Michael Iwoleit schrieb am 07.10.2010, 03:20:
Es ist eine Schande, daß ein Markus Hammerschmitt, der erzählerischen Nullen wie Markus Heitz oder Frank Schätzing selbst in seinen schwächsten Momenten noch um ein Dutzendfaches
überlegen ist, auf dem Markt ein Schattendasein führt, während Heitz mit seinem Altpapier die Regale verstopft.
Interessant, daß Du ausgerechnet Marcus Hammerschmitt (der Vorname schreibt sich mit C) erwähnst - ich habe regelmäßig Schwierigkeiten damit, einen Sinn in seinen Texten zu finden. Vielleicht bin ich ja zu blöd,

aber vielleicht schreibt er auch zu umständlich...
Michael Iwoleit schrieb am 07.10.2010, 03:20:
Ich bin seit Mitte der Achtziger in der SF-Szene aktiv und kann Euch versichern: Könnte Markus Heitz zurück in die Szene jener Tage, als ein Rainer Zubeil seine besten Bücher schrieb, man würde ihn schallend auslachen.
Welche Romane von ihm würdest Du als seine besten bezeichnen? Ich habe zwei der unter dem Pseudonym Thomas Ziegler erschienenen "Flaming Bess"-Romane gelesen (ist lange her), fand die nicht besonders und habe seither nichts weiter von ihm gelesen. Ich hätte gern Deine Empfehlungen, um mich diesem Autor erneut zu nähern, danke!
Michael Iwoleit schrieb am 07.10.2010, 11:38:
Ich kann Markus Heitz beim besten Willen nicht als Kollegen betrachten, weil er meiner Meinung nach seiner Aufgabe als Autor nicht nachkommt. Und die allererste Aufgabe eines Autors ist die Schaffung einer eigenen, kreativen Sprache.
Welche Autorität hat diese Aufgabe festgelegt? So wie ich es sehe, gibt es drei Instanzen, die die Aufgaben des Autors festlegen: Der einzelne Autor selbst, sein Verlag und sein Leser.
Die Aufgaben, die ein Autor an sich stellt, können sehr verschieden sein - der eine will eine eigene, kreative Sprache schaffen, der andere will seine Leser unterhalten oder Neulinge vorsichtig an ein Genre heranführen.
Die Aufgabe, die der Verlag an den Autor stellt, ist im Normalfall, ein sich möglichst gut verkaufendes Buch zu schreiben, denn der Verlag will Geld verdienen. Es hängt dabei sehr von der Zielgruppe des Verlags und seiner Risikofreudigkeit ab, wie diese Aufgaben dann konkret aussehen. Soweit ich das beurteilen kann, scheint die neue Führung des Heyne-Verlags anspruchsvolle Leser nicht in der Zielgruppe zu haben, denn in den letzten Jahren hat mir nur ein einziger Heyne-Titel wirklich gut gefallen (wobei ich zugeben muß, Heyne-Bücher inzwischen meist einfach liegenzulassen).
Die Aufgabe, die der Leser an den Autor stellt, ist, ein dem Leser gefallendes Buch zu schreiben. Dies hängt wieder vom Geschmack des Lesers ab - mancher weiß gute Sprache und guten Stil zu schätzen, mancher würde ihn nicht bemerken oder gar als unangenehm empfinden.
Michael Iwoleit schrieb am 07.10.2010, 11:38:
Die Erfahrung mit Heyne, einst eine der größten SF-Reihen der Welt, hat gezeigt: Je mehr sich die Reihe auf Serien und oberflächliches Lesefutter verlegt hat, also auf Dinge, die nur den eingefleischten SF-Leser intersssieren, umso dramatischer sind die Auflagen zurückgegangen.
In der Sache gebe ich Dir recht, ich ziehe allerdigs eine andere Schlußfolgerung daraus: Durch niederqualitative Bücher hat der Heyne Verlag, insbesondere durch die neue Verlagsführung, seine Stammleserschaft inner- *und* außerhalb der eingefleischten SF-Leserschaft vergrault. Die Verschiebung des Leseinteresses von SF hin zu Fantasy und nun Horror ist jedoch ein weiterer wichtÃger Faktor, der sich weltweit bemerkbar macht.
Was die SF wirklich bräuchte, wäre ein mutiger Herausgeber in einem der großen Verlage, der sich traut, auch anspruchsvolle SF herauszubringen. Das käme langfristig dem gesamten Genre zugute. Man muß bei den Verlagen ansetzen, die Autoren werden folgen oder nicht mehr veröffentlicht.
Michael Iwoleit schrieb am 07.10.2010, 11:38:
Im Gegenteil. Man muß ihn sogar knallhart angehen. Es sind solche Autoren, denen die SF ihren schlechten Ruf verdankt und die ein Image perpetuieren, gegen das wesentlich bessere SF-Autoren einfach nicht ankommen.
Nein. Die eigentlich Schuldigen sind die Verleger/Lektoren/Herausgeber, die solche Bücher herausbringen, insbesondere wenn sie *nur* solche Bücher herausbringen. Die Autoren passen sich nur den Wünschen der Verlage an - oder sie kommen in den großen Verlagen nicht unter. Daher hier mal ein großes Lob an die Kleiverleger, die sich nicht scheuen, auch gute und anspruchsvolle SF zu publizieren!
Pogopuschel schrieb am 07.10.2010, 15:34:
Ich unterstelle hier mal, dass Heitz-Leser in der Regel etwas jünger sind.
Mit dieser Unterstellung

liegst Du laut Markus Heitz richtig.
leibowitz schrieb am 07.10.2010, 18:05:
Von Autoren, die sich so äußern wie du in diesem Post, werde ich sicherlich nie etwas lesen. Man kann sich nicht mehr selbst disqualifizieren, als du mit deinen Zeilen.
Dann verpaßt Du was. Meiner Meinung nach ist Michael K. Iwoleit einer der besten Schriftsteller, den die deutsche SF zu bieten hat. Insbesondere seine Novellen "Wege ins Licht" und "Psyhack" finde ich herausragend, der Roman Psyhack hat mir nicht ganz so gut gefallen, während die Novelle locker, spannend und flott sowohl unterhalten als auch ihre Botschaft vermittelt hat, ist der Roman so vollgestopft (überfrachtet klingt mir zu negativ), daß der Lesefluß bei mir zeitweise ins Stocken geriet. Aber ich schweife ab... Ich lasse mich nicht durch das Verhalten eines Autors davon abhalten, seine Werke zu genießen. Zumal MKI mit seiner Kritik am Roman "Collector" nicht unrecht hat, speziell was die Sprache angeht (die jedoch perfekt zu den Protagonisten paßt!), die Art und Weise, in der er seine Kritikäußert, gefällt mir jedoch nicht. Ich hatte schon Gelegenheit, Michael persönlich kennenzulernen, er kann auch freundlich und sachlich diskutieren.
Nadine schrieb am 07.10.2010, 18:56:
Abgesehen davon muss man den Leser auf abholen. Mir ist es lieber, ich seh die Jungen in der Bib mit einem "niederschwelligen" SF-Roman entspannen, als vor dem Internet/Fernseher. Textzusammenhänge verstehen lernen sie auch dabei. Für mich ist es kein Vergehen, für ein Publikum zu schreiben.
Ganz meine Meinung.
Michael Iwoleit schrieb am 08.10.2010, 12:37:
"Unterschiede, die nicht gemacht werden kraft persönlicher Sympathie oder Antipathie sondern kraft sachlicher Kriterien." (Aus der TB-Ausgabe bei Ullstein, S.13)
Mir fehlen in Deinen bisheringen Meinungsäußerungen die sachlichen Kriterien. Du sagst zwar, daß Du seine Sprache schwach findest (eine Einschätzung, der ich zustimme), jedoch nicht, wieso. Ich würde außerdem gern wissen, wie Du es finden würdest, wenn die Protagonisten von "Collector", die nunmal ohne höhere Bildung sind (Fernfahrer, Söldner) sich einer komplexen und verschachtelten Sprache befleißigten oder auch nur in einer solchen geschildert würden, was dann den Unterschied zwischen der wörtlichen Rede der Protagonisten und der Sprache des Erzählteils sehr kraß zutage treten ließe. Daher halte ich die Sprache für passend (was nicht heißt, ich fände sie gut!).
Michael Iwoleit schrieb am 08.10.2010, 12:37:
Kritiker von ähnlichem Nutzwert wie Deschner hatten wir auch in der SF, nämlich James Blish und Damon Knight.
Ich hatte gehofft, daß etwas von deren Pionierarbeiten hängengeblieben ist, aber das können wir wohl abhaken.
Wäre es so, hätte sich hier niemand über meine Äußerungen aufgeregt.
Die haben (zumindest in den Essays, die ich gelesen habe) kritisiert, nicht verdammt. Ich stimme mit Deiner Kritik an "Collector" durchaus überein, auch wenn ich einige Dinge anders werte, aber mir gefällt die Art und Weise, in der Du Dich artikulöierst, nicht. Ich weiß, daß Du Dich auch so ausdrücken könntest, daß jeder weiß, wie Du es meinst, ohne verbale Tiefschläge auszuteilen.
Michael Iwoleit schrieb am 08.10.2010, 12:37:
Die Anzahl an talentierten Autoren, die Jahr für Jahr neu auftreten, ist so groß, daß selbst jemand, der sie alle beseitigen wollte, schon aus Munitionsgründen mit dem Abknallen nicht
nachkäme*.
* Achtung: Satire! Satire!
Siehste, geht doch!
Michael Iwoleit schrieb am 08.10.2010, 12:37:
Was aber passieren kann und immer wieder vorkommt, ist, daß einzelne Zweige am Baum der Kultur wegen mangelnder Pflege verdorren. Und das ist es, was gerade mit der SF geschieht.
Ich sehe das weniger pessimistisch, habe allerdings nÃcht Deine Erfahrung im Literaturbetrieb. Meiner Meinung nach wird es immer viele Leser geben, denen schriftstellerische Qualität wenig bedeutet, und nur wenige, die diese als wichtige Richtschnur nehmen. Die Hoffnung ist, Leser zu erziehen, indem man sie langsam an die komplexeren Werke heranführt und ihnen Appetit auf besseres macht. Du hast recht, daß das bessere derzeit in den normalen Buchläden kaum zu finden ist, und wenn dann nicht in der SF-Ecke. Aber wäre mein erster Kontakt mit der SF-Literatur "Psyhack" gewesen, hätte ich mich vermutlich nicht dafür begeistert, dem wirklich nicht guten Star-Trek-Roman ist das gelungen.
Michael Iwoleit schrieb am 08.10.2010, 13:21:
Stattdessen treiben im Verlagswesen immer mehr Banausen ihr Unwesen, die einfach die Bilanzen durchgehen, die Verkaufszahlen vergleichen und beschließen: dieser Autor verkauft sich nicht, von dem bringen wir nie mehr was. [...] Will sagen: Junge, an amerikanischen Managerschulen verbildete Erbsenzähler werfen den Autoren vor, daß eben jene Märkte nicht mehr existieren, die sie selber mit großem Eifer kurz und klein schlagen.
Richtig. Ein Verleger sollte immer neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch einen literarischen Erfolg anstreben. Meiner Meinung nach ist eine gesunde Michung vonnöten, vom Schund bis zur Hochliteratur. Die guten Leser können sich dann bis nach oben entwickeln, andere bleiben auf einer niedrigeren Ebene stecken, aber für jeden gäbe es geeigneten Lesestoff. Es ist sehr bedauerlich, daß keiner der großen Verlage sich dies im Bereich SF traut, und daß die guten Kleinverlage (noch?) nicht in den Buchhandlungen angekommen sind, wo ihre Bücher die breitgefächerte Leserschaft erreichen könnten.
Michael Iwoleit schrieb am 08.10.2010, 13:53:
Die SF-Cons sind eine Sache für Fans, klar. Aber wenn sich die Veranstalter nicht langsam etwas einfallen lassen,
werden sie eine Sache für eine alterne und langsam aussterbende Fanbasis sein. So wie es jetzt läuft, wird es ihnen
niemals gelingen, neues und für die SF womöglich aufgeschlossenes Publikum anzuziehen. Wenn dieser Anspruch
nicht da ist, kann man's auch bei Veranstaltungen wie dem Coloniacon belassen, wo sich einfach ein paar alte
Freunde auf ein Bierchen treffen.
Prinzipielle Zustimmung, es gibt aber auch positie Gegenbeispiele: Die
BuchmesseCon (morgen) zieht erstaunlich viele junge Leute an.
Michael Iwoleit schrieb am 08.10.2010, 13:53:
Dann hast Du mein Posting entweder nicht gelesen oder nicht verstanden. Der Autor ist eine Sache. Die Redakteure
und Verleger, die ihm zur Publizität verhelfen, eine andere. Und was deren Entscheidungen angeht, gibt es tatsächlich
einen direkten Zusammenhang zwischen den Büchern, für die Platz ist, und denen, die man meint, sich sparen zu können.
Da bin ich anderer Meinung - Autoren, die im Großverlag veröffentlicht werden wollen, passen sich den Wünschen der Redakteure an, nicht umgekehrt. Um eine Änderung zu erreichen, muß man bei den Verlagen ansetzten, den Autoren bleibt dann nichts anderes übrig, als mitzuziehen. Außerdem: Weißt Du, ob Markus Heitz nicht auch besser schreiben könnte, erhielte er die Gelegenheit dazu? Daher fände ich es korrekter und sachlicher, über Werke zu diskutieren, nicht über Autoren (und somit Personen).
Frank W. Haubold schrieb am 08.10.2010, 14:11:
Was mich dagegen durchaus ärgert, ist der Umstand, daß sich bei den (meisten) Verlagen und erst recht beim Publikum so gut wie niemand mehr um stilistische Qualität, ach, was sage ich, handwerkliche Mindestanforderungen kümmert. Kurz und knapp, es ist den Leuten scheißegal, ob ein Buch gut oder schlecht geschrieben ist, Hauptsache, es fließt ordentlich Blut und auch sonst kommt der innere Voyeur auf seine Kosten. Das ist kein SF-Phänomen, sondern ein allgemeines.
Sehr schön auf den Punkt gebracht. Ich formuliere das jetzt mal so: Die Leser bekommen die Bücher, die sie verdienen.

Aber: Das war schon immer so. Es gab schon immer schlechte und gute Bücher. Ich wage nicht, hier zu behaupten, das Verhältnis sei früher weiter auf der Seite der guten Bücher gewesen, da ich beim Lesen einiger älterer Bücher, die ich damals für gut gehalten habe, feststellen mußte, daß ich das jetzt deutlich kritischer sehe.
Michael Iwoleit schrieb am 08.10.2010, 14:14:
In Deutschland sind wir auf eine kleine und spezifische Käuferschicht angewiesen, und entscheidend wird möglicherweise
sein, über diese Käuferschicht hinauszukommen.
Mein Eindruck ist allerdings, daß die Kleinverleger mutiger werden und es das, was Du ansprichst, bald geben wird. Es
sind in letzter Zeit tolle Sachen gemacht/gestartet worden, für die man den Kleinverlagen auf Knien danken muß, z.B.
die Tiptree-Gesamtausgabe oder die Lovecraft-Neuübersetzungen, die dem Leser ein treffendenderes Bild vermitteln
als etwa die schönen und schrulligen, aber unauthentischen Übersetzungen von H.C. Artmann. Auf solchen Gebieten
können fähige Kleinverleger brillieren.
Sehe ich genauso - einige Kleinverleger sind auf dem besten Weg, aus dem "Ghetto" der Szene auszubrechen und in die großen Buchhandlungen zu kommen (ich sichte immer wieder welche), und die neuen Drucktechniken helfen ihnen. Die weitergehende Akzeptanz von eBook-Readern wird den Kleinverlagen, wenn sie es geschickt anstellen, noch mehr Marktanteile bescheren.
Pogopuschel schrieb am 08.10.2010, 14:58:
Und was die Bucon angeht, dafür scheinen sich die SF-Autoren ja nicht zu interessieren, sonst würden sie den Fantasyautoren dort nicht so massiv das Feld überlassen. Kompliment an die, die doch erscheinen: Wurdack, Atlantis, Miriam Pharo, Frank Böhmert etc.
Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt... wird der Berg ihn einfach abschreiben.

Anders ausgedrückt: Der Autor braucht die Leser, diese aber nicht den einzelnen Autoren, da genügend Konkurrenz verfügbar ist.
Michael Iwoleit schrieb am 08.10.2010, 15:23:
Was mich erstaunt. An diesem Ding bin ich beim Übersetzen fast verzweifelt (da wußte ich
noch nicht, was bei David Wingrove auf mich zukommt). No offence intended, aber ich
könnte Dir im Detail erklären, warum ich solche Bücher für den Bodensatz der Publizistik
halte. Kann ich ja mal bei 'nem Bierchen auf 'nem Con machen.
Das würde mich *sehr* interessieren, insbesondere die Details. Da würde ich mit Sicherheit eine Menge lernen. Das meine ich absolut ernst.
Pogopuschel schrieb am 08.10.2010, 15:40:
Ebenfalls nicht aus erster Hand kann ich berichten, dass Greg Bear dafür kritisiert wurde, dass er auch Romane zu Computerspielen schreibt. Ich kann mit solchen Romane zu Compurspielen und Filmen überhaupt nichts anfangen, aber weiß, dass viele Spieler dadurch zum Lesen von Büchern kommen. Wenn jemand ein solches "tie-in" von Autoren wie Bear oder Foster liest und auf die Idee kommt auch mal einen Roman im Homanx-Universum oder "Blutmusik" zu lesen, ist das doch super.
Genau. Ebenso kann jemand über Bücher zu Rollenspielwelten zum Lesen kommen und findet dann hoffentlich hochwertigeres, das ihm auch gefällt. Wobei das derzeit mit dem Finden ein echtes Problem gibt.
Rusch schrieb am 08.10.2010, 15:52:
Zur SF muss man doch eines grundsätzlich sagen: Ambitionierte SF und Pulp SF kann man nicht separat betrachten. Beides gehört zum Genre und beides hat seine Existenzberechtigung.
Danke. Ganz meine Meinung.
ShockWaveRider schrieb am 08.10.2010, 16:02:
Du meinst vermutlich "Logik-Bugs". Bug bedeutet u.a. Defekt oder (Programmier-)Fehler.
Ich glaube kaum, dass die Heitzschen Logik-Bugs etwas mit US-Dollars (vulgo: bucks) oder mit Buck Rodgers zu tun haben.
Also wenn schon auf korrekter Schreibung bestehen, dann bitte Buck Rogers.
Pogopuschel schrieb am 08.10.2010, 17:21:
Es wäre mal interessant zu wissen, wie repräsentativ wir hier im Forum für den durchschnittlichen SF-Leser sind? Gibt es da draußen auch einen Typ SF-Leser, der sich hier nie blicken lässt? Gibt es sogar mehrere? Sind wir nur eine Nische in der Nische SF?
Die meisten Leser, die (auch) SF lesen, sind nicht im Fandom aktiv und wissen nichtmal, daß es ein Fandom gibt. Die kaufen ihre Bücher im normalen Buchladen oder bei Amazon. Ja, wir sind hier nur eine Nische - sonst gäbs im SF-Netzwerk *viel* mehr Mitglieder.
Frank W. Haubold schrieb am 08.10.2010, 18:14:
Initial habe ich meines Wissens höchstens mal meine Verwunderung geäußert, wieso etwas so erkennbar Drittklassiges von gestandenen SF-Anhängern ernsthaft diskutiert wird.
Möglicherweise liegt es daran, daß der Roman zwar sprachlich auf niedrigem Niveau liegt und auch nichts inhaltlich neues bringt, aber dennoch durch die aufgeworfenen ethisch-moralischen Fragen zum Nachdenken anregt und im Gedächtnis bleibt. So ist es jedenfalls bei mir.
Jürgen schrieb am 08.10.2010, 18:34:
Oh ja, und zwar in der Größenordnung um den Faktor 500, gemessen an der Anzahl von Diskussionsteilnehmern hier auf dem Forum. Diese Lesergruppe greift eher sporadisch zur SF-Literatur, besitzt bei weitem nicht den SF-Background der hier Diskutierenden und pfeift auf stilistische Feinheiten oder physikalische Korrektheit. Übrigens auch auf die hier Diskustierenden und ihre "hirnlastigen" Beiträge, die für sie noch weniger unterhaltsam sind, als ein schlechter Roman.

Präzise beobachtet.
UdoTascher schrieb am 08.10.2010, 20:17:
Schließlich: Warum sollten bekannte Fantasy-Autoren nicht auch SF schreiben können (dürfen...?) Gerade bei Heitz heißt es doch im Klappentext: Mit "Collector" hat Markus Heitz, Autor des Bestsellers "Die Zwerge", das ultimative Zukunftsepos geschrieben - ein atemberaubendes Abenteuer in Cinemascope.
Also zuerst Fantasy. Jetzt SF. So what?
Sorry, kleine Korrektur: Markus Heitz hat mit SF angefangen (Romane zum Rollenspieluniversum Shadowrun), ist dann zur Fantasy gewechselt, hat auch einen Horror-Roman geschrieben und ist nun zur SF zurückgekehrt.
Die Behauptung, wenn ein Autor für das Genre X zu blöd sei, könne er immer noch im Genre Y schreiben, halte ich für jede Kombination von Genres für völligen Schwachsinn.