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Guckys Tod


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96 Antworten in diesem Thema

#61 Elena

Elena

    Cat-o-Nautin

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Geschrieben 06 Juli 2020 - 21:42

Wow, der blöde Leser ist also selber schuld. Danke, Tostan! :thumb:


Lasse das Verhalten anderer nicht deinen inneren Frieden stören.

Dalai Lama


#62 Tostan

Tostan

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Geschrieben 06 Juli 2020 - 23:03

Wow, der blöde Leser ist also selber schuld. Danke, Tostan! :thumb:

Wo hab ich das Wort blöd verwendet? 

Unaufmerksam trifft es für mich besser.

Ich denk mir halt: Klar, können wir jetzt auf die Expokraten "schimpfen" und uns beklagen, dass sie es besser hätten kennzeichnen müssen. Wir könnten uns aber auch selbst hinterfragen. Hätten wir es nicht doch merken müssen? Wieso haben wir gedacht, die killen ihn wirklich?



#63 Elena

Elena

    Cat-o-Nautin

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Geschrieben 06 Juli 2020 - 23:06

Du hast das Wort nicht benutzt. Es kam halt so bei mir an. Wollte das nur zum Ausdruck bringen.

 

Na ja, Wim hat ja selbst geschrieben, dass er es nicht deutlich genug gemacht hat.

 

Wieso haben wir gedacht, die killen ihn wirklich?

 

Ganz einfach: Weil es echter aussah als sonst.

 

Unaufmerksam - vielleicht, aber vielleicht auch nur andere Interpretation?


Lasse das Verhalten anderer nicht deinen inneren Frieden stören.

Dalai Lama


#64 Tostan

Tostan

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Geschrieben 06 Juli 2020 - 23:22

Du hast das Wort nicht benutzt. Es kam halt so bei mir an. Wollte das nur zum Ausdruck bringen.

 

Na ja, Wim hat ja selbst geschrieben, dass er es nicht deutlich genug gemacht hat.

 

Wieso haben wir gedacht, die killen ihn wirklich?

 

Ganz einfach: Weil es echter aussah als sonst.

 

Unaufmerksam - vielleicht, aber vielleicht auch nur andere Interpretation?

Klar, kann auch sein.

Echter als sonst, spricht ja auch wieder für die Autoren. Glaubhafte Geschichtenerzähler :-)



#65 Elena

Elena

    Cat-o-Nautin

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Geschrieben 06 Juli 2020 - 23:30

Da haste allerdings auch wieder Recht. :biggrin2: Aber wie Du siehst, kann das auch gefährlich werden. :rofl1:

Lasse das Verhalten anderer nicht deinen inneren Frieden stören.

Dalai Lama


#66 Tostan

Tostan

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Geschrieben 07 Juli 2020 - 05:50

Da haste allerdings auch wieder Recht. :biggrin2: Aber wie Du siehst, kann das auch gefährlich werden. :rofl1:

Ja, der Druck der Masse ... und keiner wollte Schuld sein, dass die Serie wegen eines Missverständnisses eingestellt wird , weil die Leser streiken ... ;-)



#67 Elena

Elena

    Cat-o-Nautin

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Geschrieben 07 Juli 2020 - 17:56

Verständlich, oder? Da hängen viele Berufe mit dran.


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#68 Odin10

Odin10

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Geschrieben 07 Juli 2020 - 18:44

Also Tostan nicht der Leser war zu blöd.

 

Siehe Sender-Empfänger-Modell.

[color=#0000FF;]https://de.wikipedia.org/wiki/Sender-Empf%C3%A4nger-Modell#:~:text=Das%20Sender%2DEmpf%C3%A4nger%2DModell%20ist,Shannon%2DWeaver%2DModell%20bekannt.[/color]

Wim hat ja erkannt dass es Fehler gab.

 

 

Dies so nebenbei bemerkt. :biggrin2:

 

 

Schön hier im Nebenforum immer  seine Meinung zu sagen. Es kommt ja auch fast kein Gegenwind.  Wer hat von euch Lust bei den PR Online Wochen den Autoren mal die Meinung zu geigen. Ich glaube am Montag ist Wim  dabei. Da kann mal konstruktive Kritik an der richtigen Person abgelassen werden. Traut euch. :thumb:



#69 Tostan

Tostan

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Geschrieben 07 Juli 2020 - 22:40

Also Tostan nicht der Leser war zu blöd.

 

Siehe Sender-Empfänger-Modell.

[color=#0000FF;]https://de.wikipedia.org/wiki/Sender-Empf%C3%A4nger-Modell#:~:text=Das%20Sender%2DEmpf%C3%A4nger%2DModell%20ist,Shannon%2DWeaver%2DModell%20bekannt.[/color]

Wim hat ja erkannt dass es Fehler gab.

 

 

Dies so nebenbei bemerkt. :biggrin2:

 

 

Schön hier im Nebenforum immer  seine Meinung zu sagen. Es kommt ja auch fast kein Gegenwind.  Wer hat von euch Lust bei den PR Online Wochen den Autoren mal die Meinung zu geigen. Ich glaube am Montag ist Wim  dabei. Da kann mal konstruktive Kritik an der richtigen Person abgelassen werden. Traut euch. :thumb:

Bleibt noch die Frage, wieso es einige geschnallt haben ... ;-)

Also ich trau mich in die PR-Online Woche :-)


Bearbeitet von Tostan, 07 Juli 2020 - 22:41.


#70 Elena

Elena

    Cat-o-Nautin

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Geschrieben 07 Juli 2020 - 22:45

Die Menschen sind nunmal verschieden. Und außerdem können einige gut mit dem Schreibstil des Autors und andere nicht und verstehen dann vielleicht auch nicht immer alles.


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#71 Tifflor

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Geschrieben 08 Juli 2020 - 09:34

Wo hab ich das Wort blöd verwendet? 

Unaufmerksam trifft es für mich besser.

Ich denk mir halt: Klar, können wir jetzt auf die Expokraten "schimpfen" und uns beklagen, dass sie es besser hätten kennzeichnen müssen. Wir könnten uns aber auch selbst hinterfragen. Hätten wir es nicht doch merken müssen? Wieso haben wir gedacht, die killen ihn wirklich?

Die Leser waren auch nicht unaufmerksam.

Es war einfach schlecht aufgebaut, erzählt und vermittelt.

Der Fehler lag bei den Machern, nicht den Konsumenten. Wim hat das auch eingestanden.

Der leser hat also keinen Grund sich zu hinterfragen.

Der Fußballfan hinterfragt sich ja auch nicht, wenn die Mannschaft ein Gurkenspiel abliefert und noch dazu ein Eigentor fabriziert, ob er vielleicht die geniale Taktik des Trainers nur nicht verstanden hat.

Warum du immer noch versuchst, dem Leser die Schuld zu geben (vor allem nachdem du von Anfang an mit Öl ins Feuer gegossen hast), kann ich nicht so ganz nachvollziehen.

Hast du Angst, deine Privilegien zu verlieren, wenn du dich kritisch äußerst?

 

Und es gab genug Leute, die nicht geglaubt haben, dass man ihn killt. Einfach weil sie diese Art von Storytelling schon kennen (was aber das Ganze in seiner Umsetzung nicht besser macht)


"Es kam nicht von oben, von der Regierung. Es fing nicht mit Verordnung und Zensur an, nein! Technik, Massenkultur und Minderheitendruck brachten es ganz von allein fertig."

Ray Bradbury - Fahrenheit 451

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#72 Tifflor

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Geschrieben 08 Juli 2020 - 09:43

Schön hier im Nebenforum immer  seine Meinung zu sagen. Es kommt ja auch fast kein Gegenwind.  Wer hat von euch Lust bei den PR Online Wochen den Autoren mal die Meinung zu geigen. Ich glaube am Montag ist Wim  dabei. Da kann mal konstruktive Kritik an der richtigen Person abgelassen werden. Traut euch. :thumb:

Da fehlt mir leider die Zeit.

 

Wim ist immer interessant anzuhören. Er beherrscht die Theorie und kann sie gut darstellen. Sei es seine Idee vom Fünfeck bei den Hauptpersonen oder was er jetzt drüben im hauseigenen Forum über seine Metatextüberlegungen bei den Zyklen erläutert hat.

 

Allerdings kommt er mir manchmal wie ein Fußballexperte im Fernsehen vor. Er kann die Taktik und die Spielzüge super und unterhaltsam erläutern, wenn er allerdings dann selbst eine Mannschaft trainiert, ist das Ergebnis doch nicht immer wirklich überzeugend. Man könnte sagen, er ist der Holger Stanislawski der Autoren :D

 

 


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#73 Valerie J. Long

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Geschrieben 09 August 2020 - 20:25

Guckys Ende Ich hatte ein paar Hefte aufzuholen, zugegeben. Nummer 3.077 war gerade eingetroffen, als ich die 3.072 angefangen habe. „Der Ilt muss sterben“ - was das bedeutet, war klar. Der Ilt starb auf Seite 4, der ersten Textseite des Hefts. Der Rest der Geschichte führte die üblichen unbedeutenden Randfiguren ein, deren Bedeutung nicht über dieses eine Heft hinaus reicht - anders als die des Ilts. Mehr als 3.000 Hefte weit hat uns der Mausbiber begleitet. Er war ein vertrauter Begleiter, für manche vielleicht manchmal nervig, aber er hat das Universum geprägt. War es dennoch Zeit für ihn, abzutreten? Ich weiß es nicht. „Kill your darlings“ gehört nunmal dazu. Kein Figur ist sicher, außer vielleicht dem Namensgeber der Serie selbst. Nur eines ist sicher: ein derart erbärmliches Ende hat eine der wichtigsten Figuren der Serie nicht verdient. Im ganzen Heft hatte er zwei Sätze Zeit, selbst zu agieren oder eben nicht zu agieren. Kein heldenhaftes Ende in einem aussichtslosen Kampf, nicht einmal ein Opfergang - nur die Abschlachtung eines wehrlosen Opfers durch zwei Nebenfiguren, die schon längst aus dem Verkehr gezogen gehörten. Derart lieblos ist wohl noch nie ein Held abgeräumt worden. Für mich ist damit auch dieses Autorenteam gestorben, dem ich eben jene 3.077 Bände die Treue gehalten habe. Nicht weil Gucky tot ist, sondern wegen der Art, wie es geschah. Wenn die Autoren die Serie nicht mehr lieben, wie kann ich es tun?

#74 Elena

Elena

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Geschrieben 09 August 2020 - 20:43

Oh Valerie, Valerie, Valerie, Wim hat schon längst verraten, dass

Spoiler
  Verdamm sie nicht in Bausch und Bogen. Ja, sie haben einen Fehler gemacht, aber nicht den, den Du vermutest und den auch viele Andere vermutet haben.


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Dalai Lama


#75 Valerie J. Long

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Geschrieben 09 August 2020 - 21:40

Meine Kritik richtet sich ja auch nicht auf das Ereignis, sondern auf die Art der Erzählung. Unterirdisch mies, rein erzähltechnisch.

#76 Elena

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Geschrieben 09 August 2020 - 21:46

Vielleicht haben sie gehofft, dass genau das verhindert, dass jemand glaubt, hier wäre gerade wirklich der echte Gucky ermordet worden. Tja, so kann man sich irren.


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Dalai Lama


#77 Bernard

Bernard

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Geschrieben 09 August 2020 - 21:51

Meine Kritik richtet sich ja auch nicht auf das Ereignis, sondern auf die Art der Erzählung. Unterirdisch mies, rein erzähltechnisch.

Hm ...

Mir scheinen die Beobachtung und das resultierende Störgefühl korrekt, aber die Schlussfolgerung fehlt.

Beobachtung: Guckys Ableben wurde maximal nebenläufig und unspektakulär erzählt.

Störgefühl: Wenn eine Figur wie Gucky aus der Serie entfernt wird, dann muss das mit einem großen Finale geschehen. Sorgfältig inszeniert, mit Glamour, mit einer Würdigung seiner Rolle in der Serienhistorie. Keine Expokratur, kein Redakteur und kein Teamautor würde etwas anderes in Erwägung ziehen.

Fehlende Schlussfolgerung: Da die erzählerischen Umstände mit dem Ereignis nicht kompatibel sind, wird dieses Ereignis wohl nicht stattgefunden haben.

Das halte ich nicht für schlecht erzählt, sondern für das genaue Gegenteil: Durch die Art der Erzählung wird der Lerserschaft ein Hinweis gegeben, der den handelnden Figuren fehlt. Gerade das Störgefühl, das durch die im Grunde unmögliche Art, ein solches Ereignis zu schildern, erzeugt wird, ist ein entscheidender Hinweis.


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#78 Elena

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Geschrieben 09 August 2020 - 21:58

Nachvollziehbar, Bernard. Wurde nur dummerweise von Vielen gar nicht erkannt. Einige ja, aber viele eben nicht. Das wurde dann hier zu einem Riesenproblem.


Lasse das Verhalten anderer nicht deinen inneren Frieden stören.

Dalai Lama


#79 Bernard

Bernard

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Geschrieben 09 August 2020 - 22:20

Wurde nur dummerweise von Vielen gar nicht erkannt.

Mein Erstaunen über dieses Nicht-Erkennen habe ich ja schon in der PERRY RHODAN Onlinewoche geäußert. Ich halte es schlicht für unverstellbar, dass ein erfahrener Autor wie Leo Lukas ein solches Thema auf diese Art behandelt. Das wurde ja auch weithin erkannt - "das kann ja wohl nicht wahr sein!" Wie Sherlock-Holmes-Leser wissen: Wenn etwas nicht wahr sein kann, dann ist es auch nicht wahr.


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#80 Elena

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    Cat-o-Nautin

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Geschrieben 09 August 2020 - 22:26

Tja, sind wohl nicht alle Perry Rhodan-Leser auch Sherlock Holmes-Kenner. :biggrin2: :biggrin2: :biggrin2:


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Dalai Lama


#81 Sigam Agelon

Sigam Agelon

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Geschrieben 09 August 2020 - 22:39

Autoren sind aber auch in der Lage, das Undenkbare denkbar zu machen. Hätte ein anderer Autor, z.B. der bekennende Gucky-Hasser Robert Corvus diesen Roman verfasst, wären Zweifel womöglich schneller aufgekommen. Leo Lukas hat das überzeugend, quasi im Vorbeigehen, geschildert. Und gerade diese Art der Schilderung war dadurch beim ersten Lesen derart überzeugend, dass man das Offensichtliche übersah.

#82 Valerie J. Long

Valerie J. Long

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Geschrieben 10 August 2020 - 06:10

Hm ...

Mir scheinen die Beobachtung und das resultierende Störgefühl korrekt, aber die Schlussfolgerung fehlt.

Beobachtung: Guckys Ableben wurde maximal nebenläufig und unspektakulär erzählt.

Störgefühl: Wenn eine Figur wie Gucky aus der Serie entfernt wird, dann muss das mit einem großen Finale geschehen. Sorgfältig inszeniert, mit Glamour, mit einer Würdigung seiner Rolle in der Serienhistorie. Keine Expokratur, kein Redakteur und kein Teamautor würde etwas anderes in Erwägung ziehen.

Fehlende Schlussfolgerung: Da die erzählerischen Umstände mit dem Ereignis nicht kompatibel sind, wird dieses Ereignis wohl nicht stattgefunden haben.

Das halte ich nicht für schlecht erzählt, sondern für das genaue Gegenteil: Durch die Art der Erzählung wird der Lerserschaft ein Hinweis gegeben, der den handelnden Figuren fehlt. Gerade das Störgefühl, das durch die im Grunde unmögliche Art, ein solches Ereignis zu schildern, erzeugt wird, ist ein entscheidender Hinweis.

Das könnte ich so nachvollziehen, wenn ich im Nachhinein irgendeinen Hinweis auf einen falschen Gucky gefunden hätte - wenn er sich beispielsweise untypisch verhalten hätte oder so etwas. Aber er hatte ja gar keine Gelegenheit, sich egal wie zu verhalten. Mir fehlte auch jeglicher Hinweis für das Verhalten der Tomopathen. Was mich aber endgültig überzeugt hatte, war die Spiralgalaxis: hier ist ein echter Aktivatorträger umgekommen - und woher hätten die Cairaner einen ZA für einen falschen Gucky bekommen sollen? Nein, Watson, diese Schlussfolgerung gehe ich nicht mit, da fehlt elementar noch ein wichtiger Faktor.

 

Und nach wie vor ärgere ich mich, dass die ganze Geschichte auf Seite 4 vorweggenommen und dann auf den Seiten 58-61 exekutiert wird - alles dazwischen ist überflüssig. Nichts gegen Teaser und Rückblenden, aber kein James-Bond-Film zeigt schon vor dem Vorspann, wie der Endbösewicht stirbt. Wenn auf Seite 4 "nur" der Angriff der Tomopathen auf einen halb besinnungslosen Gucky gezeigt worden wäre, dann wäre bis zum Ende die Spannung geblieben, ob Atlan noch rechtzeitig kommt. Wie ich schrieb: Null Spannungsbogen, daher erzähltechnisch gescheitert.



#83 Bernard

Bernard

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Geschrieben 10 August 2020 - 06:48

Wenn auf Seite 4 "nur" der Angriff der Tomopathen auf einen halb besinnungslosen Gucky gezeigt worden wäre, dann wäre bis zum Ende die Spannung geblieben, ob Atlan noch rechtzeitig kommt.

Man unterscheidet zwei grundlegende Fragen, die zum Spannungsaufbau taugen. Du sprichst hier das "what happened" an - "Was geschieht"? Die andere ist das "how did it happen" - "wie/ warum ist etwas geschehen?" Nach diesem zweiten Prinzip funktioniert der diskutierte Heftroman. Das ist auch nicht exotisch, diese Herangehensweise dominiert komplette Genres, wie etwa den historischen Roman, so weit er sich auf allgemein bekannte Ereignisse bezieht (Untergang von Pompeji, Mord an Cäsar, Angriff auf Pearl Harbor, Hitlers letztes Tage im Führerbunker ...).

Bei den Leuten, für die der Roman funktioniert, löst Atlans Betrachtung auf den ersten Seiten Bestürzung aus. Stark emotional beladene Fragen werden aufgeworfen: Ist Gucky wirklich tot? Falls ja - wie kam es dazu? Bei manchen auch ein abwehendes: "Never ever - das kaufe ich Euch Autoren nicht ab! Ihr wollt mich Leser aufs Glatteis führen, und ich werde bei der anstehenden Lektüre die Stelle finden, an der das geschieht. Ich werde herausfinden, an welchem Punkt Atlan sich irrt und zu seiner Fehleinschätzung gelangt. Lerser-Brain gegen Extrasinn - Game-on!"

Bei diesem Ansatz liegt erzählerisch nahe, dass die Auflösung erst am Ende kommt, damit die Spannung bis dahin gehalten wird. Es ist auch durchaus üblich, während der dazwischenliegenden Erzählung vom Gegenstand des Interesses wegzugehen (vgl. Hitchcock).

 

kein James-Bond-Film zeigt schon vor dem Vorspann, wie der Endbösewicht stirbt.

... und das handhabt Leo Lukas hier identisch: Er zeigt zu Beginn eben nicht, wie Gucky stirbt - das ist das Spannungselement des Heftromans (inklusive der erweiterten Fragestellung: Ist er wirklich gestorben, oder irrt der Arkonide?). Er lässt lediglich eine Figur postulieren, dass Gucky tot sei. Das Wie, das How did it happen?, hält die Spannung und wird erst am Ende aufgelöst.

Von der erzählerischen Logik her hätte man das sogar noch mehrere Heftromane lang im Ungewissen lassen und die "Mordszene" ein paar Wochen später bringen können. In der Struktur gleicht dieser Ansatz dem Grundaufbau des Zyklus: Man weiß, die Erde ist verschwunden/ zum Mythos geworden. Dieses "Ob" ist nicht der Spannungsträger. Aber wie und wohin ...?


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#84 Bernard

Bernard

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Geschrieben 10 August 2020 - 06:52

Leo Lukas hat das überzeugend, quasi im Vorbeigehen, geschildert. Und gerade diese Art der Schilderung war dadurch beim ersten Lesen derart überzeugend, dass man das Offensichtliche übersah.

Leo hat den Bogen raus.  :)


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#85 George Nelson

George Nelson

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Geschrieben 10 August 2020 - 07:52

Leo hat den Bogen raus.  :)

Ja. Und die Leser sind doof.



#86 Valerie J. Long

Valerie J. Long

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Geschrieben 10 August 2020 - 08:31

Okay. Für mich hat es eben nicht funktioniert.

#87 Tifflor

Tifflor

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Geschrieben 10 August 2020 - 08:43

Mein Erstaunen über dieses Nicht-Erkennen habe ich ja schon in der PERRY RHODAN Onlinewoche geäußert. Ich halte es schlicht für unverstellbar, dass ein erfahrener Autor wie Leo Lukas ein solches Thema auf diese Art behandelt. Das wurde ja auch weithin erkannt - "das kann ja wohl nicht wahr sein!" Wie Sherlock-Holmes-Leser wissen: Wenn etwas nicht wahr sein kann, dann ist es auch nicht wahr.

Das Problem ist nur, dass LL ein Autor ist, der öfters mal einen "falschen" Schwerpunkt in seiner Erzählung setzt und sich bei Nebensächlichkeiten aufhält, während die Haupthandlung nebenbei stattfindet.

Ein Musterbeispiel hierfür ist Band 3047 in dem er hauptsächlich von dem Stewart (vermutlich seiner Eigenkreation) erzählt und mich gelangweilt hat, während die Action woanders stattfand und dem Leser nur der Ausgang des Einsatzes aber nicht der Einsatz erzählt wurde.

Also ist diese Art das Thema zu behandeln gerade bei LL nicht unvorstellbar.

 

Übrigens ist das Holmes-Zitat so nicht richtig ;)


"Es kam nicht von oben, von der Regierung. Es fing nicht mit Verordnung und Zensur an, nein! Technik, Massenkultur und Minderheitendruck brachten es ganz von allein fertig."

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#88 Tostan

Tostan

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Geschrieben 10 August 2020 - 23:12

Das könnte ich so nachvollziehen, wenn ich im Nachhinein irgendeinen Hinweis auf einen falschen Gucky gefunden hätte - wenn er sich beispielsweise untypisch verhalten hätte oder so etwas. Aber er hatte ja gar keine Gelegenheit, sich egal wie zu verhalten. Mir fehlte auch jeglicher Hinweis für das Verhalten der Tomopathen. Was mich aber endgültig überzeugt hatte, war die Spiralgalaxis: hier ist ein echter Aktivatorträger umgekommen - und woher hätten die Cairaner einen ZA für einen falschen Gucky bekommen sollen? Nein, Watson, diese Schlussfolgerung gehe ich nicht mit, da fehlt elementar noch ein wichtiger Faktor.

 

Und nach wie vor ärgere ich mich, dass die ganze Geschichte auf Seite 4 vorweggenommen und dann auf den Seiten 58-61 exekutiert wird - alles dazwischen ist überflüssig. Nichts gegen Teaser und Rückblenden, aber kein James-Bond-Film zeigt schon vor dem Vorspann, wie der Endbösewicht stirbt. Wenn auf Seite 4 "nur" der Angriff der Tomopathen auf einen halb besinnungslosen Gucky gezeigt worden wäre, dann wäre bis zum Ende die Spannung geblieben, ob Atlan noch rechtzeitig kommt. Wie ich schrieb: Null Spannungsbogen, daher erzähltechnisch gescheitert.

Naja, die einzigen, die die Spiralgalaxis "gesehen" haben, saßen in einem Raumschiff, deren Ortungsgeräte ihnen das gezeigt hat. Ist also eine Frage der Technologie, wie man den Ortungsgeräten etwas vorflunkert ...  



#89 Valerie J. Long

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Geschrieben 11 August 2020 - 12:02

Naja, die einzigen, die die Spiralgalaxis "gesehen" haben, saßen in einem Raumschiff, deren Ortungsgeräte ihnen das gezeigt hat. Ist also eine Frage der Technologie, wie man den Ortungsgeräten etwas vorflunkert ...  

Nein, siehe Seite 60: Lionel Obioma* war dabei, Atlan war dabei. Gucky "starb in den Armen des Arkoniden. Das Bild einer Spiralgalaxis stieg von der Leiche auf. (...) Für einen Augenblick schwebte es über der Ausweglosen Straße (...)"

 

*Die Baumarktgroßmutter?

 

Nachtrag: gibt es womöglich verschiedene Versionen des Hefts?


Bearbeitet von Valerie J. Long, 11 August 2020 - 12:03.


#90 Tostan

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Geschrieben 12 August 2020 - 21:45

Nein, siehe Seite 60: Lionel Obioma* war dabei, Atlan war dabei. Gucky "starb in den Armen des Arkoniden. Das Bild einer Spiralgalaxis stieg von der Leiche auf. (...) Für einen Augenblick schwebte es über der Ausweglosen Straße (...)"

 

*Die Baumarktgroßmutter?

 

Nachtrag: gibt es womöglich verschiedene Versionen des Hefts?

Ah, sorry mein Fehler. Hatte das anders in Erinnerung.

Also ... Es ist ja aus der Warte von Lionel geschrieben - der trägt nen SERUN ... hab auf die schnelle jetzt nicht gefunden, ob der Helm zu ist oder nicht ...




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