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Future Fiction Magazine (Deutsche Ausgabe) Nr. 4


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31 Antworten in diesem Thema

#31 Stahlelefant

Stahlelefant

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Geschrieben 04 Dezember 2025 - 21:55

Ja, genau. Ich hatte von Jean-Louis Trudels Tod erfahren, dann hier im Forum nach seinem Namen gesucht und diesen Thread gefunden, und gleich das Heft bestellt. Hier noch mal der Link zum Ich-lese-gerade-Thread, wo ich noch ein bisschen was zu Trudel geschrieben habe:

https://scifinet.org...204#entry469187

 

Die ersten beiden Geschichten habe ich jetzt gelesen. Die erste ist die von Trudel. Beide Geschichten reißen mich zwar nicht vom Hocker, aber interessant sind sie allemal, und so werde ich das Heft natürlich zuende lesen.

 

Ich werde auch noch ein bisschen kritteln, aber bitte nicht als Fundamentalkritik auffassen. Im Heft wird ja erwähnt, dass das Budget nicht gesprengt werden soll und deswegen für die Übersetzungen auf DeepL zurückgegriffen wird. Das ist auch OK so, wer will schon Verlust machen. Ich habe selbst schon ein paar Sachen bei KDP veröffentlicht und will auch keinen Verlust machen. Z. B. im Mai eine Jules-Verne-Übersetzung (im Off-topic-Bereich angepriesen https://scifinet.org...n-lotterie-los/ ), wo ich im Juni schon den Preis angehoben habe, weil Amazon die Tantiemen gekürzt hat. Das Future Fiction Magazine gibt’s aber noch zum Originalpreis, der oben im ersten Post von Post genannt wurde. Also danke für den fairen Preis  :thumb: 

 

Nun zur Krittelei:

Nummer auf Buchrücken wurde nicht aktualisiert, da steht „Ausgabe 03/Dez22“

S. 5 Väter Andrea und Joseph: Könnte hinkommen, da Andrea ja ein italienischer Männername ist. Aber auf S. 6 ist Andrea dann auf einmal weiblich: ihr Kohlenstoffbudget.

Unschöne Trennungen: S. 5 Rü-

ckbauabteilung

S. 7 auße-

rhalb

S. 9 Dankes-

chön

S. 5 „Ihre Ex-Freunde machten lieber Mitdreißigern den Hof“: Sind die wirklich homosexuell geworden? Passender wäre anscheinend „Mittdreißigerinnen“.

S. 8 „Bis ihr Sohn sich erholt hatte, würde sie ihn verloren haben.“ Eine dieser Stellen, wo man ahnt, was schiefgelaufen ist, auch ohne das Original zu kennen. Und man braucht keine Spezialwörterbücher, um hier die richtige Übersetzung zu finden:

to lose: Pons: https://de.pons.com/...ch-deutsch/lose

Bedeutung Nr. 8: abschütteln, abhängen

Das ist doch offensichtlich das, was hier gemeint ist.

„ …, den perfekte Platz“: Komma zu viel, ein ›n‹ fehlt.

„Parzellenwaren“: Leerzeichen fehlt 

 

Aber wie gesagt, das ist keine Fundamentalkritik. Strengt euch halt das nächste Mal ein bisschen mehr an beim Übersetzen und Lektorieren, dann wird auch das Ergebnis hübscher  :) 


Nautron respoc lorni virch.

  • (Buch) gerade am lesen:Wolfgang Jeschke: Der letzte Tag der Schöpfung

#32 Stahlelefant

Stahlelefant

    Ufonaut

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Geschrieben 11 Dezember 2025 - 16:00

Jetzt habe ich es durch. Die großen Highlights fehlen, aber zumindest „Dieses Habenwollen“ hat was. Zwar kommen mir da einige Details übertrieben vor, aber es ist schön gruselig. Man stellt sich vor, wie die am Ende vielleicht alle so einen Gesichtsausdruck haben wie der sedierte Jack Nicholson in Einer flog über das Kuckucksnest. Alle sind keine Menschen mehr (mit Gefühlen), sondern nur noch liebe Roboter. Und die Alternative? Tja, der Weltuntergang. Das nenne ich mal ein Dilemma.

 

„Lagbot-45“: Die Idee mit dem Lagbot, der das ihm geschenkte Eis entsorgt war eigentlich sehr gut, aber was war die Reaktion des kleinen Jungen? Die wird leider nicht erwähnt.

 

Die Gerichtsverhandlung ist im Juni (S. 53), aber das, worüber verhandelt wird, ist doch erst später geschehen!?

 

„Nur du und ich“: Ich hab den Twist zu schnell geahnt und die Geschichte kommt mir zu konstruiert vor. Ich krittele auch wieder ein bisschen: S. 45: „Sie werden Teil eines Kunstwerkes werden, dass sich im kontinuierlichen Fluss an Sie anpasst“: ›dass‹ ist falsch, es muss ›das‹ sein. Eigentlich nicht der Erwähnung wert, weil solche Flüchtigkeitsfehler eben mal vorkommen, aber der Satz wird auf der nächsten Seite wiederholt (mit dem Fehler) und ist da sogar kursiv gedruckt. Das macht dann doch einen etwas schludrigen Eindruck.

 

ChatGPT-Geschichte: Da hatte ich den Eindruck: geliefert wie bestellt. Es sollte ja eine kurze Geschichte zu ein paar wenigen Stichwörtern sein. Eine erkennbare Erzählabsicht wurde nicht verlangt oder vorgegeben. Es ist doch öfters so, dass die erste Antwort einer KI nicht besonders gut ist. Und oft ist es so, dass man ein besseres Ergebnis bekommt, wenn man noch mal nachhakt.

 

„Natürlicher Instinkt“: Die Geschichte hat auch auf mich einen schwachen Eindruck gemacht. Nicht stimmig, konstruiert, Twist überzeugt dadurch nicht so recht.

 

Comic-Ausschnitt: Schon im ersten Bild ein Fehler: „Östlichen Ende …“ wo es „Am östlichen Ende …“ heißen müsste.

 

Der Dativ wird vielleicht auch dem Akkusativ sein Tod sein. S. 78: „In den Bäumen … wurden bunte Lichter gehängt.“ (Und noch ein Beispiel von neulich aus dem Forum: „Es ist die ölige Pfütze, in der du deinen Slipper tauchst“ https://scifinet.org...tze#entry468310 )

 

S. 79: »Wow! Love 8 rocks!«, Vince die Augen weit auf.

Da fehlt was.

 

Es sind noch so einige weitere Fehlerchen drin, aber das meiste wird den meisten Lesern wohl sowieso nicht auffallen, und ich habe auch schon genug gekrittelt. Wenn ich nicht aufhöre, stehe ich am Ende als Oberpedant da  ;) Wichtiger ist der Gesamteindruck, und der ist positiv, es ist eine interessante Lektüre. Für mich eine interessante Abwechslung, da es aktuelle Geschichten sind, ich lese sonst größtenteils ältere Sachen.


Nautron respoc lorni virch.

  • (Buch) gerade am lesen:Wolfgang Jeschke: Der letzte Tag der Schöpfung


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