Sehr interessanter Beitrag.
Was ich mich jedoch frage: Wozu braucht es die Menschen in deinem Bergbauszenario?
Gibt es irgendeine Tätigkeit, die nicht auch ein Computer, ein spezieller Roboter oder einer von deinen universellen Androiden erledigen könnte? Und schon hast du die Notwenigkeit einer Quarantäne eliminiert.
Michael, da sprichst du eine Frage an, die immer wieder diskutiert wird. Warum sollen Menschen überhaupt ins All fliegen? Die bemannte Raumfahrt ist teuer und riskant. Man braucht sehr starke Raketen, weil man schließlich ein Lebenserhaltungssystem mit ins All schießen muss. Und schließlich müssen die Raumfahrer auch wieder heil auf der Erde landen, was die Angelegenheit noch aufwendiger macht. Und trotzdem haben Amerikaner, Russen und Chinesen eigene Raumfahrerprogramme. Indien will nachziehen, Europa überlegt noch.
Es geht dabei eben nicht nur um praktische Aspekte, sondern auch um Prestige. Die Nationen wollen ein Zeichen der Dominanz setzen. darum überlegen die Chinesen auch, eine dauerhafte Station auf dem Mond zu errichten. Hier spielt die Psychologie eine größere Rolle als die ökonomische Vernunft. Auch die US-amerikanische Amundsen-Scott-Station am geographischen Südpol ist wesentlich größer, als sie für die reine Forschung sein müsste. Im arktischen Sommer wohnen dort 130 Menschen.
Im Asteroidengürtel käme noch ein weiterer Punkt dazu: Hier ist wirklich Geld zu verdienen. Die Ausbeutung von Metallasteroiden bringt echtes Geld. Und auch auf der Ceres dürften in den letzten vier Milliarden Jahren genug Metallasteroiden eingeschlagen sein, dass sich dort die Ausbeutung lohnt. Hier werden also Staaten und große private Konsortien "Flagge zeigen" wollen. Da reicht es nicht, nur Roboter zu schicken - ist auch eher Psychologie.
Ein technischer Aspekt ist aber auch noch wichtig: Die Signallaufzeiten von der Erde zum Asteroidengürtel sind einfach zu lang. Wenn ich richtig gerechnet habe, braucht ein Signal von der Erde zur Ceres zwischen 12 und 32 Minuten. Bis man also eine Rückmeldung auf einen Befehl erhält, kann bis zu einer Stunde vergehen. Die Minenroboter müssten also die meisten Entscheidungen autonom treffen. Und bei Fehlfunktionen wäre keine Hilfe in der Nähe. Ich halte es aus all diesen Gründen deshalb doch für wahrscheinlich, dass der Abbau der Ressourcen des Asteroidengürtels von Menschen vor Ort überwacht wird.
Ist für Science-Fiction-Autoren auch die interessantere Variante
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Bearbeitet von Fermentarius, 23 März 2025 - 14:34.