"Ein Übermaß von Welt" von Sven Haupt
Im Dezember 2025 kam der Roman im Eridanus Verlag, Bremen heraus. Sven Haupt ist für mich ein Autor mit Ideen, die er in einer besonderen Art und Weise umsetzt. Genau deshalb habe ich mir sein neues Buch gekauft.
Der Titel:
Mysteriös, wie bei allen Romanen von Sven Haupt.
Das Cover:
Wer die phantasievollen Höhenpflüge des Autors nicht kennt, wundert sich sicher über das eigentümliche Pferd. Und doch ist es Teil der Handlung.
Die Cover der Haupt-Bücher zeigen stets eine ganz bestimmte, fremdartig anmutende Machart. Seltsam, schrullig, ja, aber immer auf das jeweilige Thema bezogen. Eine durchaus gelungene Symbiose von Bild und Inhalt. Und wieder war bei Ein Übermaß von Welt Detlew Klewer am Werk, der bei seiner Arbeit den Wünschen des Autors folgte.
Roman:
Vorangestellt ist erneut ein passender Vers von Rilke, was ich sehr mag.
Die Inhaltsangaben sind logisch gegliedert, alle gut durchdacht. Deren Sinn erschließt sich aber erst nach und nach. Normalerweise schreibe ich sehr selten über die inhaltlichen Überschriften von Büchern, doch bei den Haupt-Werken fallen sie mir auf.
Der Roman dreht sich um Thea, die bislang nur die Enge einer Gemeinschaft im Schacht kennt und flieht, um sich von deren Zwängen zu befreien. Begleiter ist ein denkender Stein.
Unterwegs begegnet Thea dem Mann Gale, der ihr den Weg zu Wissen, Macht und zu ihrem Ich zeigt.
Allerdings geht das nicht so einfach, denn Gale gibt keine genauen Anleitungen. Er überlässt es Thea, ihre eigenen Erfahrungen und Fehler zu machen, vorgefasste Meinungen zu korrigieren, kurz, Erkenntnisse zu sammeln. Sie gerät dadurch in den Modus, alles zu hinterfragen, was als gegeben gilt. Sie sucht nach der Wahrheit, nach Antworten, nach dem vielgerühmten Himmel.
Der Schacht, den die beiden Menschen durchqueren, wird zu einem Konstrukt für Zeitlosigkeit, metaphysischen Gedanken und der Befreiung des Geistes.
Der Roman kommt zu einem unerwarteten Ende.
Es gefiel mir, wie Sven Haupt seine Gedanken entwickelt, Phantasie und Wirklichkeit verbindet und Raum lässt, auch für den Leser, sich selbst zu hinterfragen.
Für mich wäre der Roman wieder einen Preis wert.

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