Ich bin zwar kein SF-Autor, aber für mich ist diese Haltung - wenn auch etwas weniger bösartig formuliert - sehr gut nachvollziehbar. Zumindest in meiner Vorstellung kann und will ein Schriftsteller vor allem eines tun - schreiben. Dabei kann er vielleicht mehr oder weniger strategisch vorgehen, sprich: sich mehr oder weniger an dem orientieren, was "der Markt" angeblich "will", aber letztlich wird man wohl kaum glücklich, wenn man nur Dinge schreibt, die einen nicht überzeugen, bloss weil es angeblich erfolgversprechender ist.
Ich denke, wir reden entwas hier aneinander vorbei.
Natürlich kann ich es verstehen, dass ein Autor schreiben und sich darauf konzentrieren will.
Aber dann den Fans die Schuld zuzuschieben, dass sie Schuld sind, dass ihr Buch nicht gelesen wird.
Halte ich ebfalls falsch.
Fans lesen alles mögliche. Ob das nun der Mainstream so behauptet oder nicht!
Viele Fans sind enttäuscht von dem Sci-Fi, das mittlerweile kommt.
Z.B. bei Star Trek - Discovery, usw. gibt es ganze Diskussionsarien ob das nach Voyager überhaupt noch ernst zu nehmen ist, oder ob Star Trek nun zum ewigen Grabe getragen wird.
Wenn man seine Geschichten nur einen Kleinen Kreis zugänglich macht, z.B. Freunden, Bekannten, vielleicht sogar noch anderen Autoren.
Dann bin ich der meinung, dass man sich nicht wundern darf, dass auch max. nur diese davon erfahren.
Da ist aber nicht der Fan der faule, Ignorante, der das was ich schreibe nicht lesen will.
Der Potenzielle Fan kriegt überhaupt nicht mit, dass Du existierst!
Du gehst in der promoteten Masse der Leute unter, die es im eigenen Land geschafft haben!
Es ist nicht so, dass in Deutschland nur amerikanische, chineschiche Sci-Fi eine Chance haben.
Der Punk ist viel eher, die haben es bei sich zu Hause geschaft, so bekannt zu werden, dass genügend Fans darauf kauften und es darum schon mal ein Erfolg wurde, bei dem man es zusätzlich im Ausland versucht!
Und wie ich schon vorher geschrieben habe. Wenn der Autor schon zu Hause guten Umsatz geschaft hat, wird dieser auch bei Amazon im Ausland bevorzugt.
Das Typische, Leuten die #Sci-Fi & #Philisophie gefallen haben, lasen auch X!
Das die Fans einfach nicht #Philosophie lesen würden, weil ja mein Buch nicht gelesen wird, ist daher sehr kurzsichtig.
Ein Autor ist aber nicht - oder zumindest nicht in erster Linie - ein PR-Heini, ein Influencer, ein Werber oder was auch sonst immer. Wenn jemand Freude daran hat, für seine Bücher aktiv auf Twitter, Cons oder sonstwo zu werben - wunderbar. Aber ich kann die Haltung eines Autors, der sich primär aufs Schreiben und nicht auf die Vermarktung seiner Bücher konzentriert, sehr gut verstehen und finde sie bis zu einem gewissen Grad sogar sympathisch (ob man davon dann leben kann, ist freilich eine ganze andere Geschichte). Oder anders gesagt: Als Leser habe ich letztlich mehr davon, wenn der Autor seine Energie in sein Buch steckt, anstatt sich alle möglichen raffinierten Dinge zu überlegen, wie er zu eine englischen Übersetzung kommt.
Natürlich nicht. Das ist ja u.A. der Grund weshalb man auch mit einem Verlag zusammenarbeitet.
Wenn man letztendlich alles alleine machen kann / will, wozu dann einen Verlag?
In der Regel will man doch die Ressourcen eines Verlage nutzen!
Also Reichweite, PR, Lektorat, Grafiker, usw.
Ich sah das auch so, dass eben größere Verlage nie ein wirtschaftliches Risiko eingehen wollten und daher lieber Übersetzungen vermarkteten als jemand Unbekannten.
Was auf der einen Seite traurig ist und auf der anderen Seite wirtschaftlich verständlich.
Deshalb fingen ja viele an ihre Bücher selber zu veröffentlichen.
Aber das reicht halt einfach nicht, einfach den Text zugänglich zu machen um leser anzulocken.
Dazu braucht es ein Buchcover (grafiker), PR, usw.
Wer will denn z.B. schon ein Buch voller Rechtschreibfehler lesen, weil das Lektorat überprungen wurde?
Häufig ist es auch so, dass das BuchCover interesse schürt...
Also zumindest mir ist es bewusst (aus einem anderen Feld, IT-Handel & Dienstleistung, Bekannte bei Twitch & Youtube, usw) dass an sowas wie einer Fan-Gemeinde / Community extrem viel Arbeit dranhängt!
Wenn das fehlt, kommen einfach die Leute nicht, weil man zu unauffällig ist.
Man muss aber auffallen! (PR!).
Das muss aber auch nicht unbedingt "teuer" werden, sondern frisst mitunter extremst viel Zeit und bedeutet auch harte Arbeit.
Eine für mich eher eigenartige Wahrnehmung dieses Threads. Das, was Du da "zitierst" habe ich so aus keinem Statement hier herausgelesen. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich viele der hier anwesenden seit Jahren kenne und daher die Aussagen anders gewichte.
Das kann durchaus sein. Kann auch sein, dass ich manches davon einfach fehlinterpretiere und die Schuld nicht beim Fan gesucht wird (wie ich es aufgefasst habe) sondern bei den Verlagen?
Oder generell an jemand anderes?
Und als Leser bin ganz bei Simi: Auf Bestseller gebürstete Bücher finde ich grausig.
Da bist Du aber nicht alleine. Ich finde das häufig ebenfalls.
Auch wenn ich "The Martian" von Andy Weir sehr mochte, weil sehr technisch. ^^
Aber ging es hier nicht darum, das Fans, Leser, Käufer und Community fehlen?
Privat kann ich vieles nachvollziehen, dass man ungern auf Irgendwelchen Plattformen unterwegs ist.
Manche Autoren gingen wohl auch so weit eine "WhatsApp Gruppe" ins Leben gerufen zu haben, was mir als Privater niemals einfallen würde.
Aber wenn ich bekannt werden will, bin ich der Meinung, dass ich mich auf die Masse stürzen muss.
Damit meine ich definitiv nicht, dass ich meine Geschichte mehr nach dem Mainstream schreiben sollte oder sowas!
Gott bewahre! Nein!
Ich meine damit, dass man sich bei der Masse mit tummeln soll und da Werbung für seine Geschichten machen sollte!
Höchstwahrscheinlich werden irgendwann ein paar Leute aus dieser Masse mal aufhorchen und der Geschichte eine Chance geben.
Und wenn die Geschichte sie überzeugt und sie von der Art des Autors angetan sind, werden sie es wohl auch ihren Freunden und Bekannten erzählen.
Das dürfte zielführender sein.
Darum geht es - mir zumindest - nicht.
Primär geht es um die Frage aus dem Ausgangsposting: Wieso ist die deutschsprachige SF international praktisch unsichtbar? Anlass dazu war offenbar der Besuch einer größeren Convention in China.
Für Conventions ist der Fall klar: Es sind Fandom-Veranstaltungen, und das deutschsprachige Fandom macht dort einfach viel weniger, als aufgrund der qualitativen und quantitativen Größe der deutschsprachigen SF - im Vergleich zu Ländern wie Schweden, Finnland, Kroatien, Israel, Spanien - angemessen wäre. Man braucht auch nicht zu glauben, dass irgendwer kommt und fragt: "Wo sind denn die Deutschen?" Wer dort etwas mitgestalten will, muss selbst aktiv werden. Dass einige sehr viel machen, ist mir bewusst. In Summe und mit Blick auf eine internationale Wahrnehmung der deutschsprachigen Szene passiert aber viel zu wenig, man bleibt unter der Wahrnehmungsschwelle.
Das hat Gründe. Es liegt sicher nicht an den Wenigen, die dort etwas machen.
Also da ich mich als Hard-Sci-Fan bezeichne und somit eigentlich immer einen Mangel an guten Sci-Fi Geschichten habe, (ok, es kommt noch dazu, dass ich dank Arbeit viel lese und privat häufig nicht noch ein Buch in die Hand nehmen will.) so gut wie nie über "deutsche Sci-Fi" gestolpert bin.
Um ehrlich zu sein, ich weiß wohl auch nicht genau, was damit gemeint ist.
Bei einigen Sachen, die mir gefallen haben, war ich sehr überrascht, dass die Autoren deutsche waren, da U.S. Pseudonym.
Ich gehe aber nicht auf die Suche nach U.S.-, UK-, JP-, oder sonst was Sci-Fi. Den meisten die ich als Fans kennenlernen durfte ging es genau so.
Egal woher es kommt, Hauptsache es ist gut!
Der typische "Einheitsbrei" der häufig stark promotet wird, sehen auch die meisten sehr kritisch.
Meiner Auffassung nach entsteht keine "große deutsche Community" um "deutsche Sci-Fi" da die wenigsten Fans sich in dem Bereich der Autoren bewegen und umgekehrt. Die schauen halt eher auf Amazon, Youtube (Büchervorstellungen), usw.
Das was beworben wird, fällt auf.
Was mir jedoch auffällt, ist dasselbe wie im Rest der Unterhaltungsbranche. Ich erklärte dies gerade simifilm, aber es landet letztendlich im selben Post.
Kurz: Die Vertreiber (egal jetzt, ob Buch, Comic, Hörbuch, Hörspiel, Film, Serie, usw.) schauen auf die Zahlen.
Sehen Autor XY macht im Land F großen Profit. Da hängen wir uns dran! Folglich kommen davon Übersetzungen, usw...
Das fällt natürlich dem Algorithmus von Amazon auf und somit landet das auf der ersten Seite wo es gesehen wird.
Die (großen) Verlage, die das Geld für größere Aktionen haben, gehen kein Risiko ein und Richten sich nach Statistik.
Also nur die großen Autoren aus dem Ausland, Geschichten, die einer Umfrage entspricht, die nicht repräsentativ ist.
Teilweise werden Umfragen mit 2000 Befragten aus China auf Filme in den USA angewandt, usw. was eigentlich Schwachsinn ist!
Also kriegt man von den großen kaum eine Chance, weil man weder bereits berühmt ist, noch dass die Story gerade der aktuellen Statistik entspricht.
Ich meine Andreas Eschbach hat in seinen Tipps mal geschrieben, dass seine Geschichten von großen Verlagen abgelehnt wurden, weil das angeblich keiner lesen will. Als er bekannt wurde hat er wohl dieselbe Geschichte bei den großen Verlagen eingereicht, wo sie dann mit Kusshand genommen wurden.
Das schrieb ich bereits weiter oben. Die, die es in einem Land bereits geschafft haben, haben gute Chancen es auch im Ausland zu schaffen.
Meiner Auffassung sollten wir weniger über die Ausrichtung der Geschichten reden, sondern eher über Wirtschaft.
Wo sind z.B. deutsche Filme im Ausland groß vertreten? Da kommt ja auch nichts...
Welche Schlüsse man daraus zieht, hängt sicher von den eigenen Präferenzen ab.
Als Leser bin ich zufrieden: Ich bekomme eine breite Auswahl der Literaturgattung, die mich besonders interessiert. Oftmals sind das Übersetzungen, aber das stört mich nicht.
Klar, es gäbe auch mehr und vielleicht sogar besseren Lesestoff aus heimischer Produktion, wenn es mehr Autorinnen und Autoren gäbe, die von ihrer Schreiberei leben können, und dazu wäre ein Zugang zum größten Buchmarkt der Welt sicher hilfreich. Aber auch das muss mich als Leser nicht stören - es gibt genug gute Leute aus Übersee, die übersetzt werden. Selbst, wenn alle deutschsprachigen Autoren augenblicklich ihre Computer verschrotten und keine Zeile mehr schreiben würden, hätte ich sicher bis zum Lebensende noch genug Lesestoff.
Als Autor sollte einem klar sein, dass man sich hierzulande abrackern kann, wie man will: Der Sprung auf die internationale Bühne wird durch diese Aktivitäten nicht gelingen. Wesentlich aussichtsreicher ist es, auf direkte internationale Kontakte zu setzen, die man entweder über Agenturen herstellt oder sich selbst erarbeitet.
Richtig. Aber wann wird man von den ausländischen Kontakten denn wahrgenommen?
Man muss dich dort bewegen, wo die sich bewegen. Man muss bekannt werden / sein, damit man überhaupt ernst genommen wird.
Das ist doch überall so. Also liegt das Hauptproblem darin, dass man nicht wahrgenommen wird.
Ich sage immer: "Kommerziell erfolgreich ist, was man morgens in der U-Bahn oder abends im Bett lesen kann." 
Das mag auf manche zutreffen, ja.
Aber auf andere nicht. Manche sehen sich im Fernsehen DSDSS, usw. an, andere, lieber Dokumentationen.
Ich würde glatt behaupten, dass es für nahezu alles einen Markt gibt.
Zum Thema "Ich-AG" und "Self-Promotion": Eigenlob stinkt! Als Indi-Autor hast du also die Wahl, dich als Selbstdarsteller und Egomane selbst darzustellen: deine Mini-Erfolge allen unter die Nase zu reiben. Oder es zu lassen. Dann bist du edel und gut, aber dann kriegt es eben auch gar keiner mit.
In Worten: keiner. KEINER. 
Wenn ich deine Aussage mal als überspitzt wahrnehme, dann ja.
Richtig, man muss Auffallen und gewaltig streuen. Bei irgendjemanden bleibt es dann hängen und wenn das "Produkt" überzeugt, machen die dann Mundpropaganda und tragen es weiter.
Wenn du das aber nur z.B. bei dir zu Hause machst oder es nur anderen Autoren unter die Nase reibst, nervst du eigentlich nur die anderen.
Aber ob man dadurch dann mehr verkauft, das wage ich zu bezweifeln.
Besonders, wenn sie in einer Jury sitzen und ggf. sowieso dein Buch kostenlos zur Bewertung / Rezension erhalten.
Sollte ich es aber nicht als Übertreibung auffassen, dann nein!
Man muss kein nerviger Egomane sein, damit man Auffällt.
Das wichtigste ist aber das Auffallen.
Wenn ich einen tollen Song auf Deezer entdeckt habe, dann streue ich den unters Volk! (Geht meinen Lieben manchmal super auf die Nerven, aber ja.) Das habe ich ganz ganz ganz selten bei meinen eigenen Werken erlebt: Dass jemand losgezogen ist, um den HEBBEN zu verkünden. Machste nix. Deshalb teile ich gerne Uwes Neid auf all diese Fän-Boys und -Girls, die einfach einmal spontan begeistert sind ...
Es ist ja auch nicht jeder Fan so gepolt, dass er unbedingt dafür Werbung machen will / muss.
Aber um so mehr Leute ich erreiche, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit!

Selten dass man dasselbe Wachstum hinbekommt wie z.B. Covid-19! ^^
Bearbeitet von CPL386, 15 Mai 2021 - 15:21.