönArt (Gräfenhainichen/ Schköna) fuhr. Dort läuft noch bis Ende März die Ausstellung Grenzenlos von Ellen Norten, die in der SF-Szene wohl vielen bekannt sein dürfte.
Der kurze, knackige Untertitel Grafik – Malerei – Objekt sagt genau aus, was es zu sehen gibt.
Für den passenden Rahmen sorgten Ilona Vieweg und ihre Mitstreiter.
Die Vielfalt der Arbeiten überraschte mich. Ein paar kannte ich schon. Als Inspiration dienten Ellen Norten sicher auch die Erlebnisse auf ihren Reisen.
Dass sie ein Faible für die Zentangletechnik hat, also für das freie Zeichnen von Mustern, wusste ich bereits und doch sehen die Ergebnisse ungewöhnlich aus. Einige Bilder entstanden zusammen mit Norbert Kokoska.
Ich kann so etwas gar nicht, mir fehlt dazu die Geduld.
Vielleicht sollte ich es noch einmal versuchen, völlig entspannt die Gedanken schweifen lassen und dem Unterbewusstsein Gelegenheit geben, zu zeichnen, was es will.
Ellen Nortens Einfallsreichtum zeigt sich auch in den Namen, die sie für ihre Werke gewählt hat. Und dann besonders in den Basteleien und Collagen, in denen die Künstlerin teils mit einfachen Mitteln und gewöhnlichen Dingen aparte Ideen kreiert. Allein dadurch, dass sie unterschiedliche Objekte auf ganz eigene Weise anordnet, veredelt, entsteht etwas neues, Einzigartiges, etwas mit Aha-Effekt, das den Betrachter verzaubert.
Die Objekte erscheinen oft fragil. Kleinkunst, die man unbedingt schützen möchte, ob ihrer Zartheit, ihrer möglichen Zerbrechlichkeit.
Die Galerie wirkt wie die Spielwiese eines schöpferischen und wachen Geistes, der probiert, bis er etwas findet, was passt und ihm zusagt. Ich mag so etwas.
Sicher gibt es zu jedem Ausstellungsstück eine kleine Geschichte, die erklärt, wie sich die Idee dazu entwickelt hat.
Ellen Norten meinte einmal: Bücher über Künstler finde ich außerordentlich interessant, da sie viel über deren Motivation aussagen können. Und das fließt dann in meine Bilder ein.
Mir hat die Ausstellung gefallen. Keine riesigen Ölschinken an der Wand, sondern inspirierende Stücke, die zeigen, was Kreativität alles vermag.
Abschließend noch ein Zitat von Bradbury. Das Internet ist eine große Ablenkung.
Wie wahr! Das ist auch meine Meinung. Deshalb mache ich jetzt Schluss.
Evergreen Ray Band 2 Der allerletzte Tag von Caroline Hofstätter
Ich musste mir das Buch besorgen, weil ich wissen wollte, wie die Geschichte um Eve weitergeht.
Im November 2023 erschienen, ist der Roman mit seinen 276 Seiten etwas kürzer als der erste Band. THE GAME wurde da bereits erwähnt, es spielt auch im zweiten eine gewisse Rolle.
Eve bleibt nichts anderes übrig, der Mars wird notgedrungen ihr nächstes Zuhause. Es scheint ein Ausweg aus ihrem Desaster zu sein, eine Flucht in der Hoffnung, ein neues Leben beginnen zu können. Doch auch auf dem roten Planeten gibt es unerwartete Probleme, die gelöst werden müssen. In einer Extremsituation stellt Eve schließlich fest, wie sie den Menschen auf dem Mars nützen kann. Und sie muss erkennen, dass die Wahrheit anders ist, als gedacht.
Wieder gern gelesen. Vielleicht plant die Autorin sogar noch weitere Teile. Ich sehe in Caroline Hofstätters Text genügend Ansätze für neue Verwicklungen, Beziehungen, Probleme. Wer weiß …
Evergreen Ray Band 1 Findungstag von Caroline Hofstätter
Ich schätze viele Autoren. Bei dem einem gefällt mir die klare, schnörkellose Schreibe, bei dem anderen gefällt mir vielleicht genau das Gegenteil. Dann wieder beeindruckt mich ein rasanter Spannungsaufbau oder eine poetische Ader, die dichte Erzählweise, ein exotisches Setting, die komplexe Handlung, der Humor, verrückte Ideen oder was auch immer.
Caroline Hofstätter gehört zu diesen Autoren. Ich mochte schon ihren SF-Erstling Das Ewigkeitsprojekt. Seit dem 29. September 2023 gibt es ein neues Buch von ihr; Findungstag, der erste Teil um Evergreen Ray, die sich in einer möglichen Zukunft vor den Concordia-KIs versteckt.
Im Innenteil befindet sich unter Titel und Autorennamen eine kleine Zeichnung mit dem Zusatz SCIENCE FICTION FÜR OPTIMISTEN. Eine hübsche Idee!
Cover- und Umschlaggestaltung stammen von Lilli Seboldt.
Der Roman spielt im Jahr 2095, in einem scheinbar perfekten Wien. Die Handlung beginnt mit dem stressigen Alltag der Eve, die viele Probleme hat. Sie wird gesucht, muss sich so unauffällig wie möglich verhalten. Trotz widriger Umstände will sie ihren moralischen Prinzipien treu bleiben. Und Eve muss nicht nur die Menschen retten, die ihr etwas bedeuten. Die Geschehnisse werden immer dramatischer, es scheint keinen Ausweg zu geben. Dadurch steigt die Spannung. Beim letzten Drittel konnte ich auf keinen Fall mehr das Buch aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt den Schluss wissen.
Der Roman ist SF, aber auch ein Krimi und über die 332 Seiten durchweg gut lesbar. Natürlich ist Humor dabei, der mir gefällt. Und ich mag, wie die Autorin das Wien am Ende des Jahrhunderts darstellt.
Irgendwie steckt in dem ganzen Roman eine bestimmte Art von Charme drin. Der Charme der Wiener? Wirkt der Text deshalb so, als wäre er mit vollendeter Leichtigkeit geschrieben?
Caroline Hofstätter ist für mich ebenfalls ein Anwärter auf einen SF-Preis.
Wie ich eben gesehen habe, ist nun auch schon der zweite Teil Der allerletzte Tag erschienen.
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