da hier die Gesamtdiskussion schon voll im Gange ist, gebe ich nur kurz meinen Senf zur zweiten Hälfte des Romans:
Die Rückblende erinnerte mich etwas an einen Jugendroman und passenderweise fand ich die Schuld, die Rahil auf sich geladen hat, nicht so heftig, weil sie zwar kausal auf sein Verhalten zurück zu führen ist, aber er selber für den Tod seiner Schwester konkret nichts kann. Vielleicht bin ich aber einfach schon etwas abgestumpft.
Das Leitmotiv "nicht so heftig" trifft dann auch den Tod des anderen Rahil. Diese Doppelexistenz war es gerade, die ich als Highlight der ersten Hälfte des Romans angesehen hatte und dann endet sie sehr plötzlich und ohne dass Rahil sein anderes Ich auch nur einmal lebend gesehen hat, geschweige denn, dass es zu einer Konfrontation gekommen wäre.
Überhaupt tritt die Ägide im ganzen Roman quasi nie handelnd auf, was etwas schade ist
Die Erklärung für das Artefakt tritt m.E. in die Zeitreisenspannungsfalle, wie es fast jeder Roman tut, der ein solches Thema verwendet: Es wird so getan, als sei die weitere Entwicklung um das Artefakt ganz wichtig, als sei also die Zeitreise einzigartig, wenn doch im Grunde jeder aus jeder Zukunft in diese Vergangenheit reisen kann. Morgen könnte die Super-Superschmiede auftauchen und alles, was bislang geschehen ist, wird bedeutungslos. Das enttäuscht mich bei einer Space Opera immer etwas, diese gegenwärtigen oder zukünftigen Hohen Mächte, dadurch wird alles, was passiert, in meinen Augen irgendwie entwertet.
@andreas: Da jetzt wohl keine Spoiler mehr zu befürchten sind: Zum Thema Hohe = moralische Mächte möchte ich nur auf die Vernichtung diverser Völker durch die Krion hinweisen... Aber ich stimme zu, dass zu Beginn des Romans die Moral der Hohen Mächte eventuell etwas zu früh hinterfragt worden wäre, wenn diese mit der Auslöschung der Menschen drohen würden.
Als Gesamtfazit würde ich sagen, dass ich das Artefakt vom Worldbuilding her nicht schlecht fand, nur hätte es für meinen Geschmack etwas härter zugehen können (auch der Epilog war mir etwas zu naiv und aus der Frage Eingriff ja oder nein herausgewunden) und mich hätten andere Dinge mehr interessiert als Andreas (der natürlich als Autor am längeren Himmel saß

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