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Philip K. Dick - Ubik (2. Lesezirkel)


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45 Antworten in diesem Thema

#1 Morn

Morn

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Geschrieben 11 Januar 2012 - 14:21

Wir lesen:

Philip K. Dick: Ubik (Ubik)

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Start 15.01.2012

Link zum ersten Lesezirkel zu Ubik

(Später werden die beiden Threads vermutlich zusammengeführt.)

Viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!

#2 Seti

Seti

    Zeitreisebegleiter durch die Windener Höhlen

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Geschrieben 15 Januar 2012 - 20:04

So, da mach ich doch gleich mal den Anfang.

Also das erste Kapitel hab ich heute gelesen und fand den Einstieg interessant; etwas verwirrend, da ich erst gegen Ende verstanden habe, was die Inerten sind, aber es machte trotzdem Lust auf mehr. Das Setting wirkt auf den ersten Blick sehr metaphysisch, doch da ich den Film Minority Report gesehen habe und weiß, dass er auf einer Kurzgeschichte PKDs beruht (darin kommen ja auch Präkogs vor), mache ich mir keine Sorgen, dass die Handlung zu sehr ins esoterische abgleitet. Das Moratorium "Unsere lieben Anverwandten" erinnerte mich ein wenig an Uwe Posts Kurzgeschichte eDead.com - obwohl es rein chronologisch natürlich umgekehrt sein müsste.

Einen Stelle fand ich echt komisch (und ich mag es, wenn ein Autor gelegentlich so einen Schmunzler einfügt):

"Also steckten wir dort für Melipone ein Markierungsfähnchen auf die Landkarte. Aber nun ist er - ist es - verschwunden."
"Haben Sie mal auf dem Fußboden nachgesehen? Haben Sie hinter der Karte gesucht?"
"Es ist elektronisch verschwunden."

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Seti

"What today's nationalists and neosegregationists fail to understand," Kwame said, "is that the basis of every human culture is, and always has been, synthesis. No civilization is authentic, monolithic, pure; the exact opposite is true. Look at your average Western nation: its numbers Arabic, its alphabet Latin, its religion Levantine, its philosophy Greek†¦ need I continue? And each of these examples can itself be broken down further: the Romans got their alphabet from the Greeks, who created theirs by stealing from the Phoenicians, and so on. Our myths and religions, too, are syncretic - sharing, repeating and adapting a large variety of elements to suit their needs. Even the language of our creation, the DNA itself, is impure, defined by a history of amalgamation: not only between nations, but even between different human species!"

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#3 lapismont

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Geschrieben 16 Januar 2012 - 08:49

Ja, hab auch heute begonnen und mich zunächst durch Sascha Mamczaks Vorwort gequält. Man könnte auch ohne intelektuell klingende Schwurbel über Dick schreiben ... Mir kam das Moratorium "Unsere lieben Anverwandten" auch seltsam vertraut vor, "eDead.com" - das könnte passen. Muss ich nachgucken. Zumindest kann ich für den Anfang schon feststellen, dass mir Ubik leichtverdaulicher vorkommt als Valis.
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#4 methom

methom

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Geschrieben 16 Januar 2012 - 13:59

Ja, hab auch heute begonnen und mich zunächst durch Sascha Mamczaks Vorwort gequält. Man könnte auch ohne intelektuell klingende Schwurbel über Dick schreiben ...

Das habe ich gar nicht. Dafür habe ich ein Nachwort von Lem, wenn ich mich recht erinnere. Dafür ist mein Buch aber auch rosa.

Ich finde, es wird einem auf den ersten Seiten schon ganz schön viel präsentiert: Telepathen, Präkogs, Inerter, Halbtote. Mal sehen, wie stimmig die Welt wird. Dazu noch technische Möglichkeiten: Runciter scheint innerhalb kürzester Zeit von Amerika in die Schweiz gekommen zu sein. (Wirkte auf mich so.)
Die Technik ist aber auch ein wenig widersprüchlich: auf der einen Seite Videophone, auf der anderen Schreibmaschinen. Und dass Runciter davon ausgegangen ist, dass ein Fähnchen runtergefallen ist, lässt sich zwar lustig lesen, zeigt aber, dass er mit der Technik seiner Zeit wohl nicht vertraut ist - oder dass der Autor die Konsequenzen nicht völlig durchdacht hat. (Wenn heute jemand seinem Chef berichtet, dass die Markierung auf Google Maps weg ist, würde der wohl (hoffentlich) auch nicht nach einem Fähnchen suchen.)

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#5 leibowitz

leibowitz

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Geschrieben 16 Januar 2012 - 17:36

Ich muss mich etwas zurückhalten, weil ich das Buch ja schon kenne. Hinterher diskutiere ich fleißiger mit, momentan besteht immer die Gefahr zu viel zu verraten, auch wenn ich parallel ein Kapitel pro Tag mitlese. Nur so viel: Valis und Ubik kann man überhaupt nicht vergleichen vom inhaltlichen her, wenn mein erster Dick Valis gewesen wäre, hätte mich das übel abgeschreckt. Beim erneuten Lesen empfinde ich das erste Kapitel als sehr rund, es wird viel "eingeführt", aber was eingeführt wird, ist Bestandteil vieler Dick-Romane, so ist man sofort (wieder) damit vertraut und in dieser Welt. Obwohl die Welt eine ganz andere ist als unsere, empfinde ich sie als sehr vertraut. Das liegt daran, wie Dick die Menschen beschreibt, finde ich.

Bearbeitet von leibowitz, 16 Januar 2012 - 17:37.

Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben. (P.K.Dick)

#6 lapismont

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Geschrieben 17 Januar 2012 - 08:29

Caramba! Was für ein toller Buchanfang! Bin jetzt bei den ersten Aktionen von Pat und ich muss schon sagen, dass ich verstehe, warum Ubik ein Klassiker ist. Macht das Spaß, die Dialoge zu lesen. Da kann man nur ehrfürchtig staunen. Zum Thema Dinge, die nicht zusammenpassen: Ich lese ja recht oft SF-Klassiker, da habe ich mir so eine Art Toleranz angewöhnt. Dass man in den 60ern nicht wirklich erraten konnte, was 92 alles möglich ist, laste ich Dick nicht an. Im Gegenteil, ich finde es sehr amüsant und spannend zu sehen, welche an sich trivialen Alltagsgegenstände man für unverzichtbar hielt und sich eine irgendwie geartete Ersetzung nicht einmal im Ansatz vorstellen konnte. Lustigerweise gibt es heute genügend digitale Landkarten, in die man virtuelle Fähnchen stecken kann, obwohl bereits ich nie eine echte Karte mit sowas nutzte. Sowas könnte man SF-Archäologie nennen. Aber egal, ich find das Buch bisher klasse. Und ich würde Valis auch nicht mit Ubik vergleichen wollen. Glücklicherweise war Valis auch nicht mein erster Dick-Roman, sondern der Zeitsturz, sodass ich die Klasse Dicks bereits kannte. Valis ist ja auch nicht schlecht geschrieben, nur für areligiöse Leser reichlich belanglos.
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#7 methom

methom

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Geschrieben 17 Januar 2012 - 19:43

Kapitel 2: Runciter spricht mit seiner halblebenden Frau und leidet unter einem Übersprechungseffekt aus dem Nachbarsarg. Das erinnerte mich ein wenig an den (später geschriebenen) zweiten Teil von Frederik Pohls Gateway-Trilogie. Da wusste man auch nie genau, welchen Toten man an die Strippe bekam, wenn man einen Knopf drückte. Ansonsten erst mal ein weniger aufregendes Kapitel. Bislang finde ich es in Ordnung, aber nicht überragend. Spannend natürlich die Hinweise auf das UBIK über jedem Kapitel. Das ist auch das einzige, was ich noch von meinem ersten Lesen weiß: dass ich da die ganze Zeit am Grübeln war. (Und jetzt schon wieder.)

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#8 Seti

Seti

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Geschrieben 17 Januar 2012 - 20:36

Ich habe mittlerweile das zweite und dritte Kapitel gelesen.

Beim zweiten Kapitel fand ich die Aussage Runciters, dass die Technik der Halblebenden-Kommunikation die meisten Menschen zu Amateur-Theologen gemacht hat, sehr interessant. Nachvollziehbar, dass die philosophische Frage was danach kommt, und die Tatsache, dass es selbst die Halblebenden nicht wissen, noch mehr zum theologischen Spekulieren anregt. Die Überlagerung durch dem Jungen gab dieser Szene etwas Leichtigkeit und bei der Frage von Runciters Frau, ob Melipone ein Hobbit sei, musste ich laut lachen. Allerdings war ich mir die ganze Zeit nicht sicher, ob es mir nicht doch zu metaphysisch ist, aber dann...

...kam das dritte Kapitel. Und ganz ehrlich, wenn UBIK dieses Niveau hält, dann können die Psis und Anti-Psis noch so viele verrückte Dinge tun und es würde mich nicht stören. Die Szene mit Pats Befragung war wirklich genial geschrieben und die Figur des Joe Chip ist mir nach diesen zwanzig Seiten schon sympathisch - vor allem weil er ständig abgebrannt in einem Apartment lebt, in dem selbst das Öffnen des Kühlschranks oder der Wohnungstür Geld kostet.

Bisher also Eingefügtes Bild

Bearbeitet von Seti, 17 Januar 2012 - 20:36.

"What today's nationalists and neosegregationists fail to understand," Kwame said, "is that the basis of every human culture is, and always has been, synthesis. No civilization is authentic, monolithic, pure; the exact opposite is true. Look at your average Western nation: its numbers Arabic, its alphabet Latin, its religion Levantine, its philosophy Greek†¦ need I continue? And each of these examples can itself be broken down further: the Romans got their alphabet from the Greeks, who created theirs by stealing from the Phoenicians, and so on. Our myths and religions, too, are syncretic - sharing, repeating and adapting a large variety of elements to suit their needs. Even the language of our creation, the DNA itself, is impure, defined by a history of amalgamation: not only between nations, but even between different human species!"

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#9 lapismont

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Geschrieben 18 Januar 2012 - 07:37

Kapitel 2:
Ansonsten erst mal ein weniger aufregendes Kapitel. Bislang finde ich es in Ordnung, aber nicht überragend.

Spannend natürlich die Hinweise auf das UBIK über jedem Kapitel. Das ist auch das einzige, was ich noch von meinem ersten Lesen weiß: dass ich da die ganze Zeit am Grübeln war.

Ja, das Kapitel bestach eher durch die Details und das Sprechen mit den Toten an sich. Aber faszinierend finde ich, wie Dick extrem ergonomisch Szenen aufbaut, das Wesentliche erzählt und trotzdem seinen Figuren Volumen gibt. Ich hatte nach wenigen Sätzen ein ziemlich genaues Gefühl für Runciter.

Beim zweiten Kapitel fand ich die Aussage Runciters, dass die Technik der Halblebenden-Kommunikation die meisten Menschen zu Amateur-Theologen gemacht hat, sehr interessant. Nachvollziehbar, dass die philosophische Frage was danach kommt, und die Tatsache, dass es selbst die Halblebenden nicht wissen, noch mehr zum theologischen Spekulieren anregt.

Was hat das aber mit Theologie zu tun? Dick liefert doch eine technische Erklärung. Der Mensch ist noch nicht komplett gestorben, ein bisschen Reststrom im Gehirn sorgt für Gedanken.
Für so etwas wie das Seelenkonzept der Christen findet sich da erst einmal kein Platz, oder?

...kam das dritte Kapitel. Und ganz ehrlich, wenn UBIK dieses Niveau hält, dann können die Psis und Anti-Psis noch so viele verrückte Dinge tun und es würde mich nicht stören. Die Szene mit Pats Befragung war wirklich genial geschrieben und die Figur des Joe Chip ist mir nach diesen zwanzig Seiten schon sympathisch - vor allem weil er ständig abgebrannt in einem Apartment lebt, in dem selbst das Öffnen des Kühlschranks oder der Wohnungstür Geld kostet.

Das baut Dick ja noch weiter aus. Ich bin in der Handlung schon vom Mond zurück und
Spoiler


Ich mag Chip als Figur auch. Toller Lesespaß bisher.
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#10 Seti

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Geschrieben 18 Januar 2012 - 21:57

Was hat das aber mit Theologie zu tun? Dick liefert doch eine technische Erklärung. Der Mensch ist noch nicht komplett gestorben, ein bisschen Reststrom im Gehirn sorgt für Gedanken.
Für so etwas wie das Seelenkonzept der Christen findet sich da erst einmal kein Platz, oder?

Bezogen auf die technischen Apparate, die eine Kontaktaufnahme mit den Halblebenden ermöglichen, hast du recht. Das hat nichts religiöses an sich. Aber ich bezog mich auf Ellas Beschreibungen ihres Zustands - das Gefühl der Aufsteigens zu den Sternen, die Vermischung ihrer Träume mit denen der anderen Halblebenden und vor allem das rote Licht, das sie sieht. Runciter antwortet auf letzteres ja mit den Worten:

"Und das rauchige rote Licht, das ist ein ungemütlicher Mutterschoß, du willst nicht dorthin. Das ist ein erniedrigender, ein gemeiner Mutterschoß. Offenbar siehst du schon dein neues Leben voraus oder so ähnlich." Er kam sich albern vor, während er das sagte. Eigentlich hatte er keinerlei religiöse Überzeugung. Aber die Erfahrung des Halblebens war authentisch und machte sie alle auf gewisse Weise zu Theologen.

Vielleicht werden später noch Erklärungen dafür geliefert (so ähnlich wie mit dem Jungen), das weiß ich nicht. Aber zu diesem Zeitpunkt wirft es schon theologische Grundsatzfragen auf, wie ich finde. Und selbst Runciter als Atheist kann darauf keine naturwissenschaftliche Antwort geben.


Heute habe ich das vierte Kapitel gelesen. Allzuviel ist diesmal zwar nicht passiert, aber ich denke der Grundstein für den weiteren Verlauf wurde gelegt. Die Vertragsverhandlungen von Runciter - erst Recht für eine Anti-Psi-Organisation - waren schon etwas fragwürdig, allerdings verhielt sich Miss Wirt auch nicht gerade kooperativ. Es war aber interessant zu lesen. Und ich hatte auch so eine Ahnung, dass im Kapitel zuvor der Milliardär Mick Stanton nicht einfach so erwähnt wird.

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#11 leibowitz

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Geschrieben 18 Januar 2012 - 22:07

Ich bin anderer Meinung. Meiner Meinung nach wirft der Text selbst hier keine theologischen Grundsatzfragen auf. Diese konstruierst du selbst mit deinem Weltwissen. In der zitierten Passage kann ich jedenfalls beim besten Willen keine Grundsatzfrage erkennen. Eher macht diese Passage oder die Skizzierung der Halblebenden an sich religiöse Grundsatzfragen lächerlich oder lachhaft, in meinen Augen. Aber das kann auch bei mir in den Augen des Betrachters liegen ...
Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben. (P.K.Dick)

#12 Seti

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Geschrieben 18 Januar 2012 - 22:27

Ich bin anderer Meinung. Meiner Meinung nach wirft der Text selbst hier keine theologischen Grundsatzfragen auf. Diese konstruierst du selbst mit deinem Weltwissen. In der zitierten Passage kann ich jedenfalls beim besten Willen keine Grundsatzfrage erkennen. Eher macht diese Passage oder die Skizzierung der Halblebenden an sich religiöse Grundsatzfragen lächerlich oder lachhaft, in meinen Augen. Aber das kann auch bei mir in den Augen des Betrachters liegen ...

Ich würde es jetzt nicht unbedingt eine Konstruktion aus meinem Weltwissen nennen, dafür steh ich der Kirche viel zu skeptisch gegenüber Eingefügtes Bild

Eher ist es meine Interpretation der Szene. Ich wollte auch nicht die ganzen Unterhaltung abtippen, das Zitat sollte nur unterstreichen, was ich in Post #8 zu den Moratorien geschrieben habe.
Falls ihr mich so verstanden habt, dass ich darin ein Bekennen PKDs zu Himmel und Reinkarnation erkannt haben will, dann habe ich mich nicht richtig ausgedrückt. Denn ich sehe es lediglich als Verdeutlichung einer Misere, dass selbst die Halblebenden ihren Verwandten keine konkrete Antwort auf die Frage Was kommt danach? liefern können. Und das führt zu theologischen Spekulationen.

Bearbeitet von Seti, 18 Januar 2012 - 22:28.

"What today's nationalists and neosegregationists fail to understand," Kwame said, "is that the basis of every human culture is, and always has been, synthesis. No civilization is authentic, monolithic, pure; the exact opposite is true. Look at your average Western nation: its numbers Arabic, its alphabet Latin, its religion Levantine, its philosophy Greek†¦ need I continue? And each of these examples can itself be broken down further: the Romans got their alphabet from the Greeks, who created theirs by stealing from the Phoenicians, and so on. Our myths and religions, too, are syncretic - sharing, repeating and adapting a large variety of elements to suit their needs. Even the language of our creation, the DNA itself, is impure, defined by a history of amalgamation: not only between nations, but even between different human species!"

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#13 methom

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Geschrieben 19 Januar 2012 - 21:22

3. Kapitel: Joe Chip, Pat und G.G. Fand ich jetzt nicht so überragend, wie die Kommentare mich haben erwarten lassen. Eine Figur wie Joe Chip ist inzwischen schon nicht mehr originell. Möglicherweise war Dick (einer) der erste(n), der so eine Figur erschaffen hat. Dann hat er leider Pech, dass ich ihn erst so spät lese. Interessant ist natürlich der Aspekt, in einer veränderten Zeitlinie zu sein, ohne das zu wissen. Das zeigt - wie Chip ja auch erkannt hat - wie vorsichtig man mit Pat sein muss. Sobald ihr etwas nicht gefällt, kann sie die Vergangenheit einfach ändern. (Auch wenn ich noch nicht so durchgeblickt habe, wie sie das genau macht.) Etwas merkwürdig kam mir vor, dass sie sich auszog mit der Begründung (sinngemäß): "Letztes Mal habe ich es nicht gemacht und das gefiel dir nicht." Da habe ich den Sinn noch nicht ganz verstanden. Und gerade kommt mir noch ein Aspekt in den Sinn, der vielleicht noch wichtig werden könnte (?): Pat kann Gegenstände von einer Zeitlinie in die andere mitnehmen. (Wodurch mir noch unklarer ist, wie sie das schafft.) 4. Kapitel: Der Auftrag Dieses Kapitel gefiel mir nun viel besser als die vorherigen. Die Figuren sind auf der Bühne, jetzt wird die Handlung losgetreten. Geheimnisvolle Aktivitäten auf dem Mond, technologische Errungenschaften, die geheim bleiben sollen, ein Massenauflauf von Telepathen: ich bin gespannt, wo das hinführt. Erschreckend auch, wie routinemäßig und detailliert da Gedanken belauscht werden. Kein Wunder, dass Antis da hoch im Kurs stehen. (Wobei denen natürlich auch nicht zu trauen ist, wie in dem Moratorium anklang.) Da bleibt nur zu hoffen, dass die Technologie nie so weit kommt, die Fähigkeiten der Telepathie in diesem Ausmaß nachzuahmen. (Allerdings war gerade ein Beitrag im Fernsehen, in dem ein Auto per Gedankenkraft gesteuert wurde. Und nein, es war nicht Knight Rider.) Dass Ella nur die tolle Idee hatte, statt alle drei Stunden jede Stunde Werbung zu senden, fand ich allerdings enttäuschend. Ist das die Superfähigkeit derenthalber Runciter seine Frau im Halbleben lässt? Marketing? Na, mal abwarten, ob da noch mehr hintersteckt. Und jetzt auf zum nächsten Kapitel.

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#14 lapismont

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Geschrieben 20 Januar 2012 - 08:01


Vielleicht werden später noch Erklärungen dafür geliefert (so ähnlich wie mit dem Jungen), das weiß ich nicht. Aber zu diesem Zeitpunkt wirft es schon theologische Grundsatzfragen auf, wie ich finde. Und selbst Runciter als Atheist kann darauf keine naturwissenschaftliche Antwort geben.


Ja, das lohnt sich beim Lesen im Auge zu behalten. Wir können nach der Lektüre prüfen, ob Dick da etwas anbietet. Ich habe die Valis-Lektüre ja noch im Hinterkopf und finde es daher spannend zu sehen, ob es bereits früher Tendenzen dahin gab.

Heute habe ich das vierte Kapitel gelesen. Allzuviel ist diesmal zwar nicht passiert, aber ich denke der Grundstein für den weiteren Verlauf wurde gelegt. Die Vertragsverhandlungen von Runciter - erst Recht für eine Anti-Psi-Organisation - waren schon etwas fragwürdig, allerdings verhielt sich Miss Wirt auch nicht gerade kooperativ. Es war aber interessant zu lesen. Und ich hatte auch so eine Ahnung, dass im Kapitel zuvor der Milliardär Mick Stanton nicht einfach so erwähnt wird.

Ja, alles ging ruckzuck, wie beim frühen PR entschied man sich damals schnell, packte die Geschäfte einfach an ohne lang rumzulabern.
Spoiler




3. Kapitel: Joe Chip, Pat und G.G.
Fand ich jetzt nicht so überragend, wie die Kommentare mich haben erwarten lassen. Eine Figur wie Joe Chip ist inzwischen schon nicht mehr originell. Möglicherweise war Dick (einer) der erste(n), der so eine Figur erschaffen hat. Dann hat er leider Pech, dass ich ihn erst so spät lese.
Interessant ist natürlich der Aspekt, in einer veränderten Zeitlinie zu sein, ohne das zu wissen. Das zeigt - wie Chip ja auch erkannt hat - wie vorsichtig man mit Pat sein muss. Sobald ihr etwas nicht gefällt, kann sie die Vergangenheit einfach ändern. (Auch wenn ich noch nicht so durchgeblickt habe, wie sie das genau macht.) Etwas merkwürdig kam mir vor, dass sie sich auszog mit der Begründung (sinngemäß): "Letztes Mal habe ich es nicht gemacht und das gefiel dir nicht." Da habe ich den Sinn noch nicht ganz verstanden.
Und gerade kommt mir noch ein Aspekt in den Sinn, der vielleicht noch wichtig werden könnte (?): Pat kann Gegenstände von einer Zeitlinie in die andere mitnehmen. (Wodurch mir noch unklarer ist, wie sie das schafft.)

Gut, Joe Chip als coole Socke mag heute ausgelutscht erscheinen, aber Du sagst es ja selbst, Dick kann aufgrund der Story gar nicht alllzu sehr im Handlungsmoment verweilen.
Dass sich Pat auszog, fand ich auch seltsam, denn Chip erscheint ja nicht als Schwerenöter, der erwartet, dass sich ihm alle Frauen hingeben,
Spoiler


4. Kapitel: Der Auftrag

Dass Ella nur die tolle Idee hatte, statt alle drei Stunden jede Stunde Werbung zu senden, fand ich allerdings enttäuschend. Ist das die Superfähigkeit derenthalber Runciter seine Frau im Halbleben lässt? Marketing? Na, mal abwarten, ob da noch mehr hintersteckt.

Ich fands auch billig. Vielleicht aber galt es zur Zeit des Schreibens von Ubik als die heißeste Werbemethode?


Auch wenn ich nur morgens auf dem Weg zur Arbeit lese, bin ich schon mitten in Kapitel 14. Der Roman bleibt rasant und spannend, ich warte aber mal mit weiteren Statements, bis auch ihr vorangeschritten seid.
So bin ich ganz gespannt auf eure Theorien, was denn nun mit der Inerten-Gruppe passiert. Dick schreibt da ja tatsächlich ein hammerhart verwirrendes Stück Welt.
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Geschrieben 21 Januar 2012 - 19:09

Mittlerweile habe ich Kapitel 5,6 und 7 gelesen. Aber vorher hab ich auch noch ein paar Nachträge zu Kapitel 3 und 4.

3. Kapitel:

Etwas merkwürdig kam mir vor, dass sie sich auszog mit der Begründung (sinngemäß): "Letztes Mal habe ich es nicht gemacht und das gefiel dir nicht." Da habe ich den Sinn noch nicht ganz verstanden.

Dass sich Pat auszog, fand ich auch seltsam, denn Chip erscheint ja nicht als Schwerenöter, der erwartet, dass sich ihm alle Frauen hingeben

Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich auszieht, um seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu genießen. Sie hätte natürlich einfach nur den Zettel des ersten Tests aus ihrer Bluse hervorholen können, aber vielleicht legt sie ja besonderen Wert darauf, nicht nur bei Runciter Associates angestellt zu werden, sondern mit Joe Chip zusammenzukommen (warum auch immer...) und da sind ihre weiblichen Reize ein probates Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.

Und gerade kommt mir noch ein Aspekt in den Sinn, der vielleicht noch wichtig werden könnte (?): Pat kann Gegenstände von einer Zeitlinie in die andere mitnehmen. (Wodurch mir noch unklarer ist, wie sie das schafft.)

Wie sie das macht, verstehe ich auch nicht, doch in Hinblick auf das siebente Kapitel (s.u.) ist diese Fähigkeit ganz sicher von Bedeutung.

4. Kapitel:

Dass Ella nur die tolle Idee hatte, statt alle drei Stunden jede Stunde Werbung zu senden, fand ich allerdings enttäuschend. Ist das die Superfähigkeit derenthalber Runciter seine Frau im Halbleben lässt? Marketing? Na, mal abwarten, ob da noch mehr hintersteckt.

Ich fands auch billig. Vielleicht aber galt es zur Zeit des Schreibens von Ubik als die heißeste Werbemethode?

Ja, da stimme ich euch zu. Für diese Idee, braucht man niemanden in einem Moratorium am Leben erhalten. Wenn Runciter dafür extra seine Frau befragen muss, verwundert es nicht, dass seine Firma in einer Krise steckt.

5. Kapitel:
Zwei Dinge sind mir bei diesem Kapitel besonders in Erinnerung geblieben - einerseits Pats erneutes Zurschaustellen ihrer Fähigkeiten und andererseits der bunt gemischte Haufen von Inerten.
Pats Fähigkeiten: Sie scheint nicht nur die Vergangenheit zu ändern, sondern lässt die anderen auch in der Zeit hin- und herspringen. Denn Runciter denkt vor dem Münzladen an einen Herzinfarkt, der ein Jahr zurückliegt, Chip und Pat sind plötzlich seit einem Jahr verheiratet... Vielleicht bedeutet dies, dass Pat die Zeitlinie änderte und alle Protagonisten ein volles Jahr auf dieser Zeitlinie lebten, bevor Pat sie wieder in Runciters Büro zurückversetzte.
Die Inerten-Truppe: Ich weiß nicht, ob der Begriff passt, aber ich fand die Inerten sehr cyberpunkig beschrieben - auch wenn der Cyberpunk erst viel später aufkam. Doch vielleicht liegt das auch daran, dass mir deren Aussehen und Kleidung zwar völlig abgedreht erscheint, aber eben der damaligen Mode entsprach, zumindest wenn man sich sehr extrovertiert kleidete.

6. Kapitel:
Die Herumdruckserei von Miss Wirt im 4. Kapitel kam nicht von ungefähr, wie dieses Kapitel zeigt.
Interessant war auch, dass der Traum, den Tippy Jackson zu Beginn des vorherigen Kapitels hatte, in ähnlicher Form auch den anderen Inerten begegnete.
Eine Sache hat mich aber richtig ins Grübeln gebracht:
Spoiler


7. Kapitel:
Jetzt wird die Sache richtig mysteriös. Zum Ende des 6. Kapitels deutet sich ja schon etwas sehr seltsames an, als Chip sich eine Zigarette nimmt und diese zerbröselt. Nun scheinen mehrere Dinge (Zigaretten, der Bordcomputer, die Münze, Kaffee und Milch) gealtert zu sein,...
Spoiler

Ich frage mich auch, ob die alte Vierteldollarmünze von Joe Chip in irgendeinem Zusammenhang mit Runciters kurzen Abstecher zum Schaufester des Münzsammlers in Kapitel 5 zusammenhängt.

Übrigens, falls ihr wissen möchtet, was die lateinischen Musiktexte bedeuten, habe ich im Netz mal eine Übersetzung herausgesucht (meine rudimentären Lateinkenntnisse haben dafür leider nicht gereicht).
Spoiler

Die letzte Zeile des Requiems finde ich äußerst interessant Eingefügtes Bild

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Geschrieben 21 Januar 2012 - 19:50

Mittlerweile habe ich Kapitel 5,6 und 7 gelesen. Aber vorher hab ich auch noch ein paar Nachträge zu Kapitel 3 und 4.

3. Kapitel:


Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich auszieht, um seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu genießen. Sie hätte natürlich einfach nur den Zettel des ersten Tests aus ihrer Bluse hervorholen können, aber vielleicht legt sie ja besonderen Wert darauf, nicht nur bei Runciter Associates angestellt zu werden, sondern mit Joe Chip zusammenzukommen (warum auch immer...) und da sind ihre weiblichen Reize ein probates Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.

Möglich. Im sechsten Kapitel sagt sie ja auch von sich, sie sei seine Geliebter und würde ihn aushalten. Keine Ahnung, ob da was dran ist.

5. Kapitel:
Zwei Dinge sind mir bei diesem Kapitel besonders in Erinnerung geblieben - einerseits Pats erneutes Zurschaustellen ihrer Fähigkeiten und andererseits der bunt gemischte Haufen von Inerten.

Ja, mir auch. Pats Demonstration war schon heftig. Einfach mal kurz so die komplette Zeitlinie durcheinanderwirbeln. Eigentlich hätten damit Runciter und Chip schon viel misstrauischer werden müssen. Welchen Beweis haben sie denn, dass Pat wirklich auf ihrer Seite steht. Aber bei Miss Wirt waren sie ja auch nicht sehr skeptisch.
Die Inerten waren mir eindeutig zu viele. Da habe ich mir nicht die Mühe gemacht, die gedanklich alle auseinander zu halten mit ihrer jeweiligen Bekleidung. Ich hoffe, dass das nicht so tragisch ist.

6. Kapitel:

Eine Sache hat mich aber richtig ins Grübeln gebracht:

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Die ganze Szenerie auf dem Mond fand ich sehr merkwürdig. Sie werden da in eine Falle gelockt und dann ist niemand da, um die auch tatsächlich zuschnappen zu lassen. Und was ist das eigentlich für eine merkwürdige Eigenschaft von menschlichen Bomben, vor der Explosion an die Decke zu schweben? Und warum wurde diese nicht von den Attentätern berücksichtigt? Sind wir überhaupt in der eigentlichen Zeitlinie? Oder hat Pat etwas angestellt, um alle anderen verschwinden zu lassen?

Und der Traum? Ja, da sollte man eigentlich meinen, dass die Inerten geschult sind, solch merkwürdige Vorkommen sofort zu melden. Runciter Associates macht alles in allem keinen sehr professionellen Eindruck.

Was ich aber am putzigsten fand in diesem Kapitel war, dass man Runciter erst noch den Raumschiffschlüssel im Lederetui abnehmen musste. Wie ich schon oben andeutete, ein großer technischer Visionär scheint Dick nicht gewesen zu sein. Einzelne Elemente sicher. Aber mir fehlt die Integration in ein Gesamtbild. Alle Neuerungen stehen recht isoliert da, finde ich. Aber das kann ja auch in Ordnung sein, wenn das nicht sein Fokus war.

7. Kapitel:

Kommt heute dran.

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#17 lapismont

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Geschrieben 23 Januar 2012 - 13:04


Die ganze Szenerie auf dem Mond fand ich sehr merkwürdig. Sie werden da in eine Falle gelockt und dann ist niemand da, um die auch tatsächlich zuschnappen zu lassen. Und was ist das eigentlich für eine merkwürdige Eigenschaft von menschlichen Bomben, vor der Explosion an die Decke zu schweben? Und warum wurde diese nicht von den Attentätern berücksichtigt? Sind wir überhaupt in der eigentlichen Zeitlinie? Oder hat Pat etwas angestellt, um alle anderen verschwinden zu lassen?

Fand ich auch komisch, hatte aber gleich ein ungutes Gefühl. Eine direkt platzierte Bombe mit so wenig Auswirkungen? Kein Alarm, keine Reaktionen?
Spoiler


Und der Traum? Ja, da sollte man eigentlich meinen, dass die Inerten geschult sind, solch merkwürdige Vorkommen sofort zu melden. Runciter Associates macht alles in allem keinen sehr professionellen Eindruck.


Definitiv. Nach so einem Traum wäre ich nie auf den Mond geflogen. Kann man eigentlich nur erklären mit Pat oder einer anderen Manipulation von außen.

Bin schon gespannt, wie Du die weiteren Entwicklungen bewertest.
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#18 Seti

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Geschrieben 23 Januar 2012 - 22:13

@ methom: In welchem Kapitel bist du denn jetzt? (lapismont ist ja bestimmt schon fertig...)

Ich frage deshalb, weil ich mittlerweile das zehnte Kapitel gelesen hab, aber mir nicht sicher bin, was ich von meinen Eindrücken posten kann, ohne...
(1) aus Versehen zu viel zu verraten
(2) fast alles in Spoiler-Tags zu packen

Ich stelle auf jeden Fall fest, dass mir UBIK ausgesprochen gut gefällt. Hätte ich nicht unbedingt erwartet, denn vor Beginn des Lesezirkels habe ich Blade Runner gelesen und war doch etwas enttäuscht - der Film ist da mMn besser, was Atmosphäre und Spannung angeht.

Bearbeitet von Seti, 23 Januar 2012 - 22:14.

"What today's nationalists and neosegregationists fail to understand," Kwame said, "is that the basis of every human culture is, and always has been, synthesis. No civilization is authentic, monolithic, pure; the exact opposite is true. Look at your average Western nation: its numbers Arabic, its alphabet Latin, its religion Levantine, its philosophy Greek†¦ need I continue? And each of these examples can itself be broken down further: the Romans got their alphabet from the Greeks, who created theirs by stealing from the Phoenicians, and so on. Our myths and religions, too, are syncretic - sharing, repeating and adapting a large variety of elements to suit their needs. Even the language of our creation, the DNA itself, is impure, defined by a history of amalgamation: not only between nations, but even between different human species!"

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#19 methom

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Geschrieben 23 Januar 2012 - 22:15

Ich habe acht, gehe jetzt zu neun. Morgen schreibe ich wieder was dazu.

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#20 lapismont

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Geschrieben 23 Januar 2012 - 22:16

js sorry, ich bin durch, hab wirklich nur unter der Woche die Stunde in der Bahn gelesen.
Eingefügtes Bild
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#21 Seti

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Geschrieben 23 Januar 2012 - 22:26

Ich habe acht, gehe jetzt zu neun. Morgen schreibe ich wieder was dazu.

Gut, dann schreib ich morgen auch was zu Kapitel 8 und 9.

js sorry, ich bin durch, hab wirklich nur unter der Woche die Stunde in der Bahn gelesen.
Eingefügtes Bild

Und hat's dir insgesamt gefallen? (aber bitte, bitte nichts vom Ende verraten - auch nicht in Spoiler-Tags, ich hab 'nen neugierigen Zeigefinger Eingefügtes Bild )

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#22 lapismont

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Geschrieben 23 Januar 2012 - 22:35


Und hat's dir insgesamt gefallen? (aber bitte, bitte nichts vom Ende verraten - auch nicht in Spoiler-Tags, ich hab 'nen neugierigen Zeigefinger Eingefügtes Bild )


oh ja, aber ich hab tausend Fragen
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#23 Seti

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Geschrieben 24 Januar 2012 - 21:33

8. Kapitel:
Jetzt wird es immer vertrackter. Wendy Wright ist tot und vom Zustand ihrer Leiche ausgehend ist sie das schon lange, obwohl sie am Vorabend noch bei den anderen war. Aber warum hat Joe Chip nicht bemerkt, wie sie den Raum betreten hat?
Runciter erscheint auf Münzen. Und dazu gibt es noch eine kryptische Botschaft auf einer Streichholzschachtel und einen Anruf von ihm. Seltsam fand ich einerseits, dass Vogelsang die Telefonbotschaft nicht hören konnte (bzw. diese abrupt stoppte) und andererseits, dass sich Dinge materialisieren, die jeder der Inerten wahrnimmt - vielleicht, um es mit William Gibsons Worten zu sagen, eine Konsens-Halluzination?

Sehr cool fand ich übrigens die Aussage, dass die Münzen doch eigentlich Walt Disney oder Fidel Castro zeigen müssten - PKD hatte echt Humor. Bei Walt Disney könnt ich mir sogar vorstellen, dass er es irgendwann auf eine Münze schafft.
Was allerdings wieder in die Kategorie überholt fällt, ist die Streichholzschachtel-Werbung - diese als Werbe-"Fläche" zu nutzen ist ja schon lange aus der Mode. Aber interessant wieder daran erinnert zu werden, dass es das mal gab.

9. Kapitel:
Al Hammond stirbt und Runciter sendet noch mehr Botschaften. Aber entsprechen diese der Wirklichkeit oder ist das alles nur fauler Zauber? Für mich erscheint es sogar als "logischste" Erklärung, dass wirklich alle bis auf Runciter bei der Mond-Explosion getötet wurden, auch wenn ich mich frage, wer mit wir gemeint ist bei Runciters Supermarktbotschaft:

Das mit Wendy Wright tut mir leid. In der Hinsicht haben wir alles getan, was in unseren Kräften stand.

Doch damit wäre noch nicht geklärt, warum die Realität zerfällt / abblättert / sich zurückbildet...
Die Frage jedoch, die mich nach diesem Kapitel, am meisten beschäftigt, ist: Warum sind Al Hammond und Wendy Wright gestorben, als sie sich von der Gruppe entfernten, aber Joe Chip nicht?

Auf jeden Fall ist die Sache wirklich spannend und UBIK ist das wohl seltsamste SF-Buch, das ich bisher gelesen habe. Aber seltsam meine ich im absolut positiven Sinne.

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#24 leibowitz

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Geschrieben 24 Januar 2012 - 22:08

8. Kapitel:
Jetzt wird es immer vertrackter. Wendy Wright ist tot und vom Zustand ihrer Leiche ausgehend ist sie das schon lange, obwohl sie am Vorabend noch bei den anderen war. Aber warum hat Joe Chip nicht bemerkt, wie sie den Raum betreten hat?


Im Nachhinein, ich habe das Buch jetzt zum zweiten Male durch gelesen, ist das an dieser Stelle absolut schlüssig :)
Aber ich gebe zu, als ich es das erste Mal gelesen habe, habe ich nur irgendwann gemerkt, "Jetzt ist es aber komisch geworden", ohne diesen Zeitpunkt genau hätte benennen zu können. Das macht den Reiz vielleicht auch aus.
Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben. (P.K.Dick)

#25 methom

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Geschrieben 24 Januar 2012 - 22:32

"Jetzt ist es aber komisch geworden"

Das trifft es ganz gut, finde ich ;)

7. Kapitel
Das war noch relativ "schlüssig", eine glatte Fortsetzung des Vorangegangenen. Runciter wird ins Moratorium gebracht und kann nicht ins Halbleben gerufen werden. Etwas irritierend fand ich (neben den unerwarteten Zerfallserscheinungen etc.), dass Chip als Nachfolger designiert ist. Er macht nun gewiss nicht den Eindruck eines Mannes, der eine Firma leiten sollte. Aber im Nachhinein kann das natürlich auch eine Ausgestaltung der Situation durch Chip selbst im Halbleben sein - so er denn wirklich tot ist.

8. Kapitel
Runciters Stimme im Telefon und Wendys Leiche sind sicherlich Knackpunkte der Geschichte, bereiten aber gleichzeitig folgerichtig den Plottwist vor. Merkwürdig fand ich Vogelsangs Auftritt im Hotel. Er findet die Leiche, macht aber keinerlei Anstalten, die Polizei oder Ähnliches einzuschalten. Im Nachhinein natürlich erklärbar wie oben. Es steht dadurch aber immer die Frage im Raum, ob die Unschlüssigkeiten in der Welt von Dick gewollt sind, um die Irrealität darzustellen, oder ob sei einfach tatsächlich unschlüssig sind. (Und damit meine ich Sachen, die auch schon vor der Explosion stattgefunden haben. Die Welt fühlt sich für mich einfach nicht schlüssig an. Die Art und Weise beispielsweise wie die Firma organisiert ist etc.) Als Hauptfigur finde ich hier und im nächsten Kapitel Chip auch zu passiv. Al übernimmt ja eigentlich die ganze Zeit das Kommando.

9. Kapitel
Der Ausflug nach Baltimore vertieft ja den Eindruck, dass die Welt von Chip (oder der Gruppe im Konsens?) selbstkonstruiert ist. Das finde ich geschickt gemacht und gut gesteigert, so dass mir sogar kurz bevor es im Buch zur Sprache kommt, die Idee kam, dass vielleicht die Gruppe selbst tot ist. (Allerdings kann es auch deswegen sein, weil ich das Buch ja schon mal gelesen habe. Aber bewusst kann ich mich an absolut gar nichts mehr erinnern. Das ist echt krass.)

10. Kapitel
Endlich kommt das UBIK, das Erlösung versprechende Wundermittel ohne greifbare Form ins Spiel. Erst preist Runciter es ihm an um den Verfall aufzuhalten, als Chip es hat, lässt Runciter ihn wissen, es nicht zu benutzen. Sind hier vielleicht mehr als eine externe Kraft am Werk, die versuchen auf Chips Handlungen Einfluss zu nehmen?
Was mich an diesem Kapitel störte, war wieviel Chip über Geschichte (z. B. Europa vor dem 2. Weltkrieg) und über veraltete technische Geräte wusste. Aber am Ende wundert er sich ja selbst darüber.
Außerdem noch irritierend, dass Pat, die erst so großartig eingeführt worden war, praktisch komplett von der Bildfläche verschwunden ist, seit dem Abflug vom Mond. Hat sie vielleicht auch überlebt?


Aber warum hat Joe Chip nicht bemerkt, wie sie den Raum betreten hat?

Gesegneter Schlaf?

PKD hatte echt Humor.

Ja, da gab's eine Stelle, die mich amüsiert hat. Die finde ich jetzt aber nicht wieder.

Die Frage jedoch, die mich nach diesem Kapitel, am meisten beschäftigt, ist: Warum sind Al Hammond und Wendy Wright gestorben, als sie sich von der Gruppe entfernten, aber Joe Chip nicht?

Weil Chip die Hauptfigur ist?

Ach, eins noch: dass man selbst Türen Geld geben muss, damit sie sich öffnen, finde ich irgendwie albern.

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#26 lapismont

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Geschrieben 25 Januar 2012 - 08:12

Das Türenbezahlen halte ich ebenfalls für Dick'schen Humor. Ich jedenfalls find es ebenso witzig wie deprimierte Türen. Die Vermutung, das Chip selbst Ursache der Unerklärlichkeiten ist, kam mir eigentlich direkt nach der Bombe. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man ähnliche Tricks in Geschichten schon gesehen hat, vor allem natürlich in "The sixt sense". Ich fand erstaunlich, dass Dick hier kosequent jedes Liebesglück zerstört. Runciter, Wendy+Chip, selbst das angedeutete Interesse von Pat an Chip bleibt ohne Happy-End. Das führt mich zur Frage, ob Ubik nun eine Dystopie ist? Und noch eine Frage: Welchen Sinn ergeben für euch die Werbetexte über den Kapiteln? Eigentlich ist Ubik doch etwas ganz konkretes ...
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#27 methom

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Geschrieben 25 Januar 2012 - 13:30

Eigentlich ist Ubik doch etwas ganz konkretes ...

Ja? Was denn? Diese Goldlösung? Und die soll zerfallende Zeit konservieren? (Bitte nicht mit Erkenntnissen aus dem hinteren Teil des Buches antworten ;) ).

11. Kapitel
Das war mal wieder etwas konventioneller. Wenig Merkwürdigkeiten. Außer dass der Pilot UBIK kennt und es haben will. Vielleicht ein eingeschleuster Telepath? Ich denke, man darf den Traum der Inerten vom Anfang nicht vergessen. Und wie oben schon gesagt, die Möglichkeit, dass zwei verschiedene Kräfte versuchen, auf Chip Einfluss zu nehmen.
Warum ist der Rückschritt der Zeit 1939 abgebrochen? Nur weil Chip in die Nähe der anderen gekommen ist, wie er vermutet?

Das Türenbezahlen halte ich ebenfalls für Dick'schen Humor. Ich jedenfalls find es ebenso witzig wie deprimierte Türen.


In einer Komödie ok. Aber in einem ernsthaften Buch muss der Humor auch zum Setting passen. Und da bin ich mir bei diesen Türen nicht sicher.

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#28 lapismont

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Geschrieben 25 Januar 2012 - 14:51

Ja? Was denn? Diese Goldlösung? Und die soll zerfallende Zeit konservieren? (Bitte nicht mit Erkenntnissen aus dem hinteren Teil des Buches antworten Eingefügtes Bild ).

ah Sorry. Du hast natürlich in doppelter Hinsicht recht, dass sollte nach Abschluss der Lektüre diskutiert werden.

11. Kapitel
Das war mal wieder etwas konventioneller. Wenig Merkwürdigkeiten. Außer dass der Pilot UBIK kennt und es haben will. Vielleicht ein eingeschleuster Telepath? Ich denke, man darf den Traum der Inerten vom Anfang nicht vergessen. Und wie oben schon gesagt, die Möglichkeit, dass zwei verschiedene Kräfte versuchen, auf Chip Einfluss zu nehmen.
Warum ist der Rückschritt der Zeit 1939 abgebrochen? Nur weil Chip in die Nähe der anderen gekommen ist, wie er vermutet?

Ich war mir da auch sehr unschlüssig, allerdings unterstellte ich hier schon gewisse Realitätseinschränkungen. Wenn man zu diesem Zeitpunkt etwa annahm, dass Joe tot sei und er sich alles nur ausdachte, blieb die Frage, wie er sich Dinge ausdenken konnte, die er gar nicht kannte?

In einer Komödie ok. Aber in einem ernsthaften Buch muss der Humor auch zum Setting passen. Und da bin ich mir bei diesen Türen nicht sicher.

Ich fands in Bezug auf eine mögliche Extrapolation lustig. Als Satire. Dick übersteigerte hier die Tendenz, dass immer mehr Dinge zu Waren werden, für die man bezahlen muss. Warum dann nicht auch für die einfache Benutzung von solch trivialen Sachen, wie eine Tür? Er hats ja auch gar nicht konsequent durchgezogen. Bei den vielen Türen, die man am Tag nutzt, bräuchte Joe nicht nur ne Masse Kleingeld, sondern überhaupt überirdische Mittel. Und wer leert die ganzen Münzbehälter?
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#29 Seti

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Geschrieben 25 Januar 2012 - 21:22

Aber ich gebe zu, als ich es das erste Mal gelesen habe, habe ich nur irgendwann gemerkt, "Jetzt ist es aber komisch geworden", ohne diesen Zeitpunkt genau hätte benennen zu können. Das macht den Reiz vielleicht auch aus.

Wunderbar auf den Punkt gebracht, genau so geht's mir auch.

10. Kapitel
In diesem Kapitel fand ich das Jahr 1939 sehr gut beschrieben. Wirklich detailliert und es fiel leicht sich in diese Epoche hineinzuversetzen.

Erst preist Runciter es ihm an um den Verfall aufzuhalten, als Chip es hat, lässt Runciter ihn wissen, es nicht zu benutzen. Sind hier vielleicht mehr als eine externe Kraft am Werk, die versuchen auf Chips Handlungen Einfluss zu nehmen?

Etwas ähnliches habe ich auch vermutet. Vielleicht kommt das Mittel ja garnicht von Runciter?

Was mich an diesem Kapitel störte, war wieviel Chip über Geschichte (z. B. Europa vor dem 2. Weltkrieg) und über veraltete technische Geräte wusste. Aber am Ende wundert er sich ja selbst darüber.

Na ja, dass er vieles über WWII wusste, fand ich nicht so ungewöhnlich - ich glaube, da kennen sich so einige Amis recht gut aus. Dass mit den technischen Geräten war aber wirklich seltsam und die Vermutung von Joe Chip, dass er sich geistig auf diese Zeit einstellen würde, ist keine ausreichende Erklärung.

Außerdem noch irritierend, dass Pat, die erst so großartig eingeführt worden war, praktisch komplett von der Bildfläche verschwunden ist, seit dem Abflug vom Mond. Hat sie vielleicht auch überlebt?

Überlebt hat sie ganz sicher, sie war ja auch in dem Besprechungsraum von Runciter Associates, bevor alle nach Des Moines geflogen sind.Ich hätte aber auch erwartet, dass sie so etwas wie die weibliche Hauptrolle spielt - stattdessen scheint sie jedoch eine Nebenfigur wie die anderen Inerten zu sein.

11. Kapitel
Das, was mir hier im Gedächtnis blieb, war der Bestattungsunternehmer Mr. Bliss; so ein erzkonservativer und aus heutiger Sicht ziemlich rassistischer Mistkerl. Aber die Erklärung Joe Chips, dass es eben eine andere Zeit und außerdem der Bible Belt im Mittleren Westen ist, stimmt schon.

Außer dass der Pilot UBIK kennt und es haben will. Vielleicht ein eingeschleuster Telepath?

Glaube ich weniger. Er verrät ja, warum er es haben will. Aber ich frage mich, warum die Flasche sich noch weiter zurückentwickelt.

Warum ist der Rückschritt der Zeit 1939 abgebrochen? Nur weil Chip in die Nähe der anderen gekommen ist, wie er vermutet?

Gute Frage. Joe Chip und Al Hammond haben ja die Vermutung aufgestellt, dass es eine vernichtende und eine erschaffende Kraft gibt - vielleicht ist das Jahr 1939 so etwas wie eine Pattsituation zwischen diesen beiden.

12. Kapitel
Die Szene mit dem Polizisten und den anschließenden Besuch des Drugstore fand ich phänomenal. Dieser abgebrochene Satz auf dem Strafzettel mit dem Hinweis zur Apotheke, dass diese dann zwischen den Zuständen wechselte und der Apotheker nicht lippensynchron sprach, war einfach nur Eingefügtes Bild
Besser als Matrix! Am Ende konnt ich garnicht anders, als weiterzulesen...

13.Kapitel
Eingefügtes Bild Ich hätte nicht gedacht, dass Pat so eine Sadistin ist. Bisher kam sie mir einfach nur trotzig vor, aber wie sie sich daran weidet, dass Joe Chip in Begriff ist zu sterben, war heftig. Aber warum will Joe Chip unbedingt in das Zimmer, wenn er doch weiß, dass das seinen Tod bedeutet? Und wieso steht Runciter dann plötzlich in Fleisch und Blut da?

Ich glaub, ich werd es heut abend zu Ende lesen (müssen), jetzt will ich wissen, wie es ausgeht... (Sorry methom)

Und noch eine Frage: Welchen Sinn ergeben für euch die Werbetexte über den Kapiteln? Eigentlich ist Ubik doch etwas ganz konkretes ...

Bisher bin ich da ratlos. Es sind fast alles Dinge des täglichen Gebrauchs (bis auf die Kreditwerbung, wenn ich mich recht entsinne) und manchmal spielen sie auf die handelnden Personen an, z.B. die Bierwerbung vor Joe Chips erstem, verkaterten Auftritt oder der erwähnte Kredit. Oft scheinen sie aber in keinem konkreten Zusammenhang zu stehen.

Ach ja, eins noch...

(Allerdings kann es auch deswegen sein, weil ich das Buch ja schon mal gelesen habe. Aber bewusst kann ich mich an absolut gar nichts mehr erinnern. Das ist echt krass.)

Vielleicht hat dich Pat nach der Lektüre in eine andere Zeitlinie verfrachtet. Deshalb weißt du, dass du es mal gelesen hast, aber die Einzelheiten wurden dabei gelöscht Eingefügtes Bild

Bearbeitet von Seti, 25 Januar 2012 - 21:25.

"What today's nationalists and neosegregationists fail to understand," Kwame said, "is that the basis of every human culture is, and always has been, synthesis. No civilization is authentic, monolithic, pure; the exact opposite is true. Look at your average Western nation: its numbers Arabic, its alphabet Latin, its religion Levantine, its philosophy Greek†¦ need I continue? And each of these examples can itself be broken down further: the Romans got their alphabet from the Greeks, who created theirs by stealing from the Phoenicians, and so on. Our myths and religions, too, are syncretic - sharing, repeating and adapting a large variety of elements to suit their needs. Even the language of our creation, the DNA itself, is impure, defined by a history of amalgamation: not only between nations, but even between different human species!"

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#30 methom

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Geschrieben 27 Januar 2012 - 13:26

Ich glaub, ich werd es heut abend zu Ende lesen (müssen), jetzt will ich wissen, wie es ausgeht... (Sorry methom)

Ich habe daraufhin gestern auch noch einen Schlussspurt eingelegt. Kannst ruhig poste. (Werde ich heute Abend voraussichtlich auch.)

Vielleicht hat dich Pat nach der Lektüre in eine andere Zeitlinie verfrachtet. Deshalb weißt du, dass du es mal gelesen hast, aber die Einzelheiten wurden dabei gelöscht Eingefügtes Bild

:thumb: So fühle ich mich des Öfteren.

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