Solidarität ist dann gefragt, wenn jemand in Not ist. Eine Notsituation erkenne ich hier nicht, sondern ich sehe nur jemanden, der sein Projekt durchsetzen will, ohne selbst zu investieren oder einen offiziellen Weg zu gehen, z.B. über einen Verlag. Darf ich mal fragen, wie das Werk denn im deutschsprachigen Raum angekommen ist, dass es unbedingt auch die Leute im Ausland mutmaßlich lesen wollen? Normalerweise ist das ja dann der Fall, wenn der Autor bekannt ist und einige Werke nicht übersetzt sind oder wenn jemand einen ordentlichen Preis gewonnen hat. - An mir ist das trotz der geringen Zahl an deutschsprachigen SF-Neuerscheinungen ehrlich gesagt völlig vorbeigegangen, dass es das gibt.
Wer erzählt denn, dass Solidarität zwangsläufig nur ans Licht tritt, wenn NOT im Raum steht? Wenn dir ein anderes Wort besser liegt, nenn es Hilfsbereitschaft. Das gibt es auch im Alltag, jede Minute. Nicht nur, wenn es um Hunger in Afrika geht. Viele Begriffe sind einfach zu dogmatisch mit fixen Assoziationen belegt worden. Das führt zu genau solchen Konfusionen..
"ich sehe nur jemanden, der sein Projekt durchsetzen will, ohne selbst zu investieren oder einen offiziellen Weg zu gehen, z.B. über einen Verlag"
Woraus schließt du das? Sorry, das ist so einfach nicht korrekt. In der Kampagne nachlesbar ist, dass es sich lediglich um einen Teil der Kosten handelt. Zwei Drittel habe ich bereits investiert, für das letzte Drittel suche ich Unterstützung - warum nicht?! Wäre dies nicht legitim, gäbe es kein Crowdfunding. Mag ein Begriff sein, der sich hier noch nicht so durchgesetzt hat. Aber wir Europäer hinken in so vielen Dingen hinterher.. Was die Verlage betrifft, das käme für mich nie in Frage, ich mag keine Verträge. Lieber ernte ich wenig, dafür aber auf freiem Feld und ohne Gängelei. Ich möchte lieber experimentieren und Fehler machen, als so wichtige Dinge wie ein eigenes Buch in fremde Hände zu geben.
Wie es hier ankommt? Auf der Spiegel-Bestsellerliste ist es nicht gelandet. Was hauptsächlich daran liegt, dass ich die deutsche Ausgabe nicht wie wild promote. Kann ich gar nicht. Da fehlt mir die Zeit und das Verkaufstalent. Das können Verlage mit entsprechendem finanziellen Hintergrund besser. Außerdem bin ich mir dessen bewusst, dass mein Schreibwerk nur für eine seeehr schmale Nische interessant ist. Daher habe ich es auch nur vergleichsweise wenigen Bloggern zur Rezi vorgelegt und lasse hin und wieder Twitter für mich sprudeln. Mehr "Ruhm" verkrafte ich nicht.
Dass ich es verfügbar machen will für englischsprachige Leser hat mehrere Gründe. Zum einen gibt es in diesem gigantischen EN-Sprachraum sicher auch einige Leser denen es zusagt. Weiterhin gibt es im Bezug auf das Genre SF einen spürbaren Unterschied zu uns. Hier regieren Thriller, Krimi, Fantasy. SF steht ganz unten. Über den großen Teich geschaut gibt es mehr Interesse an diesem Thema. Ist zwar immernoch fern vom Mainstream, aber der interessiert mich wiederum nicht.

Der Austausch zum Thema ist mir wichtiger.